Zitate zur Kirchenkritik, Kritik an der christlichen Religion und zur Kirchenreform
 
Kritik am Zustand der Kirche gab es zu allen Zeiten - nicht nur von "außen" oder von aus der Kirche Ausgetretenen sondern auch von "innen" oder von den Daringebliebenen ...

Moralischer Verfall der Kirche
Mangelnde Demut
Mangelnde Glaubwürdigkeit
Spirituelle Verarmung
Protz und Prunksucht
Streben nach Reichtum und Macht
Selbsterhaltung als Interessenverein und Institution
Ausgrenzung und Verfolgung
Vernachlässigung von Seelsorge und Verkündung
Mangel an sozialem Engagement
Mangelnde Reformbereitschaft
Anpassung an der Zeitgeist und Mitlaufen mit dem Mainstream
Negativpropaganda der Kirche
Unversöhnliche Kirchenkritiker
Versöhnte Kirchenkritiker
Dilemma der internen Kirchenkritiker
Mangelnde Selbstkritik mancher Kirchenkritiker
Antiklerikalismus und Hass auf die Kirche
Ablehnung des Christentums und Religionsfeindlichkeit
Kirche bleibt Vermittlerin und Bewahrerin des christlichen Glaubene durch die Jahrtausende

Kirche der Heiligen und der Sünder
Notwendigkeit der Kirchenkritik und Kirchenreform

Weiterführende Informationen zu Kirchenkritik, Religionskritik und Kirchenreform

  Moralischer Verfall der Kirche

Den Kirchen fehlen ihre Gemeinden von Gläubigen; den Gläubigen fehlen Priester und den Priestern fehlt jegliche Ehre. Alles was bleibt, sind ein paar Christen ohne Christus.
Bernhard von Clairvaux (1091-1153), französischer Zisterzienser-Abt und Theologe

Ihr seht nur noch das, was ihr selbst produziert habt; ihr tut und lasst nur, was euch grad gefällt. Und doch solltet ihr die Eckpfeiler dier Kirche sein und wie die Säulen, die das Weltall tragen. Allein ihr tragt nichts.
Hildegard von Bingen (1098-1179), Benediktinerin, Äbtissin, Dichterin, Komponistin und eine bedeutende Universalgelehrte, Heilige

Sieh Rom an, das Haupt der Welt, und von dort sieh auf die Glieder! Da ist von der Fußsohle bis zum Scheitel nichts Gesundes mehr. Wir leben unter Christen, wir verkehren mit ihnen; aber sie sind keine Christen, sie sind's nur dem Namen nach; da wäre es wirklich besser, wir wären unter Heiden.
Girolamo Savonarola (1452-1498), italienischer Dominikaner und Bußprediger.

Komm her, du verkommene Kirche, sagt der Herr, ich habe dich mit herrlichen Schmuckstücken ausgestattet, doch du hast sie in Götzenbilder verwandelt, du hast sie nur zum Anlass genommen für deine Arroganz. Du hast mit den Sakramenten Handel getrieben.
Girolamo Savonarola (1452-1498),
italienischer Dominikaner und Bußprediger

Sie sollen auch erklären, dass wir freimütig einräumen, dass sich in vielen Jahren verabscheuungswürdige Dinge im Umkreis des Heiligen Stuhls eingeschlichen haben. Heilige Dinge sind missbraucht, Gebote sind übertreten worden, in allem ist somit eine Veränderung zum Schlechten eingetreten. Es ist daher kein Wunder, daww die Krankheit vom Haupt zu den Gliedern hinuntergezogen ist, von den Päpsten in die Hierarchie. Wir alle, Prälaten und Klerus, sind vom rechten Weg abgekommen. Machen sie daher in unserem Namen die Zusage, dass wir mit aller Gründlichkeit und vor allen Dingen reformieren werden, was vielleicht die Quelle all diesen Übels ist, die römische Kurie.

Adrian VI. (1459-1523), niederländischer katholischer Theologe, Papst
Jeder wache Christ kriegt wohl dann und wann einen Verzweiflungsanfall über den wirklichen Zustand der Christenheit - mit Recht.
Ida Friederike Görres (1901-1971), böhmisch-stämmige deutsche Schriftstellerin

Die Kirche sollte die ethische Rolle in der Gesellschaft spielen. Wenn sie das nicht gut macht, kann das ganze System kollabieren. Der Boden wird dann fruchtbar für Extremisten.
Cónstantin Costa-Gavras (1933- ), griechisch-französischer Filmregisseur und Drehbuchautor.

Der größte Angriff auf die Kirche kommt heute aus dem Innern der Kirche selbst – durch die Sünde.
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927- ), deutscher katholischer Theologe, Hochschullehrer, Kardinal, Papst

  Mangelnde Demut

Die Kirche muss ihren Komplex männlicher Überlegenheit ablegen, welche die geistige Potenz der Frauen missachtet.
Léon-Joseph Suenens (1904-1996), belgischer katholischer Theologe, Erzbischof und Kardinal

Es gab eine Zeit, da habe ich von einer Kirche der Armut und der Demut geträumt, die unabhängig ist von den Mächtigen dieser Welt. Einer Kirche, die Mut macht, vor allem denjenigen, die sich klein oder als Sünder fühlen. Eine junge Kirche. Heute habe ich solche Träume nicht mehr. Seit ich 75 bin, habe ich beschlossen, für die Kirche zu beten.
Carlo Maria Martini (1927-2012), italienischer katholischer Theologe, Jesuit, Erzbischof

Die Kirche ist ständig in Versuchung, sich an die Welt anzupassen, nach Einfluss zu streben, der aus der Macht, dem Privileg und dem Prestige erwächst, und sie vergisst unterdessen, dass ihr Herr und Meister in einem Stall zur Welt kam
Desmond Tutu (1931- ), südafrikanischer anglikanischer Geistlicher, Erzbischof und Menschenrechtler

Wann haben wir endlich kirchliche Strukturen, in denen Jesus ein Amt übernehmen könnte?
Walter Ludin (1945- ), Schweizer katholischer Theologe, Priester, Journalist und Buchautor

Fundamentalisten haben die falsche Vorstellung, dass in der Kirchen nur Auserwählte sind. Sünder müssen draußen bleiben. Wo Sünder sind, kann dementsprechend keine Kirche sein.
Robert Gollwitzer (1967- ), deutscher Betriebswirt

  Mangelnde Glaubwürdigkeit

Die Kirche lehrt die Menschen, die Wahrheit zu wissen und nicht zu tun, und hat auf diese Weise den sittlichen Nerv in ihnen verkümmern lassen.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Schriftsteller

Und der Grund, aus dem der Kirche täglich mehr und mehr Leute fortlaufen, was nur zu begrüßen ist, liegt eben hierin: dass viele Diener dieser Kirche nur noch viel zu reden, aber wenig zu sagen haben.
Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Journalist, Schriftsteller und Satiriker

Die pseudochristliche Zivilisation hat die christlichen Völker in eine Sackgasse geführt
, aus der es eindeutig keinen Ausweg gibt, es muss also zurückgegangen werden, nicht den ganzen Weg, aber doch die Wegstrecke, die in die Sackgasse führte.
Leo Nikolajewitsch Tolstoi (1828-1910), russischer Schriftsteller

Ich wäre schon dankbar, wenn ich auf Kirchenvertreter treffen würde, die glaubwürdig verkörpern, dass sie glauben.
Giovanni di Lorenzo (1959- ), italienisch-deutscher Journalist und Autor

  Spirtituellle Verarmung

Die Sonne verdunkelt sich, wenn jene, die dem Erdkreis das Licht bringen sollten, dunkel werden, wie etwa ein Papst, Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe... Diese Leuchten sind nämlich noch dunkler als anderes Dunkel, einmal durch Unwissenheit, dann auch durch ein dunkles Leben. Sie sind es auch, die nur dastehen und sich nicht rings umtun, weil sie nichts von Sorge für die Untergebenen im Sinne haben, sondern in der Erhabenheit ihrer Ehrsucht hochnäsig und müßig dastehen.
Albertus Magnus (1200-1280), deutscher katholischer Bischof, Gelehrter, Heiliger

Es kommt mir vor, als dass das heutige Christentum … das ungeheure fabelhafte Faktum des Jesus von Nazareth nicht genügend ausmünzt, und das Ungeheure und Beseligende dieser Erscheinung nicht lebendig genug erlebt wird.
Alfred Döblin (1878-1957), deutscher Psychiater und Schriftsteller


Die Alteingesessenen aber jener Kultur, die man ironischerweise die christliche nennt, proklamieren im Gegenteil einen lieben Gott, der "nicht so viel verlangt". Sie haben ein Credo, das als Pappteufel dient, um die Kinder zu lehren, haben sie Sakremente für die Dienstboten, einschließlich des Sakraments der Priesterweihe, und Prediger für die Damen. Sie haben Kruzifixe, Medaillen, Bildchen, Rosenkränze, um den Handel in Schwung zu halten. Aber die Wirklichkeit von alldem ist in ihnen genausowenig vorhanden wie Glaube im Inneren von Kürbissen.
Léon Bloy (1846-1917), französischer Schriftsteller und Sprachphilosoph

Jesus ist nicht in diese Welt gekommen, um die Menschen zu lehren, hoch aufragende Kirchen und gewaltige Tempel neben kleinen Hütten und engen Häusern zu errichten, sondern er kam, um die Herzen der Menschen zu Tempeln zu machen, ihre Seelen zu einem Altar und ihren Geist zum Priester.
Khalil Gibran (1883-1931), libanesisch-amerikanischer Maler, Philosoph und Dichter

Es ist nicht die Aufgabe der Kirche Christus den Menschen anzupassen, sondern die Menschen Christus.
Dorothy Leigh Sayers (1893-1957), englische Schriftstellerin

Die nachkonziliare Kirche hat ihre mystischen Züge weitgehend eingebüßt. Sie ist eine Kirche der permanenten Gespräche, der Organisationen, der Beiräte, der Kongresse, der Synoden, der Kommissionen, der Akademien, der Parteien, der Pressionsgruppen, der Funktionen, Strukturen und Umstrukturierungen, der soziologischen Experimente und Statistiken: mehr denn je eine Männerkirche.
Hans Urs von Balthasar (1905-1988), Schweizer katholischer Theologe und Priester


Die Kirche war doch einmal anders. Es wurden doch einmal die Fragen des Lebens und des Todes hier ausgetragen und entschieden. Warum ist das nicht mehr so? Weil wir selbst die Kirche zu etwas gemacht haben und immer wieder machen, was sie nicht ist. Weil wir zu viel von falschen, nebensächlichen, menschlichen Dingen und Gedanken in der Kirche reden und zu wenig von Gott selbst. … Weil wir zu gemütlich von Gott reden und denken und uns von ihm und seiner Gegenwart nicht stören und beunruhigen lassen wollen; weil wir selbst im Grunde nicht glauben wollen, dass er wirklich jetzt hier mitten unter uns ist und unser Leben und Tod, Herz und Seele und Leib von uns fordert.
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), deutscher lutherischer Theologe, Vertreter der Bekennenden Kirche und am deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt

Unsere Kirche, die in diesen Jahren nur um ihre Selbsterhaltung gekämpft hat, als wäre sie ein Selbstzweck, ist unfähig, Träger des versöhnenden und erlösenden Wortes für die Menschen und für die Welt zu sein. … Es ist nicht unsere Sache, den Tag vorauszusagen - aber der Tag wird kommen - , an dem wieder Menschen berufen werden, das Wort Gottes so auszusprechen, dass sich die Welt darunter verändert und erneuert. … Bis dahin wird die Sache der Christen eine stille und verborgene sein; aber es wird Menschen geben, die beten und das Gerechte tun und auf Gottes Zeit warten. Möchtest du zu ihnen gehören?
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), deutscher lutherischer Theologe, Vertreter der Bekennenden Kirche und am deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt

Warum ist es möglich, dass Tausende und Abertausende an der Kirche gelangweilt vorübergehen? Warum ist es so geworden, dass das Kino oft wirklich interessanter, aufregender, menschlicher, packender ist als die Kirche? Sollte das wirklich nur die Schuld der anderen sein und nicht auch unsere?
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), deutscher lutherischer Theologe, Vertreter der Bekennenden Kirche und am deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt

… so bleibt die Frage nach dem Vertrauen der Kirche immer wieder eine Frage nach dem Menschen in der Kirche in allen Funktionen und Ämtern, und so bleibt die Krise des Vertrauens zur Kirche immer wieder die Klage über die Krise des kirchlichen Menschen, und so bleibt die Aufgabe, die sich aus der Pflicht zur Wiederherstellung des Vertrauens zur Kirche ergibt, zuerst und zuinnerst die Aufgabe der Wiederherstellung und Bildung eines echten und zuversichtlichen kirchlichen Menschen.
Alfred Delp (1907-1945), deutscher katholischer Geistlicher, Jesuit, Mitglied des Kreisauer Kreises im Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Warum diese Verwirrung unter den Christen! O Kirche Christi, wolltest du zu einem säkularisierten Ort geistlicher Öde werden, zur grauen Stätte weltlicher Anpassungsformen, beraubt der Zeichen der Begegnung mit dem Auferstandenen, ein Salz ohne Kraft.
Roger Schutz (1915-2005), französischer reformierter Theologe, Gründer und erster Prior der ökumenischen Bruderschaft von Taizé

Heillos gesund überlebt der kirchliche Apparat das Verschwinden Gottes aus ihm. Er hat es nicht einmal bemerkt.
Kurt Marti (1921-2017), Schweizer kahtolischer Theologe, Pfarrer und Schriftsteller

Die Kirchen, halb traditionalistisch, halb aufgeklärt, stehen nicht gerade in Blüte. Die Pfarrer sind zum Teil nicht sehr gebildet - die Landpfarrer "verbauern" oft - und selten von einem eigentlichen religiösen Elan getragen; im katholischen Bereich leeren sich die Klöster. Die Kirchen sind nicht sonderlich vital und attraktiv und auch nicht sonderlich mächtig.
Thomas Nipperdey (1927-1992), deutscher Historiker

Wir haben den Ozean überquert, um dem Gesetz Christi Geltung zu verschaffen, und das ist uns bei den Messen gelungen, bei den Prozessionen und den Patronatsfesten, aber nicht in den Seelen.
Gabriel García Márquez (1927-2014), kolumbianischer Schriftsteller, Journalist und Literaturnobelpreisträger


Wenn die christliche Kirche nicht den Heiligen Geist wiedergewinnen kann, der die frühere Kirche beseelte, so wird sie ihre Glaubwürdigkeit verlieren und abgetan werden als ein für das 20. Jahrhundert bedeutungsloser geselliger Verein.
Martin Luther King (1929-1968), US-amerikanischer Baptistenpastor und Bürgerrechtler

Mir ist eine "verbeulte" Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straßen hinausgegangen ist, lieber, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und Bequemlichkeit, sich an ihre eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist.
Franziskus (Jorge Mario Bergoglio) (1936- ), agentinischer katholischer Theologe, Jesuit, Papst

Die Kirche darf nicht mit den Wölfen heulen, um die Schafe für den Herrn zu gewinnen. Sie ist glaubwürdig, wenn ihre Weltoffenheit nicht zur Weltgleichheit wird, die der Welt nur mehr zu sagen hat, was diese selber bereits besser weiß. Sie muss "weltfremd" bleiben, soll sie das bezeugen, was der Welt fehlt.
Christoph Schönborn (1945- ), österreichischer katholischer Theologe, Erzbischof

Aus dem Christentum ist weitgehend das "kalte" Projekt der Zivilreligion geworden: spiritueller Flankenschutz bei der Bewältigung innerweltlicher Probleme, die sich zur Not auch ohne solche Hilfe lösen lassen. Die kalte Religion kommt ohne ernsthafte Transzendenz aus. Die Glaubenswelt ist soweit psychologisiert und soziologisiert, dass daraus ein Gemisch wird aus Sozialethik, institutionellem Machtdenken, Psychotherapie, Meditationstechnik, Museumsdienst, Kulturmanagement und Sozialarbeit.
Rüdiger Safranski (1945- ), deutscher Literaturwissenschaftler und Schriftsteller

 
Protz und Prunksucht

Willst du den Leib des Herrn ehren? Vernachlässige ihn nicht, wenn er unbekleidet ist. Ehre ihn nicht hier im Heiligtum mit Seidenstoffen, um ihn dann draußen zu vernachlässigen, wo er Kälte und Nacktheit erleidet… Was nützt es, wenn der eucharistische Tisch überreich mit goldenen Kelchen bedeckt ist, während er Hunger leidet? Beginne damit, den Hungrigen zu sättigen, dann verziere den Altar mit dem, was übrig blebt.
Johannes Chrysostomus (-407 n.Chr.), ostkirchlicher Theologe, Presbyter und Erzbischof

Von Gold strahlen die Wände, von Gold strahlen die Decken, von Gold strahlen die Kapitelle, während vor unseren Türen Christus in den Notleidenden nackt und hungrig stirbt.
Hieronymus (347-420), Bischof aus Palästina, Kirchenvater

O Eitelkeit über Eitelkeit... An den Wänden zeigt die Kirche ihren Glanz, an den Armen ihre Knickrigkeit. Ihre Steine bekleidet sie mit Gold, ihre Kinder lässt sie nackt.… Auf Kosten der Bedürftigen dient man den Augen der Reichen.
Bernhard von Clairvaux (1091-1153), französischer Zisterzienser-Abt und Theologe

Ihr habt viele überflüssige Kelche, Messgewänder, Kreuze und Gefäße aus Gold und Silber. Warum schmilzt man sie nicht ein und gibt das Geld den Armen? In den Zeiten unsere Väter gab es Kelche aus Holz und Priester aus Godl, heute werden die Kelche aus Gold von Priestern aus Holz benutzt.
Girolamo Savonarola (1452-1498), italienischer Dominikaner und Bußprediger.

Wird Gott sich mit einer Frömmigkeit zufriedengeben, die darin besteht, eine Kapelle vergolden zu lassen?
Fénélon (François de Salinac de La Mothe-Fénelin) (1651-1715), französischer katholischer Theologe, Erzbischof und Schriftsteller

  Streben nach Reichtum und Macht

Die Kirche sollte es Christus gleichtun und ihre weltliche Macht aufgeben.
Marsilius von Padua

Am Anfang der christlichen Kirchen sind wenig Stifte, Klöster und Klausen gewesen und viele Christen; jetzt sind viele Kirchen, Klöster, Stifte und Klausen ja alle Winkel voll und sind wenige Christen.
Johannes Agricola

Gott ist gerecht, auch wenn kirchliche Einrichtungen sich verschlechtern.
Hildegard von Bingen (1098-1179), deutsche Benediktinerin, Äbtissin und Naturwissenschaftlerin, Heilige

Die Kirche hat den Stand der Gerechtigkeit verlassen.
Hildegard von Bingen (1098-1179), deutsche Benediktinerin, Äbtissin und Naturwissenschaftlerin, Heilige

Die Priester nehmen die zehn Gebote und drängen sie in das Wort zusammen: Gib Geld!
Birgitta von Schweden (1303-1373), schwedische Adelige, Grüderin des Birgittenordens, Mystikerin

Du eignest dir die Güter der Armen an und verteilst sie an die Reichen.
Birgitta von Schweden (1303-1373), schwedische Adelige, Grüderin des Birgittenordens, Mystikerin

Dein weltlicher Hof plündert meinen Himmlischen.
Birgitta von Schweden (1303-1373), schwedische Adelige, Grüderin des Birgittenordens, Mystikerin

Jesus sagte: lieben; die Kirche sagt: zahlen.
Victor Hugo (1802-1885), französischer Schriftsteller

Wenn es den Kirchen gelingen würde, ihr Zeugnis aus den Verstrickungen des Geldes zu befreien! Wenn wir, die wir die andern bekehren wollen, persönlich, authentisch, ein Beispiel tiefer innerer Bekehrung geben würden!
Helder Camara (1909-1999), brasilianischer katholischer Theologe, Erzbischof

Warum sind die kirchlichen Dokumente von solcher Unbekümmertheit, als ob sie unter dem allerchristlichsten Volk verbreitet würden? Ein harmloses Sendschreiben folgt auf das andere. Wird es sich da nicht eines trüben Tages überhaupt erübrigen, solche zu schreiben? Man wird sie an neimand mehr richten können. Es wird kein Kirchenvolk mehr geben, nur noch die Kanzlei des Patriarchats.
Alexander Solschenizyn (1918-2008), russischer Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger

Ach, wie sehr möchte ich eine arme Kirche und eine Kirche für die Armen.
Franziskus (Jorge Mario Bergoglio) (), argentinischer Bischof, Jesuit, Papst

Sie öffnet sich der Welt, nicht um die Menschen für eine Institution mit eigenen Machtansprüchen zu gewinnen, sondern um sie zu sich selbst zu führen, indem sie zu dem führt, von dem jeder Mensch mit Augustinus sagen kann: Er ist mir innerlicher als ich mir selbst (vgl. Conf. 3, 6, 11).
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927- ), deutscher katholischer Theologe, Hochschullehrer, Kardinal, Papst

Es ist gut, dass die Kirche von politischer Herrschaft frei ist. Kirche soll nicht Machthaberein, sie soll Gewissen sein.
Franz Kamphaus (1932- ), deutscher katholischer Theologe, Bischof

 
Selbsterhaltung als Interessenverein und Institution

Die bürokratische Kirche ist größtenteils das Werk des bürgerlichen Menschen innerhalb der Kirche.
Alfred Delp (1907-1945), deutscher katholischer Geistlicher, Jesuit, Mitglied des Kreisauer Kreises im Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Was mich abschreckt ist die Kirche als soziale Einrichtung.
Simone Weil (1909-1943), französische Philosophin und Schriftstellerin

Die konkreten Kirchen waren und sind nicht selten der wichtigste Widerpart einer gelingenden Christianisierung. Sie sind wie alle Institutionen stets darauf bedacht, ihren Erhalt und ihren Einfluss zu sichern.
Rupert Lay (1929- ), deutscher katholischer Theologe, Philosoph, Psychotherapeut und Unternehmensberater

Es graut mit davor, dass die Kirche in den Augen vieler Menschen und vielleicht auch tatsächlich immer mehr zum Interessenverein verkommt. … Kirche als Interessenverband - das wäre ihr Tod.
Franz Kamphaus (1932- ), deutscher katholischer Theologe, Bischof

Die Kirche ist kein Selbstzweck, sie ist kein Nischenanbieter auf dem Markt der Möglichkeiten. Leider ist weiterhin der Eindruck entstanden, sie sei nur mehr eine Veranstaltung für Kirchenleute, ein Interessenverein, der verwaltet, was er hat, und der im Wesentlichen um seine Selbstbehauptung besorgt ist.
Franz Kamphaus (1932- ), deutscher katholischer Theologe, Bischof

  Ausgrenzung und Verfolgung

Welch große Grausamkeit, dass wir Christen, die wir mit dem Leib der heiligen Kirche verbundene Glieder sind, einen den anderen verfolgen.
Katharina von Siena (1347-1380), italienische Mystikerin, geweihte Jungfrau, Kirchenlehrerin und Heilige

Man muss das Evangelium mit dem Evangelium verteidigen, sagte jener und schlug es dem Gegner an den Kopf.
Erasmus von Rotterdam (1466.1536), niederländischer katholischer Theologe, Priester, Augustiner-Chorherr, Philologe und Autor, Humanist und Gegner der Spaltung der Kirche durch die Reformation

Aber ich werde aus der Kirche durch nicht auflösbare Schwierigkeiten philosophischer Art, fürchte ich, zurückgehalten, die nicht diese Mysterien selbst betreffen, sondern die Ausführungen, mit der die Kirche sie im Lauf der Jahrhunderte zu umgeben müssen glaubte, und vor allem durch den Gebrauch, in diesem Zusammenhang, des Wortes "anathema sit".
Simone Weil (1909-1943), französische Philosophin und Schriftstellerin

Eine kommende, ehrliche Kultur- und Geistesgeschichte wird bittere Kapitel zu schreiben haben über die Beitäge der Kirchen zur Entstehung des Massenmenschen, des Kollektivismus, der diktatorischen Herrschaftsformen.
Alfred Delp (1907-1945), deutscher katholischer Geistlicher, Jesuit, Mitglied des Kreisauer Kreises im Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Es gibt etwas, was ich nicht verstehen kann und was ausgerechnet das zweite Zeil meiner Arbeit betrifft, das gleich nach der Ehre Gottes kommt: Wie kann die Kirche Menschen, die doch von Christus losgekauft sind, ihre Liebe mit Waffengewalt bezeugen, mit menschlicher Diplomatie und mit Presseartikeln, die nicht den Irrtum aufdecken, sondern die Menschen verurteilen.
Madeleine Delbrêl (1904-1964), französische Sozialarbeiterin

Eine Kirche, die ausschließt, kann nicht die Kirche Jesu Christi sein.
Jacques Gaillot (1935- ), französischer Bischof und Internetseelsorger


Mein Hauptvorwurf an die katholische Kirche: Sie ist überhaupt nicht daran interessiert, dass Menschen sich als Person in Freiheit entwickeln. Das fürchtet sie geradezu. Denn es untergräbt ihr Herrschaftssystem. ... Wer sagt, dass Menschen Gott in ihrer Seele finden können, der wird der Kirche fürchterlich. Den muss sie bekämpfen. Der macht den Apparat der Außenlenkung offenbar überflüssig. Glaubensfragen werden so zu Machtfragen.
Eugen Drewermann (1940- ), deutscher katholischer Theologe und Psychotherapeut

In der Kirche gibt es Angst, Schuld und Opfer, gebraucht werden Vertrauen, Selbstwerdung und Befreiung.
Eugen Drewermann (1940- ), deutscher katholischer Theologe und Psychotherapeut
Wir bitten um Vergebung für die Spaltungen, die unter den Christen entstanden sind, für den Gebrauch der Gewalt, zu dem einige von ihnen im Dienst an der Wahrheit geschritten sind, und für die bisweilen eingenommenen Haltungen des Misstrauens und der Feindseligkeit gegenüber den Anhängern anderer Religionen.
Johannes Paul II. (Karol Wojtyla) (1920-2005), polnischer Priester, Bischof, Kardinal und Papst (historische Vergebungsbitte anlässlich der 2000-Jahrfeier des Christentums)

  Vernachlässigung von Seelsorge und Verkündung

In die Wolle der Herde des Herrn kleiden sie sich, von ihrer Milch leben sie; aber die Schafe sterben vor Hunger und Mangel des göttlichen Wortes.
Arnold von Brescia

Mit Ausnahme der Weißen Väter zeigt der Klerus so wenig Interesse für die Eingeborenen, als existierten sie nicht. Und selbst die Weißen Väter, die eigens für sie gegründet wurden, finden, dass diese Aufgabe sehr undankbar ist und haben sich den Negervölkern am Äquator zugewandt; dort setzen sie ihre ganze Kraft ein und unterhalten in Algerien nur eine verschwindend kleine Zahl von Missionaren, deren Wirksamkeit gleich Null ist.
Charles de Foucauld (1858-1916), französischer Offizier und katholischer Einsiedler

Es ist eine Schande für die Kirche des zwanzigsten Jahrhunderts, dass offensichtlich mehr Eifer unter den Kommunisten und Sekten als unter den Christen herrscht.
William MacDonald (1917-2007), US-amerikanischer Theologe und Autor

  Mangel an sozialem Engagement

Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist. Um einen Anfang zu machen, muss sie alles Eigentum den Notleidenden schenken. Die Pfarrer müssen ausschließlich von den freiwilligen Gaben der Gemeinde leben, eventuell einen weltlichen Beruf ausüben. Sie muss an den weltlichen Aufgaben des menschlichen Gemeinschaftslebens teilnehmen, nicht herrschend, sondern helfend und dienend.
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), deutscher lutherischer Theologe, Vertreter der Bekennenden Kirche und am deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt

1800 Jahre lang hat die christliche Kirche gegenüber der sozialen Not immer auf den Geist, auf das innere Leben, auf den Himmel verwiesen. Das ist der große schwere Abfall der christlichen Kirche, der Abfall von Christus.
Karl Barth (1886-1968), Schweizer evangelischer Theologe, religiöser Sozialist; Angehöriger der Bekennden Kirche, Gegner des Nationalsozialismus

Der Kampf gegen den Atheismus ist teilweise identisch mit dem Kampf gegen die Armut, die eine der Ursachen des Auszugs der arbeitenden Klassen aus der Kiche waren.
Pedro Arrupe (1907-1991), spanischer katholischer Theologe, Generaloberer der Jesuiten

Wir in der Kirche waren jahrelang dafür verantwortlich, dass viele Menschen die Kirche als eine Verbündete der Mächtigen in Wirtschaft und Politik gesehen haben, die mithin dazu beigetragen hat, dass die Unrechtsgesellschaft, in der wir leben, entstehen konnte.
Oscar Romero (1917-1980), elsalvadorianischer katholischer Theologe, Erzbischof, Verfechter der Befreiungstheologie, von Anhängern der rechtsextremen Somoza-Diktatur ermordet

Heute werden neue Pfarrer ganz in der Mentalität des Vatikans ausgebildet - nach innen gewendet, ohne Interesse an sozialen Fragen.
Leonardo Boff (1938- ), brasilianischer katholischer Theologe, Franziskaner, Beiname "Alliierter der Armen", legte 1992 das Priesteramt nieder und trat aus dem Orden aus

  Mangelnde Reformbereitschaft

Statt sich des Wissens der Welt zu bemächtigen, zieht sich die Kirche von den Gedanken des Tages weiter und weiter zurück, lebt in vergangener Zeit und spricht in verschollenen Zungen, ach, und verwundert sich dann, dass sie der Tag nicht versteht.
Emanuel Geibel (1815-1884), deutscher Lyriker

Eine Kirche, die nur auf den bisherigen Wegen weitergehen und mit den bisherigen Methoden weiterarbeiten will, ist keine Kirche, sondern eine Versteinerung.
Friedrich von Bodelschwingh (1831-1910), deutscher evangelischer Theologe, Begründer der Bodelschwingschen Anstalten in Bethel

Es ist eine zwar naheliegende und darum vielgeübte, aber falsche und außerordentlich gefährliche Weise der Antwort auf die gegenwärtige Situation des Christentums, gerade das Sekundäre zu verstärken und auszubauen. Diese Weise der Antwort ist das Gegenteil des eigentlich Notwendigen. Sie entspringt einer Art von Trägheit, die den "neuen Anfang" scheut, der jedem Missionar aufgegeben ist. Mit dieser Trägheit ist es etwa so, wie wenn die Lebenskraft eines Baumes sich ganz in das Wachstum eines einzelnen Zweiges ausgeben wollte, statt wieder in den Stamm zurückzukehren und neue Zweige, neben und über dem ersten, zu treiben.
Josef Pieper (1904-1997), deutscher Philosoph

Mutter Teresa wurde einmal gefragt, was sich ihrer Meinung nach als erstes in der Kirche ändern müsse. Ihre Antwort sei gewesen: „Sie und ich".
Mutter Teresa (Agnes Gonxha Bojaxhiu) (1910-1997), albanische Ordenschwesterin unter den Armen in Indien, Friedensnobelpreisträgerin

Je kirchenloser die Welt ist, in die man hineingeht, umso mehr muss man Kirche sein.
Madeleine Delbrêl (1904-1964), französische Sozialarbeiterin

  Anpassung an den Zeitgeist und Mitlaufen mit dem Mainstream

Während die Kirche ihren Boden behauptet, leidet sie immer und leidet um so mehr, je mutiger sie auftritt; und wenn sie nicht leidet, kommt es daher, dass sie schläft. Ihre Lehren und Vorschriften können für die Welt nie schmackhaft sein; und wenn die Welt sie nicht verfolgt, liegt es daran, dass sie nicht predigt.
John Henry Newman (1801-1890), englischer Theologe, anglikanischer Pfarrer, später katholischer Kardinal, Publizist

Ich empfinde es als einen Skandal, dass die Kirche offenbar in der Geschichte aufzugehen wünscht, so groß ist ihre Angst, außerhalb der Geschichte zu sein. Das ist ein Irrweg.
Eugène Ionesco (1909-1994), rumänisch-französcher Dramatiker


Nachdem sie nicht erreichte, dass die Menschen praktizieren was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen zu lehren, was sie praktizieren.

Nicolás Gómez Dávila (1913-1994), kolumbianischer Philosoph

Kirche hat zutiefst mit Nützlichkeit nichts zu tun, sondern mit Rettung. Redet man aber auf der gesellschaftspolitischen Ebene, in Kategorien von 'nützlich' oder 'unnütz' - so ist die Kirche entbehrlicher denn je (...) Daher ist alles Sich-Andienen an die Gesellschaft: Seht her, wie nützlich wir sind! - unappetitlich. Das zustimmende Nicken, das Betteln um Anerkennung: Seht her, wie fortschrittlich wir fortschrittlichen Christen sind - das macht mich wütend.
Günther Nenning (1921-2006), österreichischer Journalist, Autor, politischer Aktivist und Religionswissenschaftler

Unsere Kirchen sind auf dem absteigenden Ast, weil sie sich modischen Strömungen anpassen. Sie sind oft nicht mehr von sich selbst überzeugt. Wenn die Kirche aber den Auferstehungsglauben aufgibt, wird sie nur noch zu einer wohlmeinenden Soziallehre, hört dann aber auf, christliche Kirche zu sein.
Peter Scholl-Latour (1924-2014), deutsch-französischer Journalist und Publizist

Wie oft ist die Kirche eher Echo als Stimme gewesen!
Martin Luther King (1929-1968), US-amerikanischer Bürgerrechtler und Baptistenpfarrer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

In der geschichtlichen Ausformung der Kirche zeigt sich jedoch auch eine gegenläufige Tendenz, dass nämlich die Kirche sich in dieser Welt einrichtet, selbstgenügsam wird und sich den Maßstäben der Welt angleicht. Sie gibt Organisation und Institutionalisierung größeres Gewicht als ihrer Berufung zur Offenheit.
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927- ), deutscher katholischer Theologe, Hochschullehrer, Kardinal, Papst

Um ihre Sendung zu verwirklichen, wird sie immer wieder auf Distanz zu ihrer Umgebung gehen, sie hat sich gewissermaßen zu „ent-weltlichen".
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927- ), deutscher katholischer Theologe, Hochschullehrer, Kardinal, Papst

Die Kirche kann sich nicht wie ein Unternehmen verhalten, das sein Angebot ändert, wenn die Nachfrage nachlässt.
Karl Lehmann (1936-2008), deutscher katholischer Theologe, Bischof, Kardinal, Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz

Gestern las ich eine Stellungnahme eines Bischofs, dessen Namen ich nicht nennen möchte. Da dachte ich nur: deutsches Wohlstands-Wischi-Waschi. Keine klare Aussage. Wir Mönche haben es da leichter. Wir leben nach der Heiligen Schrift und versuchen sie umzusetzen!
Notker Wolf (1940- ), deutscher Benediktiner, Abtprimas der benediktinischen Konföderation

Ich liebe die Kirche. Sollte ich sie nicht lieben, weil sie krank ist? Sie kann nicht gesunden, wenn sie sich dem Geist einer sterbenden Zivilisation anpasst.
Gabriele Kuby (1944- ), deutsche Publizistin und Übersetzerin

Wenn die Kirche allen Einwänden gegenüber dem christlichen Glauben nachgibt, wird sie zur Doppelgängerin der Gesellschaft und damit überflüssig.
Helge Stadelmann (1952- ), deutscher evangelikaler Theologe

Wir [die Kirche] sind keine Wurstfabrik, die ein neues Label druckt, Marketingunternehmen bestellt und sagt, jetzt wollen wir mal wieder.
Reinhard Marx (1953- ), deutscher katholischer Theologe, Erzbischof, Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz

Viel Ohnmacht in der Kirche hängt mit dem Irrtum zusammen, zu meinen, aus der Tatsache verkehrten Lebens erwachse die Notwendigkeit, auch falsch zu lehren, um auf diese Weise zu mehr Übereinstimmung von Leben und Lehre zu kommen.
Dominik Klenk (1968- ), deutscher Journalist, Autor und Verlagsleiter, erster Prior der ökumenischen Kommunität Offensive Junger Christen

 
Negativwerbung der Kirche

Ich halte einige Sprüche des Neuen Testaments, neben einigen von Lao Tse und einigen von Buddha und den Upanishaden, für das Wahrste, Konzentrierteste, Lebendigste, was auf Erden erkannt und gesagt worden ist. Dennoch ist mir der christliche Weg zu Gott verbaut gewesen, durch eine strengfromme Erziehung, durch die Lächerlichkeit und Zänkerei der Theologie, durch die Langeweile und gähnende Öde der Kirche, und so weiter.
Hermann Hesse (1877-1962), deutsch-schweizerischer Schriftsteller, Dichter und Maler
Das Wort: Die Gottlosen kommen! geht um. Aber eine so gute Propaganda, wie sie die Kirche gegen die Kirche macht, können wir gar nicht erfinden. Und ich weiß viele, die mit mir denken: Wir sind aus der Kirche ausgetreten, weil wir es nicht länger mitansehn konnten. Wir sind zu fromm. [?? - Die aus der Kirche ausgetretenen die frommen??]]
Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Journalist und Schriftsteller

Die Kirche rollt durch die neue Zeit dahin wie ein rohes Ei. So etwas von Empfindlichkeit war überhaupt noch nicht da. Ein scharfes Wort, und ein ganzes Geheul bricht über unsereinen herein: Wir sind verletzt! Wehe! Sakrileg! Unsere religiösen Empfindungen... Und die unseren? Halten Sie es für richtig, wenn fortgesetzt eine breite Schicht des deutschen Volkes als "sittenlos", "lasterhaft", "heidnisch" hingestellt und mit Vokabeln gebrandmarkt wird, die nur deshalb nicht treffen, weil sie einer vergangenen Zeit entlehnt sind?
Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Journalist und Schriftsteller

Gefährlich wird es, wenn diese Skandale an die Stelle des primären skandalon des Kreuzes treten und ihn dadurch unzugänglich machen, also den eigentlichen christlichen Anspruch hinter der Unbotmäßigkeit seiner Boten verdecken. Um so mehr ist es wieder an der Zeit, die Weltlichkeit der Kirche beherzt abzulegen!

Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927- ), deutscher katholischer Theologe, Hochschullehrer, Kardinal, Papst

  Unversöhnliche Kirchenkritker

Die Abneigung bis hin zum Hass mancher aus der Kirche ausgetretenen Kirchenkritiker auf die Kirche lässt sich auch aus negativen Erfahrungen mit Kirchenvertretern erklären. Der Umgang mit Körperstrafen, sexuellem Misbrauch und die Behandlung Geschiedener spielen hier eine entscheidende Rolle. Verletzung führt zu Hass - einseitige Sicht und Pauschalverurteilung sind die Folge. Andere Kirchenkritiker verarbeiten Ihren Frust mit der Kirche anders (s.u.).
Kriminalgeschichte_des_Christentums

Karlheinz Deschners 10-bändige Kriminalgeschichte des Christentums [finanziell unterstützt  vom der atheistischen Giordano Brundo Stiftung]
Karlheinz Deschner wuchs als Sohn eines katholischen Vaters und einer später zur katholischen Kirche konvertierten protestantischen Mutter auf. Er besuchte die Grundschule in Trossenfurt, dann das Franziskanerseminar in Dettelbach (wobei er zeitweise im Franziskanerkloster logierte) und zuletzt das Gymnasium als Internatschüler bei Karmelitern und Englischen Fräulein in Bamberg...
Er heiratete 1951 seine Lebensgefährtin, die geschiedene Elfi Tuch. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder ... hervor. Die katholische Kirche stellte öffentlich die Exkommunikation des Ehepaars wegen ihrer ungültigen Verbindung fest. Diese wurde vom damaligen Bischof von Würzburg, Julius Döpfner, ausgesprochen. Deschner hatte bis dahin nichts Kirchen- oder Religionskritisches publiziert....
Deschner beschrieb einmal seine Motivation zum Schreiben so: „
Ich schreibe aus Feindschaft. Denn die Geschichte derer, die ich beschreibe, hat mich zu ihrem Feind gemacht“. Dazu sagte der emeritierte Professor für Kirchengeschichte an der Universität Bamberg, Georg Denzler, der selbst mit kirchenkritischen Texten hervorgetreten ist: „Eine solche Motivation kann niemals die Basis für eine ernst zu nehmende Geschichtsschreibung sein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Karlheinz_Deschner
Das Kirchenhasser-BrevierDer Papst an die Laterne, die Pfaffen in die KlapseReligion ist heilbar

Das Kirchenhasser-Brevier. Ein verlorener Sohn rechnet ab.
Ulli Schauen. Der Autor ist Pfarrersohn und aus der Kirche ausgetreten. Religiöses Ressentiment und z.T. fachliche Unkenntnis bzw. unsaubere Recherche  (vgl. z.B. http://www.kath.net/news/27945) beeinflussen sein Urteil.
http://www.kirchenhasser.de/

Den Papst an die Laterne, die Pfaffen in die Klapse
Wolfgang Sellinger wurde am 15. Februar 1949 in der Domstadt Eichstätt geboren. Nach der Grundschule besuchte er zunächst die Knabenrealschule Rebdorf, eine von den Herz-Jesu-Missionaren betriebene Internetschule. Sellingers Erfahrungen dort prägten maßgeblich seine spätere kirchenkritische Einstellung. Dabei sollen die Schüler zu Sellingers Schulzeit im Internat körperliche Misshandlungen erfahren haben. So sollen einige der Patres ihn bei echten oder vermeintlichen Verfehlungen mit den Kordeln ihrer Kutten traktiert, wobei sie auch ins Gesicht schlugen. Am schlimmsten empfand Sellinger dabei allerdings nicht den Schmerz an sich, sondern die demütigende Erfahrung, dass die Geistlichen bei der Züchtigung lachten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Sellinger
https://galerie-der-kirchenkritik.de/paepste/

Religion ist heilbar
Geb. 1947 in Luzern. Studium der Philosophie und Theologie in Innsbruck. Erwachsenenbildner. Römisch-katholischer Priester. Heirat. Berufsverbot durch den Bischof von Basel. Austritt aus der Kirche. Hilfsarbeiter in der Fabrik. Studium an der evangelisch-reformierten Fakultät der Universität Bern. 1989 Ordination zum reformierten Pfarrer. 1991–2010 Lehrer für Religion und Welt­religionen an der Kantonsschule Zug.
https://www.zytglogge.ch/shop/suche/detail/?tx_gishop_pi1%5Bpuid%5D=399


Versöhnte Kirchenkritiker

Ich betrachte mich nicht als Kirchenhasser, nicht andeutungsweise.
Heinrich Böll (1917-1985), deutscher Schriftsteller
Selbst die allerschlechteste christliche Welt würde ich der besten heidnischen vorziehen, weil es in einer christlichen Welt Raum gibt für die, denen keine heidnische Welt je Raum gab: für Krüppel und Kranke, Alte und Schwache, und mehr noch als Raum gab es für sie: Liebe für die, die der heidnischen wie der gottlosen Welt nutzlos erschienen und erscheinen. Ich glaube an Christus, und ich glaube, dass 800 Millionen Christen auf dieser Erde das Antlitz dieser Erde verändern könnten, und ich empfehle es der Nachdenklichkeit und der Vorstellungskraft der Zeitgenossen, sich eine Welt vorzustellen, auf der es Christus nicht gegeben hätte.
Heinrich Böll (1917-1985), deutscher Schriftsteller

Man kann geradezu für wahre Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit für Humanität, Liberalität und soziale Gerechtigkeit, für humane Demokratie und beherrschten wissenschaftlichen Fortschritt sein, weil man an Gott glaubt. Vor einiger Zeit soll ein englischer Nobelpreisträger auf die Frage, ob er an Gott glaube, geantwortet haben: "Of course not, I am a scientist!" Dieses Buch ist getragen von der Hoffnung, dass eine neue Zeit anbricht wo die Antwort umgekehrt lauten wird: "Of course, I am a scientist! Selbstverständlich, ich bin ein Wissenschaftler!...".
Hans Küng (1928- ), Schweizer katholischer Theologe
Man kann auch als Mensch des 20. Jahrhunderts durchaus vernünftig an Gott, sogar an den christlichen Gott glauben. Und vielleicht heute wieder leichter als vor ein paar Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten. Denn nach so vielen Krisen hat sich erstaunlich vieles geklärt, und viele Schwierigkeiten gegen den Gottesglauben haben sich erledigt - auch wenn es manchen noch nicht bewusst ist: Man braucht heute nicht mehr gegen Gott zu sein, weil man für Geozentrik und Evolution, für Demokratie und Wissenschaft, für Liberalität oder Sozialismus ist.
Hans Küng (1928- ), Schweizer katholischer Theologe

Religion ist menschliches Wunschdenken? Und deshalb darf Gott nur ein menschliches Wunschgebilde, eine infantile Illusion oder gar nur eine neurotische Wahnidee sein? Dem Wunsch nach Gott, so argumentierten wir schon gegen Feuerbach, kann durchaus ein wirklicher Gott entsprechen. Diese - noch eingehend zu diskutierende - Möglichkeit hat auch Freud nicht ausgeschaltet. Und warum sollte man das Wunschdenken ganz allgemein disqualifizieren? Ist Wünschen nicht ganz und gar menschlich, Wünschen im kleinen wie im großen, Wünschen in bezug auf die Güter dieser Erde, die Mitmenschen, die Welt und vielleicht doch auch - Gott?
Hans Küng (1928- ), Schweizer katholischer Theologe

In der Zwischenzeit hat sich freilich erwiesen, dass nicht nur die Sexualität, sondern auch die Religiosität verdrängt werden kann, dass die ältesten, stärksten, dringendsten Wünsche der Menschheit, die Freud zufolge die Stärke der Religion ausmachen, besser nicht als reine Illusionen abqualifiziert werden sollten; dass in einer Zeit allgemeiner Orientierungs- und vielfacher Sinnlosigkeit gerade der Gottesglaube zu definitiver Sinnerfüllung im Leben und auch im Sterben verhelfen kann, aber auch zu unbedingten ethischen Maßstäben und zu einer geistigen Heimat.
Hans Küng (1928- ), Schweizer katholischer Theologe, Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis durch Johannes Paul II. wegen Abweichungen von der katholischen Lehre; später wurde er von Papst Benedikt VI. zu einem Gespräch über sein Buch "Weltethos" eingeladen; Papst Franziskus dankte ihm handschriftlich für ein Schreiben zu seiner Wahl

Im ersten Punkt geht es darum, wie die Rolle des Papstes in der Gestalt, wie Franziskus selbst sie ausfüllt, revolutioniert wurde. Er ist nicht länger der herrschende Papst mit allen Machtsymbolen, die er von den römischen Kaisern geerbt hatte. Franziskus selbst tritt als eine einfache Person auf, als jemand, der zum Volk gehört. Seine ersten Grußworte, die er ans Volk richtete, waren "buona sera": "Guten Abend". Dann stellte er sich als der Bischof von Rom vor, der gerufen ist, liebevoll die Kirche weltweit zu leiten. Bevor er den offiziellen Päpstlichen Segen erteilte, bat er das Volk um dessen Segen. Er wählte, nicht in einem Palast zu leben - das könnte Franz von Assisi zum Weinen gebracht haben -, sondern in einem Gästehaus. Und dort nimmt er zusammen mit allen Gästen seine Mahlzeiten ein.
Der zweite wichtige Punkt ist die freudvolle Verkündigung des Evangeliums, eher als ein Überfließen des guten Lebens denn als eine Doktrin des Katechismus. Es geht nicht darum, Christus in die säkularisierte Welt zu bringen, sondern darum, die Präsenz Christi in der Welt zu entdecken im Dürsten nach Spiritualität, das überall sichtbar ist.
Der dritte Punkt behandelt drei Pfeiler im Zentrum seiner Aktivität: die Begegnung mit dem lebendigen Christus, die leidenschaftliche Liebe zu den Armen und die Achtsamkeit für Mutter Erde. Im Mittelpunkt steht Christus, nicht der Papst. Die lebendige Begegnung mit Christus hat Vorrang über der Doktrin.
Anstatt Recht und Gesetz verkündigt er unermüdlich Barmherzigkeit und die Revolution der Zärtlichkeit, wie er den Bischöfen auf seiner Reise durch Brasilien sagte. ...
Mit diesem Papst, der "vom Ende der Welt kommt", findet die Kirche des Westens ein Ende, und eine universelle Kirche beginnt, die zum planetarischen Zeitalter der Menschheit passt, gerufen, sich in den unterschiedlichen Kulturen zu inkarnieren und dort ein neues Gesicht zu finden, beginnend beim unerschöpflichen Reichtum des Evangeliums.
Leonardo Boff (1938- ), brasilianischer katholischer Theologe, Franziskaner, Rede- und Lehrverbot wegen seiner Befreiungstheologie, die als Marxismus im christlichen Gewand gesehen wurde, Kritik an Hierarchie und Zölibat, trat aus dem Orden aus, ließ sich laisieren und heiratete
https://www.lebenshaus-alb.de/magazin/011584.html

  Dilemma der internen Kirchenkritiker

Wer die Kirche kritisiert, sich der Glaubensgemeinschaft aber dennoch zugehörig fühlt, steht unter einer doppelten Spannung: Er wird zunächst den Widerstand der kirchlichen Institution zu spüren bekommen. Dies muss nicht bis hin zu disziplinarischen Konsequenzen gehen, wie dies für Theologen und Priester immer wieder der Fall gewesen ist. Bereits die unterschwellig wahrnehmbare Einordnung als „widerspenstig“ oder „randständig“ kann zu Ausgrenzungserfahrungen führen, die deswegen schwerwiegend sind, weil mit dem Bereich der Religiosität eine existenzielle Dimension gegeben ist, die anderswo kaum vorliegt. Schnell wird dem Kirchenkritiker aus dem Innern seiner eigenen Glaubensgemeinschaft vorgeworfen, doch eigentlich gar nicht mehr richtig dazuzugehören. Er muss einen Aufwand betreiben um klarzustellen, dass seine Kritik nicht gegen die religiöse Sache geht, sondern aus seiner Sicht in deren ureigenem Interesse liegt.
Daniel Bogner (1972- ), deutscher katholischer Theologe

Von der anderen Seite, das heißt aus der Gesellschaft heraus, wird der Kritisierende hingegen mit einem ganz anderen Verdikt konfrontiert. Aus einer Außensicht nämlich macht sich der Kirchenkritiker oftmals noch viel zu sehr gemein mit den kritisierten Zuständen und trägt dadurch zu ihrer Legitimierung bei. Konsequenter, so die Annahme, wäre es doch, die Seiten zu wechseln und aus der Kirche auszutreten. Gegenüber solchen Vorhaltungen muss der Kritiker verdeutlichen, dass man nicht das Kind mit dem Bade ausschütten muss, sondern den sachlichen Grund der Kirchenzugehörigkeit zu trennen hat von der Realgestalt, unter der sich Kirche in einer bestimmten historischen und sozialen Situation darstellt und verwirklicht. Wenn man die Reformträgheit des Katholizismus sieht, fällt es vielen freilich schwer, diese Spannung auszuhalten.
Daniel Bogner (1972- ), deutscher katholischer Theologe

Vulgärer Modernismus ist die Weise, in der das Konzil vielfach missverstanden und mit der Erlaubnis zur theologischen Dummheit verwechselt wurde: Kein Latein mehr, keine Kirchengeschichte mehr, keine Dogmen mehr, leider sehr häufig nur noch Kindergarten für Erwachsene. Die jetzige Situation zeigt nur dieses: Das ungeklärte Verhältnis zur vorkonziliaren Tradition ist die Achillesferse der Katholiken. Denn es rührt an die Identität. Das Heilmittel gegen diesen nun fortgeschrittenen Verfall ist die längst fällige Wiederentdeckung der Schätze der Liturgie, Theologie und Spiritualität in der gesamten Geschichte der Kirche, das Zweite Vatikanum inbegriffen.
Klaus Berger (1940- ), deutscher evangelischer Theologe, konvertierte zur katholischen Kirche

Religionskritik muss nicht atheistisch sein, es gibt auch die religiöse Religionskritik, und das heißt ja immer auch Selbstkritik.
Richard Schröder (1943- ), deutscher evangelischer Theologe und Philosoph

  Mangelnde Selbstkritik und Voreingenommenheit mancher Kirchenkritiker

Jene Herren, die sich einen Spaß daraus machen, über die Geistlichkeit zu spotten, sind es ihrer Ehre schuldig, selbst Pfarrer zu werden und uns bessere Beispiele zu geben.
Jonathan Swift (1667-1745), anglo-irischer Schriftsteller und Satiriker

Kirche und Religion: Man darf aber nicht vergessen, dass es neben dieser im Siege so rasch ausgearteten Kirche noch eine Religion gab. Die schönen sittlichen Folgen der Einführung des Christentums entziehen sich nur allzusehr dem Blicke, während der dogmatische und hierarchische Hader ganz unverhältnismäßig sich vordrängt.
Jakob Christoph Burckhardt (1818-1897), Schweizer Historiker

Damals fing ich zu schriftstellern an und hatte die Vorstellung, ich könnte in den katholischen Zeremonien, die ich mit dünkelhaftem Dilletantismus betrachtete, ein geeignetes Reizmittel und den Stoff für ein paar dekadente Übungen finden.
Paul Claudel (1868-1955), französischer Schriftsteller, Dichter und Diplomat

Kein vernünftiger Mensch beurteilt den Baum nach dem Fallobst.
Michael von Faulhaber (1869-1952), deutscher katholischer Theologe, Erzbischof

Die Kirche ist "Durchgang" und Brücke zwischen denen, die mehr, und denen die weniger bewusst sind; und in sofern ist sie sinnvoll. Da die Welt weithin unter der Herrschaft des Teufels steht, ist in der Kirche das Böse ebenso unvermeidlich wie überall.
Carl Gustav Jung (1875-1961), Schweizer Psychiater und der Begründer der analytischen Psychologie

Man redet euch viel vor von menschlichen Schwächen in der Geschichte der Kirche. Warum verschweigt man euch die Großtaten, die ihren Weg durch die Jahrhunderte begleiten, die Heiligen, die sie hervorbrachte, den Segen, der aus der lebendigen Verbindung zwischen dieser Kirche und eurem Volke für die abendländische Kulturwelt floß?
Pius XII. (Eugenio Pacelli) (1876-1958), italienischer katholischer Theologe, päpstlicher Nuntius in Hitler-Deutschland, Papst

Vielleicht haben wir uns schon zu lange bei dieser Frage aufgehalten. Wenn wir nämlich nur ein Argument gegen das Christentum suchen - und ich weiß noch genau, wie eifrig ich nach solchen Argumenten suchte, als ich zu fürchten begann, es könnte wahr sein -, dann werden wir leicht irgendeinen bornierten und wenig überzeugenden Christen finden, um sagen zu können: „Hier habt ihr euern vielgepriesenen neuen Menschen! Mir ist der alte lieber.
Clive Staples Lewis (1898-1963), irischer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler

Nicht weil die Kritik am Christentum unanfechtbar erscheint, hören die Menschen auf zu glauben, sondern weil sie aufhören zu glauben, erscheint sie ihnen unanfechtbar.
Nicolás Gómez Dávila (1913-1994), kolumbianischer Philosoph

Es ist leichtfertig und lieblos, Kritik am Verhalten früherer Generationen in der Kirche zu üben, wenn man einer späteren angehört, über welche das Urteil noch aussteht.
Ernst Reinhold Hauschka (1926-2012), deutscher Aphoristiker und Lyriker.


Viele Leute halten es mit der Kirche wie mit dem Staat. Sie schieben alles Versagen auf ihn und haben vergessen, dass sie der Staat sind.
August Everding (1928-1999), deutscher Regisseur, Manager, Kulturpolitiker und Intendant

Der Zeitgeist hat für Katholischsein Synonyme wie "veraltet", "erstarrt", "erzkonservativ", "fundamentalistisch", "formalistisch", "prunksüchtig", "autoritär" und "neurotisierend" parat - in den elektronischen Medien ohnehin in oft diffamierendem Ton und manchmal sogar mitgeheult von Insidem in selbst bezichtigender Nabelschau.
Christa Meves (1925- ), deutsche Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und Schriftstellerin
Doch ich hegte auch eine verletzte Feindseligkeit, ein antichristliches oder zumindest antikirchliches Vorurteil gegen die Kirche selber - rieb ihr die antiquitierte Absurdität dessen, was sie beteuerte, unter die Nase.
John Updike (1932-2009), US-amerikanischer Schriftsteller

So ist z.B. die Soziallehre der Kirche den meisten Christen herzlich egal (wenn sie sie überhaupt kennen) - aber wenn die Kirche Gebote im Bereich der Sexualität aufstellt, dann ist man plötzlich ganz "kritisch", d.h. ablehnend. Und diese "kritische" Haltung ist im Grunde genommen unkritisch, weil von vornherein einfach alles abgelehnt wird, was einen Anspruch an mich stellt, der mich zu einer Änderung, einer Umkehr auffordert.
Ulrich Filler (1971- ), katholischer Theologe, Priester und Autor

Auch der "kritische" Mensch, der nur das annimmt, was er begreift und der nur das tut, was ihm passt, hat seine Autoritäten: Er trottet in der großen Schar derer mit, die sich immer nach der Mehrheit ausrichten: "was in der Zeitung steht", "was im Fernsehen kam", "was als neueste wissenschaftliche Erkenntnis gilt", "was alle tun" - das sind die Autoritäten des modernen, unkritisch-"kritischen" Menschen.
Ulrich Filler (1971- ), katholischer Theologe, Priester und Autor

  Antiklerikalismus und Hass auf die Kirche
Vernichtet die Verruchte [= katholische Kirche].
Voltaire (François Marie Arouet) (1694-1778), französischer Schriftsteller und Philosoph der Aufklärung

Niemals wird der Mensch frei sein, ehe nicht der letzte König mit den Eingeweisen des letzten Priesters erwürgt wurde.
Denis Diderot (1717-1784), ehemaliger französischer Geistlicher, Schriftsteller, Übersetzer, Philosoph, Aufklärer, Literatur- und Kunsttheoretiker, Kunstagent, einer der wichtigsten Organisatoren und Autoren der Encyclopédie, entwickelte sich über den Theismus und Deismus zum Atheismus.
An die Zarin Katharina II. schrieb er „Der Philosoph hat bisher keinen Priester getötet und der Priester hat zahlreiche Philosophen. getötet"

Wenn Leute die Religion zerstören wollen, beginnen sie, die Priester anzugreifen, denn wo es keine Priester gibt, gibt es kein Opfer, und wo es kein Opfer gibt, gibt es keine Religion.
Jean-Marie-Baptiste Vianney (1786-1859), katholischer Priester, Pfarrer von Ars, Heiliger

Wie mancher ging aus, die Kirche zu schmähen, zu befeinden und änderte plötzlich seinen Sinn und kniete nieder und betete an.
Heinrich Heine (1797-1865), deutscher Dichter, Schriftsteller und Journalist

Wenn der Klerikalismus, wie wir ihn kennen, verschwindet, und Kirchen sich nur als Volkskirchen erhalten können und nicht als geistige Hochburgen des Kapitalismus, so wird auch der antiklerikale Rückschlag vorübergehen.
George Bernard Shaw (1856-1950), irischer Dramatiker, Politiker, Satiriker, Musikkritiker und Pazifist, Literaturnobelpreisträger
Der Antiklerikalismus und der Unglaube haben ihre Frömmler genauso wie die Orthodoxie.
Julien Green (1900-1998), französischer Schriftsteller mit US-amerikanischer Staatsangehörigkeit

  Ablehnung des Christentums und Religionsfeindlichkeit
Das Ganze heißt nicht Geisteskrankheit, das Ganze heißt Christentum.
Karl-Heinz Deschner (1924-2014), deutscher Schriftsteller und Kirchen- und Religionskritiker

Religiotie ist eine selten diagnostizierte (wenn auch häufig auftretende) Form der geistigen Behinderung, die durch intensive Glaubensindoktrination vornehmlich im Kindesalter ausgelöst wird.
Michael Schmidt-Salomon (1967- ), deutscher Philosoph, Autor und Publizist, Mitbegründer und Vorstandssprecher der atheistischen Giordano-Bruno-Stiftung, Mitglieder der Brights-Bewegung (die "Hellen" - die anderen sind die "dumpfen Dunkelmänner";-)), Verfasser atheistischer Kinderbücher
Da ist Bertrand Russels abfälliger Kommentar "So viel ich weiß wird in keinem Kirchenlied das hohe Lied der Intelligenz gesungen" noch harmlos
Es ist möglich, dass sich die Menschheit an der Schwelle eines goldenen Zeitalters befindet, wenn dies jedoch der Fall ist, muss zuerst der Drache getötet werden, der den Eingang bewacht, und dieser Drache ist die Religion.
Bertrand Russell (1872-1970), englischer Philosoph und Mathematiker
Vor dem Hintergrund der Abermillionen von atheistischen Diktaturen ermorderten Menschen im 20. Jahrhundert mutet eine solche Aussage zynisch ab, ob er sich wohl als säkularer St. Georg im Kampf mit dem Drachen des Christentums sieht?

Das große unsagbare Übel im Mittelpunkt unserer Kultur ist der Monotheismus. Aus einem barbarischen bronzezeitlichen Text, der unter dem Namen Altes Testament bekannt ist, haben sich drei menschenfeindliche Religionen entwickelt: das Judentum, das Christentum und der Islam.
Gore Vidal (1925-2012), US-amerikanischer Schriftsteller, Drehbuchautor, Schauspieler und Politiker

Eigentlich disqualifiziert sich eine solche Aussage selbst - dennoch ein Zitat von "unverfänglichen" Seite, das hierzu genau passt::
Auch die Teilnehmer in der öffentlichen Diskussion, die sich in einer religiösen Sprache ausrücken, haben Anspruch darauf, von ihren säkularen Mitbürgern ernst genommen zu werden. Diese sollen also den in religiöser Sprache formulierten Beiträgen nicht von vonrherein einen rationalen Gehalt absprechen dürfen.
Die bornierte über sich selbst unaufgeklärte Aufklärung, die der Religion jeden vernünftigen Gehalt abstreitet.

Jürgen Habermas (1929- ), deutscher Philosoph und Soziologe, bekanntester Vertreter der Kritischen Theorie

Ich nenne hier vor allem die offenkundigen Feinde Gottes und seiner Kirche; sie muss man offen anprangern, soviel man nur kann. Es ist ein Liebesdienst, laut vor dem Wolf zu warnen, wenn er in die Schafherde einbricht oder sie umschleicht.
Franz von Sales (1567-1622), französischer katholischer Theologe, Bischof, Ordensgründer, Mystiker und Kirchenlehrer

Die Menschen haben Verachtung für die Religion. Sie haben Hass ihr gegenüber und Angst, dass sie wahr sein könnte.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Mathematiker, Physiker, Literat und Philosoph

Die Schreiber gegen die Religion, sind schlau genug, während sie jedes andere System ablehnen, nie ein eigenes aufzurichten.
Edmund Burke (1729-1797), irisch-britischer Schriftsteller, Staatsphilosoph und Politiker

Der Religionsfanatismus hat weitaus mehr Unglück über die Welt gebracht als die Gottlosigkeit.
Enzyklopädie von Diderot u.a.
[das 20. Jahrhundert mit seinen totalitäre atheistischen Diktaturen hatte noch nicht stattgefunden]

Kunstreligionen aber können, neben aller aufrichtigen Schwärmerei, schon bei ihrer Stiftung des Betrugs und der Geschichtsfälschung nicht entbehren, und auch das Christentum hat schon gleich im Anfang hierin ganz hübsche Leistungen aufzuweisen.
Friedrich Engels (1820-1895), deutscher Philosoph, Gesellschaftstheoretiker, Historiker, Journalist und kommunistischer Revolutionär, Unternehmer

Es gibt solche, die das Christentum hassen und ihren Hass eine allumfassende Liebe für alle Religionen nennen.
Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), englischer Schriftsteller und Journalist

Die Partisanen des Irrtums sind nicht nur unter den erklärten Feinden der Kirche zu suchen, sondern, was am meisten zu befürchten und zu bedauern ist, direkt in ihrem Schoße, und je weniger sie Farbe bekennen, desto gefährlicher sind sie.
Pius X. (Giuseppe Sarto) (1903-1914), italienischer Papst (Wahlspruch "Alles in Christus erneuern")

...deren Religionskritik ist meist intellektuell sehr schlicht. Getragen ist sie von Leuten, die in einem urbanen Liberalismus eingebettet leben, und die der festen Überzeugung waren, die Religion werde sich selbst erledigen. Jetzt sind sie schockiert, dass die Religion zurückkehrt - beziehungsweise weil sie überrascht sehen, dass die Religion nie weg war. Die sind leider schrecklich ignorant. Diese Vorkämpfer des neuen Atheismus wie Richard Dawkins sind selbst fundamentalistisch.
Charles Taylor (1931- ), kanadischer Politikwissenschaftler und Philosoph

Auch der ORF verkennt und verkehrt seine Funktion als Instanz der Bildungsvermittlung, wenn antikirchliche und antireligiöse Ressentiments durchklingen. Beispiele gefällig? Ausgerechnet am Karfreitag wurde in der „ZiB1“ ein Buch mit geschmacklosen antiklerikalen Karikaturen von Manfred Deix vorgestellt. Am Ostersonntag erhielt dann ein Kabarettist in Ö1 Gelegenheit, seine Ressentiments gegen die Kirche auszuleben. Statt die Giftpfeile und Nadelstiche, die gegen Religion und Kirche losgelassen werden, zu ignorieren, werden sie noch genüsslich breitgetreten und so nachgeahmt, statt korrigiert. Die Gläubigen dieses Landes verlangen nicht, dass andere ihren Glauben teilen. Aber sie haben Anspruch auf Respekt und Hochachtung, die man gegenüber jüdischen Mitbürgern mit Recht verlangt und auch zugunsten des Islam moniert, die man der angestammten Religion dieses Landes aber vorenthalten will. Freilich hat die Kirche auch selbst dazu beigetragen, Spott und Missachtung als billige Antworten auf vorhandene Missstände zu provozieren. Aber Missstände sind keine Legitimation für unqualifizierte Angriffe und bösartige Pauschalurteile.
Norbert Leser (1933-2014), österreichischer Philosoph

  Kiche bleibt Vermittlerin und Bewahrerin des christlichen Glaubens durch die Jahrtausende

Es gibt manche Feinde der Kirche, die da behaupten, die Kirche sei im Absterben und ihr Name gehe unter; ja, es nahe die Zeit, wor gar keine Christen mehr sein würden. Aber während sie so reden, sterben sie selber dahin; die Kirche jedoch setzt ihr Leben fort und predigt die Kraft Gottes jedem nachfolgenden Geschlechte.
Aurelius Augustinus (354-430), nordafrikanischer Bischof, Philosoph und Kirchenlehrer
Ich wünsche mir Laien, nicht arrogant, nicht vorlaut, nicht streitsüchtig, sondern Menschen, die ihre Religion kennen, die sich auf sie einlassen, die ihren eigenen Standpunkt kennen, die wissen, woran sie festhalten und was sie unterlassen, die ihr Glaubensbekenntnis so gut kennen, dass sie darüber Rechenschaft ablegen können, die über so viel geschichtliches Wissen verfügen, dass sie ihre Religion zu verteidigen wissen.
John Henry Newman

Heute noch gibt mir die Kirche Jesus. Das sagt alles. Was wüsste ich denn von ihm, welche Bindung bestände zwischen ihm und mir ohne die Kirche? Wissen diejenigen, die Jesus noch annehmen, obwohl sie die Kirche leugnen, dass sie ihn letztlich ihr verdanken?
Henri de Lubac (1896-1991), französischer katholischer Theologe, Jesuit, Kardinal

Die Kirche ist nicht mehr sie selber. Sie zerstört sich. Sie begeht Selbstmord. Was wir von der Kirche erwarten? Dass sie uns das Übernatürliche nicht vorenthält, und dass sie keine Angst hat.
Eugène Ionesco (1909-1994), rumänisch-französcher Dramatiker


Solltest du nicht mehr der Ort sein, wo der Mensch imstande ist, den anderen aufzunehmen, Christus dem Menschen von heute mitzuteilen und das Evangelium in seiner ursprünglichen Frische zu leben?
Roger Schutz (1915-2005), französischer reformierter Theologe, Gründer und erster Prior der ökumenischen Bruderschaft von Taizé

Als Hirt bin ich glüchklich zu sehen, dass die Laien sich mit der Sache der Kirche identifizieren und dafür sorgen, dass der Glaube nicht verlorengeht.
Oscar Romero (1917-1980), elsalvadorianischer katholischer Theologe, Erzbischof, Verfechter der Befreiungstheologie, von Anhängern der rechtsextremen Somoza-Diktatur ermordet

Die Kirche im Kontext des Missbrauchs wegen ihrer Lehre anzuklagen ist, als ob man die Feuerwehr als solche pauschal anklagen und abschaffen wollte, weil eines ihrer Mitglieder Feuer gelegt hat (was bekanntlich schon vorgekommen ist) oder andere Feuerwehrleute trotz Alarm nicht ausrücken wollten.
Andreas Laun (1942- ), österreichischer Ordenspriester, Oblat des Hl. Franz von Sales, Weihbischof

Das Amt der Kirche als kollektiver Bewahrerin des Dogmas ist unentbehrlich.
Simone Weil (1909-1943), französische Philosophin und Schriftstellerin

Es gibt Pathologien der Religion – wir sehen es; und es gibt Pathologien der Vernunft – auch das sehen wir, und beide Pathologien sind lebensgefährlich für den Frieden, ja, im Zeitalter unserer globalen Machtstrukturen für die Menschheit im ganzen.
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927- ), deutscher katholischer Theologe, Hochschullehrer, Kardinal, Papst

  Kirche der Heiligen und der Sünder

Die Guten sind unvermischt nur im Himmel, und ebenso sind die Bösen unvermischt nur in der Hölle; die Kirche aber, die in der Mitte zwischen Himmel und Hölle steht, nimmt Bürger beider Parteien auf, und dies in der Absicht, dass die Bösen durch das Beispiel der Guten umgewandelt und die Guten durch das, was sie von den Bösen erleiden, geläutert werden.
Gregor I. der Große

Es gibt nichts auf Erden, das so hässlich ist, wie die katholische Kirche, und nichts, das so schön ist wie sie.
John Henry Newman (1801-1890), englischer Theologe, anglikanischer Pfarrer, später katholischer Kardinal, Publizist

Wer ernsthaft gegen die historische Rolle der römisch-katholischen Kirche argumentiert, muss selbst beim Nachweis, dass sie große Verbrechen hervorgebracht hat, noch wissen, dass sie große Heilige hervorgebracht hat.
Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), englischer Schriftsteller und Journalist

Die Kirche ist das Kreuz auf dem Christus gekreuzigt wurde. Man kann Christus nicht von seinem Kreuz trennen und muss in einem Zustand ständiger Ungenügendheit (Unzufriedenheit) mit der Kirche leben.
Romano Guardini (1885-18´68), deutscher katholischer Theologe, Jugendseelsorger, Förderer der Quickborn-Jugend, Religionsphilosoph

Die Kirche ist heilig durch Christus, der sie zu seiner Braut macht: Die Kirche ist und bleibt immer eine Gesellschaft von Sündern. Ich verstehe sie, soweit ich kann; den Rest verstehe ich nicht. Aber ich versuche zu leben nicht, was ich verstehe, sondern was ich glaube. Verstehen hilft mir nicht zu glauben, aber Glauben hilft mir zu verstehen.
Madeleine Delbrêl (1904-1964), französische Sozialarbeiterin

Die Kirche, Gesellschaft der Sünder, zieht mich in die Bewegung ihres Lebens mit, Ich kann weder "sie" noch "ich" sagen, sondern nur "wir".
Madeleine Delbrêl (1904-1964), französische Sozialarbeiterin

Wir kennen die Kirchengeschichte genau; es gab immer Zeiten mit besonderen Schwierigkeiten. Obwohl es so viel Versagen, so viel Ungenügen gegeben hat und gibt, ist das wandernde Gottesvolk dennoch seit 2000 Jahren unterwegs. Wäre sie Menschenwerk, würde die Kirche von selber zugrunde gehen. Weil aber Gott dahinter steht, können wir sie gar nicht zugrunde richten.
Franz König (1905-2004), österreichischer katholischer Theologe, Erzbischof

  Notwendigkeit der Kirchenkritik und Kirchenreform

Die immer zu reformierende Kirche. Eglesia semper reformanda
lateinisches Sprichwort
Wir haben die Kirche nicht erbaut, wir dürfen sie auch nicht abbrechen.
John Henry Newman (1801-1890), englischer Theologe, anglikanischer Pfarrer, später katholischer Kardinal, Publizist

Die Sache Christi liegt immer im Todeskampf, als wäre es nur noch eine Frage der Zeit, ob es heute oder morgen mit ihr zu Ende geht.
John Henry Newman (1801-1890), englischer Theologe, anglikanischer Pfarrer, später katholischer Kardinal, Publizist

Es ist eine falsche Auffassung, die annimmt, dass in der Kirche alles für alle Zeiten unabänderlich festgelegt sei; es wird naiv übersehen, dass die Kirche eine Geschichte hat, dass sie, ihrer menschlichen Seite nach, wie alles Menschliche von vornherein auf Entwicklung angelegt war, und dass diese Entwicklung sich häufig auch in der Form von Kämpfen abspielt.
Edith Stein (1891-1942), deutsche Philosophin aus jüdischer Familie, Ordensschwester, Ermordung im KZ, Heilige

Die Kirche muss sich selbst viel mehr als Sakrament, als Weg und Mittel betrachten, nicht als Ziel und Ende.
Alfred Delp (1907-1945), deutscher katholischer Geistlicher, Jesuit, Mitglied des Kreisauer Kreises im Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Wer die Kirche zu reformieren vorgibt durch Mittel, mit denen man eine weltliche Gesellschaft verbessert, scheitert nicht bloß in seinem Unternehmen, sondern landet schließlich unfehlbar außerhalb der Kirche. Und zwar findet er sich dort, noch bevor jemand sich die Mühe nahm, ihn auszuschließen; er schließt sich selber aus auf Grund einer Art von tragischen Notwendigkeit.
Georges Bernanos (1888-1948), französischer Schriftsteller

Man reformiert die Kirche nicht anderes, als indem man an ihr leidet.
Georges Bernanos (1888-1948), französischer Schriftsteller

Nicht ein Zuviel an Kritik, sondern ein katastrophaler Mangel an fundamentalem ... kritischen Bewusstsein ist die Ursache der kirchlichen Krise.
Johann Baptist Metz (1928- ), katholischer Theologe


Alle Anstrengungen in der Kirche, sie zu reformieren, gehen nur über den Weg eines lebendigeren Christusglaubens, in einer treueren Christusnachfolge und in einer im Geist Gottes beschenkten Begeisterung. [Enthusiamsus von "Gott in uns"]
Joachim Meißner (1933-2017), deutscher katholischeer Theologe, Erzbischof

Alle Kirchen müssen sich erneuern, damit die aus der Geschichte erwachsenen Differenzen eines Tages nicht mehr trennend seien.
Georg Sterzinsky (1936-2011), aus Ospreußen stammender deutscher katholischer Theologe, Erzbischof

Die von materiellen und politischen Lasten und Privilegien befreite Kirche kann sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden, wirklich weltoffen sein.
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927- ), deutscher katholischer Theologe, Hochschullehrer, Kardinal, Papst

Es geht hier nicht darum, eine neue Taktik zu finden, um der Kirche wieder Geltung zu verschaffen. Vielmehr gilt es, jede bloße Taktik abzulegen und nach der totalen Redlichkeit zu suchen, die nichts von der Wahrheit unseres Heute ausklammert oder verdrängt, sondern ganz im Heute den Glauben vollzieht, eben dadurch daß sie ihn ganz in der Nüchternheit des Heute lebt, ihn ganz zu sich selbst bringt, indem sie das von ihm abstreift, was nur scheinbar Glaube, in Wahrheit aber Konvention und Gewohnheit ist.
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927- ), deutscher katholischer Theologe, Hochschullehrer, Kardinal, Papst

Ich denke, dass die Kirche in Deutschland mit ihren großen Institutionen darüber nachdenken muss, was geistig noch gedeckt ist und was im Grund bloß durch die Macht der Finanzen und Organisation fortbesteht, ohne noch wirklich geistigen Inhalt zu haben.
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927- ), deutscher katholischer Theologe, Hochschullehrer, Kardinal, Papst

Kirche sind nicht nur die anderen, nicht nur die Hierarchie, der Papst und die Bischöfe; Kirche sind wir alle, wir, die Getauften.
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927- ), deutscher katholischer Theologe, Hochschullehrer, Kardinal, Papst

Auch für die Kirche muss Jesus in allem der Maßgebende bleiben. Glaubwürdig ist die Kirche nur dann, wenn sie in seiner Nachfolge den Weg geht als eine provisorische, dienende, schuldbewusste, entschiedene Kirche. Daraus müssen in jeder Zeit praktische Konsequenzen für die ständige innerkirchliche Reform und die ökumenische Verständigung abgeleitet werden.
Hans Küng (1928- ), Schweizer katholischer Theologe

Die Menschen laufen einer Kirche nicht davon, die mit ihnen geht.
Walter Ludin (1945- ), Schweizer katholischer Theologe, Priester, Journalist und Buchautor

Auch die besten Anpassungen an die Erfordernisse unserer Zeit bleiben ohne Erfolg, wenn sie nicht durch eine geistliche Erneuerung beseelt werden; dieser gebührt darum auch in der Förderung äußerer Werke immer der Vorrang.
II. Vatikanisches Konzil


  Weiterführende Informationen zu Kirchenkritik, Religionskritik und Kirchenreform

Kirchenaustritt als Lösung?
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Was ist mir mein Christentum noch wert?
rote Pfeilspitze Weder heiß noch kalt? Begeisterung oder Lauheit und Gleichgültigkeit
Für Kirchgänger, Kirchenfunktionäre, Kirchenferne, Kirchenkritiker, Kirchenhasser ...
rote Pfeilspitze Kirchenkritik in Karikaturen
Nicht nur für Atheisten, Freidenker bzw. Geistesfreie, (atheistische) Humanisten, Konfessionslose und Zweifler
rote Pfeilspitze Zitate über den Atheismus

Kirchenkritik. Seite der Karl-Leisner-Jugend http://www.k-l-j.de/glauben_kirchenkritik.htm
https://www.herder-korrespondenz.de/heftarchiv/68-jahrgang-2014/gottlos-von-zweiflern-und-religionskritikern/die-unkomfortable-lage-der-kirchenkritik-zwischen-den-fronten
https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/der-versohnte-kirchenkritiker
https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2018-12/papst-franziskus-leonardo-boff-befreiung-theologie-brasilien.html

Die Kirchenkritik der Mystiker

Die Kirchenkritik der Mystiker. Prophetie aus Gotteserfahrung. Bd. III: Von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Stuttgart: Kohlhammer 2006
Bd. II: Frühe Neuzeit, Bd. I: Von der Neuen Mystik bis zur Devotio moderna
https://www.lesestoff.ch/detail/ISBN-9783170189942/Delgado-Mariano/Die-Kirchenkritik-der-Mystiker---Prophetie-aus-Gotteserfahrung---Die-Kirchenkritik-der-Mystiker?CSPCHD=00000100000011cEPqnb4T0000mJJ1BT2Ri_Ld0ceFyNXHjg--&bpmactid=1374644&bpmctrl=bpmrownr.4%3A2%7Cforeign.266218-48-2-282113%3A270826%3A259544#r264473-0-266689:270826:259544



 
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