| "Heiligste Dreifaltigkeit" Altdorf b.Nürnberg Weltweite Werte |
| .......... | Werteverfall, Wertrelativismus, Umwertung der Werte - Werteverfall in Wirtschaft und Gesellschaft Wehe
denen, die das Böse gut heißen und das Gute böse; welche Finsternis zu Licht machen und
Licht zu Finsternis. Ich weiß, dass du weder heiß noch kalt bist. O, dass du doch heiß
oder kalt wärest! So aber weil du lau bist, will ich dich aus meinem Munde ausspeien. Unsere Zeit ist eine Zeit religiösen Verfalls. Die permanente
Vitalität des Religiösen ist verloren gegangen, die Volksmasse ist entweder
abergläubisch oder religiös gleichgültig geworden. Politische Führer sind Heuchler;
die Jugend steht in einem offenen Konflikt mit der Autorität der Vergangenheit, man
experimentiert mit orientalischen Religionen und Meditationstechniken. Der größte Teil
der Menschen ist vom Verfall der Zeiten ergriffen Wer bist du? Wohin gehst du? Was machst du, der du nur einmal lebst,
was machst du aus dir? Daran erkenne ich den gelehrten Herrn! Was ihr nicht tastet, steht
euch meilenfern, was ihr nicht fasst, das fehlt euch ganz und gar, was ihr nicht rechnet,
glaubt ihr, sei nicht wahr, was ihr nicht wägt, hat für euch kein Gewicht, was ihr nicht
münzt, das, meint ihr, gelte nicht! Ich fürchte wirklich, dass die meisten so genannten Christen
so leben, wie sie leben würden, wenn sie das Christentum für eine Fabel hielten. Sie
befriedigen ihre Wünsche, sie führen ein ruhiges und geordnetes Leben, denn das ist ihr
Interesse und ihr Geschmack. Aber sie wagen nichts, riskieren nichts, opfern nichts, geben
nichts auf um des Glaubens willen. Ohne auf Gott als den absoluten Grund zurückzukehren, ist es
schlechterdings unmöglich, ein Prinzip zu finden, welches dem ethischen Gesetz eine
ausreichende Sanktion erteilte, die es über jeden Zweifel herausgerückt erscheinen
ließe; ohne göttliche Sanktion ist die Allgemeinheit und unbedingte Verbindlichkeit des
Sittengesetzes eine Illusion. Je mehr ihr mir sagt und mich zu überzeugen sucht, dass es nichts
Absolutes in dieser Welt und in unserem Himmel gebe, dass Wahrheit und Gerechtigkeit und
Schönheit Menschenwerk seien, umso tiefer überzeugt ihr mich davon, dass es also Sache
des Menschen ist, sie zu erhalten, und dass seine Ehre auf dem Spiel steht. Der Mensch ist
verantwortlich vor Gott. In der Menschheit ist die große Krisis ihrer Kulturen und ihrer
Kultur, die eine Krisis des Menschen ist, immer deutlicher angebrochen. Alle Urbindungen
scheinen sich zu lösen, aller Urbestand sich zersetzen zu wollen. Der Mensch kostet, wie
er sagt, das Nichts und lässt es auch noch auf seiner Zunge zergehen; oder er füllt den
des Sinns entleerten Raum des Daseins mit der Masse der Programme. Die philosophische Hauptkrankheit unserer Zeit ist ein
intellektueller und moralischer Relativismus (und der letztere beruht wenigstens zum Teil
auf dem ersteren),. Unter Relativismus ... verstehe ich hier kurz gesagt die Theorie, dass
die Wahl zwischen konkurrierenden Theorien willkürlich ist, da es entweder so etwas wie
eine objektive Wahrheit nicht gibt; oder, falls es sie gibt, es keine Theorie gibt, die
wahr ist oder ... der Wahrheit näher kommt als eine andere Theorie; oder, im Falle zweier
oder mehrerer konkurrierender Theorien, dass es keinen Weg und keine Mittel gibt, zu
entscheiden, ob eine von ihnen besser ist als eine andere. Nicht alles, was zählt kann gezählt werden, und nicht alles was
gezählt werden kann zählt. Aber ich weiß, dass nichts, was für den Menschen wahrhaft von
Bedeutung ist, sich errechnen, wägen, messen lässt. Die wahre Weite hat nichts mit dem
Auge zu tun, sie offenbart sich nur dem Geist. Die heutige Umkehrung des Denkens zeigt sich mitunter in einer
besonders hinterlistigen Form: Die Dinge werden auf den Kopf gestellt, indem man das
moralisch Gute als sozialen Konformismus hinstellt. Als Helden des Tages gelten
diejenigen, die sich gegen die überlieferten Werte stellen. Dafür spricht man denen, die
diese Werte achten, die Glaubwürdigkeit ab. Wahrheit als emphatische, menschlichen Irrtum überdauernde, lässt
aber vom Theismus sich nicht schlechthin trennen. Sonst gilt der Positivismus
Nach
ihm heißt Wahrheit Funktionieren von Berechnungen, Gedanken sind Organe, Bewusstsein wird
jeweils so weit überflüssig, wie die zweckmäßigen Verhaltensweisen durch die es
vermittelt war, im Kollektiv sich einschleifen. Alles ist erlaubt, wenn Gott nicht existiert, und demzufolge ist der
Mensch verlassen, da er weder in sich noch außerhalb seiner eine Möglichkeit findet,
sich anzuklammern. * * * Nur wie ein Schatten geht der Mensch einher, macht Lärm um ein
Nichts, häuft zusammen und weiß nicht, wer einsammeln wird. Es gibt überhaupt nur die eine Gerechtigkeit, die von der Natur
stammt; leitet man sie aus dem Nutzen her, so wird sie durch diesen Nutzen auch wieder
umgestoßen werden. Was für ein Ende soll die Ausbeutung der Erde in all den künftigen
Jahrhunderten noch finden? Bis wohin soll unsere Habgier noch vordringen? Lebende Geschöpfe dürfen wir nicht wie Schuhe Töpfe und Pfannen
behandeln, die wir fortwerfen, wenn sie vom Dienst abgenutzt und abgetragen sind. Das Recht ist, wo das meiste Geld ist. Wir sorgen uns um Besitztümer für unsere Kinder. Aber um unsere
Kinder selbst kümmern wir uns überhaupt nicht. Was für eine Absurdität ist das! Bilde
erst richtig die Seele deines Sohnes und alles andere wird dir danach gegeben. Wenn ich alle diese heutigen Gemeinwesen ringsherum vor meinem
Geiste vorbeiziehen lasse, kann ich - so wahr mir Gott helfe - nichts anderes sehen als
die reinste Verschwörung der Reichen, die unter dem Namen und Titel des Staates für
ihren eigenen Vorteil tätig sind. Man wagt sich nicht mehr zu zeigen, wie man ist, und unter diesem
beständigen Zwang handeln alle Menschen, welche diese Herde, die man Gesellschaft nennt,
bilden und sich in einerlei Umständen befinden, immer einförmig, wenn nicht mächtigere
Beweggründe sie davon abhalten. Bedenke bei jedem Anschaffen und benutzen eines Gegenstandes, dass
dieser ein Produkt menschlicher Arbeit ist und dass Du, indem Du ihn verbrauchst,
zerstörst, beschädigst, diese Arbeit zerstörst und damit Menschenleben verbrauchst. Die sieben sozialen Sünden der Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit,
Genuss ohne Gewissen, Erkenntnis ohne Charakter, Geschäft ohne Moral, Wissenschaft ohne
Menschlichkeit, Religion ohne Opfer, Politik ohne Prinzipien. Die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben erkennt keine relative Ethik
an. Als gut lässt sie nur Erhaltung und Förderung von Leben gelten. Alles Vernichten und
Schädigen von Leben, unter welchen Umständen es auch erfolgen mag, bezeichnet sie als
böse. Die Saat des Skeptizismus ist aufgegangen. Tatsächlich besitzt der
moderne Mensch kein geistiges Selbstvertrauen mehr. Hinter einem selbstsicheren Auftreten
verbirgt er eine große geistige Unsicherheit. Trotz seiner großen materiellen
Leistungsfähigkeit ist er ein in Verkümmerung begriffener Mensch. Stille heilt, Lärm zertrümmert Gedanken und Gefühle. Die zerstörerischen Tendenzen nehmen meines Erachtens heute deshalb
so zu, weil die Langeweile wächst, weil die Sinnlosigkeit des Lebens wächst, weil die
Menschen ängstlicher werden, weil sie keinen Glauben an die Zukunft und keine Hoffnung
haben. In unserer Gesellschaft geht ein Gespenst um, das nur wenige
deutlich sehen. Es ist nicht der alte Geist des Kommunismus oder des Faschismus. Es ist
ein neues Gespenst: eine völlig mechanisierte Gesellschaft, die sich der maximalen
Produktion und dem maximalen Konsum verschrieben hat und von Computern gesteuert wird. Die Industriegesellschaft erzeugt viele nutzvolle Dinge und im
gleichen Ausmaß viele nutzlose Menschen. Der Mensch ist nur noch ein Zahnrad in der
Produktionsmaschinerie; er wird zu einem Ding und hört auf, ein Mensch zu sein. Das Ziel der heutigen Gesellschaft ist nicht die Verwirklichung des
Menschen. Das Ziel der heutigen Gesellschaft ist der Profit des investierten Kapitals. Es gibt keine Freiheit ohne Gleichheit. Wenn die Bürger
entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit zur sozialen Verantwortung gezogen werden, hat das
mit "Gleichmacherei" nicht das Geringste zu tun. Nebenbei: Kapitaleinkünfte,
namentlich Zinseinkünfte, gelten richtigerweise als so genannte "leistungslose
Einkommen". Wenn der Staat sie nicht entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit zur
Verantwortung zieht, ist das kein Beweis für besondere Leistungen der Begünstigten,
sondern es handelt sich um Privilegien - und die sind als solche
rechtfertigungsbedürftig. Neoliberalismus ist die alte Strategie, den Wehrlosen das Regime der
freien Marktwirtschaft aufzuzwingen und sich gleichzeitig auf Machpositionen zu stützen,
um seine eigenen Interessen zu schützen. Manche Menschen geben Geld aus, das sie nicht haben, für Dinge, die
sie nicht brauchen, um Leuten zu imponieren, die sie nicht mögen. Solange die Globalisierung nach dem gegenwärtigen Muster betrieben
wird, läuft sie auf Entziehung demokratischer Gestaltungsrechte hinaus. Da ist es nicht
weiter verwunderlich, dass sie auf Widerstand stößt, insbesondere bei denen, denen
Mitspracherechte entzogen werden.
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