Zitate rund um Medien, Macht und Moral
 



Journalisten haben noch ein schlechteres Image als katholische Geistliche, an deren Schwarz-Bild manche von ihnen maßgeblich mitwirken.
Neben einem Katalog (nicht nur) journalistischer Laster - oder sollte es heißen "Schwächen" oder "Sachzwänge" -  gibt es auch eine Reihe (nicht nur) journalistischer Tugenden und Werte, die wichtig für den Bestand der demokratischen Gesellschaft sind und die viel häufiger anzutreffen sein müssten.
Ansichten und Einsichten zu den "sozialen Kommunikationsmitteln" Presse, Rundfunk, Fernsehen, Internet und Co. ...

Kritischer Zeitungskonsum?
Qualitätsjournalismus?
Neuigkeitswahn und Sensationsgier
Aufbauschung des Unwichtigen
Oberflächlichkeit und Inhaltsleere
Kurzlebigkeit und Vergessen
Negativität
Übertreibung
Unwahrhaftigkeit
Verleumdung
Erzeugen von Scheinwelten
Besserwisserei, Eitelkeit und Aroganz
Unwissenheit und Halbwissen
Empfindlichkeit und Rachsucht
Indiskretion
Abhängigkeit und Käuflichkeit
Opportunismus und Konformismus
Hörigkeit gegenüber Mainstream und Zeitgeist
Political Correctness
Berichterstattung über die katholische Kirche und Christen weltweit
Katholische Kirche und Medien
Moralische Laxheit
Zerstörerischkeit
Manipulation und Propaganda
Hetze und Kriegstreiberei

Globale Verbreitung von Unwichtigem und Unwerten
Ablenkung und Flucht statt Selbstfindung und Selbsterkenntnis
Überflutung mit Werbung - der Homo consumens
Geistig-moralische Ver(bl)ödung
Abstumpfung durch Sex und Crime und alle möglichen Perversitäten
Verlust von Aufmerksamkeit und Wahrnehmungsfähigkeit
Entfremdung des Menschen von seiner Umwelt
Reduzierung direkter menschlicher Kommunikation
Homo zappiens - die neue Spezies
Beeinflussung von Meinungen, Wertvorstellungen und Weltbildern
Medien als Meinungsmacher und (ver)öffentlich(t)e Meinung
Desinformation und Fake News
Verflachung der Fernsehprogramme
Fixierung auf Einschaltquoten
Talkshows zwischen Seelenstriptease und Polittheater
Redakteure, Moderatoren, Entertainer
Star(let)s aus Film, Funk und Fernsehen
Soziale Kommunikationsmittel
Internet zwischen Misthaufen und Goldgrube
Grenzen medialer Freiheit in den Rechten der Person
Medienpädagogik - Erziehung zum kritischen Umgang mit Medien
Es geht auch anders: Medienverzicht
Zwischen Macht und Verantwortung
Erreichbarkeit unabhängig von Raum und Zeit
Kritischer Journalismus
Zwischen Berufung und verfehltem Beruf
Urteile über eine Zunft, die auch nicht gerade zimperlich mit anderen ist ;-)
Zeitlose journalistische Gewissenserforschung
Zehn Gebote für einen verantwortlichen Journalismus

 

  Kritischer Zeitungskonsum?

Man muss mindestens vier Zeitungen lesen und eine große englische und französische noch dazu; von draußen sieht das alles ganz anders aus. [Wollen wir eine andere Perspektive einnehmen?]
Kurt Tucholsky

Das Malheur ist nicht, dass die Leute Zeitungen lesen. Das Malheur ist, dass sie meist nur eine Zeitung lesen. Ihr Blatt. Das Blatt.
Kurt Tucholsky

Der wichtigste Dienst, den uns die Presse erwiesen hat, ist der, dass sie die Menschen dazu erzogen hat, an Gedrucktes mit Misstrauen heranzutreten.
Samuel Butler

Zeitungen nützen nicht viel, da sie ohnehin nur von denen gelesen werden, die schon dachten wie das, was drinstand.
Arnold Zweig

Man muss die Zeitung nicht auch noch lesen, hinter der man sich versteckt.
Harald Schmid

Es ist ein große Aufgabe, das Publikum darüber aufzuklären, was die öffentliche Meinung, besonders die gedruckte, ist und wie sie entsteht.
August Strindberg

  Qualitätsjournalismus?

Wer nur für den Tag schreibt, braucht sich weniger Mühe zu geben.
Lucius Annaeus Seneca

Der Unterschied zwischen Literatur und Journalismus: Journalismus ist unlesbar, und die Literatur wird nicht gelesen.
Oscar Wilde

Eine Zeitung ist nicht sehr viel literarischer als ein Stammtisch.
Jules Renard

Wenn man mit Presseleuten spricht, fällt einem auf, dass sie nicht viel Phantasie haben. Alle stellen immer die gleichen Fragen.
Marlene Dietrich

Die Zeitung von heute ist ein Geschäft und muss als solches auf einen guten Absatz bedacht sein. Dadurch ist eine wirklich kulturfördernde Tätigkeit ausgeschlossen.
Kurt Tucholsky

Denn dies ist der Zeitung tieferer Sinn: die besseren Sachen stehen nicht drin.
Kurt Tucholsky

Die Vulgarität hat die Erde kolonisiert. Ihre Waffen sind Fernsehen, Rundfunk und Presse gewesen.
Nicolás Gómez Dávila

Lügner: Überall zugelassener Anwalt, Journalist jeder Sparte oder Profession.
Ambrose Gwinnet Bierce

Die Zeitungen haben früher das Niveau ihrer Journalisten gehabt und haben jetzt das ihrer Leser.
Karl Kraus

Es bleibt die alte Frage, was der Journalist eigentlich ist: Verkünder des Neuen, nicht von jedermann Gedachten, oder eher Lautverstärker dessen, was in einer Gesellschaft gerade Zeitgeist ist , Mainstream, wie es die Amerikaner nennen.
Dirk Ippen

Es gibt nur wenige Berufe, für die keine Ausbildung notwendig ist: Wirte, Journalisten und Politiker.
Gerhard Kocher

In einer wirklich guten Zeitung spricht die Nation zu sich selbst.
Henry Miller

  Neuigkeitswahn und Sensationsgier

Wenn die Diplomaten im Frühling raufen, nimmt man einfach ein Blatt vom Herbst zur Hand und ersieht daraus, wie alles abgelaufen.
Christian Morgenstern

Das Publikum ist von unersättlicher Neugierde erfüllt, alles zu wissen, außer dem, was wissenswert ist. Der Journalismus, der dies weiß, erfüllt in richtiger Geschäftskenntnis dieses Verlangen. In früheren Jahrhunderten nagelte man die Ohren von Journalisten an Pumpen. Das war sehr hässlich. In unserem Jahrhundert haben die Journalisten ihre eigenen Ohren an die Schlüssellöcher genagelt. Das ist weit ärgerlicher.
Oscar Wilde

Es ist unmöglich, irgendeine Zeitung, gleichviel von welchem Tage, aus welchem Monat oder Jahr, zu durchblättern, ohne in jeder Zeile die Zeichen der grauenerregendsten menschlichen Perversität und gleichzeitig die erstaunlichsten Großsprechereien über Rechtschaffenheit, Güte, Nächstenliebe und die schamlosesten Beteuerungen hinsichtlich des Fortschritts und der Zivilisation zu finden.
Charles Baudelaire

Jede Zeitung ist von der ersten bis zur letzten Zeile ein einziges Gewebe von Gräueln. Krieg, Verbrechen, Diebstähle, Sittlichkeitsverbrechen, Folterungen, Verbrechen der Fürsten, Verbrechen der Völker, Verbrechen der Einzelnen, ein Rausch von allgemeiner Grässlichkeit. Und dieses widerliche Gemisch genießt der zivilisierte Mensch jeden Tag zu seiner Morgenmahlzeit.
Charles Baudelaire

Ich nenne Journalismus alles, was morgen weniger interessant ist als heute.
André Gide

Das Problem der Zeitungsberichterstattung liegt darin, dass das Normale uninteressant ist.
Saul Bellow

Nähme man den Zeitungen den Fettdruck - um wieviel stiller wäre es in der Welt.
Kurt Tucholsky

Das Morgengrauen beginnt mit der Zeitungslektüre.
Michael Richter

Unsern täglichen Mord gib uns heute…(Gebet eines Journalisten)
Werner Mitsch

Die Medien freuen sich, wenn sie etwas Neues berichten können, wobei als Neuigkeit auch gilt, wenn ein neuer Mann etwas schon längst Bekanntes sagt.
Manfred Rommel

Die heutige Medienkultur hat die Vorstellung erzeugt, Normalität sei negativ oder lächerlich.
Ari Turunen

  Aufbauschung des Unwichtigen

Alle Tagesfragen werden von den Zeitungen künstlich aufgebauscht. Das Gefährlichste daran ist, dass die Zeitungen alles in fertigem Zustand präsentieren, wodurch das Selbstdenken erstickt wird.
Leo Tolstoi

Was ich den Zeitungen vorwerfe, ist, dass sie uns alle Tage auf unbedeutende Dinge aufmerksam machen, während wir drei- oder viermal in unserm Leben die Bücher lesen, in denen Wesentliches steht.
Marcel Proust

Die Öffentlichkeit hat eine unersättliche Neugier, alles zu wissen, nur nicht das Wissenswerte. Der Journalismus, dessen bewusst und mit geschäftsmößigen Gewohnheiten, erfüllt ihre Bedürfnisse.
Oscar Wilde

Wer die Vergänglichkeit der Welt kennenlernen will, sollte alte Zeitungen lesen. Wie unwichtig ist hinterher alles, was einmal so wichtig war.
William Somerset Maugham

Journalismus besteht grob darin, Leuten zu sagen "Lord James ist tot", die nie wussten, dass er lebte.
Gilbert Keith Chesterton
 

Was Journalisten oft verwechseln: Aktuelles – mit Wichtigem.
Otto Weiss

Ein Journalist ist ein Mensch, der immer etwas Wichtigers zu tun hat und daher nie zum Wichtigen kommt.
Heimito von Doderer

Wenn die Gesellschaft gedankenloser und dümmer wird, beeinflusst das auch den Journalismus. Ein Beispiel ist die Prominenten-Berichterstattung. Wenn Sie sehen, was im amerikanischen Fernsehen gezeigt wird, ist das im nachrichtlichen Sinn völlig unerheblich und schon gar kein Versuch, so nah wie möglich an die Wahrheit heranzukommen.
Carl Bernstein

Wir leben in einer Mediengesellschaft, die immer mehr amerikanische Züge annimmt.
Hans-Jochen Vogel

Ein wesentliches Rezept der Mainstream-Medien zur Kontrolle der bürgerlichen Öffentlichkeit besteht darin, das Unwesentliche wesentlich zu machen.
Thom Renzie

  Oberflächlichkeit und Inhaltsleere

Wenn man einige Monate die Zeitungen nicht gelesen hat, und man liest sie alsdann zusammen, so zeigt sich erst, wieviel Zeit man mit diesen Papieren verdirbt.
Johann Wolfgang von Goethe

Darum können Zeitungen so sehr schaden, weil sie den Geist so unsäglich dezentrieren, recht eigentlich zerstreuen.
Christian Morgenstern

Wie sind doch die Zeitungen interessant für unser liebes Vaterland! Was ist uns nicht alles berichtet worden! Ein Portepeefähnerich ist Leutnant geworden, ein Oberhofprediger erhielt einen Orden, die Lakaien silberne Borden, die höchsten Herrschaften gehen nach Norden, und zeitig ist es Frühling geworden. Wie interessant, wie interessant! Gott segene das geliebte Vaterland.
Hoffmann von Fallersleben

Ich hasse Journalisten … Die flachesten Menschen am Rand der Erde.
William Butler Yeats

Leute, die nicht schreiben können, machen Interviews mit Leuten, die nicht denken können, und fabrizieren daraus Artikel für Leute, die nicht lesen können.
Frank Zappa

Die Lektüre der Zeitungen führt dazu, alles zu lesen, wie Zeitungen.
Paul Valéry

Derjenige, der gar nichts liest, ist gebildeter, als derjenige, der nur Zeitungen liest.
Thomas Jefferson

Journalisten schreiben, weil sie nichts zu sagen haben, und haben nichts zu sagen, weil sie schreiben.
Karl Kraus 

  Kurzlebigkeit und Vergessen

Eine große Menge schlechter Schriftsteller lebt allein von der Narrheit des Publikums, nichts lesen zu wollen, als was heute gedruckt ist: – die Journalisten. Treffend benannt! Verdeutscht würde es heißen "Tagelöhner".
Arthur Schopenhauer

Als Journalist ist er - wie sein Name sagt - dem Tag, als Missionar aber ist er der Ewigkeit verpflichtet.
Gilbert Keith Chesterton

Nichts ist so alt wie die Zeitung von heute.
Charles Péguy

Dem Tage dient der Journalist, vom Tage hat er seinen Namen.
Hugo von Hofmannsthal

Die Zeitungen machen alles Neue wichtig, aber durch das Neueste sofort wieder unwichtig.
Sigmund Graff

Die Ereignisse beginnen mich zu interessieren, wenn die Presse sie vergisst.
Nicolás Gómez Dávila

In einer Massen- und vor allem Mediendemokratie wie der unseren gibt es unvermeidlich das, was man die Priorität des Kurzfristigen nennt. Die Fragen des jeweiligen Jahrfünfts entscheiden die Wahlen, sie beschäftigen fast ausschließlich die Medien und sie beherrschen infolgedessen auch das Denken der politischen Eliten.
Roman Herzog

  Negativität

Ich lese den Sportteil der Zeitung immer zuerst, denn er verzeichnet menschliche Leistungen. Auf den ersten Seiten stehen nur die Fehlleistungen.
Edgar Alan Poe

Zeitungen sind die Friedhöfe der Ideen.
Pierre Proudhon

Es liegt nicht daran, dass die Welt soviel schlechter geworden ist. Vielmehr ist die Berichterstattung jetzt sehr viel besser.
Gilbert Keith Chesterton

Ich würde es mir dringend wünschen, dass es unter denen, die die Medien machen, eine Art Verschwörung gäbe, menschlich ermutigend zu sein.
Richard Weizsäcker

  Empfindlichkeit und Rachsucht

Der kämpferische Gesinnungsjournalismus darf nicht gleich Zeter und Mordio schreien, wenn die Personen, auf die er zielt, zurückschlagen.
Klaus Bölling (1928-2014), deutscher Publizist, Regierungssprecher der sozialliberalen Regierungskoalition

Mit kleinen Jungen und Journalisten soll man vorsichtig sein. Die schmeißen immer noch einen Stein hinterher.
Konrad Adenauer

Wer sich je mit dem Journalismus befasst hat oder noch befasst, sieht sich in der grausamen Zwangslage, Leute, die er verachtet, begrüßen, seinen besten Feinden zulächeln, mit den übelst riechenden Gemeinheiten paktieren und, wenn er seine Angreifer mit ihrer eigenen Währung bezahlen will, sich die Finger beschmutzen zu müssen. Man gewöhnt sich daran, zuzusehen, wenn Schlimmes geschieht, und es geschehen zu lassen; anfangs billigt man es, und schließlich tut man es selber.
Honoré de Balzac

Die Abscheu vor dem Zusammentöten ist ganz modernen Datums. Man überschätze sich nicht. Auch heute nimmt jeder an öffentlichen Hinrichtungen teil, durch die Zeitung.
Elias Canetti

Die Rache der Journalisten an den Politikern ist das Archiv.
Robert Hochner

  Manipulation und Propaganda

Journalistik ist die Kunst, das Volk glauben zu machen, was die Regierung für gut befindet.
Heinrich von Kleist

Eine Zeitung ist nicht nur ein kollektiver Propagandist und kollektiver Agitator; sie ist auch ein kollektiver Organisator.
Wladimir Iljitsch Lenin

Bedenken Sie doch, was um Sie herum geschieht: jede Zeitung, die ja ihren Wirkungsbereich hat, infiziert täglich ihre Leser mit den schändlichsten Gefühlen, mit Bosheit, Lüge, Heuchelei und Zynismus…
Maxim Gorki

Moderner Journalismus: Unheilvolle Mixtur von Nachrichten und Ansichten.
Willy Meurer

Wenn Sie mit einem Gesprächspartner weder politisch noch kulturell übereinstimmen, besagt das nicht, dass der Betreffende anderer Meinung ist. Er liest vielleicht nur eine andere Zeitung.
Oliver Hassencamp

Zeitungen sind die einzige dem Schießpulver analoge Erfindung, und eine noch gefährlichere als diese, denn sie dienen nur einer Partei.
Christian Friedrich Hebbel

Journalismus ist Berichterstattung. Manchmal auch Berichtbestattung.
Erhard Blanck

Der zeitgenössische Journalismus erkennt wie die Demokratie immer Größen zweiten Ranges leichter als Größen ersten Ranges.
George Bernard Shaw

Ich weiß nicht, ob es nicht vielleicht doch förderlicher wäre, wir hätten reine Nachrichtenblätter, die sich so weit wie möglich von allen Einwirkungen auf fremde Gebiete fern hielten.
Kurt Tucholsky

Der Durchschnittsleser erlebt die Welt so, wie sie ihm seine Zeitung vermittels großer und kleiner Schriftgrade ordnet. Er teilt - unbewusst - die Erde in Groß- und Kleingedrucktes ein. Und weiß nur selten, dass er der Spielball einer sehr klugen Berechnung ist. Der Verfasser der Schlagzeile, der Anordner vom Fettdruck weiß, was er tut. Der Leser weiß selten, was er liest, und verwechselt das Arrangement mit der Schwere der Ereignisse. Das soll er auch.
Kurt Tucholsky

Der Journalismus ist eines der Mittel, durch die eine wirtschaftliche Autokratie die Demokratie kontrolliert; es ist die alltägliche Propaganda zwischen den Wahlen, durch die das Bewusstsein der Bürger in einem Zustand der stillschweigenden Billigung gehalten wird.
Upton Sinclair

Sie [bürgerliche Presse] haben es verstanden, das sklavische Untertänigkeitsgefühl bei der breiten Volksmasse bis in unsere heutige Zeit zu erhalten. Mit diesem System hat man die Kriecherei und den kleinlichen Egoismus in Arbeiterkreisen großgezogen und den Gedanken der Interessensolidarität bei den unteren Volksmassen mit Erfolg ferngehalten.
Adam Steigerwald

Ich glaube, dass ein leidenschaftlicher Journalist kaum einen Artikel schreiben kann, ohne im Unterbewusstsein die Wirklichkeit ändern zu wollen.
Rudolf Augstein

Sicher ist auch Ihnen schon einmal aufgefallen, dass unsere Journalisten eine Art Schwarmverhalten haben. Sie bilden Cluster um bestimmte Themen, die gerade aktuell sind und an die Oberfläche kommen. Auf diese Themen stürzen sich einvernehmlich alle, während andere Themen, die nicht im Trend der Zeit liegen, unbeachtet bleiben.
Dirk Ippen

Ein Zeitungskönig ist gefährlicher als ein Tyrann: er will außer der Leistung auch die Meinung erzwingen.
Alois Essigmann

Die öffentliche Meinung ist eine von der Presse hochgespielte Seifenblase.
Enzio Hauser

Was ist Wahrheit? - Drei Wochen Pressearbeit, und alle Welt hat die Wahrheit erkannt. Ihre Gründe sind so lange unwiderleglich, als Geld vorhanden ist, sie ununterbrochen zu wiederholen.
Oswald Spengler

Die Manipulationsmöglichkeiten haben sich natürlich im Zeitalter der Massenmedien erheblich erhöht.
Arthur Miller

Daraus folgt die Allgegenwart von Propaganda. Eine Gegeninstanz zu finden oder zu etablieren scheint nahezu unmöglich. Aufklärung, gerade auch gegen die Propaganda des Staates, wie man sie von den Massenmedien erwartet hat, wird offensichtlich immer schwieriger. Man könnte auch sagen: Aufklärung ist gescheitert. Stattdessen leben wir in einer Art Informationshypnose.
Norbert Bolz

Die Begriffe populistisch, Populismus, und Populisten hört man nur selten in Gesprächen auf der Straße oder in Kneipen. Sie wurden in Umlauf gebracht und werden in erster Linie benutzt von Fernseh-, Radio- und ZeitungsjournalistInnen, von PolitikerInnen und PolitikwissenschaftlerInnen. Man darf davon ausgehen, dass sie diese Wörter wählen, obwohl oder gerade weil sie wissen, dass sie vom Lateinischen populus (= Volk) stammen.
Jürgen Buxbaum

Der schlauste Weg, Menschen passiv und folgsam zu halten, ist, das Spektrum akzeptierter Meinungen strikt zu limitieren, aber innerhalb dieses Spektrums sehr lebhafte Debatten zu erlauben.
Noam Chomsky

  Verleumdung

Journalismus: Organisierte Verleumdung.
Oscar Wilde

Die tyrannische Herrschaft, die der Journalismus sich über das Privatleben des Einzelnen anmaßt, scheint mir ganz außerordentlich. Das Publikum ist eben von unersättlicher Neugier erfüllt, alles zu wissen außer dem, was wissenswert ist.
Oscar Wilde

Früher kam man an den Pranger, heute in die Zeitung.
Carmen Sylva

Die Medien sind wie ein moderner Pranger.
Oskar Lafontaine 

Die Medien sind die wichtigste Institution der Welt. Sie haben die Macht, aus Unschuldigen Schuldige und aus Schuldigen Unschuldige zu machen.
Malcolm X.

  Unwahrhaftigkeit

Ich habe mir die Zeitungen vom vorigen Jahr binden lassen. Es ist unbeschreiblich, was für eine Lektüre dieses ist: 50 Teile falsche Hoffnung, 47 Teile falsche Prophezeiung und 3 Teile Wahrheit. Diese Lektüre hat bei mir die Zeitungen von diesem Jahre sehr herabgesetzt; denn ich denke: Was diese sind, das waren jene auch.
Georg Christoph Lichtenberg

Bei einer Zeitung stehen die einzigen Wahrheiten, auf die du vertrauen kannst, in den Anzeigen.
Thomas Jefferson

Die Zeitungen sind der Sekundenzeiger der Geschichte. Derselbe aber ist meistens nicht nur von unedlerem Metalle als die beiden anderen, sondern geht auch selten richtig.
Arthur Schopenhauer

Wahr ist natürlich nicht, was geschieht, sondern wie es am nächsten Tag in der Zeitung geschildert wird.
Hugo Sonnenschein

Manche Zeitungen lügen so geschickt, dass noch nicht einmal das Gegenteil dessen, was in ihnen steht, wahr ist.
Konrad Adenauer

Schon in jungen Jahren habe ich bemerkt, dass über kein Ereignis jemals korrekt in der Zeitung berichtet wird.
George Orwell

Das größte Problem des Journalismus liegt darin, einem Auflageninstinkt ohne Rücksicht auf Wahrheit und Gewissen zu widerstehen.
Joseph Pulitzer

Hat der Journalist erst einmal den Idealismus, das Engagement und die Wahrheitsliebe verloren, bieten sich ihm tolle Karrieren in der PR, in der Werbung, als Kommunikationschef oder als Mediensprecher.
Gerhard Kocher

Ich wünschte Sie zu überzeugen, dass auch ein Journalist bedauern kann, Unwahres geschrieben zu haben.
Gustav Freytag

Diese zur Schau getragene Gutmütigkeit, die neue Bekanntschaften verführt und keine Treulosigkeit hindert, die alles erlaubt und alles rechtfertigt, die bei einer Kränkung lautes Geschrei ausstößt und sie verzeiht, ist eine der Hauptkennzeichen der Journalisten.
Honoré de Balzac

Wartende Journalisten sind gefährlich, vergeblich wartende Journalisten sind noch gefährlicher. Am gefährlichsten aber sind vergeblich wartende Journalisten, die untereinander Informationen austauschen.
Winston Churchill

Nichts gegen so manchen entdeckerischen Journalisten . . . Aber doch einiges gegen die Rotten der Fernfuchtler, welche ihren Schreibberuf mit dem eines Richters oder gar mit der Rolle eines Demagogen verwechseln.
Peter Handke

  Übertreibung

Ich habe in meiner Zeit als Journalist gesehen, wie man mit geschickten Übertreibungen Themen regelrecht „machen“ konnte – und wie andere noch eins draufsetzten.
Matthias Horx

Dass die Presse dabei ist, macht das Böse zu einer furchtbaren Macht. Dass ein einziger Mensch jeden achten Tag oder jeden Tag in einem Nu 40.000 oder 50.000 Menschen dazu bringen kann, dasselbe zu sagen und zu denken - das ist entsetzlich. Und die Schuldigen kann man niemals persönlich fassen; und die Tausende, die er gegen einen hetzt, sind in gewissem Sinne unschuldig. Wehe, wehe, wehe über die Tagespresse! Käme Christus in die Welt: so wahr ich lebe, er nähme sich zum Ziel nicht die Hohenpriester - sondern die Journalisten.
Sören Kierkegaard

Wenn ich Vater wäre und eine Tochter hätte, die verführt würde, über sie wollte ich nicht verzweifeln; ich würde auf ihre Rettung hoffen. Aber wenn ich einen Sohn hätte, der Journalist würde und während fünf Jahren es bliebe, ja ihn würde ich aufgeben.
Sören Kierkegaard

  Vereinfachung und Klischeebildung

Während die Zusammenhänge in der Welt zunehmend komplexer werden, verlangen und produzieren auf Spannung ausgerichtete Medien Einfachstlösungen im Halbminutentakt.
Horst Telschik

Die Medien überschwemmen uns täglich mit Inkarnationen aller nur denkbaren hassenswerten Menschentypen: Diktatoren, Folterknechte, Playboys, Bandenchefs, Banditen, Diebe. Sie haben unverantwortlicherweise die Sicherheitszone zwischen Phantasie, Schein und Wirklichkeit eingerissen, und wir benehmen uns nur noch wie Affen, die alles nachahmen.
Yehudi Menuhin

Ich glaube, dass durch die emotionale und völlig einseitige Berichterstattung der Medien, vor allem des Fernsehens, ein gewaltiger Meinungsdruck… hergestellt wird. Ich habe den Eindruck, die allermeisten trauen sich vermutlich gar nicht mehr, ihre Ängste und Meinungen offen auszusprechen. Ich kann nur eines sagen: Es gibt eine ganz große unterdrückte Wut und einen ganz großen Frust ...
Thilo Sarrazin

  Erzeugen von Scheinwelten

Zeitungen ersetzen das Leben. Deshalb ihre Popularität.
Stefan Napierski (1899-1940), polnischer Dichter, Übersetzer und Essayist jüdischer Herkunft

Früher kamen die Ereignisse in die Zeitung; heute werden die Ereignisse von der Zeitung ereignet.
Kurt Tucholsky

Zudem ist die virtuelle Welt, in der wir angeblich den Rest unseres Lebens surfend und frohlockend verbringen, nur mäßig attraktiv. Sie riecht nicht gut und fühlt sich nicht attraktiv an. Sie macht Kopfschmerzen und schwindelig.
Mathias Horx

  Hörigkeit gegenüber Mainstream und Zeitgeist

Wir brauchen keine Zensur der Presse. Wir haben eine Zensur durch die Presse.
Gilbert Keith Chesterton

Sicher ist auch Ihnen schon einmal aufgefallen, dass unsere Journalisten eine Art Schwarmverhalten haben. Sie bilden Cluster um bestimmte Themen, die gerade aktuell sind und an die Oberfläche kommen. Auf diese Themen stürzen sich einvernehmlich alle, während andere Themen, die nicht im Trend der Zeit liegen, unbeachtet bleiben.
Dirk Ippen

Es gibt dazu manchmal ein unausgesprochenes „Schweigekartell“,ein schuldiges Schweigen über bestimmte, unerwünschte Themen.
Dikr Ippen

Die größte Gefahr für die gelebte Pressefreiheit aber kommt von innen her. Ich meine den Hang zum Konformismus und zu einer gewissen Hörigkeit gegenüber dem jeweiligen Zeitgeist.
Dirk Ippen

Die Naivität, mit der manche Menschen in diesem Lande Politik machen, wird nur noch übertroffen von der Naivität, mit der manche Menschen dann darüber schreiben.
Robert Lembke

Wir leben im Zeitalter der Verschwommenheit und Verwirrung. Dagegen anschreiben wird zur großen Überlebensfrage für die Printmedien.
Thomas Kielinger

  Berichterstattung über die katholische Kirche und Christen weltweit

Und dann sind da noch die Jugendlichen auf dem Kirchentag oder dem Weltjugendtag, die von Journalisten gefragt werden, ob sie nicht doch wegen etwas anderem kommen. Leute, die beten, sind seltene Vögel.
[Die christliche Glaubenswelt ist den Journalisten oft fremd (geworden).]

Bernhrd Meuser

* Du kannst heute als Journalist völlig unvorbereitet jedes Interview zum Thema Katholische Kirche bestreiten, wenn du dir drei Begriffe merken kannst: Zölibat, Frauenordination, römischer Zentralismus. Wenn du diesen Kram als Themen aus dem „Reformstau“ verkaufst, darfst du dich schon fortschrittlich fühlen.
Peter Seewald

Wird das menschliche Leben an seinem Beginn einmal dem Belieben des Einzelnen preisgegeben, dann gibt es keinerlei logischen Grund mehr, dass die Gesellschaft künftig das Lebensrecht von Behinderten, unheilbar Kranken und "nutzlosen" Alten respektierte. Eine geschickte und fortdauernde Kampagne der Massenmedien, welche die öffentliche Meinung manipuliert, genügt dann, um morgen das ganze moralische Erbe wegzufegen, das uns das Evangelium gebracht hat und das die Grundlage der Zivilisation ist. Wir haben die Pflicht, gegen Wind und Wellen jene Verwirrung anzuprangern, die unaufhörlich gestiftet wird zwischen dem Recht, das eigene Leben in die Hände zu nehmen, und dem Recht, das Leben es anderen in die Hände zu nehmen.
Léon-Joseph Suenens

Die Information, die uns das kommerzielle deutsche Fernsehen bietet, ist mediale Christenverfolgung.
Gerd Bacher

Die beiden christlichen Volkskirchen sind nach wie vor Riesen in der Gesellschaft, aber sie sind medial zu Zwergen verkommen.
Klaus Kelle

Ich habe im Pressearchiv aller wichtigen deutschen Zeitungen und Zeitschriften nach Artikeln gesucht, in denen das Wort “Christenverfolgung” vorkommt. Und zwar in den letzten beiden Jahren. Ich fand 60 Artikel. Auf das Leiden der verfolgten Rohingya machten dagegen 350 Artikel aufmerksam. Und über tausend Artikel widmeten sich den Anfeindungen, denen Flüchtlinge aus mehrheitlich muslimischen Ländern in Deutschland ausgesetzt waren. Ich will deren Nöte nicht kleinreden, auch sie verdienen unsere Anteilnahme. Aber bei einem Verhältnis von fast 20:1 gegenüber Berichten über das Leid von mehr als zweihundert Millionen Christen muss man von einem eklatanten Missverhältnis reden.
Manfred Spieker

Medien verschweigen Krieg gegen Christen.
Anstatt auf die aufgeblähten Märchen von einer westlichen Islamophobie hereinzufallen, sollten wir uns gegen die Christophobie zur Wehr setzen, die die muslimische Welt infiziert.
Ayaan Hirsi Ali

Seit Jahrzehnten vom wachsenden Wohlstand verwöhnt sowie von gleichgeschalteten Medien eingelullt und ruhig gestellt, sind wir Christen im Westen besonders in Gefahr, die auf uns zukommende Herausforderung zu übersehen oder zu verdrängen.
Vladimir Palko

Was die Sehnsüchte anbelangt, so sind wir Journalisten, die wir im Durchschnitt nur 58 Jahre leben, damit üppig ausgestattet; denn ob wir's zugeben oder nicht: Unsere Seelen sind wund. Auch in den Redaktionen hat sich herumgesprochen, dass die materialistische Weltanschauung hoffnungslos gescheitert ist. Natürlich geben wir unsere Sehnsüchte nicht offen zu. Da wir Journalisten die Quintessenz aller Wirklichkeit sind, liegen wir in ständigem Konflikt zwischen unserer Neugier und jenem Aspekt der Ursünde, die die Menschheit seit Adams Zeiten begleitet: Wie die ersten Menschen (Gen 3,8) verstecken wir uns vor Gott; wie der Vogel Strauß, der seinen Kopf in den Sand steckt, tun wir dann, als wäre Gott nicht da. Das Bedürfnis, Gott zu negieren, ist uns angeboren, es ist Teil unserer Natur.
Uwe Siemon-Netto

Wir Journalisten mögen Zyniker sein, aber so dumm sind wir nicht, dass uns Inkompetenz nicht auffiele. Wir, die wir die Nöte der Welt täglich unmittelbar erleben, haben keinen Bedarf für Pfarrer, die von der Kanzel mitteilen, was wir selbst viel besser - und korrekter formulieren können. Wir haben keinen Bedarf für klerikale Lösungsangebote auf Stammtischniveau.
Uwe Siemon-Netto

  Political Correctness

In jüngster Zeit nimmt der gesellschaftliche Druck noch zu, sich konform zu verhalten und das ist das Allergefährlichste. Ich meine den Begriff der sogenannten „Political Correctness“. Ursprünglich hatte er seine Berechtigung als eine Ausgrenzung von Dingen, die unanständig sind oder die Grenzen einer normalen Beurteilung überschreiten. Heute wird dieser Begriff aber immer mehr verwendet, um unliebsame Meinungen von vornherein als unmöglich hinzustellen oder auszugrenzen.

In den 52 Jahren, die ich in Washington verbrachte, sah ich viele Veränderungen, aber es gibt eine Veränderung, die alle anderen in ihrer Wichtigkeit in den Schatten stellt und das ist die Tatsache, dass wir im eigentlichen Sinne keine freien Medien mehr haben. Und das ist wichtig! Es könnte nicht schwerwiegender sein.
Ray McGovern

Bei den Medien müssen wir mehr denn je darauf achten, dass sich eine freie Presse durch Kritikfähigkeit und nicht durch vorauseilende politische Hörigkeit auszeichnet.
Werner Münch

  Verzerren, Verdrehen und Verschweigen

Es ist eine beliebte Manier der herrschenden Zeitungsschreiberei, solche Tatsachen oder Erscheinungen im öffentlichen, sozialen oder kirchlichen Leben, die gewissen Parteien nicht in den Kram passen, entweder möglichst kurz und oberflächlich abzutun oder gar sie so schief zu drehen und zu zerren, dass jedenfalls die Sache dadurch aus ihrem wahren und natürlichen Lichte hinausgerückt wird, oder auch sie völlig zu ignorieren, was man die Manier des „Totschweigens“ nennt.
Adolf Kolping

Es ist jedem erlaubt, zu sagen, was er will; aber es steht der Presse frei, davon Kenntnis zu nehmen oder nicht. Sie kann jede Wahrheit zum Tode verurteilen, indem sie ihre Vermittlung an die Welt nicht übernimmt. Es ist die furchtbare Zensur des Schweigens, die umso allmächtiger ist, als die Sklavenmasse der Zeitungsleser ihr Vorhandensein gar nicht bemerkt .... An die Stelle der Scheiterhaufen tritt das große Schweigen. Hier erfahren die Leserscharen nur noch, was sie wissen sollen. Das ist das Ende der Demokratie.
Oswald Spengler

Die Presse lebt sowohl vom Erhellungs- als auch vom Entstellungs-Journalismus.
Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger

Schlimm ist nicht, was die Journalisten schreiben. Schlimm ist, was sie nicht schreiben.
Gerhard Kocher

  Besserwisserei, Eitelkeit und Arroganz

Der Historiker ist nicht immer ein rückwärts gekehrter Prophet, aber der Journalist ist immer einer, der nachher alles vorher gewusst hat.
Karl Kraus

Ein Journalist ist jemand, der nachmittags in einem Artikel die Patentlösung für ein Problem vorstellt, von dem er morgens noch nie etwas gehört hatte.
Gerhard Kocher

Wartende Journalisten sind gefährlich. Vergeblich wartende Journalisten sind doppelt gefährlich. Am gefährlichsten sind vergeblich wartende Journalisten, die untereinander Informationen austauschen.
Malcolm Muggeridge

Journalisten: Leute, die glauben, dass ein Bericht besser wird, wenn sie ihn Report nennen.
Helmut Qualtinger

In früheren Zeiten hatten die Menschen die Zeitung noch vor sich, wenn sie sie mitnahmen zur Toilette. Kurze Zeit später hatten sie sie dann hinter sich!
Willy Meurer

Interview: im Zeitungswesen eine Beichte, bei der abgefeimte Unverschämtheit törichter Eitelkeit und Ruhmsucht das Ohr leiht.
Ambrose Gwinnet Bierce

Publizität ist die journalistische Dimenesion des Ruhms.
Helmar Nahr

Der Journalist liest in der druckfrischen Zeitung zuerst seinen eigenen Artikel; der Sportler sucht den Bericht über seine Mannschaft. Nicht, was wir nicht wissen, interessiert uns am meisten, sondern was uns betrifft.
Peter Hohl

Publizität ist die journalistische Dimension des Ruhms.
Helmar Nahr

  Zwischen Berufung und verfehltem Beruf

Wenn der heilige Paulus heute lebte, würde er Journalist sein.
Désiré-Joseph Mercier

Wie wird man Journalist? Man wird Journalist durch innere Berufung, weil man es werden muss. Und man kann es werden: durch Ermunterung. Die bleibt meistens aus.
Kurt Tucholsky

Bevor ich Redakteur wurde, dachte ich, alle Journalisten seien besonders kluge, kreative, hilfsbereite und mutige Menschen. Mit zunehmendem Alter erkenne ich: Das war mein größter Irrtum.
Ernst Probst

Der Journalist. Warum er just diesen Beruf erwählt hat? Weil er alle anderen verfehlt hat.
Karl Kraus 

Sie haben nicht einen Gedanken, doch sie sind in der Lage, ihn zu Papier zu bringen – so wird man Journalist.
Karl Kraus

Journalisten: Leute, die ein Leben lang darüber nachdenken, welchen Beruf sie eigentlich verfehlt haben.
Mark Twain

Kein Mann hat irgendeinen wirklichen Erfolg auf dieser Welt, wenn er nicht Frauen hat, die ihn fördern, und Frauen beherrschen die Gesellschaft. Haben Sie keine Frauen auf ihrer Seite, ist es mit ihnen aus und vorbei, dann kann er gleich Advokat oder Börsenspekulant oder Journalist werden.
Oscar Wilde 

Wer keiner neuen Gedanken fähig ist, will wenigstens neue Worte zu Markte bringen, und jeder Tintenkleckser hält sich berufen, die Sprache zu verbessern. Am Unverschämtesten treiben es die Zeitungsschreiber, und da ihre Blätter vermöge der Trivialität ihres Inhalts das allergrößte Publikum, ja ein solches haben, das größtenteils nichts anderes liest, so droht durch sie der Sprache große Gefahr
Artur Schopenhauer

Geständnis eines Journalisten oder Schriftstellers: Wenn ich etwas anderes tun könnte als schreiben, würde ich es tun.
Walter Ludin

  Abhängigkeit und Käuflichkeit

Der Zeitungsschreiber selber ist wirklich zu beklagen. Gar öfters weiß er nichts, und oft darf er nichts sagen.
Johann Wolfgang von Goethe

Wir haben ganze, große Klassen von Männern, die sich prostituieren: z.B. Dramatiker und Journalisten, zu denen ich selber gehöre, ohne die Legion von Advokaten, Ärzten, Geistlichen und Tribünenpolitikern zu erwähnen, die ihre Fähigkeiten täglich dazu benützen, ihre wahren Empfindungen zu belügen: eine Sünde, die, verglichen mit der einen Frau, die die Nutznießung ihrer Person für einige Stunden verkauft, zu gering ist, um auch nur erwähnenswert zu sein; denn reiche Männer ohne Überzeugung sind gefährlicher für die Gesellschaft als arme Frauen ohne Keuschheit.
George Bernard Shaw

Welches Blatt wäre heute reich genug, seinen Redakteuren eigene Meinungen gestatten zu können, und welches Gewicht könnten diese Meinungen bei Lesern haben, die nur unterrichtet oder unterhalten werden wollen und die hinter jeder Empfehlung eine Spekulation wittern?
Gustave Le Bon

Eine freie Presse kann gut oder schlecht sein, aber eine Presse ohne Freiheit kann nur schlecht sein.
Albert Camus

Ein kleines Blatt hat seiner Konstruktion nach nicht jene Bindungen, unter denen die große Presse zu ihrem Schaden zu leiden hat.
Kurt Tucholsky

Journalisten sind Leute, die über Aktuelles unbefangen schreiben und über bürgerliche Ehren spotten. Dann werden sie Publizisten, schreiben über Ewiges bedeutsam und nehmen bürgerliche Ehren an.
Johannes Gross

Denn die, die wir leben um zu gefallen müssen gefallen um zu leben.
Samuel Johnson

Unter Journalisten ist ein Ehrenmann, wer sich die Meinung die er vertritt, bezahlen lässt, und der ist ein Schurke, den man dafür bezahlt, eine Meinung zu haben, die er nicht hat.
Edmond und Jules de Goncourt de Goncourt

Wenn ein Mann für Geld geistige Arbeit, insbesondere Zeitungsarbeit leistet, dann ist dies absolute Prostitution.
Leo Tolstoi

Die Prostitution des Leibes teilt mit dem Journalismus die Fähigkeit, nicht empfinden zu müssen, hat aber vor ihm die Fähigkeit voraus, empfinden zu können.
Karl Kraus

Die Verfasser von Leserbriefen in Zeitungen und Zeitschriften sind oft mutiger in ihren Aussagen als die Journalisten. Kein Wunder: Sie müssen keinen Verleger, keinen Chefredakteur, keine Lobby und keine Anzeigenkunden fürchten.
Ernst Probst

Alle Welt klagt über den Journalismus und jedermann möchte ihn für sich benutzen.
Gustav Freytag

Politiker und Journalisten sind auf seltsame Art und Weise von einander abhängig, trotzdem hassen sie einander.
Arnold Bennett

Die Presse, dieser unaufhörliche Regen, der alles verwäscht, aber auch zum Überschwang führen kann, ist der größte Feind der geistigen Selbständigkeit, unkontrollierbar, vom Geld gekauft, dem Geld verklaut. [verklauen = fest verbinden]
Jakob Boßhart

So etwas wie eine freie Presse gibt es nicht. Sie wissen es und ich weiß es. Nicht einer unter Ihnen würde sich trauen, seine ehrliche Meinung zu sagen. Die eigentliche Aufgabe des Journalisten besteht darin, die Wahrheit zu zerstören, faustdicke Lügen zu erzählen, die Dinge zu verdrehen und sich selbst, sein Land und seine Rasse für sein tägliches Brot zu verkaufen. Wir sind Werkzeuge und Marionetten der Reichen, die hinter den Kulissen die Fäden in der Hand halten. Sie spielen die Melodie, nach der wir tanzen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unser Leben befinden sich in den Händen dieser Leute. Wir sind nichts weiter als intellektuelle Prostituierte.
John Swinton

Mit einer Zeitung, die ausschließlich politisch Vorgeschriebenes bekömmlich aufbereitet, lässt sich der Ofen auch gut heizen.
Stefan Rogal

Die Zeitung kann ungeheure Wirksamkeit haben - aber nicht gegen den Inserenten.
Kurt Tucholsky

In jedem Zeitungsverlag genießt nur einer volle Pressefreiheit: der Verleger.
Ernst Probst

Staatliche Presse und Fernsehen unterstehen dem Staat, private deren Besitzern. Beide sind also abhängig. Kann man von abhängigen Journalisten unabhängige Meinungen erwarten?
Werner Braun

Wie mutig würden die Journalisten gegen die Tabakseuche ankämpfen, wenn ihr Blatt keine Tabakwerbung hätte.

Journalisten, die Zugang zu hochrangigen Quellen in der Regierung und Wirtschaft haben, müssen sich deren Gunst versichern, indem sie alles Mögliche über sie oder ihre Organisation berichten. Andernfalls riskieren sie, diese Quellen zu verlieren. Als Gegenleistung für ihre Loyalität erhalten die Quellen gelegentlich gute Geschichten, werden Informationen an sie verraten, und erhalten sie spezielle Interviews. Inoffizielle Informationen oder "Leaks" erhalten den Eindruck eines investigativen Journalismus, obwohl sie oft nur strategisches Manöver derjenigen sind, die die Macht in Händen halten.
Ricci

Unterschlagen Journalisten bestimmte Informationen, obwohl es keine politischen oder militärischen Zensurvorschriften gibt, wird dies als Selbstzensur bezeichnet. Gründe können zum Beispiel die wirtschaftliche Abhängigkeit eines Mediums von seinen Inserenten oder eine direkte Bestechung oder Begünstigung sein. Viel häufiger allerdings ist eine Berichterstattung, die wichtige Aspekte bewusst ausblendet, auf die Angst der Journalisten zurückzuführen, sich durch das Vertreten unpopulärer Ansichten Karrierechancen zu verbauen. Hinzu kommt, dass Journalisten oftmals wegen ihrer eigenen patriotischen Einstellungen und Meinungen die Realität nur einseitig wahrnehmen. In Kriegszeiten orientieren sich Medienmacher bei ihrer Berichterstattung teilweise an offiziellen Regierungsquellen. Die Position der Regierung wird übernommen, nur selten wird über Kriegsgegner berichtet. Die durch die Regierung geprägte kriegsbefürwortende nationale Einstimmigkeit wird auf diese Weise sogar noch verstärkt…Eine Mischung aus Wahrheit, Halbwahrheiten und Lüge ist eine beliebte Methode, um die Meinung möglichst vieler Menschen langfristig und unbemerkt zu beeinflussen. In Kriegszeiten lassen sich Informationen nur schwer oder gar nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. Das macht es für kriegführende Parteien einfach, die Öffentlichkeit durch Streuung falscher Informationen auf Kriegskurs zu bringen. Um die Menschen davon zu überzeugen, dass eine Lüge wahr ist, muss sie nur stetig wiederholt werden. Als wirksam erweist sich dabei auch der Einsatz besonders vertrauenswürdig erscheinender Personen.
anonymus

  Unwissenheit und Halbwissen

Indem er uns die Meinung der Ungebildeten gibt, hält uns der Journalismus in Verbindung mit der Unwissenheit der Gemeinschaft.
Oscar Wilde

Journalist ist, wer über Dinge, die er nicht versteht, kompetent zu schreiben weiß.
Charles Tschopp 

Politiker und Journalisten teilen sich das traurige Schicksal, dass sie oft heute schon über Dinge reden, die sie erst morgen ganz verstehen.
Helmut Schmidt

  Indiskretion

Mit Zeitungen, selbst den wohlgemeintesten, kann und darf ich mich nicht einlassen...
Friedrich Nietzsche

Jeder Politiker kennt einen Journalisten, auf dessen Indiskretion er sich verlassen kann.
Robert Lembke

Journalisten: Wegelagerer und Indiskretins.
Helmut Schmidt

  Katholische Kirche und Medien

Der politische Bedeutungsverlust des Katholizismus in Deutschland ist evident. Vor allem in Fragen der Bio-Ethik ist der Einfluss der katholischen Kirche seit dem Ende der Regierung Kohl rapide geschwunden. Das hat verschiedene Ursachen. Zum einen ist unter der Merkel-Regierung die politische Rolle der katholischen Kirche erheblich geschrumpft. Und die meisten Bischöfe halten sich in den umstrittenen Fragen vornehm-diplomatisch zurück - oder finden keinen Zugang zu den Massenmedien. Zum anderen ist der soziale und politische Katholizismus, repräsentiert durch die Vereinigungen der Laien, in seinem Bewegungscharakter stark reduziert. Der Rückgang der katholischen Verbände wirkt sich negativ auf die praktische Vermittlung der katholischen Moral- und Soziallehre aus.
Wolfgang Ockenfels

Christsein besteht nicht darin, von der Mehrheit oder öffentlichen Meinung anerkannt zu sein, das Wohlwollen der Mächtigen und der Medien zu genießen, sondern das eigene Leben gemäß der Wahrheit Jesu Christi auszurichten.
Ralph Weimann

Es ist dringend notwendig, dass alle, Bischöfe, Priester und Laien, sich nicht beeindrucken lassen von üblen Plädoyers, Theateraufführungen, teuflischen Lügen und modischen Verirrungen, die den priesterlichen Zölibat entwerten wollen.
Robert Sarah

  Moralische Laxheit

Was den modernen Journalismus angeht, so ist es nicht meine Aufgabe, ihn zu verteidigen. Er rechtfertigt seine Existenz nach dem großen Darwinschen Prinzip vom Überleben der Niedrigsten.
Oscar Wilde

Ach, die sittenlose Presse! Tut sie nicht in früher Stund all die sündlichen Exzesse schon den Bürgersleuten kund?!
Wilhelm Busch

Journalisten laufen Gefahr, krank zu werden, weil sie allzu gern im Kot wühlen. Und so befördern sie die Aufnahme dieses Kots, was eine Sünde ist.
Franziskus

  Opportunismus und Konformismus

Sag mir, warum dich keine Zeitung freut? Ich liebe sie nicht, sie dienen der Zeit.
Johann Wolfgang von Goethe

Ein Journalist schmiert der Person, die er interviewt, notwendigerweise Honig ums Maul, indem er sagt, sie sei etwas ganz außergewöhnliches, usw.
Norman Mailer

Wenn Journalisten sich zu sehr zu Anwälten des allgemeinen Anspruchsdenkens machen, dann werden sie am Ende leicht nur noch Anwälte der Unzufriedenheit sein.
Werner Münch

Viele Rezensenten und Journalisten sind wie Kakadus: Sie ziehen die Klauen ein, wenn sie gefüttert werden, und drücken ein Auge zu, wenn sie zu trinken bekommen.
Moritz Gottlieb Saphir

Journalisten sind wie Hunde, immer, wenn sich etwas bewegt, fangen sie an zu bellen.
Arthur Schopenhauer

Ein Journalist bekommt für die Lösung eines Problems nicht mehr bezahlt als für die Formulierung. Deshalb stellt er die Behauptung auf und läuf der Lösung davon.
George Bernard Shaw

Ich schlage gewissen Zeitungen folgende Beschwichtigungsphrase vor: "Die Verhältnisse sind durchaus nicht so schlimm, als jene behaupten, die darunter leiden."
Otto Weiss

Es ist eine bittere Ironie des Quellen-Journalismus … dass die meisten verehrten Journalisten genau gesehen die unterwürfigsten sind. Denn indem sie sich für die Mächtigen nützlich machen, erhalten sie den Zugang zu den „besten“ Quellen.
Noam Chomsky

  Zerstörerischkeit

Jedes Volk muss einmal die Fensterscheiben bezahlen, die seine Presse einschlägt.
Otto von Bismarck

Die Menschheit kann an jedem Tage und vor jeder Zeile sehen, dass sie verloren ist, wenn sie sich dem Journalismus ausliefert.
Karl Kraus 

Der Journalismus dient nur scheinbar dem Tage. In Wahrheit zerstört er die geistige Empfänglichkeit der Nachwelt.
Karl Kraus

  Pressefreiheit

Religionsfreiheit, Freiheit der Presse, Freiheit der Person unter der habeas corpus Akte, Prozesse vor unparteiisch erwählten Geschworenen - diese Grundsätze bilden das strahlende Sternbild, das unsere Schritte durch ein Zeitalter von Revolution und Reform geleitet hat.
Thomas Jefferson

Will man sich der unschätzbaren Wohltaten der Pressefreiheit erfreuen, muss man bereit sein, die unvermeidlichen Übel, die sie hervorruft, hinzunehmen.
Alexis de Tocqueville

Zensur und Pressefreiheit werden immerfort miteinander kämpfen. Zensur fordert und übt der Mächtige, Pressefreiheit verlangt der Mindere. Jener will weder in seinen Planen noch seiner Tätigkeit durch vorlautes widersprechendes Wesen gehindert, sondern gehorcht sein; diese wollen ihre Gründe aussprechen, den Ungehorsam zu legitimieren.
Johann Wolfgang von Goethe

Presse, du bist wieder frei. Jeder wünscht die Freiheit sich, andre brav zu pressen.
Johann Wolfgang von Goethe

Solange ihr Ton nicht beleidigend ist, darf die Kritik nicht unterdrückt werden, ob sie sich gegen den Herrscher oder gegen den einfachsten Untertanen richtet, und dies ohne Rücksicht darauf, ob der Autor namentlich zeichnet oder nicht; sie darf aber vor allem nicht verboten werden, wenn der Autor mit seinem Namen für die Wahrheit seiner Behauptungen bürgt. Wer die Wahrheit liebt, kann sich über die Kritik nur freuen. Wenn sie falsch ist, stürzt sie von selbst zusammen; wenn sie berechtigt ist, können wir daraus nur unseren Nutzen ziehen.
Joseph II. von Habsburg

Unsere Republik und unsere Presse werden gemeinsam aufblühen oder untergehen.
Joseph Pulitzer

Wir fordern Rede- und Pressefreiheit, obwohl wir nichts zu sagen haben und nichts, das wert wäre, gedruckt zu werden.
Khalil Gibran

Das freie Wort und die freie Schrift dienen dem Frieden nicht, wenn sie im Parlament zur gegenseitigen Beschimpfung, in der Presse zu ständiger Verdächtigung von Männern und von Parteien führen.
Alfred Grosser

Die Verhältnisse sind dort am besten geordnet, wo die Journalisten alles schreiben können, was sie wollen, und wo die Politiker nicht alles machen, was die Journalisten schreiben.
Manfred Rommel

Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, Artikel 10

  Zensur

Wir können nie sicher sein, dass die Ansicht, die wir zu unterdrücken suchen, falsch ist; auch wenn wir sicher sein könnten, wäre die Unterdrückung immer noch ein Übel.
John Stuart Mill

Die Sprache der erzürnten Impotenz. Zensur.
Georg Christoph Lichtenberg

Und wissen wir nicht aus der Erfahrung, dass in Ländern, wo eine so willkürliche Zensur herrscht, gerade die vortrefflichsten Bücher die ersten sind, die in den Index prohibitorum gesetzt werden?
Christoph Martin Wieland

Zensur und Pressefreiheit werden immerfort miteinander kämpfen. Zensur fordert und übt der Mächtige, Pressefreiheit verlangt der Mindere. Jener will weder in seinen Planen noch seiner Tätigkeit durch vorlautes widersprechendes Wesen gehindert, sondern gehorcht sein; diese wollen ihre Gründe aussprechen, den Ungehorsam zu legitimieren.
Johann Wolfgang von Goethe

Keine ängstlich furchtsame Zensur soll den allgemeinen Umlauf der Ideen verhindern.
Joseph Görres

Zensur ist eine Machtfrage der jeweils herrschenden Partei - Nichtzensur aber ist die Machtfrage des Geistes!
Fritz von Unruh

Es ist kein Zufall, dass immer da, wo der Geist als eine Gefahr angesehen wird, als erstes die Bücher verboten, die Zeitungen und Zeitschriften der Zensur ausgeliefert werden.
Heinrich Böll

Wir brauchen keine Zensur der Presse. Wir haben eine Zensur durch die Presse.
Gilbert Keith Chesterton

Zensur: Zutreffendes bitte streichen!
Hanns-Hermann Kersten

Man muss die Zahl der Gedanken derart vervielfachen, dass die Zahl der Wächter für sie nicht ausreicht.
Stanislaw Jerzy Lec

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten … Eine Zensur findet nicht statt.
Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, Artikel 5, Abs. 1

Ohne jede Zensur im Westen wird eine peinliche Auslese zwischen modernen Gedanken und unmodernen Gedanken vorgenommen, und letztere finden - auch ohne von jemandem verboten zu sein - einfach aufgrund jenes kleinkarierten Auswahlprinzips - keinen realen Weg in die periodische Presse, nicht in Bücher, noch die Möglichkeit von einer Lehrkanzel aus weitergegeben zu werden. Der Geist eurer Wissenschaftler ist recht frei - in der Praxis jedoch den Idolen der gegenwärtigen Mode angepaßt. Nicht durch eine unmittelbare Ausübung von Druck, wie im Osten, sondern durch dieses Auswahlprinzip der Mode, durch die Anforderung, dem Massenstandard Genüge zu leisten, werden die am besten selbständig denkenden Persönlichkeiten vom Beitrag zum gesellschaftlichen Leben ferngehalten, und es tritt das gefährliche Phänomen des Herdentriebes zutage, das eine wirkliche Entwicklung abschnürt.
Alexander Solschenizyn

  Kritischer Journalismus

Die Presse ist das stets wachende Auge, das stets lauschende Ohr, der stets redende Mund des Jahrhunderts; ihr Wort das einflußreichste des Tages. Leider machen von diesem Auge, Ohr, Mund nicht immer die Berufensten Gebrauch. Die Presse hat leider häufig schlechte Vertreter.
Hans Christoph Ernst von Gagern (1766-1852), deutscher Schriftsteller und Staatsmann

Journalismus ist etwas zu veröffentlichen, was andere nicht wollen, dass es veröffentlicht wird. Alles andere ist Propaganda.
George Orwell

Journalismus kann abdanken, wenn er harmlos wird.
Willy Brandt

Der Journalist ist der Verwalter der Utopie des Willens zur Gerechtigkeit.
Jean Ziegler

Das Problem sind nicht die kritischen Journalisten, sondern die netten.
Gerhard Kocher

Dafür sind Zeitungen bestellt, dass sie aussprechen, worüber alle einverstanden sind.
Joseph von Görres

Pressefreiheit nützt nur, wenn es unbequeme Journalisten gibt.
Gerhard Kocher

Die Presse hat auch die Aufgabe, das Gras zu mähen, das über etwas zu wachsen droht.
Alfred Polgar

Wer etwas zu sagen hat, was mehr als Parteipolitik ist, der findet dazu keine Presse im demokratischen Staat.
Silvio Gesell

  Zwischen Macht und Verantwortung

Vier feindselige Zeitungen sind meht zu fürchten als tausend Bajonette.
Napoleon I. Bonaparte

Die Tinte ist das fünfte Element und die Presse die Artillerie der Gedanken.
Karl Julius Weber

Die Deutschen haben das Pulver erfunden - alle Achtung! Aber sie haben es wieder gut gemacht: sie erfanden die Presse,
Friedrich Nietzsche

Die Presse ist die vierte Macht des Reiches. [neben Legisltive/Gesetzgebung, Judiktive/Rechtsprechung und Exekutive/Ver
Thomas Carlyle

Die wahre Kirche von England besteht zur Zeit aus den Herausgebern der Zeitungen, die wöchentlich und täglich dem Volke predigen.
Thoms Carlyle

Eine Zeitung dient unzweifelhaft der Menschheit als äußerst wichtiges Werkzeug der Kultur. Aber wenn man auch den Nutzen der Verbreitung vieles Wissenswerten und des Austausches der Gedanken und der Meinungen gerade durch die Zeitungen anerkennt, muss man dennoch mit dem Bewusstsein einer gewissen Furcht es erkennen, dass in der Tagespresse eine mysteriöse, verhängnisvolle, zersetzende Macht liegt, die auf der Menschheit lastet.
Konstantin Petrowitsch Pobedonoszew

Die Presse ist kein Ersatz für öffentliche Institutionen.
Walter Lippmann

Aller Journalismus muss einzig und allein darauf ausgehen, sich nützlich zu machen. Die Zeitungspresse ist eine große Macht, aber wie entfesselte Fluten ganze Landstriche unter Wasser setzen und Ernten verwüsten können, genauso dient eine unbeherrschte Feder nur der Zerstörung.
Mahatma Gandhi

Die Medien sind in den westlichen Ländern zur grössten Macht geworden; mächtiger als die Legislative, die Polizeigewalt und die Rechtsprechung.
Alexander Solschenizyn

Es ist wohl gerade in unserer aufgeregten Epoche mehr denn je nötig, den Blick aus den Tagesaffären hochzuheben und ihn von der Tageszeitung weg auf jene Zeitung zu richten, deren Buchstaben die Sterne sind, deren Inhalt die Liebe und deren Verfasser Gott ist.
Christian Morgenstern

Nichts ist verblüffender als die einfache Wahrheit, nichts ist exotischer als unsere Umwelt, nicht ist phantastischer als die Sachlichkeit. Und nichts sensationelleres gibt es in der Welt als die Zeit, in der man lebt.
Egon Ewin Kisch

Welche Journalisten ein Volk hervorbringt, ist heute ein wesentliches Moment seines Schicksals.
Karl Jaspers

Kein Journalist, kein Sozialwissenschaftler ist objektiv. Aber es besteht ein gewaltiger Unterschied zwischen denen, die selbstkritisch und selbsterzieherisch nach der Objektivität streben, und denen, die dies nich tun. Gerade die, die wissen, wie unvollständig ihre eigene Objektivität ist, sind dadurch fähig, die Dinge unvoreingenommener zu betrachten und zu beschreiben als diejenigen, die wähnen, objektiv zu sein.
Alfred Grosser

Diktatoren haben einen ökologischen, Papier sparenden Effekt. Sie lassen Journalisten und Schriftsteller zwischen den Zeilen schreiben.
Walter Ludin

Je freier eine Gesellschaft, desto interessanter sind ihre Zeitungen.
Edward Noles

Unter den Mächten, die eingesetzt werden können, wenn es gilt, den Völkerhass abzubauen, und einer friedlichen Verständigung der Völker den Weg zu bahnen, steht die Presse an erster Stelle.
Karl d'Ester (1881-1960), deutscher Zeitungswissenschaftler

Journalisten zu attackieren ist genauso sinnlos, wie gegen Frauen zu kämpfen.
Alexander Lebed

  Hetze und Kriegstreiberei

Die meisten Konflikte, welche die Welt im Laufe der letzten Jahrzehnten gesehen hat, sind nicht hervorgerufen worden durch fürstliche Ambitionen oder ministerielle Umtriebe, sondern durch leidenschaftliche Erregung der öffentlichen Meinung, die durch Presse und Parlament die Exekutive mit sich fortriss.
Bernhard von Bülow

Die nationale Presse nährt ein Kriegsfeuer, das bei jedem der leider so häufigen "Zwischenfälle" hell auflodert. Jeder gute Bürger ist sich darüber klar, dass es demnächst – aber wann? – … "losgehen" wird.
Carl von Ossietzky

Ebenso zufällig wie die Erfindung der Dampfmaschine kam es so zur Entdeckung der wichtigsten journalistischen Maxime - dass ein Herausgeber die Leute nur hinglänglich in Rage bringen muss, und schon schreiben sie kostenlos eine halbe Zeitung für ihn.
Gilbert Keith Chesterton

Wie wird die Welt regiert und in den Krieg geführt? Diplomaten belügen Journalisten und glauben es, wenn sie's lesen.
Karl Kraus

  Urteile über eine Zunft, die ja auch nicht gerade zimperlich mit anderen ist ;-)

Die Zeitungen hass' ich allermeist: Sie schwächen, sie verfaden den Geist. Es ist, als ob man täglich speise gemischten Salat "auf polnische Weise" oder - was noch schlimmer als dies – man hörte täglich Potpourris. Der einz'ge Trost, dass wir nicht sehn, wie diese Hochgenüsse entstehn.
Christian Morgenstern

Darum können Zeitungen so sehr schaden, weil sie den Geist so unsäglich dezentrieren, recht eigentlich zerstreuen.
Christian Morgenstern

Jede Zeitung gibt die Zeichen der schrecklichsten menschlichen Perversität: un tissu d'horreus. Mit diesem dégoûtant apéritif begleitet der zivilisierte Mensch die Morgenmahlzeit. Tout, en ce monde, sue le crime: le journal, la muraille et le visage de l'homme. Wie kann eine reine Hand ohne eine Konvulsion von Ekel ein Journal anrühren?
Friedrich Nietzsche

Seht mir doch diese Überflüssigen! Krank sind sie immer, sie erbrechen ihre Galle und nennen es Zeitung.
Friedrich Nietzsche

Die abscheulichste Sache in bewegten Zeiten ist die Lektüre alter Zeitungen. Was vor drei Wochen eine Nachricht war, ist heute ein zum Himmel schreiender Unsinn; was eine Behauptung war, ist heute eine Peinlichkeit; was ein Standpunkt war, ist vom Gegenteil abgelöst, was verehrt wurde, wird durch den Dreck gezogen. Es gibt kein ausdrucksvolleres Abbild der menschlichen Unbeständigkeit, Unwissenheit, Torheit, Albernheit, Charakterlosigkeit und Niederträchtigkeit, als es gerade Zeitungen darstellen.
Josef Capek

Liebe Zeitung, sei bescheiden, welch ein Schicksal musst du leiden: Heute beherrschst du die Welt komplett, morgen verstoßen sie dich aufs Klosett.
Heinrich Vierordt

Es ist unzulässig, dass Wissenschaftler Tiere zu Tode quälen. Lasst die Ärzte mit Journalisten und Politikern experimentieren!
Henrik Ibsen

Ich habe Journalisten nie gemocht. Ich habe sie alle in meinen Büchern sterben lassen.
Agatha Christie

* * *

  Globale Verbreitung von Unwichtigem und Unwerten

Sogar die Wellenbewegungen des Äthers hat man jenseits von Licht und Ton aufgefangen, und das Ergebnis: man überträgt über Tausende von Kilometern hin das Eselsgeschrei eines Hanswurstes.
Paul Claudel

Der Mensch spannt Telefondrähte quer durch die ganze Stadt und gibt keine Ruhe, ehe er nicht die ganze Welt in Rufweite hat. Das Radio, das keiner Drähte bedarf, reizt und verlockt zu noch mehr Geschwätz.
Helder Camara

Ich bin der Überzeugung, dass es kaum jemanden gibt, dessen Intimleben die Welt nicht in Staunen versetzte, wenn es übers Radio gesendet werden sollte.
William Somerset Maugham

Ich möchte nicht im Rundfunk sprechen, das ziemt sich nicht, wenn man den Menschen keine Bibel zu bieten hat.
Antoine de Saint-Exupéry

  Ablenkung und Flucht statt Selbstfindung und Selbsterkenntnis

Es fällt dem modernen Menschen schwer, alleine zu sein; auf den Grund seines eigenen Ichs zu steigen ist fast unmöglich für ihn. Sollte er aber doch einmal mit sich selbst im stillen Kämmerlein bleiben und gerade kurz vor der Erkenntnis Gottes stehen, dann macht er das Radio oder das Fernsehen an.
Ernesto Cardenal

Viele versuchen, die Leere, die sie empfinden, mit Essen, Radio, Fernsehen und ständigen äußerlichen Aktivitäten zu füllen. Doch diese Leere kann nur durch Gott gefüllt werden.
Mutter Teresa (Agnes Gonxha Bojaxhiu)

Morgens wird man von Radio geweckt und abends vom Fernsehen eingeschläfert.
Robert Lembke

Mehr Schwierigkeiten im sozialen Bereich führen zu mehr Medienkonsum und dieser wiederum führt zu mehr Schwierigkeiten im sozialen Bereich!
Manfred Spitzer

  Überflutung mit Werbung - der Homo consumens

Ein perfekter Werbeblock verfehlt im Fernsehen seine Wirkung, wenn er alle paar Minuten von einem unverständlichen Spielfilmteil unterbrochen wird.
Vicco von Bülow (Loriot)

Was gefällt Ihnen nicht im Fernsehen? Wenn die tollen und lustigen Werbeeinschaltungen von alten Spielfilmen unterbrochen werden.
Dieter Hallervorden

Die Abneigung gegen Fernsehwerbung wächst. Die Oberschicht ist durch Werbebotschaften immer schlechter anzutreffen, die sehen weniger, und sehr selektiv. Fernsehen wird zum Unterschichtsmedium.
Elisabeth Noelle-Neumann

Das Fernsehen verursacht eine Hörigkeit, die ökonomisch und politisch beliebig auszunutzen ist.
Neil Postman

Das amerikanische Fernsehen hat nur eine einzige Botschaft: dass Konsum der Königsweg ins Paradies ist.
Neil Postman

Das interaktive Netz wird der Markt in seiner vollkommensten Gestalt sein.
Bill Gates

  Geistig-moralische Ver(bl)ödung

Der Mensch - eine mobile Durchgangsstation für mediale Reize.
John Updike

Fernsehen ist ein Nullmedium, das für universelle Verblödung sorgt.
Hans Magnus Enzensberger

Wir verblöden in Deutschland. Es ist eigentlich kaum zu glauben, aber die Leute sind scheinbar genauso blöd, wie´s ihnen die Privatsender vormachen.
Götz George

Die zunehmende Niveaulosigkeit mancher TV-Unterhaltung macht mir Angst.
George Clooney

Früher hieß es: Macht das Fernsehen blöd? Heute machen Blöde Fernsehen.
Rudi Carell

Schwerlich lässt sich das politische Interesse übersehen, das den erhobenen Zeigefinger motiviert. Die Alphabetisierung bedrohte das Informationsprivileg der Gelehrten und Gebildeten, und jedes neue Medium gefährdete in den Augen der Obrigkeit die Moral der Untertanen. Von der Romanlektüre wurde bereits im 18. Jahrhundert mit denselben Argumenten gewarnt, die heute gegen das Fernsehen ins Felde geführt werden.
Hans Magnus Enzensberger

Fernsehen ist die Phantasie der Armen.
Wieslaw Brudzinski

Fernsehen - Rundfunk für Phantasielose.
Rudolf Rolfs

Was ist ein Fernsehgerät für einen Menschen, der nur seine Augen schließen muss, um die unzugänglichsten Regionen des Gesehen und Niegesehenen zu sehen, der sich nur vorstellen braucht, um durch die Wände zu dringen, und alle planetarischen Bagdads seiner Träume aus dem Staub erstehen zu lassen.
Salvador Dali

Fernsehen: durch die Augen direkt in den Bauch - unter Auslassung das Kopfes.
Günter Gaus

Die Leute sind inzwischen daran gewöhnt, Grenzüberschreitungen als Unterhaltung zu empfinden.
Thomas Gottschalk

Das Fernsehen macht die Klugen klüger und die Dummen dümmer.
Marcel Reich-Ranicky

Diese unendliche, ausweglose, schleichende Banalisierung und Trivialisierung des Fernsehens macht die Hirne total kaputt.
Roman Herzog

Kein Schwachsinn, keine Perversion, keine noch so abwegige Marotte, die nicht in extenso bunte Seiten und Bildschirme bevölkern würde.
Roman Herzong

Fernsehen ist so eine Art geistige Neutronenbombe. Das Gehirn wird weggestrahlt, aber der Kopf bleibt stehen.
Oliver Kalkofe

So ist das Leben: Wir gehen mit Elan und großen Erwartungen an den Start und landen schließlich in Filzpantoffeln im Fernsehsessel.
Franz Kamphaus

Was uns das Fernsehen zumutet, geht auf keine Netzhaut.
Hanns-Hermann Kersten

Fernsehunterhaltung ist die Kunst, die Spreu vom Weizen zu trennen und dann zu senden.
Robert Lembke

Fernsehen wurden nicht für Idioten erschaffen, es erzeugt sie.
Neil Postman

Problematisch am Fernsehen ist nicht, dass es uns unterhaltsame Themen präsentiert, problematisch ist, dass es jedes Thema als Unterhaltung präsentiert.
Neil Postman

Denken kommt auf dem Bildschirm nicht gut an, das haben die Programmdirektoren schon vor langer Zeit herausgefunden. Es gibt dabei nicht viel zu sehen.
Neil Postman

Beruhigungssendungen sorgen dafür, dass unser System funktioniert. Ich habe mal den Satz gelesen: "Ein Volk, in dem sich nicht zehn Millionen den 'Musikantenstadl' anschauen, ist unregierbar."
Harald Schmidt

Wir werden der Erfahrung und der Fähigkeit zur Stellungnahme beraubt.
Günther Anders

Nie wurde in so kurzer Zeit soviel Dummheit verbreitet wie heute.
Uwe Wirth

Wir leben in einem Zeitalter der Massenverblödung, besonders der medialen Massenverblödung.
Peter Scholl-Latour

  Belastungen durch Dauerberieselung bzw. Dauerkonsum

Das Radio ist eine Strafe Gottes.
Theodor Heuss 

Ich empfinde Arbeitsplätze mit Radio und/oder Fernsehberieselung ähnlich belastend wie Arbeitsplätze, in denen geraucht wird.
anonymus

  Abstumpfung durch Sex and Crime und alle möglichen Perversitäten

Aus einem Bericht der American Psychological Association geht hervor, dass ein Jugendlicher bis zu seinem fünfzehnten Lebensjahr durchschnittlich 8.000 Morde und 10.000 Gewaltakte gesehen und insgesamt mehr Stunden vor dem Fernseher zugebracht hat als in der Schule.
Marion Gräfin Dönhoff

Ein Durchschnittschüler in den USA hat nach zwölf Schuljahren nur 13,000 Stunden in der Schule verbracht, aber 25.000 vor dem Fernseher. In dieser Zeit hat er 32.000 Morde, 40.000 versuchte Morde und 200.000 Gewalttaten gesehen. Die vermüllten Landschaften in den Köpfen der Jugendlichen sind ähnlich zu behandeln wie der qualmende Schornstein.
Manfred Spitzer

Die Medien würden sofort einen großen Teil ihrer Bedeutung verlieren, wenn Seitensprünge von Politikern nicht mehr ehrenrührig wären.
John Osborne

Der Sprung von drei auf dreiunddreißig Programme wird möglicherweise den Appetit auf Bilder vergrößern, aber die Augen werden größer sein als der Magen, und dann wird's kommen: das Sodbrennen, vielleicht das Kotzen?
Heinrich Böll

50 Morde pro Woche auf der Mattscheibe sind kein Ausdruck zusätzlicher Freiheit.
Egon Bahr

Durch das Fernsehen wird kein Mensch, aber wahrscheinlich viel Geist getötet.
Alfred Biolek

Fernsehen: Unsern täglichen Mord gib uns heute.
Manfred Hinrich

Das Fernsehen brachte die Brutalität des Krieges in die Behaglichkeit des Wohnzimmers.
Herbert Marshall McLuhan

Wer sehr viel fernsieht, dem geht nichts mehr nah.
Waltraud Puzicha

Kinder lernen auch vor dem Fernsehschirm, dass andere Menschen geschlagen, getreten, abgeknallt werden "dürfen", sie lernen, dass Gewalt zum Leben gehört und dass die körperlich Starken oder brutaler Bewaffneten die Erfolgreicheren sind.
Johannes Rau

Das Erfolgsrezept einer TV-Sendung: aus dem Fernseher ein Schlüsselloch machen.
Hannu Pulkkinen

Die zeitgenössischen Kommunikationsmedien verleihen dem Schwachsinn ein unwiderstehliches Aussehen.
Nicolás Gómez Dávila

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die mediale Umweltverschmutzung, die da auf uns niederträufelt, der Weisheit letzter Schluss ist.
Dieter Wedel

Nicht gleichgültig werden. Es gehört zu den Gefahren unserer Kultur, dass wir durch die Massenmedien seelische Schocks bekommen und dann abgestumpft werden.
Anaïs Nin

Wenn mit schier grenzenlosen Exhibitionismus in billigen Talkshows und Pseudo-Gerichtsverhandlungen schon am Nachmittag die Hose herunter- und die Sau rausgelassen wird, auf niedrigstem Niveau Verbalschlachten über alle erdenklichen Untaten, moralische und sexuelle Schweinereien und Perversitäten zum voyeuristischen Vergnügen zelebriert werden, Brutalität, Sadismus und Horror ohnehin zur täglichen Unterhaltungskost gehören, ist es kein Wunder, wenn Kinder und Jugendliche seelisch und moralisch abstumpfen, Fiktion und Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden können und unsensibel für die Verletzbarkeit und Leiden anderer werden. So kommen ihnen die ethischen Maßstäbe abhanden, die aus uns Menschen soziale Wesen machen.
Joachim Kutschke

  Enfremdung des Menschen von seiner Umwelt

Jene fatale "Nähe" des Fernsehens, Ursache aus der angeblich gemeinschaftsbildenden Wirkung der Apparate, um die Familienangehörige und Freunde, die sich sonst nichts zu sagen wüSSten, stumpfsinnig sich versammeln, befriedigt nicht nur eine Begierde, vor der nichts Geistiges bestehen darf, wenn es nicht in Besitz verwandelt, sondern vernebelt obendrein die reale Entfremdung zwischen Menschen und zwischen Menschen und Dingen.

Fernsehen ist ein Unterhaltungsmedium, dass es Millionen Menschen erlaubt, gleichzeitig dem selben Witz zuzuhören und doch einsam zu bleiben.
Thomas Stearns Eliot

Die jungen Leute gehen nicht gern in den Wald, weil sie vor lauter Vogelgezwitscher das Kofferradio nicht mehr hören.
Michel Truaut

Der Verlust des körperlichen Kontaks mit der Natur könnte zusammen mit dem parallel dazu ablaufenden Verlust des symbolischen Kontakts mit der Natur über kulturelle Produktionen einen Teufelskreis in Gang setzen, der zu einer zunehmenden Verminderung des Interesses an der Natur und ihrer Wertschätzung führt.
Manfred Spitzer

Die Tatsache, dass man immer mehr im Radio beichtet und immer weniger in den Kirchen, scheint darauf hinzudeuten, dass die Werbung wertvoller ist als die Vergebung.
Philippe Bouvard

Fernsehen entfremdet. Es entfremdet schon dadurch, dass es die originäre Primärerfahrung durch immer perfektere Reproduktionen und somit durch Sekundärerfahrungen verdrängt. Vor allem aber entfremdet es als höchst effizientes Instrument der "Außenleitung"…
Eugen Biser

Wenn du mal fünft Minuten Zeit hast, weißt du, was du dann machen musst: mal nachdenken! Mal für Ruhe sorgen um dich herum. Radio und Recorder abstellen, Fernseher ausmachen, Zeitung weglegen. Ruhe schaffen, still werden, das Innere mit Scheigen füllen, den Puls des eigenen Herzens fühlen.
Phil Bosmans

Ein Mensch, der einen Berg besteigt, um den Sonnenuntergang zu sehen, sieht etwas ganz anderes als das, was einem Menschen, der in einem Sessel sitzt, in seinem Flimmerkasten gezeigt wird.
Gilbert Keith Chesterton

Es ist wunderbar, dass man im Fernsehen seine Defekte ausleben kann und dafür auch noch bezahlt wird.
Harald Schmidt

Weil das Leben, das man lebt, leer ist, braucht man es - und alles in ihm - mindestens zweimal: den Zweitfernseher, das Zweitauto, das Zweithaus, das Zweitstudium, die Zweitfrau oder den Zweitmann, das Zweitleben etwa im Urlaub.
Odo Marquard

  Verlust von Aufmerksamkeit und Wahrnehmungsfähigkeit

Kino, Radio, Fernsehen, Magazine sind eine Schule der Unaufmerksamkeit: Die Leute schauen, ohne zu sehen, lauschen ohne zu hören.
Robert Bresson

aber auch
Radio ist Kino im Kopf
Carmen Thomas

Gut, dass es auch noch Sachen gibt, die man nicht über soziale Netzwerke und andere Medien teilen kann. Dazu gehört vor allem der Duft.
Christian Lenz

  Reduzierung direkter menschlicher Kommunikation

Das Fernsehen unterhält die Leute, indem es verhindert, dass sie sich miteinander unterhalten.
Sigmund Graff

Es ist bekannt, dass das Fernsehen das Heim zum Vorführungsraum, die Familie zum Publikum und die abendliche Aussprache der Ehegatten zur Farce macht. Es wird den Leuten vermutlich gar nicht soviel Kultur vermitteln können, wie es gleichzeitig vernichtet.
Sigmund Graff

Das Fernsehen macht aus dem Kreis der Familie einen Halbkreis.
Lothar Schmidt

Das Fernsehen ist eine Prothese für die häusliche Dialogschwäche.
Werner Schneyder

  Beeinflussung von Meinungen, Wertvorstellungen und Weltbildern

Wer das Fernsehen beherrscht, hat Einfluss auf Wertvorstellungen, Weltbilder, Lebensweisen, auf das, was die Menschen für wichtig, eindringlich oder für unwichtig, nebensächlich oder schädlich halten. Man kann im Fernsehen, wenn nur noch Geld und Sex Einschaltquoten bringen, den homo oeconomicus züchten.
Erhard Eppler

Das deutsche Fernsehen entwickelt sich zielstrebig zu einer Verbrennungsanlage für amerikanischen Kulturmüll.
Oliver Hassencamp

Ich glaube, dass die Simpsons das Beste im amerikanischen Fernsehen sind.
Stephen Hawking

Mit dem Fernsehen ist der Zeitgeist Brauch geworden.
Klaus Klages

Nicht das Sein bestimmt das Bewusstsein, sondern das Fernsehen.
Gerhard Kocher

Es gibt in allen Sendern Leute, die Einflüsterer der politische Mächtigen sind und zum Eigennutz Politikern zu Gefallen sein wollen. Journalisten sollten sie sich besser nicht nennen. Sie sind, journalistisch betrachtet, nur Agenten und Söldner.
Leyendecker

Die Demokratie missrät zur Telekratie mit beklatschten Vorurteilen.
Peter Boenisch

Aber es macht einen großen Unterschied, ob das alltagsweltliche Präferenz- und Wertesystem denjenigen, der mutwillig oder leichtfertig die Bindung zerstört, gesellschaftlich gering achtet oder ob sie dies für eine Privatsache hält oder gar als Beweis seines unbeugsamen Freiheitsgeistes lobt. Es macht einen großen Unterschied, ob die heutigen Agenturen zur Standardisierung von Sozialverhalten, also das Fernsehen, Illustrierte, Film, Literatur, Zeitungen ein Bild von Glück zeichnen, das diesseits oder jenseits der gelungenen dauerhaften Bindung liegt.
Udo di Fabio

Auch der "kritische" Mensch, der nur das annimmt, was er begreift und der nur das tut, was ihm passt, hat seine Autoritäten: Er trottet in der großen Schar derer mit, die sich immer nach der Mehrheit ausrichten: "was in der Zeitung steht", "was im Fernsehen kam", "was als neueste wissenschaftliche Erkenntnis gilt", "was alle tun" - das sind die Autoritäten des modernen, unkritisch-"kritischen" Menschen.
Ulrich Filler

Medien schaffen, ob sie wollen oder nicht, ein neues Modell unserer Geistigkeit, nicht nur in der Sphäre der alltäglichen Sitten, sondern vor allem in der Denkweise des zeitgenössischen Menschen und seiner moralischen Empfindsamkeit.
Andrzej Szczypiorski

Die Massenmedien fabrizieren Persönlichkeiten und bieten uns ein Bild von der Welt, das so falsch ist, wie es nur sein kann. Wenn es uns auch manchmal dienlich ist, so führt es uns doch die meiste Zeit hinters Licht.
Anaïs Nin

Wer über einen Menschen urteilt, wie über diesen in den Medien berichtet wird, ihn aber noch nie im Leben persönlich gesprochen hat, der lässt seine Realität von den Medien gestalten und verliert den Anspruch auf eine eigene Meinung.
Max Putzler

Die Medien sind die Instrumente, deren sich die Sünde bedient, um der öffentlichen Meinung Modelle verirrten Verhaltens aufzudrängen.
Johannes Paul II. (Karol Wojtyla)

Wer die Medien kotrolliert, kontrolliert den Verstand.
Kurt Vonnegut

Wer die Medien kontrolliert - die Bilder -, kontrolliert die Kultur.
Allen Ginsberg

Was die Lufthoheit im Kriege bedeutet, das ist im Frieden die Medienhoheit.
Werner Braund

Presse, Rundfunkt und Fernsehen formen unser Weltbild, indem sie es erschaffen. Wir leben in einer Medienumwelt, die wir für die Realität halten. In Wahrheit ist sie nicht realer als das Pappszenario, das der russische Fürst Grigorij Potemkin im 18. Jahrhundert auf der Krim errichten ließ, um seiner Zarin Katharina II. den Wohlstand blühender Dörfer vorzugaukeln. Der Mensch des Informationszeitalters sieht, hört und liest mit fremden Sinnesorganen. Tausende Journalisten in Nachrichtenagenturen, Zeitungsredaktionen, Fernseh- und Rundfunkanstalten konstruieren für ihn jeden Tag eine neue Wirklichkeit. Nur was die anonymen Medienmacher für wichtig, erfreulich, bedenklich oder skurril halten, findet statt. Themen, die sie hochziehen, verändern das Bewusstsein. Meinungen, die sie suggerieren, Ängste, die sie schüren, lenken das politische Geschehen. Medienmacht ist im Kern die oligarschische Herrschaft einer berufsständischen privilegierten Klasse.
Manfred Zach

Was sie heute in den Köpfen der Leute finden, ist oft nicht mehr die Realität, sondern eine von den Medien konstruierte, hergestellte, Wirklichkeit.
Elisabeth Noelle-Neumann

Aber es macht einen großen Unterschied, ob das alltagsweltliche Präferenz- und Wertesystem denjenigen, der mutwillig oder leichtfertig die Bindung zerstört, gesellschaftlich gering achtet oder ob sie dies für eine Privatsache hält oder gar als Beweis seines unbeugsamen Freiheitsgeistes lobt. Es macht einen großen Unterschied, ob die heutigen Agenturen zur Standardisierung von Sozialverhalten, also das Fernsehen, Illustrierte, Film, Literatur, Zeitungen ein Bild von Glück zeichnen, das diesseits oder jenseits der gelungenen dauerhaften Bindung liegt.
Udo di Fabio

Man kann das Thema 'Zukunft der Familie' öffentlich nicht diskutieren, weil man in den Medien naturgemäß nur auf berufstätige Frauen und kulturgemäß nur auf eingeschüchterte Männer trifft.
Norbert Bolz

Nicht die Parteien machen den Wahlkampf, sondern die Medien.
Rainer Barzel

  Betäubung durch virtuelle Scheinwelten

TV ist 'ne Droge, TV macht süchtig.
Nina Hagen

Es gibt gefährlichere Drogen als mich, da bin ich Spezialist. Aber Dallas war eine Droge, ja.
Larry Hagman

Fernsehen ist Kaugummi für die Augen.
Orson Welles

Das Fernsehen hat die Welt wieder zur Scheibe gemacht.
Herbert Eisenreich

Das Fernsehen ermöglicht es dir, zu Hause von Leuten unterhalten zu werden, die du nicht zu Hause haben möchtest.
David Frost

Für die meisten Menschen im Westen ist sinnloses Leben, sinnloses Musikhören, sinnlose Filmbetrachtung zu einer Sucht geworden, die das psychologische Gegenstück zu Alkoholismus und Morphinismus darstellt. Die Dinge sind so auf die Spitze getrieben worden, dass viele Millionen Männer und Frauen tatsächlich darunter leiden, wenn man ihnen für ein paar Tage oder auch nur ein paar Stunden ihre Zeitungen, Radiomusik und Filme entzieht. Wie Rauschgiftsüchtige müssen sie ihrem Laster frönen.
Aldous Huxley

Nach den jüngsten statistischen Erhebungen besitzt heute jeder zweite Fernsehapparat eine Familie.
Ephraim Kishon

Unser tägliche Medizinsendung gib uns heute!
Gerhard Kocher

Den Indianern gab man Feuerwasser, um sie einzulullen, uns gibt man das Fernsehen.
Jochen Kuhlemkamp

Wer täglich in den vorabendlichen Soap-Operas nach dem Muster "Verbotene Liebe" und "Gute Zeiten schlechte Zeiten" junge Leute in Designerklamotten erlebt, die in gestylten Wohnungen und bei popfarbigen Cocktails in Schickimicki-Bistros ihre Scheinprobleme lösen, der verliert den Blick für die Wirklichkeit des eigenen Lebens. In diesen virtuellen Lebenswelten bleibt die reale Arbeitswelt ausgeklammert.
Joachim Kutschke

Fernsehen ist ebenso wenig schädlich, wie Wein schädlich ist; krankhaft ist lediglich die Unfähigkeit, mit dem lustversprechenden Angebot umgehen zu können.
Alexander Mitscherlich

Fernsehen ist das einzige Schlafmittel, das mit den Augen eingenommen wird.
Vittorio de Sica

Nicht die biblische Überlieferung ist eine Scheinwelt, sondern eine Welt ohne sie, die Welt der Medien, der Meinungen, des Marketings, ist es. Verlören wir diese Seite unseres Daseins, wären wir so etwas wie ein Kopf ohne Hirn, ein Leib ohne Seele: halbe Menschen eben. Vermutlich sogar, wie ein Blick auf die zunehmende Zahl bestialischer Verbrechen zeigt: echte Zombies.
Peter Seewald

  Homo zappiens - die neue Spezies

Das Kabelfernsehen, das einem gleichzeitig vierzig Programme liefern kann, erweckt im Zuschauer den Eindruck, dass - angesichts der Menge - jedes andere besser sein muss als das gerade angesehene, man springt also von Programm zu Programm wie ein Floh auf einer glühenden Bratpfanne, was nur beweist, dass vollkommene Technik vollkommenen Frust erzeugt.
Stanisław Lem

Das Fernsehen macht den Menschen zum homo zappiens.
Kuno Klabotschke

Das Fernsehen berieselt die Menschen, es tötet die Eigeninitiative. Warum sollen die Leute große Phantasie in ihrer Freizeit entwickeln, wenn sie nur auf den Knopf zu drücken brauchen?
Alfred Biolek

Das Spiel mit der Fernbedienung ist leichter, als eine Zeitung umzublättern und zu lesen.
Helmut Warkwort

Es findet eigentlich keine Annäherung mehr statt, keine Reise im eigentlichen Sinne. U-Bahnfahren ähnelt dem Zappen am Fernseher: Ohne Annäherung, geschweige denn Anstrengung kommt der Mensch in einen neuen Bildzusammenhang.
Detlef Wendler

Sich nicht mehr auszuhalten, von einem zum andern zu hüpfen, das ist heute üblich. Man kann sich so gut zerstreuen. Man braucht nur alle Programme des Fernsehers durchzuspielen. Aber was geschieht in der Seele? Es kann nichts mehr reifen, nichts mehr wachsen. Es geschieht keine Wahrheit. Reifung braucht Ruhe.
Anselm Grün

  Verflachung der Fernsehprogramme

Es gibt Fernsehprogramme, bei denen man seine eingeschlafenen Füße beneidet.
Robert Lembke

Das deutsche Fernsehprogramm ist das beste der Welt. Gäbe es sonst die vielen Wiederholungen?
Jürgen von der Lippe

Wenn niemand hinschaut, nennt man das Kulturprogramm.
Helmut Thoma

Eigenartig, dass das Fernsehen sich zwar für Störungen entschuldigt, nie aber für das Programm.
Otto Preminger

Vor dem Fernseher einschlafen ist manchmal das höchste Lob für das Programm.
Phil Bosmans

  Fixierung auf Einschaltquoten

Als "gut" gilt heute ganz einfach eine Sendung, die hohe Einschaltquoten hat. "Schlecht" ist eine Sendung mit niedrigen Einschaltquoten.
Neil Postman

Fernsehmacher haben keine eigene Meinung mehr. Fernsehen ist ein Industrieartikel geworden. Quoten ersetzen die Qualität.
Hans-Joachim Kulenkampff

Politiker, die ins Fernsehen drängen, nur um gesehen zu werden, betreiben eine Art Waschmittelreklame. Sie sind Markenartikel, aber sie haben wenig Aussage zu verkaufen. Ihr geradezu tragischer Irrtum ist, sie würden durch solche Auftritte populärer.
Helmut Schmidt

Die Medien dürfen ihre Einschaltquoten nicht durch immer brutaleres Unterhaltungsprogramm zu steigern versuchen. Sie haben allen Grund, sich zu fragen, welche Wirkung die hemmungslose Darstellung von Gewalt auf junge Menschen hat.
Helmut Kohl

Ich wünsche mir, dass Relevanz und Quote wieder zueinander finden. Das Leben ist mehr als eine Reality-Show.
Johannes Rau

Oh Gott, Oh Quot!, seufzte der TV-Direktor.
Walter Ludin

Wenn das Bemühen, Informationen zu gewinnen und zu veröffentlichen, primär von Auflagenhöhe und Einschaltquoten bestimmt wird, wenn es in reine Lust nach Sensation ausartet, wenn die Wahrheit keine oder kaum noch eine Rolle spielt, wenn Personen keinen Schutz mehr genießen und anstelle der Unschuldsvermutung die Vorverurteilung tritt, wenn sich Journalisten im Unglück anderer wälzen, wenn aus vertraulichen Akten im Laufe von Ermittlungen öffentlich zitiert wird, dann stimmt etwas in einem Rechtsstaat nicht mehr.
Werner Münch

  Talkshows zwischen Seelenstriptease und Polittheater

Die heutige politische Klasse ist gekennzeichnet durch ein Übermaß an Karrierestreben und Wichtigtuerei und durch ein Übermaß an Geilheit, in Talkshows aufzutreten.
Helmut Schmidt

Die Talkshows, das Ersatzparlament. Die ewig selben Gäste, die als Wanderzirkus von Sendung zu Sendung ziehen. Alles sei schon gesagt, nur noch nicht von allen. Keine Antwort auf die Fragen der Moderatorinnen und Moderatoren. "Das ist eine interessante Frage, aber lassen Sie mich zunächst auf meinen Vorredner antworten."
Sigmund Gottlieb

Bei jeder dieser unseligen Talkshows, bei denen es nur darum geht, Menschen auf die übelste Art und Weise vorzuführen. Dieser Seelenstriptease, dieser Exhibitionismus, das ist ebenso unerträglich wie diese sogenannten Reality-Shows, in denen Menschen Kakerlaken fressen oder über sich kriechen lassen müssen. Da wird mir schlecht. Ein Ausbund an üblem Geschmack.
Joachim Fuchsberger

Talkshows leben von Prominenten, die wie abgenutzte Wanderpokale herumgereicht werden.
Elke Heidenreich

Politiker in Talkshows sind die schwierigsten Kunden. Sie reden nur in gestanzten Floskeln. Man muss sie reizen, damit sie aus der Redner-Dienstjacke herausschlüpfen.
Erich Böhme

Der deutsche Stammtisch hat eine Schwester bekommen - die Talkrunde. Nun präsentieren sich beide sozusagen als Geschwister mit beschränkter geistiger Haftung.
Gerd W. Heyse

Talkshows schön und gut - aber die Politik muss wieder zurück ins Parlament. Das ist die Bühne der Nation.
Friedrich Merz

Als ich beim Fernsehen anfing, hat man mir gesagt, du musst dem Volk aufs Maul schauen. Sehe ich mir die Themen der täglichen Talkshows an, dann schauen sie dem Volk auf den Hintern.
Rudi Carell

Ganz extrem geht es so bei den allermeisten Talkshows zu. Die Redebeiträge der einen sind für die anderen bloß der Anlass das zu sagen, was sie ohnehin sagen wollen. Da kommt es nicht mehr auf das Hören an, sondern auf das Sprechen, auf das Übertönen. Wer die höchsten Redeanteile hat, der hat gewonnen.
Klaus Mertes

In manchen Medien kann man tagtäglich dabei zuschauen, wie Menschen vorgeführt werden oder sich selber vorführen, wie Menschen für Geld und ein paar Minuten Ruhm jeden Respekt vor sich selber oder vor anderen ablegen. Wer erleben muss, dass es im Umgang untereinander offenbar keine Tabus, keine geschützten Zonen, keine Scham mehr gibt, der
Johannes Rau

Auf der anderen Seite verbreiten die Massenmedien nicht nur Aufklärung und Informationen, sondern arbeiten in einem bisher nicht gekannten Ausmaß auch daran, ein falsches Bewusstsein zu erzeugen. Sie bestärken Vorurteile, produzieren Illusionen, verfestigen verzerrte Perspektiven, verdinglichen das Bewusstsein und lassen (Lebens-)Lügen durch die Kraft endloser Wiederholungen als Wahrheit erscheinen. In Talkshows werden die „Meinungen“ von Interessenvertretern aus Politik und Verbänden kommuniziert, die das Ideologische ihres partikularen Standpunkts gar nicht verhehlen.
anonymus

  Redakteure, Moderatoren, Entertainer

Das Fernsehen ist eine Geltungsbedürfnisanstalt des öffentlichen Rechts.
Oliver Hassencamp

Fernsehredakteure haben eine einmalige Begabung: Sie können Spreu von Weizen trennen. Und die Spreu senden sie dann.
Dieter Hallervorden

Der Untertanengeist hat Spuren in der Geschichte der Öffentlich-Rechtlichen-Fernsehanstalten hinterlassen: Kriechspuren.
Dieter Hildebrandt

Es gehen heute so viele Journalisten zum Fernsehen, weil sie wissen, dass sie, wenn sie schon nichts zu sagen haben, wenigstens gesehen werden.
Markus M. Ronner

  Star(lets)s aus Film, Funk und Fernsehen

Nennt mich nicht Ikone. Eine Ikone ist etwas, was man in einer Russischen Kirche aufhängt. Nennt mich Dame Elizabeth oder nennt mich einen alternden Fernsehstar.
Elizabeth Taylor

Ein Star ist ein Mensch, der dir nicht zuhört, wenn du nicht über ihn sprichst.
Marlon Brando

Ein Star ist ein Mensch, der überall zu Hause ist, nur nicht bei sich selbst.
Sammy Davis Jun.

Stars sind Leute, die hart gearbeitet haben, um berühmt zu werden, und die dann dunkle Brillen tragen, um nicht erkannt zu werden.
Kirk Douglas

Stars sind Leute, die man mehr vom Hörensagen als vom Gesehenhaben kennt.
Werner Höfer

Ein Star ist ein Mensch, von dem alle wissen, was er gerade tut, ausgenommen seine Frau und seine Kinder.
Rock Hudson

Ein Star kommt nicht durch Leistung, sondern durch Beifall zustande.
Friedrich Sieburg

Starwesen ist nicht nur geschmacklos - es ist dumm.
Kurt Tucholsky

Ein Prominenter ist jemand, der dauernd für sich werben kann, weil er von den Medien umworben ist. [gilt auch für Stars]
Gerhard Uhlenbruck

  Erreichbarkeit unabhängig von Raum und Zeit

Wenn ihr den Rundfunk höret, so denkt auch daran, wie die Menschen in den Besitz dieses wunderbaren Werkzeuges der Mitteilung gekommen sind.
Albert Einstein

Mit einem Buch konnte man im vorigen Jahrhundert noch Völker aufrütteln. In diesem Jahrhundert waren es erst die Illustrierten, die die größte Leserschaft erreichten, dann die Kinofilme, der Rundfunk und heute das Fernsehen. Ich habe mich aller dieser Mittel bedient, und ich glaube, mit gutem Erfolg.
Bernhard Grzimek

Ganz allein bin ich auf dem Bildschirm gewesen. Der Grzimek hat wenigstens einen Affen bei sich. Ich hatte nur mein Gesicht. Aber das hat genügt.
Adolf Sommerauer

  Soziale Kommunikationsmittel

Transport von Post, Transport der menschlichen Stimme, Transport flackernder Bilder - in diesem Jahrhundert, wie in anderen, haben unsere höchsten Leistungen immer noch das eine Ziel, die Menschen zusammenzubringen.
Antoine de Saint-Exuéery

Lügen haben kurze Beine, deshalb reisen sie mit den schnellsten Kommunikationsmitteln.
Zarko Petan

Die heutigen Kommunikationsmittel erlauben es dem modernen Staatsbürger, sich über alles zu informieren, ohne irgendetwas zu verstehen.
Nicolás Gómez Dávila

Das Paradoxon der modernen Zeit: Die Kommunikationsmittel werden immer besser, doch die Kommunikation wird immer schlechter
Bertram Jacobi

Ich glaube, dass wir heute dank der Massenkommunikationsmittel einander viel näher sind als je zuvor. Und ich schätze das Sammeln und Verbreiten von lohnenswerter Information unter allen Menschen dieser Welt als das wichtigste Instrument ein, das wir haben, um unser Ziel zu erreichen und unseren Planeten zum Inbegriff des Paradieses zu machen. [Vorsicht]
Ted Turner

  Internet zwischen Misthaufen und Goldgrube

Das Internet spaltet die Menschen in User und Loser.
Birgit Breuel

Das WWW ist auch maßgeblich für die Infantilisierung und Idiotisierung der Öffentlichkeit verantwortlich.
Henryk Marcin Broder

Im Internet kann man alles finden, nur keine Weisheit.
Jostein Gaarder

Nichts verbindet so unverbindlich wie das Internet.
Klaus Klages

Man könnte zu dem Schluss kommen …, dass die Verbreitung der Dummheit im Internet durch die Anonymität und das Fehlen von Sanktionen noch gefördert wird.
Jaron Lanier

Das Internet ist ein Ort der Jagd, der Ablichtung, der Durchleuchtung. Im schlimmsten Fall: ein Ort von Hinrichtungen, sexuellem Missbrauch, ein Ort für Fahnder und Datenschützer. Im harmloseren Fall: Eine eskapistische Quatschwelt.
Bruce Willis

Die elektrische Geschwindigkeit verschmilzt vorgeschichtliche Kulturen mit dem Ramsch der industriellen Markthändler, vereinigt Nichtalphabeten mit Halbalpabeten und Nachalphabeten.
Herbert Marshall Mc Luhan

Was mich beunruhigt, ist die Tatsache, dass das Internet uns von den wahren Problemen ablenkt.
Neil Postman

Das Internet ist ein großer Misthaufen, in dem man allerdings auch kleine Schätze und Perlen finden kann.
Joseph Weizenbaum

Da im Internet nicht nur Waren ausgetauscht werden, sondern auch Gedanken und Gefühle, werden wir immer häufiger Gedanken-Moden und Gefühls-Trends erleben.
Frank Schirrmacher

Das Internet bietet 1.000.000 Antworten … auf Fragen, die nie einer gestellt hat…
Peter Ustinov

Das Internet ist nicht unbedingt ein guter Ort, um Freunde zu finden. Aber ein gutes Hilfsmittel, um Freundschaften zu pflegen, die man hat.
Mark Zuckerberg

Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der alles, was ich sage, alles, was ich tue, aufgezeichnet wird. Das ist nichts, was ich bereit bin zu unterstützen. Das ist nichts, unter dem ich zu leben bereit bin.
Edward Snwoden

Nicht nur im Internet: Vernetzung kann zur Verstrickung führen.
Walter Ludin

"Flaming", Cyber-Mobbing und permanente Gruppenaggresionen sind laut David Goleman so alt wie das Arpanet, der Vorgänger des Internets.
Frank Schirrmacher

Im Internet tobt der Shitstorm, die bequeme Steinigung aus der Loge heraus.
Patrick Beuth

Facebook beispielsweise ist eine Art Selbstprostitution, eine Offenlegung von Intimität ohne Verpflichtungen. Man öffnet sich nicht wirklich, will sich aber zeigen. Es ist gewissermaßen Selbstkommunikation - ein öffentliches Tagebuch, das nur so tut, als wäre es Kommunikation.
Ernst Pöppel

Wenn es eines gibt, das mich am Internet ängstigt, dann dies: Es ist ein Medium, das „Flashmobs“ auslösen kann und regelmäßig schlagartig „virale“ Trends schafft. Zwar haben diese Effekte bisher noch keinen größeren Schaden angerichtet, aber was haben wir im Gegenzug, um sie zu verhindern? Wenn Generationen heranwachsen, die sich großenteils über globale korporative Cyber-Strukturen wie geschützte soziale Netzwerke organisieren und austauschen, woher wissen wir, wer die Kontrolle über diese Strukturen erbt?
Jaron Lanier

Das Internet ist heute so etwas wie die universelle Plattform des heiligen Krieges gegen die westliche Welt. Es ist Kommunikationsmedium, Werbeträger, Fernuniversität, Trainingscamp und Think Tank der Islamisten zugleich.
Wolfgang Schäuble

Besonders das Internet kann allen größere Möglichkeiten der Begegnung und der Solidarität untereinander bieten, und das ist gut, es ist ein Geschenk Gottes.
Franziskus

  Grenzen medialer Freiheit in den Rechten der Person

Wenn ich etwas zu reden hätte, würde ich verbieten, dass man in den Illustrierten, in den Filmen oder im Fernsehen zur Schau stellt: liebende Menschen, sterbende Menschen und betende Menschen. Diese drei Dinge gehören unter den Schutz der absoluten Intimität gestellt.
Viktor Emil Frankl

Nicht die Freiheit der Medien ist das höchste Gut, sondern die Würde des Menschen.
Konrad Weiß

  Desinformation und Fake News

Die Wahrheit zu berichten, mit soviel Genauigkeit und Aufrichtigkeit, wie es menschenmöglich ist!
Grundsatz der BBC

Wir stehen hier vor der Tatsache, dass das Fernsehen die Bedeutung von "Informiertsein" verändert, indem es eine neue Spielart von Information hervorbringt, die man richtiger als Desinformation bezeichen sollte.
Neil Postman

Keiner kann mehr die Augen davor verschließen, dass sich die demokratische Politik des 21. Jahrhundertes in einer Medienwelt der virtuellen Realitäten entfaltet, in der Auftritt und Schein den Vorrang vor der Wirklichkeit genießen. Das zeitgemäße Genre der Politik ist weder das Faktum noch die Fiktion, sondern die "Faktion": Dokumentieren und Dramatisieren in einem rund um die Uhr.
Timothy Garton Ash

Die Tatsache, dass heute so unglaublich viel Unsinn produziert, geliked und getwittert wird, liegt nicht zuletzt darin, dass die Unwahrheit - Fake News (falsche Nachrichten) - zum Geschäftsmodell großer Internefirmen gehören: Google, Facebook, Twitter & Co. Leben von Werbung, diese braucht Aufmerksamkeit, und diese wiederum lässt sich mit Nachrichten, die unerwartet bzw. unwahrscheinlich erscheinen am leichtesten generieren. Wir werden von Desinformation und Halbwahrheiten geradezu überschüttet.
Manfred Spitzer

  Medien als Meinungsmacher und (ver)öffentlich(t)e Meinung

Es schwer, sich gegen die Wucht der öffentlichen Meinung durchzusetzen.
Friedrich Spee von Langenfeld (1591-1635), deutscher katholischer Geistlicher, Jesuit, Kirchenliederdichter und Kämpfer gegen die Hexenverfolgung (Cautio Criminalis)

Leider hängt die öffentliche Meinung mehr als man glaubt von den Journalen ab.
Heinrich Heine

In der heutigen Welt hat die öffentliche Meinung den wahren Glauben meistens abgelöst. Die Menschen glauben nicht an Gott, aber sie glauben an viele Kleinigkeiten, die andere lehren.
Leo Tolstoi

Die öffentliche Meinung wird in Ehre gehalten. Sie entscheidet alles. Einige denken, sie ist die Stimme Gottes.
George Bernard Shaw

Die öffentliche Meinung ist für viele bloß eine Entschuldigung dafür, dass sie keine eigene haben.
Thornton Wilder

Der Prozess des Ringens um die öffentliche Meinung hat nichts mit Wahrheit, sondern mit Herrschaft zu tun.
Elisabeth Noelle-Neumann 

  Bedeutung der Medien für die Demokratie

Die Medien füttern unsere Langeweile nur eine kurze Weile.
Klaus Klages

Die Medien sind bellende Wachhunde der Demokratie, und die Demokratie ist bekanntlich das beste politische System, weil man es ungestraft beschimpfen kann.
Ephraim Kishon

Wir alle wissen inzwischen, wie gefährlich die normale Wächterfunktion der Medien umgeschlagen ist in eine bedenkenlose Vernichtungsmaschinerie zwecks Pflege des eigenen wirtschaftlichen Erfolgs.
Edzard Reuter

In den Medien wird Vielfalt mehr und mehr durch Einfalt ersetzt.
Dieter Stolte 

Ich halte es für einen schweren Fehler der westlichen Welt, nicht die modernen Medien zu nutzen, um die Massen der islamischen Welt über unsere Vorstellungen von Demokratie und Menschenrechten zu informieren. Die Revolution in Osteuropa ist ja geglückt, weil die Ideale der Demokratie mit Hilfe der Medien Verbreitung fanden.
Heiner Geißler

  Medienpädagogik - Erziehung zum kritischen Umgang mit den Medien

Erziehen heißt, immun machen gegen das Fernsehen.
Herbert Marshall McLuhan

Das Fernsehen wird sich nicht halten, weil die Leute es bald müde sein werden, jeden Abend eine Sperrholzkiste anzustarren.
Daryl Zanuck

Sie hören weit. Sie sehen fern. Sie sind mit dem Weltall in Fühlung. Sie putzen die Zähne. Sie atmen modern. Die Erde ist ein gebildeter Stern mit sehr viel Wasserspülung.
Erich Kästner

Früher wuchsen die Kinder behutsam in die Erwachsenenwelt. Heute werden sie unvermittelt hineingestoßen - durch das Fernsehen.
Neil Postman

Die Druckerpresse hat die Kindheit hervorgebracht, die elektronischen Medien bringen sie zum Verschwinden.
Neil Postman

Taschengeld und Fernsehen sind oftmals der schlechte Ersatz für Geborgenheit und Nestwärme.
René Kollo

Theater ist die letzte verbliebene dramatische Kunstform. Das Fernsehen ist ein korrupter und künstlicher Ersatz.
Peter Ustinov

Aber, liebe Eltern, für die Auswirkungen der Inhalte seid ihr mitverantwortlich! Es hilfg wenig, bei nachlassenden Schulleistungen, steigendem Körpergewicht und emotionaler Abstumpfung nach dem Schulpsychologen oder dem Kindertherapeuten zu rufen. Diese können dann genauso wie die hilflosen Lehrer nicht mehr viel ausrichten.
Helmut Kolitzus

Argwöhnisch wacht der Mensch über alles, was ihm gehört. Nur die Zeit lässt er sich stehlen, am meisten vom Fernsehen.
Linus Carl Pauling

Die Kinder werden in Zukunft am Samstag- und Sonntagmorgen ein Programm im ZDF angeboten bekommen - mit Unterbrechung durch den Gottesdienst, an dem teilzunehmen ihnen auch nicht schaden würde.
Dieter Stolte

Der Mangel an Nächstenliebe kommt daher, dass man zuviel fern- und zu wenig nahsieht.
Hellmut Walters

Eine Flut von Informationen kann auch zur Sintflut werden. Das Registrieren steigt maßlos an und das Denken wird weggeschwemmt. Die rettenden Arche zu zimmern gehört mit zu den Aufgaben moderner Medienerziehung.
Ludger Stüper

Der gesellschaftliche Werteverfall steht im engen Zusammenhang mit dem Fernsehen.
Elisabeth Noelle-Neumann

Es wächst der Zeit-Anteil, der eigenzeitlich genutzt werden kann. Doch wird er hauptsächlich vor dem Fernseher und dem Internet verbracht und von den dortigen Zeit-Takten beherrscht.
Rüdiger Safranski

Kinder müssen erst eine gewisse Reife haben, sonst lernen sie allenfalls Oberflächlichkeit. Computer sind ohne Vorwissen nutzlos. (...) Das Internet ist ein Misthaufen. 90 Prozent sind Schrott, es finden sich aber auch ein paar Perlen und Goldgruben. Etwas in eine Suchmaschine einzugeben und das Ergebnis auszudrucken, das ist das Gegenteil von Bildung.
Joseph Weizenbaum

Das unterscheidet das klassische Medium Zeitung von anderen Medien: Man muss nicht von ihr weg, sondern zu ihr hin erziehen.
Hans Zehetmeiser

Medienpolitik ist Machtpolitik.
Dieter Weinrich

Wusstest Du, dass Apple-Gründer Steve Jobs seine Kinder keine iPads benutzen ließ und ihren Zugang zu Technologie strikt beschränkte?
Rod Dreher

  Es geht auch anders - Medienverzicht

Das Radio ist Zivilisation. Wenn man es abstellt, ist das Kultur.
Fritz de Crignis

Besser das Buch in der Hand als die Antenne auf dem Dach.
Hans Kruppa

Wir haben kein Fernsehen, damit uns nichts entgeht, was uns entgehen würde, wenn wir Fernsehen hätten.
Rainer Kunze

Fernsehen bildet. Immer, wenn der Fernseher an ist, gehe ich in ein anderes Zimmer und lese.
Groucho Marx

Das Fernsehen ist die größte kulturelle Katastrophe, die die Erde in der Zeit, an die wir uns erinnern können, erlebt hat.
Joseph Weizenbaum

Pressefreiheit ist auch die Freiheit, den Fernseher nicht anzuschalten.
Hermann Simon

Der Medienentzug fördert eine innere Stille. Wenn Sie Ihren Kopf vom lärmenden Geplapper befreien, dann stoßen Sie auf einen tiefen Strom von Ideen, Einsichten und Erkenntnissen.
Julia Cameron

  Zeitlose journalistische Gewissenserforschung

Ist dein Blatt so charaktervoll, dass es der Wahrheit Zeugnis gibt? Tritt es auch für die Wahrheit ein, die nicht gern gehört wird?
Ist dein Blatt Ausdruck des Gewissens?
Steht ihm das Gewissen höher als die Interessen irgendeiner politischen Partei? Höher als eigener Gewinn oder Geschäft?
Vertritt dein Blatt die Gerechtigkeit? Tritt es ein für eine gerechte Verteilung der Soziallasten oder rückt es einseitig die Interessen bestimmter Berufe in den Vordergrund?
Hat es das Volksganze und das Staatswohl im Auge? ....
Hat dein Blatt Mut? Mut nach jeder Richtung?
Mut gegenüber den Volksmassen? Mut gegenüber der öffentlichen Meinung?
Mut gegenüber den Abgeordneten und Parteien? Mut gegenüber der Regierung?

Ingbert Naab (1885-1935), deutscher katholischer Priester, Kapuzinerpater und entschiedener Gegner Hitlers, veröffentlichte zum Pressesonntag eine Gewissenserforschung über den Charakter des Blattes (Zeitung/Zeitschrift), das der Leser in die Hand nimmt - heute könnte man sie auf die Medien allgemein in unserer Zeit beziehen.
Illustrierter Sonntag, 20.9.1931. zit. in Fritz Gerlich, Ingbert Naab: Prophetien wider das Dritte Reich. Regensburg: Schnell & Steiner 1946, S. 16

  Zehn Gebote für einen verantwortlichen Journalismus

1. Gute Journalisten brauchen eine gute Ausbildung.
2. Guter Journalismus kostet Geld.
3. Journalisten müssen unabhängig von ökonomischen Interessen sein.
4. Gute Journalisten brauchen einen eigenen Kopf.
5. Journalisten müssen Zusammenhänge erkennen.
6. Journalisten sollten einen Standpunkt haben.
7. Journalisten sind Beobachter, nicht Handelnde.
8. Journalisten sollen die Wirklichkeit abbilden.
9. Journalisten tragen Verantwortung, für das, was sie tun.
10. Journalisten tragen Verantwortung für das Gemeinwesen.

Johannes Rau (1931-2006), deutscher evangelischer Politiker, SPD, Bundespräsident, gehörte der Bekennenden Kirche an, bekannt als "Bruder Johnnes",

Der bibelfeste Rau bekannte:
Man muss Bibel und Zeitung lesen. Man muss die Bibel lesen, damit man die Zeitung versteht. Die Zeitung verwirrt einen, wenn man sie nicht liest auf der Basis dessen, was die Bibel an Menschenbild und an Zukunftsperspektive hat. Wenn man das aus dem Blick verliert, dann wird man, wie der Apostel Paulus sagt, hin und her getrieben vom Winde der Meinungen.

ganz ähnlich
Ich lese die Bibel um zu wissen, was die Menschen machen sollen und meine Zeitung um zu wissen, was sie machen.
John Henry Newman (1801-1890), englischer ursprünglich anglikanischer Theologe und Pfarrer, Konvertit, Kardinal und Schriftsteller

Und wie halten es die heutigen Journalisten?

Weiterführende Informationen

Programmbeschwerde TV, Radio, Internet - Bürgerportal der Landesmedienanstalten https://www.programmbeschwerde.de/
Pressekodex - Ethische Standards für den Journalismus https://www.presserat.de/pressekodex.html
Noam Chomsky – 10 Strategien der Medien-Manipulation https://jomenschenfreund.blogspot.com/2012/06/noam-chomsky-10-strategien-der-medien.html
Reporter ohne Grenzen (u.a. mit jährlichen Rangliste der Pressefreiheit) https://www.reporter-ohne-grenzen.de/



 
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