Die Europäische Identität und die Rolle des Christentums
   

Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Römischen Verträge vom 25.03.1957 einige Zitate als Denkanstöße:

Es waren schöne glänzende Zeiten, wo Europa ein christliches Land war, wo eine Christenheit diesen menschlich gestalteten Erdteil bewohnte; ein großes gemeinschaftliches Interesse verband die entlegensten Provinzen dieses geistlichen Reiches.
Novalis, 1772-1801, deutscher Dichter

Der Tag wird kommen, an dem diese beiden gewaltigen Bünde, die Vereinigten Staaten von Amerika und die Vereinigten Staaten von Europa, einander über den Ozean hinweg die Hände reichen werden zum Austausch ihrer Waren, ihres Handels, ihrer Industrie, ihrer Kunst, ihrer Kultur - um gemeinsam den Erdball urbar zu machen, die Wüsten zu bevölkern, die Schöpfung zu veredeln vor den Augen des Schöpfers und, zum Wohle aller, diese beiden unendlichen Kräfte miteinander zu verbinden: die Brüderlichkeit der Menschen und die Allmacht Gottes.
Victor Hugo, 1802-1885, französischer Schriftsteller

Die Religion, Sittlichkeit, Zivilisation von Europa ruhen auf dieser festen Grundlage des Rechtes aller Menschen auf Gerechtigkeit, Mitgefühl, Freiheit, die ein Werk des Christentums ist.
Alexandre Dumas (1802-1870), französischer Chemiker

Bei der Errichtung eines europäischen Schiedsgerichtes unter dem Präsidium des Papstes würde ganz Europa Jubellieder anstimmen.
Bertha Freifrau von Suttner, 1843-1914, österreichische Schriftstellerin und Friedensaktivistin

Sinnlose Europäer, die daran denken, sich gegenseitig zu erwürgen, wo doch die gleiche Zivilisation sie einhüllt und vereint.
Anatole France, 1844-1924, französischer Schriftsteller, Nobelpreisträger für Literatur

Europa ist heute nur dem Namen nach christlich. In Wirklichkeit betet es den Mammon an.
Mahatma Gandhi, 1869-1948, indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Der Glaube ist Europa und Europa ist der Glaube.
Hilaire Belloc, 1870-1953, französischer Schriftsteller

Europa ist die Quelle des christlichen Glaubens und der christlichen Ethik, der Ausgangspunkt des größten Teils der Kultur, der Kunst, der Philosophie und Wissenschaft der alten wie der neuen Zeit. Wenn Europa sich einmal im Genuss des gemeinsamen Erbes einigen könnte, dann gäbe es gar keine Schranke und Grenze für sein Glück, sein Gedeihen und seinen Ruhm, wovon seine Bevölkerung von dreihundert bis vierhundert Millionen Menschen profitieren würde. Wir müssen eine Art Vereinigte Staaten von Amerika aufbauen.
Winston Churchill, 1874-1965, englischer Politiker

Die Einheit Europas war ein Traum weniger. Sie wurde eine Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für alle.
Konrad Adenauer, 1876-1967, deutscher Politiker, erster Bundeskanzler

Der Verrat an der Religion zieht den Verrat an der Kultur nach sich. Die abendländische Kultur wird genauso lange leben wie die abendländische Religion.
Gertrud von le Fort, 1876-1971, deutsche Schriftstellerin

Hundert oder mehr Jahre hat Europa bloß noch studiert und Fabriken gebaut! Sie wissen genau, wie viel Gramm Pulver man braucht, um einen Menschen zu töten, aber sie wissen nicht, wie man zu Gott betet, sie wissen nicht einmal, wie man eine Stunde lang vergnügt sein kann.
Hermann Hesse, 1877-1962, deutscher Dichter

Ein Katholik kann zu Beginn des neuen Jahres nur Worte der Zuversicht aussprechen, da er sich auf einem so sicheren Schiff weiß, das selbst die schwersten Stürme überdauern wird. Europa wird in dem Maße wieder neu erstehen, in dem es noch eine Christenheit bilden wird.
François Mauriac, 1885-1970, französischer Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger

Wir müssen das geeinte Europa nicht nur im Interesse der freien Völker errichten, sondern auch, um die Völker Osteuropas in die Gemeinschaft aufnehmen zu können, wenn sie von dem Zwang, unter dem sie leiden, befreit, um ihren Beitritt und unsere moralische Unterstützung nachsuchen werden.
Robert Schuman, 1886-1963, französischer Politiker, Kämpfer für deutsch-französische Aussöhnung und europäische Einigung

Den Feinden von gestern reichen wir die Hand, um uns zu versöhnen und um Europa gemeinsam aufzubauen.
Robert Schuman, 1886-1963,französischer Politiker, Kämpfer für deutsch-französische Aussöhnung und europäische Einigung

Der Weltfriede kann nicht erhalten bleiben ohne Neuschöpfungen, die den Gefahren der Zeit begegnen. Der Beitrag eines vereinigten und lebendigen Europas wird ein unentbehrlicher Bestandteil einer geordneten Weltgemeinschaft darstellen.
Robert Schuman, 1886-1963, französischer Politiker, Kämpfer für deutsch-französische Aussöhnung und europäische Einigung

Wir sind dazu aufgerufen, uns auf die christlichen Grundlagen Europas zu besinnen, indem wir ein demokratisches Modell der Herrschaftsausübung aufbauen, das durch Versöhnung eine „Gemeinschaft der Völker“ in Freiheit, Gleichheit, Solidarität und Frieden entstehen lässt, das zutiefst in den christlichen Grundwerten verwurzelt ist.
Robert Schuman, 1886-1963, französischer Politiker, Kämpfer für deutsch-französische Aussöhnung und europäische Einigung

Europa kommt es zu, einen neuen Weg aufzuzeigen: durch das Akzeptieren der Vielfalt von Zivilisationen, von denen jede den anderen mit gleicher Achtung begegnet.
Robert Schuman, 1886-1963, französischer Politiker, Kämpfer für deutsch-französische Aussöhnung und europäische Einigung

Europa soll sich eine Seele schaffen. Europa muss wieder ein Wegweiser für die Menschheit sein. Europa ist gegen niemand. Das geeinte Europa ist ein Symbol der allumfassenden Solidarität der Zukunft. Bevor Europa eine militärische Allianz oder eine wirtschaftliche Einheit sein wird, muss es eine kulturelle Einheit im höchsten Sinne des Wortes sein.
Robert Schuman, 1886-1963, französischer Politiker, Kämpfer für deutsch-französische Aussöhnung und europäische Einigung

Europäer ist man nicht von Geburt, man wird es durch Bildung.
Robert Schuman, 1886-1963, französischer Politiker, Kämpfer für deutsch-französische Aussöhnung und europäische Einigung

Das christliche Europa hat sich seines Christentums entledigt, wie ein Mensch sich der Vitamine entledigt.
Georges Bernanos, 1888-1948, französischer Dichter, Künder einer geistigen Erneuerung

Wenn ich das Ganze der europäischen Einigung noch einmal zu machen hätte, würde ich nicht bei der Wirtschaft anfangen, sondern bei der Kultur.
Jean Monnet, 1888-1979, französischer Politiker

Der Europäer ist kein besserer Mensch. Nur hat er drei Geschenke bekommen: seine geographische Lage, das Erbe der Antike und das Christentum. Diese drei haben Europa gemacht.
Sigismund von Radecki, 1891-1970, lettischer Feuilletonist und Übersetzer

Soll Europa auferstehen, so muss seine Zukunft gründen auf die edelsten Pfeiler seiner Vergangenheit: auf griechischen Individualismus und christlichen Sozialismus; auf Menschenwürde und Nächstenliebe.
Richard Nicolas Graf Coudenhove-Kalergi, 1894-1972, österreichischer Politiker und politischer Schriftsteller, Begründer der Paneuropa-Bewegung

Aufhebung aller innereuropäischen Zoll- und Verkehrsschranken und Schaffung einer europäischen Währungseinheit, Zusammenschluss aller Armeen und Flotten Europas zum Schutze der gemeinsamen Grenzen und Küsten ... wahrer Minoritätenschutz und Bestrafung aller Hasspropaganda in Presse und Schulen als Hochverrat an Europa, Stärkung des europäischen Solidaritätsgefühles durch Intereuropäisierung der Schulen, Ausarbeitung einer paneuropäischen Verfassung.
Richard Nicolas Graf Coudenhove-Kalergi, 1894-1972, österreichischer Politiker und politischer Schriftsteller, Begründer der Paneuropa-Bewegung

Der Versuch, Europa zum christlichen Glauben zu bekehren, ist gelungen. Der Versuch, Europa zur christlichen Moral zu bekehren ist misslungen. Europa und Amerika sind heute nicht die christlichsten, sondern die unchristlichsten Teile der Kulturmenschheit.
Richard Nicolas Graf Coudenhove-Kalergi, 1894-1972, österreichischer Politiker und politischer Schriftsteller, Begründer der Paneuropa-Bewegung

Zukunft ist Herkunft. Wenn wir uns unserer Herkunft nicht mehr erinnern, wird Europa keine Zukunft haben.
Hans-Georg Gadamer, 1900-2002, deutscher Philosoph

Ich bin kein Katholik, aber ich betrachte die christliche Idee, die ihre Wurzeln im griechischen Denken hat und im Lauf der Jahrhunderte all unsere europäische Zivilisation genährt hat, als etwas, dass nicht verleugnet werden kann ohne herabgesetzt zu werden.
Simone Weil, 1909-1943, französische Philosophin und Mystikerin

Europa wird christlich sein, oder es wird nicht sein!
Otto von Habsburg, 1912- , österreichischer Politiker

Europa sucht, mit gutem Grund, sich eine gemeinsame Politik und eine gemeinsame Währung zu geben, aber es braucht vor allem eine Seele.
André Frossard, 1915-1995, französischer Journalist und Essayist, zum Katholizismus konvertierter Kommunist

Europa muss mit seinen zwei Lungen atmen: der des Westens und der des Ostens.
Johannes Paul II., 1920-2006 , polnischer Papst

Es ist unverzichtbar, dass das heutige Europa sein Erbe an Werten schützt und erkennt, das die Macht, diese voranzubringen, zu fördern und zu festigen vor allem eine christliche ist.
Johannnes Paul II., 1920-2006 , polnischer Papst

Eine klare Bezugnahme auf Gott und den christlichen Glauben in der zu erarbeitenden Europäischen Verfassung wären die Anerkennung einer geschichtlich-kulturellen Realität, die in die Gegenwart hineinwirkt und aus der die Menschen in Europa ihre Identität ableiten.
Johannes Paul II., 1920-2006, polnischer Papst

Es gibt keinen anderen Weg, einen dauerhaften Frieden zu schaffen, als durch den Abbau von Entwicklungsrückständen und die Reduzierung von Armutszonen ... Europa braucht ein neues Solidaritätsgefühl, damit seine Einheit nicht am Ende an allzu großen Lasten der Geber und am Frust der Nehmer zerbricht.
Wladislaw Bartoszewski, 1922- , polnischer Politiker, früherer Außenminister, Kämpfer für die deutsch-polnische Aussöhnung

Europa hat keine Ränder, es ist überall Mittelpunkt.
Slobodan Novak, 1924- , kroatischer Schriftsteller

Die Vokabel "altes Europa" zu benutzen, das ist, als würde man sagen, die Bürgerrechte sind alt, Jesus ist alt, die Philosophen sind alt - und genau das ist der Punkt. Noch mal: Geschichte ist dazu da, aus ihr zu lernen. Europa ist da in einem höheren Reifestadium. Das ist nicht eure Schande, sondern eure Ehre.
Harry Belafonte, 1927- , US-amerikanischer Sänger und Schauspieler

Europa ist auf drei Hügeln erbaut worden: auf Golgatha, der Akropolis und dem Kapitol, die uns Transzendenz, Humanum und Ordo als Werte überliefert haben.
Hans Graf Huyn, 1930- , deutscher Politiker und Publizist

Alles was in Osteuropa passiert ist, wäre unmöglich gewesen ohne den Antrieb des Papstes und ohne die außerordentliche auch politische Rolle, die er auf der Weltszene gespielt hat.
Michail Gorbatschow, 1931- , sowjet-russischer Politiker, Generalsekretär der KPdSU, 1990/91 Staatspräsident

Wir müssen die christlichen Wurzeln des Kontinents deutlich machen und sie wieder zum Wachsen und Blühen bringen.
Walter Kasper, 1933- , deutscher katholischer Theologe, Kardinal, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen

Europa muss bescheidener werden und die höhere Ordnung des Weltalls als etwas achten, das über uns hinausgeht. Demut, Freundlichkeit, Respekt vor dem Unverständlichen, Solidarität mit anderen, Achtung des Andersseins und die Bereitschaft zu Opfern und guten Taten seien Werte, die zum Programm des sich vereinigenden Europas werden könnten und sollten.
Vaclav Havel, 1936- , tschechischer Schriftsteller und Politiker, früherer Staatspräsident

Jean Monnet, einer der Europäer der Erste Stunde, hat die einseitige Dominanz der Wirtschaft erkannt und gesagt: Wenn er es noch einmal zu tun hätte, würde er mit der Kultur und nicht mit der Wirtschaft auf dem Weg zum einen Europa anfangen. Das rein Wirtschaftliche trägt nicht. Deshalb wird die große Diskussion um die Werte in Europa und den Gottesbezug in der Verfassung der Europäischen Union derzeit geführt.
Dietger Demuth, 1939- , katholischer Ordensgeistlicher, CSsR, Geschäftsführer des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis

Die Ursprünge des vereinten Europas liegen im bürgerschaftlichen Engagement aus christlich-sozialem Geist.
Romano Prodi, 1939- , italienischer Politiker, Präsident der EU-Kommission

Die Nichterwähnung der christlichen Werte scheint mir ein Zeichen großer Schwäche. Es geht hier doch gar nicht um die Frage: religiöse Neutralität der Staaten ja oder nein. Hier geht’s um das Selbstverständnis der Europäer, darum, wie sie die Beziehungen zwischen Mann und Frau sehen, die Familie, die Arbeit, die Verantwortung, die Art, wie man dem Tod begegnet. Die fundamentalen Elemente von allem, was Europa ausmacht, sind tief geprägt von der jüdisch-christlichen und der griechisch-römischen Tradition.
Rocco Buttiglione, 1941- , italienischer Politiker, Europaminister

Angesichts des Vordringens des Atheismus in Europa und wegen der christlichen Wurzeln Europas, gehört der Hinweis auf die Verantwortung der Völker vor Gott und den Menschen auch in eine zukünftige Europäische Verfassung. Die in und für Europa geltenden humanen Werte sind zunächst christliche Werte, für die der endgültige Bezugspunkt im Transzendenten und damit in Gott zu sehen ist.
Ingo Friedrich, 1942- , deutscher Politiker, Vizepräsident des Europäischen Parlamentes

Ich habe manchmal den Eindruck, als sei Europa müde geworden, als sei es dabei, seine Identität zu verlieren, seine Wurzeln selber nicht mehr zu kennen. Zu diesen Wurzeln gehören ganz sicher die Aufklärung, die Menschenrechte, die verschiedenen Emanzipationsbewegungen. Aber eben auch das Christentum und die christliche Ethik.
Horst Köhler, 1942- , deutscher Politiker, Bundespräsident

Angesichts des Vordringens des Atheismus in Europa und wegen der christlichen Wurzeln Europas, gehört der Hinweis auf die Verantwortung der Völker vor Gott und den Menschen auch in eine zukünftige Europäische Verfassung. Die in und für Europa geltenden humanen Werte sind zunächst christliche Werte, für die der endgültige Bezugspunkt im Transzendenten und damit in Gott zu sehen ist.
Ingo Friedrich, 1942- deutscher Politiker, Vizepräsident des Europäischen Parlamentes

Sogar die, die keine Gläubigen sind, müssen zugeben, dass eine europäische Verfassung, die es versäumt irgendeinen Bezug auf die christliche Identität des Kontinents herzustellen, eine Verleugnung ihrer Ursprünge wäre.
Gianfranco Fini, 1952- , italienischer Journalist, Psychologe und Politiker, ehemaliger Außenminister

Die Werte Europas kommen nicht nur aus der Antike und dem Humanismus. Europa gibt es nur unter dem Kreuz. Auch wenn viele Kirchen immer kleinmütiger werden: Wir bleiben dabei.
Helmut Kohl, 1930- , deutscher Politiker, ehemaliger Bundeskanzler

Die Nichterwähnung der christlichen Werte scheint mir ein Zeichen großer Schwäche. Es geht hier doch gar nicht um die Frage: religiöse Neutralität der Staaten ja oder nein. Hier geht’s um das Selbstverständnis der Europäer, darum, wie sie die Beziehungen zwischen Mann und Frau sehen, die Familie, die Arbeit, die Verantwortung, die Art, wie man dem Tod begegnet. Die fundamentalen Elemente von allem, was Europa ausmacht, sind tief geprägt von der jüdisch-christlichen und der griechisch-römischen Tradition.
Rocco Buttiglione, 1941- , italienischer Politiker, Europaminister

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Die christlichen Wurzeln Europas, die den Gründervätern Adenauer, de Gasperi und Schuman viel bedeuteten, werden zunehmend ausgeblendet, verdrängt und totgeschwiegen. EU-Politiker, die sich zu Ihren christlichen Wertvorstellungen deutlich und umissverständlich bekennen bekommen die vorherrschende "political correctness" zu spüren.

Ein großes Zeichen erschien am Himmel, eine Frau, mit der Sonne umkleidet, den Mond unter ihren Füßen und ein Krone von 12 Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen.
Bibel, Neues Testament, Geheime Offenbarung des Johannes 12,1


       

 
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