Zitate rund um Berge, Bergwandern, Bergsteigen ... Praktisches und Philosophisches
 
Werden und Vergehen der Gebirge
Wildbach, Wasserfall, Klamm
Bergsee

Pflanzen und Tiere im Gebirge
Wetter im Gebirge
Sonnenaufgang und Sonnenuntergang
Wintereinbruch und Frühjahrsbeginn
Schnee
Eis
Gletscher
Lawine und Steinschlag

Fels
Echo
Unwirtlichkeit und Unerschlossenheit
Bedrohlichkeit
Hindernis, Grenze, Trennendes
Höhe
Berge aus der Ferne
Bergsteigermotivation
Rekordsucht, Konkurrenzkampf, Angeberei
Sehnsucht
Selbsterfahrung und Selbsterkenntnis
Rückzugs- und Zufluchtsort
Freiheitsgefühl
Einsamkeit und Alleinsein
Ruhe, Stille, Schweigen
Bergluft
Distanz und Relativierung
Genügsamkeit, Entsagung und Askese
Schönheitssinn

Staunen und Bewunderung
Lebensborn und Energiequelle
Demut und Ehrfurcht

Anstrengung und Ermüdung
Abhärtung

Verwandlung des Menschen durch die Berge

Wandern
Bergwandern und Bergsteigen

Skifahren
Weg, Pfad, Steig
Aufstieg
Gipfel
Abgrund
Aussicht

Abstieg
Umweg und Abkürzung
Umkehr
Übelkeit und Schwindelgefühl
Risiko und Gefahr
Aufmerksamkeit und Vorsicht
Ausrüstung und Vorbereitung
Seil und Seilschaft
Begleitung und Begegnung
Lebensraum, Bergbewohner und Mentalität
Alm und Berghütte
Bergkapelle und Gipfelkreuz
Berge in der Kunst
Naturschutz und Landschaftsschutz
Ort der göttlichen Offenbarung
Ort der Gottesbegegnung
Heilige Berge
Spirituelle Wanderung
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Werden und Vergehen der Berge

Getscherschiff am Gletscherwanderpfad Innergeschlöss in OsttirolDie Berge unserer Zeit sind nicht so erhaben wie die Berge von ehedem.
chinesisches Sprichwort

Flüsse und Berge mögen sich ändern, die menschliche Natur nie.
chinesiches Sprichwort

Auch ein kleiner Berg kann einem großen Fluss den Ursprung geben.
russisches Sprichwort

Ein Berg kann zerfallen und vergehen und ein Fels von seiner weichen, Wasser wäscht Steine weg, und seine Fluten schwemmen die Erde weg: so machst du die Hoffnung des Menschen zunichte. Du überwältigst ihn für immer, dass er davonmuss, entstellst sein Antlitz und lässt ihn dahinfahren.
AT, Hiob 4,18-19

Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen; aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer.
AT, Jesaja 54,10

Riesengroße Berge werden das Meer von seinem Ort vertreiben, obohl sie weit weg von den Gestaden des Meeres sind.
Leonardo da Vinci (1452-1519), italienischer Maler, Bildhauer, Baumeister, Zeichner und Naturforscher

Der Fluß, der aus den Bergen kommt, lädt in seinem Kiesbett eine große Menge grober Steine ab, die teilweise noch ihre Ecken und Seiten haben, und führt im weiteren Lauf kleine Steine mit mehr abgeschliffenen Ecken mit ... weiter unten setzt er erst groben Kies ab und dann feinen, und es folgt grober Sand und dann feinerer. Später folgt grober Ton und dann feinerer und so gelangt das durch Sand und Ton getrübte Wasser schließlich bis zum Meer.
Leonardo da Vinci (1452-1519), italienischer Maler, Bildhauer, Baumeister, Zeichner und Naturforscher

Wie die Gewässer schließlich die Berge dem Erdboden gleichmachen werden. Denn sie spülen das Erdreich fort, das jene bedeckt, und legen die Felsen frei, die dann fortwährend verwittern und zuletzt, durch Wärme und Frost gesprengt, zu Erde werden.
Leonardo da Vinci (1452-1519), italienischer Maler, Bildhauer, Baumeister, Zeichner und Naturforscher

Die Erde wunderte sich einmal, wie die Berge sich auf ihr haben bilden können. Diese antworteten ihr: "Es geschah nur durch die Verhärtung dessen, was du schon selber bist."
Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827), Schweizer Pädagoge und Sozialreformer

Auf einem hohen nackten Gipfel sitzend und eine weite Gegend überschauend, kann ich mir sagen: Hier ruhst du unmittelbar auf einem Grunde, der bis zu den tiefsten Orten der Erde hinreicht.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Karren beim Kärlinger Haus am Steinernen MeerSchaut in die Klüfte des Berges hinein, ruhig entwickelt sich Stein aus Gestein.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Woher kommen die höchsten Berge? So fragte ich einst. Da lernte ich, dass sie aus dem Meere kommen. - Aus dem Tiefsten muss das Höchste zu seiner Höhe kommen.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Die Gletscher wandern, Länder heben sich, Länder versinken, es eilt nicht, es geschieht nur.
Knut Hamsun (1859-1952), norwegischer Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger

Aber man verlangt vom Forscher, dass er Beweise liefert, wenn es sich zum Beispiel um die Entdeckung eines großen Berges handelt, verlangt man, dass er große Steine mitbringt.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Schriftsteller und Flieger

Die Uhren der Versteinerungen in ihrem Inneren ticken nicht in Sekunden, sondern in Jahrtausenden. Die Blumen der Bergkristalle brauchen Weltzeitalter zum Erblühen.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer katholischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

"Was willst du, aufgeregter, wichtigtuerischer Mensch des 20. Jahrhunderts?" fragt der Berg. "Der Bach, an dem du vorbeigehst, hat seine Schlucht in Jahrmillionen gegraben. Der Stein, über den du stolperst, hat Eiszeiten und Kreidemeere gesehen. Die Wand, die über dir auftragt, ist tausendmal älter als die Menschheit ..."
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer katholischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Evolution. Die Berge wachsen jährlich 2 Millimeter. Es geht mit uns aufwärts.
Walter Ludin (1945- ), Schweizer Journalist, Redakteur, Aphoristiker und Buchautor

Wildbach, Wasserfall, Klamm

Und muss ich auch durchs finstere Tal - ich fürchte kein Unheil! Du Gott, bist ja bei mir, du schützt mich und du führst mich, das macht mir Mut!
AT, Psalm 23,4

Eine Schlucht überwindet man nicht in zwei Sprüngen.
chinesisches Sprichwort

Erst wenn du an eine tiefe Schlucht herantrittst, erkennst du, wie dick die Erde ist.
chinesisches Sprichwort

Du kannst das Wasser an seiner Quelle mit einem Zweig aufhalten, aber lass es ungehindert laufen, und es wird einen Elefanten überwältigen.
chinesisches Sprichwort

WasserfallDas Wasser wird schon seinen Weg finden.
armenisches Sprichwort

Fließendes Wasser hält sich rein.
deutsches Sprichwort

Überlege, was du sagst. Deine Sätze sollen sein wie ein Wasserfall, klar und rein und gewichtig wie ein Fels.
Konfuzius (551 - 479 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Unser ganzes Dasein ist flüchtig wie Wolken im Herbst; Geburt und Tod der Wesen erscheinen wie Bewegung im Tanz. Ein Leben gleicht dem Blitz am Himmel, es rauscht vorbei wie ein Sturzbach den Berg hinab.
Buddha (Siddhartha Gautama) (um 500 v.Chr.), asketischre Weiser, Begründer des Buddhismus

Wer wie die Schwelle fromm, der Erde gleich ergeben. Und wie ein Bergsee klar, der wird nicht nochmals leben.
Dhammapada (buddhistisches Bucht)

Bin ich der Flüchtling nicht? Der Unbehauste? Der Unmensch ohne Zweck und Ruh, der wie ein Wassersturz von Fels zu Felsen brauste, begierig wütend, nach dem Abgrund zu?
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Strömt von der hohen, steilen Felswand der reine Strahl, dann stäubt er lieblich in Wolkenwellen zum glatten Fels, und leicht empfangen wallt er verschleiernd, leisrauschend zur Tiefe nieder. Ragen Klippen dem Sturz entgegen, schäumt er unmutig stufenweise zum Abgrund.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Alle Felsen will er zerbrechen, und er zerbricht und zerschäumet nur sich. Von Klippe zu Klippe springt er mit Brausen,
spritzend und sprudelnd, als hätt' er Meere so zu vergeuden.
Wilhelm Müller (1794-1827), deutscher Dichter

Der starke Mann und der Wasserfall graben sich ihren Weg selbst.
Samuel Smiles (1812-1904), englischer Autor und Reformer

Am Donner des schäumenden Wasserfalls oder beim Glanze jener leuchtenden Systeme, die sich über uns kreuzen, findet der wahre Mensch seine heiligsten Stunden.
Gottfried Keller (1819-1890), deutscher Schriftsteller

Starke Wasser reißen viel Gestein und Gestrüpp mit sich fort, starke Geister viel dumme und verworrene Köpfe.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Nicht der Hammerhieb, sondern der Tanz des Wassers rundet den Kiesel zu Schönheit.
Rabindranath Tagore (1861-1941), indischer Dichter, Literaturnobelpreisträger

Wie ist der See zur Mittagstund glasklar und wasserrein. Komm, wirf den kleinsten Kieselstein ihm in das grüne Herz hinein, du siehst ihn bis zum Grund.
Grete Gulbransson (1882-1934), österreichische Schriftstellerin und Heimatdichterin

Wir könnten Menschen sein. Einst waren wir schon Kinder. Wir sahen Schmetterlingen. Wir standen unterm silbernen Wasserfall. Wir sahen alles. Wir hielten die Muschel ans Ohr. Wir hörten das Meer. Wir hatten Zeit.
Max Frisch (1911-1991), deutscher Schriftsteller

Bergsee

Hoch oben in den Bergen´da liegt ein schwarzer See, umhaust von Elfen und Zwergen und kalt wie Gletscherschnee.
Max Haushofer (1811-1866), deutscher Landschaftsmaler und Kunstprofessor

Das kalte Auge eines einsamen Bergsees blickt Richtung Himmel.
Ernst Ferstl (1955- ), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

Blick über den Funtensee am Steinernen MeerSein Schweigen zog mich in seinen Bann. Vertieft in dem Bild des stillen Bergsee, fand Ich meinen Frieden. Bei seinem Anblick, mein Körper sich zur Ruhe besann. Spürte sanft die Wellen, wie sie mich ins Traumland wiegten.
Martha Koschmieder

Möge Klarheit sich spiegeln auf dem Grunde Deines Herzens. Rein sei Deine Seele wie ein See in der Stille des Gebirges.
Irischer Segenswunsch

Pflanzen und Tiere im Gebirge

Wie könnt ihr nur zu meiner Seele sagen: Flieh wie ein Vogel in die Berge?
NT, Psalmen 11,1

Der Weidenzweig wird durch die Last des Schnees nicht gebrochen.
japanisches Sprichwort

Die Blumen, die auf den Gipfeln der Berge blühen, würden ihren Platz niemals mit der Gartenrose tauschen.
armenisches Sprichwort

Der Hirsch lebt auf dem Berg, aber sein Schicksal hängt in der Küche.
Lü Bu We (um 300-235/236 v. Chr.), chinesischer Kaufmann, Politiker und Philosoph

Die Flüsse sind die Venen der Berge, das Gras und die Bäume ihre Haare.
Kuo Hsi (1020-1090), chinesischer Landschaftsmaler

Alle Wiesen und Matten, alle Berge und Hügel sind Apotheken.
Paracelsus (Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim) (1493-1541), deutscher katholischer Theologe, Arzt, Alchemist, Astrologe, Mystiker und Philosoph

Das Witzwort ist eine Alpenrose; wie sie vergeht seine Farbe, wenn es verpflanzt wird.
Jean Antoine Petit-Senn
(1792-1870) französisch-schweizerischer Lyriker

Dort ragt das hohe Haupt am edlen Enziane weit übern niedern Chor der Pöbel-Kräuter hin; ein ganzes Blumen-Volk dient unter seiner Fahne, sein blauer Bruder selbst bückt sich und ehret ihn.
Albrecht von Haller (1708-1777), Schweizer Mediziner, Botaniker und Wissenschaftpublizist

Der Aar sich in die Wolken schwingt, die Gämse durch die Klüfte springt.
Wilhelm Müller (1794-1827), deutscher Dichter

Edelweiß, das Alpenkind, läßt sich am Zaun nicht pflücken. [Edelweiß steht heute unter Naturschutz!]
Friedrich Wilhelm Weber (1813-1894), deutscher Arzt, Schriftsteller und Politiker

Gehst du durch den Bergwald, so findest du keinen Baum, der nicht leidet. Gehst du durch die Wiese, da ist kein Kraut und Gras, das nicht kämpfen muss.
Jakob Boßhart (1862-1924), Schweizer Schriftsteller

Stechginster, du vom Berge, was lehrst du uns? Sag an! Du lehrst, wir sollen stark sein und standhaft wie ein Mann. Du trotzt mit deinen Dornen wohl jeglicher Gefahr. In Sonne, Schnee und Regen stehst du fest und verwegen das lange, lange Jahr.
Elizabeth Barrett Browning (1806-1861), englische Dichterin

Frei anmutig strebt ihr Wuchs nach oben, was gefällt und hübsch lässt, ist ihr eigen.
Spitzenwerk, aus klarem Grün gewoben, hängt herab von ihren schlanken Zweigen.
Johannes Trojan (1837-1915), deutscher Schriftsteller (Die Lärche)

Der Adler kann nicht vom flachen Boden wegfliegen; er muss mühselig auf einen Fels oder Baumstumpf hüpfen: Von dort aber schwingt er sich zu den Sternen.
Hugo von Hofmannsthal (1874-1929), österreichischer Schriftsteller

Ein Rheinsalm schwamm den Rhein bis in die Schweiz hinein. Und sprang den Oberlauf von Fall zu Fall hinauf. Er war schon weißgottwo, doch eines Tages – oh! – da kam er an ein Wehr: das maß zwölf Fuß und mehr! Zehn Fuß – die sprang er gut! Doch hier zerbrach sein Mut. Drei Wochen stand der Salm am Fuß der Wasser-Alm. Und kehrte schließlich stumm nach Deutsch- und Holland um.
Christian Morgenstern (1871-1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

Aus harter Kindheit, aus viel eigenem Leid, wenn der Mensch danach geartet ist, kann etwas Köstliches entsprießen; der wahre Humor, der wie das Edelweiß nicht in fettem Boden gedeiht, sondern zwischen rauhen Felsen.
Paul Keller (1873-1932), deutscher Schriftsteller und Publizist

Dohle auf dem Hohen IfenDas Glück mein Freund ist überall, in Berg und Tal, in Blume und Kristall
Hermann Hesse (1877-1962), deutscher Dichter

Gebirge: Schwärze, Schweigen und Schnee. Rot vom Wald niedersteigt die Jagd; oh, die mossigen Blicke des Wilds.
Georg Trakl (1887-1914), österreichischer Dichter

Das Schneeglöckchen. Ich wünsche dir die Lebenskraft dieser Blume, die sich von Kälte, Eis und Schnee nicht unterkriegen lässt und zu ihrer Zeit blüht. Jedes Werden in der Natur, im Menschen, in der Liebe, muss abwarten, geduldig sein, bis seine Zeit zum Blühen kommt.
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), deutscher evangelischer Theologe, von den Nazis im KZ ermordet

Die Veilchen in den Bergen haben die Felsen zerbrochen.
Tennessee Williams (1911-1983), US-amerikansicher Schriftsteller

Das Leben ist eine Bergwiese, voll von schönen Blumen und von Kuhfladen. Glück oder Unglück ist nur die Frage, was man mehr anschaut.
Philip Rosenthal (1916-2001), deutscher Unternehmer und Politiker

Geht der Weg über das Gebirge, nimm ein altes Maultier! Vielleicht trägt es dich nicht, aber es kennt den Pfad.
chilenisches Sprichwort

Bergab leite mich, bergauf schone mich, in der Ebene brauche mich, sagt das Pferd.
deutsches Sprichwort

Wetter im Gebirge

Der Bauer erhofft Regen, der Wanderer Sonnenschein.
chinesisches Sprichwort

Auf hohen Bergen weht ein starker Wind.
englisches Sprichwort

Regen am Morgen hält den Wanderer nicht auf.
französisches Sprichwort

Eine Wolke, die auf den Bergen liegt, löst sich endlich in Regen auf.
Bauernregel

Hat der Berg einen Hut, ist das Wetter gut.
Bauernregel

Sieht man entfernte Berge sehr klar und nah, regnet's bald.
Bauernregel

Zieht der Bergbach Rauch kommt schlechtes Wetter auf.
Bauernregel

Die Blitze schlagen in die Gipfel der Berge ein.
Horaz (65-8 v.Cgr.), römischer Dichter

Wetterküche an den Drei Zinnen in SüdtirolWenn auf den Bergen Schnee liegt, muss man sich in den Tälern auf Kälte gefasst machen.
Nicolas de Cholières (1509-1592), französischer Schriftsteller

Gebirgige Gegenden geben den Donner in vielfachem Widerhall zurück.
Abraham a Santa Clara
(1644 - 1709), deutscher kahtolischer Tholog, Kanzelredner und Volksschriftsteller

Auf dem flachen Lande empfängt man gutes und böses Wetter, wenn es schon fertig geworden, im Gebirge ist man gegenwärtig, wenn es entsteht.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Denn nicht die Polhöhe allein macht Klima und Witterung, sondern die Bergreihen, besonders jene, die von Morgen nach Abend die Länder durchschneiden.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Auf Bergen ist früher Licht und Eis als unten.
Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) (1763-1825), deutscher Dichter

Nur die Tiefe nebelt, nicht der Berg.
Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) (1763-1825), deutscher Dichter

Große Seelen ziehen die Schmerzen nach, wie die Gebirgen die Gewitter.
Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) (1763-1825), deutscher Dichter

Aus des Schnees Einsamkeit steigt's wie wunderbares Singen - oh du gnadenreiche Zeit!
Joseph von Eichendorff (1788-1857), deutscher Dichter

Sonnenschein wirkt köstlich, Regen erfrischend, Wind aufrüttelnd, Schnee erheiternd. Wo bleibt da das schlechte Wetter?
John Ruskin (1819-1900), englischer Schriftsteller, Kunstkritiker und Sozialphilosoph

Mich drückt der Föhn. Er atmet schwer und schwül.
Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898), Schweizer Dichter

Nichts in dieser Welt ist genussreicher als gutes Wetter in den Bergen; das nächstbeste aber - wenigstens meistens - ist schlechtes Wetter im Gebirge.
Leslie Stephen (1832-1904), englischer Historiker, Autor und Bergsteiger

Nur wer ein Auge dafür hat, sieht etwas schönes und gutes in jedem Wetter, er findet Schnee, brennende Sonne, Sturm und ruhiges Wetter schön, hat alle Jahreszeiten gern und ist im Grunde damit zufrieden, dass die Dinge so sind wie sie sind.
Vincent van Gogh (1853-1890), niederländischer Maler

Der Berg, im Nebel verhüllt, ist kein Hügel; eine Eiche im Regen keine Trauerweide.
Khalil Gibran (1883-1913), libanesischer Schriftsteller

Seltsam, im Nebel zu wandern! Einsam ist jeder Busch und Stein, kein Baum sieht den andern, jeder ist allein.
Hermann Hesse (1877-1962), deutscher Dichter und Maler

Der Föhn staut, reißt auf und räumt weg....  Wir brauchen Epochen, die aufreißen und klären, auch wenn sie einige Belastungen bringen.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer katholischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Sonnenaufgang und Sonnenuntergang

Wetterküche WettersteingebirgeAn die Berge scheint die Sonne zuerst.
deutsches Sprichwort

Rotes Meer: gutes Wetter am Morgen. Rote Berge: Wasser und Wind.
korsisches Sprichwort

Auf Bergen, in der reinsten Höhe, tief rötlichblau ist Himmelsnähe. Du staunst über die Königspracht, und gleich ist sammetschwarz die Nacht.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Wann im letzten Abendstrahl goldne Wolkenberge steigen und wie Alpen sich erzeigen, frag' ich oft mit Tränen: Liegt wohl zwischen jenen mein ersehntes Ruhetal?
udwig Uhland (1787-1862), deutscher Dichter, Literaturwissenschaftler, Jurist und Politiker

Welch glorreiche Begrüßung bereitet die Sonne den Bergen!
John Muir (1838-1914), schottisch-US-amerikanischer Naturforscher, Philosoph und Umweltschützer

Sei mir gegrüßt, mein Berg mit dem rötlich strahlenden Gipfel!
Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter

Hinaufgeschaut! - Der Berge Gipfelriesen verkünden schon die feierlichste Stunde; sie dürfen früh des ewigen Lichts genießen, das später sich zu uns herniederwendet.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Ferne Berge seh ich glühn.
Wilhelm Busch (1832-1908), deutscher Dichter
 

Das Faszinierende ist der große Eroberungsfeldzug des Lichts. Der erste Schimmer im Osten, der den Orion verblassen lässt, die steigende Helle, die dann plötzlich die höchsten Ketten streft, auf den Gletschern rosarote Teppiche ausbreitet und auf den Firngraten Feuer anzündet. Und dann das langsame Hinuntergleiten des Lichts in die grünen Steilhäne, die Almböden und die Hochwälder ...
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer katholischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Wintereinbruch und Frühlingsbeginn

Es schmilzt der Schnee, es schmilzt der Gram der Berge im Sonnenkuß des Frühlings liebend hin.
Omar Khayyâm (1045-1122), persischer Naturwissenschaftler, Mathematiker und Spruchdichter

Zergangen ist mein Herzeweh seit dass nun fließen will der Schnee von Seiser Alm und Flagg. Erwachet sind die Erden Dünste, es mehren sich die Wasserrünste (Rinnsale, Bäche) von Kastelruh in den Eisáck. Das will mir wohl behagen. Ich hör die Vöglein groß und klein in meinem Wald am Hauenstein.
Oswald von Wolkenstein (1377-1445), Südtiroler Sänger, Dichter, Komponist und Politiker

Der alte Winter in seiner Schwäche, zog sich in raue Berge zurück.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden belebenden Blick.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Freilich wenn das Frühjahr eintritt, Märzenglöckchen und Crocus hervorbrechen, so begreift man kaum wie man in dem Schnee- und Eiskerker fortexistieren konnte.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Wie nahe liegt in unserm Leben, wie auf den Alpen, unser Sommer neben unserm Winter; wie klein ist der Schritt aus unsern Blumengärten in unsere Eisfelder!
Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) (1763-1825), deutscher Dichter

Wenn der Frühling auf die Berge steigt und im Sonnenstrahl der Schnee zerfließt, wenn das erste Grün am Baum sich zeigt und im Gras das erste Blümlein sprießt – Wenn vorbei im Tal nun mit einem Mal alle Regenzeit und Winterqual, schallt es von den Höhn bis zum Tale weit: O, wie wunderschön Ist die Frühlingszeit!
Friedrich Martin von Bodenstedt (1819-1892), deutscher Schriftsteller

Es gibt kein schöneres, milderes Licht als einen Herbstabend in den Dolomiten. Nie sind Wände und Pfeiler zarter und plastischer in ihren Strukturen als im verglühenden Rosa der Felsen und im Dämmerblau der Schatten... Ein Herbstabend in den Bergen ist der Inbegriff der positiven Seite des Alterns.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer katholischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Schnee und Eis

vereister Schnee am Stellasattel im Defreggertal in OsttirolWie die Pinie und die Zeder den Frost und den Schnee aushalten, so überwinden Vernunft und Weisheit Gefahr und Ungemach.
chinesisches Sprichwort

Den Berg belastet der Schnee, den Menschen die Zahl seiner Lebensjahre.
mongolisches Sprichwort

Was in den Schnee fällt, kommt im Tauwetter ans Licht.
dänisches Sprichwort

Guter Rat ist wie Schnee, je leiser er fällt, desto länger bleibt er liegen.
finnisches Sprichwort

Treibeschnee ist Bleibeschnee.
deutsches Sprichwort

Es kommt alles an den Tag, was unterm Schnee verborgen lag.
deutsches Sprichwort

Grünt um Lichtmess schon der Klee, gibt's um Ostern oft noch Schnee.
Bauernregel

Ist's zu Weihnachten warm und lind, kommt zu Ostern Schnee und Wind.
Bauernregel

Liegt der Schnee erst drei Tage, dann liegt er auch drei Wochen.
Bauernregel

Viele Schwämme - viel Schnee. Keine Schwämme - kein Schnee.
Bauernregel

Das Wunder einer einzigen Schneeflocke wiegt die Weisheit von einer Millionen Meterologen auf.
Francis Bacon (1561-1626), englischer Philosoph, Essayist und Staatsmann, entwarf die Methodologie der Wissenschaften

Schwerer zu brechen ist des Weibes Willen, als eines Schneebergs Gipfel zu erklimmen.
Felix Lope de Vega Carpio (1562-1635), spanischer katholischer Priester, päpstlicher Protonotar und Bühnenschriftsteller

Schnee, der sich leicht ballen lässt, schmilzt bald.
Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) (1763-1825), deutscher Schriftsteller

Der Schnee ist erlogene Reinlichkeit.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Schnee, der sich leicht ballen läßt, schmilzt bald.
Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) (1763-1825), deutscher Dichter

Rat ist wie Schnee; je weicher er fällt, desto länger bleibt er liegen, und desto tiefer sinkt er ins Hirn.
Samuel Taylor Coleridge (1772-1834), englischer Dichter

Eiszapfen in PartnachklammDie erste Liebe ist wie der erste Schnee; er bleibt gewöhnlich nicht lange liegen.
Moritz Gottlieb Saphir (1795-1858), österreichischer Schriftsteller, Journalist und Satiriker

Die Natur ist voller Genie, voller Göttlichkeit, so dass nicht eine Schneeflocke ihrer gestaltenden Hand entkommen kann.
Henry David Thoreau (1817-1862), US-amerikanischer Schriftsteller

Wie eine Schneewehe entsteht, wenn sich der Wind legt, so entsteht eine Institution, wenn sich die Wahrheit hat einlullen lassen; doch die Wahrheit bläst über die Institution hinweg und bläst sie schließlich fort.
Henry David Thoreau (1817-1862), US-amerikanischer Schriftsteller

Nun hat der Berg sein Schneekleid angetan, und Schnee liegt lastend auf den Tannenbäumen und deckt die Felder zu, ein weißer Plan, darunter still die jungen Saaten träumen.
Johannes Trojan (1837-1915), deutscher Schriftsteller (Die Lärche)
 

Auf seinen Lorbeeren auszuruhen ist so gefährlich wie auf einer Schneewanderung ausruhen. Du nickst ein und stirbst im Schlaf.
Ludwig Wittgenstein (1889-1951), österreichischer Philosoph

Der erste Schneefall ist nicht nur ein Ereignis, er ist ein magisches Ereignis. Man geht in einer Art Welt zu Bett und wacht in einer völlig anderen auf, und wenn das nicht Bezauberung ist, wo findet man sie dann?
John Boynton Priestley (1894-1984), englischer Schriftsteller

Der Schnee von gestern ist immerhin das Wasser von heute.
Bertolt Brecht (1898-1956), deutscher Dramatiker und Lyriker

Es gibt wenige Dinge, denen wir uns ganz ohne Langeweile hingeben können, und die das Heer der Gedanken zerstreuen, dessen unablässigem Angriff wir in unseren Städten unterworfen sind. Hierzu gehört die Betrachtung des flackernden Feuers, der Anblick der wirbelnden Schneeflocken und der dunkle, brausende Ton, mit dem die Welle am Strande sich überschlägt.
Ernst Jünger (1895-1998), deutscher Schriftsteller

Eis

Wasser friert nicht an einem Tag zu drei Chi dickem Eis.[1 Chi = 1/3 Meter]
chinesisches Sprichwort

Wenn der Fuchs über das Eis geht, kannst du eine Kanone hinüberfahren.
serbisches Sprichwort

Auf dem Eise ist nicht gut gehen.
deutsches Sprichwort

Wenn du über dünnes Eis läufst, liegt die Sicherheit in deiner Geschwindigkeit.
Ralph Waldo Emerson

Die Menschen sind wie Eisschollen. Sie treiben aneinander vorbei, stoßen sich manchmal an und treiben weiter.
Maxim Gorki (1868-1936), russischer Schriftsteller

Gletscher

Alteschgletscher von EggishornDen glatten See kein Windeshauch verknittert, das Hochgebirg, die Tannen, Klippen, Buchten, die Gletscher, die von Wolken nur besuchten, sie spiegeln sich im Wasser unzersplittert. Das dürre Blatt vom Baume hörbar zittert, und hörbar rieselt nieder in die Schluchten das kleinste Steinchen, das auf ihren Fluchten die Gemse schnellt, wenn sie den Jäger wittert. Horch! Glocken in der weiten Ferne tönend, den Gram mir weckend und zugleich versöhnend, dort auf der Wiese weiden Alpenkühe. Das Läuten mahnt mich leise an den Frieden, der von der Erd auf immer ist geschieden schon in der ersten Paradiesesfrühe.
Nikolaus Lenau (1802-1850), österreichisch-ungarischer Schriftsteller

Wir sehen zwischen Tannen des hohen Jura hindurch in weiter Ferne einen berühmten Gipfel mit ewigem Schnee; er wird freilich zugleich von vielen anderen Orten aus in anderer Art gesehen, durch Weinlauben über einen gewalteigen See hinweg, durch Kirchenfenster, durch enge Hallengassen Oberitaliens; er ist und bleibt aber derselbe Montblanc.
Jakob Christoph Burckhardt (1818-1897), Schweizer Kulturhistoriker

Ein Mensch, der einem Gletscher Gesellschaft leistet, erhält allmählich das Gefühl, dass er unbedeutend ist.
Mark Twain (Samuel Langhorne Clemens) (1835-1910), US-amerikanischer Schriftsteller

Jeder Schweizer trägt seine Gletscher in sich.
André Gide (1869-1951), französischer Schriftsteller

Ruhe, Ruhe, tiefe Ruhe. Lautlos schlummern Menschen, Tiere. Nur des Gipfels Gletschertruhe schüttet talwärts ihre Wasser.
Christian Morgenstern (1871-1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

Weit im Norden, hinter abschreckenden Barrieren von Packeis, liegen Länder, die einen verzaubert halten. Gigantische, imaginäre Pforten, mit in den Horizont gesetzten Angeln, scheinen diese Länder zu bewachen. Langsam öffnen sich die Pforten, und man betritt eine andere Welt, in der der Mensch unbedeutend ist inmitten der Ehrfurcht erbietenden Unermesslichkeit einsamer Berge, Fjorde und Gletscher.
Louise Arner Boyd (1887-1972), US-amerikanische Forscherin und Autorin

Was willst du, sag es, Gott, für deine großzügigen Gaben? Für die Schneekristalle und die Seifenblasen, für die Tiefe der Ewigkeit und des Himmels.
Janusz Korczak (1878/79-1942), polnischer Arzt, Kinderbuchautor und Pädagoge

Wenn man den Gletscher lange genug ansieht, hören Wörter auf, auch nur das Geringste zu bedeuten.
Halldór Laxness (1902-1998), isländischer Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger

Die Schutzgemeinschaft enttäuschter Wintersportfreunde e.V. fordert für das gesamte Alpengebiet die Anbringung deutlich lesbarer Gütesiegel auf der Rückseite der Neuschneedecke.
Vicco von Bülow (Loriot) (1923-2011), deutscher Humorist, Karikaturist, Schauspieler, Moderator, Regisseur und Bühnen- und Kostümbildner

Gletscher am MontblancMan sieht den Himmel nicht und die Erde aber der Schnee fällt weiter.
Zvi Hashin (1929), israelischer Werkstofftechniker

Die Gletscher schrumpfen und der Horizont auch.
Walter Fürst (1932- ) Schweizer Aphoristiker

Die Berge faszinieren ob von der Ferne, von der Nähe, von unten, von oben, im Sonnenlicht, im Regen und Strum, schneegleißend, frühlingsbegrünt, sommerglühend oder oktobergolden - und verführen. Sie begeistern so sehr, dass Menschen in ihren Bannkreis gezogen, jede erdenkliche Mühe auf sich nehmen und jede Vorsicht über Bord werfen, um sie zu bezwingen. Ein letzes Korrektiv wäre Angst, die Angst vor dem Unbekannten, dem unberechenbaren Gletscher.
Bernhard Nicolussi Castellan

Lawine und Steinschlag

Es wird viele geben, die durch ihren eigenen Sturz wachsen. Der Schneeball, der über den Schnee rollt.
Leonardo da Vinci (1452-1519), italienischer Maler, Bildhauer, Baumeister, Zeichner und Naturforscher

Die Lüge ist wie ein Schneeball: Je länger man ihn wälzt, desto größer wird er.
Martin Luther (1483-1546), deutscher Augustinermönch, Reformator

Die Zeit überschlägt sich wie ein Stein vom Berge herunter, und man weiß nicht, wo sie hinkommt und wo man ist.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Wohin haben nicht schon in der Ehe Eitelkeit, Gefallsucht und Leichtsinn geführt! Ist hier nicht - wie überhaupt in der Liebe - auch ein kleiner Fehltritt schon tausendmal zur furchtbaren Lawine geworden?
Herbert Rau (1813-1876), deutscher Schriftsteller

Die Lügen sind gleich den Schneebällen: je weiter man sie fortwälzt, je größer werden sie und zergehen doch endlich wie Wasser.
Georg Philipp Harsdörffer (1607-1658),  deutscher Dichter

Der Schneeball und das böse Wort, sie wachsen, wie sie rollen fort. Einen Schneeball wirf zum Tor hinaus, ein Berg wird's vor des Nachbarn Haus.
Wilhelm Müller (1794-1824), deutscher Dichter

Der schwebende Dunst ist eine genauso wahre Veranschaulichung des Gesetzes der Schwerkraft wie eine hinabstürzende Lawine.
John Burroughs (1837-1921), US-amerikanischer Naturwissenschaftler und Umweltschützer

SchneeballWerde Einsiedler, verfluche deine Artgenossen und fliehe ihre Nähe, und du wirst folgerichtig die Berge lieben, die das Menschenleben nur dulden, die Schwemmfluten oder Lawinen als Ihre Botschaft ins Tal senden.
Leslie Stephen (1832-1904), englischer Historiker, Literat und Bergsteiger

Wasser stürzt, uns zu verschlingen, rollt der Fels, uns zu erschlagen.
Hugo von Hofmannsthal (1874-1829), österreichischer Schriftsteller

Im Val d'Isère, die Nachricht von dieser fürchterlichen Lawine, der Einbruch des Schnees in einen Speisesaal voller junger Leute die froh frühstückten. Die weiße Masse hat mit einer unwiderstehlichen Macht das Haus weggefegt und die Autos pulverisiert.
Julien Green (1900-1998), kanadischstämmiger französischer Schrifsteller

Keine Schneeflocke in der Lawine fühlt sich verantwortlich.
Stanislaw Jerzy Lec (1906-1966), polnischer Satiriker

Todesangst löst eine Lawine aus, die alles unter sich begräbt.
Manfred Hinrich (1926-2015), deutscher Kinderlieder- und Kinderbuchautor, Journalist und Aphoristiker

Auch die größte Lawine wird durch kleinste Dinge ausgelöst.
Vernor Vinge (1944- ), US-amerikanischer Mathematiker

Was ist eine Lawine? Eine Schneewehe nach der Niederkunft!
Erich Rueß (1953- ), deutscher Lehrer

Der Schnee von gestern ist Grundlage für den Neuschnee, der heute zur Lawine wird.
Markus Schermann (1967- ), deutscher Autor

Fels

Wer auf Gott vertraut hat auf Fels gebaut.
deusches Sprichwort

Grober Verstand Ist eine Felsenwand.
deutsches Sprichwort

Zu ewigem Gedächtnis in den Fels gehauen.
AT, Hiob 19,24

Verlass dich auf den Herrn - ewiglich, denn Gott, der Herr, ist ein Fels - ewiglich.
AT, Jesaja 26,4

Wende dein Ohr mir zu, erlöse mich bald! Sei mir ein schützender Fels, eine feste Burg, die mich rettet.
AT, Psalm 31,3

Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Fels will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwinden.
NT, Matthäus 16,18

xxSei wie ein Fels in der Brandung, an welchem sich die Fluten unaufhörlich brechen; der Fels bleibt unbeweglich und zähmt das Wüten der Wellen, die ihn umtoben.
Marc Aurel (121-180), römischer Politiker, Kaiser und Schriftsteller

Wer nicht auf den Felsen der Gottheit Christi baut, wird zerschellen; die Kirche aber, auf diesen Felsen gegründet, wird die Jahrtausende überdauern und bestehen, bis die Sterne vom Himmel fallen.
Athanasius der Große (4. Jh.), Bischof von Alexandrien

Ich bin auf alle zugängliche Höhen geklettert, die mir interessante Beobachtungen versprachen, und habe immer Exemplarien von Bruchstücken der Minen und Gebirgsarten mitgenommen, besonders von denen, die mir ein zur Theorie der Erde wichtiges Factum vorlegten, damit ich sie mit Muße wieder ansehen und studieren könnte
Horace-Bénédict de Saussure (1740-1799), Schweizer Naturforscher

Wir sprechen viel zuviel. Je mehr ich darüber nachdenke, es ist etwas so Unnützes, so Müßiges, ich möchte fast sagen Geckenhaftes im Reden, dass man vor dem stillen Ernst der Natur und ihrem Schweigen erschrickt, soabld man sich ihr vor einer einsamen Felswand oder in der Einöde eines alten Berges gesammelt entgegenstellt.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Der Philosoph, er weiß es nicht zu fassen, da liegt der Fels, man muss ihn liegen lassen, zuschanden haben wir uns schon gedacht.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Zwei Zinken ragen ins Blaue der Luft, hoch über der Menschen Geschlechter, drauf tanzen, umschleiert mit goldenem Duft, die Wolken, die himmlischen Töchter.
Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter

Die Erde ist der große Felsen, woran die Menschheit, der eigentliche Prometheus, gefesselt ist und vom Geier des Zweifels zerfleischt wird.
Heinrich Heine (1797-1865), deutscher Dichter und Publizist

Das ist der Fels, an dem die Besten scheitern, daaa sie aufhören zu lieben, wenn sie anfangen zu erkennen. Wohl Jenem, der Erkenntnis errungen, und Liebe bewahrt hat, — der die Welt, ihr zum Trotze, liebt!
Ernst von Feuchtersleben (1806-1849), österreichischer Arzt und Schriftsteller

Es gibt auch im Meer des Lebens keine ewigen Felsen.
Ricarda Huch (1864-1947), deutsche Schriftstellerin

Weich ist stärker als hart, Wasser stärker als Fels, Liebe stärker als Gewalt.
Hermann Hesse (1877-1962), deutscher Dichter

Da der Fels Festigkeit, Verlässlichkeit und sicheren Halt austrahlt, ist er zu einem Archetyp, einem Urbild der Menschheit geworden, sogar zu einem Symbol des Unendlichen.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Was kann man auf einem schlichten Weg zwischen Blumen, Felsen und Wiesen erleben, wenn man glücklich ist.
Jörg Zink (1922-2016), deutscher evangelischer Theologe, Pfarrer und Publizist

Glauben ist wie ein Stehen auf uraltem Fels und ein Blick in große Ferne.
Jörg Zink (1922-2016), deutscher evangelischer Theologe, Pfarrer und Publizist

Echo

Urteile nicht über Dinge, von denen du nur Echo und Schatten kennst.
japanisches Sprichwort

Die Welt ist ein Berg, und alles, was man je von ihr zurückbekommt, ist der Widerhall der eigenen Stimme.
Dschalal ad-Din Rumi (1207-1273), persischer Mystiker und Dichter, Begründer des Sufismus

So wie etwas ausgesprochen ist, wird ihm auch schon widersprochen, wie der Ton gleich sein Echo hat.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Alle wissen wir, dass die Echo uns nur den Schall unsrer Worte zurückgibt, dass, wie wir fragen, sie uns antworte.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Schneeverwehungen am Hofen IfenMan hört in der Welt leichter ein Echo als eine Antwort.
Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) (1763-1825), deutscher Dichter

Das Echo wie der Nachruhm behalten nur die letzten Silben eines Menschen.
Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) (1763-1825), deutscher Dichter

Wenn auf dem höchsten Fels ich steh', in's tiefe Tal hernieder seh' und singe, fern aus dem tiefen dunkeln Tal schwingt sich empor der Wiederhall der Klüfte. Je weiter meine Stimme dringt, je heller sie mir wiederklingt von unten.
Wilhelm Müller (1794-1827), deutscher Dichter

Mit dem Ohr der Menschheit ist es so beschaffen, dass es den Schall zu verschlafen und erst durch das Echo zu erwachen pflegt.
Arthur Schnitzler (1862-1931), österreichischer Erzähler und Dramatiker

Viele Male habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Gute Gutes hervorlockt, das Böse jedoch Böses erzeugt. Wenn das Echo ausbleibt auf den Ruf des Bösen, so verliert es aus Mangel an Nahrung seine Kraft und stirbt ab. Das Böse nährt sich nur von seinesgleichen. Darum haben weise Menschen, denen dies klar wurde, nicht Böses mit Bösem, sondern immer nur mit Gutem vergolten und so das Böse zu Fall gebracht.
Mahatma Gandhi (Mohandas Karamchand G.) (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Die Person, die allein zu leben versucht, wird als menschliches Wesen nicht erfolgreich sein. Ihr Herz verwelkt, wenn es nicht einem anderen Herzen antwortet. Sein Verstand schrumpft weg, wenn er nur die Echos seiner eigenen Gedanken hört und keine anderen Inspirationen findet.
Pearl Sydensticker Buck (1892-1973), US-amerikanische Schriftstellerin, Literaturnobelpreistägerin

Freundliche Worte sind kurz aber ihr Echo ist endlos.
Mutter Teresa (Agnes Gonxha Bojaxhiu) (1910-1997), albanische Ordneschwesterin unter den Armen in Indien, Friedensnobelpreisträgerin

Niemand beharrt so sehr darauf, eine Meinung zu haben, wie derjenige, der nur Echo ist.
Nicolás Gómez Dávila (1913-1994), kolumbianischer Philosoph

Unsere zivilisierte Welt ist weitgehend echolos. Echos erzeugt man höchstens künstlich in den Tonstudios der Radiostationen... Es ist aber nicht nur unsere Welt stumpf und resonanzarm geworden, es gilt das auch in gewisser Hinsicht für die Landschaft unerer Seele.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer katholischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Unwirtlichkeit und Unerschlossenheit

 

Die Berge ziehen mich deshalb an, weil sie etwas Unerschlossenes an sich haben. Wände, Felsen und Klüfte sind natürliche Gegebenheiten, die wir Bergsteiger akzeptieren. Keinem Bergsteiger fiele es ein, einen Felsen oder Baum wegzusprengen, der im Weg steht. Im Tal wird darüber oft nicht einmal nachgedacht.
Hubert von Goisern (1952- ), österreichischer Liedermacher

Blick auf Schneefinger vom Nebelhorn im AllgäuUnglücklich ist, wer keinen Freund hat, mit dem er Leid und Schmerz teilen kann. Er gleicht einem Baum, der auf dem Rücken eines Berges allein dem Wind ausgesetzt ist.
madegassisches Sprichwort

Ein Hügel kann lieblich sein, das Hochgebirge nicht.
Jakob Boßhart (1862-1924), Schweizer Schriftsteller

Die Berge sind manchmal wohl etwas rauh, ja unerbittlich, doch wer sie versteht, dem schenken sie Stunden, welche unvergeßlich bleiben.
Fritz Kasparek (1910-1954), österreichischer Bergsteiger

Bedrohlichkeit

Alle Wolken gingen Über See. Und die Vögel schwingen wie Gelächter über fernem Land. Nur King-Ting, der spitze Berg, und der Zwerg Li-tai-pe sind beständig, stehen, ragen unverwandt.
Li Bo (701-762), chinesischer Dichter

Die Angst hält Maulwurfhügel für Berge.
rumänisches Sprichwort

Eine Nacht mit einer hässlichen Frau und ein Tag in den Bergen sind beide wie eine Ewigkeit.
türkisches Sprichwort

Der Teufel steigt auf die Berge. Er geht zu denen, die den Gipfel der Würden erreicht haben. Dort erfreut er sich im Wind des eitlen Ruhms und des weltlichen Pomps.
Antonius von Padua (1195-1231), ialienischer Franziskanermönch, Kirchenlehrer, Heiliger

Niemals erscheint eine flache Landschaft meinen Augen schön. Ich brauche Felsen, Tannen, Berge, buschige Wege mit Abstürzen zu den Leitern, die mir Furcht einflößen.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Philosoph und Schriftsteller

Den schreckt der Berg nicht, der darauf geboren.
Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter

Hindernis, Grenze, Trennendes

Das Unglück sitzt nicht hinter den Bergen, es hockt dir auf dem Rücken.
russisches Sprichwort

Hinter den Bergen essen die Menschen auch Brot.
sorbisches Sprichwort

Die Hand der Liebenden reicht über die Berge.
arabisches Sprichwort

Und wenn du den Hals noch so lang machst, du kannst doch nicht hinter den Berg schauen.
Sprichwort

Es liegt in der Natur des Menschen, dass er nicht über einen Berg stolpert, wohl aber über einen Ameisenhügel.
Lü Bü We (
a. 300 - ca. 235 v.Chr.), chinesischer Kaufmann, Politiker und Philosoph

Geißalpsee im AllgäuKomische Gerechtigkeit, der ein Fluss oder ein Gebirge Grenzen setzt! Wahrheit diesseits der Pyrenäen, Irrtum jenseits!
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Wenn du den Hals noch so lang machst, du kannst doch nicht hinter den Berg schauen.
Tao Chi (1641–1720), chinesicher Landschaftsmaler, Kalligraph und Dichter

... sie warf die Alpen auf, dich von der Welt zu zäunen, weil sich die Menschen selbst die größten Plagen sind.
Albrecht von Haller (1708-1777), Schweizer Mediziner, Botaniker und Wissenschaftpublizist

Es geht gut - der Berg ist überschritten.
Friedrich II., der Große (1712-1786), preussischer König (letzte Worte)

Das gelobte Land liegt immer jenseits der Berge.
Washington Irving (1783-1859), US-amerikanischer Schriftsteller

Die Linien des Lebens sind verschieden, wie Wege sind, und wie der Berge Grenzen. Was hier wir sind, kann dort ein Gott ergänzen mit Harmonien und ewigem Lohn und Frieden.
Friedrich Hölderlin (1770-1843), deutscher evangelischer Theologe, Lyriker und Dramatiker

Die Heiterkeit und der Lebensmut unserer Jugend beruht zum Teil darauf, dass wir, bergauf gehend, den Tod nicht sehn; weil er am Fuß der andern Seite des Berges liegt.
Arthur Schopenhauer (1788-1860), deutscher Philosoph

Hinterm Berg wohnen auch Leute.
Theodor Fontane (1819-1898), deutscher Dichter hugenottischer Abstammung

Der Berg lacht nicht über den Fluss, weil er tief unten ist - und der Fluss schmäht den Berg nicht, weil er unbeweglich ist.
John Ruskin (1819-1900), englischer Schriftsteller, Kunstkritiker und Sozialphilosoph

Der kleinste Hügel vermag und die Aussicht auf einen Chimborasso zu verdecken.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), österreichische Erzählerin

Mancher besitzt Kraft genug, den höchsten Berg zu erklimmen, aber er verschwendet sie mit dem Abtragen von Maulwurfshügeln an dessen Fuße.
Otto von Leixner (1847-1907), deutscher Schriftsteller

Die Weltanschauung trennt im Grunde die Menschen mehr als Berge, Meere und Sprachen.
Jakob Boßhart (1862-1924), Schweizer Schriftsteller

Etwas ist verborgen. Entdecke es. Geh und schau nach, was hinter dem Gebirge ist. Etwas ist hinter den Ketten des Gebirges verlorengegangen. Es ist verlorengegangen und wartet dort auf dich. Geh!
Rudyard Kipling (1865-1936), englischer Journalist und Schriftsteller

Es gibt Berge, über die man hinweg muss, sonst geht der Weg nicht weiter.
Ludwig Thoma (1867-1921), deutscher Schriftsteller

Ihr seid nicht in euren Körper eingeschlossen, noch an die Felder oder Häuser gebunden. Das, was ihr seid, wohnt über dem Berg und treibt mit dem Wind.
Khalil Gibran (1883-1913), libanesischer Schriftstelle

Höhe

Auch ein hoher Berg bleibt unter der Sonne.
chinesisches Sprichwort

Wer nie einen Berg bestieg, weiß nicht, wie hoch der Himmel ist.
chinesisches Sprichwort
 

Die Höhe allein macht einen Berg nicht verehrenswürdig.
japanisches Sprichwort

Auch der höchste Berg beginnt auf der Erde.
Marokkanisches Sprichwort

Mancher Berg reicht bis zum Himmel und wird doch von einem Grashalm überragt.
François Ponsard (1814-1867), französischer Dramatiker

Miss nie des Berges Höhe, ehe du den Gipfel erreicht hast. Dort wirst du sehen, wie niedrig er ist.
Dag Hammarskjöld (1905-1961), schwedischer Politiker, UN-Generalsekretär, Friedensnobelpreisträger 1961 (posthum)

Schon an der Größe eines Augenblicks lässt sich die Größe eines Lebens ermessen: die Höhe einer Bergkette wird ja auch nicht nach der Höhe irgendeiner Talsohle angegeben, sondern ausschließlich nach der Höhe des höchsten Berggipfels. So entscheiden auch im Leben über dessen Sinnhaftigkeit die Gipfelpunkte und ein einziger Augenblick kann rückwirkend dem ganzen Leben Sinn geben.
Viktor Emil Frankl (1905-1997), östereichischer Psychotherapeut, Begründer der Logotherapie

Berge aus der Ferne

Eibsee an ZugspitzeBlau sind die Berge, die weit entfernt liegen.
US-amerikanisches Sprichwort

Wenn viele Berge beisammen finden, nennt man sie ein Gebirge.
Immanuel Kant (1724-1804), deutscher Philosoph

Nun ging mir eine neue Welt auf. Ich näherte mich den Gebirgen, die sich nach und nach entwickelten.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

War doch gestern dein Haupt noch so braun wie die Locke der Lieben, deren holdes Gebild still aus der Ferne mir winkt; silbergrau bezeichnet dir früh der Schnee nun die Gipfel, der sich in stürmender Nacht dir um den Scheitel ergoss.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Es sind keine Worte für die Größe und Schöne dieses Anblicks. Immer wieder zog die Reihe der glänzenden Eisgebirge das Aug’ und die Seele an sich. Schon was vom See auf für schwarze Felsrücken, Zähne, Türme und Mauern in vielfachen Reihen vor ihnen aufsteigen, wilde, ungeheuere, undurchdringliche Vorhöfe bilden! Wann sie dann erst selbst in der Reinheit und Klarheit in der freien Luft mannigfaltig daliegen! Man gibt da gern jede Prätension ans Unendliche auf, da man nicht einmal mit dem Endlichen im Anschauen und Gedanken fertig werden kann.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Ferne Berge sind erhabener als nahe.
Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) (1763-1825), deutscher Dichter

Die grünen Berge, sind sie nicht blau in der Ferne? So wird Hoffnung des Menschen Himmel.
Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) (1763-1825), deutscher Dichter

Wenn man die Berge von ferne sieht, so hat man doch keinen Begriff von ihrer Majestät in der Nähe, es geht mit ihnen ganz umgekehrt als mit vielen, vielen Leuten, welche das Ansehen in der Nähe gar nicht vertragen können.
Jeremias Gotthelf (1797-1854), Schweizer Schriftsteller

Wenn man sich von den Bergen entfernt, so erblickt man sie erst recht in ihrer wahren Gestalt.
Hans Christian Andersen (1805-1875), dänischer Schriftsteller, Märchensammler

Dieser Mensch macht die ganze Gegend, die er beherrscht, auf alle Weise reizend und bedeutungsvoll: Nachdem wir dies zum hundertsten Mal gesagt haben, sind wir so unvernünftig und so dankbar gegen ihn gestimmt, dass wir glauben, er, der Geber dieses Reizes, müsse selber das Reizvollste der Gegend sein - und so steigen wir auf ihn hinauf und sind enttäuscht. Plötzlich ist er selber, und die ganze Landschaft um uns, unter uns, wie entzaubert; wir hatten vergessen, dass manche Größe, wie manche Güte, nur auf eine gewisse Distanz hin gesehen werden will, und durchaus von unten, nicht von obern - so allein wirkt sie.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Bleib' nicht auf ebnem Feld! Steig' nicht so hoch hinaus! Am schönsten sieht die Welt von halber Höhe aus.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Und hinter den Uferzielen tauchen die vielen, vielen Silberberge auf.
Rainer Maria Rilke (1875-1922), deutschsprachiger Dichter

Das Auge sagte eines Tages: "Ich sehe hinter diesen Tälern im blauen Dunst einen Berg. Ist er nicht wunderschön?" Das Ohr lauschte und sagte nach einer Weile: "Wo ist der Berg? Ich höre keinen!" Darauf sagte die Hand: "Ich versuche vergeblich, ihn zu greifen. Ich finde keinen Berg!" Die Nase sagte: "Ich rieche nichts. Da ist kein Berg!" Da wandte sich das Auge in eine andere Richtung. Die anderen diskutierten weiter über diese merkwürdige Täuschung und kamen zu dem Schluss: "Mit dem Auge stimmt etwas nicht!"
Khalil Gibran (1883-1913), libanesischer Schriftsteller

Die Pyrenäen, Sie sind nicht allzu hoch – ihre Linien sind sanft geschwungen, der scharfe Grat ist hier selten, und alle Kuppen sind rund. Es ist wie erstarrte Musik in diesen Höhenzügen.
Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Schriftsteller

Bergsteigermotivation

Der Wille erlaubt es, auf die Gipfel zu steigen; ohne Wille bleibt man am Fuß des Gebirges.
chinesisches Sprichwort 

Kontakt mit weisen Leuten verschafft Weisheit, nicht Berge oder Meere.
Erasmus, Apophthegmata

Fels bei Gavernais in den PyrenäenDen höchsten Berg dieser Gegend, den man nicht zu Unrecht Ventosus, den „Windigen“ nennt, habe ich am heutigen Tag bestiegen, allein vom Drang beseelt, diesen außergewöhnlich hohen Ort zu sehen.
Francesco Petrarca (1304-1374), italienischer Dichter und Humanist

Es scheint, als schänge man sich über der Menschen Aufenthalt hinauf und ließe darin alle niedrigen und irdischen Gesinnungen zurück, als nähme die Seele, je mehr man isch den ätherischen Gegenden nähert, etwas von ihrer unveränderlichen Reinheit an.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Philosoph und Schriftsteller

Die Trägheit ist für das Individuum ebenso entwürdigend wie für die Völker. Kein Faultier hat je Eindruck in der Welt gemacht, noch wollte es ihn machen. Kein Faultier ersteigt einen Berg oder überwindet sonst eine Schwierigkeit, die sich umgehen läßt. Trägheit hat im Leben stets daneben gegriffen und wird es auch stets tun. Es liegt in der Natur der Sache, dass sie niemals Erfolg hat. Sie ist eine Last, ein Hemmnis, eine Schädigung, stets unnütz, unzufrieden, melancholisch und elend.
Samuel Smiles (1812-1904), schottischer Schrifsteller

Es gibt wahrscheinlich kein Vergnügen das dem Vergnügen des Ersteigens einer gefährlichen Alm gleicht; aber es ist ein Vergnügen das strengt nur auf Leute beschränkt ist, die ein Vergnügen darin finden können.
Mark Twain (Samuel Langhorne Clemens) (1835-1910), US-amerikanischer Schriftsteller und Unternehmer

So steigt der Mensch auf gefährlichen Wegen in die höchsten Gebirge, um über seine Ängstlichkeit und seine schlotternden Kniee Hohn zu lachen.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Das Bergsteigen ist seinem innersten Wesen nach zum Teil auch „Erforschen
Arnold Lunn (1888-1974), englischer Skifahrer und Bergsteiger

Viele Menschen erklimmen hohe Berge und setzen Leib und Leben aufs Spiel um der Freude und der Erregung willen, die die Überwindung einer Schwierigkeit und das Überstehen einer Gefahr begleiten, und weil sie die Gefahr erkennen, die sie umlauert, wird ihr Empfinden wacher und die Freude am Dasein stärker.
Jawaharlal Nehru (1889-1964), indischer Politiker, Ministerpräsident

Wandern, sich abmühen, klettern, rutschen, klimmen, herausholen, was in einem Körper drinsteckt, auch das ist Reisen.
Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Schriftsteller

Der Kampfsport kennt Konkurrenten und Rivalen, aber der Alpinist konkurriert und rivalisiert nur mit einem, und das ist er selbst. Er verlangt etwas von sich, er fordert etwas von sich, eine Leistung.
Viktor Emil Frankl (1905-1997), östereichischer Psychotherapeut, Begründer der Logotherapie

Mein Sinnen und Trachten galt den Bergen; das ist die tief in der Seele schlummernde Leidenschaft, die durch nichts zu erklären ist. Sie kann zu den höchsten Höhen führen, aber auch zum tiefsten Verderben.
Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergführer und Alpinist

Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.
Albert Camus (1913-1960), französischer Schriftsteller

Warum wir auf die Berge steigen? Weil sie da sind.
Edmund Hillary (1919-2008), neuseeländischer Bergsteiger, Erstbesteiger des Mount Evererst

Nicht der Berg ist es, den man bezwingt, sondern das eigene Ich.
Edmund Hillary (1919-2008), neuseeländischer Bergsteiger, Erstbesteiger des Mount Evererst

Extrembergsteiger sind Besessene. Sie müssen es sein. Ohne Besessenheit kann man das Ziel, das so viel Entsagung und Selbstüberwindung fordert, nicht erreichen.
Hermann Buhl (1924-1957), österreichischer Bergsteiger und Autor

Das vielfältige Schauspiel der Berge, die Erinnerungen, aber besonders das Gefühl, dem Alltag entflohen zu sein, das Gefühl der Freiheit und der Lebensfreude, waren der Grund meiner Liebe zu den Bergen.
Walter Bonatti (1930-2011), Südtiroler Alpinist, Bildreporter und Autor

Klettern ist so nahe wie wir dem Fliegen nur kommen können.
Margaret Young (1932-1979), US-amerikanische Bergsteigerin

Angst ist ein unabdingbarer Bestandteil des ernsthaften Bergsteigens, und die Überwindung dieser Angst ist eine Droge, die süchtig macht.
Oswald Oelz (1943- ), österreichisch-schweizerischer Arzt und Bergsteiger

... das Fast-Sterben und dann Überlebthaben ist das Stärkste, was wir spüren können.

Die tiefsten Gründe auf die Berge zu steigen liegen darin, dass ich die stärksten Erfahrungen nur haben kann, wenn ich bis an den Rand der Möglichkeiten gehe.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Ich bin Grenzgänger und begebe mich in Grenzsituationen, um meine Ängste, Zweifel undWildbach bei Gavernais in den Pyrenäen Hochgefühle zu erfahren.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Wir steigen nicht auf Berge, um Gipfel zu erreichen, sondern heimzukehren in eine Welt, die uns als neue Chance, als ein nochmals geschenktes Leben erscheint.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Viele Extremabenteurer [...] laufen vor häuslichen Problemen davon.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Die Kunst des Bergsteigens ist es, die Grenzen zwischen Feigheit und Wahnsinn zu erkennen. Mit anderen Worten – den grösstmöglichen Schwierigkeiten mit grösstmöglicher Vorsicht zu begegnen.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Ich bin … eine Art Sisyphus, der niemals wirklich zum Gipfel kommt … und der Stein, den ich auf den Berg rolle, ist meine eigene Psyche.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Bergsteigen ist die Eroberung des Nutzlosen; dazu bekenne ich mich.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Es gibt keine andere Motivation, auf Berge zu steigen, als den Egoismus.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor
[vgl. a.:
Der Sinn fällt nicht vom Himmel, er wird auch nicht von einer Religion gestiftet, sondern ich selbst stifte Sinn, indem ich mir mein Tun wichtig mache.
Um mich ausdrücken zu können, muss ich die Welt mit meinen Schritten ausmessen. Nur so kann ich selbst ermessen, wer ich bin, wo ich hingehöre.
Mir geht es um den Dialog, um gemeinsame Geschichten, um das kulturelle Erbe des Alpinismus. Ich übernehme damit eine Mittlerrolle zwischen dem breiten Publikum und den Bergen. Der Alleingänger mutiert zum Medium.
Das Bergmuseum* ist mein fünfzehnter Achttausender. *MMM Messner Mountain Museum (mit 6 Standorten, Messner posiert auf der Website vor einer Buddhafigur http://www.messner-mountain-museum.it/en/contact/)
Solange Leute aus dem Büro auf einfachen Wanderwegen auf einen kleinen Berg hinaufsteigen, finde ich das sehr positiv.
Schwingt da nicht Arroganz, Narzismus und Hybris mit? Wird das Bergsteigen nicht zu einer Art Ersatzreligion, das Bergmuseum zu einer Art Ersatzheiligtum?]

Ich habe mich schon oft gefragt, warum ich Berge besteigen will, aber schon bald fand ich heraus, dass das nicht nötig ist. Solche Fragen lassen sich nicht beantworten und werden nur von denjenigen gestellt, die nie selbst Bergsteiger waren.
Reinhard Karl (1946- ), deutscher Bergsteiger, Fotograf und Autor

Der Mensch scheint heute von der Angst getrieben, etwas zu verpassen.
Werner Bätzing (1949- ), deutscher Kulturgeograph

Der beste Bergsteiger ist derjenige, der den meisten Spaß hat.
Alex Lowe (1958-1999), US-amerikanischer Bergsteiger

Man geht nicht nach dem Klettern zum Kaffeetrinken, Kaffeetrinken ist integraler Bestandteil des Kletterns.
Wolfgang Güllich (1960-1992), deutscher Sportkletterer und Expeditionsbergsteiger

Heute aber bin ich mir dessen bewusst, dass Klettern und Bergsteigen eine Lebensformmdarstellen, fast möchte ich sagen eine Methode, die es mir ermöglicht, diesedarstellen, fast möchte ich sagen eine Methode, die es mir ermöglicht, diese raren Momente des reinen Glücks mehr oder minder systematisch zu suchen und zu finden.
Stefan Glowacz (1965- ), deutscher Bergsteiger und Extremkletterer

Das ist das menschliche Paradox der Höhe: das es sowohl den individuellen Geist erhebt als ihn auch auslöscht. Die zu Berggipfeln reisen sind halb mit sich verliebt und halb mit dem Vergessen.
Robert Macfarlane (1976- ), englischer Schriftsteller

Jagende Engel und fliehende Dämonen gehen in die Berge.
Jeffrey Rasby (20. Jh.) US-amerikanischer Bergsteiger und Exkursionsleiter

Was Bergsteiger antreibt, ist kein Todeswunsch, sondern die Gier nach Leben. Nach einem erfüllten, intensiven, kompromisslosen Leben. Niemals zuvor habe ich Menschen getroffen, die lebendiger waren - körperlich, emotional, intellektuell, spirituell.
Nicolas O' Connell 

Rekordsucht, Konkurrenzkampf, Angeberei

Es ist immer der andere Berg der höher ist.
chinesisches Sprichwort

Wer den höchsten Gipfel erstieg, ist zu stolz, auf dem zweiten sich zu zeigen.
Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803), deutscher Theologe, Schriftsteller und Sprachforscher

Hüte dich, den Aufstieg zu diesem Gebirge zu beginnen, wenn du nicht die brennende Begierde hast, den höchsten Gipfel zu erreichen, denn dieses Gebirge lässt seiner nicht spotten.
Menachem Mendel von Kozk (1787-1859), chadissischer Rabbiner

Das „Nurgipfelstürmertum“ allein hat für mich einen starken Beigeschmack von Sport und einen gewissen von Narretei.
Julius Kugy (1858-1944), österreichischer Bergsteiger und Schriftsteller

Dir sind die Alpen nicht hoch, nicht geheimnisvoll genug, du träumst von den Anden, vom Kaukasus, vom Himalaya. Und doch gilt es eben hier die Seele ganz zu weiten und schon hier die letzte Erhabenheit zu empfinden. Sind nicht alle diese Berge gleiche Klippen der großen, strahlenden Geister- und Gottes-See, auf die immer wieder hinzublicken, ja, die früher oder späger mannhaft zu befahren unsere edelste Bestimmung und Freiheit ist?
Christian Morgenstern (1871-1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

Du sollst die Berge nicht durch Rekordsucht entweihen, du sollst ihre Seele suchen!
Luis Trenker (1892-1990), Südtiroler Bergsteiger, Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller

Die bekannten Bergsteiger von heute sind ein sehr bunter Haufen, viele nur noch Primadonnen. Ihr grösster Ehrgeiz besteht darin, möglichst auffällig erfolgreich zu sein.
Edmund Hillary (1919-2008), neuseeländischer Bergsteiger, Erstbesteiger des Mount Evererst

Wenn man versucht, einen Berg zu besteigen, um zu beweisen, was für ein toller Kerl man ist, schafft man es fast nie. Und wenn, dann ist es ein Pyrrhussieg. Damit der Sieg nicht verblasst, muss man immer wieder auf andere Arten seine Tüchtigkeit beweisen.
Robert Maynard Pirsig (1928- ), US-amerikanischer Autor

Es kommt beim Bergsteigen nicht auf neue Rekorde an. Sich der Natur auszusetzen ist alles.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Um seine Liebe zu ihr zu beweisen, erklomm er die höchsten Berge, durchschwamm die tiefsten Meere und zog durch die weitesten Wüsten. Doch sie verließ ihn - weil er nie zu Hause war.
Allan Pease (1952- ), australischer Kommunikationstrainer

Was nützen mich tausend erstiegene Gipfel, wenn ich innerlich nichts von ihnen habe!
Theodor Wundt (1958-1929), württembergischer Generalleutnant, Bergsteiger, Fotograf und Schriftsteller

Wenn ich vor einer Klettertour sage, dass ich nur eine gute Figur machen möchte, werde ich garantiert nicht die Besessenheit und Leidenschaft entwickeln können, um auf den Berg zu kommen.
Stefan Glowacz, deutscher Extrembergsteiger und -kletterer

Sehnsucht

Gleitschirmflieger am NebelhornWeit hoch, herrlich der Blick rings ins Leben hinein, vom Gebirg zum Gebirg schwebt der ewige Geist ewigen Lebens ahndevoll.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter

Lebt wohl, ihr Berge, ihr geliebten Triften.
Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter

Lebet wohl, ihr glatten Säle, glatte Herren! Glatte Frauen! Auf die Berge will ich steigen, lachend auf euch niederschauen.
Heinrich Heine (1797-1865), deutscher Dichter und Publizist

Wie es heute den Städter, den Bewohner der Ebene ins Gebirge zieht, so treibt auch eine geheime Sehnsucht die besseren Geister empor über die Plattheit des Weltgetriebes zur Gottesnähe, über die Arbeitssorgen zur Ruhe des Gebets, über den zerstreuenden Genuss zur religiösen Vertiefung und Sammlung.
Carl Joseph Mausbach (1861-1931), deutscher Theologe und Politiker, Zentrum

Über viele Jahre und unter großen Kosten reiste ich durch viele Länder sah die hohen Berge, die Ozeane. Nur was ich nicht sah war der glitzernde Tautropfen im Gras gleich vor meiner Tür.
Rabindranath Tagore (1861-1941), indischer Dichter, Literaturnobelpreisträger

Erlöst vom Gebirge – erlöst vom Klettern und Steigen. In meinem Herzen liegt eine kleine Flocke, eben geboren, ein Ei: Sehnsucht nach den Pyrenäen.
Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Schriftsteller

Berge sind Orte, wo die Seele Sehnsucht verspürt.
anonymus

Selbsterfahrung und Selbsterkenntnis

Die Menschen gehen in die Ferne, um die Berggipfel zu betrachten, doch an sich selbst gehen sie vorbei.
Aurelius Augustinus (354-430), katholischer Theologe, Philosoph, Bischof, Kirchenvater, Heiliger

Erklimme das Gebirge oder steige ins Tal hinab, gehe bis ans Ende der Welt oder um dein Haus herum: du triffst immer nur dich auf den Straßen des Zufalls.
Maurice Maeterlinck (1862-1949), belgischer Schriftsteller und Dramatiker französischer Sprache

Der Abend ist die Wetterscheide zwischen Arbeit und Ruhe. Da lagert sich alles ab, und man sieht von hier aus die erfüllte Pflicht auf der einen, und den ungestörten Schlaf auf der anderen Seite als Belohnung. Am Morgen steigt man wieder den Berg hinauf.
Wilhelm Julius Foerster (1832-1921), deutscher Astronom

Menschen sind wie Berge: Die großen scheinen aus der Nähe kleiner, die kleinen größer.
Aleksander Swietochowski (1849-1938), polnischer Schriftsteller, Kritiker und politischer Publizist

Es gibt nur einen Rivalen beim Bergsteigen oder Klettern: Man nimmt es mit sich selbst auf.
Viktor Emil Frankl (1905-1997), östereichischer Psychotherapeut, Begründer der Logotherapie

Ich lernte verstehen, dass die Berge, die wir bezwingen, nicht die am Horizont sind, sondern diejenigen in uns.
Royal Robbins (1935- ), US-amerikanischer Kletterer

DDR-Bürger durften nur Sehnsucht nach der sächsischen Schweiz haben und nicht nach den Alpen.
Bärbel Bohley (1935-2010), deutscher Bürgerrechtlerin der DDR und Malerin

Das gehört zum Zauber der Berge: In ihrem Anblick lesen wir uns selbst. Auf Schritt und Tritt begegnen wir unserer eigenen Geschichte in den Formen, Farben, Geräuschen und Gerüchen, die Erinnerungen wecken, Gefühle auslösen, unsere Seele bewegen. Eine Wurzel am Weg, ein Griff in der Wand, ein Sonnenuntergang, fallende Steine oder Nebelschleier lesen wir als Zeichen, als Botschaften. Die Sprache der Natur erzählt uns von unserer eigenen Natur.
Emil Zopfi (1943- ), Schweizer Schriftsteller

Es gibt sie noch die weißen Flecken; Sie sind in uns selbst. Und für diese weißen Flecken lohnt es sich, hinauszugehen in jenen Bereich, der für die Menschen nicht gemacht ist.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Das Leben gleicht dem Hochgebirgs-Klettern: Es kostet Kraft, verlangt Geschick, bringt Gefahren, bietet Schönes, ermöglicht Triumphe.
Rainer Kaune (1945- ), deutscher Autor, Rezitator, Vortragsredner, Pädagoge und Herausgeber

Rückzugs- und Zufluchtsort

Flieh nach den Bergen wie ein Vogel!
AT, Psalm 11,1

Blaueisgletscher am WatzmannDie einzigen Freunde, die wir haben, sind die Berge.
kurdisches Sprichwort

Die Menschen suchen sich Orte, an die sie sich zurückziehen können, auf dem Lande, an der See und im Gebirge... Doch das ist wirklich in jeder Hinsicht albern, da es dir doch möglich ist, dich in dich selbst zurückzuziehen, wann immer du es willst.
Marc Aurel (121-180), römischer Politiker, Kaiser

Nun geh mir’s, wie’s wolle, hab ich doch immerda einen Zufluchtsort.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Die Berge haben immer Krieg gegen die Ebenen geführt.
Victor Hugo (1802-1885), französischer Schriftsteller

Ich verliere wertvolle Tage. Ich degeneriere in eine Maschine zum Geldverdienen. Ich lerne nichts in dieser trivialen Welt der Menschen. Ich muss ausbrechen und in die Berge gehen um das Neue zu lernen.
John Muir (1838-1914), schottisch-US-amerikanischer Naturforscher, Philosoph und Umweltschützer

Doppelt glücklich ist der Mensch für den hohe Berggipfel in Reichweite sind.
John Muir (1838-1914), schottisch-US-amerikanischer Naturforscher, Philosoph und Umweltschützer

Ich will ja zugeben, dass in mancher Lebenslage oder Krise die Flucht in die Berge verständlich ist -  als Episode. Aber die Flucht als Dauerzustand - wenn diese Gefahr aufkäme, dann müssten wir uns an das alte Wort erinnern: Wie könnt ihr zu meiner Seele sagen: Flieh wie ein Vogel in die Berge ...
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer katholischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Freiheitsgefühl

Auf den Bergen ist Freiheit! Der Hauch der Grüfte steigt nicht hinauf in die reinen Lüfte.
Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter

Warum wohnt die Freiheit auf den Bergen? - Weil die Menschen im Tale wohnen; Berg und Tal komen nicht zusammen.
Moritz Gottlieb Saphir (1795-1858), österreichischer Satiriker, Journalist und Kritiker

Berge sind die beständigsten Monumente der Erde.
Nathaniel Hawthorne (1804-1864), amerikanischer Schriftsteller

Die Hälse werden im Gebirge frei! Ein Wunder, dass wir nicht singen.
Franz Kafka (1883-1924), deutschsprachiger Schriftsteller aus Österreich-Ungarn

Die menschliche Freiheit ist ein Ergebnis der Befreiung, eines zähen und unermüdlichen Aufstiegs in einer feindseligen Wand.
Alfred Delp (1907-1945), deutscher katholischer Priester, Mitglied des Kreisauer Kreises, ging in KZ für Familienvater in den Tod

Je höher du auf einen Berg hinaufgehst, desto kleiner werden deine Sorgen. Dort oben entsteht eine Klarheit des Denkens, die nirgendwo anders möglich ist.
Friedrich Stickler (1949- ), österreichischer Manager

Hier oben fühle ich mich frei, ich kann alle Verpflichtungen hinter mir lassen. Am Berg habe ich ein anderes Lebensgefühl als im Tal.
Gerlinde Kaltenbrunner (1970- ), deutsche Bergsteigerin

Menschen, die die Berge lieben, sind aus tiefster Seele frei. Sie entschweben leicht dem Alltagseinerlei. Menschen, die die Berge lieben, widerspiegeln Sonnenlicht. Die anderen, die im Tal geblieben, verstehen ihre Sprache nicht.
Stefan Schröder

Nur wer die Freiheit am Gipfel des Berges kennt, weiß um die Dinge, die wirklich wichtig sind.
anonymus

Einsamkeit und Alleinsein

Nachdem er die Leute weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg.
NT, Matthäus 14,23

Du grüner Berg, der du mit zweien Spitzen Parnasso gleichst, du hoher Fels, bei dir wünsch' ich in Ruh zu bleiben für und für und deine Lust ganz einsam zu besitzen...
Martin Opitz (1597-1632), deutscher Dichter

Alle Worte, die den Menschen leben machen kommen aus den Wüsten, aus den Bergen, aus den Wäldern - wie das Brot, das wir essen, aus den einsamen Ebenen kommt, wo nur die Lerche wohnt.
Giovanni Papini (1881-1956), italienischer Schriftsteller

Für alle Herzensschäden, für Stadtfieber und jederlei andere Zwietracht in der eigenen Brust gibt es kein besseres Rezept als dieses: Fort in die Einsamkeit, fort ins Gebirge, hinauf in ein stilles Tal.
Walter Pause (1907-1988), deutscher Schriftsteller und Bergsteiger

Ruhe, Stille, Schweigen

Die Stille ist nicht auf den Gipfeln der Berge, der Lärm nicht auf den Märkten der Städte; beides ist in den Herzen der Menschen.
Laotse (ca. 500 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Die Gebirge sind stumme Meister und machen schweigsame Schüler.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

am GroßvenedigerAbgeschiedenheit von Menschen, äußere Ruhe um mich her und innere Beschäftigung sind der einzige Zustand, in dem ich noch gedeihe.
Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter

In den Tiefen der Gebirgswelt wird das Geheimnis unsers Herzens ruhn wie das Edelgestein im Schacht, im Schoße der himmelragenden Wälder, da wird uns sein wie unter den Säulen des innersten Tempels, wo die Götterlosen nicht nahn, und wir werden sitzen am Quell, in seinem Spiegel unsre Welt betrachten, den Himmel und Haus und Garten und uns.
Friedrich Hölderlin (1770-1843), deutscher evangelischer Theologe, Lyriker und Dramatiker

Man glaubt, die Welt ist voll Ruhe und Herrlichkeit. Der Blick wird beschränkt, nur das Nächste dringt in das Auge, und ist doch wieder eine unfassbare Menge der Dinge.
Adalbert Stifter (1805-1868), österreichischer Schriftsteller

So still habe ich’s nie gehabt, und alle 50 Bedingungen meines armen Lebens scheinen hier erfüllt zu sein. Ich nehme diesen Fund hin als ein ebenso unerwartetes wie unverdientes Geschenk.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Was frag ich nach den Menschen und nach der lauten Stadt, wenn mich die Bergwaldwildnis, die weiße Stille hat.
Hermann Löns (1866-1914), deutschre Journalist und Schriftsteller

Die große Ruhe und der tiefe Frieden sind nur bei euch, ihr lieben fernen Berge.
Christian Morgenstern (1871-1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

Das Schweigen auf den hohen Bergen redet am mächtigsten.
Paul Richard Luck (1880-1940), deutscher Schriftsteller

Was Schweigen heißt, kann man in den Bergen erleben. Da ist es ganz still. Kein Laut weithin - und rauscht irgendwo Wasser, zwitschert einmal ein Vogel, rollt ein Stein, dann wirkt nachher die Stille nur noch um so tiefer in sich.
Romano Guardini (1885-1968), deutscher katholischer Theologe und Religionsphilosoph

Gebirge: Schwärze, Schweigen und Schnee.
Georg Trakl (1887-1914), österreichischer Dichter

Dort, wo die Grenzen enden, die Wege sich vermischen. Wo das Schweigen anfängt. Dort dringe ich langsam vor und bevölkere die Nacht mit Sternen, mit Worten, mit dem Atem eines fernen Wassers, das mich erwartet, wo die Frühe beginnt.
Octavio Paz (1914.1998), mexikanischer Dichter und Diplomat

Die Berge sind schweigende Lehrer. Sie diskutieren, argumentieren und überreden nicht. Sie drängen sich nicht mit penetranter Rhetorik in unser Bewusstsein. Sie wahren - auch heute noch - weite Räume der Stille.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer katholischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Was treibt eigentlich den Menschen zu diesem verwegenen Spiel? Wir leben in einer Zeit, wo jedem von uns durch gesetzliche Bestimmungen und gesellschafltiche Regelungen die Freiheit genommen ist. Man sucht einen Ausweg aus dieser Zwangsjacke der Zivilisation und flieht in die Ruhe und Abgeschiedenheit der Berge.
Hermann Buhl (1924-1957), österreichischer Bergsteiger und Autor

In der Einsamkeit der Berge wird der Blick für das Wesentliche frei.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

In den Bergen sieht man das Alleinsein als nötige Voraussetzung der Weisheit an. Neu Einsichten entstehen selten im engen Beieinander, denn dort herrscht das Gruppendenken vor, die Last der Gewohnheit und Gefälligkeit. Die enge Gemeinschaft mit ihrer ständigen Überwachng lässt keinen Raum für Querdenker und Neuerungen, für Zweifel und Muße.
Rahim Taghizadegan und Eugen Maria Schulak (20. Jh.)

Bergluft

Steinernes MeerWie der Leib an Waldes- und Bergesluft gesund wird, so kann die Seele sich an Helden- und Gottes-Atmosphäre gesund atmen.
Johannes Bonaventura (1221-1274), italienischer Philosoph, Franziskanermönch

Alle Menschen werden die Wahrnehmungen machen, dass man auf hohen Bergen, wo die Luft rein und dünn ist, freier atmet und sich körperlich leichter und geistig heiterer fühlt.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Philosoph und Schriftsteller

Sie so köstlich weht die Luft von meinen Heimatgebirgen! Wie strömt balsamische Wonne aus euch dem armen Flüchtling entgegen!
Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter

Wie herrlich, Kameraden, In Alpenluft zu baden!
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874), deutscher Dichter

Hier ruht mein treuester Genoss im Land, Herr Hypochonder zubenannt; er starb an frischer Bergesluft, an Lerchenschlag und Rosenduft!
Anastasius Grün (1806-1876), slowenisch-ungarischer Politiker und Lyriker

Wald und freie Bergluft haben mich zur Furchtlosigkeit erzogen, zu gläubiger Lebensfreude, zu dankbarem vor aller Schönheit, zur Wissenschaft von der ewigen Wiederkehr des Frühlings.
Ludwig Ganghofer (1855-1920), deutscher Schriftsteller

Unsere Berge - da gibt es noch Größe und gute Luft und Gläubigkeit!
Heinrich Federer (1866-1928), Schweizer Schriftsteller

Wir alle haben die Wahl, entweder in den Niederungen mit ihren ungesunden Nebeln, aber einem gewissen Maß an körperlicher Sicherheit zu leben, oder auf die hohen Berge zu steigen, mit Risiko und Gefahr als Begleitern, und dort die reine Luft zu atmen, die Freude der weiten Aussicht zu genießen und die aufgehende Sonne zu begrüßen.
Jawaharlal Nehru (1889-1964), indischer Politiker, Ministerpräsident

Mein Freund, ich brauche dich wie eine Höhe in der man anders atmet.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Schriftsteller und Flieger

Wir sind kurzatmig geworden wie hechelnde Jagdhunde. Bergsteiger kehren zur natürlichen Tiefenatmung zurück
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer katholischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Schönheitssinn

Die erhabene Sprache der Natur, die Töne der bedürftigen Menschheit lernt nur der Wanderer kennen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter

Schmetterling an BlaueishütteMit auf die Erde gerichteten Augen schleichen sie umher, und sammeln hie und da kleine Cabinetstücke, ohne sich nach ins Große gehenden Beobachtungen umzusehen. Sie scheinen mir einem Antiquarier zu gleichen, welcher zu Rom mitten im Coliseum oder Pantheon Erdreich aufwühlen würde, um Bruchstücke von gefärbtem Glase zu sammeln, und darüber im Stande wäre, die prachtvolle Baukunst gedachter Gebäude nicht zu sehen.
Horace-Bénédict de Saussure (1740-1799), Schweizer Naturforscher

Vergnügungs-Reisende. - Sie steigen wie Tiere den Berg hinauf, dumm und schwitzend; man hatte ihnen zu sagen vergessen, dass es unterwegs schöne Aussichten gebe.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Ewig und unantastbar ist das Antlitz der Berge. Über alle Zeiten hinweg, über alle kleinlichen Meinungsverschiedenheiten erhaben, sind sie ein Wahrzeichen all dessen, was wir als vollkommen bezeichnen können
Fritz Kasparek (1910-1954), österreichischer Bergsteiger

Der Bergsteiger, der nur den Fels sieht, erlebt die Natur genauso wenig wie der Wanderer, der nur die Blumen sieht.
Hermann Buhl (1924-1957), österreichischer Bergsteiger und Autor

Es ist absolut nicht wichtig wie viele Gipfel du besteigst oder wie hoch dein Berg ist, sondern ob du die Schönheit sehen kannst.
anonymus

Staunen und Bewunderung

Und es gehen die Menschen hin, zu bewundern die Höhen der Berge und die gewaltigen Fluten des Meeres und das Fließen der breitesten Ströme und des Ozeans Umlauf und die Kreisbahnen der Gestirne - und verlassen dabei sich selbst.
Aurelius Augustinus (354-430), katholischer Theologe, Philosoph, Bischof, Kirchenvater, Heiliger

Groß sind des Berges Kräfte; da wirkt Natur so übermächtig frei, der Pfaffen Stumpfsinn schilt es Zauberei.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Die Berge lassen uns staunen. Der wahre Segen der Berge liegt nicht darin, dass sie eine Herausforderung oder eine Arena für uns sind. Sie bieten etwas Sanfteres und unendlich Machtvolleres: Sie fördern unsere Bereitschaft, Wunder anzuerkennen.
Robert Macfarlane (1876- ), englischer Schriftsteller

Dies und die große Natur in diesen Gegenden erhebt und befriedigt meine Seele wunderbar. Du würdest auch so betroffen, wie ich, vor diesen glänzenden, ewigen Gebirgen stehen, und wenn der Gott der Macht einen Thron auf der Erde hat, so ist es über diesen herrlichen Gipfeln.
Friedrich Hölderlin (1770-1843), deutscher evangelischer Theologe, Lyriker und Dramatiker

Nicht allein von der Größe der Objekte oder von der Macht und Nachhaltigkeit sinnlicher Eindrücke, sondern auch von der Aufnahmefähigkeit unseres Geistes und von der Empfänglichkeit des Gemütes hängt die Bedeutung und die Reichhaltigkeit der Ernte ab, die wir von einer Alpenfahrt heimbringen.
Ludwig Purtscheller (1849-1900), österreichischer Bergsteiger und Lehrer

Lebensborn und Energiequelle

Bach am WatzmannGraubünden ist mir wirklich sehr lieb und St. Moritz der einzige Ort der Erde (soweit mir bekannt), der mir entschieden wohlthut, bei gutem und schlechtem Wetter.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Zu den Quellen müssen wir zurück, hoch hinauf in das einsame Gebirge, wo wir nicht Erben sind, sondern Ahnen.
Paul Anton de Lagarde (1827-1891), deutscher Kulturphilosoph und Orientalist

Tausende von erschöpften, zivilisationsmüden Menschen beginnen zu entdecken, dass der Gang in die Berge einer Heimkehr gleicht. Sie begreifen, dass die wilde Natur lebensnotwendig ist und dass Naturparks und Reservate nicht nur Schlagholz und Wasser zum Bewässern liefern, sondern wahre Quellen des Lebens sind.
John Muir (1838-1914), schottisch-US-amerikanischer Naturforscher, Philosoph und Umweltschützer

Erklimme die Berge und spüre die gute Energie. Der Friede in der Natur wird in dich fließen wie der Sonnenschein, der die Bäume nährt. Der Wind wird dich erfrischen, der Sturm dich mit Kraft erfüllen und alle deine Sorgen werden abfallen von dir, wie Herbstblätter.
John Muir (1838-1914), schottisch-US-amerikanischer Naturforscher, Philosoph und Umweltschützer

Wir sind jetzt in den Bergen und sie sind in uns, entfachen Begeisterung, lassen jede Nervenfaser zittern, füllen jede Pore und jede Zelle von uns.
John Muir (1838-1914), schottisch-US-amerikanischer Naturforscher, Philosoph und Umweltschützer

In den Lebensläufen ist die Kindheit jener Berg, von dem der Strom des Lebens seinen Anfang, seinen Anlauf und seine Richtung nimmt.
Janusz Korczak
(1878/79-1942),
polnischer Arzt und Pädagoge, ging mit Kindern ins KZ

Langes Gehen, ausgedehntes Wandern – das ist Balsam für Seele und Körper. Am Berg fühle ich Kraft und Wärme.
Peter Habeler (1942), österreichischer Bergsteiger, bestieg als erster den Mount Everest ohne Sauerstoff

Demut und Ehrfurcht

Hätte ich allen Glauben, so dass ich Berge versetzten könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.
NT, 1. Korinther 13,2

Und wenn du auch die Kraft hast, einen Berg zu versetzen, so brauchst du noch einen Verstand, der so groß und so ruhig ist wie ein Ozean.
chinesisches Sprichwort

Wer die Heimatberge nicht liebt, kann auch fremde Täler nicht lieben.
kaukasisches Sprichwort

Wald am KönigsseeAsien und Europa sind Winkel des Kosmos. Das ganze Meer ist ein Tropfen im Kosmos. Der Berg Athos ist eine kleine Erdscholle im Kosmos. Die gesamte Gegenwart ist ein Punkt in der Ewigkeit. Alles ist winzig, leicht veränderbar, verschwindend klein.
Marc Aurel (121-180), römischer Politiker, Kaiser

Und schreite nicht auf der Erde stolz einher; siehe, du kannst die Erde nicht spalten noch die Berge an Höhe erreichen.
Koran, Sure 17,37

Die Berge verkörpern die unbändige Naturkraft, der wir uns anschmiegen müssen. Sie künden von der Geringfügigkeit des Menschen und seinem Eintagsdasein. Sie schrecken uns aus der geruhsamen Selbstzufriedenheit.
Leslie Stephen (1832-1904), englischer Historiker, Autor und Bergsteiger

Im Hochgebirge. Die Menschen klein, den Menschen groß Vom Felsen hoch zu sehn, so lieb' ich's mir: Das sprießt und wimmelt aus der Erde Schoß – Und mächtig ringt das Ich sich aus dem Wir.
Christian Morgenstern (1871-1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer
 

Vom Gipfel des Everest kannst du nicht die ganze Welt sehen, der Blick von dort erinnert dich nur daran, wieviel es auf der Welt noch zu sehen und zu lernen gibt.
Tenzing Norgay (1914-1986), nepalesisch-indischer Bergsteiger und Sherpa, Erstbesteiger des Mount Everest mit Edmund Hillary

Dort sind die Alpen, sie wirken so gigantisch, makellos und überirdisch, so streng und uns derart überlegen, dass ich mir ganz ärmlich vorkam. Wie können wir je zu ihnen aufsteigen, sie überqueren? Welche Arroganz - welche Dreistigkeit veranlassen uns zu glauben, dass uns das gelänge?
Anne Morrow Lindbergh (1906-2001), US-amerikansiche Schriftstellerin, Fliegerin

Das stumme Stehen und Schauen vor den Urgewalten und Riesenformationen der Berggeist eine Belehrung, ein Zurechtrücken der Wirklichkeit, eine Offenbarung der Wahrheit: der Wahrheit über mein Kleinsein, meine Winzigkeit, meine Grenzen.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer katholischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Wer aber die Berge an die Menschen anpassen will, der macht den Berg und das Bergsteigen banal.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Ich kann Ausdrücke wie "Ich habe den Berg bezwungen" oder "Ich habe den Berg erobert" nicht mehr hören. Das ist Nazisprache ... in Wirklichkeit sind wir da oben nur geduldete Kreucher und Fleucher.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Wir gehen immer mit dem Jung-Siegfried-Gefühl los. Wir denken, wir seien unverwundbar. Das ist natürlich völlig naiv und falsch.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Er ist einfach da, imposant, massiv, geradlinig. Er bleibt unerschütterlich, beherrschend. Es bleibt mir nichts übrig, als mich ihm zu fügen. Wenn ich am Leben bleiben will, muss ich auf der Hut sein und ihn respektieren.
Catherine Destivelle (1960- ) algerisch-französische Bergsteigerin

Wasserfall in TirolWenn man die Berge liebt, akzeptiert man auch, dass sie die Bedingungen stellen.
Jean-Christophe Lafaille (1965-2006, vermisst), französischer Extrembergesteiger

Ein Bergsteiger ist meines Erachtens nicht, wer nur extreme Touren unternimmt oder nur eine Zeit lang "bergsportlich" tätig ist, sondern wer auf Dauer dem Berg im weitesten Sinne als Lebensideal verbunden bleibt.
Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergsteiger und Bergführer

Bei meinen bergsteigerischen Unternehmungen hatte ich allzeit den Grundsatz: Es kommt nicht auf die Leistung, sondern auf das Erlebnis an.
Anderl Heckmair (1906-2005), deutscher Bergsteiger und Bergführer

Man kann nur hoffen, dass jene, die die Berge lieben, es auch lernen werden, sich ihnen mit Ehrfurcht zu nähern.
Charles Snead Housten (1913-2009), US-amerikanischer Arzt, Bergsteiger, Erfinder, Autor und Filmemacher

Demut gebietend und erhebend zugleich, kaum etwas in der Natur flößt uns soviel Ehrfurcht ein wie der Anblick von Bergen.
Kofi Anan (1938- ), ghanaischer Politiker, Generalsekretär der Vereinten Nationen, Friedensnobelpreisträger

Besteige die Berge nicht damit die Welt dich sehen kann, sondern damit du die Welt sehen kannst.
anonymus

Ich liebe die Berge. Ich will sie nicht erobern. Ich komme als Pilger zu ihnen.
anonymus

Distanz und Relativierung

Auf den Gipfeln erhabener Berge dünken die Sorgen der Erde mir Zwerge, wenn sie im Tal als Riesen mir drohn.
Charlotte von Ahlfeld (1781-1849), deutsche Schriftstellerin

Sogar auf dem Gipfel des Montblancs dürfte der Himmel noch recht weit entfernt liegen. Und doch löst uns der körperliche Auftrieb in die Schicht fünftausend Meter über dem Meer von den kleinlichen Dingen des Alltags.
Leslie Stephen (1832-1904), englischer Historiker, Autor und Bergsteiger

Im Hochgebirge. Die Menschen klein, den Menschen groß vom Felsen hoch zu sehn, so lieb' ich's mir: Das sprießt und wimmelt aus der Erde Schoß – Und mächtig ringt das Ich sich aus dem Wir.
Christian Morgenstern (1871-1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

Neunzehnhundert Meter über der Welt der Täler versinken deren Abgründe! Vor den unverbrüchlichen Stirnen urwelthafter Felsenhäupter verflüchtigen sich die rasenden Entwicklungen der Zeit zu geisterhaften Minuten.
Gertrud von Le Fort (1876-1971), deutsche Schriftstellerin

Auf dem Gipfel des Berges, wo deine Probleme gelöst sind, wirst du dir sagen: "Wie war es möglich, dass ich's anfangs nicht verstanden habe?" Als ob es anfangs etwas zu verstehen gegeben hätte.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Schriftsteller und Flieger

Wenn man ins Tal zurückkehrt, nachdem man zwei oder drei Tage in den Bergen verbracht hatte, sieht man das Leben immer aus einer eigentümlichen Distanz ... Dinge, die zuvor wichtig erschienen, die einen besorgt und ängstlich machten, wirken auf einmal recht unerheblich. Geld, Rechnungen, Zukunftsaussichten, Sicherheit ... all das ist plötzlich irrelevant geworden.
Joe Simpson (1960- ), malaysisch-englischer Bergsteiger

Gott hat die Berge so hoch gestellt und tat damit Wunder kund. Damit nicht jeder Lumpenhund, mit denen die Täler so reichlich gesegnet, dem einsamen Wanderer hier oben begegnet!
Ida Steiner (20. Jh.), Hüttenwirtin

Genügsamkeit, Entsagung und Askese

bemooster Wasserfall in BreitachklammDes Wanderns Lust ist, dass man die Zwecklosigkeit genießt. Genüge im eigenen Selbst zu finden, das ist des Wanderns höchste Stufe.
Lieh-tse (440.370 v.Chr.),
chinesischer wundertätiger Heiliger

Als Zarathustra dreissig Jahre alt war, verließ er seine Heimat und den See Urmi und ging in das Gebirge.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Dein bergsteigerisches Ideal soll es sein, auf einem Vorbergsmugel mit der gleichen Freude Bergsonntag feiern zu können, mit der du das nächste Mal die schwerste Felswand angehst.
Luis Trenker (1892-1990), Südtiroler Bergsteiger, Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller

Der echte Bergsteiger, auch der extremste, hat an einer leichten Tour oder an einem Spaziergang genauso seine Freude, wie er sie empfindet, wenn er sich dann wieder hart an der Grenze des Menschenmöglichen bewegt.
Hermann Buhl (1924-1957), österreichischer Bergsteiger

Wie glücklich und anspruchslos ein Mensch sein kann! Da streiten sich Menschen um ganze Länder herum und wollen andere wieder ganze Weltmeere besitzen - und in einer Wand ist ein Mensch schon zufrieden und glücklich, wenn er seinen Körper an einem weltenunbedeutenden Felsvorsprung hochschieben kann, wenn er den Felsen spürt und wenn er mit seinen Augen ins unendliche Blau schauen kann.
Toni Hiebeler (1930-1984)

Zur Energie des Handelns gehört auch die Engergie des Entsagens. Im Hochgebirge gibt es nicht nur Dinge, die man nicht machen kann, sondern auch solche, die man nicht machen soll.
Ludwig Purtscheller (1849-1990), österreichischer Lehrer, Bergsteiger und Schriftsteller

Genau darin sehe ich die Funktion, um nicht zu sagen die Mission, des Sports im Allgemeinen und des Alpinismus im Besonderen: sie sind die moderne, die säkulare Form der Askese.
Viktor Emil Frankl (1905-1997), östereichischer Psychotherapeut, Begründer der Logotherapie

Wer in die Berge zieht, muss mit einer gewissen Veränderung des Lebensstils vorlieb nehmen. Da wird ihm das Traumbett mit dem Matratzenlager vertausch, der Klubsessel mit dem Biwacksack, das temperierte Schaumbad mit ein paar Handvoll eisigen Bachwassers.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Nach jedem Oben wurde ich ein anderer unten.
Reinhard Karl (1946-1982), deutscher Bergsteifer, Freeclimber, Fotograf und Schriftsteller

Verliere nie den Rest deiner Kindheit, das Lockere. Dann nämlich gehören die Berge dir, sonst gehörst du ihnen.
Hans Kammerlander (1956- ), Südtiroler Extrembergesteiger- und skifahrer

Anstrengung und Ermüdung

Morgens die Berge, abends die Quellen. [i.S. von erst die Arbeit, dann das Vergnügen]
lateinisches Sprichwort

Man kann noch weit gehen, wenn man müde ist.
französisches Sprichwort

Ist der Berg auch noch so steil, a bisserl was geht allerweil.
österreichisches Sprichwort

Schweiß verlangen die Götter, bevor wir die Tugend erreichen; lang und steil ist der Pfad, der uns zum Gipfel hinaufführt.
Hesiod (vor 700 v.Chr.), griechischer Schriftsteller

Wir schwitzen noch ganz unten am Berg.
Ovid (43 v.Chr.-17 n.Chr.), römischer Dichter

Wenn du den steilen Berg ersteigst, wirst du beträchtlich ächzen; doch wenn du den felsigen Gipfel erreichst, hörst du die Adler krächzen.
Heinrich Heine (1797-1865), deutscher Dichter und Publizist

Für müde Füße ist jeder Weg zu lang.
Georg Büchner (1813-1837), deutscher Dramatiker

Der Weise ist ruhig, niemals rastlos oder ungeduldig. Er verweilt jeden Augnblick dort, wo er gerade ist, wie manche Wanderer bei jedem Schritt ihren Körper ausruhen, während andere ihre Beinmuskeln nie entspannen, bis die angestaute Müdigkeit sie zum Anhalten zwingt.
Henry David Thoreau (1817-1862), amerikanischer Schriftsteller und Philosoph

Einige Stunden Bergsteigen machen aus einem Schuft und einem Heiligen zwei ziemlich gleiche Geschöpfe, die Ermüdung ist der kürzeste Weg zur Gleichheit und Brüderlichkeit - und die Freiheit wird endlich durch den Schlaf hinzugegeben.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns. Vor uns liegen die Mühen der Ebenen.
Bertolt Brecht (1898-1956), deutscher Dramatiker und Lyriker

Wenn einen die Füße nicht mehr tragen wollen, dann steigt man mit dem Kopf auf. Und das ist wahr. Es entspricht vielleicht nicht der natürlichen Ordnung der Dinge, aber ist es nicht besser, mit dem Kopf zu gehen, als mit den Füßen zu denken, wie es oft der Fall ist?
René Daumal (1908-1944), französischer Schriftsteller

Das Alter ist dem Besteigen eines Gebirges vergleichbar. Je mehr sie steigen, umso müder und um so mehr außer Atem sind sie, aber wie ihre Sicht sich erweitert!
Ingmar Bergman (1918-2007), schwedischer Drehbuchautor, Film- und Theaterregisseur

Er will dich keuchen hören, er lässt dich müde werden, und es macht ihm gar nichts aus, wenn du immer wieder hinter dem nächsten Aufschwung das Ende erwartest - und doch nichts draus wird.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Das Bergglück besteht aus Umständen, die man sich macht.
Franz Xaver Wagner (1939-2011), deutscher Komiker

Abhärtung

Wer auf höhere Berge steigen will, muss auch schärferen Wind vertragen können.
deutsches Sprichwort

Auch wird uns der Berg, den wir erklimmen, weniger rauh vorkommen, wenn wir uns an hübschen Geschichten erfreuen.
Lucius Apuleius (um 125 - zwischen 161 und 180 n. Chr.), römischer Schriftsteller

Schnee und Sturm und Felsgestein stählt den Fuß und übt das Bein. Immer hinterm Ofen sein, macht das Leben arm und klein.
Gunnar Gunnarson (1889-1975), isländischer Autor

Er liefert unter Umständen zur Abensstimmung Blasen an den Füßen und zum Sonnenaufgang einen Muskelkater.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Verwandlung des Menschen durch die Berge

Gestern lebte ich ein paar selige Stunden recht über der Erde, ich hatte einen Berg erstiegen, an dessen Umgebung jede Spur menschlichen Anbaus zu Zweck und Nutzen verschwand; es ward mir wohl und heiter.... In solchen Augenblicken behält nur das Ewige Wert, der schaffende Genius und das heilige Gemüt.
Karoline von Günderode (1780-1806), deutsche Dichterin

In der Tiefe der Gebirgswelt wird das Geheimnis unseres Herzens ruhn wie das Edelgetein im Schacht, im Schoße der himmelragenden Wälder, da wird uns sein wie unter den Säulen des innersten Tempels, wo die Götterlosen nicht nahn, und wir werden sitzen am Quell, in seinem Spiegel unsre Welt betrachten, den Himmel und Haus und Garten und uns.
Friedrich Hölderlin (1770-1843), deutscher evangelischer Theologe, Lyriker und Dramatiker

Farn in Karren auf dem Steinernen MeerDie Alpen veredeln uns ganz und wir kehren als klügere und stärkere Menschen von ihren Abgründen nach Hause zurück.
John Tyndall (1820-1893), irischer Physiker und Bergsteiger

Wir fühlten, dass uns die Berge neue Geheimnisse geschenkt hatten. Sie gehören zu den Geheimnissen, die nicht einmal der Eingeweihte gänzlich zu verraten möchte.
Leslie Stephen (1832-1904), englischer Historiker, Literat und Bergsteiger

Wo hört der Montblanc auf, und wo ist der Anfang meiner selbst? Kein Jenseitsforscher hat die Frage entgültig zu entscheiden vermocht. Doch fühlen wir das Innige der Verbindung.
Leslie Stephen (1832-1904), englischer Historiker, Literat und Bergsteiger

Wir, die wir die Berge erklettern, (...) wissen auch, dass ein entschlossener Wille sich den Weg bahnt, und wenn wir zu unseren täglichen Beschäftigungen zurückkehren, so sind wir für den Kampf des Lebens besser gerüstet und schöpfen aus der Erinnerung neue Kraft und Lebensfreudigkeit.
Edward Whymper (1840-1911), englischer Bergsteiger, Erstbesteiger des Matterhorns

Wir gehören nicht zu Denen, die erst zwischen Büchern, auf den Anstoß von Büchern zu Gedanken kommen – unsere Gewohnheit ist, im Freien zu denken, gehend, springend, steigend, tanzend, am liebsten auf einsamen Bergen und dicht am Meere, da wo selbst die Wege nachdenklicher werden.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Ist nicht dieser „innerliche“ Alpinismus, der uns die Besteigung in der Erinnerung wiederholen lässt, der schönste? Gleichgültig wann, gleichgültig wo, man wiederholt sie, wann es beliebt, die Hand wird einem dabei manchmal feucht vor Erregung
Émile-Robert Blanchet (1877-1943), französisch-sprachiger Schweizer Pianist und Komponist, Bergsteiger

Um das Glück, das die Berge ihren Getreuen schenken, ist es ein eigen Ding; es lässt sich nicht erzwingen. Wer aber je dieses Glück empfunden, der ist den Bergen für immer verfallen. Sie machen ihn unendlich reich, und ich glaube, er kann nie wieder ganz arm werden!
Eleonore Noll-Hasenclever (1880-1925), deutsche Bergsteigerin

Ein der Lektüre großer Bücher gewidmeter Abend ist für den Geist was ein Aufenthalt im Gebirge für die Seele ist.
André Maurois (1885-1967), französischer Schriftsteller

In den Städten ist das Leben kleiner als hier in meinem Haus auf dem Hügel. In der Stadt versperren die großen Häuser die Aussicht, verdecken den Horizont, stoßen unseren Blick weit fort vom Himmel, machen uns klein, denn sie nehmen uns, was unsere Augen uns geben können, Und machen uns arm, denn unser einziger Reichtum ist Sehen.
Fernando Pessoa (1888-1935), portugiesischer Schriftsteller, Publizist und Philosoph

Auf die Berge können auch viele andere steigen, aber niemand kann sich der Erfahrungen bemächtigen, die wir selbst erlebt haben und die uns für immer gehören.
Walter Bonatti (1930-2011), Südtiroler Alpinist, Bildreporter und Autor

Die Berge sind nicht nur Herausforderung für mich. Sie sind auch ein Ruhepunkt. Sobald ich unterwegs bin, wird der Kopf frei. Ich gehe auf einen Gipfel, und wenn ich wieder herunterkomme, bin ich ein anderer Mensch.
Peter Habeler
 (1942), österreichischer Bergsteiger, bestieg als erster den Mount Everest ohne Sauerstoff

Jeder Bergsteiger kennt es. Die bewohnte Welt, in der er täglich durch ein Netz von Verpflichtungen stolpert und soviel Trübes sieht, Übles riecht, Lärmiges hört, liegt tief unten, er steht darüber in der reinen, frischen Luft, in lautloser Stille, von andern Bergen still umgeben und vom Himmel gewaltiger überwölbt als in Tälern und Ebenen; er ist über seine Sorgen emporgestiegen und hat sie überwunden wie die Beschwerden des Aufstiegs. Er ist für diesmal befreit davon, und so fühlt er sich in der Tat auch frei und ist höher gestimmt als je im Alltag. Dieses Höhengefühl, ein Hochgefühl eigener Art, teilt das Schicksal aller Hochgefühle, es geht vorüber, der Emporgestiegene steigt wieder ab und muss, gestärkt zwar, mit dem heimlichen Schimmer im Auge, geduldig warten, bis er wieder aufsteigen kann.
Meinrad Inglin (1893-1971), Schweizer Schriftsteller

Wanderer, kommst du nach Sils, vergiss, was du trachtest und willst, lass Berge und Sonne und Seen, lass Wetter und Wind dir geschehen, und finde die Seele gestillt und wie sich alles erfüllt.
Mats Benreker

Wandern

In drei Jahren kann man ein Gelehrter werden, doch in zehn Jahren noch nicht ein erfahrener Wandersmann.
chinesisches Sprichwort

Der Kranke und der Wanderer kennen keine Sünde.
griechisches Sprichwort

Der Tod ist die Ruhe des Wanderers - er ist das Ende aller Mühsal.
lateinisches Sprichwort

Wer einen Stock zum Gefährten hat, kann sicherer gehen.
lateinisches Sprichwort

Farn vor Wasserfall an Neblhorn im AllgäuDie Seele geht zu Fuß.
arabisches Sprichwort

Wanderst du, brauche nicht nur deine Füße, sondern auch Augen, Kopf und Herz.
deutsches Sprichwort

Zwei Dinge sollst du meiden, o Wanderer: die zwecklosen Wünsche und die übertriebene Kasteiung des Leibes.
Sidharta Gautama (ca. 500 v.Chr.), Gründer des Buddhismus

Ein guter Wanderer lässt keine Spur zurück.
Laotse (ca. 500 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Schnelles und weites Zufußgehen ist Geld wert.
Marcus Tullius Cicero (106-43 v. Chr.), römischer Politiker, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph

Ein Wanderer mit leeren Taschen singt angesichts eines Diebs.
Juvenal (um 58/60-127/138), römischer Schriftsteller

Die Lösung ergibt sich beim wandern.
Aurelius Augustinus (354-430), katholischer Theologe, Philosoph, Bischof, Kirchenvater, Heiliger

Wandern gibt mehr Verstand als hinterm Ofen sitzen.
Paracelsus (Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim) (1493-1541), deutscher katholischer Theologe, Arzt, Alchemist, Astrologe, Mystiker und Philosoph.

Wandert er weit, so erfährt er viel und lernet viel erkennen.
Paracelsus (Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim) (1493-1541), deutscher katholischer Theologe, Arzt, Alchemist, Astrologe, Mystiker und Philosoph.

Die nur ganz langsam gehen, aber immer den rechten Weg verfolgen, können viel weiter kommen als die, welche laufen und auf Abwege geraten.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph und Mathematiker

Auf, auf, ihr liebe Leute, den Wanderstab zur Hand!
Samuel Friedrich Wagner (1734-1788), deutscher Mediziner und Lehrer

Die Menschen gehen zwar nicht auf allen Vieren aber sie gehen mit allen Vieren, niemand kann geschwind laufen ohne mit seinen Händen eine ähnliche Bewegung zu machen.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physike und Aphoristiker

Wandern ist die bestmögliche Übung. Gewöhne dich daran, sehr weit zu wandern.
Thomas Jefferson (1743-1826), US-amerikanischer Politiker, Präsident, Gründervater der USA und der Demokratischen Partei

Der Mensch - ein Wanderer.
Johann Gottfried von Herder (1744-1803), deutscher Dichter, Übersetzer, Theologe und Philosoph

Wo man gezwungen geht, da bleibt man stets zurück.
Johann Christoph Gottsched (1700-1766), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Sprachforscher und Literaturtheoretiker

Willst du besser sein als wir, lieber Freund so wandre.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Was ich nicht erlernt habe, das habe ich erwandert.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Baumschwamm mit Moos bei Gerstruben im AllgäuNur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Was man abläuft an den Schuh', das kommt im Kopf dazu!
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Auch das ist Kunst, ist Gottes Gabe, aus einem hellen Sommertage sich soviel Licht ins Herz zu tragen, dass, wenn der Sommer längst verweht, das Leuchten immer noch besteht.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Ein wanderndes Mädchen ist immer von schwankendem Rufe.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Ich halte den Gang für das Ehrenvollste und Selbständigste in dem Manne, und bin der Meinung, dass alles besser gehen würde, wenn man mehr ginge.
Johann Gottfried Seume (1763-1810), deutscher Schriftsteller

Dem Wandersmann gehört die Welt in allen ihren Weiten.
Friedrich Rückert (1788-1866), deutscher Dichter, Sprachgelehrter und Übersetzer

Das Wandern ist des Müllers Lust, das Wandern!
Wilhelm Müller (1794-1827), deutscher Dichter

Ich habe mir meine besten Gedanken ergangen und kenne keinen Kummer, den man nicht weggehen kann.
Sören Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

Wer recht in Freuden wandern will, Der geh der Sonn' entgegen.
Emanuel Geibel (1815-1884), deutscher Dichter

Wanderer kann man nicht werden, man wird als Wanderer geboren.
Henry David Thoreau (1817-1862), amerikanischer Schriftsteller

Der Sinn des Reisens ist, an sein Ziel zu kommen, der Sinn des Wanderns ist, unterwegs zu sein.
Sebastian Kneipp (1821-1897), deutscher katholischer Theologe und Naturheilkundler

Wandern heißt auf eigenen Füßen gehen, um mit eigenen Augen zu sehen, mit eigenen Ohren zu hören.
Wilhelm Heinrich Riehl (1823-1897), deutscher Journalist,
Novellist und Kunsthistoriker

Ich habe mir meine besten Gedanken ergangen und kenne keinen Kummer, den man nicht hinweggehen kann.
Sören Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

Wandern ist die vollkommenste Art der Fortbewegung, wenn man das wahre Leben entdecken will. Es ist der Weg in die Freiheit.
Elizabeth von Arnim (1866-1941), englische Schriftstellerin

vom Wildwasser polierter Fels im Vercascatal in der SchweizWandern ist eine Tätigkeit der Beine – und ein Zustand der Seele.
Josef Hofmiller (1872-1933),  deutscher Schriftsteller

Wanderer, nur deine Spuren sind der Weg, sonst nichts; Wanderer im Wegelosen, Schritte werden Weg.
Antonio Machado (1875-1939), spanischer Lyriker

Mit Recht gilt das Wandern als die Königin der Leibesübungen. Unsere geistige Arbeit ist schwach und wertlos, wenn sie nicht von harter körperlicher Anstrengung begleitet wird. Wenn wir laufen, atmen wir viel frische Luft ein. Zudem erwacht in uns die Freude an der Schönheit der Natur, und das ist ungeheuer wertvoll. Wer an verdorbenem Magen oder Ähnlichem leidet, mache sich auf die Beine.
Mahatma Gandhi (Mohandas Karamchand G.) (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Das schönste an Wanderplänen ist, dass man sie umstoßen kann. Niemals sich binden. Wandern ist kein zielbewußtes Reisen. Wandern ist Laune, Willkür, Erleuchtung des Augenblicks, heute hier, morgen dort, starre Wanderpläne sind Sünde gegen den heiligen Geist.
Josef Hofmiller (1872-1933), deutscher Schriftsteller

Wenn sich die Leute einmal an all dem Fahren und Reiten und Gleiten und Fliegen sattgetummelt haben, dann werden sie wieder anfangen, zu Fuß zu gehen.
Peter Rosegger (1843-1918), österreichischer Schriftsteller und Poet

Schon im Wort Müßiggang liegt Weisheit, denn echte Muße gibt es nur beim Gehen.
Carl Zuckmayer (1896-1977), deutscher Schriftsteller

Als Wanderer müssen Frauen sich noch bewähren, da gilt es, sich zu emanzipieren; vorerst hat der Müller des Wanderns Lust für sich allein in Anspruch genommen, die schöne Müllerin ist zuständig für die Forelle nach Müllerin Art, die der Wanderer am Abend verspeist, während ihn die Gefährtin heiter und geistvoll unterhält.
Christine Brückner (1921-1996), deutsche Schriftstellerin

Jede Reise, jede Wanderschaft, ist ein Aufbruch zu neuen Ufern, ein Sprengen der Ketten, die uns an den Fels des Alltäglichen und Gewohnten schmieden.
Carl Peter Fröhling (1933- ), deutscher Germanist, Philosoph und Aphoristiker

Gehen ist das, was ich am besten kann. Die Welt, durch die ich gehe, ist eine andere Welt als die, von der wir reden.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger, Abenteurer, Buchautor und ehemaliger Politiker der Südtiroler Grünen

Wandern als Kompensation für die Zumutungen der Gesellschaft, als gesunder Eskapismus. Doch neben das Motiv der Abkehr und Erholung tritt das des Aufbruchs, zu einer Unmittelbarkeit der Welterfahrung, wie sie im Alltag nicht möglich scheint.
Christian Jostmann (1971- ), deutscher Autor, pilgerte über die Alpen zu Fuß nach Rom

Bergwandern und Bergsteigen

Wer nicht auf die hohen Berge steigt, kennt die Ebene nicht.
chinesisches Sprichwort

Das kleinste Steinchen im Schuh macht mehr Verdruss als der größte Fels am Weg.
koreanisches Sprichwort

Bergauf - sachte! Bergab - achte! Geradaus - trachte!
Bergsteigerregel

Sieh' ein Gebirge, einen Berg, ein Meer, einen Fluss, und du hast alles gesehen.
Sokrates ( 469-399 v.Chr.), griechischer Philosoph

Schwerer zu brechen ist des Weibes Willen, als eines Schneebergs Gipfel zu erklimmen.
Felix Lope de Vega Carpio (1562-1635), spanischer katholischer Priester, p#äpstlicher Protonotar und Bühnenschriftsteller

Innichental zur Dreischusterhütte in DolomitenIch habe mir vorgenommen, fortan, solange mir Gott das Leben gibt, jährlich mehrere, oder wenigstens einen Berg zu besteigen, wenn die  Pflanzen in Blüte sind, teils um diese kennenzulernen, teils um den Körper auf ehrenwerte Weise zu üben und den Geist zu ergötzen. Denn welche Lust ist es, und, nicht wahr, welches Vergnügen, für den ergriffenen Geist, die gewaltige Masse der Gebirge wie ein  Schauspiel zu bewundern und das Haupt gleichsam in die Wolken zu erheben.
Konrad Gesner (1516-1565), deutscher Arzt, Naturforscher, Alphilologe und Enzyklopädist

Der Ehrgeiz treibt die Menschen oft, die niedrigsten Dinge zu tun; so geschieht das Klettern in der gleichen Haltung wie das Kriechen.
Jonathan Swift (1667-1745), anglo-irischer Schriftsteller und Satiriker

Große Dinge werden vollbracht, wenn Mensch und Berg zusammentreffen; das geschieht nicht durch Rangeln auf der Straße.
William Blake (1757-1727), englischer Dichter und Maler

Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt, dem will er seine Wunder weisen in Berg und Wald und Strom und Feld.
Joseph von Eichendorff (1788-1857), deutscher Schriftsteller

Jeder Mensch schafft sich sein eigene Größe. Zwerge bleiben Zwerge, auch wenn sie auf Alpen sitzen.
August von Kotzebue (1761-1819), deutscher Schriftsteller

Auf die Berge will ich steigen.
Heinrich Heine (1797-1865), deutscher Dichter und Publizist

Wenn ich durch meine heimatliche Gegenden wandere, werde ich ganz ich. Da fühle ich eine ungelöste Einheit zwischen mir und den Bergen, Matten, Wäldern und Bächen, die um mich sind.
Peter Rosegger (1843-1918), österreichischer Schriftsteller und Poet

Von sich absehen lernen ist nötig, um viel zu sehen: diese Härte tut jedem Berge-Steigenden not.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Im Gebirge der Wahrheit kletterst du nie umsonst: Entweder du kommst schon heute weiter hinauf, oder du übst deine Kräfte, um morgen höher steigen zu können.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Wer auf den höchsten Bergen steigt, der lacht über alle Trauer-Spiele und Trauer-Ernste.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Ich bin ein Wanderer und ein Bergsteiger, sagte er zu seinem Herzen, ich liebe die Ebenen nicht, und es scheint, ich kann nicht lange still sitzen. Und was mir nun auch noch als Schicksal und Erlebnis komme - ein Wandern wird darin sein und ein Bergsteigen: Man erlebt endlich nur noch sich selbst.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Und wanderte ich allein: Wes hungerte meine Seele in Nächten und Irr-Pfaden? Und stieg ich Berge, wen suchte ich je, wenn nicht dich, auf Bergen?
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Man bewältigt ein Gebirge und man stolpert über einen Stein.
Gertrud von Le Fort (1876-1971), deutsche Schriftstellerin

Denn Worte sind schlechte Bergsteiger und schlechte Bergmänner. Sie holen nicht die Schätze von den Bergeshöhen und nicht von den Bergestiefen!
Franz Kafka (1883-1924), deutschsprachiger Schriftsteller aus Österreich-Ungarn

Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, im nächsten Leben würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.... Ich würde mehr riskieren, würde mehr reisen, Sonnenuntergänge betrachten, mehr bergsteigen...
Jorge Luis Borges (1899-1986), argentinischer Schriftsteller

durch das Innichental zur Dreischusterhütte in den DolomitenMein Vater betrachtete eine Bergwanderung als Äquivalent zum Kirchgang.
Aldous Huxley (1894-1963), englischer Schriftsteller und Philosoph

Es ist etwas anderes, wenn dir das Ersteigen eines Berges glückt, als wenn du dich in einer Sänfte tragen lässt, um von Landschaft zu Landschaft das Vollkommene zu suchen. Denn kaum hast du die Konturen der blauen Ebene ermessen, als dich schon die Langeweile befällt und du einen Führer bittest, dich anderswohin zu tragen.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Schriftsteller und Flieger

Denn uns gilt der Kampf mehr als ein leichter Sieg, und den Berg werden wir am meisten lieben, um den wir am härtesten gekämpft!
Hans Hartmann (1908–1937), deutscher Bergsteiger

Nachdem man einen großen Ber erklommen hat, findet man lediglich heraus, dass es noch viele weitere Berge zu erklimmen gibt.
Nelson Mandela (1918-2013), südafrikanischer Politiker und Philanthrop, Kämpfer gegen die Apartheid

Das ist sicher eine der wertgefülltesten Sportarten, die es gibt - man muss nicht ermahnen, der Berg ermahnt.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer katholischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Die große Kunst beim Bergsteigen ist es, die Grenze zwischen Feigheit und Wahnsinn zu erkennen.
Reinhold Messner (1944- ), südtiroler Extrembergsteiger, Abenteurer, Buchautor und ehemaliger Politiker der Südtiroler Grünen

Du besteigst den selben Berg nie zweimal, nicht einmal in der Erinnerung.
Lito Teyada-Flores (20. Jh.), US-amerikanischer Filmemacher und Autor

Der Versucht, einen Berg zu erklimmen, ist selbst dann ein gutes Unterfangen, wenn wir den Gipfel nie erreichen. Während wir einen Teil des Weges hinaufsteigen, gewinnen wir eine herrliche Aussicht, und die Erfahrungen, die wir machen, helfen uns, beim nächsten Versuch ein Stückchen weiter nach obern zu kommen.
Henry Bolton

Skifahren

Keiner fährt sanft genug Ski, um keine Spuren zu hinterlassen.
französisches Sprichwort

Der Skifahrer hat eine solche Angst davor, den einzelnen Baum und den melancholisch-düsteren Bergwald bewundern zu sollen, dass er es vorzieht, an ihm pfeilgeschwind vorüberzusausen, zumal man ihn ja doch für einen "Naturfreund" halten wird, denn mitten drin hat man ihn ja doch gesehen!
Peter Altenberg (1859-1919), österreichischer Schriftsteller

Wenn man denkt, welche Männer nicht erhört werden und welche Skimatadore erhört werden, dann weiß man alles!
Peter Altenberg (1859-1919), österreichischer Schriftsteller

Es ist besser Skifahren zu gehen und an Gott zu denken als in die Kirche zu gehen und an Sport zu denken.
Fridjof Nansen (1861-1930), norwegischer Zoologe, Polarforscher, Ozeanograf, Dipolmat und Friedensnobelpreisträger

Skipiste: ein Umweg zum Orthopäden.
Ralph Boller (1900-1966), Schweizer Schriftsteller

Wahlen sind wie Skilauf: Beim Après gibt jeder an.
Ralph Boller (1900-1966), Schweizer Schriftsteller

Schneewanderer am Hohen Ifen im AllgäuIch sah alte Omas in den Wintersportorten, die eher eine Lawine auslösen als Skifahren würden.
Frédéric Dard (1921-2000)

Auf eine Ski-Kanone kommen fünfhundert Après-Ski-Haubitzen.
Udo Jürgens
 (1934- ), österreichischer Komponist, Pianist und Sänger

Für einen Menschen, der andere Interessen als Skifahren hat, ist das Skifahren eine Belästigung.
Hermann Nitsch (1938- ), österreichischer Maler und Aktionskünstler

Der Reiz ans Limit zu gehen, sich selbst zu fordern. Das Gehirn wird gelangweilt, wenn'st dich nicht im Grenzbereich bewegst. Sich dem Wettkampf stellen, das wird zur Sucht.
Hermann Maier (1942- ), österreichischer Skirennläufer

Das Leben ist wie Skifahren. Die schwersten Unfälle passieren oft beim Halt, wenn die Aufmerksamkeit nachlässt.
Bruno Tessarech (1947- ), französischer Schriftsteller

Es gibt unbestreitbar auch in unserer Zeit einen naiven Technikoptimismus, irrationale Allmachtsphantasien und Paradiesverheißungen bei einigen (weinigen?) Technikern. In der Tat muten einige Techniken wie das Skifahren in von Lawinen gefährdeten Hängen an (etwas im Bereich der Gentechnik an Keimbahnen).
Ulrich Lüke (1951- ), deutscher katholischer Theologe und Biologe, Priester

Ich kanalisierte immer das, was ich emotional fühlte in das Skifahren - meine Unsicherheiten, meine Wut, meine Enttäuschung. Skifahren war immer mein Ventil und es funktionierte.
Lindsey Vonn (1984- ), US-amerikanische Skirennfahrerin

Wir malen Bilder in die Berge.
Andrea Binning (21. Jh.), Ski-freeriderin

Beim Skifahren und in der Ehe passieren die meisten Unglücksfälle wegen lockerer Bindung.
anonymus

Skifahren ist ein Tanz und der Berg führt immer.
anonymus

Si tu tombes, cést la chute. Si tu chutes, c'est la tombe.
anonymus

Ausrüstung und Vorbereitung

So nehme den Helm des Heiles.
NT, Epheser 6,17

Derjenige, der sich auf einen Weg ordentlich vorbereitet hat, hat schon einen guten Teil des verschlungenen Pfades hinter sich gebracht.
Erasmus von Rotterdam (1469-1536), holländischer katholischerTheologe, Philologe und Humanist

Je leichter das Gepäck des Wanderers sei, je mehr ist auf dem Weg er sorgenfrei.
Dara Shikoh (1615-1659), persischer religiöser Denker, Mystiker und Dichter

Wer nach den fernsten Gipfeln seinen Wanderwillen richtet, dessen Taschen seien unbeschwert.
Johann Georg Ritter von Zimmermann (1728 - 1795), Schweizer Arzt, Gelehrter, Philosoph und Schriftsteller

Wenige Menschen wissen zu wandern. Die Voraussetzungen sind Ausdauer, einfache Kleidung, alte Schuhe, ein Auge für die Natur, gute Laune, überwältigende Neugier, gute Unterhaltung, gutes Schweigen und nicht zu sehr.
Ralph Waldo Emerson (1803-1882), US-amerikanischer Philosoph, Schriftsteller und Führer der Transzendentalisten in Neuengland

Du sollst dein Seil und die Steigeisen nicht als Aushängeschild deiner Zunft betrachten.
Luis Trenker (1892-1990), Südtiroler Bergsteiger, Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller

Du sollst jede Bergfahrt mit Kopf und Hand sorgfältig vorbereiten, einerlei, ob du allein, mit Freunden oder mit Führern gehst. Ein Unwissender oder Hilfloser am Gängelband einer alpinen Kindsmagd ist in den Bergen eine jämmerliche Gestalt. Dein geistiges Rüstzeug sei ebenso vollkommen wie deine alpine Ausrüstung.
Luis Trenker (1892-1990), Südtiroler Bergsteiger, Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller

Die Sherpas spielen eine sehr wichtige Rolle bei den meisten Bergexpeditionen und tatsächlich führen viele von Ihnen entlang der Kämme und zum Gipfel.
Edmund Hillary (1919-2008), neuseeländischer Bergsteiger, Erstbesteiger des Mount Evererst

Will man auf Wanderschaft gehen, dann ist die Wahl des geeigneten Schuhwerks ebenso wichtig wie die Wahl des geeigneten Wandergefährten. Mit beiden muss man sich erst einlaufen, sonst gibt es Blasen an den Füßen oder Blasen an der Seele.
Christine Brückner (1921-1996), deutsche Schriftstellerin

Weg, Pfad, Steig

Kartenlesen beim Funtensee am Steinernen MeerBefiehl Gott deine Wege.
AT, Psalm 37,5

Der lange Weg kann der kürzere sein, der kurze der längere.
Talmud Eruwin 50

Um den Weg vor dir zu kennen, frage die, die zurück kommen.
chinesisches Sprichwort

Man verirrt sich nie so leicht wie wenn man glaubt den Weg zu kennen.
chinesisches Sprichwort

Wer zehn Meilen zurückgelegt hat, muss neun erst für die Hälfte rechnen.
chinesisches Sprichwort

Sieh 80 Prozent als die Hälfte des Weges!
japanisches Sprichwort

Wenn die Sonne untergeht, wird uns der Weg lang.
japanisches Sprichwort

Gott segne die Erde, auf der ich jetzt stehe. Gott segne den Weg, auf dem ich jetzt gehe. Gott segne das Ziel, für das ich jetzt lebe. Du Ewiger, du Immerdar, segne mich auch, wenn ich raste.
irischer Segenswunsch

Jede Meile ist zwei im Winter.
englisches Sprichwort

Jeder Pfad hat seine Pfütze.
englisches Sprichwort

Besser zweimal fragen als einmal irre gehen.
deutsches Sprichwort

Je öfter du unterwegs fragst, wie weit du noch zu gehen hast, umso länger wird dir der Weg ercheinen.
australisches Sprichwort

Lang und steil ist der Pfad, der uns zum Gippfel hinanführt.
Hesiod (vor 700 v.Chr.), griechischer Schriftsteller

Der Weg ist das Ziel.
Konfuzius (551 - 479 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Gib die großen Straßen auf, nimm die Pfade.
Pythagoras von Samos (570-500 v.Chr.), griechischer Philosoph

Nirgends kommt hin, wer allen Pfaden folgt, die er sieht.
Marcus Terrentius Varro (116-27 v.Chr.), römischer Historiker


Ausgetretene Pfade sind sicherer, aber es sind die Sklaven, die sie gehen.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Niemand kann den Weg laufen, wenn sein Herz vor Enge zusammengeschrumpft ist. Mag der Weg auch lang sein, dein Herz ist weit.
Aurelius Ambrosius (340-397), lateinischer Theologe, Bischof von Mailand und Hymnendichter, Kirchenvater

Der Weg ist immer besser als die schönste Herberge.
Miguel de Cervantes (1547-1661), spanischer Schriftsteller

Der Reisende, der entschlossen dem rauhen und gewundenen Pfad folgt, wird eher das Ende seiner Reise erreichen als der, der immer seine Richtung wechselt und die Stunden des Tageslichtes verschwendet, nach glatterem Grund und kürzerem Durchgang zu suchen.
Samuel Johnson (1709-1784), englischer Gelehrter, Lexikograf, Schriftsteller, Dichter und Kritiker

Aufstieg über Schneefelder am Steinernen MeerDer gerade Weg ist der kürzeste, aber es dauert meist am längsten, bis man auf ihm zum Ziele gelangt.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physike und Aphoristiker

Auch höchste Eile macht den Weg nicht kürzer.
Arthur Schopenhauer (1788-1860), deutscher Philosoph

Wer ein Ziel will, der darf den Weg nicht scheuen, er sei glatt oder rauh.
Theodor Fontane (1819-1898), deutscher Dichter hugenottischer Abstammung

Zu Fuß und fröhlichen Herzens schlage ich die freie Straße ein, gesund, frei vor mir die Welt: vor mir der lange, braune Pfad, der mich führt, wohin er will.
Walt Whitman (1819-1892), US-amerikanischer Dichter

Im Walde zwei Wege boten sich mir dar und ich ging den, der weniger betreten war - und das veränderte mein Leben.
Walt Whitman (1819-1892), US-amerikanischer Dichter

Der breite Weg ist breit, weil viele auf ihm gehen. Der Weg der Menge ist immer breit.
Sören Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

Man kann sich wohl den Weg wählen, aber nicht die Menschen, denen man begegnet.
Arthur Schnitzler (1862-1931), österreichischer Erzähler und Dramatiker

Des Weges Weite gibt des Schrittes Maß.
Ernst Benjamin Salomo Raupach (1784-1852), deutscher Dramatiker

Versuche nicht, Stufen zu überspringen. Wer einen weiten Weg hat, läuft nicht.
Paula Modersohn-Becker (1876-1907), deutsche Malerin

Wir müssen uns daran gewöhnen: An den wichtigsten Scheidewegen unseres Lebens stehen keine Wegweiser.
Ernest Hemingway (1899-1961), US-amerikanischer Schriftsteller

Es kommt darauf an, dass du auf etwas zugehst, nicht dass du ankommst.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Schriftsteller und Flieger

Er muss stimmen und er muss leserlich sein; und schließlich verlangt seine Aufgabe, dass er am Rande steht, nicht mitten auf dem Weg... Und recht bedacht, gelten für diese Menschen dieselben Erwartungen wie für die Wegweise in den Bergen.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer Theologe, Bischof, Bergsteiger


Ich stehe vor einem hohen Berg und weiß nicht, wie ich hinauf komme. Erst wenn ich oben bin, sehe ich den Weg.
Petrus Ceelen (1943- ), belgischer katholischer Theologe, Schriftsteller und Aphoristiker

Was versteht man unter einem Klettersteig? Eine Kombination aus Baugerüst und Blitzableiter. Besonders beliebt bei herannahendem Gewitter, da sie dann oft zum Mittelpunkt faszinierender Lichterscheinungen wird, wie man sie in der Regel nur ein Mal erlebt.
Josef Ebner

Aufstieg

Ragt der Gipfel noch so hoch zum Himmel, unersteigbar schier: Willst den Aufstieg du erzwingen, öffnet auch ein Weg sich dir.
chinesisches Sprichwort

Der Mensch strebt von Natur nach oben, wie das Wasser bergab fließt.
Mengtse (ca. 370-290 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Allah helfe deir den Berg hinauf, herunter rollt man von selbst.
jemenitisches Sprichwort

Ich wünsche dir, dass du mutig weitergehst, wenn der Gipfel, den es zu ersteigen gilt, schier unerreichbar scheint, ja selbst wenn das Licht der Hoffnung zu entschwinden droht.
altirischer Segenswunsch

Der Berg wird steiler, wenn du näher kommst.
deutsches Sprichwort

Begegenung auf Skilift am Steinernen MeerNach jedem Bergauf kommt auch ein Bergab.
deutsches Sprichwort

Bergauf ist eine Last, doch oben süße Rast.
deutsches Sprichwort

Wer einen hohen Berg erklimmen will, tut das nicht in Sprüngen, sondern schrittweise und langsam.
Gregor I. der Große (um 540 bis 604), katholischer Theologe, Kirchelehrer, Heiliger

Wer steilen Berg erklimmt, hebt an mit ruhigem Schritt.
William Shakespeare (1564-1616), englischer Dichter

Das Ersteigen der Berge, wie der Weg zur Tugend, ist besonders wegen der Aussicht, die man eben vor sich hat, beschwerlich.
Heinrich von Kleist (1777-1811), deutscher Schriftsteller

Ahnung sieht vom fernen Gipfel oft das Künft'ge scharf und klar; näher decken Busch und Wipfel was von weitem deutlich war.
Emanuel Geibel (1815-1884), deutscher Dichter

Wie komme ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Wahrhaft weise ist, wer die Kraft zur Höhe in den Muskeln hat und in seiner Einsicht den Aufstieg ablehnt. Mit seinem Blick besitzt er alle Berge, mit seiner Position alle Täler.
Fernando Pessoa (1888-1935), portugiesischer Schriftsteller, Publizist und Philosoph

Man steigt auf den Berg in einem Zustand, in dem sich Rastlosigkeit und Erschöpfung die Waage halten. Dann, wenn man nicht mehr in Gedanken vorauseilt, ist jeder Schritt nicht mehr bloß Mittel zum Zweck, sondern ein einmaliges Ereignis.
Robert Maynard Pirsig (1928- ), US-amerikanischer Autor

Der Weg zum Gipfel ist wie der Weg zu sich selbst  - ein Alleingang.
Alessandro Gogna (1946- ), italienischer Bergsteiger und Bergführer

Ich will in meinem Beruf einen Berg besteigen, und nicht Fahrstuhl fahren.
Wilson Gonzalez Ochsenknecht (1990-), deutscher Schauspieler und Sänger

Der Aufbruch bei sternenklarer Nacht, das Entstehen eines neuen Tages, der Aufstieg hin zur Sonne. Der Mensch gibt durch sein Kommen dieser Welt aus Firn und Fels ein neues Leben, eine neue Bestimmung.
Gaston Rébuffat (20. Jh.), Bergsteiger

Ich stieg über die Wolken hin, um zu erfahren, wo die Unendlichkeit endet. Ich stieg über die Wolken hin, um mich in einem zeitlosen Raum zu verlieren. Jenseits der Wolken stieg ich hin, um die Harmonie der Welt wiederzufinden.
Donatella Catteruccia (20.Jh.), Bergsteigerin

Schritt um Schritt. Nichts sonst. Was auch? Nur das sanfte Knirschen frischen Schnees, das Klacken der Bindung. Schritt um Schritt. Und mein Atem und der Atem hinter mir. Keine Forderung. Kein Anspruch. Nur das Nach-oben-Wollen. Sinnlos. Zwecklos. Herrlich.
Reinhard Klappert (20. Jhr), Begesteiger

Berge soll man mit möglichst wenig Anstrengung und ohne Ehrgeiz ersteigen. Unsere eigene Natur soll das Tempo bestimmen.
Robert Maynard Pirsig (1928- ), US-amerikanischer Autor

Gipfel

Dreizinnen in SüdtirolEin Berg wird nicht mit einem anderen Berg vereinigt. [i.S.. von große Dinge stehen für sich allein]
lateinisches Sprichwort

Bergspitzen verdecken einander vor dem Blick.
Bantu-Sprichwort

Wenn man zum Gipfel gelangt ist, gibt es nur Gleichheit; es gibt keinen Platz mehr für Zuwachs, man steht.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Was du für den Gipfel hältst, ist nur eine Stufe.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Kurz ist die Zeit, die dir bleibt. Lebe wie auf einem Berg.
Marc Aurel (121-180), römischer Politiker, Kaiser

Auf den Gipfel ist das Ziel und das Ende unseres Lebens, auf ihn ist unsere Wallfahrt gerichtet.
Francesco Petrarca (1304-1374), italienischer Dichter und Humanist

Wir sind auf dem Mont Cenis dem Himmel nicht näher als im tiefen Meer.
Michel Eyquem de Montaigne (1533-1592), französischer Jurist, Politiker und Philosoph

Die Höhe reizt uns, nicht die Stufen; den Gipfel im Auge wandeln wir gerne auf der Ebene.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

O du mein ernst gewalt'ger Greis, mein Säntis mit der Locke weiß! in Felsenblöcke eingemauert, von Schneegestöber überschauert, in Eisespanzer eingeschnürt: Hu, wie dich schaudert, wie dich friert!
Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848), deutsche Dichterin

Im Gebirge ist der nächste Weg von Gipfel zu Gipfel: Aber dazu musst du lange Beine haben. Sprüche sollen Gipfel sein: und die, zu denen gesprochen wird, Große und Hochwüchsige.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Auf einem Berge stehend umfassen wir die Natur wie das Kind, das auf einen Stuhl gestiegen ist, um den Vater desto besser umarmen zu können.
Karl Julius Weber (1767-1832), deutscher Schriftsteller

Der Mensch kann wohl die höchsten Gipfel erreichen, aber verweilen kann er dort nicht lange.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Literaturnobelpreisträger

Um das Geheimnis der Tiefen zu ergründen, muss man manchmal nach den Gipfeln schauen.
Henri Bergson (1859-1941), französischer Philosoph, Literaturnobelpreisträger

Man ist oben angekommen, und jeder erlebt schweigend. Man ist ganz dem Ereignis hingegeben...
Martin Heidegger (1889-1976), deutscher Philosoph

Der Gipfel zwingt erst zur Bewährung beim Blick in die Tiefe.
Hans Arndt (1909/11-1996), österreichischer Schriftsteller und Journalist

Am Gipfel, wo die Welt zu Ende geht und wo über uns nur mehr der weite Himmel steht und die Wolken ziehen, wächst aus dem Blick in die Tiefe und Weite die Frage nach dem Sinn des Ganzen.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer katholischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Wer würde sich heutzutage an Sisyphus erinnern, hätte dieser seinen Stein erfolgreich auf dem Gipfel behalten!
Michail Genin (1927-2003), russischer Aphoristiker

Ein Gipfel kann manchmal enttäuschen, aber nie der Spaß am Klettern!
KarlHeinz Karius (1935- ), Werbeberater

Das Gipfelglück ist nur ein Wunsch der Untengebliebenen.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Das Glück der letzten Schritte auf einen Gipfel, den man sich jahrelang gewünscht hat, ist nicht beschreibbar
Oswald Oelz (1943- ), österreichisch-schweizerischer Arzt und Bergsteiger

Wir besteigen Gipfel, weil wir sie lieben, wir lieben die Orte, an die sie uns bringen und wir lieben es, unterwegs etwas über uns selbst zu lernen.
Ed Viesturs (1959- ), US-amerikanischer Bergsteiger

Wenn ich auf dem Gipfel eines Berges stehe fühle ich eine Sekunde, nur eine Sekunde lang, die Wahrheit des Lebens.
anonymus

Abgrund

Es ist sehr gefährlich einen Abgrund in zwei Sätzen zu überspringen.
chinesisches Sprichwort

Glücklich, wer sich am Rande des Abgrundes erkennt und den Sturz vermeidet.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Philosoph und Schriftsteller

Die gefährlichste Sache der Welt ist die Überquerung eines Abgrunds in zwei Sprüngen.
David Lloyd George (1863-1945), englischer Politiker und Premierminister

Gipfel und Abgrund sind eins.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Der Mensch wandelt immer zwischen Abgründen, und ob er will oder nicht, besteht seine ihm eigenste Aufgabe darin, sein Gleichgewicht zu bewahren.
José Ortega y Gasset (1883-1955), spanischer Philosoph

Aussicht

Blick auf Watzmann und Königssee vom steinernen MeerEs führen viele Wege zum Gipfel des Berges, doch die Aussicht bleibt immer die gleiche.
chinesisches Sprichwort

Nur wer den Gipfel des Berges ersteigt, vermag in die weiteste Ferne zu sehen.
chinesisches Sprichwort

Mensch der Ebene, warum besteigst du das Gebirge? Um die Ebene besser sehen zu können.
chinesisches Sprichwort

Es ist kein bergab, ohne dass vor ihm ein bergan ist.
arabisches Sprichwort

Ein Schaf auf dem Berg hält die Ochsen unten für Zwerge.
deutsches Sprichwort

Wer höher steigt sieht weiter.
deutsches Sprichwort

Wenn man auf einen Berg steigt, so sieht man einen Ochsen wie ein Schaf, ein Schaf wie ein Ferkel. Und doch ist die Gestalt eines Ochsen anders als die eines Schafes und die Gestalt eines Schafes anders als die eines Ferkels. Das ist der Fehler des Standpunkts des Beobachters.
Lü Bu We (um 300-236/235 v.Chr.), chinesischer Kaufmann, Politiker und Philosoph

Als nun König Alboin mit seinem ganzen Heer und einer bunten Menge Volks im Grenzgebiet von Italien angekommen war, bestieg er einen Berg, der jene Gegend überragt, und betrachtete von dort aus ein Stück Italien, soweit sein Auge reichte. Dieser Berg wurde der Überlieferung nach aus diesem Grund von da an Berg des Königs genannt.
Paulus Diaconus (725/730-797/799), langobardischer Mönch und Geschichtsschreiber

Zuerst stand ich, durch den ungewohnten Hauch der Luft und die ganz freie Rundsicht bewegt, einem Betäubten gleich da. Ich schaue zurück nach unten: Wolken lagen zu meinen Füßen, und schon wurden mir der Athos und der Olymp weniger sagenhaft, wenn ich schon das, was ich über sie gehört und gelesen, auf einem Berg von geringerem Ruf zu sehen bekomme. Ich wende dann meine Blicke in Richtung Italien, wohin mein Herz sich stärker hingezogen fühlt. Die Alpen selber, eisstarrend und schneebedeckt – über die einst jener wilde Feind des römischen Volkes stieg, der, wenn wir der Überlieferung glauben dürfen, mit Essig sich durch die Felsen einen Weg brach -, sie zeigten sich mir ganz nah, obwohl sie weit entfernt sind.
Francesco Petrarca (1304-1374), italienischer Dichter und Humanist

Ich glaubte meinen Augen nicht, hielt es für einen Traum, als ich die majestätischen Gipfel, die fürchterlichen Hörner, den Midi, den Argentière, den Géant, zu deren Fuß der Zugang mir ehemals so mühsam und gefährlich gewesen war, itzt unter meinen Füßen sah. Ihre Lagen gegeneinander, ihre Verbindungen, ihr Bau, waren mir izt deutlich, und ein einziger Blick hebte Zweifel, welche Jahre von Arbeiten nicht hatten aufklären können.
Horace-Bénédict de Saussure (1740-1799), Schweizer Naturforscher

Man kann nicht bergauf kommen, ohne bergan zu gehen. Und obwohl Steigen beschwerlich ist, so kommt man doch dem Gipfel immer näher, und mit jedem Schritt wird die Aussicht umher freier und schöner! Und oben ist oben!
Mathias Claudius (1740-1815), deutscher Dichter und Journalist

Es ist ein Fehler bei Fußreisen, dass man nicht oft genug rückwärts sieht, wodurch man die schönsten Aussichten verliert.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Es gibt zwei Wege, sich zu bilden. Der eine geht im Tale entlängst den Bächen und Flüssen. Man misst, schreitet vor und zurück, und kommt am Ende wohl zu einem Begriffe dessen, was man durchschritten. Der andre führt grade auf den Berg, von wo herab du das ganze Stromgebiet mit einem Blicke überschaust.
Karl Leberecht Immermann (1796-1840), deutscher Schriftsteller, Lyriker und Dramatiker

Man muss in der grenzenlosen Weite verweilen, hellwach und klar, die Unendlichkeit des Raums schauend, so, als säße man auf dem Gipfel eines Berges mit freier Sicht nach allen Seiten.
Shabkar Tsogdruk Rangdrol (1781-1851), tibetischer Einsiedler und Yogi

Vom Gipfel der Alpen gleicht die Schweiz einem Garten; vom Gipfel des Denkens gleicht die Geschichte einer Erzählung.
Théodore Simon Jouffroy (1796-1842), französischer Philosoph

Die Landschaft erobert man mit den Schuhsohlen, nicht mit den Autoreifen.
Georges Duhamel (1884-1966), französischer Schriftsteller

Ich schaue ins Tal, dort laufen die Wege zusammen, die vielfach verschlungen, die ich gegangen bin, und ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: dahinter ist die Unendlichkeit, welche durch alle Weltraum- und Kernforschung nie ganz ergründbar sein wird, so wie der Tod, der Austritt aus dem bewussten Leben, der große Übergang, durch alle Findungen der Biologie und Genetik nie seines letzten Geheimnisses entkleidet wird.
Carl Zuckmayer (1896-1977), deutscher Schriftsteller

Älter werden ist, wie auf einen Berg steigen; je höher man kommt, umso mehr Kräfte sind verbraucht; aber umso weiter sieht man.
Ingmar Bergmann (1918-2007), schwedischer Drehbuchautor, Film- und Theaterregisseur

Man darf sein Ziel nicht aus den Augen verlieren, doch wenn man einen Berg erklimmt, sollte man hin und wieder stehen bleiben und die Aussicht genießen. Mit jedem eroberten Meter kann man weiter in die Ferne blicken und Dinge entdecken, die man zuvor nicht wahrgenommen hat.
Paulo Coelho (1947- ), brasilianischer Schriftsteller

Abstieg

Fische im GeißalpseeWenn es bergab geht, ist niemand alt.
japanisches Sprichwort

Beim Leben wird wie beim Montblanc nicht das Hinauf-, sondern das Hinuntersteigen am schwersten, zumal, weil man statt des Gipfels Abgründe sieht.
Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) (1763-1825), deutscher Dichter

Das einzige Zeitgemäße am Bergsteigen ist der Abstieg. In einer Zeit, die nach dem Lehrsatz lebt, dass maximaler Lustgewinn dadurch zu erzielen ist, dass man sich ausruht, bevor man sich angestrengt hat, in einer solchen Zeit muss man absteigen und nicht aufsteigen.
Franz Xaver Wagner (1809-1879), Schweizer Politiker

Wer den Gipfel erklommen hat, muss zusehen, wie er heil herunterkommt.
Hellmut Walters (1930-1985), deutscher Schriftsteller, Pädagoge und Aphoristiker

Der wichtigste Gedanke auf dem Gipfel gilt dem Weg nach unten.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Abstieg muss sein. Sonst wären die Gipfel übersät mit erfrorenen Bergsteigern.
Werner Schneyder (1937- ), österreichischer Kabarettist

Der Erfolg, die Sicherheit, alles überstanden zu haben, gehört dir erst ganz unten, am Ende des Abstieges.
Hans Kammerlander (1956- ), Südtiroler Extrembergesteiger- und skifahrer, fuhr als erster mit Skier den Mount Everest hinab

Erst wenn ich wieder absteige, spüre ich das Gewicht der Welt auf mir.
Anatoli Bukrejew (1958-1997), russisch-kasachischer Extrembergsteiger

Nach oben zu gelangen ist die Kür, hinunterzukommen die Pflicht.
Ed Viesturs (1959- ), US-amerikanischer Bergsteiger

Umweg und Abkürzung

Wer den höchsten Gipfel erstieg, ist zu stolz, auf dem zweiten sich zu zeigen.
Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803), deutscher Dichter

Steile Gegenden lassen sich nur durch Umwege erklimmen, auf der Ebene führen gerade Wege von einem Ort zum andern.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Diese ländlichen Gebirgsaufenthalte, gleichviel wo, sind entzückend, solange man jung ist, oder sich jung fühlt, was dasselbe bedeutet. Aber es ist vorbei damit, sowie die Kräfte nicht mehr ausreichen, in die Berge zu steigen und sich an dem Ozon der Berge für all das schadlos zu halten, was die Aufenthalte als soche an einem verbrechen.
Theodor Fontane (1819-1898), deutscher Dichter hugenottischer Abstammung

Abkürzungen zum Reichtum enden meist im Zuchthaus; Abkürzungen in der Politik erzeugen Größenwahn; und Abkürzungen in den Bergen sind meist noch verheerender und bringen einen auf den nächstgelegenen Friedhof.
Leslie Stephen (1832-1904), englischer Historiker, Autor und Bergsteiger

Der Berg ruft!
Luis Trenker (1892-1990), Südtiroler Bergsteiger, Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller

Kannst du nicht wie der Adler fliegen, klettre nur Schritt für Schritt bergan; wer mit Mühe den Gipfel gewann, hat auch die Welt zu Füßen liegen.
Viktor Blüthgen (1844-1920), deuscher Schriftsteller

Trotzdem bin ich bei meinem Umweg über die Berge viel weiter gekommen, als wenn ich den flachen Pfaden gefolgt wäre.
Karl Ludwig Reinhardt (1886-1958), deutscher Philologe

Um die Berge herumgehen ist genauso wichtig, wie auf deren Gipfel zu steigen.
Heinrich Harrer (1912-2006), österreichischer Bergsteiger, Forschungsreisender, Geograph und Auor

Umkehr

Ein guter Alpinist unterscheidet sich vom unerfahrenen dadurch, dass er weiß, wann und von wo er umkehren muss.
Radovan Kuchar (1928- ), tschechischer Bergsteiger

Die Spitze des Berges ist nur ein Umkehrpunkt.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Umzukehren und abzusteigen ist eine der schwierigsten Entscheidungen in den Bergen. Vielleicht die schwierigste überhaupt. Ich habe lange gebraucht, bis ich das gelernt habe.
Hans Kammerlander (1956- ), Südtiroler Extrembergesteiger- und skifahrer

Übelkeit und Schwindelgefühl

Wer hoch steigt, den schwindelt leicht.
deutsches Sprichwort

Wenn ich mich gänzlich ruhig hielt, so fühlte ich nichts als eine kleine Unpässlichkeit, eine leichte Neigung zum Erbrechen. Wenn ich mir aber bey etwas Mühe gab, oder meine Aufmerksamkeit einige Augenblicke hinter einander anstrengte, und besonders wenn ich im Bücken die Brust zusammendrückte, so musste ich mich setzen, und zwei bis drei Minuten nach Luft schnappen.
Horace-Bénédict de Saussure (1740-1799), Schweizer Naturforscher

Man kann nicht auf dem Gipfel verharren. Man sieht zu viel, man wird schwindlig. Steige hinab.
Anne Morrow Lindbergh (1906-2001), US-amerikanische Schriftstellerin

Mich schwindelt's mehr, wenn ich hinauf-, als wenn ich hinunterschaue.
Felix Pollak (1909-1987), österreichisch-US-amerikanischer Schriftsteller, Übersetzer und Bibliothekar

Bergsteiger und Politiker haben viele gemeinsame Qualitäten: Zielstrebigkeit, Ehrgeiz und Ausdauer. Schwindelfrei ist nur der Bergsteiger.
Heimito Nollé (1970- ), deutscher Medienanalyst

Risiko und Gefahr

Erweist dem Herrn, eurem Gott, die Ehre, bevor es dunkel wird, bevor eure Füsse straucheln auf dämmrigen Bergen.
AT, Jeremia 13,16

Tiefe Schwimmer, hohe Klimmer sterben auf den Betten nimmer.
deutsches Sprichwort

Wer hastig klettert, wird eilig fallen.
deutsches Sprichwort

Ich kann ein Bergsteiger werden, der die andern alle führt. Pfade, wo nie ein Schritt erklang: wer hat sie aufgespürt? Das tat meine Herzenslust! Die treibt mich hin zu den Gipfeln,
über Schnee, durch Wetterschlag, am Sturzbach hin, am Gletscherrand, hinauf! Nun klettert nach, ihr andern Wagehälse! Mir nach mit glühendem Herzen, hinauf ins freie Eis! Wer stürzt, den schmückt im Paradies die Blume Edelweiß!
Richard Dehmel (1863-1920), deutscher Dichter

Die große Angst in den Bergen.
Charles Ferdinand Ramuz (1878-1947), Schweizer Schriftsteller

Wenn du das Tal sehen möchtest, steige auf den Berg. Willst du die Bergspitze erblicken, schwinge dich zur Wolke empor. Willst du jedoch die Wolke verstehen, schließe die Augen und denke nach.
Khalil Gibran (1883-1913), libanesischer Schriftsteller

Bergsteigen ist der Widerstand gegen den herausgeforderten Tod.
Gottfried Benn (1886-1956), deutscher Arzt, Dichter und Essayist

Es ist auch eine herrliche Leistung, vom Mount Everest abzustürzen, vorausgesetzt, dass man selber hinaufklettert.
Erwin Chargaff (1905-2002), österreichisch-US-amerikanischer Chemiker und Schriftsteller

Das menschliche Leben ist viel wichtiger als nur auf einen Berg zu kommen.
Edmund Hillary (1919-2008), neuseeländischer Bergsteiger, Erstbesteiger des Mount Everest

Das Bergsteigen ist eine der schönsten Sportarten, aber ohne Technik betrieben, wird es zu einer mehr oder weniger bewussten Form des Selbstmords.
Gaston Rébuffat (1921-1985), französischer Bergsteiger

Der Berg ist kein Spielzeug. Er birgt auch Gefahren: die Gefahr der lawinenschwangeren Wächte, der Route, mit der man sich überfordert, der nassen Steilwiese, des jähen Absturzes, des brüchigen Felsens, des vereisten Steiges, des sich neigenden Turms im Gletscherbruch, der verdeckten Spalte, der Anszeichen des Wettersturzes.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Die Berge werden dem ihren Reichtum nicht erschließen können, der in ihnen nur das frivole Spiel mit der Gefahr sucht, das Hasardieren mit dem eigenen Leben und dem Leben anderer, die neurotische Selbstbestätigung in sinnlosem Risiko.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Kaum vom Traualtar zurückgekehrt, nimmt die liebende Gattin die Axt zur Hand, um dem kletterfrohen Jüngling alle Wurzeln abzuschlagen, mit denen sein Herz an den Bergesgipfeln hängt, und bald schwimmt auch er, wie so viele vor ihm, als alpines Treibholz den behaglich breiten Strom des bürgerlichen Wohllebens hinunter.
Erich Vanis (1928-2004), österreichischer Bergsteiger und Eiskletterer

Die Berge können gefährlich sein. Ein einziger Fehltritt unter einer Million, ein verstauchter Knöchel, und man merkt, wie fern der Zivilisation man tatsächlich ist.
Robert Maynard Pirsig (1928- ), US-amerikanischer Autor

Ein Berg ohne Absturzgefahr ist nur noch Attrappe.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Mich interessiert ein Berg nur dann, wenn ich nicht weiß, ob ich hinauf komme oder nicht.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Nirgendwo liegen Glück und Verzweiflung so dicht beieinander wie im Hochgebirge.
Gerhard Baur (1947- ), deutscher Bergsteiger und Kameramann

Gesund von einer Tour zurückzukehren hat nicht allein etwas mit Können, sondern auch mit Glück zu tun.
Hans Kammerlander (1956- ), Südtiroler Extrembergesteiger- und skifahrer

Oben, in der extremen Höhe, überkommt einen große Gleichgültigkeit. Die Angst vor dem Tod schwindet wie die Angst vor exponierten Lawinenhängen.
Hans Kammerlander (1956- ), Südtiroler Extrembergesteiger- und skifahrer, fuhr als erster mit Skier den Mount Everest hinab

Meist ist der Sturz an sich gar nicht das Problem, sondern der Aufprall
Joe Simpson (1960- ), englischer Bergsteiger und Motivationsredner

Wenig Momente sind so ganz voller Befriedigung wie jene, unmittelbar nachdem man sicheren Boden erreicht hat.
Arnold Lunn (1888-1974), englischer Skifahrer und Bergsteiger

Manchmal braucht es genauso viel Mut, seine eigenen Grenzen zu akzeptieren, wie der Natur die Stirn zu bieten
Katelijne van Heukelom (20. Jh.)

Schild Vorsicht SteinschlagMoos war sein letzter Griff, bevor er in die Tiefe pfiff.
anonymus

Im Falle eines Falles ist das Fallen alles.
anonymus
 

Rumpel di pumbel – weg war der Kumpel.
Update: Holterdiepolter – da unten, da rollt er!
anonymus

Aufmerksamkeit und Vorsicht

Halte mich, dass ich dich halte, auf dass wir den Berg erklimmen.
griechisches Sprichwort

Wenn du einen hohen Berg besteigst, mache keinen Schritt rückwärts.
chinesisches Sprichwort

Jeder Berg muss vorsichtig bestiegen und mit jedem Höherstehenden vorsichtig umgangen werden.
arabisches Sprichwort

Es gibt alte Bergsteiger und es gibt verwegene Bergsteiger, aber es gibt keine alten verwegene Bergsteiger.
anonymus

Besteige die Berge, wenn Du willst, aber vergiss nicht: Mut und Kraft sind nichts ohne Vorsicht, und ein Augenblick der Nachlässigkeit kann lebenslanges Glück zerstören. Sei niemals hastig; schau immer, wohin Du trittst; und bedenke von Anfang an, wie Du enden könntest.
Edward Whymper (1840-1911), englischer Bergsteiger, Erstbesteiger des Matterhorns

Das allerwichtigste beim Bergsteigen ist, dass man lange lebt.
Luis Trenker (1892-1990), Südtiroler Bergsteiger, Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller

Das Bergsteigen findet in einer Welt statt, wo jeder die Verantwortung für sich selber zu tragen hat.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Oben, in der extremen Höhe, überkommt einen große Gleichgültigkeit. Die Angst vor dem Tod schwindet wie die Angst vor exponierten Lawinenhängen.
Hans Kammerlander (1956- ), Südtiroler Extrembergesteiger- und skifahrer, fuhr als erster mit Skier den Mount Everest hinab

Das Gehirn ist der wichtigste Muskel beim Klettern.
Wolfgang Güllich (1960-1992), deutscher Sportkletterer und Expeditionsbergsteiger 

Angst ist das Werkzeug, das Bergsteiger am Leben hält
Heidi Howkins (20. Jh.), Bergsteigerin

Es ist wichtig, Respekt und Furcht zu haben, bescheiden zu sein. Denn du hast keine zweite Chance.
Kilian Jornet Burgada (1987- ), spanischer Skibergsteiger und Langstreckenläufer
 

Begleitung und Begegnung

Blick vom Hohen IfenWenn du schnell gehen willst, dann gehe allein. Wenn du weit gehen willst, dann musst du mit anderen zusammen gehen.
afrikanisches Sprichwort

Gut Gespräch kürzt den Weg.
deutsches Sprichwort

Kein Weg ist lang mit einem guten Freund als Begleiter.
deutsches Sprichwort

Ruhe ich, so bist du bei mir; steige ich auf eine Höhe, so steigst du mit; steige ich herab, so steigst auch du herab: Wohin ich mich wende, bist du dabei.
Nikolaus von Kues (1401-1464), deutscher katholischer Theologe und Philosoph

Die rauhen Weg' und hohen wilden Hügel ziehn unsre Meilen mühsam in die Länge, doch euer schön Gespräch macht, wie ein Zucker, den schweren Weg süß und vergnüglich mir.
William Shakespeare (1564-1616), englischer Dichter

Zur Weggenossenschaft gehören beide Gaben, nicht bloß ein gleiches Ziel, auch gleichen Schritt zu haben.
Friedrich Rückert (1788-1866), alias Freimund Raimar, deutscher Dichter, Lyriker und Übersetzer

Du möchtest gern alleine wandern, doch ständig stören dich die andern. Auch du bist - das bedenke heiter! - ein andrer andern - und nichts weiter.
Mark Twain (Samuel Langhorne Clemens) (1835-1910), US-amerikanischer Schriftsteller

Kameraden sind nur solche, die sich in derselben Kameradschaft vereinen und demselben Gipfel entgegensteigen, um sich selbst zu finden.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Schriftsteller und Flieger

Der Berg ist eine Chance menschlicher Begegnung. Auf den Höhen rücken die Menschen zusammen. Schon auf den Pfaden über der Stadt grüßt jeder jeden...
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Gruppen wachsen auf dem Berg zusammen wie sonst kaum wo. Eine alpine Woche wird zu einer Schule des Miteinanders und Füreinanders. Da wird Rücksicht auf den Schwächeren gefordert, Geduld mit dem Anfänger, Einfügen in die Kameradschaft, das Teilen des heißen Tees.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Im Gebirge ist es ganz einfach: Sobald man die Ebene verlassen hat und in geneigtem Gelände sich befindet, am Steig, auf Hütten, auf dem Gipfel, sagt man "du".
Franz Xaver Wagner (1939-2011), deutscher Komiker

In den Bergen sieht man das Alleinsein als nötige Voraussetzung der Weisheit an. Neu Einsichten entstehen selten im engen Beieinander, denn dort herrscht das Gruppendenken vor, die Last der Gewohnheit und Gefälligkeit. Die enge Gemeinschaft mit ihrer ständigen Überwachng lässt keinen Raum für Querdenker und Neuerungen, für Zweifel und Muße.
Rahim Taghizadegan und Eugen Maria Schulak (20. Jh.)

Dieses lockere Steigen miteinander, wo jeder seinen eigenen Schritt geht und seinen eigenen Gedanken nachhängt, und wo man dennoch aufeinander acht gibt, ist für mich eine herrlich erholsame Verbindung von Ich-Sein und Miteinander-Sein.
Ulrich Aufmuth (20. Jh.), deutscher Psychologie und Autor

Wenn irgendwo, so lernt man einen Menschen in den Bergen kennen, sei es in den Stunden beschaulicher Freude oder des Glücks, das die Berge geben, sei es im einfachen Durchhalten bis zum Äußersten oder gar im Kampf um Sein oder Nichtsein
Eleonore Noll-Hasenclever (1880-1925), deutsche Bergsteigerin

Lebensraum, Bergbewohner und Mentalität

Viehtrieb bei Gavernais in den PyrenäenIm Gebirge lebe von den Bergen, an einem Gewässer lebe vom Wasser.
chinesiches Sprichwort

Das Land liegt in Trümmern aber es gibt noch immer Berge und Flüsse.
japanisches Sprichwort

Die Berge zu beherrschen heißt die Flüsse zu beherrschen.
französisches Sprichwort

Arme Menschen können sich für das Meer erwärmen, reiche für die Berge.
irisches Sprichwort

Heirate ein Mädchen aus den Bergen und du heiratest den ganzen Berg.
irisches Sprichwort

Ehefrauen aus den Bergen und Ehemänner aus den Städten.
sizilianisches Sprichwort

Wenn es drei Tage nach Bartholomäus schön ist, gibt es gutes Wetter für die Bergmahd.
Bauernregel

... dass wir in den schönsten und reichsten Ländern und besonders in den durch Naturschönheiten sich auszeichnenden Gebirgsgegenden die muntersten, tätigsten und geistreichsten Menschen finden.
Christian Garve (1742-1798), deutscher Philosoph

Glückseliger Verlust von schadenvollen Gütern! Der Reichtum hat kein Gut, das eurer Armut gleicht; die Eintracht wohnt bei euch in friedlichen Gemütern, weil kein beglänzter Wahn euch Zweitrachtsäpfel reicht; die Freude wird hier nicht mit banger Furcht begleitet, weil man das Leben liebt und doch den Tod nicht hasst; hier herrschet die Vernunft, von der Natur geleitet, die, was ihr nötig, sucht und mehrers hält für Last. Was Epiktet getan und Seneca geschrieben, sieht man hier ungelehrt und ungezwungen üben. Hier herrscht kein Unterschied, den schlauer Stolz erfunden, der Tugend untertan und Laster edel macht; kein müßiger Verdruss verlängert hier die Stunden, die Arbeit füllt den Tag und Ruh besetzt die Nacht; hier lässt kein hoher Geist sich von der Ehrsucht blenden, des Morgens Sorge frißt des Heutes Freude nie. Die Freiheit teilt dem Volk, aus milden Mutter-Händen, mit immer gleichem Maß Vergnügen, Ruh und Müh. Kein unzufriedner Sinn zankt sich mit seinem Glücke, man isst, man schläft, man liebt und danket dem Geschicke.
Albrecht von Haller (1708-1777), Schweizer Mediziner, Botaniker und Wissenschaftpublizist 

Überhaupt hat das Gebirgsleben etwas Menschlicheres als das Leben auf dem flachen Lande. Die Bewohner sind einander näher und, wenn man will, auch ferner, die Bedürfnisse geringer, aber dringender.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Das Enge der Gebirge scheint überhaupt auf das Gefühl zu wirken, und man findet darin viele Gefühlsphilosophen, Menschenfreunde, Freunde der Künste, besonders der Musik. Das Weite des platten Landes hingegen wirkt mehr auf den Verstand, und hier findet man Denker und Vielwisser.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Das Bergvolk denkt und simuliert, ist in Natur- und Felsenschrift studiert.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Ich bin vom Berg der Hirtenknab, ich bin der Knab vom Berge.
Ludwig Uhland (1787-1862), deutscher Dichter, Literaturwissenschaftler, Jurist und Politiker

Die Schweizer haben Gefühle so erhaben wie ihre Berge, aber ihre Ansichten der Gesellschaft sind so eng wie ihre Täler.
Heinrich Heine (1797-1865), deutscher Dichter und Publizist

Man sagt, die Gebirgsbewohner bekommen vorzüglich das Heimweh. Jeder Mensch ist Gebirgsbewohner, seine Gewohnheiten sind seine heimatlichen Berge, denen man ihn nicht entreißen darf.
Johann Nepomuk Nestroy (1801-1862), österreichischer Schauspieler, Sänger, Dramatiker und Satiriker

Die Berge, die Wälder und das Meer machen den Menschen wild, sie entwickeln das unerschütterliche, aber zerstören nicht das menschliche.
Victor Hugo (1802-1885), französischer Schriftsteller

Die Seelen der Menschen fühlen sich vielleicht in immer innigerer Übereinstimmung mit einer Außenwelt von Schwermut, die unserem Geschlecht, als es noch jung war, einfach hässlich vorkam. Die Zeit scheint nahe, da einzig der herbe Adel eines Moors und des Meers oder eines Gebirges das in der Natur ist, was mit der Gemütsverfassung des nachdenklicheren Teils der Menschheit völlig in Einklang steht.
Thomas Hardy (1840-1928), englischer Schriftsteller

Es lassen sich drei Arten von biologischen Charakterbldungen unterscheiden: Mensch der Ebene, Mensch des Meeres und Mensch des Gebirges.
Jakob Wassermann (1873-1934), deutsch-jüdischer Schriftsteller

Almhütte am NebelhornIn den rauhen Bergen schlagen milde Herzen.
Heinrich Federer (1866-1928), Schweizer Schriftsteller

So seltsam es klingt, die Großstadtleute wohnen zu weit voneinander weg. In der Großstadt ist es weiter von der einen Tür zur andern als von einem Hof im Tal bis zum Nachbarn den Berg hinauf. Wenn dich jemand in der Großstadt nach den Bewohnern deines Nachbarhauses fragt, so kennst du nicht einmal ihre Namen.
Paul Keller (1873-1932), deutscher Schriftsteller

Ich liebe die Berge, weil sie mich daran erinnen, dass ich Teil von etwas bin, das wesentlich größer ist als ich.
Julian Cooper

Die Schweizer sind stolz darauf, so schöne Berge geschaffen zu haben.
Ludwig Hohl (1904-1980), Schweizer Schriftsteller
 

Bergbauern leben zwar arm, aber nicht aussichtslos.
Klaus Klages (1938- ), deutscher Gebrauchsphilosoph und Abreißkalenderverleger

Die aufwärtssteigenden Menschen kommen, von welcher Seite her und auf welchen Wege sie den Berg zu nehmen suchen, auf dem Gipfel alle zusammen.
Christian Geyer (1862 - 1929), deutscher evangelischer Theologe

Am Ende werden wir den Berg gerade deshalb lieben, weil er uns das Äußerste abverlangt hat und für einen kostbaren Augenblick hoch über das Alltagsleben erhoben hat und uns die Schönheit einer Strenge, einer Macht und einer Reinheit gezeigt hat, die wir nie erfahren hätten, hätten wir dem Berg nicht ins Angesicht gesehen und mit ihm gekämpft.
Francis Edward Younghusband (1863.1942), britischer Offizier und Forscher

Berg und Gebirge zogen mich immer lebhafter an. Ich war monatelang unterwegs, wie um die mir gemäße Landschaft zu suchen.
Jakob Wassermann (1873-1934), deutsch-jüdischer Schriftsteller

Ich stehe vor einem hohen Berg und weiß nicht, wie ich hinauf komme. Erst wenn ich oben bin, sehe ich den Weg.
Petrus Ceelen (1943-), belgischer katholischer Geistlicher, Psychotherapeut

Ich war den Berg hinaufgestiegen und sah die Welt von oben an, schon fasste mich's wie Größenwahn: Ich war den Berg hinaufgestiegen. Da sah ich einen Adler fliegen zur rechten Stunde himmelan: So hoch war ich hinaufgestiegen, ich sah ihn doch von unten an.
anonymus (aus den Fliegenden Blättern)

Sind Berge, Wellen, Lüfte nicht ein Stück von mir?
Wilhelm Busch (1832-1908), deutscher Dichter

Hohe Berge wecken Gefühle in mir, doch das Treiben der Städte quält mich.
George Gordon Byron (1788-1824), englischer Dichter

Das ganze Gebiet alpiner Hirtenkultur von den französischen Alpen bis nach Tirol hat im Mittelalter politische Zusammenschlüsse der Bauern, "Eidgenossenschaften" hervorgebracht, denen aber weniger Erfolg und Dauerhaftigkeit beschieden war als der urschweizerischen. Die Naturnotwendigkeit der gemeinsamen Nutzung, Verwaltung und Verteilung der Alpen und Allmenden zwang zum genossenschaftlichen Zusammenschluss, und dieser konnte eine Vorschule des politischen Zusammenschluses im Kampf gegen die Feudalgewalten sein.
Richard Weiss (1907-1962), Schweizer Volkskundler

Der Alpinismus ist ein Mittel zu Selbstzucht und Selbstüberwindung, zur Läuterung und Verinnerlichung. Ich glaube zuversichtlich an die Natur als Lehrmeisterin. Deshalb bin ich überzeugt, dass das Gebirge mit seiner Schönheit und seiner Härte heute mehr denn je eine der besten Charakterschulen ist.
Walter Bonnatti (1930-2011), italienischer Begsteiger, Bildreporter und Autor

Da fand ich Handwerker, denkende Menschen, weitsichtige Menschen, voraussehende Denker, Kleinbauern, Dichter, Bildhauer, Bergbauern, Außenseiter  ... Die singenden Menschen im Alpenraum, die mit den alten Gesängen und den gesungenen Weisen meine ich. Nicht die vertodelten Alpenjodler und dümmlichen Hiasln samt ihren Zuhältern meine ich, sondern die sinnierenden, singenden, sanften Menschen. Von dieser Einfachheit geht Kraft aus.
Hans Haid (1938- ), österreichischer Volkskundler, Bergbauer und Mundartdichter

Im Grunde meines Herzens bin ich Bergbauer.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Auf der einen Seite ist die Verstädterung der Tallagen und der Tourismuszentren massiv vorangeschritten. Andererseits hat die Entsiedelung sehr stark zugenommen... Das ist eine Grundsatzfrage – und zwar für ganz Europa. Bereits der Soziologe Max Weber erkannte: Nur dank seiner ausgeprägten kleinteiligen Vielfalt, verbunden aber durch die gemeinsame christlich-griechisch-jüdische Tradition, konnte Europa vom Mittelalter an seine besondere Innovationsfähigkeit entwickeln. Es gab nicht nur eine einzige, "richtige" Weise, zu denken und zu wirtschaften – jeder machte es etwas anders, und das ermutigte die Menschen, sich zu überlegen, was man besser machen könne. Das führte letztlich zur industriellen Revolution.
Werner Bätzing (1949- ), deutscher Kulturgeograph

Das ist meine große Sorge: Der Alpentourismus bietet, was alle Ferienclubs bieten. Sein Alleinstellungsmerkmal aber ist die Besonderheit von Natur und Kultur. Das Naturerlebnis in den Alpen ist einzigartig in Europa.
Werner Bätzing (1949- ), deutscher Kulturgeograph

Das ist ein permanenter Rüstungswettlauf zwischen den Tourismusgemeinden, der in eine absurde Steigerung führt, die mit den Alpen überhaupt nichts mehr zu tun hat.
Werner Bätzing (1949- ), deutscher Kulturgeograph

An der Grenze trifft man sich auf Augenhöhe gegenüber. Je höher in den Alpen, desto weniger herrschen höfliche Formen vor und desto schneller duzt man sich. Der Gruß "Servus" drückt dieses Gegenüber auf Augenhöhe besonders gut aus: Er setzt das Du-Wort voraus, doch tut er dies mit einem Wort des Respekts: Keine Sorge, ich duze dich nicht, weil ich mich zum Herren über dich aufsschwinge. Ich bin dir zu Diensten!
Rahim Taghizadegan und Eugen Maria Schulak (20. Jh.)

Gekreuzigter vor Kapelle in OsttirolAlm und Berghütte

Was nicht rastet und nicht ruht, tut in die Länge nicht gut.
deutsches Sprichwort

Eine kurze Rast hält nie auf.
Bauernweisheit

Auf die Berge will ich steigen, wo die frommen Hütten stehen, wo die Brust sich frei erschließet, und die freien Lüfte wehen.
Heinrich Heine (1797-1865), deutscher Dichter und Publizist

Es gehört nicht viel dazu, um einen Berg zu demütigen. Manchmal genügt schon eine Hütte.
John Ruskin (1819-1900), englischer Schriftsteller, Kunstkritiker und Sozialphilosoph

Auf der Alm, da gibt's koa Sünd', weil die Männer müde sind.
Klaus Klages (1938- ), deutscher Gebrauchsphilosoph und Abreißkalenderverleger

Das Schlimme an einem Handy ist, dass man es auch auf eine einsame Berghütte mitnehmen kann.
Franz Xaver Wagner (1939-2011), deutscher Komiker

Die Liebe ist wie eine Berghütte; du findest darin nur das, was du mitbringst.
anonymus

Bergkapelle und Gipfelkreuz

Auf einem Felsen steht aufgerichtet das Kreuz, unerschütterlich fest wie unser Glaube an Jesum Christum. Immer grün, durch alle Zeiten während, stehen die Tannen ums Kreuz, gleich unserer Hoffnung auf ihm, den Gekreuzigten.
Caspar David Friedrich (1774-1840), deutscher Maler

Droben stehet die Kapelle, schauet still ins Tal hinab.
Ludwig Uhland (1787-1862), deutscher Dichter, Literaturwissenschaftler, Jurist und Politiker

Was schimmert dort auf dem Berge so schön, wenn die Sternlein hoch am Himmel aufgehn? Das ist die Kapelle still und klein, sie ladet den Pilger zum Beten ein.
Karl Breidenstein (1796-1876), deutscher Musikwissenschaftler

Unsere kleinen, schlichten Bergkirchen atmen eigentlich eine unverfälschte Frömmigkeit. Sie sind zu einfach, als dass sie in den Verdacht kommen könnten, falscher Ruhmsucht oder dem Prestige irgendeines hohen Geschlechtes zu dienen.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer katholischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Der echte Bergsteiger wird die heiligen Zeichen auf den Höhen grüßen, hier und in anderen Ländern, Kulturen und Religionen.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer katholischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Ds Gipfelkreuz, das auf so vielen Bergen unserer Heimat steht, deutet den letzten, allumfassenden Sinn aller Wege: die erlösende Liebe des Unendlichen.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer katholischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Gipfelkreuze sind Humbug.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor
[Ein Autor der Süddeutsche Zeitung spricht von "die Dinger" auf den Gipfeln, Messner von der "Verspargelung der Landschaft" und er betrachtet Gipfelkreuze als "Unterdrückungsymbol" und als "Umweltverschmutzung". Einige Fanatiker scheinen dies "beherzigt" zu haben und hacken Gipfelkreuze um; einer Künstler barachte als provokative Installation auf einem Gipfel einen Halbmond an. Tatsächlich haben Gipfelkreuze in Bayern und Tirol eine lange Tradition und gehören nach Meinung der Kulturhistorikerin Friederike Kaiser zur Kulturlandschaft dazu. Viele Gipfelkreuze wurden von der Bevölkerung unter großen Mühen als Ausdruck des Dankes für ein bestimmtes Ereignis aufgestellt.
Die Diskussion um Gipfelkreuze ist unehrlich...Viele, auch Herr Messner fahren nach Asien und bestaunen dort auf den Bergen die religiösen Symbole. Herr Messner hat etliche davon im Kontext der Berge in seinen MMM aufgestellt.
Wärlich

Ich bin nicht getauft, kann aber gut mit unserer abendländischen christlichen Kultur leben, soweit sie die ursprünglichen Grundwerte transportiert....Mich stört kein Gipfelkreuz, es ist eine schöne Tradition die gepflegt gehört! Ich denke beim Gipfelkreuz nicht an Verbrechen von Fanatikern, die ich in jeder Religion verachte....
Sascha Breuer]

Ist es nicht eine Freude, am Gipfel des Berges dem Schöpfer zu danken?
Christoph Schönborn (1945- ), aus dem Sudentenland stammender österreichischer Erzbischof, Kardinal und Vorsitzender der österreichischen Bischofskonferenz

Wenn wir erklimmen schwindelnde Höhen, steigen dem Gipfelkranz zu, in unsern Herzen brennt eine Sehnsucht, die lässt uns nimmermehr Ruh. Herrliche Berge, sonnige Höhen, Bergvagabunden sind wir.
Erich Hartinger (20. Jh.)

Die Gipfel stehen für die bedrohliche Natur, die durch Lawinen und Muren plötzlich das Leben auslöschen kann, das sie schenkt. Das Kreuz auf dem Gipfel ist daher auch Ausdruck der Frömmigkeit, mit der die gegenüer den Naturkräften nahezu wehrlosen Menschen für ihr Überleben beten. Der österreichische Alpenforscher Hans Haid beleutet diesen Beweggrund: "Sind diese Gelöbnise, diese verlobten Bittgänge nur eine Art Versicherungsgeschäft mit dem Herrgott und seinen Heiligen? Der das behauptet, hat noch nie die tiefe Inbrunst erlebt, mit der gläubige Menschen um Bewahrung vor drohenden Lawinen- und Muhrkatastrophen beten, wie sie steile Bergpfade hinaufbeten.... Das ist nicht mit nüchterner Betrachtungsweise zu erklären.
Rahim Taghizadegan und Eugen Maria Schulak (20. Jh.)

Gipfelkreuz. Wer in deiner Nähe ist, ist angekommen. Gipfelkreuz. Es sind überwunden: der Weg, die Strapazen, die Last. Gipfelkreuz. Du Bote von dem, der überwunden hat. Gipfelkreuz. In deiner Nähe kann ich mich ausruhen, auftanken und immer wieder Kraft mitnehmen – manchmal für ein Kreuz ganz unten. Gipfelkreuz. Danke!
Rosa Maria Dick (20. Jh.), deutsche Ordensschwester, Generaloberin der Barmherzigen Schwestern von Vinzenz von Paul

Seil und Seilschaft

Schatten von Seilschaft auf dem Großen Aletschgletscher im WallisSelbst ein dickes Seil fängt an einem Faden zu faulen an.
chinesisches Sprichwort

Das Leben ist entweder ein Seil, oder ein Federbett. Man gebe mir das Seil.
Albrecht Dürer (1471-1528), deutscher Maler, Grafiker, Mathematiker und Kunsttheoretiker

Die größten Fehler wie die dicksten Seile sind oft aus einer Vielzahl von Strängen zusammengesetzt.
Victor Hugo (1802-1885), französischer Schriftsteller

Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch, - ein Seil über einem Abgrunde. Ein gefährliches Hinüber, ein gefährliches Auf-dem-Wege, ein gefährliches Zurückblicken, ein gefährliches Schaudern und Stehenbleiben.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Wichtiger ist der Gebrauch des Seiles beim Abwärtsklettern. Stets fürchtet sich der Anfänger vor dem Abwärtsgehen, da es viel schwieriger sei als das Aufsteigen.
Emil Zsigmondy (1861-1885), österreichischer Arzt und Bergsteiger

Kameraden dürfen sich nur nennen, die in der gleichen Gruppe angeseilt demselben Gipfel entgegenstürmen, um ihn gemeinsam zu erreichen.
Antoine de Saint-Éxupery (1900-1944), französischer Schriftsteller und Flieger

In Seilschaften bildet oft das Hinterteil des einen den Horizont des anderen.
Ralph Boller (1900-1966), schweizerischer Aphoristiker

Es ist ein Stück perlongewebtes Miteinander, ein Symbol gemeinsamen Erlebens, gegenseitiger Verantwortung und Sicherheit. Es ist das schönste Sinnbild der Kameradschaft, der Gruppe.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer katholischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Die Nationen der Welt ähneln heute einer Gruppe von Bergsteigern, die durch ein Kletterseil miteinander verbunden sind.
Michael Gorbatschow (1931- ), russischer Politiker, Generalsekretär der kommunistischen Partei, letzter Führer der Sowjetunion

Das Seil das zwei Menschen auf einem Berg verbindet ist mehr als ein Nylon-Schutz; es ist eine organische Sache, die feine Botschaften don Absicht und Befindlichkeit von Mensch zu Mensch überträgt; es ist ein Tastsinn, ein psychologisches Band, ein Draht durch den die Kommunikationsströme fließen.
Rodney William Whitaker (1931-2005), US-amerikanischer Schriftsteller

Mit Seil und Haken, alles zu wagen [oder den Tod im Nacken], hängen wir an der steilen Wand.
Erich Hartinger (20. Jh.)

Berge in der Kunst

Die Welt wird nicht größer, und die Maler werden immer mehr. Wo was Neues finden? Um jeden steirischen Felsen sitzen drei Maler herum und pemseln drauf los! Jedes Bachbrückel, jedes Seitel Wasserfall prangt auf der Leinwand, das ganze Salzkammergut existiert in Öl, die Schweizer Natur hat keine Quadratklafter mehr, die nicht schon zehnmal in der Kunstausstellung waren.
Johann Nestroy (1801-1862), österreichischer Dramatiker, Schauspieler und Opernsänger

Schickt den Architekt in die Berge. Damit er dort lerne, was die Natur unter einem Strebpfeiler, was sie unter einem Dom versteht.
John Ruskin (1819-1900), englischer Schriftsteller, Kunstkritiker und Sozialphilosoph

Berge sind der Anfang und das Ende aller natürlichen Landschaft.
John Ruskin (1819-1900), englischer Schriftsteller, Kunstkritiker und Sozialphilosoph

Mir werden große Kirchen nie langweilig. Sie sind meine beliebteste Berglandschaft. Die Menschheit war nie so inspiriert, als wenn sie eine Kathedrale schuf.
Robert Louis Stevenson (1850-1894), schottischer Schriftsteller

Naturschutz und Landschaftsschutz

flechtenüberwachsenes Schild Landschaftsschutzgebiet am KochelseeSolange die grünen Berge erhalten werden, gibt es keinen Mangel an Feuerholz.
chinesisches Sprichwort

Berchtesgaden ist der Yellowstone-Park der deutschen Alpen
. Die großartigsten Schaustücke derselben liegen nirgendwo so vor deiner Türe wie hier.
Heinrich Noe (1835-1896), deutscher Schriftsteller

Gott hat sich um diese Bäume gekümmert, sie vor Trockenheit, Krankheit, Lawinen, tausenden von Gewittern und Überflutung beschützt. Aber er kann sie nicht vor Narren beschützen.
John Muir (1838-1914), schottisch-US-amerikanischer Naturforscher, Philosoph und Umweltschützer

Solange ich lebe, werde ich die Wasserfälle und Vögel und Winde singen hören, die Sprache der Flut, des Sturms und der Lawine lernen. Ich werde micht mit den Gletschern und wilden Gärten bekannt machen und dem Herz der Welt so nahe kommen wie ich es kann.
John Muir (1838-1914), schottisch-US-amerikanischer Naturforscher, Philosoph und Umweltschützer

Die gleiche Gefahr, welche diesen Tierarten droht, besteht aber auch für mehrere Pflanzenarten. Von diesen spricht bis jetzt Niemand, obwohl einige derselben nur der strengen Geheimhaltung der Standorte eine höchst gefährdete Existenz verdanken. ... Die Aufgabe lässt sich durch Gründung eines Planzenhortes lösen, dessen erste und oberste Aufgabe es wäre, die gefährdeten Pflanzenarten zu erhalten.
Eduard Sacher (1843-1892), österreichischer Gastronom und Hotelier

Einst war es die Religion, die uns mit dem Richterspruch am Ende der Tage drohte. Heute ist es unser gequälter Planet selbst, der die Ankunft dieses Tages voraussagt. Diese letzte Offenbarung kommt nicht vom Berg Sinai, nicht von jenem Berg der Predigt, auch nicht vom Bo-Baum Buddhas - es ist die Anklage der stummen Kreatur, die uns mahnt, unsere ehrgeizige Allmacht zu zähmen, damit wir nicht allesamt zu Grunde gehen in einer Wüste, die sich einst als Schöpfung präsentierte.
Hans Jonas (1903-1993), deutschstämmiger US-amerikanischer Philosoph

Die Kletterer haben den Mount Everest in die höchstgelegene Müllhalde der Welt verwandelt.
Edmund Hillary (1919-2008), neuseeländischer Bergsteiger, Erstbesteiger des Mount Evererst

Mit der Zerstörung unserer Umwelt nehmen wir der nächsten Eiszeit viel Arbeit ab.
Oliver Hassencamp (1921-1988), deutscher Kabarettist, Schauspieler und Autor

Je mehr kommen, umso gefährdeter wird dieses schöne Stück Erde. Denn die vielen, die kommen, brauchen Straßen, Parkplätze, zeitgemäße Unterkünfte, Aufstiegshilfen, Wasser, Energie, Infrastukturen ... Und das alles wird wieder zu einer gewissen Belastung für die Umwelt, jene Umwelt, der man doch gerade in den Bergen mit ihrer Ursprünglichkeit und Versehrtheit begegnen möchte.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer katholischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Die Menschen in den Bergen haben ihn immer schon für heilig gehalten. Wir wissen heute, wieviel verlorengeht, wenn der Wald stirbt. Mit Bannwäldern stirbt noch mehr. Denn tief unten ducken sich Almhütten, Ställe, Straßen, Höfe, Siedlungen, Existenzen und Menschenleben.... Vielleicht erkennt man, wie dumm es it, oben abzuholzen und unten über die Lawinenkegel zu jammern.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer katholischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Die Anziehungskraft einiger Berge auf das alpine Publikum ist so groß, dass es nur durch Anwendung raffinierter Listen möglich wird, diese Berge zu besteigen, ohne von der Masse zertrampelt zu werden.
Franz Xaver Wagner (1939-2011), deutscher Komiker

Es gibt sie noch [die Bergwiesen], wenn sie das Glück hatten, keiner Skipistenautobahn im Weg zu liegen, oder wenn sie steil genug sind, dass kein Erschließungsbesessener sie für die Planung eines Parkplatzes oder gar für ein Golfgelände entdeckt hat, auf dem man dann einen langweiligen Industrierasen anlegt.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer katholischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Retten können wir die Berge nur, wenn wir sie begreifen - mit den Händen, den Sinnen, dem Herzen.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Man kann nicht den Wald abholzen und das Echo stehen lassen.
Richard Schröder (1943- ), deutscher Philosoph und evangelischerTheologe

Auf die höchsten Gipfel führt keine Seilbahn.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Das große, allerletzte Tabu unserer Gesellschaft ist der Tourismus. Mir ist kein bedeutender weltlicher oder kirchlicher Regierungschef bekannt, der laut und unmissverständlich erklärt hätte, dass der Verkrüppelung der Erde durch generelle Flughafen-Baustops, durch radikale Autobahn-Verringerungen, durch Verbote von Gletscher-Skiliften und Baumschlägerungen für Wintersport-Loipen, durch Verweigerung von Hotelgemeinheiten in jeder Höhe und jedem Ausmaß begegnet werden muss.
André Heller (1947- ), österreichischer Chansonnier, Aktionskünstler, Kulturmanager, Autor, Dichter und Schauspieler 

Es gibt wenige Landschaften in Europa, die im Verlauf der Kulturgeschichte so starke Bilder hervorgebracht haben wie die Alpen. Dieses Hochgebirge mitten zwischen dicht besiedelten Kernräumen Europas - von Turin, Mailand, Genf oder München aus sieht man die schneebedeckten Alpengipfel - provozierte die Menschen stets besonders stark, sich über ihre Beziehung zur Natur Gedanken zu machen. Deshalb waren die Alpen seit der römischen Antike stets Projektionsfläche der städtischen Hochkulturen: Bis 1760 dominierte die Sicht der Alpen als "montes horribiles" - die Städter projizierten ihre Angst vor der Natur auf die Alpen und verdrängten sie in ihrer unmittelbaren Umgebung -, ab 1760 dominiert die Sicht der "schönen Landschaft": Die Industriegesellschaft verklärt und bewundert die Natur in den Alpen am Sonntag als Kompensation zu ihrer grenzenlosen Vernutzung am Werktag.
Werner Bätzing (1949- ), deutscher Kulturgeograph

Zerstörung kann man einerseits relativ einfach definieren: Wenn die Täler überbaut werden, wenn auf Wiesen und Weiden und in den Auen Siedlungen und Verkehrswege errichtet werden. Es gibt aber auch noch eine andere Zerstörung. Dort, wo der Mensch sich zurückzieht, wo die Kulturlandschaft aufgelassen wird, wo sie verbuscht, verwaldet und verwildert. Viele Menschen würden sagen: Das ist doch keine Zerstörung, dort kommt die Natur doch zu sich selbst! Die jahrhundertealte Kulturlandschaft war aber Basis für die Lebensmittelproduktion und ein gutes Leben im Alpenraum. Das zerfällt jetzt.
Werner Bätzing (1949- ), deutscher Kulturgeograph

Das ist ein permanenter Rüstungswettlauf zwischen den Tourismusgemeinden, der in eine absurde Steigerung führt, die mit den Alpen überhaupt nichts mehr zu tun hat.
Werner Bätzing (1949- ), deutscher Kulturgeograph

Die Alpen sind Opfer des Neoliberalismus.
Werner Bätzing (1949- ), deutscher Kulturgeograph

Ein Londoner Geologie-Professor schlägt vor, die Gletscher des Kilimandscharo mit Plastikplanen vor dem Abschmelzen zu schützen. Warum schweißt ihr nicht gleich den ganzen Planeten in Kunststoffolie ein?
Wolfgang J. Reus (1959-2006), deutscher Journalist, Satiriker, Aphoristiker und Lyriker

Bergbauern sind Landschaftspfleger
anonymus

Ort der göttlichen Offenbarung

Der Berg mit dem Haus des Herrn überragt alle Hügel. Zu ihm strömen alle Völker.
AT, Jesaja 2.2

Gletscher am MontblancEr zerreißt auf diesem Berg die Hülle, die alle Nationen verhüllt, und die Decke, die alle Völker bedeckt.
AT, Jesaja 25,7

Wer darf hinaufziehen zum Berg des Herrn, wer darf stehen an seiner heiligen Stätte? Der reine Hände hat und ein lauteres Herzu, der nicht betrügt und keinen Meineid schwört.
AT, Psalm 24,3-4

Ich richte meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde erschaffen hat.
AT, Psalm 121,1-2

Siehe, er ist’s, der die Berge macht und den Wind schafft; er zeigt dem Menschen, was er im Sinn hat.
AT, Amos 4,13

Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg.
NT, Markus 5,1 (Bergpredigt)

Eine Stadt, die auf dem Berg liet, kann nicht verbogen bleiben.
NT, Matthäus 5,14 (Bergpredigt)

Darauf führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn es steht geschrieben (5.Mose 6,13): "Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen."
NT, Matthäus 4,8-10

Haben wir nicht die Erde zu einem Lager gemacht und die Berge zu Pflöcken?
Koran 78,6-7

Auf grünen Bergen wird geboren der Gott, der uns den Himmel bringt.
Novalis (Freiherr Friedrich Leopold von Hardenberg) (1772-1801), deutscher Dichter

Ort der Gottesbegegnung

Am dritten Tag, im Morgengrauen, begann es zu donnern und zu blitzen. Schwere Wolken lagen über dem Berg und gewaltiger Hörnerschall erklang.
AT, Exodus 19,16

Wer darf hinaufiehn zum Berg, wer darf steht an seiner heiligen Stätte? Der reine Hände hat und sein lauteres Herz.
AT, Psalm 24,3-4

Warum blickt ihr voll Neid, ihr hohen Gipfel, auf den Berg, den Gott sich zum Wohnsitz erwählt hat? Dort wird der Herr wohnen in Ewigkeit.
AT, Psalm 68,17

Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen in der Schrift: "Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Von dem Herrn ist das geschehen, und es ist wunderbar vor unseren Augen"? Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volke gegeben werden, das seine Früchte bringt. Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen aber er fällt, den wird er zermalmen.
NT, Matthäus 21,42-44

Der edel gesinnte liebt die Berge; der Weise hat seine Freude am Wasser.
japanisches Sprichwort

Um Gott nahe zu kommen, braucht man auf keinen Berg zu steigen.
russisches Sprichwort

Bernhard liebte die Täler, Benedikt die Berge, Franz von Assisi die Dörfer und Dominikus die großen Städte.
lateinisches Sprichwort

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg gehen.
Sprichwort

Blume im Eis Hofer IfenMeere und Berge versprechen.
Sallust ( 86-35/34 v.Chr.), römischer Geschichtsschreiber und Politiker

So tut unser Herr, Christus der Retter: Er liebt die hohen Berge.
Jüngerer deutscher Physiologus (um 1140), frühchristliche Naturlehre, die weite Verbreitung im Mittelalter fand

Kein Mensch schaut jenes erhabene Gebirge, in dem Gottes Wissen ruht, und zumal nicht den Gipfel des Berges. Er kann ihn nicht ersteigen und wird weder seine Geheimnisse kennen noch das Geheimnis derer, die immerfort vor seinem Angesicht stehen.
Hildegard von Bingen (1098-1179), deutsche katholische Ordensschwester, Äbtissin und Naturwissenschaftlerin, Mystikerin, Heilige

Das auch fiel mir bei jedem Schritte ein: Wenn es uns nicht verdrießt, soviel Schweiß und Mühsal zu ertragen, um den Körper dem Himmel ein weniges näher zu bringen: welches Kreuz, welcher Stachel darf eine Seele schrecken, die sich Gott nähern will!
Francesco Petrarca (1304-1374), italienischer Dichter und Humanist

Wir sollten die Gegenwart unseres Herrn in allen Dingen suchen, im Sprechen, im Gehen, Sehen, Schmecken, Hören, Denken, überhaupt in allem, was wir tun.
Ignatius von Loyola (Iñigo Lopes de Loyola) (1491-1556), spanischer Offizier, später Einsiedler, Gründer der Gesellschaft Jesu (=Jesuiten)

Ich wollte, ich stände auf einem hohen Berge, von wo aus ich auf der ganzen Welt gehört werden könnte; ich würde rufen mit solcher Stimme, dass alle es hörten: O ihr Menschenkinder, betet, betet, betet!
Theresia von Avila (Teresa de Cepeda y Ahumada) (1515-1582), spanische katholische Ordensschwester, reformierte den Karmeliterorden, Mystikerin, Heilige

Ein Urgrund ist zwar Gott, doch wem er sich soll zeigen, der muss bis auf die Spitz' der ew'gen Berge steigen.
Angelus Silesius (Johann Scheffler) (1624-1677), deutscher katholischer Geistlier, Arzt und Dichter
 

Vom unzugänglichen Gebirge über die Einöde, die kein Fuß betrat, bis ans Ende des unbekannten Ozeans weht der Geist des Ewigschaffenden und freut sich jeden Staubes, der ihn vernimmt und lebt.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Ein überirdisches Vergnügen! In Nacht und Tau auf den Gebirgen liegen und Erd und Himmel wonniglich umfassen, zu einer Gottheit sich aufschwellen lassen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Seht Himmel und Erde, Berge und Täler, Sterne und Blumen, sieh Wolken und Wiesen an, und lies, was an jedem Geschöpf geschrieben steht und auch von dir gelesen werden kann: Gott hat mich gemacht.
Johann Michael Sailer (1751-1832), deutscher katholischer Theologe und Pädagoge

Wenn ein Mensch tief in einer Mine begraben liegt, mitten im Eis vor Kälte erfriert, allein auf dem offenen Meer vor Hunger stirbt, einsam in einem Kerker dahinsiecht oder einfach taub und blind zu Hause dem Tode nah ist - wie könnte er die ihm verbleibende Zeit ertragen, wenn es das Gebet nicht gäbe.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Schriftsteller

Alpenrose beim Abstieg vom Steinernen MeerJa, Gebete versetzen Berge; aber man muss glauben und nicht so beten, wie wir als Kinder gebetet haben, dass der Schnee zu Zucker werde.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Schriftsteller

Du willst niemals mehr beten, niemals mehr anbeten, niemals mehr Gott anrufen? Dann versagst du es dir, deine Gedanken abzuschütteln, dann hast du keinen Wächter und Freund für deine sieben Einsamkeiten, dann lebst du ohne Ausblick auf ein Gebirge, das Schnee auf dem Haupte hat, dann gibt es keine Vernunft und keine Leibe mehr für dich in dem, was dir geschieht, dann steht deinem Herzen keine Ruhestatt mehr offen. - Mensch, alledem willst du entsagen? Wer wird dir dann Kraft geben?
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Es ist, als stünde man am Berg der Verklärung und müsse aufbrechen - aber dann nehmen die kleinen Forderungen der Endlichkeit und die läppischen Schulden beim Kaufmann, beim Schuhmacher und Schneider einen in Beschlag, was bedeutet: man bleibt erdverbunden; man selbst verwandelt sich nicht, jedoch der Berg der Verklärung: er wird zu einem Misthaufen.
Sören Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

Wirklich groß hingegen ist, wer zu der Einsicht gelangt, daß die unterschiedliche Entfernung vom Tal zum Himmel oder vom Berg zum Himmel keinen Unterschied macht.
Fernando Pessoa (1888-1935), portugiesischer Schriftsteller, Publizist und Philosoph

Die Erlösung ist wie das Bergsteigen: Man sieht immer mehr.
Corrie ten Boom (1892-1982), niederländischer Schriftsteller, KZ-Überlebender

Der Glaube versetzt Berge, der Zweifel erklettert sie.
Karl Heinrich Waggerl
 (1897-1973), österreichischer Schriftsteller

Wenn der Glaube stark ist, kann er Berge versetzen. Aber ist er auch noch blind, dann begräbt er das Beste darunter.
Karl Heinrich Waggerl (1897-1973), österreichischer Schriftsteller

In diesem Gebirge wusste ich, dass man diesem Himmel und allem, was er bedeutet, vielleicht am ehesten nahekam, wenn man sich auf sich selbst beschränkte und das winzige Stück Himmel pflegte, das in jedem von uns ist.
Herbert Tichy (1912-1987), österreichischer Reiseschriftsteller, Geologe, Journalist und Bergsteiger

Viele Wege führen zu Gott - einer davon geht über die Berge.
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer katholischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Und der Berg weckt Hilfsbereitschaft. Es brechen Formen der Kameradschaft auf, die im Alltag des urbanisierten Menschen nicht so leicht gedeihen. Der ganze Bergrettungsdienst unseres Landes lebt letztlich von freiwilligem Idealismus. Und dieser Trend zum Zueinander, Miteinander und Füreinander ist Gottes ewiges Programm. Ist es ein Zufall, dass das Lied vom barmherzigen Samaritan zum ersten Mal in einer einsamen Bergwüste von Juda erklang?
Reinhold Stecher (1921-2013), österreichischer Theologe, Bischof, Bergsteiger

Für den Wissenschaftler, der im Glauben an die Macht der Vernunft gelebt hat, endet die Geschichte wie ein schlechter Traum: Er hat das Gebirge der Unwissenheit überwunden; er ist kurz davor, den höchsten Gipfel zu bezwingen; und wie er sich über den letzten Felsvorsprung emporzieht, da begrüßt ihn eine Schar von Theologen, die schon seit Jahrhunderten dort sitzen!
Robert Jastrow (1925-2008), US-amerikanischer Astronom

Die wahren menschlichen Fragen stellen sich nicht auf dem Gipfel der heiligen Berge, sondern in jeder Behausung, in der ein Mann und eine Frau eigenhändig den kommenden Tag formen, im Anblick des Schicksals, mit Liebe und Hingabe.
Elie Wiesel (1928-2016), rumänischstämmiger-US-amerikanischer jüdischer Schriftsteller und Journalist, politischer Aktivist, Friedensnobelpreisträger

Es ist eine urmenschliche Erfahrung, dass man sich auf dem Berg droben dem Himmel näher fühlt.
Anselm Grün (1945- ), deutscher Benediktinerpater, Autor und Referent zu spirituellen Themen, geistlicher Berater

Wir gehen in die Berge…. weil wir das Gefühl haben, ganz oben bei uns sein zu können. Weil wir uns als Teil eines größeren Ganzen verstehen.
Tom Dauer (1969- ), deutscher Journalist und Autor

Heilige Berge

Erdpyramide bei Ritten in SüdtirolDer ganze Sinai war in Rauch gehüllt, denn der Herr war im Feuer auf ihn herabgestiegen. Der Rauch stieg vom Berg auf wie Rauch aus einem Schmelzofen. Der ganze Berg bebte gewaltig.
AT, Exodus 19,18

Und er stand auf und aß und trank, und er ging in der Kraft dieser Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis an den Berg Gottes, den Horeb.
AT, Könige 19,8

Wer auf den Herrn vertraut, steht fest wie der Zionsberg, der niemals wankt, der ewig bleibt.
AT, Psalm 125,1

Du bist weise, den Fujiama zu besteigen, aber du bist ein Narr es zweimal zu tun.
japanisches Sprichwort

Gott breitet am Kreuz seine Hände aus, um die äußersten Enden des Universums zu umarmen. So wurde der Berg Golgatha zum Angelpunkt der Welt.
Cyril von Jerusalem ( -387), katholischer Bischof

Das Kreuz auf Golgotha ist die größte Tat und Tatsache der Weltgeschichte.
Novalis (Freiherr Friedrich Leopold von Hardenberg) (1772-1801), deutscher Dichter

Auch der Olymp ist öde ohne Liebe.
Heinrich von Kleist (1777-1811), deutscher Schriftsteller

Hielt die Schwere nicht längst schon Himmel und Erde zusammen, ehe vom Apfel belehrt, Newton sie endlich entdeckt? Und ihr wollt ein Gesetz bloß darum leugnen und schmähen, weil es nicht Moses schon gab, als er auf Sinai stand?
Christian Friedrich Hebbel (1813-1863), deutscher Dichter

Der Kalvarienberg ist dem Himmel näher als der Olymp.
Julius Langbehn (1851-1907), deutscher kulturkritischer Schriftsteller

Europa ist auf drei Hügeln erbaut worden: auf Golgatha, der Akropolis und dem Kapitol, die uns Transzendenz, Humanum und Ordo als Werte überliefert haben.
Theodor Heuss (1884-1963), deutscher Politiker, erster deutscher Bundespräsident

Die wahren menschlichen Fragen stellen sich nicht auf dem Gipfel der heiligen Berge, sondern in jeder Behausung, in der ein Mann und eine Frau eigenhändig den kommenden Tag formen, im Anblick des Schicksals, mit Liebe und Hingabe.
Elie Wiesel (1928-2016), rumänisch-amerikanischer Schriftsteller und Journalist, Friedensnobelpreisträger

Es ist auffällig, dass die großen monotheistischen Religionen einen starken Bezug zum Berg haben. Moses kommt vom Berg Sinai, nachdem er die zehn Gebote von Gott erhalten haben soll. Mohammed meditierte in einer Höhle am Berg Hira bei Mekka, wo er der Überlieferung zufolge seine erste Offenbarung bekam. Der Buddhismus hat seine Wurzeln in Nordindien, am Fuße des Himalayas. Die Gipfel galten auch davor schon lange als Sitz von Göttern und Dämonen.
Reinhold Messner (1944- ), Südtiroler Extrembergsteiger und Autor

Spirituelle Wanderung

Mach dich auf den Weg!
AT, Genesis 12,1

Zanket nicht auf dem Wege!
AT, Genesis 45,24

Die Wege es Herrn sind richtig, und die Gerechten wandeln darauf.
AT, Hosea 14,10

Ich weiß, dass es nicht in des Menschen Gewalt steht, seinen Weg zu bestimmen, nicht bei dem Wandersmann seinen Schritt zu lenken.
AT, Jeremias 10,23

Aber der Gottlosen Weg vergeht.
AT, Psalm 1,6

Wer krumme Wege geht, fällt in die Grube.
AT, Sprüche 28,18b

Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.
NT, Johannes 14,6

Morgentautropfen beim Abstieg vom Steinernen MeerDas Leben ist kein Strand, sondern ein Gebirge.
indianisches Sprichwort

Das Leben ist eine Wanderschaft. Wenn man viel gegangen ist, muss man nach Hause zurückkehren.
Pseudo-Seneca

Wisset die Wege; beim Wandern, wie im Leben.
Hildegard von Bingen (1098-1179), deutsche katholische Ordensschwester, Äbtissin und Naturwissenschaftlerin, Mystikerin, Heilige

Raube dem Pilger die Hoffnung, an sein Ziel zu gelangen, und die Kräfte des Wanderers brechen zusammen.
Wilhelm von Saint-Thierry
(1075/80-1148), französischer Benediktiner- dann Zisterziensermönch, Abt und Kirchenschriftsteller

Du musst nicht über die Meere reisen, musst keine Wolken durchstoßen und musst nicht die Alpen überqueren. Der Weg, der dir gezeigt wird, ist nicht weit. Du musst Gott nur bis zu dir selbst entgegengehen.
Bernhard von Clairvaux (1091-1153), französischer katholischer Theologe und Zisterzienser-Abt

Geh deinen Weg und lass die Leute reden!
Dante Aligheri (1265-1321), italienischer Dichter

Geh den Weg nach innen und wache über deine Gedanken. Denn wohin dein Denken sich wendet, dorthin führt dein Weg.
Jakob Böhme (1575-1624), deutscher evangelischer Mystiker und Philosoph

Du findest den Weg nur, wenn du dich auf den Weg machst.
Mary Ward (1585-1645) englische Ordensstifterin, Gründerin des Orden der Englischen Fräulein

Wir gehn, um niemals still zu stehn, und kitzeln uns mit stetem Wandern; wir gehn von einem Ort zum andern, und woll'n doch in uns selbst nicht gehen.
Christian Wemke (1661-1725), deutscher Diplomat und Epigrammdichter

Ein Tag, der sagt dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit, so schöne, mein Herz an dich gewöhne, mein Herz an dich gewöhne, mein Heim ist nicht in dieser Zeit.
Gerhard Tersteegen (1697-1769), deutscher evangelischer Schriftstelle

Ich halte die Rasttage auf der Lebensreise für ein großes Glück. Das Immer-im-Trab-sein drückt nieder, macht alles Schwere und Prosaische noch schwerer und prosaischer, als es ohnehin schon ist, und raubt dem Leben allen "charme."
Theodor Fontane (1819-1898), deutscher Dichter hugenottischer Abstammung

Des dummen Wanderns ist's auf Erden schon genug; bewahre mich, mein Gott vor Seelenwanderung!
Johann Christoph Friedrich Haug (1761-1829), deutscher Schriftsteller, Redakteur und Übersetzer

Man steigt den grünen Berg des Lebens hinauf, um oben auf dem Eisberge zu sterben.
Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) (1763-1825), deutscher Dichter

Geh deinen Weg. Es gibt so viele Wege.
Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Schriftsteller

Zugspitze im WettersteingebirgeDer Wanderer auf seinem Irrweg sieht doch zu seinem Trost immer wieder eine neue Gegend vor sich, und damit erwacht immer wieder in ihm die Hoffnung sich zurechtzufinden; dagegen einer, der sich in sich selbst verirrt hat, bewegt sich auf einem so kleinen Gebiet, dass er immer dieselbe wohlbekannte Gegend durchwandern muss; und obwohl er sich dessen bewusst ist, findet er doch keinen Ausweg.
Sören Kierkegaard
(1813-1855), dänischer Philosoph, evangelischer Theologe und Schriftsteller

Am Ziele deiner Wünsche wirst du jedenfalls eines vermissen: dein Wandern zum Ziel.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), österreichische Erzählerin

Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), österreichische Schriftstellerin

Aber welchen Weg wir auch einschlagen, unser Ziel ist die Entwicklung unserer Seele, die Erfüllung unserer höheren Bestimmung.
George Ivanovich Gurdjeff (1866-1949), griechisch-armenischer Schriftsteller, Choreograph und Komponist

Ein Seher hat uns Wanderer genannt. Und das ist wahr. Wir sind nur für wenige Tage hier. Und dann sterben wir nicht, sondern gehen nur nach Hause. Welch schöner und wahrer Gedanke.
Mahatma Gandhi (Mohandas Karamchand G.) (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Wandern ist Liebe. Höhere Liebe ist die Gemeinschaft. Aber ihre beste Kraft nimmt die Liebe zusammen, wenn sie sich nach Gott ausstreckt, wenn sie Gebet wird.
Romano Guardini (1885-1968), deutscher katholischer Theologe und Religionsphilosoph

Wenn alle Wege versperrt sind, bleibt nur der Weg nach oben.
Franz Werfel (1890-1945), österreichischer Schriftsteller jüdischer Herkunft

Gott führt jeden seine eigenen Wege.
Edith Stein (1891-1942), deutsche jüdischstämmige Philosophin, Ordensschwester, im KZ ermordet, Heilige

Geh! Du bist geführt.
Werner Bergengruen (1892-1964), deutsch-baltischer Schriftsteller

Es ist offenbar so, dass wir Menschen uns auf die Wanderschaft machen müssen, wo es um Gott und sein Heil geht. Denn die Bibel, die die Geschichte unseres Heils erzählt, berichtet eigentlich von nichts anderem als von Wanderungen. Alles wandert: die Patriarchen wandern, Moses wandert mit dem Volk durch die Wüste, die Propheten wandern, Jesus wandert, die Apostel wandern, vor allem Paulus wandert von Land zu Land und von Stadt zu Stadt. Wir stellen uns den Bereich Gottes gern als einen Bereich der Stille und des Friedens vor, wo man seine Ruhe hat und in Ruhe gelassen wird. Aber die Bibel entwirft uns ein ganz anderes Bild vom Reich und Bereich Gottes. Wo immer Gott an die Menschen herantritt, da setzt er sie in Bewegung, da schickt er sie auf die Wanderschaft.
Herbert Haag (1915-2001), katholischer Schweizer Theologe und Bibelwissenschaftler

Berge sind die Kathedralen, wo ich meine Religion ausübe. [vielleicht für manchen auch schon eine Ersatzreligion, Bukrejew starb für sie]
Anatoli Nikolajewitsch Bukrejew (1959-1997), russisch-kasachischer Extrembergsteiger und Bergführer


Leseempfehlungen
:

Reinhold Stecher: Botschaft der Berge. Wien: Tyrolia Verlag 14. Auflage 2002
Rahim Taghizadegan und Eugen Maria Schulak: Die Alpenphilosophie. Eine Spurensuche nach vergessenen Weisheiten und Werten. Salzburg: Servus bei Benevento Publishing 2015
Katrin von Mengden-Breucker http://www.bergzitat.de/

 

 
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