Zitate über Begeisterung und Eifer, Lauheit und Gleichgültigkeit
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Begeisterung und Eifer

Besser als einer, der weiß, was recht ist, ist einer, der liebt, was recht ist; und besser als einer, der liebt, was recht ist, ist einer der Begeisterung fühlt für das, was recht ist.
Laotse (ca. 500 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Nur ein begeisterter Mann kann etwas Großes und über das Gewöhnliche Erhabenes aussprechen.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Nur wer selbst brennt, kann Feuer in anderen entfachen.
Aurelius Augustinus (354-430), Bischof von Hippo in Nordafrika, Philosoph, Kirchenvater, Heiliger

Gebt mir einhundert Männer, die nichts fürchten außer der Sünde und nichts verlangen außer Gott, und ich werde die Welt erschüttern.
John Wesley (1703-1791), englischer Theologe, Gründer der Methodisten

Ohne Begeisterung geschah nichts Großes und Gutes auf der Erde... Die man für Schwärmer hielt, haben dem menschlichen Geschlecht die nützlichsten Dienste geleistet. Trotz allen Spottes, trotz jeder Verfolgung und Verachtung drangen sie durch, und wenn sie nicht zum Ziele kamen, so kamen sie doch weiter und brachten weiter.
Johann Gottfried von Herder (1744-1803), deutscher Dichter

Was den Menschen aber über die engen Schranken seines irdischen Bewusstseins hinaus von dem Endlichen zu dem Unendlichen erhebt und ihm den Blick in die höhere göttliche Welt öffnet, ist die Begeisterung.
Friedrich von Schlegel (1772-1829), deutscher Ästhetiker und Dichter

Begeisterung ist welche Macht die Erkenntnis eines Menschen über sein Leben hat.
Søren Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

Um wirklich glücklich zu sein, brauchen wir nur etwas, wofür wir uns begeistern können.
Charles Kingsley (1819-1875), englischer Schriftsteller

Die Griechen haben uns das schönste Wort der Welt vermacht: das Wort "Enthusiasmus" - aus dem Griechischen "en théos", ein innerer Gott.
Louis Pasteur (1822-1895), französischer Chemiker und Bakteriologe


"Aussies" auf dem Weltjugendtag in Köln

Man mag sich über Ideale lustig machen, weil sie oft mit der Wirklichkeit so seltsam kontrastieren, - der Enthusiasmus ist doch das Schönste im Menschen. So lange er lebt, stirbt die Jugend nicht.
Carl Schurz (1829-1906), US-amerikanischer Politiker und Publizist deutscher Herkunft

Wo immer du hingehst, gehe mit ganzem Herzen dort hin.
Johannes XXIII. (Angelo Roncalli) (1881-1963), italienischer Papst, berief das II. Vatikanische Konzil ein

In dieser armseligen Zeit kommt es vor allem darauf an, Begeisterung zu wecken. Begeisterung ist es, was uns und der Jugend vor allem Not tut.
Pablo Picasso (1881-1973), spanischer Maler, Graphiker und Bildhauer

Es gibt kein Christentum ohne einen Schuss Enthusiasmus.
Theodor Heuss (1884-1963), deutscher Politiker, FDP, erster deutscher Bundespräsident

Lauheit und Gleichgültigkeit

Ich weiß, dass du weder heiß noch kalt bist. O, dass du doch heiß oder kalt wärest! So aber weil du lau bist, will ich dich aus meinem Munde ausspeien.
NT, Geheime Offenbarung 3,15

Gott trägt geduldiger einen Ungläubigen als einen lauen Christen.
Aurelius Ambrosius (340-397), italienischer Kirchenvater, Bischof von Mailand und Hymnendichter

Wir haben gesehen, wie große Sünder in der Welt zur Vollkommenheit übergingen, nie aber haben wie dies bei lauen Christen gesehen.
Johannes Cassian (ca.360-ca.435), katholischer Theologe

Der Laue will und will nicht; er möchte gern die Belohnung Gottes haben, aber er will nichts tun für Gott.
Beda Venerabilis (672/673-735), angelsächsischer Theologe und Geschichtsschreiber

Der heißeste Platz der Hölle wird für die reserviert, die in der Zeit großer moralischer Krisen die Neutralität wahrten.
Dante Alighieri (1265-1321), italienischer Dichter und Philosoph

Ist jene letzte Stunde gekommen, dann wirst du dein ganzes vergangenes Leben in einem völlig anderen Lichte sehen und tief bedauern, dass du so nachlässig und lau gewesen bist.
Thomas von Kempen (1379/80-1471), holländischer Augustinermönch, Prediger und Mystiker

Nichts ist so fatal für die Religion wie Gleichgültigkeit, die zumindest eine halbe Ungläubigkeit ist.
Edmund Burke (1729-1797), irischer protestantischer Politiker und Redner, Kämpfer für die Katholikenemanzipation

Gewiss, ein lauer Christ erfüllt noch regelmäßig seine Pflichten, wenigstens dem Anschein nach. Aber das alles tut er so widerwillig, so nachlässig und gleichgültig, mit so wenig innerer Vorbereitung, und er ändert dabei seinen Lebenswandel so wenig, dass man ganz klar sieht: Er erfüllt eben nur seine Pflichten, gewohnheitsmäßig, aus Routine, weil gerade ein Fest ist und weil er das für gewöhnlich um diese Zeit tut. Aber es ist ein Glaube ohne Eifer, eine Hoffnung ohne Beständigkeit, eine Liebe ohne Glut... eine taten- und kraftlose Liebe... Ach, meine Brüder, diese arme Seele in ihrer Lauheit ist wie jemand, der im Halbschlaf liegt. Eine laue Seele begeht, wenn ihr so wollt, keine schlimmen Sünden. Aber eine üble Nachrede, eine Lüge, eine Regung von Hass, Abneigung, Eifersucht, eine kleine Verstellung - das kostet sie so gut wie nichts. Wenn man ihr nicht die Achtung zollt, die sie zu verdienen glaubt, dann lässt sie einen das deutlich fühlen, weil sie wohl meint, dass man damit den lieben Gott beleidigt. Richtiger wäre, wenn sie zugäbe, dass man sie selbst beleidigt hat. Alles, was nicht gerade eine schwere Sünde ist, ist diesen Leuten schon gut genug... Sie wollen Gutes tun, aber sie möchten, dass es sie nichts kostet - oder zumindest nur ganz wenig. Sie würden sich zwar gern um die Kranken kümmern, aber die Kranken müssten zu ihnen kommen. Sie haben genug Geld für Almosen, sie kennen auch Leute, die es brauchen könnten, aber sie warten darauf, dass sie kommen und darum bitten... Die laue Seele sperrt ihren Gott in sich ein wie in ein düsteres, schmutziges Gefängnis. Sie tötet Gott nicht, aber er findet in diesem Herzen weder Freude noch Trost.
Jean-Marie Vianney (1786-1859), französischer Priester, Hl. Pfarrer von Ars

Wenn mir jemand den Aberglauben unserer Voreltern einwenden will, so muss ich ihm leider entgegnen, dass er schaue, wie heute der religiöse Indifferentialismus der sogenannten gebildeten Klasse furchtbar und widerwärtig neben demselben alten Aberglauben der Masse steht - und zuletzt ist Aberglaube schöner, heiliger, kräftiger als jene sieche Kraftlosigkeit des Indifferentialismus, der bei den Worten Gott, Unsterblichkeit, Ewigkeit nichts denkt und sie nur als Redeformen in dem Munde führt, die er überkommen hat wie andere Worte, bei denen er auch nichts denkt.
Adalbert Stifter (1805-1868), österreichischer Schriftsteller

Das Christentum ist bei den meisten keine Inbrunst mehr, sondern eine bequeme Gewohnheit.
Søren Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

Die Leute leben und wirtschaften, als ob sie das wirkliche Christentum mit seinem ewigen Leben wenig oder gar nichts kümmerte.
Adolph Kolping (1813-1865), deutscher katholischer Priester, Begründer des Kolpingwerks

Wer vom Göttlichen Bereich leidenschaftlich gepackt ist, kann um sich keine Dunkelheit, keine Lauheit und keine Leere in dem ertragen, was von Gott erfüllt sein und von Gott schwingen sollte.
Teilhard de Chardin (1881-1955), französischer Theologe, Geologe und Anthropologe

Wenn ein Christ die Gemeinschaft mit anderen Christen scheut, lächelt der Teufel. Wenn der Christ aufhört, in der Bibel zu lesen, lacht der Teufel. Wenn er aufhört zu beten, jauchzt der Teufel vor Freude.
Corrie ten Boom (1892-1982), niederländischer Schriftsteller, KZ-Überlebender

Die Kirche war doch einmal anders. Es wurden doch einmal die Fragen des Lebens und des Todes hier ausgetragen und entschieden. Warum ist das nicht mehr so? Weil wir selbst die Kirche zu etwas gemacht haben und immer wieder machen, was sie nicht ist. Weil wir zu viel von falschen, nebensächlichen, menschlichen Dingen und Gedanken in der Kirche reden und zu wenig von Gott selbst. … Weil wir zu gemütlich von Gott reden und denken und uns von ihm und seiner Gegenwart nicht stören und beunruhigen lassen wollen; weil wir selbst im Grunde nicht glauben wollen, dass er wirklich jetzt hier mitten unter uns ist und unser Leben und Tod, Herz und Seele und Leib von uns fordert.
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), deutscher evangelischer Theologe, von den Nazis im KZ ermordet

In Bezug auf das Evangelium ist es nicht schlimm, nur eine kleine Anzahl zu sein, wohl aber, sich nicht zu regen oder sich zu schleppen wie Greise.
Madeleine Delbrêl (1904-1964), französische Sozialarbeiterin und Mystikerin

Wir sind heute, bewusst oder nicht, von Gleichgültigen und Ungläubigen umgeben. Leute haben, vereinzelt oder in Scharen, aufgehört zu glauben oder haben niemals geglaubt oder wissen nicht einmal etwas von dem, was wir glauben. Diese sind unser Nächster.
Madeleine Delbrêl (1904-1964), französische Sozialarbeiterin und Mystikerin

Mission oder Demission? Lautlos naht der Kirche eine Grundgefahr: die Gefahr einer Zeit, einer Welt, in der Gott nicht mehr geleugnet, nicht mehr verfolgt, sondern ausgeschlossen, in der er undenkbar sein wird; einer Welt, in der wir seinen Namen herausschreien möchten, es aber nicht können, weil uns kein Plätzchen bleibt, um unsere Füße hinzustellen.
Madeleine Delbrêl (1904-1964), französische Sozialarbeiterin und Mystikerin

Früher einmal waren wir Christen der Thermostat der Gesellschaft. Jetzt sind wir bestenfalls noch ihr Thermometer.
Dom Helder Pessôa Câmara (1909-1999), brasilianischer katholischer Theologe, Erzbischof

Der Irrtum des Menschen heute, ist es zu leben, "als ob Gott nicht existiere".
André Frossard (1915-1995), französischer Journalist und Essayist, zum Katholizismus konvertierter Kommunist

Man muss immer Partei ergreifen. Neutralität hilft dem Unterdrücker, niemals dem Opfer. Stillschweigen bestärkt den Peiniger, niemals den Gepeinigten.
Elie Wiesel (1928-), US-amerikanischer Schriftsteller, Holocaust-Überlebender

Wenn du in Situationen der Ungerechtigkeit neutral bist, hast du die Seite der Unterdrücker gewählt.
Desmond Tutu (1931), ehemaliger südafrikanischer Erzbischof, Friedensnobelpreisträger


 

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