Zitate zur Todesstrafe
   
Gaius Julius Cäsar verwirft die Todesstrafe. Er ist der Ansicht, dass der Tod von den unsterblichen Göttern nicht zur Strafe bestimmt, sondern entweder eine Naturnotwendigkeit oder ein Ausruhen von Mühsal und Elend ist. Gefängnis dagegen, und zwar lebenslängliches, ist ohne Zweifel als ganz besondere Strafe für verruchte Frevel erfunden worden.
Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.), römischer Politiker, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph, Redner und Konsul

Du sollst nicht töten.
Bibel, Altes Testament, Exodus 20,13

Ihr wisst, dass es heißt: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich aber sage euch: Verzichtet auf Gegenwehr, wenn euch jemand Böses tut!
Bibel, Neues Testament, Matthäus 5,38-39 (Bergpredigt)

Wer unter Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.
Bibel, Neues Testament, Johannes 8,7 (Steinigung der Ehebrecherin)

Darum treibt uns die Liebe zum Menschengeschlechte, Fürsprache für die Schuldigen einzulegen, damit sie nicht durch die Todesstrafe ihr Leben … endigen.
Aurelius Augustinus (354-430), nordafrikanischer Theologe und Philosoph, Bischo, einer der vier lateinischen Kirchenväter der Spätantike, Heiliger

Nun hat aber Gott tatsächlich dem Menschen nicht nur die Verfügung über fremdes Leben, sondern selbst über das eigene genommen: Darf da eine Abmachung unter Menschen über gegenseitiges Töten die Schergen des Staates von jenem Verbot entbinden und ihnen erlauben, diejenigen hinzurichten, die ein irdisches Strafgesetz zu töten befiehlt? Würde dann jenes Gebot Gottes nicht nur gerade soviel gelten, als die Rechtsbücher der Menschen es dulden?
Thomas Morus (1478-1535), englischer Staatsmann, Lordkanzler, Schriftsteller, Humanist, Heiliger

Zum Tode Verurteilte haben es oft eilig mit dem Sterben, sie drängen auf baldige Hinrichtung; sie tun das nicht aus Entschlossenheit, sondern sie wollen die Zeit verkürzen, in der sie dem Tod ins Auge sehen müssen: Nicht das Totsein ist ihnen unerträglich, sondern das Sterben.
Michel de Montaigne (1533-1592), französischer Jurist, Politiker, Philosoph und Essayist, Humanist

Man eilt herbei, um die Unglücklichen zu betrachten, man bildet eine Gasse oder stellt sich an die Fenster, um die Züge und die Haltungen eines Menschen zu beobachten, der zum Tode verurteilt ist und weiß, dass er sterben muss: eitle, bösartige, unmenschliche Neugierde!
Jean de La Bruyère (1645-1696), französischer Schriftsteller

Die Furcht soll die Menschen vom Verbrechen abhalten, doch Zwangsarbeit und lebenslängliche Schande schrecken mehr ab als der Galgen.
Voltaire (Franois Marie Arouet) (1694-1778), französischer Philosoph, Aufklärer

Lieber zehn Schuldigen vergeben, als einen Unschuldigen hinrichten.
Katharina II., die Große (1729-1796), russische Zarin
Von keinem Nutzen ist die Todesstrafe, da sie den Menschen ein Grausamkeitsbeispiel gibt.
Cesare Beccaria (1738-1794), italienisher Rechtsphilosoph und Staatsrechtsreformer

Es ist eine Frage, ob wir nicht, wenn wir einen Mörder rädern, grade in den Fehler des Kindes verfallen, das den Stuhl schlägt, an dem es sich stößt.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Aphoristiker

Wenn sich die Sozietät des Rechts begibt, die Todesstrafe zu verfügen, so tritt die Selbsthilfe unmittelbar wieder hervor, die Blutrache klopft an die Tür.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter, Politiker und Naturwissenschaftler

Es gibt Akte der Gerechtigkeit, welche die verderben, die sie vollziehen.
Victor Hugo (1754-1824), französischer Schriftsteller, Moralist

Was sagt das Gesetz? Du sollst nicht töten! Wie sagt es es? Durch Töten!
Victor Hugo (1754-1824), französischer Schriftsteller, Moralist

Drei Dinge gehören Gott und nicht den Menschen: das unwiderrufbare, das nichtwiedergutmachbare und das unauflösliche. Wehe den Menschen, wenn sie es ins Gesetz einführen.
Victor Hugo (1754-1824), französischer Schriftsteller, Moralist

Ich werde so lange nicht aufhören, die Todesstrafe zu bekämpfen, bis mich jemand von der Unfehlbarkeit menschlicher Rechtssprechung überzeugt hat.
Marie-Joseph-Paul-Yves-Roch-Gilbert du Motier, Marquis de Lafayette (1757-1834), französischer General und Politiker, Aufklärer, Teilnahme an Unabhängigkeitskrieg der USA und an Französischen Revolution

Den blut'gen Spruch muss man nicht rasch vollziehn, ein Wort nimmt sich, ein Leben nie zurück.
Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter, Philosoph und Historiker

Hilft die Todesstrafe der Sicherheit der Menschen? Auf keinen Fall. Es verhärtet die Herzen der Menschen, und lässt sie den Verlust des Lebens leicht erscheinen; sie macht das Leben unsicher, insofern als dass es das es das Eigentum für einen wichtigeren Wert hält als das Leben.
Elizabeth Fry (1780-1845), britische Reformerin des Gefängniswesens

Wenn das Gesetz einen Menschen tötet, der ein Verbrechen bereut, tötet es einen Unschuldigen.
Hugues Félicité Rober de Lamennais (1782-1854), französischer katholischer Priester und Philosph

Kein Mensch hat das Recht, einen andern umbringen zu lassen; am allerwenigsten sollten Christen ein Todesurteil fällen, da sie doch daran denken sollten, daß der Stifter ihrer Religion, unser Herr und Heiland, unschuldig verurteilt und hingerichtet worden.
Heinrich Heine (1797-1856), jüdischstämmiger deutscher Dichter, Schriftsteller und Journalist

Die Existenz des Soldaten ist, nächst der Todesstrafe, das schmerzlichste Überbleibsel der Barbarei, das es unter den Menschen gibt.
Alfred de Vigny (1797-1863), französischer Schriftsteller

Die Menschheit verurteilt den einzelnen zur Todesstrafe und begeht dadurch gegen ihn ein größeres Verbrechen, als er gegen sie begangen hat, indem sie ihm die Besserung unmöglich macht.
Christian Friedrich Hebbel (1813-1863), deutscher Dichter

Wenn man jemanden, der getötet hat, dafür tötet, so ist die Strafe unverhältnismäßig größer als das Verbrechen. Die Tötung auf Grund eines Urteilsspruches ist unverhältnismäßig schrecklicher als die von einem Räuber begangene.
Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881), russischer Schriftsteller

Was mag mit der Seele in diesem Augenblick vorgehen? In was für krampfhafte Zuckungen wird sie versetzt? Es ist eine Peinigung der Seele, weiter nichts! Es gibt ein Gebot: "Du sollst nicht töten!", und da tötet man nun, weil jemand getötet hat, auch ihn? Nein, das darf nicht sein! Es ist jetzt schon einen Monat her, daß ich das gesehen habe; aber es ist mir bis heute, als ob ich es vor Augen hätte. Ich habe fünfmal davon geträumt.
Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881), russischer Schriftsteller

Die Todesstrafe ist ein deutlicher Beweis dafür, dass unsere Gesellschaftsordnung weit davon entfernt ist, christlich zu sein.
Leo Nikolajewitsch Tolstoi (1828-1910), russischer Schriftsteller

Die Todesstrafe trägt ihre Verurteilung in sich. Die Todesstrafe ist ein zum Gesetz erhobener Mord. Kann denn jene Strafe gerecht sein, die die Möglichkeit der Besserung aufhebt, die Reue unmöglich mach?
Wladimir Sergejewitsch Solowjow (1853-1900), russischer Religionsphilsosoph und Dichter

Mord und Todesstrafe sind nicht Gegensätze, die einander aufheben, sondern Ebenbilder, die ihre Art fortpflanzen.
George Bernard Shaw (1856-1950), irischer Dramatiker, Politiker, Satiriker und Pazifist, Literaturnobelpreisträger

Der Mord auf dem Schafott ist die schlimmste Form des Mordes, denn dort geschieht er mit Billigung der Gesellschaft.
George Bernard Shaw (1856-1950), irischer Dramatiker, Politiker, Satiriker und Pazifist, Literaturnobelpreisträger

De Todesstrafe ist die Vergewaltigung des scheinbaren Verbrechers durch den wirklichen - Verbrecher. Wer ist der sogenannte Verbrecher eines Volkes? Der Verbrochene eines Volkes. Das Gesetz der Toren sagt: Töte den verlorenen Sohn. Aber das Gesetz der Weisen antwortet: Ihr dürft keinen töten - sofern ihr euch nicht selbst mittötet.
Christian Morgenstern (1871-1914), deutscher Dichter, Schriftsteller und Übersetzer

Solange die Todesstrafe besteht, atmet das ganze Strafrecht Blutgeruch aus, trägt das ganze Strafrecht den Stempel der Grausamkeit, ist das ganze Strafrecht mit dem Makel der rächenden Vergeltung behaftet.
Gustav Radbruch (1878-1949), deutscher Jurist, Rechtshistoriker und Rechtsphilosoph

Ich habe mich ... zu der Überzeugung durchgearbeitet, dass die Abschaffung der Todesstrafe wünschenswert ist. Begründung: 1) Irreparabilität im Falle eines Justizirrtums, 2) Nachteiliger moralischer Einfluss der Hinrichtungsprozedur auf diejenigen, welche mit der Exekution direkt oder indirekt zu tun haben.
Albert Einstein (1879-1955), deutscher Physiker, Physiknobelpreisträger und Pazifist

Die Sühne für die Schuld der Welt ist ein für allemal vollbracht im Kreuzestod Jesu Christi. Damit sei von Gott der Tod als Strafmittel menschlicher Verfügung entzogen.
Karl Barth (1886-1968), Schweizer evangelisch-reformeirter Theologe

Du sollst nicht töten sprach der Denker, nicht nur zum Mörder, auch zum Henker.
Arnold Zweig (1887-1968), deutscher Schriftsteller

Dass es die Todesstrafe gibt, ist weniger bezeichnend für unsere Gesittung, als dass sich Henker finden.
Franz Werfel (1890-1945), österreichischer Schriftsteller jüdischer Herkunft

Ich würde die Todesstrafe in unserem Strafsystem auch deshalb als einen Fremdkörper empfinden, weil nach den Vorstellungen unserer Zeit die entscheidende, zumindest doch die wesentliche Aufgabe der Strafe ist, zu resozialisieren, den Menschen zu bessern.
Thomas Dehler (1897-1967), deutscher Politiker, FDP, Justizminister

Die Todesstrafe, die ein Staat verhängt und durchführt, macht alle göttlichen und irdischen Gesetze zunichte und zerstört grundsätzlich alle Moral und die Grundlagen der Zivilisation.
Hermann Kesten (1900-1996), aus Galizien (Österreich-Ungarn) gebürtiger deutscher Schriftsteller

Vor dem Unglück der anderen ist das Schweigen niemals neutral. Schweigen ist Zustimmung. Angesichts einer Hinrichtung zu schweigen ist Zustimmung. Angesichts einer Hinrichtung zu schweigen ist kein Zweifel, sondern die Sicherheit, dass ein Mensch sterben muss. Der Zweifel, selbst der leiseste Zweifel muss sprechen. Wenn wir zweifeln und schweigen, werden wir zu Lügnern.
Madeleine Delbrêl (1904-1964), französische Sozialarbeiterin, Schriftstellerin und katholische MystikerinDurch die Todestrafe überschreitet der Mensch sein Maß; er ist nicht Herr über Leben und Tod.
Karl Otto Adolf Arndt (1904-1974), deutscher Jurist und Politiker, SPD

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass Hinrichtungen zwecklos sind. Sie sind lediglich ein antiquiertes Relikt eines primitiven Verlangens nach Rache, das es sich einfach macht und die Verantwortung für die Rache auf andere überträgt.
Albert Pierrepoint (1905-1992), britischer Henker

Die Todesstrafe ist der vorsätzlichste Mord, mit der keine kriminelle Tat, wie immer berechnet sie auch sein mag, verglichen werden kann.
Albert Camus (1913-1960), französischer Schriftsteller und Philosoph

Die Todesstrafe zerstört die einzige unbestreitbare Solidarität der Menschen, die gemeinsame Front gegen den Tod.
Albert Camus (1913-1960), französischer Schriftsteller und Philosoph

Einer, der genießerisch seinen Morgenkaffee trinkt und in der Zeitung liest, dass - der Gerechtigkeit Genüge getan - worden sei, würde seinen Kaffee wieder von sich geben, erführe er auch nur die kleinste Einzelheit.
Albert Camus (1913-1960), französischer Schriftsteller und Philosoph

Ich betrachte die Todesstrafe als grausame und unmenschliche, unmoralische Einrichtung, die die moralischen und rechtlichen Grundlagen einer Gesellschaft unterminiert.
Andrej Dimitrijewitsch Sacharow (1921-1989), sowjetischer Physiker, Dissident und Friedensnobelpreisträger

Ein Leben zu nehmen, wenn ein Leben verloren wurde, ist Rache.
Desmond Tutu (1831- ), anglikanischer Erzbischof, Friedensnobelpreisträger

Für die Notwendigkeit der Todesstrafe spricht kein einziges vernünftiges Argument. Das ist der stärkste Einwand gegen sie. Bloße Nützlichkeitsüberlegungen können sie nicht legitimieren: Die Forderung der Bevölkerungsmehrheit nach der Todesstrafe ist gewiss kein sittliches Beweismittel. Die Abschreckungswirkung ist zweifelhaft. Sicherung lässt sich auch durch andere Weise erreichen. Die Besserung des Rechtsbrechers ist durch sie nicht zu erreichen. Dazu kommt die Möglichkeit des Irrtums, der im Falle der Hinrichtung nicht zu korrigieren ist. Strafrechtliche Vernunft kann sie also nicht begründen.
Martin Honecker (1934- ), deutscher evangelischer Theologe

Die moderne Gesellschaft hat die Mittel, Verbrechen effektiv zu bekämpfen, indem sie den Verbrechern die Handlungsmöglichkeiten entzieht, ohne ihnen aber ihre Chance auf Besserung zu nehmen... Wenn Zivilgesellschaften einen Auftrag zur Gerechtigkeit haben, dann haben sie auch die Verpflichtung, barmherzig zu sein.
Johannes Paul II. (Józef Wojtyła) (1920-2005), polnischer Papst

Es gibt keine menschenwürdige Art, jemanden anderen zu töten.
Franziskus (Jorge Mario Bergoglio) (1936- ), argentinischer Papst

Wie kann ein Staat, der die gesamte Gesellschaft repräsentiert und die Aufgabe hat, die Gesellschaft zu schützen, sich selbst auf die gleiche Stufe stellen wie ein Mörder?
Kofi Atta Anan (1938-), ghanaischer Diplomat, Generalsekretär der Vereinten Nationen, Friedensnobelpreisträger

Unser Rechtssystem ist fehlbar. Wir wissen es, obwohl wir es nicht zugeben wollen. Es ist fehlbar trotzt der besten Anstrengungen der meisten darin Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Und diese Fehlbarkeit ist am letztendlich das zwingendste, überzeugendste und gewinnenste Argument gegen eine Todesstrafe.
Eliot Spitzer (1959- ), US-amerikanischer Politiker, Demokrat
 

* * *

Die Todesstrafe ist abgeschafft.
Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland von 1949, Artikel 102

Vom Glauben her werden Christen ... daran erinnert, dass auch der schlimmste Verbrecher sich mit Gott versöhnen lassen kann ... Vor diesem Hintergrund hat sich die Überzeugung verstärkt, dass Christen – besonders in unseren Verhältnissen – keine Verfechter der Todesstrafe sein sollten.
Deutscher Erwachsenenkatechismus, 1985/1995

Die Todesstrafe is ein Symbol für eine Kultur der Gewalt, keine Lösung dafür.
Amnesty International

 

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http://cristianaziraldo.altervista.org/the-death-penalty/

Weiterführende Informationen:

Abschaffung der Todesstrafe
http://www.stimmen-der-zeit.de/zeitschrift/archiv/beitrag_details?k_beitrag=1656722&k_produkt=2476189
Aktionstag gegen die Todesstrafe der Gemeinschaft San Egidio (Licht für Leben im Kolosseum in Rom)
http://www.katholisch.de/de/katholisch/themen/gesellschaft/131130_aktionstag_gegen_todesstrafe.php
Fédération International de l'ACAT (Action des Chretiens pous l'Abolition de la Torture)
http://www.fiacat.org/
World Coalition Against the Death Penalty
http://www.worldcoalition.org/
Use of capital punishment by country
http://en.wikipedia.org/wiki/Use_of_capital_punishment_by_country


    

 
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