Schlagworte des Zeitgeistes
 

 

 
... oder häufig verwendete Modeworte und Kampfbegriffe unserer Zeit kritisch hinterfragt

neu / Neues / Neuheit
modern / Moderne / Modernität
fortschrittlich / Fortschritt / Fortschrittlichkeit
machbar / Machbarkeit, verfügbar / Verfügbarkeitt
bunt / Multi-Kulti
tolerant / Toleranz, intolerant / Intoleranz
diskriminierend / Diskriminierung
rassistisch / Rassismus
antifeminisisch / Antifeminismus
homophob / Homophobie, Antigenderismus, Genderphobie
(dort auch Biologismus, Heteronormativität, Familismus)
islamophob / Islamophobie
konservativ / Konservativismus
fundamentalistisch / Fundamentalismus
populistisch / Populismus
reaktionär, rechts(radikal)

 

... oder "Achtet auf die Sprache!" - und "Antwortet dem Zeitgeist!" ...

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Wertschätzung
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Selbstverwirklichung
Technik, Technologie
Digitalisierung, online
Mobilität
Beschleunigung
Flexibilität

Zeitgeist
Tradition
Weiterführende Seiten

Zitate über bedenkliche Entwicklungen des Denkens - Wahrheitsverdrehung, Umwertung, Rechtsverdrehung, Werterelativismus - oder "Brave New World" gestern und heute

Zitate über Freiheit - ein häufiger bemühter, manchmal falsch verstandener und nicht selten missbrauchter Begriff
Zitate zu Recht und Gerechtigkeit - Denkimpulse zur Gesetzgebung und Rechtsprechung

  neu / Neues / Neuheit

Das Neue loben die, welche noch nicht einmal wissen, ob es gut ist, mehr als das Gangbare, das sie bereits als nützlich kennen, und das Unbegreifliche mehr als das Einleuchtende.
Hippokrates (um 460-um 370 v.Chr.), griechischer Arzt

Sei nicht der Erste, Neues zu erfassen, der Letzte nicht, das Alte gehn zu lassen.
Alexander Pope (1688-1744), englischer Dichter

Das Neue daran ist nicht gut, und das Gute daran ist nicht neu.
Gotthold Ephraim Lessing (1824-1900), deutscher Schriftsteller, Kritiker und Philosoph der Aufklärung

Ein Ding mag noch so närrisch sein, es sei nur neu, so nimmt's den Pöbel ein.
Christian Fürchtegott Gellert (1715-1869), deutscher Dichter

Das Neue dringt herein mit Macht, das Alte, das Würdige scheidet; andere Zeiten kommen, es lebt ein anders denkendes Geschlecht.
Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter

Neu stets wollen sie sein und werden gesucht und geschmacklos. Einfach Schönes gefällt heute, wie es gestern gefiel. [das Schöne könnte man auch durch das Wahre und das Gute ersetzen - es gibt zeitlose Werte]
Emanuel Geibel (1815-1884), deutscher Dichter


Ebenso hat man einige Male zu wenig bedacht, dass nicht alles Neue gut, nicht alles Alte untauglich und schlecht geworden sei.
Gottfried Keller (1819-1890), schweizerischer Dichter

Es gibt zwei Arten von Narren. Die einen sagen: "Das war schon immer so, und deshalb ist es gut!" Und die anderen sagen: "Das ist neu, und deshalb ist es besser."
William Inge (1860-1954), englischer anglikanischer Geistlicher und Theologieprofessor

https://neuenarrative.de/
https://www.welt.de/debatte/kommentare/article159450529/Hinz-und-Kunz-schwafeln-heutzutage-vom-Narrativ.html

Man darf nur dann etwas Neues machen, wenn man etwas besser machen kann.
Adolf Loos (1870-1933), österreichischer Architekt

Das Neue muss nicht immer auch das Beste sein.
Pontus Hulten (1924-2006), schwedischer Kunsthistoriker

Den Hohlkopf beeindruckt nur das Allerneueste. Für den klugen Menschen hängt nichts vom Datum ab.
Nicolás Gómez Dávila (1913-1994), kolumbianischer Philosoph

Bevor man etwas Neues bejubelt, sollte man bedenken, was dafür aufgegeben wird.
Wolfgang H. Lohmann

Die Kirche kennt keine "Neuheiten", sondern lediglich die Entfaltung, die Klärung und die Definition der Traditionen, die den Aposteln von ihrem göttlichen Meister übergeben worden sind.
Roberto de Mattei (1948- ), italienischer Historiker und Publizist

  modern / Moderne / Modernität

Schlecht und modern! [entgegen der heutigen Definition "gut und modern"]
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Modern sein heißt, auf dem Wege sein, unmodern zu werden.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), österreichische Erzählerin

Mit hundert Klecksen bemalt saßet ihr da ihr Modernen und alle Zeiten schwatzten durcheinander in euren Ansichten.
[ein anschaulisches Bild des Wertrelativismus der Moderne]

Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Modern ist, was man selbst trägt. Unmodern: was andere tragen. [auch Übertragbar von der Mode auf die Politik]
Oscar Wilde (1854-1900), englischer Schriftsteller irischer Herkunft

Nichts ist so gefährlich, wie das Allzumodernsein. Man gerät in Gefahr, plötzlich aus der Mode zu kommen.
Oscar Wilde (1854-1900), englischer Schriftsteller irischer Herkunft

Ihr wärt modern? Dass doch die schlimme Verwechslung immer mehr gedeiht! Ihr lauscht des Tages lauter Stimme und überhört den Ruf der Zeit.
Ludwig Fulda (1862-1939), deutscher Bühnenautor und Übersetzer

Denn das Moderne hat die gleichen schnellen Beine wie die Mode. Alles hört eines Tages auf, modern zu sein, und dann fragt man sich nur mehr: "Ist die Sache gut gemacht?"
Willibrord Verkade (1868-1946), deutscher Benediktinermönch und Maler

Modern ist vorgestern.
Oskar Kokoschka (1886-1980), österreichischer Maler, Graphiker und Dichter

Immer ist die Kirche unmodern.
Romano Guardini  (1885-1868), deutscher
katholischer Theologe, Priester, Jugendseelsorger, Förderer der Quickborn-Jugend und Religionsphilosoph

Der Moderne ist der Mensch, der vergisst, was der Mensch vom Menschen weiß.
Nicolás Gómez Dávila (1913-1994), kolumbianischer Philosoph
 

Wer behauptet, unsere wissenschaftlich-technische Zivilisation wird es auch in 10.000 Jahren noch geben, der behauptet etwas sehr Kühnes und extrem Unwahrscheinliches angesichts der Geschichte. Es ist diese Hybris, die das Projekt der Moderne bestimmt und uns verblendet.
Robert Spaemann (1927- ), deutscher Philosoph

Modern ist heute, wer den Glauben an die Moderne verloren hat.
Friedrich Niewöhner (1941-2005), deutscher Philosophiehistoriker

Die Ehe für alle ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einem modernen Recht für eine moderne Gesellschaft. [und Modernität zeigt sich anscheinend in der Anpassung an den Zeitgeist...]
Heiko Maas (1966-), deutscher Politiker, SPD, Justizminister, katholisch sozialisiert, Messdiener, engagiert in der katholischen Jugend "Nach eigener Aussage spiegeln sich viele der Werte, die er dort kennengelernt hat, in seinem politischen Leben wider."
https://de.wikipedia.org/wiki/Heiko_Maas


Der Zeitgeist ändert sich rasant
. Vor 15 Jahren galt noch der als fortschrittlich, der für das rot-grüne Partnerschaftsgesetz war. Jetzt gilt nur noch der als fortschrittlich, der für die volle Gleichstellung der Homo-Ehe ist.
Dieter Sattler im Kommentar der Frankfurter Neuen Presse
http://www.fnp.de/nachrichten/meinung-der-redaktion/Homo-Ehe-Warum-so-handstreichartig;art743,2693660

Was hier mehrheitlich vollzogen wurde, ist die Schleifung eines Instituts. Denn mit dieser scheinbar fortschrittlichen Entscheidung wurde der "besondere Schutz von Ehe und Familie" (vgl. Art. 6 GG) aus den Angeln gehoben. Zur Frage, was die Ehe ist, äußerte sich das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2002 noch unmissverständlich: Die Ehe kann nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden. Denn der Ehe, so die Karlsruher Richter, wohne als Wesensmerkmal die Verschiedengeschlechtlichkeit der Partner inne.
https://www.caritas-regensburg.de/aktuelles/stellungnahmen/ehe-fuer-alle--eine-gewissensentscheidung
Ehe für alle FDP
https://www.fdp.de/position/ehe-fuer-alle

FDP: #EheFürAlle. Unser Land ist
heute freier, toleranter und moderner geworden#

Ehe für alle SPD
https://spdqueersh.de/ehe-fuer-alle/
SPD: Ehe für alle.
Haken dran


Ehe für alle Grüne
https://gruene-warburg.de/2017/05/22/gruene-streben-klage-vorm-bundesverfassungsgericht-an/
Bündnis 90 - Die Grünen:
Es ist genug Ehe für alle da.
Ehe für alle Linke
http://dielinke-hd.de/liebe-kennt-kein-geschlecht-und-keine-grenzen-ehe-fuer-alle/
Die Linke: Liebe kennt kein
Geschlecht und keine Grenzen!

Qu(e)erbeet -  fast alle Parteien im Parlament befürworten die "Ehe für alle" - FDP, SPD, Grüne, Linke - "in bunter Vielfalt"

Die "koalitionsfähigen Parteien" erklären die "Ehe für alle" zur Koalitionsbedingung. Martin Schulz, Ordenschüler der Spiritaner ("Europa ist auf den Werten des Christentums errichtet“ https://www.kirche-und-leben.de/artikel/martin-schulz-ein-ordensschueler-wird-spd-kanzlerkandidat/) und Kanzlerkandidat der der SPD: „Ich werde keinen Koalitionsvertrag unterschreiben, in dem die Ehe für alle nicht verankert ist
Noch-Kanzlerin Angela Merkel tritt die "Flucht nach vorne" an und gibt die "Ehe für alle" in einer noch schnell vor der Bundestatswahl einberufenen Sitzung zur "Gewissensabstimmung" (namentlich und nicht geheim=unter Beobachtung der Öffentlichkeit!) frei - mit folgendem Ausgang (interessant der geschlossene "Grüne Block" der "Ja"-Sager, auch 75 CDU- und 7 CSU-Abgeordnete stimmten mit "Ja" - möglicherweise auch, weil Sie nicht als "unmodern" gelten wollten):
Abstimmungsergebnis Ehe für alle
Quelle: Spiegel

Und wer zu uns sagt: "Ihr seid ja von gestern", dem geben wir Recht. Doch wir fügen auch hinzu: "... aber eben deswegen sind wir auch von morgen!"
anonymus

  fortschrittlich / Fortschritt / Fortschrittlichkeit

"Fortschritt der Wissenschaft" heißt es ohne Unterlass, und niemand beschäftigt sich mit der Möglichkeit und Gefahr ihrer Degeneration.
Joseph Joubert (1754-1824), französischer Moralist

Der Fortschritt besteht nur in einer immer klareren Beantwortung der Grundfragen des Lebens.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Ohne einen entschiedenen Glauben und einen felsenfesten Moralkodex hat niemand Anspruch darauf, das Wort "Fortschritt" in den Mund zu nehmen.
Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), englischer Schriftsteller

Nicht nur ist das Zeitalter mit der geringsten Klarheit darüber, was Fortschritt ist, unser "Zeitalter des Fortschritts". Mehr noch ist Tatsache, dass die Menschen, die am wenigsten wissen, was Fortschritt ist, die "progressivsten" Menschen in unserem Zeitalter sind.
Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), englischer Schriftsteller

Trunken von den Fortschritten des Wissens und Könnens, die über unsere Zeit hineinbrachen, vergaßen wir, uns um den Fortschritt in der Geistigkeit der Menschen zu sorgen.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Der Fortschritt ist eine gute Sache, sofern man sich über die Richtung einig ist.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Technischer Fortschritt ist wie eine Axt in den Händen eines pathologischen Kriminellen.
Albert Einstein (1879-1955), deutscher Physiker, Begründer der Relativitätstheorie, Nobelpreisträger

Der Maßstab für Fortschritt ist nicht, wie viel wir dem Überfluss derjenigen hinzufügen, die ohnehin schon genug besitzen, sondern, ob es uns gelingt, denjenigen, die zu wenig besitzen, das zu geben, was sie zum Leben brauchen. [die Idee der Politik des "New Deal" ist unverändert aktuell]
Franklin Delano Roosevelt (1882-1945), US-amerikanischer Politiker, Präsident der USA

Fortschritt bedeutet, dass man die bekannten alten Sorgen gegen unbekannte neue, noch kompliziertere Sorgen eintauscht.
José Ortega y Gasset (1883-1955), spanischer Philosoph

Jetzt ist es der Mensch, der scheitert, weil er mit dem Fortschritt seiner eigenen Zivilisation nicht Schritt halten kann.
José Ortega y Gasset (1883-1955), spanischer Philosoph

Das Fortschreiten der technischen Mittel ist von einem Prozess der Entmenschlichung begleitet. Der Fortschritt droht das Ziel zunichte zu machen, das er verwirklichen soll - die Idee des Menschen.
Max Horkheimer (1895-1973), deutscher Philosoph und Soziologe


http://www.bund-rvso.de/fortschritt-innovation-wachstum.html

Noch ein wenig Fortschritt, dann wird die fühllose Natur das einzige beseelte Wesen auf unserem Planeten ein.
Karl Heinrich Waggerl (1897-1973), österreichischer Dichter und Erzähler

Den Jüngsten Tag der Zivilisation werden wir ihrem unaufhaltsamen Fortschritt verdanken.
Peter Bamm (1897-1975), deutscher Schiffsarzt, Essayist und Feulletonist

Wir alle wollen Fortschritt. Doch Fortschritt bedeutet, dem Ort näher zu kommen, an dem man sein will. Und wenn man falsch abgebogen ist, dann kommt man nicht näher heran, indem man weiter vorwärts geht. Wenn man auf dem falschen Weg ist, bedeutet Fortschritt, umzukehren und auf den rechten Weg zurückzugehen; und in diesem Fall ist der Mensch, der zuerst umkehrt der fortschrittlichste Mensch.
Clive Staples Lewis (1898-1963), englischer Schriftsteller

Der Fortschrittsgedanke der Zivilisation hat sich als ein Übermut des Menschen entschleiert; der Fortschritt beschränkt sich heute auf für unser Bewusstsein auf rationale Wissenschaft und Technik, die zweideutig im Dienste des Guten wie des Bösen stehen.
Karl Jaspers (1883-1969), deutscher Psychiater und Philosoph

Wird der Mensch der Technik nachwachsen?
Romano Guardini (1885-1968), deutscher katholischer Theologe und Religionsphilosoph

Der technologische Fortschritt hat uns lediglich mit wirksameren Mitteln zum Rückschritt versehen.
Aldous Huxley (1894-1963), englischer Philosoph, Journalist, Essayist und Romancier

Es geht nicht darum, den technischen Fortschritt aufzuhalten oder zu drosseln, sondern darum, diejenigen Züge zu beseitigen, welche die Unterwerfung des Menschen unter den Apparat und die Steigerung des Kampfes ums Dasein verewigen.
Herbert Marcuse (1898-1979), deutscher Philosoph

Die Menschheit verzichtet auf keinen Fortschritt, der ihr schadet.
Sigmund Graff (1898-1979), deutscher Schriftsteller

Es gibt keinen Fortschritt ohne eine Bejahung des Bestehenden.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Schriftsteller und Flieger

Fortschritt ist ambivalent. Er entwickelt zugleich das Potenzial der Freiheit und die Wirklichkeit der Unterdrückung.
Theodor Wiesengrund Adorno (1903-1969), deutscher Philosoph, Soziologe und Musiktheoretiker

Fortschritt ist der Übergang von Situationen, deren Nachteile man kennt, zu Situationen, deren Nachteile man noch nicht kennt.
Arnold Gehlen (1904-1976), deutscher Philosoph und Soziologe

Wir dürfen uns von einem erfindungswütigen Zeitalter nicht einreden lassen, es gebe nur eine Art des Fortschritts, nämlich den technischen.
Alexander Mitscherlich (1908-1982), deutscher Philosoph

Je höher das technische Niveau steigt, um so mehr verringern sich die Vorteile, die der Fortschritt mitbringen kann, im Verhältnis zu den Unannehmlichkeiten.
Simone Weil (1909-1943), französische Philosophin und Verfasserin religiöser Schriften

Wenn geschrien wird "Es lebe der Fortschritt!", dann frage stets: "Der Fortschritt wessen?"
Stanislaw Jerzy Lec (1909-1966), polnischer Lyriker und Aphoristiker

Ab einem bestimmten Punkt wird der industrielle Fortschritt von der Notwendigkeit vorangetrieben, die wachsenden Probleme zu lösen, die er verursacht.
Nicolás Gómez Dávila (1913-1994), kolumbianischer Philosoph
 

Für den Modernen besteht das Fortschreiten darin, dem Menschen neue Bedürfnisse zu erfinden, die ihn noch weiter versklaven.
Nicolás Gómez Dávila (1913-1994), kolumbianischer Philosoph 

Uns werden ständig Fortschritte eingeredet, die sich in Wirklichkeit als schwerwiegende Rückschritte erweisen.
Karl Steinbuch (1917-2005), deutscher Kybernetiker, Nachrichtentechniker, Informationstheoretiker und Autor

Gibt es einen wirklichen Fortschritt in der Entwicklung der Menschheit, der nicht auch und vor allem ein Fortschritt im Bereich des Menschseins wäre? Hängt die Verbesserung der Qualität unseres Lebens nur von technischen und zivilisatorischen Errungenschaften ab? Nicht auch von der Ernsthaftigkeit und dem Erfolg unserer Bemühungen unsere Welt gesünder, gerechter und friedlicher, dem Menschen entsprechender, also menschlicher zu machen?
Hermann Gmeiner (1919-1986), österreichischer Sozialpädagoge, Begründer der Kinderdörfer

Der wissenschaftliche Fortschritt hat sozusagen einen Verblüffungseffekt. Er übt Faszination aus. Er erweckt den Eindruck, dass Wissenschaft schließlich eben doch alles erklären werde, obwohl dieser Gedanke so absurd ist, als warte man in einem Film darauf, dass schließlich doch der Film sich selbst erkläre und damit den Projektor überflüssig mache.
Robert Spaemann (1927-2018), deutscher Philosoph

Noch ein paar Fortschritte und wir werden weitersehen.
Hans Magnus Enzensberger (1929- ), deutscher Dichter, Schriftsteller, Herausgeber, Übersetzer und Redakteur

Ich denke, die Einsicht setzt sich überall durch, dass wir mit dem Fortschrittsglauben und dem dauernden Multiplizieren nicht weiterkommen.
Paul Watzlawick (1921- ), US-amerikanischer Psychiater und Schriftsteller österreichischer Herkunft

Mit Fortschritt bezeichnen gewisse Leute die Zerstörungen, die sie anrichten.
Aurel Schmidt (20. Jh.), schweizer Schriftsteller

Der traurigste Aspekt derzeit ist, dass die Wissenschaft schneller Wissen sammelt, als die Gesellschaft Weisheit.
Isaac Asimov (1920-1992), russisch-amerikanischer Biochemiker

Wenn geschrien wird "Es lebe der Fortschritt!", dann frage stets: "Der Fortschritt wessen?"
Stanislaw Jerzy Lec (1906-1966), polnischer Satiriker

Der ewige, allmächtige, allgütige Fortschritt, dieser große Gott der modernen Ideologien mit seinen strengen Geboten "Du sollst immer mehr, immer besser, immer schneller", hat sein fatales Doppelgesicht enthüllt und der Fortschrittsglaube seine Glaubwürdigkeit verloren.
Hans Küng (1928- ), schweizerischer katholischer Theologe

Der Begriff der Wahrheit ist praktisch aufgegeben und durch den des Fortschritts ersetzt worden. Der Fortschritt selbst "ist" die Wahrheit.
Joseph Ratzinger (1927- ), deutscher katholischer Theologe, Erzbischof von München und Freising, Kardinal, Papst Benedikt XVI.

Wenn das Jahrtausend beginnt, das nach dem Jahrtausend kommt wird sich der Mensch für Gott halten, obwohl er nicht mehr sein wird, als bei seiner Geburt. Er wird immer zuschlagen, überwältigt von Wut und Eifersucht, doch sein Arm wird stark sein durch die Macht, die er ergriffen hat. Als blinder Prometheus wird er alles um sich herum zerstören können. Er wird in seiner Seele ein Zwerg bleiben und die Kräfte eines Riesen besitzen. Er wird mit Riesenschritten voranschreiten und nicht wissen, welchen Weg er nehmen soll. Sein Kopf wird schwer von Wissen sein, doch er wird nicht wissen, warum er lebt und stirbt.
Johannes von Jerusalem

Im Angesicht der Lüge gibt es keinen Fortschritt.
anonymus

  machbar / Machbarkeit, verfügbar / Verfügbarkeit

Wie töricht ist es, über sein Leben verfügen zu wollen; wir sind nicht einmal Herr über den morgigen Tag!
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Von den vorhandenen Dingen sind die einen in unserer Gewalt, die anderen nicht. In unserer Gewalt sind Meinung, Trieb, Begierde und Abneigung, kurz: alles was unser eigenes Werk ist, Nicht in unserer Gewalt sind Leib, Besitztum, Ansehen und Stellung, kurz: alles, was nicht unser eigenes Werk ist. Was in unserer Macht steht, das ist von Natur frei, und kann nicht verhindert oder verwehrt werden; was aber nicht in unserer Mach steht, das ist schwach, unfrei, behindert und fremdartig.
Epiktet (50-135), griechischer Philosoph

Man muss wissen, dass es Dinge gibt, die unserer Macht nicht unterliegen und die wir nur zu erkennen, nicht hervorzubringen imstande sind.
Dante Alighieri (1265-1321), italienischer Schriftsteller

Die großen Begebenheiten der Welt werden nicht gemacht, sondern sie finden sich.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Schriftsteller

Das Denken unserer Zeit orientiert sich überall, auch wo nichts mehr zu "machen" ist, am "Machen"… Die Wendung unseres Schicksals wird die Folge der Einsicht sein, dass alle Technik, alles Machenkönnen, alle Leistung nicht genügt. Der Mensch muss Wissenschaft und Technik einfügen in ein Umgreifendes. An der Grenze unseres Machens liegt erst der ganze Ernst unseres Denkens. Unser Zeitalter muss lernen, dass nicht alles "zu machen" ist.
Unser Zeitalter muss lernen, dass nicht alles zu "machen" ist.
Karl Jaspers (1883-1969), deutscher Philosoph und Schriftsteller

Sinn im Leben ist nicht machbar, er muss gefunden werden.
Viktor Emil Frankl (1905-1997), östereichischer Psychotherapeut, Begründer der Logotherapie

Das Wichtigste im Leben ist nicht machbar, sondern wird einem geschenkt.
Anton Kner (1911-2003), deutscher katholischer Theologe und Priester

Es ist ein untechnisches Verhalten, alles zu realisieren, was technisch möglich ist. Wir sind heute in Gefahr, die Existenzbasis der Pflanzen, Tiere und Menschen im Ablauf einiger Jahrzehnte zu zerstören.
Carl Friedrich von Weizsäcker (1912-2007), deutscher Physiker und Philosoph

Nicht alles, was Menschen technisch und ökonomisch fertigbringen, dürfen sie der Natur zumuten.
Richard von Weizsäcker (1920-2015), deutscher Politiker, CDU, Bundespräsident

Das Machenkönnen der Technokraten verführt sie zu glauben, auch der Mensch sei schließlich machbar.
Max Thürkauf (1925-1993), Schweizer Physiker und Philosoph.

Die Frage „Was wollen wir eigentlich?“ muss wieder in den Mittelpunkt gesellschaftlicher Debatten rücken. Wir müssen politische und gesellschaftliche Ziele formulieren, sonst bleibt am Ende aller Utopien nur noch die letzte übrig: die nackte technokratische Utopie des Machen-Könnens, die von keiner politischen Überzeugung, von keiner ethischen Verpflichtung, von keiner demokratischen Zustimmung mehr begleitet wird, sondern höchstens noch ökonomisch reguliert werden kann. Die eigentliche menschliche Freiheit liegt aber darin, sich diese Frage nach den Zielen selbst stellen, diskutieren und beantworten zu können.
Roman Herzog (1934- ), deutscher Politiker, CDU, Bundespräsident

Nicht alles, was vorstellbar ist, darf auch politisch gangbar gemacht werden. Es gelten die Grenzen des Grundgesetzes. Die lassen sich nicht überspringen wie ein Gartenzaun. [Oh doch - siehe den Umgang von Linken, SPD, Grünen/Bündnis 90 und FDP mit dem "besonderen Schutz von Ehe und Familie" im Grundgesetz bei der "Öffnung" d.h. Umdefinition der Ehe und der Familie ohne Änderung der Verfassung]]
Frank-Walter Steinmeier (1956- ), deutscher Politiker, SPD, Bundespräsident

Jeder Kloner ist sein - relativ bescheidener - Nachfahre, der "nach seinem Bilde" kopiert. Anspruchsvoller freilich die Genetiker, die versprechen, die Kopie zu verbessern, auch wenn sie dabei gerne ihren Schöpfungstag, den neuen Merkmalsplanungstag, schon vor dem Abend loben. Sie halten dem zu Unrecht totgesagten ehemaligen Schöpfer ihr verbessertes Spiegelbild vor. Durch die noch bestehenden Grenzen der Machbarkeit lassen sie sich nicht beirren; sie wissen aus Erfahrung, dass gemacht werden wird, was gemacht werden kann.
Ludger Lütkehaus (1943- ), deutscher Philosoph und Literaturwissenschaftler, Atheist

  bunt / Multi-Kulti

Mit einer demokratischen Gesellschaft ist das Konzept von Multikulti schwer vereinbar. Vielleicht auf ganz lange Sicht. Aber wenn man fragt, wo denn multikulturelle Gesellschaften bislang funktioniert haben, kommt man sehr schnell zum Ergebnis, dass sie nur dort friedlich funktionieren, wo es einen starken Obrigkeitsstaat gibt. Insofern war es ein Fehler, dass wir zu Beginn der 60er Jahre Gastarbeiter aus fremden Kulturen ins Land holten.
Die Vorstellung, dass eine moderne Gesellschaft in der Lage sein müsste, sich als multikulturelle Gesellschaft zu etablieren, mit möglichst vielen kulturellen Gruppen, halte ich für abwegig. Man kann aus Deutschland mit immerhin einer tausendjährigen Geschichte seit Otto I. nicht nachträglich einen Schmelztiegel machen.
Helmut Schmidt (1918-2015), deutscher Politiker, SPD, Bundeskanzler [Ob er heute wegen solcher Aussagen ein Parteiausschlussverfahren bekäme?]

Rewe Ja Vielfalt undn Toleranz 

Der Mulitkulturalismus steht seinem Wesen nach in Opposition zur europäischen Zivilisation … Er ist also im Grunde eine antiwestliche Ideologie.
Samuel Philps Huntington (1927-2008), US-amerikanischer Politikwissenschaftler und Autor

Wenn in Deutschland lebende Ausländer oder deren Kinder für ihr Gastland nur noch Verachtung äußern und Deutsche als Hurentöchter oder Schweinefleischfresser beschimpfen, ist eines klar: Multi-Kulti ist gescheitert - weil die Ausländer die deutsche Kultur neben ihrer eigenen nicht akzeptieren oder auch nur dulden wollen.
Arnulf Martin Baring (1932- ), deutscher Jurist, Publizist, Politikwissenschaftler, Zeithistoriker und Autor

Der Multikulturalismus sperrt mit den allerbesten Absichten Männer, Frauen und Kinder in Lebensformen und Traditionen ein, von denen diese sich oft befreien wollen. Die Identitätspolitik verstärkt erneut die Unterschiedlichkeiten, obwohl sie die Gleichheit befördern möchte, und sie konserviert im Namen des Antirassismus jene Vorurteile, die man mit Rasse und Volkszugehörigkeit verbindet.
Pascal Bruckner (1948- ), französischer Schriftsteller

Diese Menschen mit ihrer vielfältigen Kultur, ihrer Herzlichkeit und ihrer Lebensfreude sind uns willkommen, sie sind eine Bereicherung für uns alle. [Und was ist mit den Menschen, die in bewusster Abgrenzung zur Mehrheitsbevölkerung und Ablehnung der Kultur des Aufnahmelandes in einer Parallelgesellschaft leben oder gar aktiv auf die Beseitigung der freiheitlich-demokratischen Grundordung hinarbeiten?]
Maria Böhmer (1950- ), deutsche Politikerin, CDU, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission

Der Begriff Multikulturalismus hat sich als untauglich erwiesen. Jeder, der zu uns kommt, muss unsere Verfassung respektieren und unsere westlichen und christlichen Wurzeln tolerieren. [Und wie verträgt sich hiermit die Benennung von Moscheen nach islamischen Eroberern in ehemals christlichen Gebieten?- aber das scheinen Politik und Medien nicht zu interessieren.]
Angela Merkel (1954- ), deutsche Politikerin, CDU, Bundeskanzlerin

Sind sie zu bunt, bist du zu braunEin Begriff aus der Phrasenkiste der politischen Kommunikation hat zuletzt besonders reüssiert: das „bunte“ Deutschland. Mal heißt es in Abgrenzung zu rechtsradikalen Parolen „Deutschland ist bunt“, mal „Deutschland muss bunter werden“, mal aber auch trotzig-stolz: „Deutschland muss bunt bleiben!“ Was genau „bunt“ heißt, unterliegt der freien Assoziation, die freilich eine Tendenz aufweist: vielfarbig, vielfältig, verschiedenartig, auf jeden Fall nicht eintönig, schon gar nicht braun oder dunkel. Ins politische Standardvokabular übersetzt steht bunt für multikulturell – selbst ein inflationär benutztes Attribut, das an utopischer Beschwörungskraft allerdings etwas verloren hat.
„Bunt“ dagegen klingt pragmatisch und unpolitisch. Es ist ein intellektuelles Sedierungsprogramm, das Gegenteil von streitbarer Auseinandersetzung. Ein Hauch von Malstunde in der Kita schwingt mit, die Atmosphäre von Straßenfest und Hüpfburg. Die Rede vom „bunten Deutschland“ jedenfalls vermittelt die Vorstellung eines geschichtslosen Endzustands, einer infantilen Utopie im Rapunzel-Format. Über „bunt“ lässt sich auch schwerlich diskutieren. Wer wäre schon für grau und Einheitsschwarz, von den Hamburger Autonomen abgesehen?
Reinhard Mohr (1955- ), deutscher Journalist und Autor
https://www.cicero.de/kultur/Deutschland-bunt-Zuwanderung-positiv-Realitaetsverlust
 

Im Zeitalter des Globalismus braucht man keine Kriege, um einen Kulturkreis, eine Nation, ein Land oder eine Gesellschaft zu zerstören. Es reicht, eine „konsequente“ Politik der Relativierung, eine Art Kulturrelativismus zu verfolgen, um die Gesamtheit eines mikro-und makrosozialen Gebildes, binnen zwei bis drei Generationen vollständig zu zerstören. Wenn das alternativlose und kompromisslose Bekenntnis zu Deutschland und seinen aus der jüdisch-christlichen Tradition entstandenen Werte der Aufklärung den Tatbestand des Chauvinismus erfüllt, und wenn der Zivilwiderstand gegen die Installierung einer islamischen Monokultur in diesem Land als Populismus deklariert wird, bin ich einer der größten Chauvinisten und Populisten dieses Landes. Verurteilt mich!
Sollte es uns und der kommenden Generation nicht gelingen, den muslimischen Immigranten die Werte der Aufklärung und die Leitlinien unserer demokratischen Kultur zu vermitteln, werden die Folgen verheerend sein - und zwar für alle…. Die Werte der offenen Gesellschaft sind nicht verhandelbar! Leider scheinen vor allem die neuen Multikulturalisten in dieser Hinsicht taub zu sein.
Imad Karim (1958- ), libanesisch-deutscher Regisseur, Drehbuchautor und Fernsehjournalist [seit Flüchtlingskrise engagiert gegen politischen Islam]

Das Problem des radikalen Islamismus wurde viele Jahre wegen falsch verstandener Toleranz und Multi-Kulti-Romantik verschwiegen.
Ismail Tipi (1959- ), türkischstämmiger deutscher Politiker, CDU [bekennt sich zum Islam, engagiert sich gegen Salafismus und islamische Paralleljustiz]

Wenn Multikulti heißt, dass wir unsere Wertmaßstäbe aufgeben sollen, dann ist Multikulti ein Irrweg. Wenn Multikulti heißt, dass Vielfalt und Vernetzung mehr denn je unser aller Leben prägen, daheim und international, dann ist Multikulti Realität.
Guido Westerwelle (1961- ), deutscher Politiker, FDP

Bunt heißt an der Uni von kommunistisch nach grün – alles andere wird pauschal als rechts diffamiert.
Birgit Bergmann (1963- ), deutsche Politikerin, CDU dann FDP

Multikulturalismus soll Integration unter Beibehaltung der eigenen Identität bedeuten, aber das heißt doch gar nichts. Wenn Frauen eingeschlossen werden und Töchter nicht zur Schule gehen dürfen, ist es das etwa, was man unter Beibehaltung der eigenen Kultur versteht?
Ayaan Hirsi Ali (1969- ), niederländisch-US-amerikanische Politikerin, Politikwissenschaftlerin und Frauenrechtlerin somalischer Herkunft

Um multikulturell zu werden, mussten sich die Länder selbst schlecht machen, vor allem ihre negativen Seiten hervorheben.
Douglas Murray (1979- ), britischer Publizist und Autor

Wenn die Befürworter des Gender-Mainstreamings über "sexuelle Vielfalt" (Facebook zählt gar schon 60 Geschlechtsidentitäten auf) reden, verwenden sie gerne das Adjektiv "bunt" und natürlich die Regenbogenfahne.
Ineressant, wenn für die Mehrheit der "Heteros" (85 %) auf einer Grafik der SCHLAU-Werbeaktion "Schule der Vielfalt"  am rechten Rand nur mehr die Farbe Braun übrig bleibt - vielleicht sollte man mal bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes nachfragen:

SCHLAU Schule der Vielfalt

Sind sie (LSBITIQ***) bunt - bist du (Hetero) braun !?  - vgl. den Slogan von Fisherman's Friend (Bild obne) - igendwie ungenießbar ...

  tolerant / Toleranz, intolerant / Intoleranz

Manche sind nur tolerant, weil sie zu bequem sind, eine eigene Meinung zu haben.
Niccolò Machiavelli (1469-1527), italienischer Schriftsteller und florentinischer Staatsdiener

Man wird zuletzt tolerant, denkt man, gegen die Menschen; aber man ist nur gleichgültig.
Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) (1763-1825), deutscher Schriftsteller

Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten.
Wilhelm Busch (1832-1908), deutscher Dichter

Toleranz ist die Unfähigkeit, ja oder nein zu sagen.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Die politische und religiöse Duldung ist die einzige Grundlage, auf welcher in Deutschland bei den Verhältnissen, wie sie liegen, der Staat und die bürgerliche Gesellschaft gedeihen können. Diese Duldung sind wir allen unseren Mitbürgern schuldig, auch den jüdischen Mitbürgern, und diesen besonders deshalb, weil sie in der Minderheit sind.
Ludwig Windthorst (1812-1891), deutscher katholischer Politiker, Gründer der katholischen Zentrumspartei

Toleranz ist nicht Gleichgültigkeit gegen den eigenen Glauben, sondern tieferes Verständnis für ihn, reinere Liebe.
Mahatma Gandhi (Mohandas Karamchand G.) (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Toleranz ist ein anderes Wort für Gleichgültigkeit.
William Somerset Maugham (1874-1965), englischer Schriftsteller

Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt.
Thomas Mann (1875-1955), deutscher Schriftsteller

Wenn man absolut, selbst gegen die Intoleranten, tolerant ist und die tolerante Gesellschaft nicht gegen deren Angriffe verteidigt, werden die Toleranten vernichtet, und mit ihnen die Toleranz.
Karl Popper (1902-1994), österreichisch-britischer Philosoph

Der Mensch muss im privaten und im gesellschaftlichen Leben oft intolerant dem einen gegenüber sein, um tolerant den Raum der Freiheit des anderen zu gewähren und zu schützen.
Karl Rahner (1904.1984), deutscher katholischer Theologe

Toleranz besteht nicht darin, dass man die Ansicht eines anderen teilt, sondern nur darin, dass man dem anderen das Recht einräumt, überhaupt anderer Ansicht zu sein. Andrerseits wird Toleranz aber auch dann missverstanden, wenn man soweit geht, dass man dem anderen auch noch das Recht zugesteht, selbst und seinerseits – intolerant zu sein.
Viktor Emil Frankl (1905-1997), östereichischer Psychotherapeut, Begründer der Logotherapie

Die Toleranz ist nicht grenzenlos. Sie findet ihre Grenze, vielleicht ihre einzige Grenze, in der etwaigen Intoleranz des anderen.
Helmut Schmidt (1918-2010), deutscher Politiker, SPD, Bundeskanzler

Toleranz wird oft mit Meinungslosigkeit verwechselt. Aber nicht der Meinungslose ist tolerant, sondern der, der eine Meinung hat, aber es anderen zubilligt, eine abweichende Meinung zu haben und diese auch zu sagen.
Manfred Rommel (1928- ), deutscher Politiker, CDU, Präsident des Deutschen Städtetages (77-83) und ehemaliger Stuttgarter Oberbürgermeister

Es ist auch nicht prinzipiell zu tadeln, wenn eine Überzeugungsgemeinschaft jemanden auschließt, der erklärtermaßen gegen deren Überzeugungen agiert. Allerdings ist es dann wieder eine Frage der Toleranz, wie eng oder weit jeweils die "Toleranzgrenze" gezogen wird. Die zu tadelnde Intoleranz beginnt erst dann, wenn die einen die anderen daran hindern, ihre Überzeugung zu vertreten, wenn sie ihnen ihre eigene Überzeugung aufzwingen oder sie gar ihrer Überzeugung wegen verfolgen.
Richard Schröder (1943- ), deutscher evangelischer Theologe

Für manche ist Toleranz eine andere Vokabel für Schwäche.
André Brie (1950- ), deutscher Politiker, PDS, Aphoristiker

Beliebte Namensgeber für Moscheen in Deutschland wie, auch in Europa und der nichtmuslimischen Welt, sind islamische Eroberer von vormals christlichen bzw. nichtmuslimischen Siedlungsgebieten.
Unter den
über 2.800 Moscheen (2018) in Deutschland finden sich:
Fatih-Moscheen (viele Dutzende) z.B. in Berlin, Köln, Nürnberg, bezieht sich auf Sultan Mehmed II. Fatih („der Eroberer“, 1432-1481), der 1453 Konstantinopel, die Hauptstadt des byzantinischen Reiches eroberte und die Stadt drei Tage lang von seinen Soldaten plündern ließ. Frauen, Kinder, Greise wurden vergewaltigt, geköpft und gepfählt und auf andere Weise ermordet. Als die letzten christlichen Einwohner in die berühmte Hagia Sophia flüchteten, wurden sie mit den Priestern, die die Messe lasen, ermordet oder zu Sklaven gemacht. Mehmed II. wandelte die Kirche in eine Moschee um.
Die erste Moschee mit Minarett nach dem 2. Weltkrieg wurde im Marien-Wallfahrtsort Werl in Westfalen gebaut, dem drittgrößten Wallfahrtsort Deutschlands. Die DITIB-Moschee wird beherrscht von den Grauen Wölfe, die im „Werl Türk Kultur Ocagi“ organisiert sind. Fatih-Camii heißt die Moschee: „Eroberer-Moschee“.
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Fatih-Moscheen
(unvollständig)
Ayasofya-Moscheen z.B. in Berlin, Köln, Nürnberg, spielt auf die Hagia-Sophia in Istanbul an, die damals größte Kirche der christlichen Welt, die in eine Moschee umgewandelt wurde und deren Kuppel Prototyp für den Kuppelbau bei späteren Moscheen wurde.
Osman Gazi Moscheen z.B. in Berlin, Dortmund, tragen den Ehrentitel „Gazi“ für islamische Eroberer, die als Angreifer an einem Kriegszug gegen „Ungläubige“ teilnahmen.
Tarik-Moscheen z.B. in Frankfurt sind nach Tariq ibn Ziyad (670-720) einem muslimischer Feldherr und Eroberer des Westgoten-Reiches (Al-Andalus, Spanien) benannt.
Ayub oder Eyüb-Sultan-Moscheen z.B. in München sind nach Ayub-al-Ansari benannt. Ayub war als Fahnenträger an der Belagerung Konstantinopels beteiligt.
Der Name ist Programm. Er steht für das Ende christlicher Herrschaft.
Yavuz-Sultan-Selim-Moschee
der DITIB gegenüber der Liebfrauenkirche in Mannheim. Yavuz, der „Grausame“ dessen Motto war „Mein Kampf geht solange weiter bis Gottes Gesetz, die Scharia, auf der ganzen Welt herrscht oder ich sterbe!“ ließ tausende Menschen umbringen, darunter auch seine Brüder, Neffen, und vier seiner Söhne, um die Thronfolge für sich und seinen Sohn Süleyman zu sichern und das osmanische Reich auszuweiten [Die DITIB Mannheim bezeichnet die Moschee als „Pionier der Integration“.]

Meschede.. „Fatih“ heißt eigentlich „Eroberer“. Das ursprüngliche arabische Wort bedeutet aber auch „Öffner“ oder „öffnen“. Laut Dr. Ahmet Arslan steht der Namenszusatz vieler DİTİB-Moscheen genau dafür: Offene Moschee. Der umtriebige Dialogbeauftragte sorgt an der Jahnstraße dafür, dass die türkisch-islamische Gemeinde, zahlenmäßig größte in Meschede, tatsächlich offen ist: Neben zahlreichen Aktivitäten wie den Adventsessen, dem öffentlichen Fastenbrechen, Autorenlesungen oder gemeinsamem Kochen bietet er unermüdlich Moscheeführungen an.
https://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-meschede-eslohe-bestwig-und-schmallenberg/in-moschee-die-muslime-in-deutsche-gesellschaft-einbinden-id10394845.html
Auch so kann man einen proplematischen Namen für Naive uminterpretieren - wenn die Gemeinde wirklich so "offen" wäre hätte sie als Geste des guten Willens auch auf diesen Moscheennamen verzichten können.

Für die Marburger Turkologin Ursula Spuler-Stegemann ist die Benennung von Moscheen als Fatih-Camii („Eroberer-Moschee“) eine „religionspolitische Instinktlosigkeit“, wenn nicht sogar „ eine „bewusste Provokation“. Derart triumphalistisches Dominanz- und Machtgehabe muss im Kontext neo-osmanischen Bestrebungen der Türkei - der türkische-islamischen  Union der Anstalt für Religion e.V. DITIB wird über das Amt für Religiöse Angelegenheiten in der Türkei Diyanet gesteuerten - kritisch gesehen werden. Die Namensgebung rechtfertigt den gewaltsamen Dschihad gegen „Ungläubige“ in der Geschichte und stellt eine symbolische Landnahme dar - ein Affront gegen die aufnehmende Gesellschaft.

Ein fiktives Gedankenexperiment: Wie wäre die Reaktion in der Türkei, wenn Deutschland in der türkischen Hauptstadt einen Papst-Urban-II.-Kreuzzugs-Dom bauen wollte? Seit dem Völkermord an den Armeniern durfte in der Türkei aber keine einzige Kirche mehr gebaut werden - auch in der sich ursprünglich als laizistischer Staat deklarierenden Türkischen Republik nicht.

Jahrzehntelang hatte man im Namen der Toleranz zugelassen, dass die Intoleranten ihre Infrastruktur aufgebaut haben.
Und jetzt wundert man sich, warum die Integration scheitert.
Hamed Abdel-Samad (1972- ), deutsch-ägyptischer Politikwissenschaftler und Publizist, Verfasser islamkritischer Bücher 

Battle of the Empires - Fetih 1453Battle of Empires - Fetih 1453
beworben als "Ein welthistorischer Blockbuster", FSK 16

Der 2012 gezeigte Film "Die Eroberung von 1453" ist der wohl teuerste und wohl auch erfolgreichste türkische Film, der je gedreht wurde. Das mit Märtyrerblut durchtränkte Heldenepos über die Eroberung Konstantinopels wird von der nationalreligiösen Historik hochgelobt. Der Film fügt sich in die Agenda des Neo-Osmanismus, den die regierende Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) betreibt. Der Kult um Sultan Mehmed II., der nach sechswöchiger Belagerung am 29. Mai 1453 Konstantinopel einnahm, erreichte damit heute, 90 Jahre nach der Abschaffung der osmanischen Dynastie, einen Höhepunkt. Die dreitägige Plünderung Konstantinopels durch das osmanische Heer wird am Ende des Films nicht einmal angedeutet. Der Enthusiasmus der Türken für dieses Werk bedeutet nichts Gutes für die hier lebenden Christen. In dieselbe Liga fällt die Rede von Premierminister Erdogan - von Beruf Imam -, der 2013 bei der Grundsteinlegung für eine neue Autobahnbrücke über den Bosporus in Istanbul erklärte, dass mit dem Sieg der Osmanen über das christliche Byzanz ein "dunkles Kapitel" beendet und ein "Zeitalter der Erleuchtung" begonnen habe.
Christa Chorherr: Schatten des Halbmonds: Christenverfolgung in islamischen Ländern. Wien: Styria premium 2013, S. 225

In Wikipedia heißt es zu dem Film:
Der Film kam erst nach langen Verzögerungen am 16. Februar 2012 als Originalfassung mit Untertitel in die deutschen Kinos...
Kritiken ...
Im Film werden zahlreiche historische Tatsachen ausgeblendet. So kommt beispielsweise die Plünderung der Stadt durch die Osmanen überhaupt nicht vor, ebenso wenig wie die zahlreichen Gewaltakte an byzantinischen Bürgern und Amtsträgern nach den Kämpfen. Stattdessen wird gezeigt, wie Mehmet II. sehr gnädig mit den Zivilisten der eroberten Stadt umgeht. Auch die von ihm angeordnete Bestattung des toten Kaisers Konstantin nach christlichem Brauch ist fiktiv. Der Kaiser fiel tatsächlich unerkannt im Kampf, sein Leichnam wurde nie gefunden.
Denn das Werk verherrlicht mit allen Mitteln des Propagandafilms den heiligen Krieg von Sultan Mehmed II. über Kaiser Konstantin XI., mithin den Sieg des Islam über das Christentum. Der monumentale Historienschinken passt dem Neo-Osmanismus der Regierung Erdogan perfekt ins Konzept und füttert zudem die weltweit in der Diaspora  lebenden Türken mit einem problematischen Selbstbewusstsein, das zwischen Patriotismus und Religiosität nicht mehr unterscheidet.“
Der Tagesspiegel ...
„So legten die Macher […] mehr Wert auf eine Verklärung von Sultan Mehmet und seinen Getreuen als auf kritische Geschichtsbetrachtung. Auch religiöse Untertöne sind unüberhörbar. […] Wenig später ist zu sehen, wie christliche Soldaten mit Kreuzen auf den Schilden wehrlose Frauen abschlachten.“ Rheinische Post ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Fetih_1453
Vgl. auch
https://www.sueddeutsche.de/kultur/fethie-im-tuerkischen-kino-die-eroberung-konstantinopels-unter-anderen-vorzeichen-1.1293949

Der türkische Film Fatih 1453 erzählt von der dramatischen und für die Christenheit traumatischen Eroberung Konstantinopels durch die moslemischen Osmanen im Jahr 1453. Konstantinopel, mehr als 1100 Jahre Hauptstadt des Römischen Reiches war mit Rom die bedeutendste Stadt des Christentums. Der in der Türkei begeistert aufgenommene 17-Millionen-Dollar-Film stößt hingegen auf harte Kritik der Christen im Orient. Der Film enthalte zahlreiche historische Irrtümer und stachle zum Haß gegen Christen auf.
Der Film soll in den Kinos von Beirut gezeigt werden. Die christlichen Gemeinschaften des Zedernlandes rufen jedoch zum Boykott auf. Sie sprechen von einem „Propagandafilm“. Die 160-Minuten-Produktion des türkischen Regisseurs Faruk Aksoy beginnt mit einer Rückblende, in der Mohammed im Exil von Medina seinen Anhängern „ewiges Glück“ verheißt, wenn sie die byzantinische Hauptstadt erobern. Der osmanische Sultan greift Jahrhunderte später diese Verheißung Mohammeds symbolisch auf, so die Darstellung im Film, und beginnt seinen Feldzug gegen Konstantinopel, die Stadt, die seit 800 Jahren dem Islam trotzte.
Die Kombination aus religiöser Verheißung und osmanischer Eroberung im Film spricht offensichtlich den türkischen Nationalstolz an, wie die ausverkauften Kinosäle seit Februar zeigen.
Einer historischen Bestandsaufnahme hält der Film, so Kritiker, aber nicht stand. Die darin dargestellten historischen Fehler sollen die Geschichte im Sinne einer Verherrlichung des Islam und des Sultans als politisch-religiöser Führerfigur zurechtbiegen. Damit hat der Film nicht nur eine historische, sondern auch eine aktuelle politische Dimension. Eine politische Dimension, die an die stattfindende Reislamisierung der Türkei und das Anfang des 20. Jahrhunderts untergegangene Osmanische Reich anknüpft und die Türkei als orientalische Großmacht zeigt.
Rodrigue Khoury, der Gründer der christlichen libanesischen Partei Al-Machreq gehörte zu den Ersten, die den Film vorab in einer Vorführung sehen konnte. Der libanesische Christ zeigte sich schockiert. Er übermittelte eine ausführliche Filmkritik mit detaillierten Angaben zu historischen Fehlern an General Surete, den Zensurbeauftragten der libanesischen Regierung. Khoury zog sich damit die Kritik zahlreicher Journalisten zu, die im Namen der Freiheit von Meinung und Kunst die Ausstrahlung des Film vertreten.
„Der Film“, so Khoury, „erzählt nicht den Kampf zweier Reiche, wie der Untertitel behauptet, sondern den Kampf zweier Kulturen, der christlichen und der moslemischen. Die christliche Kultur wird dabei in einer grotesken Form verzerrt und als Ursprung allen Übels, die islamische Kultur hingegen als perfekte, einwandfreie und damit überlegene Kultur dargestellt.“ Die jungen Christen des Libanon lehnen den Film daher ab, weil er „offen zum Haß gegen Christen aufruft“, so Khoury.
Derselben Meinung ist Pater Abdo Abou Kassem, der Pressebeauftragte der katholischen Kirche im Libanon. „Die christliche Religion wird durch die zahlreichen und plumpen historischen Irrtümer herabgewürdigt und als korrupt und unwürdig dargestellt.“ Eine Szene zeige, so der katholische Priester, wie Sultan Mehmed (Mohammed) II. nach der Eroberung der Stadt die Basilika Hagia Sophia betritt, indem er sich Platz unter Tausenden Gläubigen verschafft, die terrorisiert die Flucht ergreifen. Der Sultan umarmt und beruhigt dann ein Kind und erklärt, daß der Eroberer es schützen werde. „Wie wir durch die Chronisten und die Geschichtswissenschaft wissen, ist das alles absolut erfunden. Als der Sultan die größte Kirche der Stadt betrat, gab er Befehl, alle dort anwesenden Christen zu ermorden, mehr als 3000, und ließ durch seine Soldaten als Zeichen der Besitzergreifung die christlichen Frauen vergewaltigen. Die Basilika wandelte er in eine Moschee um“, so Pater Abdo.
„Fatih 1453“ gelangt wenige Wochen nach den Protesten gegen einen privaten Kurzfilm gegen Mohammed in die arabischen Länder. Wegen einer „blasphemischen“ Verunglimpfung Mohammeds und des Islam gingen Hunderttausende Moslems in zahlreichen Staaten auf die Straße. Die teils gewaltsamen Proteste kosteten mehr als 50 Menschenleben, darunter das des amerikanischen Botschafters in Libyen und Hunderte Verletzte.
http://www.katholisches.info/2012/10/15/fatih-1453-islamische-uberlegenheit-christliche-karikatur-kampf-der-kulturen-auf-der-leinwand/
Foto von DVD-Cover: https://www.amazon.de/Battle-Empires-Fetih-Devrim-Evin/dp/B008H1LRR4 (hier auch interessant die unkritischen Rezensionen bei Amazon, das diesen Film immer noch vertreibt.)



Ganz im Geist des Neo-Osmanismus bzw. des türkischen Großmachtstrebens trägt das erste 2018 in Betrieb genommene Erdgasbohrschiff der Türkei den martialischen Namen
Fatih (Eroberer).
https://www.aa.com.tr/en/energy/energy-diplomacy/turkeys-fatih-vessel-off-for-1st-deep-drilling-in-med/20307

Bohrungen vor der zypriotischen Küste dürften den Konflikt in dieser Region befeuern, wie eine Karte der durch die Türkei nicht nur um die Küsten des türkisch besetzte Nordzyperns sondern auch um die Küsten der Republik Zypern beanspruchten Gebiete zeigt.

https://www.nzz.ch/international/der-zypernkonflikt-behindert-den-zugriff-auf-die-schaetze-im-oestlichen-mittelmeer-ld.1434451

Deutsche Rüstungsunternehmen kooperierten viele Jahre und kooperieren immer noch (wenn auch zuletzt durch politischen Druck stark eingeschränkt) mit der Türkei, die seit Anfang 2018 als Besatzungsmacht in Nordyrien (Afrin) steht  - und sie haben auch Saudi-Arabien mit Waffen ausgerüstet, das im Bürgerkrieg gegem Jemen eingesetzt werden, wo 2018 eine der größten Hungersnöte droht.
Die Bundesregierung unter Angela Merkel hat sich durch ihren Flüchtlingsdeal mit der Türkei politisch erpressbar gemacht.
Wie schon beim 100. Jahrestags des Genozids an den Armenieren wird sich die Bundesregierung aus diplomatischer Rücksichtnahme auf die Trükei und aus Rückschtnahme auf die die in Deutschland lebenden religiös-nationalistischen Türken in ihrer Kritik an völkerrechtswidrigem Verhalten und Menschenrechtsverletzungen insbesonders gegen politisch Andersdenkende und ethnische und religiöse Minderheiten in der Türkei wohl weiter zurückhalten.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-was-passiert-wenn-der-fluechtlingsdeal-platzt-a-1137557.html

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.konflikt-zwischen-tuerkei-und-den-kurden-deutschland-hat-waffen-fuer-beide-seiten-geliefert.b2a2c857-177e-4788-9580-19cd9c57f5b1.html 

Auf der Website der NATO heißt es: POLITISCH — Die NATO fördert demokratische Werte https://www.nato.int/nato-welcome/index_de.html , auf der Website des Bundesministeriums der Verteidigung „Die Nato – Allianz für Sicherheit und Werte“ und „Die Nordatlantische Vertragsorganisation … versteht sich als Wertegemeinschaft freier demokratischer Staaten. In der Präambel des Nordatlantikvertrages bekennen sich die Mitglieder zu Frieden, Demokratie, Freiheit und der Herrschaft des Rechts. https://www.bmvg.de/de/themen/verteidigung/multinationale-zusammenarbeit/nato/die-nato-allianz-fuer-sicherheit-und-werte-12110 Die Türkei verstößt eklatant gegen diese Ansprüche und ist doch weiterhin NATO-Mitglied.

Aber: Toleranz ist keine Einbahnstraße. Mitglieder einer Gruppe, die von der Toleranz profitieren wollen, müssen diese ihrerseits sowohl der Gesellschaft als Ganzes entgegenbringen, als auch Mitgliedern anderer Gruppen und den Dissidenten und Mitgliedern der eigenen Gruppe. 

Beim Aufbau der menschenwürdigen Stadt muss der Soziallehre der Kirche eine inspirierende Rolle zuerkannt werden. […] Durch die Gesamtheit der von ihr gebotenen Prinzipien trägt diese Lehre dazu bei, solide Grundlagen für ein menschengerechtes Zusammenleben in Gerechtigkeit, Wahrheit, Freiheit und Solidarität zu legen. […] In dieser Lehre finden sich die Anhaltspunkte, um die moralische Struktur der Freiheit verteidigen zu können und so die europäische Kultur und Gesellschaft sowohl vor der totalitären Utopie der "Gerechtigkeit ohne Freiheit" als auch vor der Utopie der "Freiheit ohne Wahrheit" , die mit einem falschen "Toleranz"-Begriff einhergeht, zu bewahren; beide Utopien sind Vorboten von Irrtum und Schrecken für die Menschheit, wie die jüngste Geschichte Europas selbst leider beweist.
Johannes Paul II. (Karol Wojtyla) (1920-2005), polnischer katholischer Theologe, Papst

Sie können mir gegenüber aufrichtig tolerant sein, wenn Sie ein gesundes Verhältnis zum eigenen Ich haben und nicht aus einem Schuldgefühl handeln. Solche Toleranzformen haben ein geringe Halbwertzeit.
Imad Karim (1958- ), libanesisch-deutscher Regisseur, Drehbuchautor und Fernsehjournalist

  diskriminierend / Diskriminierung

Andererseits wird zu bedenken gegeben, dass – im Vergleich etwa zum Grundgesetz und zur EU-Grundrechtecharta – wesentliche Bereiche der Diskriminierung im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz nicht behandelt werden; so vor allem Diskriminierung aufgrund sozialer Herkunft oder wegen Kinderreichtums. Dies führe zu einer Antidiskriminierungshierarchie, und es bestehe die Gefahr, dass Benachteiligung aufgrund sozialer Herkunft per Definition nicht als Diskriminierung wahrgenommen wird. Eine Einbeziehung der sozialen Herkunft in den Antidiskriminierungsrichtlinien war vorgeschlagen, blieb aber bei der Einigung zu den Amsterdamer Verträgen außer Betracht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeines_Gleichbehandlungsgesetz

Zwei Mal hat das Bundesverfassungsgericht die Benachteiligung von Familien in den Sozialversicherungen als verfassungswidrig bezeichnet, geändert hat sich fast nichts. "Bislang behandelt der Gesetzgeber diese Urteile wie feuchten Kehricht", kritisiert der ehemalige Sozialrichter Jürgen Borchert.
[Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ignoriert die Benachteiligung von Familien ebenso wie die von Jungen in der Schule.]
https://www.n-tv.de/politik/Die-Familien-werden-stranguliert-article14543296.html
 

Mittlerweile braucht es keinen Tatsachenbeweis einer Diskriminierung mehr. Es reicht, dass einer sich diskriminiert fühlt. Müssen wir alle diesem Gefühl folgen und in vorauseilendem Gehorsam unsere Sprache, unsere Schrift, unser Handeln und unser Denken verändern, nur damit sich niemand mehr auf die Füße getreten fühlt?
Birgit Kelle (1975- ), deutsche Journalistin und Publizistin

So manche Diskriminierung ist eine Überbewertung des eigenen Ego.
Heinz Körberg (1938- ), deutscher Aphoristiker

Eine unmittelbare Benachteiligung liegt vor, wenn dem Anschein nach neutrale Vorschriften, Kriterien oder Verfahren Personen gegenüber anderen Personen in besonderer Weise benachteiligen (im Sinne des § 1 AGG), es sei denn, die betreffenden Vorschriften, Kriterien oder Verfahren sind durch ein rechtmäßiges Ziel sachlich gerechtfertigt.
Allgemeines Gleichstellungsgesetz, Artikel 3, Absatz 2

Diskriminierung wurde jahrelang hingenommen. Jetzt wächst die Bereitschaft sich zu wehren.
Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Der Begriff „Diskriminierung“ ist zu einer scharfen Waffe des Minderheitenschutzes geworden: Niemand darf benachteiligt oder in seiner Menschenwürde herabgesetzt werden. Dieser Grundsatz wird jetzt bis in den Bereich der Mietverträge gerichtsverwertbar durchbuchstabiert. Ein unter Juristen kursierender Witz zeigt, was hier auf dem Spiel steht: „Ein Farbiger, ein Türke, ein Homosexueller, ein Behinderter und eine Familie mit drei Kindern bewerben sich um eine Wohnung. Wen darf der Vermieter ablehnen, ohne gegen das Antidiskriminierungsgesetz zu verstoßen? Antwort: Nur die Familie mit den Kindern.“ Das Gesetz bietet die Möglichkeit, den Wunsch vieler Bürger nach vertrauten, homogenen Wohnverhältnissen in Mietshäusern zu vergewaltigen. Die von der Justizministerin ausgenommene Einlieger-Wohnung im selbst genutzten Haus ist keine davor schützende Grenze. Der Arbeitgeber wird in Zukunft zu beweisen haben, dass er den Roma, den Mitbewerber arabischer Herkunft oder den Transvestiten nicht benachteiligt hat, wenn er den freien Arbeitsplatz einem deutschen „Normalbürger“ gibt. Wohlhabende Eltern, die für ihr Kind nichtsahnend einen pädophilen Klavierlehrer mit Vertrag einstellen, werden den Vertrag nicht kündigen können, solange der Pädophile sich nichts zu Schulden kommen läßt. Auch die pädophile Orientierung steht – folgt man dem Wortlaut des Gesetzes – unter dem Schutz der „sexuellen Identität“.
Es ist eine raffinierte Konstruktion, dass dieses Gesetz nicht strafrechtlich bewaffnet, sondern zivilrechtlich scharf gemacht daher kommt. Es mag sein, dass man diesem Entwurf im parlamentarischen Prozeß den einen oder anderen Beißzahn noch zieht, die Gefahren lauern im Geist, aus dem dieses Gesetz entstand, und in der quasireligiösen Inbrunst, mit der manche Interessenvertreter versuchen werden, seine Durchsetzung zu erzwingen. Dieses Gesetz könnte gefährlicher für eine freie Gesellschaft werden als jede Gen-Datenbank in Polizistenhand, weil hier Werte-Vorstellungen bis in den privaten Lebensbereich des Individuums hinein gerichtsverantwortlich und sanktionsbewehrt normiert werden – dies taktisch klug nicht auf dem Weg des Strafrechts, sondern des kostenträchtigen Zivilrechts. Das, was hier beabsichtigt ist, erinnert in gewisser Weise an den Schwulenparagraphen 175 unseligen Angedenkens, diesmal nur anders herum. Die legitimen Bedürfnisse der Mehrheit, nämlich eigenverantwortlich zu bestimmen, wie viel Fremdes und Anderes sie an sich herankommen lassen wollen, werden der Dynamik einer ideologisch dynamisierten Minderheitenförderung geopfert. Die Rechte, die Antidiskriminierungsverbände gewinnen, lassen in Zukunft Inquisitionstribunale und Hexenjagden im Namen einer diffusen Toleranzideologie befürchten, die im Namen menschlicher Freiheit antritt und in unmenschlicher Stasi-Mentalität verendet....
Die Verurteilung des schwedischen Pastors und der Fall Buttiglione sind erste Vorzeichen dafür, dass diejenigen, die zur Zeit die veröffentlichte Meinung beherrschen, die Lebens- und Prägekraft des authentischen christlichen Glaubens minimalisieren und die Gesellschaft unter die Knute ihrer politisch korrekten Zivilreligiosität zwingen wollen. Der kolumbianische Philosoph Nicolas Gomez Davila hat scharfsinnig gezeigt, daß der säkularen Demokratie die Tendenz innewohnt, sich in eine Religion zu verwandeln, deren Gott der Mensch ist, und dieser „Kleinbürger“ duldet keine anderen Götter neben sich. Hier ist Einmischen im Namen Gottes Christenpflicht. Und es wird sich zeigen, ob auch Christen im Konflikt in den öffentlich-rechtlich geordneten Kirchen Asylräume finden.
Dieter Müller, Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche e.V. 27. Jahrgang / Nr. 1/2005/ Februar 2005
http://www.gemeindenetzwerk.de/?p=1131 

  rassistisch / Rassismus

Es gibt nur zwei Rassen, die geistige und die ungeistige.
Ernst Barlach (1870-1938), deutscher Bildhauer, Zeichner und Schriftsteller, seine einfühlsame Kunst wurde von den Nazis als "entartet" verfemt

Es gibt nur zwei "Rassen": die Rasse der anständigen Menschen und die Rasse der unanständigen Menschen. Gerade deshalb, weil wir wissen, dass die Anständigen in der Minorität sind, ist jeder einzelne aufgerufen, diese Minorität zu stärken und zu stützen.
Viktor Emil Frankl (1905-1997), östereichischer Psychotherapeut, Begründer der Logotherapie

Ich glaube, dass das engagierte Eintreten für unsere Gesellschaft und ihre Werte oftmals an der Angst der Bürgerinnen und Bürger scheitert. Es ist eine Angst vor Ausgrenzung oder vor dem Unverständnis, auf welches das Handeln des einzelnen treffen könnte. Diese Angst, oder sei es auch nur ein leichtes Unbehagen, führt letztendlich in ein gesellschaftliches Dilemma, in dem wir uns unlängst befinden: Auf der einen Seite brauchen wir mutige und engagierte Bürger, die für ihre Überzeugungen und unseren Rechtstaat eintreten, auf der anderen Seite aber schieben wir häufig eine falsch verstandene Toleranz vor und verhindern damit nicht selten das engagierte Eintreten für unsere Gesellschaft.... Toleranz ist demzufolge also nicht, mit der eigenen Meinung zurückzustecken, sondern vielmehr diese – im gleichzeitigen Respekt der Meinung des anderen – offen und ehrlich und mit voller Leidenschaft zu vertreten. Darum geht es in meinen Augen in einer Demokratie, wie Deutschland eine ist. Wir dürfen keine Angst vor einer falsch verstandenen Toleranz haben und aus Rücksichtnahme auf diese falsche Toleranz unsere eigene Meinungsäußerung einschränken....Hier spürt man deutlich die Angst vor der Rassimus-Keule.
Ismail Tipi (1959- ), türkischstämmiger deutscher Politiker, CDU [bekennt sich zum Islam, engagiert sich gegen Salafismus und islamische Paralleljustiz]
https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/ismail-tipi-klartext/grosse-scheu-vor-der-rassismus-keule/

Der Vorwurf, ein Rassist zu sein oder rassistisch zu reden, zielt auf Ächtung und Ausgrenzung. Wenn man einen solchen Vorwurf auf Auffassungen anwendet, die große Teile der Bevölkeriung teilen, wenn nicht gar die Mehrheit, dann treibt man massenhaft Leute in die Arme von Rechtspopulisten.
Der Rasssismus-Vorwurf ist die Verweigerung einer Debatte in der Sache.

Boris Erasmus Palmer (1972- ), deutscher Politiker, Bündnis 90/Die Grünen

Die beiden deutschen Fußballnationalspieler Ilkay Gündogan und Medut Özil posierten bei einem Treffen in London vor der türkischen Präsidentschaftswahl 2018 mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. In Deutschland war die Unterstützung für Erdogan größer als in der Türkei.
Bülent Bilgi, Vorstandsvorsitzende der europäischen Erdogan-Lobbyorganisation Union Internationaler Demokraten (UID) hatte Deutschland vorgeworfen, sich in einer “präfaschistischen Phase” zu befinden
. Vor allem griff Bilgi Grünen-Politiker Cem Özdemir an. Der hatte am Sonntag den Zeitungen der Funke-Gruppe, Erdogan sei “kein normaler Präsident in einer Demokratie” und solle deshalb auch nicht so empfangen werden.... Der Verfassungsschutz beobachtet die UID, weil sie eine „nationalistische“ Organisation und nicht mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung vereinbar sei. https://www.huffingtonpost.de/entry/erdogan-lobbyist-warnt-turken-in-deutschland-in-deutschland-droht-neuer-faschismus_de_5b61b889e4b0fd5c73d51e74

DFB-Präsident Reinhard Grindel twitterte, die Profis hätten sich für Wahlkampfmanöver missbrauchen lassen. "Der DFB respektiert und achtet selbstverständlich die besondere Situation unserer Spieler mit Migrationshintergrund. Aber der Fußball und der DFB stehen für Werte, die von Herrn Erdogan nicht hinreichend beachtet werden."... Auch Bundestrainer Joachim Löw kritisierte die beiden. Man habe ihnen zu verstehen gegeben, dass dies "keine glückliche Aktion war", sagte Löw bei der Nominierung des vorläufigen Aufgebots für die Weltmeisterschaft, zu dem auch Özil und Gündogan gehören. "Wenn man für Deutschland spielt, vertritt man das Land und die deutschen Werte." https://www.tagesschau.de/inland/oezil-guendogan-103.html
"Das Bild hatte keine politischen Absichten", schrieb Özil - auch wenn ihn vielleicht einige Leute der Lüge oder der Täuschung bezichtigen. Ein Bild mit Erdogan habe für ihn nichts mit Politik oder Wahlen zu tun gehabt, er habe damit seinen Respekt "gegenüber dem höchsten Amt im Land seiner Familie" ausdrücken wollen. https://www.tagesschau.de/inland/oezil-erdogan-101.html
Özil prangerte in seiner {Rücktritts-]Erklärung einen weit verbreiteten Rassismus gegen ihn als Deutschtürken an und erhob insbesondere schwere Vorwürfe gegen DFB-Chef Reinhard Grindel. Schweren Herzens und nach langer Überlegung werde ich wegen der jüngsten Ereignisse nicht mehr auf internationaler Ebene für Deutschland spielen, da ich dieses Gefühl des Rassismus und der Respektlosigkeit habe“, schrieb der Fußball-Spieler.
Der türkische Sportminister Mehmet Kasapoglu twitterte ein Foto des lächelnden Özil mit Erdogan und schrieb dazu: „Wir unterstützen aufrichtig die ehrenhafte Haltung, die unser Bruder Özil gezeigt hat.“ https://www.welt.de/sport/fussball/article179801306/Mesut-Oezil-Presse-Ruecktritt-wegen-Rassismus-Was-ist-los-mit-diesem-Land.html
Der Kommentar der "Zeit": Noch einmal, es ist wichtig: Im Jahr 2018 tritt ein deutscher Nationalspieler wegen Rassismus zurück. Was ist nur los mit diesem Land?
https://www.welt.de/sport/fussball/article179801306/Mesut-Oezil-Presse-Ruecktritt-wegen-Rassismus-Was-ist-los-mit-diesem-Land.html

Ja, was ist los mit diesem Land, wenn Menschen Beifall bekommen, wenn sie mit dem Rassismus-Vorwurf berechtigte Kritik diskreditieren und von eigenen Fehlern und politischen Misständen ablenken
Ich finde nicht, dass Özil ein supergutes Beispiel für gelungene Integration ist. Wenn man erfolgreich Fußball spielt, wenn man enorm viel Geld verdient, ist das kein Zeichen von guter Integration. Integrationsvorbilder haben wir tagtäglich überall in der Bundesrepublik von Türken, Arabern, Menschen zweiter, dritter Generation, die es geschafft haben, die hinter den Werten dieser Gesellschaft stehen, für Demokratie und Menschenrechte auch tagtäglich kämpfen. Das ist für mich Integration. Aber sich für Deutschland spielen lassen, als Deutscher verstehen, aber dann auch Werbung für Erdogan zu machen, ist für mich kein Zeichen von Integration.
Achmed Mansour (1976- ), deutsch-israelischer Psychologe, Islam- und Integrationsexperte
https://www.deutschlandfunk.de/debatte-um-mesut-oezil-der-rassismus-vorwurf-kommt-zu-oft.694.de.html?dram:article_id=423677

Rassismus ist zu einem Kampfbegriff der linksliberalen Eliten geworden. Damit geht einher, dass im neoliberalen Zeitalter der Rassismusbegriff unzähligen Erweiterungsversuchen unterworfen wurde. Alltagsrassismus ist auch ein solch unzulässiger Begriff, weil da eher Ressentiments gemeint sind. Fremdenfeindlichkeit kann auch nicht unter Rassismus subsumiert werden. Und die feindselige Einstellung gegenüber einer bestimmten Religion ebensowenig.
Es gibt eben ein ganzes Spektrum vom pauschalen Ablehnungsmöglichkeiten. Die Sprache ist reich genug, diese alle zu benennen und zu unterscheiden. Man muss nur wollen. In derzeitigen Diskursen scheinen jedoch alle Ausgrenzungsarten in Rassismus zu kollabieren, weil damit ein größerer Abschreckungseffekt erzielt werden kann.
https://www.rubikon.news/artikel/solidaritat-statt-offene-grenzen

  antifeministisch / Antifeminismus

Der Feminismus (von lat. femina = die Frau) prägt die heutige Frauenbewegung und weite Teile der Politik. Die heutige Frauenbewegung ist nicht identisch mit der klassischen Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts. Die Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts hatte sich für die gesellschaftliche und rechtliche Gleichstellung der Frau eingesetzt und diese durch überwiegend ruhige und sachliche Argumentation zum Teil erreicht (z. B. Wahlrecht, bessere Bildungsmöglichkeiten und Arbeitsbedingungen für Frauen). Diese Bewegung wurde in starkem Maß von christlich geprägten Frauen getragen. Einzelne radikale Stimmen, die eine "neue Ethik", eine Beseitigung aller sexuellen Tabus und eine Freigabe der Abtreibung forderten, hatten innerhalb der damaligen Frauenbewegung keine Chance. Inzwischen hat sich das Blatt total gewendet. Die radikalen Kräfte sind es nun, die das Gesicht der heutigen Frauenbewegung prägen. Gefordert wird nicht mehr nur eine Gleichstellung, sondern eine Gleichmachung der Geschlechter. Biblisch-christliche Aussagen – beispielsweise über die schöpfungsmäßige Verschiedenheit von Mann und Frau – werden ebenso als "patriarchalisch" und "veraltet" beiseite geschoben wie biblische Gebote. Die heutige Frauenbewegung ist nicht mehr durch den biblisch-christlichen Glauben, sondern ganz und gar durch die unbiblische Ideologie des Feminismus geprägt. Radikale Feministinnen propagieren anstelle der Verehrung des – angeblich "männlichen" - Gottes der Bibel weibliche Gottheiten aus Naturreligionen. Wer nicht so weit geht, versucht, Gott "weibliche Attribute" zuzuschreiben ("Gottmutter", "Jesa Christa", Heilige Geistin").
http://www.bibel-glaube.de/handbuch_orientierung/Feminismus.html

Gegner_innenaufklärung. ... erschreckend finde ich insbesondere die politische und mediale Stärke, die der vatermutterkind-Antifeminismus im Vergleich zum stets relativ marginal gebliebenen männerzentrierten Antifeminismus erreicht hat ...
Sebastian Scheele (), wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG) der Technischen Universität Berlin https://www.gwi-boell.de/sites/default/files/uploads/2016/08/scheele_diskursive_verschiebung_antifeminismus.pdf
Es entbehrt nicht einer unfreiwilligen Komik wenn der Verfasser diese Ansichten ausgerechnet auf der Website des Gunda-Werner-Instituts für Feminismus und Geschlechterforschung der den Grüunen/Bündnis 90 nahestehenden Heinrich-Böll-Stiftungdes GWI publiziert.
Vielleicht sollte er einmal über die die politische und mediale Stärke des Feminismus nachdenken ...

Im ersten Stadium unseres Kampfs für eine Gleichberechtigung der Frau als Individiuum und für eine wirtschaftliche Gleichstellung der Frau haben wir die tief in der weiblichen Natur steckenden Bedürfnisse ignoriert: den Wunsch nach Fürsorge, nach Liebe und Zärtlichkeit, nach Sicherheit, nach dem Mann und den Kindern, nach der Familie.
Betty Friedan (1921-2006), US-amerikanische Publizistin und Feministin

Der neue Feminismus ignoriert bei seinem ganzen Herangehen die Mütter. So als würden die gar nicht existieren. [...] diesbezüglich gibt es im neuen Feminismus auch keinerlei Fortschritt.
Fay Weldon (1931- ), britische Autorin und Feministin
 

Die Pflege eines kranken älteren Menschen könne die Selbstverwirklichung (sagen die amerikanischen Feministinnen) genauso beeinträchtigen wie die Mutterschaft. Daher sollten die Frauen sich frei fühlen, ihre Männer in die Pflegeheime zu schicken oder sie sonstwie allein zu lassen, statt sie bis zum Tode zu pflegen.
Wolf Wolfensberger (1934-2011), deutsch-US-amerikanischer Psychologe

Dass die Männer acht Jahre früher sterben als die Frauen, stört den hochentwickelten Gleichheits- und Gerechtigkeitssinn der Feministinnen seltsamerweise nicht im geringsten.
Gerhard Kocher (1939- ), Schweizer Publizist, Politologe, Gesundheitsökonom und Aphoristiker

Die wichtigsten Vertreterinnen des Feminismus wandten sich den Philosophen Marx und Engels zu. Dort fanden sie ihr eigenes Thema wieder: Die universale Unterdrückung der Frau durch den Mann und die Mann-Frau-Einehe als Ursprung und Urtypus aller Unterdrückung.
Dale O´Leary

Der Mann als unheilbare Krankheit
Eine Rezension des "Kolossalromans" von Edoardo Albinati in der ZEIT ONLINE trägt unter der Rubrik "Die katholische Schule" den Titel "Der Mann als unheilbare Krankheit" und beschreibt "die Spezies Mann", ""Männlich geboren zu werden ist eine unheilbare Krankheit", gibt der Ich-Erzähler und Hauptheld freimütig zu."- 
ein Kommentator dazu "Ich finde die Artikelüberschrift als zu tiefst diskriminierend. Man tausche das Wort "Mann" aus gegen das Wort "Schwarzer", "Muslime", "Frau", "Migrant" oder ähnliches: Würde es immer noch so in ZON erscheinen?" - aber mit den Männnern kann man es ja machen - sie lassen es sich gefallen und wirken an der feministischen Stereotiypenbildung sogar noch mit. Seitenhiebe gegen die katholische Kirche und gegen die "Ideologie der Familie" überraschen bei einer solchen Rezension nicht.
https://www.zeit.de/2018/48/die-katholische-schule-edoardo-albinati-roman-italien-maenner-gewalt

Der Feminismus hat die ideologische Schlacht gewonnen. Er verfügt heute über eine beträchtliche moralische Macht und die Fähigkeit, Schuldgefühle zu erzeugen.
Élisabeth Badinter (1944- ), französische Philosophin

Wie alle totalitären Ideologien der Neuzeit geht es dem Feminismus um die Beseitigung eines schlechten Gewissens gegenüber Opfern, die schlicht "selber schuld" sind; es geht nicht nur um die Opfer der Abtreibung, auch nicht um alle, die um der Ideologie willen auf der Strecke bleiben, seien es Frauen oder Männer.
Pirmin Meier (1947- ), Schweizer Autor, Erwachsenenbildner und früherer Gymnasiallehrer

Alles, was der Zielsetzung der Frauenschützerinnen und Frauenschützer entgegen steht, wird schlicht ignoriert und der interessierten Öffentlichkeit unterschlagen. So agieren Demagoginnen und Demagogen, Diktatorinnen und Diktatoren, deren Machterhalt auf der Verdummung des Volkes basiert.
Karin Jäckel (1948- ), deutsche Autorin, insbesondere Kinderbuchautorin

Die männlichen Feministinnen unter den Scheidungsrichtern und Sozialarbeitern sind für mich die Männer, die in einem vorauseilenden und gleichzeitig hinterherhinkenden (hinter den Anforderungen ihrer eigenen Mütter) Gehorsam auf alle weiblichen Argumente hereinfallen.
Atrid von Friesen (1953- ), deutsche Journalistin, Pädagogin und Autorin

Das feministische Meinungskartell formiert sich nicht über Absprachen, sondern organisiert sich über die Ähnlichkeit ihrer Feindbilder, in Futterneid und Männerhass. [...] Jede Kritik an Frauen gilt als frauenfeindlich.
Matthias Matussek (1954- ), deutscher Journalist und Autor

Der Staatsfeminismus ist fest etabliert mit einer erheblichen Anzahl von staatlich finanzierten Positionen, die ein sich selbst erhaltendes Netzwerk bilden, und zwar auf nationaler wie auf internationaler Ebene. [...] der Staatsfeminismus [ist] das Steckenpferd einer sich selbst für eine solche haltende (pseudo-)akademische "Elite". Dementsprechend legt man im Staatsfeminismus großen Wert darauf, "wissenschaftlich" fundiert zu sein oder doch zumindest so zu erscheinen. Deswegen ist die Kontrolle der Universitäten, der akademisch Gebildeten in Fachzeitschriften und der Gutachterindustrie so wichtig gewesen.
Heike Diefenbach (1964- ), deutsche Soziologin und Ethnologin

Es geht längst nicht mehr um Gleichberechtigung, sondern um Kontrolle. Denn wer überzeugt davon ist, der bessere Mensch zu sein, will nicht mehr nur die Teilhaberschaft an der Macht, er will sie ganz.
Joan Bitterman (), US-amerikanische Literaturwissenschaftlerin und Autorin

Während Feminismus unseren Kindern die Flügel stutzt, raubt Gender Ihnen die Wurzeln.
Ich will nicht, dass unseren Töchtern beigebracht wird, dass sie nichts erreichen können, und unseren Söhnen, dass sie daran schuld sind.
Martin Domig (), deutscher Blogger

Im postulierten Geschlechterkampf gibt es keine Hemmungen (mehr), denn es ist Krieg und das andere Geschlecht ist der Feind, ein diabolischer Kontrahent, gegen den man sich auflehnen muss. In so einem Krieg darf auch mal die rechtsstaatliche Praxis als unmenschlicher Akt tituliert werden - und demgegenüber, die Ent­rechts­staat­lichung als Fortschritt gefeiert werden. Rechtsstaat ist, was den Damen recht ist.
Roberto De Lapuente (1978- ), deutscher Blogger

Der Großteil der feministischen Theoretikerinnen war und ist kinderlos. Sie kennen das Thema Elternschaft in der Außensicht und aus ihrer eigenen ideologischen Theorie.
Es zieht sich wie ein roter Faden durch die feministische Ideologie, dass die Natur des Menschen, so wie sie nun einmal ist, nicht nur nicht berücksichtigt, sondern einfach am Reißbrett neu definiert wird.
Beim Schreiben auf die Innen oder _innen zu verzichten, gilt als besonders frevelhaft.
Eine Ideologie, die Kinderbetreuung deutlich abwertet und das Wort "mütterlich" zu einer Beleidigung macht, wird uns als Gesellschaft in keine gute Zukunft führen, selbst wenn man das Leben rein unter dem Aspekt der eigenen Vorteilsoptimierung, quasi betriebswirtschaftlich, betrachtet.
Man versteht sich als Vorreiter und Vorbild in Sachen naturnaher Lebensweise, versucht aber gleichzeitig, die menschliche Natur in ein technologisches und nicht nachhaltiges Ideal zu zwingen. Man tritt auch wacker gegen den Turbokapitalismus auf, gleichzeitig wurde die totale Ökonomisierung des Menschen aber durch den radikalen Feminismus möglich: Selbstverwirklichung im Beruf ist angesagt, den Laptop unterm Arm, ein professionelles Dauerlächeln im Gesicht, unverbindlich, ungebunden, als gut geöltes Rädchen der globalen Wirtschaft funktionieren - immer auf Abruf, heute Stuttgart, nächste Woche Singabpur. Eine Famile gründen oder sich gar um das eigene Kind kümmern - das ist ein höchst verdächtiger Ausbruch aus der Wertschöpfungskette, dabei verdient man nichts und daran verdient auch niemand - so etwas Rückständiges muss verhindert werden! Dazu kommt, dass in Familien auch noch Werte jenseits der ökonomischen Verwertbarkeit vermittelt werden - das ist ja geradezu subversiv!
Solange die Genderforscherinnen in der Öffentlichkeit ganz entschieden als feministischer Think Tank auftreten, fragt man sich gerade als männlicher Steuerzahler, warum ihre Arbeit nicht auch von der Frauenbewegung finanziert wird - das wäre dann nämlich ein schöner Schritt Richtung Gleichberechtigung.
Klaus F. Rittstieg (1971- ), deutscher Chemiker und Umweltbiotechnologe, Autor

Aaron Russo († 2007), ein amerikanischer Bankenkritiker, Politiker, Regisseur und ehemaliger Manager berichtet von einer Aussage seines ehemaligen Bankierfreundes Nicholoas Rockefeller: "Der Feminismus ist unsere Erfindung aus zwei Gründen. Vorher zahlte nur die Hälfte der Bevölkerung Steuern, jetzt fast alle, weil die Frauen arbeiten gehen. Außerdem wurde damit die Familie zerstört und wir haben dadurch die Macht über die Kinder erhalten. Sie sind unter unserer Kontrolle mit unseren Medien und bekommen unserer Botschaft eingetrichtert, stehen nicht mehr unter dem Einfluss der intakten Familie. In dem wir die Frauen gegen die Männer aufhetzen und die Partnerschaft und die Gemeinschaft der Familie zerstören, haben wir eine kaputte Gesellschaft aus Egoisten geschaffen, die arbeiten (für die angebliche Karriere), konsumieren (Mode, Schönheit, Marken), dadurch unsere Sklaven sind und es dann auch noch gut finden." Angeblich soll die CIA in den 1960er Jahren diverse "linke" Frauenzeitschriften gestartet und finanziert haben. Sicher belegbar ist das alles zwar nicht, undenkbar aber auch nicht. Vielleicht wird aber auch nur wieder ein Sündenbock gesucht, der gewisse Ventilfunktion hat. Vielleicht ist die Verschwörung auch die, dass der CIA selbst die Rockefeller-Verschwörung als Desinformation in die Welt gesetzt hat.
Es ist möglicherweise gar nicht so wichtig, ob und inwieweit die Rockefeller-Familie involviert ist, wie beispielsweise dieser Kommentar von Fatima Özoguz im Shia-Forum zeigt: Um die Zerstörung der Familie zu sehen, muss man nur verfolgen, was aktuell los ist, dafür braucht man keinen Rockefeller, es ist also egal, ob das wirklich so gesagt wurde oder nicht. In Filmen ist die große Liebe immer Zina, niemals der Ehepartner, Ehe und Familie gelten als langweilige Spaßbremsen, Kinder sogar als "Armutsrisiko". Homosexualität wird mittlerweile in fast jeden Krimi mit eingeflochten, auch wenn es gar nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun hat, Hauptsache das Volk gewöhnt sich daran, dass es so etwas als normal zu betrachten hat. Junge Familien können nicht mehr planen, da auch qualifizierte Jobs immer öfter befristet und zudem noch schlecht bezahlt sind, da überlegen es sich vielmehr dreimal, ob sie Kinder bekommen wollen. Meistens müssen die Frauen sogar mitarbeiten, weil der Mann nicht genug verdient, um eine Familie über Wasser zu halten...."
http://de.wikimannia.org/Verschw%C3%B6rungstheorie

Seit 1988 hat die "Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands" (KFD) das Titelbild ihrer Zeitschrift "Frau und Mutter" verändert und "FRAU" groß, dagegen "mutter" klein geschrieben. Als der Fuldaer Bischof Johannes Dyba daran Kritik übte, bekam er heftigen Gegenwind von der Redaktion der Zeitschrift und der Leitung der KFD.
Ich persönlich finde es bedauerlich, daß die Deutsche Bischofskonferenz die "Bereinigung" des "Gotteslob" beschlossen hat und alle Texte, in denen nur "Brüder" vorkommen durch die sog. "inklusive Sprache" ersetzen lässt. Früher fühlten sich Frauen durch das Wort "Brüder" nie ausgeschlossen, weil sie im tiefsten wussten, daß der Gedanke, der im Epheserbrief ausgesprochen wird, eine allgemein gültige theologische Wahrheit ist: wir haben alle Teil an der Sohnschaft durch Jesus Christus (vgl. Eph.1,5), weil wir alle in IHN, den Sohn, einverleibt sind!
Wilfried Abel (), deutscher katholischer Theologe
http://www.st-andreas.info/pfarrer/vortr%C3%A4ge/68-feminismus-und-christliches-menschenbild.html

Es ist absurd, wenn etwas, das für die Menschheit und deren Fortbestand grundlegend ist, per se als Unterwerfung definiert wird. Das würde bedeuten, dass die Gesellschaft ohne die Unterwerfung der Frau nicht fortbestehen könnte.
Kristina Schröder (1977- ), deutsche Politikerin, CDU, Ehemalige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend [plädierte aber für "Ehe für alle"]

Ein Embryo ist im Ergebnis der erfolgreichen feministischen Lobbyarbeit kein Mensch mehr. Er wurde durch den Einsatz von Sprache und juristischer Definition vom Subjekt in ein rechtloses Objekt verwandelt, und darf demnach getötet werden. Es ist - per Definition - kein Mensch, der dann stirbt. Nach der feministischen - und in der Folge juristischen - Idee ist dieses Objekt kein Träger eines Rechtsanspruches. Es ist somit alles nur eine Frage der Sprache, eine formelle Sache der Interpretation in der Beziehung von Frauen zu deren Körperregionen.
Xin Long Wang (), US-amerikanischer Biochemiker

  homophob / Homophobie, Antigenderismus / Genderphobie

Bei “Homophobie” denkt man zunächst an “Phobie”, eine irrationale Angst. Befürchtungen über bestimmte Entwicklungen sind aber rational begründet. Der Begriff wird aber auch für andere Sachverhalte verwendet, nämlich Schwulenfeindlichkeit und Schwulenkritik. Auch hier werden zwei verschiedene Dinge in einen Topf geworfen.
anonymus

Im modernen Mainstream-Deutschland ist es üblich geworden, unbequeme Meinungen durch begriffliche Stigmatisierung an den Rand zu drängen. Also, wenn zum Beispiel jemand die Auffassung vertritt, dass der Artikel 6 unseres Grundgesetzes explizit eine Privilegierung der Partnerschaft aus Mann und Frau – wir Ewiggestrigen nennen das Ehe – mit Kindern – wir Ewiggestrigen nennen das Familie – ausdrückt, so wird derjenige damit automatisch “homophob”. Das bedeutet: Mit solchen kranken Menschen und ihren Ideen muss man sich gar nicht mehr auseinandersetzen.
anonymus

Dass Familie so was wie Vater-Mutter-Kind sein soll, gilt doch schon lange als reaktionär. Heute ist jeder Familie, der sich als solche erklärt. Wer die Ehe für alle fordert, wird sich anschließend noch wundern, wer und wie viele dann gern Ehe sein würden. Wer glaubt, die Ehe einmal umformulieren zu können, der wird es auch ein zweites und ein drittes Mal tun. Oder im Namen der Antidiskriminierung tun müssen. Wer die Ehe für Homosexuelle öffnet, liefert das unabhängig davon diskussionswürdige Adoptionsrecht für alle gleich mit. Wer auf das alles auch nur hinweist, gilt in diesem Land als homophob. Das wiederum offenbart nicht den fortschrittlichen Kampf um Toleranz, sondern vor allem den Niedergang einer demokratischen Debattenkultur.
Birgit Kelle (1975- ), deutsche Journalistin und Publizistin

Es steht Christinnen und Christen gut an, ihre Worte sorgfältig zu wägen und in ihrem Reden jede Herabsetzung einer Person zu unterlassen. Es steht Christinnen und Christen auch gut an, von der Bibel und von Jesus Christus her zu denken und zu argumentieren. Unsere Gesellschaft sieht sich als eine aufgeklärte Gesellschaft. Zur einer solchen gehört aber auch folgender Satz: Ich bin anderer Meinung, werde aber dafür kämpfen, dass Du die Deine äußern darfst. (Außer sie wäre beispielsweise zutiefst beleidigend oder rassistisch) Wenn nun Christinnen und Christen ihre Sorge äußern am Umgang des Themas „Sexualität“ in einem Bildungsplan, wenn Menschen darüber nachdenken, ob bestimmte Gedanken des „gender mainstreaming“ nicht zu starken Einfluss bekommen, dann ist es ihr gutes Recht und ihre Pflicht, diese Sorgen, Gedanken und guten Argumente in die Diskussion zu werfen. Wenn dann von anderer Seite die „Diskriminierungskeule“ geschwungen und das Wort „homophob“ entgegengeschleudert wird, wenn eine friedliche Demonstration massiv behindert wird, dann hat das mit der Meinungsfreiheit einer aufgeklärten Gesellschaft wenig zu tun. Und auch die sogenannten „shitstorms“ sind kein Beitrag zu einer solchen Gesellschaft. Waren wir da nicht schon weiter?
Jochen Kettling (20. Jh.), deutscher evangelischer Pfarrer
Homophobie ist voll schwul - Piratenpartei Quelle: http://wiki.piratenpartei.de/AG_Queeraten/CSD/Werbemittel
HOMOPHOBIE IST VOLL SCHWUL von der Piraten-Partei
http://www.utele.eu/blog/politik/homophobie-ist-voll-schwul/

http://gruene-jugend-sh.de/2016/05/17/liebe-kennt-kein-geschlecht/
Unter dem Motto "QUEER ON!" (Prädikat als Neuschöpfung der Gendersprache?) rufen Linksjugend und grüne Jugend zur Kundgebung vor der CDU-Geschäftsstelle - der Bastion des Bösen (=der Homophobie) - auf ...
Alle Heteros sind homophob. Eine kleine Erklärungshilfe.
Heterosexuelle sind homophob. Heterosexualität wird nicht von irgendeinem Gen an- und ausgeschaltet. Es ist ein kulturelles Konzept, das erst durch die Abwertung gleichgeschlechtlicher Liebe, Sex und Zuneigung entstanden ist. Ein feministischer Zwischenruf....
Heterosexuelle sind homophob. Nein, nicht nur jene 25 Prozent, die laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage Homosexualität für „unmoralisch“ halten. Auch nicht nur die 40 Prozent, die es „ekelhaft“ finden, wenn sich Schwule und Lesben in der Öffentlichkeit küssen. Nein, alle Heteros sind homophob. Alle! Und das nicht nur, weil sie in einer homophoben Gesellschaft aufwachsen. Heteros sind homophob, weil sie Heteros sind. Oder besser: Weil sie zu Heteros gemacht wurden.
Ein feministischer Zwischenruf von Fabian Goldmann, freier Journalist, Politik- und Islamwissenschaftler [von ihm auch der Beitrag "Feministischer als ihr war Mohammed allemal" https://www.gwi-boell.de/de/2016/02/19/feministischer-als-ihr-war-mohammed-allemal] mit der Zwischenüberschrift "Was Sexisten aus dem Koran über Gleichberechtigung lernen können"]
https://www.gwi-boell.de/de/2016/07/22/alle-heteros-sind-homophob-eine-kleine-erklaerungshilfe

Heinrich Böll Stiftung. Gunda Werner Institut. Feminismus und Geschlechterdemokratie [laut Wikipedia gegründet zur Vermittlung von "Genderkompetenz", Förderung des "Theorie-Praxis-Transfers" und von "strategischer Vordenkerfunktion" für die Heinrich-Böll-Stiftung]
Aufschlussreich und unterhaltsam sind die Kommentare zu dieser pseudowissenschaftlichen "Erklärungshilfe"-  vielleicht fällt manchem bösen "Hetero" dabei ja das Wort "heterophob" ein - oder bei der Zwischenüberschrift "Den Anfang macht die katholische Kiche" gar das Wort "katholophob" - honi soit qui mal y pense ;-).
Wie hätte wohl der aus der katholischen Kirche ausgetretene aber nach eigenen Worten "nicht vom Glaube abgefallene" Schriftsteller Heinrich Böll über solch gewagte "Thesen" gedacht?

AKK is Miss HomophobiaIch vermisse in ["Schotts Sammelsurium"] zwei Phobien, und das sind ausgerechnet die, die heutzutage besonders häufig genannt werden: die Homophobie und die Islamophobie. Vielleicht kommen sie in einer Neuauflage dran. Vielleicht auch nicht. Womöglich gehören sie überhaupt nicht auf die Liste. Vielleicht sind es gar keine richtigen Phobien. Vielleicht verwenden alle, die von Homophobie und Islamophobie reden, falsche Ausdrücke. Möglich ist es. Es müssen sowieso ganz besondere Phobien sein. Ich habe mich schon oft gefragt, was die Herrschaften, die einem so eine Phobie unterjubeln wollen, eigentlich erwarten. Wie stellen die sich das vor? Kann man neuerdings eine Phobie erfolgreich bekämpfen, indem man die armen Leute, die angeblich eine haben, beschimpft und bestraft? Kann der Betroffene dann, sofern er einsichtig ist und den Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen will, seine Phobie einfach ablegen wie ein T-Shirt, das dreckig geworden ist? Wie sieht es überhaupt mit Therapiemöglichkeiten aus?
Bernhard Lassahn (1951- ), deutscher Schriftsteller

Genderphobe Argumente speisten sich meist aus Anti-Feminismus, religiösem Fundamentalismus und völkisch-islamophobem Nationalismus. Für die politische Mobilisierung seien christlich-fundamentalistische Gruppierungen maßgeblich.
Behauptet die Kulturwissenschaftlerin Anja Hennig (Frankfurt/O.) auf der Expertentagung "Wie viel Religion steckt in rechtspopulistischer Rhetorik und worum geht es Populisten wirklich?" der Hans-Seidel-Stiftung

https://www.hss.de/news/detail/im-unheiligen-maentelchen-des-religioesen-news1216/

Berlin - Die neue CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer ist in einer Online-Abstimmung zur „Miss Homophobia 2018“ gekürt worden. Auf Platz zwei ist Alice Weidel (AfD) gelandet. An der Abstimmung der schwul-lesbischen Menschenrechtsinitiative „Enough is Enough“ beteiligten sich den Angaben zufolge mehr als 12.000 Menschen. 45 Prozent von ihnen stimmten für Kramp-Karrenbauer.... Kramp-Karrenbauer hatte 2015 als saarländische Ministerpräsidentin gesagt, es gebe bisher eine klare Definition der Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau: „Wenn wir diese Definition öffnen in eine auf Dauer angelegte Verantwortungspartnerschaft zweier erwachsener Menschen, sind andere Forderungen nicht auszuschließen - etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen.“ Kramp-Karrenbauer verteidigt ihren „traditionellen Ehebegriff“ Sie sei dafür sowohl in der eigenen Partei als auch im eigenen Familienkreis stark kritisiert worden, habe aber bis zur Wahl als neue CDU-Vorsitzende auf ihren „abstrusen Positionen“ beharrt, schreibt die Initiative. Noch im November hatte Kramp-Karrenbauer ihren „sehr traditionellen Ehebegriff“ im Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) verteidigt.
Neben Kramp-Karrenbauer waren auch die AfD-Politikerinnen Alice Weidel und Nicole Höchst, der österreichische Volks- und Rockmusiker Andreas Gabalier und Papst Franziskus für die Negativ-Auszeichnung nominiert....
https://www.kreiszeitung.de/laeuft/cdu-vorsitzende-annegret-kramp-karrenbauer-wird-miss-homophobia-ausgezeichnet-gegen-alle-10899133.html

https://www.enough-is-enough.eu/
Und schon im vierten Jahre wird diese "Auszeichnung" verliehen - so funktioniert der moderne mediale Pranger ...
Tatächlich verdient AKK eine Auszeichnung für den Mut zur klaren Positionierung bei dem Werterelativismus der heutigen Zeit.

Es gebe "zehn Länder auf der Welt, wo … das Töten von Homosexuellen offizielles Gesetz ist", und in zwanzig weiteren muslimischen Staaten sei "Homosexualität illegal", und er kommt zu dem Schluss, dass lediglich wahrheitswidrig behauptet werden kann, "dass der Hass auf Anderslebende und Andersgläubige "nichts mit dem Islam zu tun" habe oder dass "der" Islam eine "Religion des Friedens" sei. Das Schweigen der Homosexuellen und ihrer Lobbyisten hierzu in unserem Land ist genauso wenig zu verstehen wie das Schweigen der Feministinnen zu häuslicher Gewalt, Zwangsheiraten, Genitalverstümmelungen, Ehrenmorden und vielfältigen Benachteiligungen der Frauen im Islam.
Werner Münch (1940- ), deutscher Politikwisenschaftler, Politiker, ehem. Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, aus der CDU ausgetreten

  islamophob / Islamophobie 

Während Hindus, Sikhs, Christen, Parse und Juden gemeinsam mit einigen Millionen Anhängern aniministischer Religionen, alle miteinander in relativer Harmonie koexistieren konnten, gab es eine Religion, die keine Kompromisse schließen konnte und abseits stand vom Rest: der Islam.
Mahatma Gandhi (Mohandas Karamchand G.) (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes
[Diese Darstellung mag zeitbedingt und pauschalisierend sein. Die entscheidende Frage ist aber, wie selbskritisch und reformbereit der Islam heute ist. Die Messlatte hierfür ist der Umgang mit Andersdenkenden (auch in der eigenen Religion), Andersgläubigen und Konvertiten. Das Christentum musste hier auch einen schmerzhaften Entwicklungsprozess zurücklegen.]

Im Unterschied zur universellen Sanftheit des Buddhismus oder dem Verlangen nach Dialog im Christentum, nimmt die muslimische Intoleranz unter jenen, die sich ihrer schuldig machen eine unbewusste Form an; obgleich sie nicht immer versuchen andere durch Gewalt von ihrer Wahrheit zu überzeugen, sind sie nichts desto weniger (und das ist noch bedenklicher) unfähig die Existenzberechtigung des Anderen zu tolerieren. Die einzigen Mittel die sie haben, um sich selbst gegen Zweifel und Demütigung zu schützen, ist die “Negativisierung” anderer – die von der Existenz eines unterschiedlichen Lebensstiles und Glaubens zeugen. Islamische Brüderlichkeit ist so lediglich die andere Seite der Ablehnung Ungläubiger. Dieser Sachverhalt kann aber nicht eingestanden werden, weil dies schmerzhaft ins Bewusstsein rufen würde, dass Ungläubige ein eigenständiges Existenzrecht besitzen.
Claude Levi-Strauss (1908-2009), französischer Ethnologe

Ich möchte denen, die sich im Alltag mit der Integration auseinandersetzen, Mut machen. Erzieherinnen und Lehrerinnen sagen mir, wie alleingelassen sie sich fühlen. Was sie entmutigt, sind nicht die Probleme im Job. Sondern die klugen Sprüche von der Metaebene: ‘Was du erlebst, ist nur ein Einzelfall, vielleicht bist du es falsch angegangen, hast provoziert; du bist nicht kultursensibel; es ist alles nur gefühlt, oder du bist islamophob und denkst rassistisch.‘ Ich weiß, welchem täglichen Kampf eine Schulleiterin standhalten muss, wenn sie nur sagt, an meiner Grundstufe gibt es keine Kopftücher, und nach dem Sport wird geduscht. Jede Woche einem brüllenden, wild gewordenen arabischen Vater Paroli zu bieten, das schaffen auf Dauer nur wenige.
Heinz Buschkowsky (1948- ), deutscher Politiker, Bürgermeister in Berlin-Neukölln, SPD

Die Islamisten haben die absolute Waffe gefunden: den Vorwurf der Islamophobie. Wenn wir uns dagegen nicht wehren … werden wir wie stumme Schafe, die man ins Schlachthaus führt.
Boualem Sansal (1949- ), frankophoner algerischer Schriftsteller, Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels

Wenn jemand wie Judith Butler die Burka verteidigt, zeigt das die Schwierigkeit des aktuellen Feminismus mit dem Islam: Er erschöpft sich darin, an Universitäten die böse Kultur des weißen heterosexuellen Mannes zu predigen und von Hollywood bis Europa Kampagnen gegen Sexismus in Szene zu setzen. Aber sobald es um den Islam geht, wird es seltsam still. Ein solcher Feminismus ist keine Hilfe für Muslime, die es wagen, öffentlich vor den Gefahren ihrer Religion zu warnen und theologische Reformen zu fordern, für die Freiheit von Millionen Frauen in muslimischen Ländern.... Der Mut der Muslimas ist eine große Hoffnung und sollte von uns unterstützt und gestärkt werden. Doch leider erleben wir stattdessen eine unheilige ideologische Hochzeit zwischen Gender-Feminismus und Islamismus. Und es handelt sich noch nicht einmal um eine Zwangsheirat.
Giuseppe Gracia (1952- ), Schweizer Schriftsteller, Journalist und Kommunikationsberater
[bezogen wird sich auf das Zitat "Die Burka symbolisiert, dass eine Frau bescheiden ist und ihrer Familie verbunden; aber auch dass sie nicht von der Massenkultur ausgebeutet wird und stolz auf ihre Familie und Gemeinschaft ist." von Judith Butler (1956- ), US-amerikanische Philosophin und Philologin, Feministin und Begründerin
der Gender-Theorie; inzwischen bekämpft Sie sich mit anderen Femiistinnen wie Alice Schwarzer und nennt ihre Kritiker "Rassistinnen"...
https://www.zeit.de/2017/33/gender-studies-judith-butler-emma-rassismus/seite-2 

Der Begriff Islamophobie soll beschreiben, dass Kritik am Islam eine irrationale, also unbegründete Angelegenheit ist. Es ist ein Kampfbegriff, der von Islamstiftungen in Saudi-Arabien aufgebracht wurde und jetzt auch bei uns die Runde macht.
Necla Kelek (1957- ), deutsche Soziologin und Publizistin tscherkessischer Abstammung

Ja wir kritisieren die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und den naiven Umgang der Gesellschaft mit dem politischen Islam. Dafür sind wir oftmals zu Systemgegnern erklärt worden, deren Präsenz in der Diskurslandschaft nur Schaden anrichtet. Leute wie wir, deren Muttersprache Arabisch ist, die wir mit dem Islam aufgewachsen sind und uns mit dieser Religion entsprechend auskennen, sollen uns bei unserer Kritik zurückhalten. Es könnte sich sonst ja jemand beleidigt oder schlecht behandelt fühlen. Lieber pflegt man einen trügerischen Konsens als den kritische Dialog. Manchen Leuten scheint est auch völlig egal zu sein, mit wie vielen Argumenten, Statistiken und empirisch belegten Studien wir aufwarten. Die Devise lautet: Bitte nicht stören! Wer es dennoch wagt, gilt als fremdenfeindlich und islamophob.
Imad Karim (1958- ), libanesisch-deutscher Regisseur, Drehbuchautor und Fernsehjournalist

Anstatt auf die aufgeblähten Märchen von einer westlichen Islamophobie hereinzufallen, sollten wir uns gegen die Christophobie zur Wehr setzen, die die muslimische Welt infiziert.
[vgl. den Weltverfolgungsindex von Open Doors, Kundgebung für Religionsfreiheit an der Straße für Menschenrechte in Nürnberg]
Ayaan Hirsi Ali (1969- ), niederländisch-US-amerikanische Politikerin, Politikwissenschaftlerin, Frauenrechtlerin und Islamkritikerin somalischer Herkunft - zu Islamophobie und Christophobie vgl. a. https://www.youtube.com/watch?v=XYftBENPixU

Stopp Islamophobie & Rassismus!
Stopp Islamophobie & Rassismus!
http://radiouahid.fm/islamophobie-im-alltag-offener-brief/ von Radio Uahid, das deutschsprachige Internetradio für die Ummah [=weltweite Gemeinschaft der Muslime]

Mit einem Judenstern und dem Schriftzug Muslim darin vergleichen sich Muslime mit den Juden im Dritten Reich - ein indiskutabler Vergleich angesichts der historischen Realtität! Interessant ist auch die Gesichtsverschleierung - als ob die Kritik daran in einer freien, offenen Gesellschaft - und dazu sollte es auch gehören sein Gesicht zu zeigen - "islamophob" sei.
Islamophobie Stop
Auch linke Medien greifen das Kampfwort "Islamophobie" unreflektiert auf - so auf der Website von scharf links - die "neue" linke online Zeitung. emanzipatorisch - gegeninformativ - undogmatisch [!]http://www.scharf-links.de/48.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=39587&tx_ttnews[cat]=38&cHash=588da6a338
In einer Bildmontage mit einem Schild aus Nazizeit "Juden sind hier unerwünscht" sind Juden mit "Moslem" überschrieben.

Schon der Name [Namensgebung "Zentralrat der Muslime in Deutschland", der Domainname zentralrat.de wurde vom ZMD reserviert!] grenzt dabei an Trickbetrug: Er erinnert an den “Zentralrat der Juden in Deutschland”. Mit Zentralrat werden Erinnerungen an Holocaust wach, an Judenverfolgung, an den notwendigen Schutz, den die deutsche Geschichte uns abverlangt. Aber eine Muslim-Verfolgung gibt es nicht; Einwanderung nach Deutschland ist freiwillig.
Mimoun Azizi (1972- ), deutscher Schriftsteller, Politikwissenschaftler, Philosoph, Neurologe und Psychiater marokkanischer Herkunft

Genauso wie es bei Zionismus, Antisemitismus und Faschismus ist, wurde es nötig, auch Islamophobie als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzusehen.
Recep Tayyip Erdoğan (1954- ), türkischer Politiker, Präsident


Oft wird Scharia fälschlich mit drakonischem Strafgericht gleichgesetzt … Rolle eines Antisystems zur Demokratie …. Beides trifft nicht zu.
Islamfeindlicher Rassismus muss als eigenständiger Tatbestand gewertet werden.

Aiman Mazyek (1969- ), deutscher Politiker und Medienmanager (islam.de), Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland

Muslime sind Opfer. Zumindest lieben es die muslimischen Verbände und Funktionäre, diese Rolle breit und laut in der Öffentlichkeit zu inszenieren. Latenter Rassismus, strukturelle Diskriminierung, Sarrazin, AfD und Islamophobie sind gerne verwendete Kampfbegriffe, um ihr Opferdasein medial und politisch wirksam auszuschlachten.
Serap Çileli (1966- ), deutsche Publizistin und Menschenrechtlerin alevitischer Konfessio

Bis heute haben weder der „Islamophobieforscher“ Hafez noch andere Vertreterinnen und Vertreter dieses Begriffs, eine konsistente, nachvollziehbare und wissenschaftlich brauchbare Definition für „Islamophobie“ geliefert. Mit dem Begriff „Islamophobie“ wird vielmehr versucht, zwei Phänomene in einem Begriff zusammenzufassen: Feindschaft gegenüber allen Muslimen und Religionskritik. Der Terminus differenziert nicht zwischen ressentimentbeladener Hetze und der Aufklärung verpflichteter Kritik an der Religion. Er entpuppt sich somit als Kampfbegriff, der durchgängig dazu genutzt wird, Kritik am Islam oder an Problemen und Menschenrechtsverletzungen innerhalb muslimischer Communities abzuwehren und als „anti-muslimischen Rassismus“ zu etikettieren. Das führt dazu, dass kritische Geister wie etwa der algerische Schriftsteller Kamel Daoud, der Berliner Psychologe und Autor Ahmad Mansour und weitere seriöse Wissenschaftler/innen, Journalistinnen und Journalisten im EIR 2016 als „islamophob“ denunziert und damit in die gleiche Ecke gestellt werden wie Rechtspopulisten, Rechtsradikale und Rassisten....
„Islamophobie“ ist ein Kampfbegriff politisch-islamischer Organisationen, von der türkischen AKP bis zur Muslimbruderschaft – das zeigt auch der European Islamophobia Report. Die anfangs kritisierte Verquickung von rassistischem Ressentiment und Kritik am Islam hat dabei durchaus System, dient sie doch dazu, Gegner jeglicher Couleur als Rassisten zu denunzieren und damit für nicht diskursfähig zu erklären. Mittels „Islamophobie“-Vorwurfs wird versucht, Deutungshoheit über die Islam-Diskurse zu erlangen.
https://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/kampfbegriff-islamophobie-wissenschaft-im-dienste-des-politischen-islam/

Die neuen Ängste heißen „homophob“ und „islamophob“ und sind schlecht. Gute Ängste sind hingegen erlaubt. Eine gefährliche Klassifizierung

svz.de von
05. September 2015, 16:00 Uhr

Neulich wurde ich von einer Kollegin gefragt: „Wie viele Homosexuelle kennst Du überhaupt?“ Der Ton war etwas scharf. Deshalb habe ich die Antwort leicht nach oben geschummelt. Zwar liegt die Zahl der Männer, die sich zu Männern hingezogen fühlen, im unteren einstelligen Prozentbereich; bei der Frauenliebe ist sie etwas höher. Doch das tut nichts zur Sache. Die aufgeladene Debatte um die völlige Gleichstellung der Homo-Ehe erweckt den Eindruck, als würde in Deutschland eine Mehrheit von sexuell Gleichorientierten brutal um ihre Rechte gebracht. Wer diese Not nicht erkennt und die klassische Familie zur Normalität erklärt, handelt sich schnell den Vorwurf ein, „homophob“ zu sein. Dieses Etikett wollte ich mir nicht ankleben lassen. Nicht schon am hellen Morgen.

Familie bleibt Keimzelle

Homophob ist der neue Kampfbegriff. Phobie kommt aus dem Griechischen und bedeutet „krankhafte Angst“. Ich habe aber keine Angst vor Homosexuellen. Ich finde nur, dass das Land gewichtigere Sorgen hat. Und ja: Dieses mitunter aggressive Auftrumpfen der Schwulen- und Lesbenverbände behagt mir nicht. Manche Politiker definieren sich regelrecht über ihr Anderssein. Gerade CDU-Politiker aus der Provinz kommen damit groß raus. Lobbyismus in eigener Sache darf man das nicht nennen. Das könnte einem ja als „homophob“ ausgelegt werden. Und wer will heute schon ein konservativer Spießer sein, der darauf hinweist, dass drei von vier Kindern noch immer bei den leiblichen Eltern aufwachsen. Und das sind, man glaubt es kaum: Mann und Frau! In der klassischen Familie also, die fortwährend als „Auslaufmodell“ um ihre Respektierung kämpfen muss, obwohl sie doch nach wie vor die Keimzelle einer jeden Gesellschaft ist.

Wandel im Abendland

Gut läuft auch der Vorwurf „islamophob“. Klingt irgendwie intellektueller, als jeden als „Islamfeind“ zu beschimpfen, wer zarte Zweifel am Nutzen einer starken Zuwanderung aus vornehmlich islamischen Staaten hegt. Dass Homosexualität dort brutal verfolgt wird, wo der Islam Staatsreligion ist, wird in der Debatte außer Acht gelassen. Zwei von drei Flüchtlingen, die derzeit in großer Zahl zu uns kommen, sind muslimischen Glaubens. Das hat langfristige Folgen für das christliche Abendland, das sich zu seinen Wurzeln nicht mehr so recht bekennen will. Aber wer auf diese Verschiebung in unserer Gesellschaft hinweist, macht sich der Islamophobie schuldig. Oder gar der „Xenophobie“, hat also Angst vor Fremden und ist daher ein übler Rassist – obwohl es doch um kulturelle Einflussnahme geht. Egal, Hauptsache das Feindbild stimmt.

„Wer keine Angst hat, hat keine Phantasie,“ hat der Schriftsteller und Spötter Erich Kästner („Emil und die Detektive“) früh erkannt. Demnach sind wir Deutschen ein phantasievolles Volk. Nicht von ungefähr hat es die „German Angst“ zur Weltgeltung gebracht. Denn fest ist unser Glaube, dass es auch gute Ängste gibt. Die Gen-Phobie beispielsweise, also die Angst vor der Verseuchung unserer Lebensmittel durch diese gierigen Amerikaner mit ihrer unbändigen Lust auf Genmanipulation und Chlorhühnchen. Da essen wir doch lieber unsere in Antibiotika getränkten Fleischberge aus übel riechenden Geflügelfarmen.

Gute deutsche Ängste

Mehrheitsfähig und schwer angesagt ist auch die Klima-Phobie. Diese wird kräftig geschürt von den Klimaapokalyptikern, die von einem Klimakongress zum nächsten reisen, um den drohenden Weltuntergang zu beschwören. Jetzt treffen sich im teuren Paris an die 20  000 Spesenritter, um sich beim neuerlichen „Klimagipfel“ gegenseitig die Berechtigung der eigenen Angst zu bestätigen – und nach Möglichkeit andere dafür bezahlen zu lassen. Der Einsatz der Kernenergie, die einmal als Wundermittel gegen das in Ungnade gefallene Kohlendioxid gefeiert wurde, ist allerdings auch keine Lösung. Denn dagegen grassiert die Atom-Phobie.

Vor allem in Deutschland, das nicht wahrhaben will, dass um uns herum neue Kernkraftwerke gebaut werden und diese unerlässlich sind, wenn der Energiehunger einer auf bald elf Milliarden Menschen wachsenden Weltbevölkerung klimaneutral zu stillen. Deshalb wird ja neuerdings auch die Kohle-Phobie geschürt.

Tiere töten erlaubt

Daher schalten wir Atomreaktoren und Kohlekraftwerke gleichermaßen ab und vertrauen ganz auf Wind und Sonne. Wer deshalb den Blackout bei der Stromversorgung fürchtet und von einer Windrotoren-Phobie geplagt wird, findet sich schnell im Topf der Islam- und Homophoben wieder. Da machen diejenigen, die entscheiden, welche Ängste gut und welche schlecht sind, kein großes Federlesen. Plötzlich ist der Tod von Fledermäusen, Vögeln oder Eidechsen, für deren „Lebensraumrettung“ sonst Großbaustellen lahmgelegt werden, kein Thema. Hier schweigen selbst Umwelt- und Naturschützer. Denn grüne Ängste sind gute Ängste.

Also lernen wir: Jeder pflegt seine Ängste. Die Amerikaner drosseln die Autos auf Kriechtempo, wir lassen rasen. Wir bekämpfen den Zigarettenkonsum – und verherrlichen zugleich das Kiffen, um Cannabis zu legalisieren. Die eine fürchtet sich vor Spinnen, der Nachbar vor Einbrechern. Doch der darf das nicht so laut sagen. Und schon gar nicht darauf verweisen, dass organisierte Banden aus dem Osten am helllichten Tag auf Raubzüge gehen. Denn das, siehe oben, ist ja dann wieder „Xenophobie“.

Verbale Waffen

Denn bei Phobien, die sich ideologisch ausschlachten lassen, wird zwischen klug und dumm unterschieden. Schon der Begriff „Phobie“ wird als verbale Waffe missbraucht, um Andersdenkende ins politische Abseits zu drängen. Denn wer krankhaft ängstlich ist, ist Argumenten nicht zugänglich und gehört eigentlich in die Klapse. Also klebt man ihm das Stigma des Irrläufers an. Die Heterophoben, die die klassische Ehe für unzeitgemäß halten, aber dann doch diese Institution mit vollem Adoptionsrecht und allem was die Reproduktionsmedizin hergibt für sich beanspruchen, gehören selbstverständlich nicht dazu. Ebenso wenig wie jene Männer-phoben Frauen, die mit ihrem radikalen Feminismus eine Gender-Phobie provozieren. Auch NSA-Phobiker, die schon beim Gedanken an US-Geheimdienste Schnappatmung bekommen, schwimmen im politisch-korrekten Mainstream. Und am Ende tönen sie alle gemeinsam: Keine Toleranz der Intoleranz. So totalitär kann Toleranz sein.

Radikalisierung droht

Das macht mir wiederum Angst. Einmal, weil mit der Phobie-Keule der Diskurs über strittige Themen abwürgt. Und zweitens, weil diese Bevormundung zu einer Radikalisierung der Gesellschaft führt. Eben hat eine Allensbach-Umfrage ergeben, dass für lediglich 17 Prozent der Bevölkerung die Homo-Ehe bedeutsam ist und damit auf der Prioritätenliste ganz weit unten steht. Die Mehrheit ist sogar gegen eine völlige Gleichstellung. Ganz oben auf der Sorgentabelle rangiert hingegen mit 77 Prozent das Thema Flüchtlinge. Weil aber jeden Tag offenkundiger wird, dass hier etwas aus dem Ruder läuft und wir längst nicht mehr Herr der Lage sind, wird von Politik, Verbänden und großen Teilen der Medien versucht, jede Kritik als krankhafte Phobie im Keim zu ersticken. Wer die negativen Seiten der ungesteuerten Zuwanderung benennt, findet sich in der rechten Ecke wieder und als „geistiger Brandstifter“ verunglimpft. Selbst Begriffe wie Asylmissbrauch oder Flüchtlingslawine wollen die linken Sprachpolizisten auf den Index setzen. Das macht die Menschen zunehmend wütend. Sie fühlen sich von einer Minderheit regelrecht bevormundet und zum Schweigen verdammt. Lange geht das nicht gut.

– Quelle: https://www.svz.de/10626881 ©2018

Die neuen Ängste heißen „homophob“ und „islamophob“ und sind schlecht. Gute Ängste sind hingegen erlaubt. Eine gefährliche Klassifizierung
svz.de von Wolfgang Bok
05. September 2015, 16:00 Uhr
Neulich wurde ich von einer Kollegin gefragt: „Wie viele Homosexuelle kennst Du überhaupt?“ Der Ton war etwas scharf. Deshalb habe ich die Antwort leicht nach oben geschummelt. Zwar liegt die Zahl der Männer, die sich zu Männern hingezogen fühlen, im unteren einstelligen Prozentbereich; bei der Frauenliebe ist sie etwas höher. Doch das tut nichts zur Sache. Die aufgeladene Debatte um die völlige Gleichstellung der Homo-Ehe erweckt den Eindruck, als würde in Deutschland eine Mehrheit von sexuell Gleichorientierten brutal um ihre Rechte gebracht. Wer diese Not nicht erkennt und die klassische Familie zur Normalität erklärt, handelt sich schnell den Vorwurf ein, „homophob“ zu sein. Dieses Etikett wollte ich mir nicht ankleben lassen. Nicht schon am hellen Morgen.
Familie bleibt Keimzelle
Homophob ist der neue Kampfbegriff. Phobie kommt aus dem Griechischen und bedeutet „krankhafte Angst“. Ich habe aber keine Angst vor Homosexuellen. Ich finde nur, dass das Land gewichtigere Sorgen hat. Und ja: Dieses mitunter aggressive Auftrumpfen der Schwulen- und Lesbenverbände behagt mir nicht. Manche Politiker definieren sich regelrecht über ihr Anderssein. Gerade CDU-Politiker aus der Provinz kommen damit groß raus. Lobbyismus in eigener Sache darf man das nicht nennen. Das könnte einem ja als „homophob“ ausgelegt werden. Und wer will heute schon ein konservativer Spießer sein, der darauf hinweist, dass drei von vier Kindern noch immer bei den leiblichen Eltern aufwachsen. Und das sind, man glaubt es kaum: Mann und Frau! In der klassischen Familie also, die fortwährend als „Auslaufmodell“ um ihre Respektierung kämpfen muss, obwohl sie doch nach wie vor die Keimzelle einer jeden Gesellschaft ist.
Wandel im Abendland
Gut läuft auch der Vorwurf „islamophob“. Klingt irgendwie intellektueller, als jeden als „Islamfeind“ zu beschimpfen, wer zarte Zweifel am Nutzen einer starken Zuwanderung aus vornehmlich islamischen Staaten hegt. Dass Homosexualität dort brutal verfolgt wird, wo der Islam Staatsreligion ist, wird in der Debatte außer Acht gelassen. Zwei von drei Flüchtlingen, die derzeit in großer Zahl zu uns kommen, sind muslimischen Glaubens. Das hat langfristige Folgen für das christliche Abendland, das sich zu seinen Wurzeln nicht mehr so recht bekennen will. Aber wer auf diese Verschiebung in unserer Gesellschaft hinweist, macht sich der Islamophobie schuldig. Oder gar der „Xenophobie“, hat also Angst vor Fremden und ist daher ein übler Rassist – obwohl es doch um kulturelle Einflussnahme geht. Egal, Hauptsache das Feindbild stimmt.
Wer keine Angst hat, hat keine Phantasie,“ hat der Schriftsteller und Spötter Erich Kästner („Emil und die Detektive“) früh erkannt. Demnach sind wir Deutschen ein phantasievolles Volk. Nicht von ungefähr hat es die „German Angst“ zur Weltgeltung gebracht. Denn fest ist unser Glaube, dass es auch gute Ängste gibt. Die Gen-Phobie beispielsweise, also die Angst vor der Verseuchung unserer Lebensmittel durch diese gierigen Amerikaner mit ihrer unbändigen Lust auf Genmanipulation und Chlorhühnchen. Da essen wir doch lieber unsere in Antibiotika getränkten Fleischberge aus übel riechenden Geflügelfarmen.
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Verbale Waffen
Denn bei Phobien, die sich ideologisch ausschlachten lassen, wird zwischen klug und dumm unterschieden. Schon der Begriff „Phobie“ wird als verbale Waffe missbraucht, um Andersdenkende ins politische Abseits zu drängen. Denn wer krankhaft ängstlich ist, ist Argumenten nicht zugänglich und gehört eigentlich in die Klapse. Also klebt man ihm das Stigma des Irrläufers an. Die Heterophoben, die die klassische Ehe für unzeitgemäß halten, aber dann doch diese Institution mit vollem Adoptionsrecht und allem was die Reproduktionsmedizin hergibt für sich beanspruchen, gehören selbstverständlich nicht dazu. Ebenso wenig wie jene Männer-phoben Frauen, die mit ihrem radikalen Feminismus eine Gender-Phobie provozieren. Auch NSA-Phobiker, die schon beim Gedanken an US-Geheimdienste Schnappatmung bekommen, schwimmen im politisch-korrekten Mainstream. Und am Ende tönen sie alle gemeinsam: Keine Toleranz der Intoleranz. So totalitär kann Toleranz sein.
Radikalisierung droht
Das macht mir wiederum Angst. Einmal, weil man mit der Phobie-Keule der Diskurs über strittige Themen abwürgt. Und zweitens, weil diese Bevormundung zu einer Radikalisierung der Gesellschaft führt. Eben hat eine Allensbach-Umfrage ergeben, dass für lediglich 17 Prozent der Bevölkerung die Homo-Ehe bedeutsam ist und damit auf der Prioritätenliste ganz weit unten steht. Die Mehrheit ist sogar gegen eine völlige Gleichstellung. Ganz oben auf der Sorgentabelle rangiert hingegen mit 77 Prozent das Thema Flüchtlinge. Weil aber jeden Tag offenkundiger wird, dass hier etwas aus dem Ruder läuft und wir längst nicht mehr Herr der Lage sind, wird von Politik, Verbänden und großen Teilen der Medien versucht, jede Kritik als krankhafte Phobie im Keim zu ersticken. Wer die negativen Seiten der ungesteuerten Zuwanderung benennt, findet sich in der rechten Ecke wieder und als „geistiger Brandstifter“ verunglimpft. Selbst Begriffe wie Asylmissbrauch oder Flüchtlingslawine wollen die linken Sprachpolizisten auf den Index setzen. Das macht die Menschen zunehmend wütend. Sie fühlen sich von einer Minderheit regelrecht bevormundet und zum Schweigen verdammt. Lange geht das nicht gut.
Quelle: https://www.svz.de/10626881

Herr Tibi, vor zwei Jahren haben Sie gesagt, die Kölner Silvesternacht von 2015 mit den massenhaften sexuellen Übergriffen sei ein "Dosenöffner" gewesen. Seither finde in Deutschland eine freiere Diskussion über Migration und Islam statt. Hat sich das bewahrheitet?
Ich hatte gehofft, dass die Deutschen aufwachen. Das ist aber nicht passiert. Eine links-grüne Minderheit dominiert die Medien. Viele Menschen denken so wie ich; in privaten Gesprächen äussern sie auch ihre Bedenken. Wenn sie aber öffentlich reden, haben sie Angst. Es gibt eine Atmosphäre der Selbstzensur in Deutschland. Persönlich habe ich keine Angst vor Diffamierung. Ich kann mich wehren. Aber der deutsche Michel ist ängstlich.
Der Diskurs in Deutschland scheint sich in den letzten zwei Jahren aber doch verändert zu haben. In der Flüchtlingskrise und danach haben sich Intellektuelle wie Rüdiger Safranski, Jörg Baberowski oder jüngst Uwe Tellkamp sehr kritisch zur Migrationspolitik geäussert.
Am Beispiel von Tellkamp kann man aber auch illustrieren, was passiert, wenn einer vom medialen Mainstream abweicht. Tellkamp hat mit der AfD nichts zu tun. Die deutschen Medien versuchten ihn aber gleich als radikalisierten Rechten fertigzumachen. An ihm wurde ein Exempel statuiert: "Guckt alle her, sollte sich ein anderer vorwagen, passiert mit ihm das Gleiche." Unerhört ist auch, dass sich der Suhrkamp-Verlag von seinem Autor gleich distanzierte. Ich war selbst zwanzig Jahre Suhrkamp-Autor. Ich hielt den Verlag für ein Symbol der Redefreiheit und der wissenschaftlichen Diskussion. Ich schäme mich fremd.
Interview mit Bassam Tibi (1944- ), deutschem Politikwissenschaftler syrischer Herkunft, sunnitischer Moslem, prägte 1991 den Begriff des Euro-Islams und 1998 den der Leitkultur

https://www.nzz.ch/feuilleton/die-islam-konferenz-ist-deutsche-unterwerfung-ld.1371525

Interessant im Zusammenhang des Themas "Islamophobie" auch der Artikel "Kommt die Gewalt aus dem Islam? Zehn Behauptungen und zehn Antworten" von Ahmad Milad Karimi und die Kommentare dazu. Die zehn "Behauptungen" werden erwartungsgemäß allesamt "entkräftet" - eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Religion sieht anders aus. So geht die von der Redaktion propagierte Meinung und die Lesermeinung (fast alles Islamophobe?) auseinander ...  
https://www.evangelisch.de/inhalte/137243/07-08-2017/kommt-die-gewalt-aus-dem-islam-zehn-behauptungen-und-zehn-antworten#comments-list

Neusprech

Es werden neue Begriffe erfunden, um ganz normale Dinge zu beschreiben und als böse/negativ erscheinen zu lassen:

Biologismus
Man kann menschliches Verhalten oft über die Biologie erklären und manchmal kann man dabei auch über das Ziel hinaus schießen. Der Mensch hat etwas tierisches in sich, er ist aber auch zu Höherem fähig und meiner Meinung nach ist sein Leben nicht zuletzt geprägt von einem Ringen zwischen diesen beiden Polen.
Von daher ist es nicht falsch, auch soziale und geistige Aspekte zu betrachten, um menschliches Verhalten zu verstehen und ein nur auf die Biologie gerichteter Ansatz ist durchaus kritikwürdig.
Was viele Linke heute aber anstreben ist eine Negation der Biologie. Alle Menschen sollen gleich sein und dazu ist man nicht nur gerne bereit, über sämtliche biologischen Unterschiede – vor allem zwischen Mann und Frau – hinweg zu sehen, man schreckt auch nicht davor zurück, Kritiker mit Kampfbegriffen wie eben dem Begriff „biologistisch“ zu brandmarken und wahre Hexenjagden mit dem Ziel der Zerstörung ihrer bürgerlichen Existenz gegen sie zu initiieren.

Heteronormativität
Also die Idee, dass Heterosexualität das Leitbild einer Gesellschaft sein sollte, da heterosexuelle Paare Kinder bekommen. Man kann da natürlich anderer Meinung sein. Dann sollte man sich aber fragen, warum wir in den vergangenen Jahrtausenden von anderen Gesellschaftsformen nicht viel gehört haben.
Ich wette da gab es durchaus ein paar. Vermutlich haben wir aber deshalb nichts mehr von ihnen gehört, weil es im Verlauf von Generationen einfach unheimlich wichtig ist, Kinder so zu erziehen, dass sie die eigene Kultur fortführen und stabile Familienverbände bilden. Fragen des sexuellen Lustgewinns sind dagegen eher von kurzfristigem Interesse und tragen nichts zum Überleben einer Zivilisation bei.
Nur weil etwas für den lächerlich kurzen Zeitraum unseres Lebens von etwa 80 Jahren oberflächlich zu funktionieren scheint, heißt das noch lange nicht, dass es auch über einen längeren Zeitraum funktioniert. Erst später zeigt sich, ob etwas eine gute Idee war, oder ob die Idee mitsamt der davon Überzeugten ausstirbt.
Hättest du vor 10000 Jahren als Häuptling eines Stammes gelebt und dein Nachbarstamm wäre plötzlich auf die glorreiche Idee gekommen, sämtliche Familienbande aufzulösen und ein System zu etablieren, in dem Sex und „Spaß“ in jeder Form wichtiger sind als die biologischen und kulturellen Aspekte der Sexualität, du hättest dir die Hände gerieben und nur noch auf den Tag gewartet, an dem du deine neuen „Untertanen“ und ihr Hab und Gut einsammeln kannst.

Familismus
Das ist der absolute Abschuss! Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: F-a-m-i-l-i-s-m-u-s!
Also die Idee, dass du von deiner Mutter geboren wurdest und dass du einen Vater hast. Teil des „Familismus“ ist diese abgefahrene und total böse wertende Idee, dass du mit diesem Vater und dieser Mutter idealerweise biologisch verwandt bist und sie sollten auch noch zusammen leben und einander treu sein, anstatt aufgeklärt und individualistisch mit ständig wechselnden Partnern in der Gegend rumzupoppen.
Und das geht noch weiter, mit diesem Familismus. Sollten deine Eltern noch weitere Kinder miteinander (ganz böse und „unmoralische“ Einschränkung) haben, dann sind das deine Geschwister.
Und es gibt ein Band zwischen dir, deinen Eltern, deinen Geschwistern, deinen eigenen Kindern, deinen Großeltern und auch der erweiterten Familie. Und diese sind dir tendenziell wichtiger als andere Menschen und idealerweise besteht zwischen euch ein größeres Vertrauensverhältnis als zu anderen Menschen.
Das ist natürlich alles übelst diskriminierend und biologistisch gegenüber den anderen 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten und selbstverständlich müssen unsere edlen linken Weltverbesserer dieses Machwerk der Reaktion zerschlagen, um uns in ein Utopia der völligen Gleichheit zu führen.

https://neokonservativ.wordpress.com/2017/08/06/wie-bekloppt-sind-die-eigentlich/

  konservativ, Konservativismus

Konservativ sein, ist nicht hängen an dem, was gestern war, sondern leben, aus dem was immer gilt.
Antoine de Rivarol (1753-1801), französischer Schriftsteller

Was ist Konservatismus? Ist es nicht das Festhalten am Alten und Erprobten gegenüber dem Neuen und Unerprobten?
Abraham Lincoln (1809-1865), US-amerikanischer Politiker, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, für Abschaffung der Sklaverei

Alle wertvollen Gefühle - für einen Menschen wie für einen Glauben, eine Scholle, ein Land - sind konservativ.
Ellen Key (1849-1926), schwedische Schriftstellerin und Frauenrechtlerin

Die Anhänger der Entwicklung haben oft eine zu geringe Meinung vom Bestehenden.
Bertolt Brecht (1898-1956), deutscher Schriftsteller und Regisseur

Die Beweislast hat der Veränderer. Indem sie diese Regel übernimmt, die aus der menschlichen Sterblichkeit folgt, tendiert die Skepsis zum Konservativen. „Konservativ“ ist dabei ein ganz und gar unemphatischer Begriff, den man sich am besten von Chirurgen erläutern lässt, wenn diese überlegen, ob „konservativ“ behandelt werden könne, oder ob die Niere, der Zahn, der Arm oder Darm herausmüsse: lege artis schneidet man nur, wenn man muß (wenn zwingende Gründe vorliegen), sonst nicht, und nie alles; es gibt keine Operation ohne konservative Behandlung: dann man kann aus einem Menschen nicht den ganzen Menschen herausschneiden.
Odo Marquard (1928- ), deutscher Philosoph

Wer die geschlossene Ideologie des Fortschritts ablehnt, erscheint dagegen als erzkonservativ, als reaktionär, als 'rechts'. Dabei hat die Frage, auf welcher Seite denn die Erkenntnisdefizite vorliegen, mit Konservativismus oder der politischen Rechts/links-Frage überhaupt nichts zu tun. Vielmehr geht es doch in jedem Falle um Kritik. Das Attribut 'konservativ' wird indes seit Jahren dazu missbraucht, missliebige Störenfriede zu stigmatisieren.
Klaus Berger (1940- ), deutscher evangelischer Theologe, Theologieprofessor, Konvertit

Darf man sich konservativ nennen? Aber klar doch, nur muss man heutzutage bereit sein, dafür gewisse Unbequemlichkeiten in Kauf zu nehmen…. Und wer es wagt, sich als politisch konservativ zu bezeichnen, dem wird es schwerfallen, den vernichtenden Verdacht abzuwehren, er stehe den Rechtsradikalen samt ihrem finsteren Gedankengut nahe.
Ulrich Greiner (1945- ), deutscher Journalist und Literaturkritiker

Wer das alte Familienbild hochhält, sollte sich von feministischen und genderpolitischen Kreisen fernhalten, wo ihm Verachtung oder gar Hass entgegenkäme.
Ulrich Greiner (1945- ), deutscher Journalist und Literaturkritiker

Beliebte Varianten: erzkonservativ, stockkonservativ, ultrakonservativ ... - und aus bist Du ...

  fundamentalistisch / Fundamentalismus

Einen klaren Glauben zu haben, der auf dem Glauben der Kirche basiert, wird heute oft als Fundamentalismus abgestempelt, während Relativismus, der sich sich durch jeden Wind der Lehre herumstoßen und wegfegen läst, als die einzige akzeptable Ansicht gegenüber heutigen Werten gesehen wird.
Joseph Ratzinger (1927- ), deutscher katholischer Theologe, Erzbischof von München und Freising, Kardinal, Papst Benedikt XVI.

Heute wird alles, was auf Werte bezogen wird, unter Fundamentalismusverdacht gestellt. Das kann ja wohl nicht wahr sein. Ich bin Realist, kein Fundamentalist.
Peter Hahne (1952- ), deutscher Fernsehmoderator, Autor und Evangelist

Für viele ist es schon Fundamentalismus, wenn man die Bibel für richtig hält... Erst wenn die absolute Wahrheit mit einem undemokratischen Herrschaftsanspruch verbunden wird, der Gewalt zur Durchsetzung seiner Ziele als legitim erachtet, trifft diese Begriffswahl zu.
Thomas Schirrmacher (1960- ), deutscher reformierter Theologe, Ethiker, Religionssoziologe und Menschenrechtsexperte

Der Zeitgeist hat für Katholischsein Synonyme wie "veraltet", "erstarrt", "erzkonservativ", "fundamentalistisch", "formalistisch", "prunksüchtig", "autoritär" und "neurotisierend" parat - in den elektronischen Medien ohnehin in oft diffamierendem Ton und manchmal sogar mitgeheult von Insidem in selbst bezichtigender Nabelschau.
Christa Meves (1925- ), deutsche Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und Schriftstellerin

Problematisch wird es, wenn der Fachbegriff zu Unrecht als Polemik gegen Andersdenkende eingesetzt wird. Dann wird die Bezeichnung "Fundamentalist" zu einem Schimpfwort, das oft genau von denen gebraucht wird, die selber schwarz-weiss denken und kaum mit der Gruppe befasst haben, die sie als Fundamentalisten abstempeln.
Wolfgang Baake
https://www.livenet.ch/themen/glaube/theologie_philosophie_religion/religionen/103136-sind_evangelikale_christen_fundamentalisten.html

Wir als Pro Choice Sachsen Bündnis sind solidarisch mit ihr [Abtreibungsärztin] und allen anderen durch Anzeigen fundamentalistischer Abtreibungsgegner*innen bedrohten Mediziner*innen.... Fundis und Rechten den Tag versauen! Leben schützen! Abtreibung legalisieren! §218 und §219 StGB abschaffen! Für eine feministische Praxis!
http://schweigemarsch-stoppen.de/tag/christlicher-fundamentalismus/

  populistisch / Populismus

Die Begriffe populistisch, Populismus, und Populisten hört man nur selten in Gesprächen auf der Straße oder in Kneipen. Sie wurden in Umlauf gebracht und werden in erster Linie benutzt von Fernseh-, Radio- und ZeitungsjournalistInnen, von PolitikerInnen und PolitikwissenschaftlerInnen. Man darf davon ausgehen, dass sie diese Wörter wählen, obwohl oder gerade weil sie wissen, dass sie vom Lateinischen populus (= Volk) stammen.
Jürgen Buxbaum (), deutscher Blogger

Die Schwierigkeit beginnt schon mit dem Begriff Populismus. Er besagt, dass der Rekurs auf das Volk nicht in Ordnung ist. Jedenfalls ist Populismus ein abwertender Begriff. Aber ist nicht das Volk der Souverän, der daher die Demokratie legitimiert? Der Verdacht ist nicht von der Hand zu weisen: des einen Populismus ist des anderen Demokratie, und umgekehrt.... Der Erfolg populistischer Bewegungen ist daher immer auch ein Zeugnis für die Schwäche von Parlamenten. Die parlamentarische, also repräsentative Demokratie ist das Mittel, um ein vorherrschendes Meinungsklima in konkrete und realistische Entscheidungen zu übersetzen. Wo das wirksam geschieht, bleibt für die großen Vereinfacher kein Platz.
Ralf Dahrendorf (1929-2009),
deutsch-britischer Soziologe, Politiker und Publizist

Der Vorwurf des Rechtspopulismusses kommt immer dann ins Spiel, wenn die Mehrheit der Bevölkerung etwas anderes denkt als die politische Linke.
Wolfgang Bosbach (1952- ), deutscher Politiker und Rechtsanwalt, CDU

Wir sind nicht still - gegen Rassismus und Populismus 
https://www.kirche-berkenthin.de/page/2583/willkommenskultur

Dieses Wort war noch vor 20 Jahren nicht regelmäßig im Gebrauch. Es gab reihenweise Äußerungen, die als populistisch gebrandmarkt hätten werden können.... Heute jedoch geht es Schlag auf Schlag. Der Begriff wird immer wieder – quasi als Schlagetot – eingesetzt. Er ist so inhaltsleer, zugleich vielfältig gefüllt und wenig definiert, dass er freimütig gebraucht werden kann.
Der inzwischen inflationäre Gebrauch des Wortes Populismus ist ein Beispiel für die systematisch betriebene Manipulation von Menschen.
Hier wird eine besondere Methode zur Manipulation von Menschen sichtbar: die spiegelbildliche Ab- und Aufwertung. Indem die etablierten politischen Parteien und Medien den Vorwurf Populismus immer wieder und im Chor zur Bezeichnung und Kennzeichnung der Konkurrenz, sei es nun rechts die AfD oder links die Linkspartei, werten sie diese politischen Gegner ab und erhöhen sich spiegelbildlich selbst.
Albrecht Müller (1938- ), deutscher Volkswirt, Publizist und Politiker; .Planungschef im Bundeskanzleramt unter den Bundeskanzlern Willy Brandt und Helmut Schmidt

https://www.nachdenkseiten.de/?p=45586 

Der Vorwurf des Rechtspopulismusses kommt immer dann ins Spiel, wenn die Mehrheit der Bevölkerung etwas anderes denkt als die politische Linke.
Wolfgang Bosbach (1952- ), deutscher Politiker, CDU, und Rechtsanwalt

Was heute „rechts“ oder „populistisch“ ist, entscheidet nicht mehr der Duden, sondern eine Machtelite, die auch die Sprache vereinnahmt hat.
Imad Karim (1958- ), libanesisch-deutscher Regisseur, Drehbuchautor und Fernsehjournalist

Man erkennt Rechtspolpulismus nicht nur an Inhalten, sondern auch habituell: Empathielosigkeit. Daueraufgeregtheit. Die Hybris, gegen alle anderen die rettende Lösung und den Mut zur Wahrheit zu haben. Das Christentum lehrt das Gegenteil: Nächstenliebe, Gelassenheit und Demut im Bewusstsein eigener Irrtumsanfälligkeit.
Andreas Püttmann (1964- ), deutscher Politikwissenschaftler und Publiist

  reaktionär, rechts(radikal)

Wer ein Programm für die Zukunft verfasst, ist ein Reaktionär.
Karl Marx. (1818- 883), deutscher Philosoph, Sozialökonom und sozialistischer Theoretiker

Der Reaktionär strebt nicht danach, rückwärts zu gehen, sondern die Wegrichtung zu ändern.
Der Reaktionär strebt nicht die vergebliche Wiederherstellung der Vergangenheit an, sondern den unwahrscheinlichen Bruch der Zukunft mit dieser schäbigen Gegenwart.
Der Reaktionär argumentiert nicht gegen die moderne Welt, weil er sie zu überwinden erwartet, sondern damit die Rechte der Seele nicht verjähren.
Der Reaktionär ist nicht Ratgeber des Möglichen, sondern Bekenner des Notwendigen.
Was der Reaktionär sagt interessiert nie jemanden. Weder wenn er es sagt, denn dann erscheint es absurd, noch nach einigen Jahren, denn dann erscheint es offenkundig.
Nicolás Gómez Dávila (1913-1994), kolumbianischer Philosoph
Der kolumbianischer Schriftsteller, Journalist und Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez sagte über ihn: "Wäre ich kein Marxist, ich dächte wie Nicolás Gómez Dávila", der deutsche Schriftsteller und Dramatike Botho Strauß "Ich möchte doch, das diese eine und einzige Stimme der Gegenmoderne in unseren Tagen gehört wird; man wird es dann zusehends spüren, welche Anziehungskraft von einem Denken ausgeht, das in seinem dichtesten Kern aus Unbefragbarkeit und aus Frommheit besteht." und der deutsche Schriftsteller Martin Mosebach "Wo anders als am Rand der besiedelten Erde hätte ein Mann wie er wohnen sollen?" - vom Rande aus sieht man wohlmöglich besser.

Fromme Radikale
Häme und Hass gegen Andersdenkende prägen eine selbst ernannte neue Glaubenselite. Sie schart sich um Institutionen wie "Kirche in Not", "Christdemokraten für das Leben", das "Netzwerk katholischer Priester" und das "Forum Deutscher Katholiken".
https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-131927826.html
Die Formulierung "Häme und Hass gegen Andersdenkende" verdreht die Tatsachen - die Darstellungen der o.g. Institutionen und Gruppen durch die Mainstream-Medien belegen das eben diese als "Feindbild" ausgemacht werden.

Er [Pfarrer Michael Diener, Vorsitzender der Evangelischen Allianz Deutschlands] kritisiert, dass in den Medien schon derjenige als rechtsradikal bezeichnet werde, der für das Lebensrecht ungeborener Kinder eintrete. Offenbar sei in Vergessenheit geraten, dass das Strafrecht Abtreibungen nach wie vor grundsätzlich als rechtswidrig einstufe, ebenso das Bundesverfassungsgericht. [Hartmug] Steeb: "Doch niemand wird wohl ernsthaft behaupten, das Bundesverfassungsgericht sei rechtsextrem."

und kritische Überlegungen zu ...

  Kultur

Wir gehören einer Kultur an, deren Kultur in Gefahr ist, an den Mitteln der Kultur zugrunde zu gehen.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Die Kultur beruht nicht auf irgendwelchen Formen der Technik oder der Bedürfnisbefriedigung, sondern auf dem Gebiet der Gerechtigkeit.
Gustav Landauer (1870-1919), deutscher Schriftsteller,
Anarchist und Pazifist

Kultur definiere ich ganz allgemein als geistigen und materiellen Fortschritt auf allen Gebieten, mit dem eine ethische Entwicklung der Menschen und der Menschheit einhergeht.
Das Wesentliche der Kultur besteht nicht in materiellen Errungenschaften.
Wahre Kultur ist tiefe Menschlichkeit.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Unsere Zivilisation hat die Erhaltung und Entwicklung unserer inneren Kultur zur notwendigen Voraussetzung. Diese aber empfängt ihre Nahrung aus zwei Quellen. Die erste kommt von dem hellenischen Geiste her und empfing ihre Erneuerung und Ergänzung in der italienischen Renaissance. Sie tritt an das Individuum mit der Forderung heran: Denke, beobachte und gestalte! Die zweite kommt aus dem Judentum und dem Urchristentum. Sie ist gekennzeichnet durch die Maxime: Rette deine Seele durch selbstlosen Dienst an der menschlichen Gesellschaft. Wir können in diesem Sinne von einer gestaltendenund einer sittlichen Lebensquelle unserer Kultur reden.
Albert Einstein (1879-1955), deutscher Physiker, Begründer der Relativitätstheorie, Nobelpreisträger

Eine Kultur, die nicht auf einer echten religiösen Überzeugung errichtet ist, ist wirklich nicht mehr als ein "Experiment". Mit dem System der Mittel kann man experimentieren; mit der Bestimmung der Menschheit nicht.
Oswald Spengler (1880-1936), deutscher Philosoph und Schriftsteller

Echte Kultur gibt der Religion die Mittel, sich auszudrücken, das ganze Leben zu ergreifen, zu schaffen und zu gestalten.
Romano Guardini (1885-1968), italienischstämmiger deutscher katholischer Theologe, Priester, Theologe und Philosoph

Der sicherste Maßstab der Kultur eines Menschen oder eines Volkes ist ihr Sinn für Wertunterschiede, ihr Sinn für Formen, ihre Verachtung der Mengen.
Richard von Coudenhove-Kalergi (1894-1972), japanisch-österreichischer Schriftsteller, Philosoph, Politiker und Gründer der Paneuropa-Union

Es ist an der Zeit, die Kultur in Verruf zu bringen, damit es sich nicht mehr lohnt, sie im Dienste der Politik oder der Industrie zu erniedrigen.
Nicolás Gómez Dávila (1913-1994), kolumbianischer Philosoph

Wirtschaft passt sich an und passt auf, dass alles Zweckmäßige den Zwecken zugeführt wird und dass alles Unzweckmäßige verschwindet. Kultur kennt keine Zwecke, und das Unzweckmäßige hat seinen Sinn.
August Everding (1928-1999), deutscher Regisseur, Manager, Kulturpolitiker und Intendant

In der Tat ist es heute so, daß der inflationäre Gebrauch des Begriffs "Kultur" auf ein gebrochenes Selbstverständnis hindeutet, und wir sind darauf verwiesen, nachzufragen, was er auch verdecken soll. Man könnte vielleicht sogar davon sprechen, daß Kultur eine Art Schambegriff geworden ist, als sollte etwas zugedeckt, verschlossen, vielleicht verschlüsselt werden, was sich in Bereichen der unterschlagenen Wirklichkeit so unberührt aufhalten kann, wenn man es wenigstens benennbar macht. Unternehmenskultur, Kultur der Armut, viele dieser Dinge sind mit dem Etikett "Kultur" versehen, Streitkultur
Oskar Negt (1934- ), deutscher Sozialwissenschaftler

Der inflationäre Gebrauch von Schlagworten wie Organisationskultur und Corporate Identity, Wirtschafts- und Unternehmensethik, Vertrauensorganisation und partizipatives Management deutet auf das Bemühen von Management-Seite, Sinn zu vermitteln, wo traditionelle Anreize und Führungsmethoden den wirtschaftlichen Erfolg nicht mehr garantieren können.
Walther Müller-Jentsch (1935- ), deutscher Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler

Und oft wirft die Verwendung des Wortes "Kultur" einen auratischen Schimmer auf die damit genannten Objekte, Ereignisse, Verhaltensweisen; Kultur adelt immer noch, obwohl der weite Kulturbegriff die ehemalige Spannung zwischen oben und unten, zwischen dominanter Kultur und Subkultur eingeschliffen hat.
Erhard Schlutz (1942- ), deutscher Bildungsforscher und Hochschullehrer

Was ich mit verschwindender Kultur meine, ist zum einen der Verlust des Politischen, zum anderen von Lebensformen und Lebenskulturen. Ich glaube, daß dieser Prozeß wahrgenommen wird und daraus ein gewisses Bedürfnis entsteht, sich mit Kultur zu beschäftigen.
Rainer Stollman (1958- ), deutscher Kulturwissenschaftler

Kultur heute ist Kulturverweigerung, ist der Ausstieg aus all den inflationären Bindestrichkulturen.
Der Begriff der Kultur fungiere in doppelter Weise als "Resignationsbegriff" und als "Restutopie".
[Interessanterweisse muss sich der säkularisierte Westen von muslimischer Seite sagen lassen, dass es eine europäische Leitkultur gibt und geben sollte - Bassam Tibi: Europa ohne Identiät. Die Krise der multikulturellen Gesellschaft - oder welcher künstlerische Schatz die europäische Kultur birgt - Navid Kermani: Ungläubiges Staunen.]
Wenn alles Kultur ist oder werden kann, erübrigt sich nämlich jede kulturpolitische oder kulturpädagogische Intervention.
Kultur ist, wie der Berliner KulturwissenschaftlerThomas Macho einmal schrieb, zu einem wahren "Zauberwort" geworden, mit dem man alles und jedes benennen kann: "Das Zauberwort "Kultur" kann zur Beschreibung politischer, ökonomischer,technologischer oder gesellschaftlicher Trends ver-wendet werden; nicht umsonst reüssiert "Kultur" als Partikel zahlreicher Neologismen: Multikulturalismus, Jugendkultur, Gesprächskultur, Kulturlandschaft, Unternehmenskultur, Popularkultur, Kulturdenkmal, Wohnkultur, Subkultur, Kulturpolitik,Streitkultur, Kulturschock, Freizeitkultur, Wissenschaftskultur, Kulturmanagement.
Konrad Paul Liessmann (1953- ), österreichischer Philosoph
Kultur-Inflation: Von der Jugendkultur über die Leitkultur zur Kulturkultur und wieder zurück Plädoyer für eine Verengung des Kulturbegriffs
https://www.kupoge.de/kumi/pdf/kumi92/92_28-33.pdf

Ist es Ihnen auch schon aufgefallen? In diesem unserem Lande „kulturt“ es heftig. Da wird etwa von „Streitkultur“ gesprochen, wobei ich mich frage, was daran „Kultur“ sein soll, wenn mehrere oder zwei Menschen sich streiten. Auch die „Erinnerungskultur“ und „Gedenkkultur“ feiert fröhliche Urständ, bis wir dann endlich bei der „Esskultur“ angelangt sind, wobei ich in diesem Fall den Anhang „Kultur“ als treffend empfinde.... Bestimmt hat „Streitkultur“, als ein sehr gutes Beispiel für den „Ausverkauf“ dieses Wortes, mit Sicherheit äußerst selten etwas mit Kultur zu tun. Da gefällt mir die „Gesprächs- und Weinkultur, die Theater- und Medienkultur“ schon wesentlich besser.
Marina Schott (), deutsche Gebrauchstexterin
https://www.der-textprofi.de/der-inflationaere-gebrauch-des-begriffes-kultur/

Der lateinische Begriff "colere" meint bekanntlich ursprünglich die richtige Hege und Pflege im Ackerbau, die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen, auch die Bekämpfung des Unkrautes.
Udo di Fabio (1954- ), deutscher Jurist, Bundesverfassungsrichter

Dier Erfindung der Willkommenskultur. Eine Studie untersucht die Rolle der Medien während der Flüchtlingskrise. Das erschreckende Ergebnis: Die Medien machten sich zum Sprachrohr der politischen Elite und ignorierten die Sorgen der Bevölkerung. Die Folgen sind verheerend, nicht nur für den Journalismus...
Auch die Welt der so genannten Flüchtlinge, faktisch zumeist Migranten, wurde in zartrosa Tönen gemalt: Mitunter hatte man den Eindruck, nach Deutschland kämen nur gut ausgebildete Zahnärzte und Ingenieure, westlich gesonnene Familienväter mit ihren Frauen und Kindern, ein Segen für die deutsche Wirtschaft, eine kulturelle Bereicherung für unseren Alltag und eine notwendige Frischzellenkur für unser marodes Rentensystem.

Gegenstimmen? Fehlanzeige. Wer sich der kollektiven Euphorie widersetzte, wer darauf hinwies, dass ganz überwiegend schlecht ausgebildete junge Männer sich auf den Weg nach Deutschland gemacht hatten, die ganz überwiegend keine Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention waren, sondern Wirtschaftsmigranten, deren Weltbild die Integration in westliche, liberale Gesellschaften zumindest beschwerlich macht, wurde als Populist, Rassist oder Rechtsaußen attackiert.
Ergebnis: Schon im Dezember 2015
wies eine Studie des Instituts für Demoskopie in Allensbach darauf hin, dass die Mehrheit der Bevölkerung sich über die Flüchtlingskrise sehr einseitig „informiert“ fühle. Der überwiegende Teil der Medienvertreter reagierte verschnupft. Kritik an ihrer Berichterstattung wurde als rechtspopulistisch gebrandmarkt. Das Gefühl der einseitigen Berichterstattung – nur Einbildung ressentimentgeladener Kleinbürger, die von „Mainstreammedien“ schwadronieren? Eindeutig nein. Eine am kommenden Montag erscheinende Studie der gewerkschaftsnahen Otto Brenner Stiftung belegt, wie nicht nur die führenden überregionalen deutschen Zeitungen, sondern auch die Lokalpresse „das Narrativ Willkommenkultur im Sinne der Positionen des Politdiskurses verbreiteten und hierbei deren euphemistisch-persuasive Diktion übernahmen.“ Das ist sehr akademisch ausgedrückt. Einfacher formuliert lautet die Erkenntnis: Auch Regionalzeitungen haben den von den politischen und medialen Meinungsmachern vorgegeben Weltoffenheitstaumel und Bereicherungsjargon begeistert übernommen. Negative Berichte wurden ausgeblendet, kritische Stimmen nicht gehört. Die Leitmedien seien „in ihren Meinungsbeiträgen größtenteils auf die politischen Eliten fixiert geblieben“.
https://www.cicero.de/kultur/medien-und-fluechtlinge-die-erfindung-der-willkommenskultur
https://conservo.wordpress.com/2018/02/27/willkommenskultur-oder-abschottung-gesinnungsethik-und-verantwortungsethik/

Die Moderne verabschiedet die traditionelle Idee von Kultur. Es kommt zu einer Umwertung aller Werte. Nicht das Beständige, das Geordnete, das Überlieferte, das Stabile und Althergebrachte gilt als wertvoll, sondern das Spontane, das Kreative, das Andere, das Befremdliche, Überraschende und Schockierende. Innerhalb weniger Jahrzehnte hat sich die westliche Welt von dem verabschiedet, was vormals als Ausweis einer KulturgeseIlschaft gesehen wurde.
Alexander Grau (1968- ), deutscher Philosoph, Journalist und Autor
https://bundsanktmichael.org/2019/01/04/alexander-grau-die-kulturelle-selbstmord-der-modernen-zivilisation/

  Wertschätzung

Menschliche Wertschätzung kann sogar infolge kleinlicher Ursachen eines Tages in Hass umschlagen, göttliche Liebe jedoch ist unveränderlich, nur der Tod vermag sie aufzuheben.
Konfuzius (551-479 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Ich trete nicht unentgeltlich an, sondern stelle Forderungen an euch, nicht Geld, aber Wertschätzung und Respekt.
Gaius Sempronius Gracchus (154-121 v-Chr.), römischer Politiker

Die natürlichen Ehrfurchtsbezeugungen aber, die in der Wertschätzung bestehen, schulden wir nur der natürlichen Größe; dagegen schulden wir den der natürlichen Größe entgegengesetzten Eigenschaften Verachtung und Widerwillen.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Mathematiker, Physiker, Literat und Philosoph

Was wahr ist, kann nicht schlecht sein; was schlecht ist, kann nicht wahr sein; was gut ist, kann nicht auf Unwahrheit beruhen; was schädlich ist, kann nur das Werk des Betrugs und des Wahnsinns sein und demzufolge nicht die Wertschätzung des Weisen verdienen.
César Chesneau Du Marsais (1676-1756), französischer Philosoph

Jede Wertschätzung ist ein Produkt aus dem Werte des Geschätzten mit der Erkenntnissphäre des Schätzers.
Arthur Schopenhauer (1788-186), deutscher Philosoph

Wer ein gutes Gewissen hat, der braucht sich um den Verlust der Wertschätzung der anderen nicht zu kümmern.
Arthur Schopenhauer (1788-186), deutscher Philosoph

Misstraue deinem Urteil über die, die sich deiner Wertschätzung nicht erfreuen.
Madeleine Delbrêl
(1904-1964), französische Sozialarbeiterin, Mystikerin

Kapitalistische Gesellschaft: Wertschätzung beruht auf Wertschöpfung.
Walter Ludin (1945- ), Schweizer katholischer Theologe, Priester, Journalist und Autor

Im Fernsehen lief die Talkshow hart aber fair. Es ging um den Streik der Erzieherinnen. Die Familienministerin Manuela Schwesig verwendete in der ersten Viertelstunde vier Mal das Wort "Wertschätzung". Die Erzieherinnen hätten ein Recht darauf, dass ihre Arbeit wertgeschätzt wird. Dem wird wohl niemand widersprechen. Dachdecker und Supermarktverkäuferinnen haben dieses Recht allerdings ebenfalls. "Wertschätzend" ist ein relativ neues Modewort, es gehört in die gleiche Liga wie "Achtsamkeit" und "Nachhaltigkeit". Das Wort stammt aus der Psychotherapie. Therapeuten sollen mit ihren Patienten wertschätzend umgehen. Sie sollen den Patienten zu verstehen geben, dass sie diese bedingungslos akzeptieren, mit all ihren Macken, so, wie Eltern ihre Kinder im Idealfall bedingungslos akzeptieren und den Kindern die Liebe nicht entziehen, auch wenn die Kinder mal Mist bauen. Jetzt, im Zuge des Umbaus der Gesellschaft in ein Sanatorium oder in einen Kindergarten, soll alles wertschätzend gemacht werden. Es gibt im Netz sogar einen Entwurf für die wertschätzende Ablehnung von Bewerbern auf eine Stelle: "Vorweg ein ganz großes Kompliment: Ihre Bewerbung und die Art Ihrer Bewerbung sind wirklich beeindruckend. Wir finden das ganz toll. Behalten Sie sich diese Form bei, damit heben Sie sich sehr von der Masse ab." Danach kommt die Absage. Ich finde, das klingt verlogen.
Harald Marteinstein (1953- ), deutscher Journalist und Autor
https://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/23/harald-martenstein-wertschaetzung-freundlichkeit

Häufig gibt es für Familien zur Sicherung des Familieneinkommens keine Alternative zur Erwerbstätigkeit von Vater und Mutter. Rahmenbedingungen haben jedoch sicherzustellen, daß für Familien eine echte Wahlmöglichkeit besteht. Dazu gehört neben einer heute oft fehlenden ideellen Wertschätzung der Erziehungsleistung von Eltern deren stärkere finanzielle Anerkennung, die Vätern und Müttern auch eine Verringerung der Erwerbstätigkeit erleichtert.
Gemeinsames Sozialwort von EKD und DBK

  Dialog

Ich weiß von Muslimen, die durchaus zum Dialog mit Christen bereit sind. Viele Christen fänden, dass Religionen eigentlich alle gleich seien. Aber in der eigenen kennen sie sich gar nicht aus. Darum seien sie keine Dialogpartner. Muslime wissen, worin die Unterschiede bestehen.
Robert Spaemann (1927-2018), deutscher Philosoph

Der hierzulande geführte Scheindialog hilft den bedrohten Christen in der islamischen Welt nicht, sie sind auf eine klare Position der westlichen Kirchen angewiesen. Deshalb erscheint es als Realitätsverweigerung, wenn Theologen – so in der Katholischen Kirche in Wien – immer wieder ein positives und idealisiertes Bild des Islam zeichnen. Eines Islam, der sich mit der christlichen Werteordnung vertrage – den „wahren Islam des Friedens und der Freiheit, der Gleichberechtigung aller Menschen, der Toleranz und des Pluralismus“.
Detlev Kleinert (1932-2016), deutscher Jurist und Politiker, FDP, Kuratoriumsmitglied der Friedrich-Naumann-Stiftung

Ein redlicher Dialog muss sich durch schonungslose Offenheit auszeichnen.
Tilman Nagel (1942- ), deutscher Orientalist und Islamwissenschaftler

Die Diskussion über "Islam und Gewalt" wird häufig nicht ehrlich und offen geführt. Wir können uns Wegducken, Verharmlosung, falsche Rücksichtsnahme auf vermeintliche "kulturelle Identitäten", blanke Apologetik und eine unberechenbare Haltung des "Beleidigtseins" nicht leisten. Der vielbeschworene "Dialog" verkommt zur inhaltslosen, mehr oder weniger freundlichen, Inszenierung ohne jeden Erkenntnisfortschritt.
Johannes Kandel (1950- ), deutscher Politikwissenschaftler und Historiker, tätig im Bereich der politischen Erwachsenenbildung der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung

Von einigen deutschen Islamexperten wird behauptet, den Islam verbinde mit dem Christentum eine historische Ehe. … . Doch diese “Ehe”-Vorstellung ist nur dem Wunschdenken wohlmeinender deutscher Idealisten geschuldet. Und bevor man einen Dialog führt, muss man sich doch fragen: Verstehen beide Seiten darunter überhaupt dasselbe?
Seit der Wandlung Europas vom “christlichen Abendland” zur säkularen westlichen Zivilisation bedeutet Dialog hier: diskursiver Austausch, nicht aber Missionierung Andersgläubiger. Eine vergleichbare Entwicklung hat im Islam jedoch niemals stattgefunden.
Bei den christlich-islamischen Dialogen, an denen ich seit Jahrzehnten mitwirke, haben Christen kein einziges Mal von den Muslimen verlangt, dass diese ihren Toleranzbegriff gegenüber Christen erweitern müssten.
Neuerdings sprechen selbst Funktionäre des Zentralrates von einem "europäischen Islam" und geben Bekenntnisse zum Grundgesetz ab. Doch verstehen sie darunter dasselbe wie das von mir vertretene Konzept eines "Euroislam", das heißt: eines mit der zivilisatorischen Identität Europas versöhnten Islam? Ist ihr Bekenntnis zu Demokratie und religiösem Pluralismus aufrichtig oder bloß Iham, also bewusste Täuschung der Ungläubigen? Skepsis ist angebracht, wenn man bedenkt, dass im bisherigen Dialog von islamischer Seite nichts als Forderungen und Anklagen erhoben wurden. Die Muslime gefielen sich in der Rolle des Opfers. Den christlichen Vertretern wurde nicht nur die deutsche Vergangenheit vorgehalten, sie wurden auch für die Kreuzzüge und für den Kolonialismus mitverantwortlich gemacht. Zugleich verbaten es sich die Muslime, mit der Geschichte des Dschihad konfrontiert zu werden. Bei den islamischen Dschihad- Eroberungen ist jedoch viel Blut geflossen, und Muslime haben Nichtmuslimen ihren Glauben oftmals brutal aufgezwungen. Doch darüber zu reden gilt als tabu. Lieber reden auch die Christen von ihrer eigenen dunklen Vergangenheit. Ein solches Ritual einseitiger Schuldzuweisungen ist kein Beitrag zur Verständigung zwischen den Zivilisationen. Es kommt dabei nur ein verlogener Dialog heraus.
Die ernüchternde Wahrheit lautet: Nicht nur Islamisten, auch orthodoxe Muslime halten die Christen für "Kreuzzügler", Salibiyyun - und zwar auch dann, wenn diese sich vor dem Islam anbiedernd verbeugen. Christen müssen sich mit dieser feindseligen Einstellung offen auseinander setzen, statt sie weiterhin zu verdrängen. Warum geschieht dies nicht?
Bassam Tibi (1944- ), deutscher Politikwissenschaftler syrischer Herkunft, sunnitischer Moslem, prägte 1991 den Begriff des Euro-Islams und 1998 den der Leitkultur

Um ehrlich miteinander sprechen zu können, müsste man sich zunächst eingestehen, dass nicht einmal die gemeinsam benutzten Begriffe für beide Seiten dasselbe bedeuten. So bezeichnet das Wort "Friede" im Islam nichts anderes als die Ausweitung des Dar al-Islam auf die gesamte Welt - etwas ganz anderes also als der aufgeklärte "ewige Friede" Kants. Auch unter Toleranz versteht der Islam etwas anderes als die westliche Aufklärung, nämlich die Duldung nichtislamischer Monotheisten - also nur von Juden und Christen - als Dhimmi (Gläubige, jedoch zweiter Klasse), das heißt: als geschützte, aber unmündige Minderheiten. Es führt kein Weg daran vorbei, von den Muslimen zu fordern, ihr Verständnis von Toleranz und von Frieden im Sinne einer Akzeptanz des Pluralismus zu revidieren und auf die Doktrin des Dschihad als Eroberung zu verzichten. Diese Forderung ist bereits erhoben worden - jedoch nie von christlicher Seite. Zu Beginn des ersten jüdisch-islamischen Dialogs 1994 in der Londoner Westminster-Synagoge stand ein Rabbiner auf und sagte: "Wir Juden sind den Muslimen dafür dankbar, als geschützte Minderheit unter dem Banner des Islam toleriert worden zu sein. Doch die Zeiten haben sich geändert. Heute wollen wir nicht nur den Muslimen gleichwertig sein, sondern auch als ein souveränes Volk anerkannt werden. Wir wollen also keine Dhimmi mehr sein. Nur unter der Voraussetzung, dass die Muslime dies akzeptieren, können wir einen Dialog führen, anders macht es keinen Sinn!" Anders gesagt: Im 21. Jahrhundert kann die "islamische Toleranz" nicht mehr als Vorbild dienen, denn sie gleicht heute eher der Diskriminierung. Vom Selbstbewusstsein und von der Aufrichtigkeit des Rabbiners, der diese Feststellung traf, können die Christen nur lernen.
Bassam Tibi (1944- ), deutscher Politikwissenschaftler syrischer Herkunft, sunnitischer Moslem, prägte 1991 den Begriff des Euro-Islams und 1998 den der Leitkultur

Der Dialog mit Andersdenkenden ist oft schwierig; mit Nichtdenkenden ist er stets unmöglich.
Walter Ludin (1945- ), Schweizer Kapuziner, katholischer Theologe, Priester, Journalist, Redaktor und Autor

Natürlich muss man Arabisch sprechen und schreiben können, um Zugang zu diesen muslimischen Kommunikationsgruppen im Internet zu finden. Praktisch allen Deutschen bleibt diese Welt deshalb verschlossen, auch den allermeisten Journalisten. Nur so kann ich mir übrigens auch erklären, warum unsere Politiker hochrangige Vertreter des islamischen Klerus regelmäßig zu Gesprächen einladen und sich bei solchen Gelegenheiten immer wieder mit Beschwichtigungen und Schönfärbereien abspeisen lassen. Fakt ist, dass praktisch alle Islamverbände in Deutschland beim Thema der schleichenden Radikalisierung kläglich versagen.
Imad Karim (1958- ), libanesisch-deutscher Regisseur, Drehbuchautor und Fernsehjournalist

Seit einigen Jahren ist die Vorstellung geläufig, als "Abrahamsreligionen" besäßen Christentum, Judentum und Islam eine gemeinsame Wurzel. Diese Annahme ist naiv und steht einem wirklichen Dialog der Religionen entgegen. Der Umgang der Christen mit der Bibel, die postbiblischen jüdischen Traditionen und die Deutung der Abrahamsgestalt im Koran sind nicht miteinander zu vereinbaren.
Matthas Morgenstern (1959- ), deutscher Judaist und Religionswissenschaftler

Die zentralen Aspekte des christlichen Gottesbildes werden vom Islam abgelehnt und verneint: insbesondere die Menschwerdeung Gottes in Jesus von Nazareth, der Glaube an einen dreifaltigen Gott, der Tod Jesu am Kreuz, die Erlösung von Sünde und Tod durch den Kreuzestod Jesu.
Kompass zum Islam von Kirche in Not

  Integration

Wenn du ein fremdes Land betrittst, frage, was dort verboten ist.
Konfuzius (551-479 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Seine Gewohnheiten an die Lebensweise der Mitbürger anzugleichen stärkt die Gemeinschaft.
Sententiae Varronis, Sentenzen aus dem römichen Altertum

Schickt euch in die Verfassung des Landes, in welches ihr versetzt seid. Aber haltet euch standhaft bei der Religion eurer Väter. Tragt beide Lasten so gut ihr könnt.
Moses Mendelsohn (1729-1786), deutscher Philosoph der Aufklärung

Es gehört sich, dass man die Bräuche und Sprache des Landes achtet, in dem man lebt.
Walther

Wer Deutschkenntnisse zur wichtigsten Voraussetzung erklärt, verletzt die Menschenrechte.
Recep Tayyip Erdogan (1954- ), türkischer Politiker, AKP, Präsident

Integration fängt damit an, dass Sie als Deutscher mal Türkisch lernen!
Renate Künast (1955- ), deutsche Politikerin, Bündnis 90/DIe Grünen (vor Erdogans Aussage)

Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, wo sie gelten.
Wenn dir's bei uns nun nicht gefällt, So geh in deine östliche Welt.
Der ist nicht fremd, der teilzunehmen weiß.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter, Verfasser des west-östlichen Divans, die Gründung der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin geht maßgeblich auf die Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ateş zurück

Amerikaner werden misstrauisch, wenn man nicht einer von ihnen werden will - im Gegensatz zu den Franzosen, Engländern, Schweden und den meisten anderen Völkern, die es gerade misstrauisch macht, wenn man zu ihnen gehören möchte.
Billy Wilder (1906-2002), US-amerikanischer Drehbuchautor, Filmregisseur und Filmproduzent österreichischer Herkunft

Jede Gesellschaft verlangt vom Neuankömmling, dass er sich lernend dem Lebensstil, den er vorfindet, anpasst. Sie verlangt Triebregulation und Triebverzicht.
Alexander Mitscherlich (1908-1982)

Die jetzt schon klar erkenntbare Konzentration in den türkischen Wohnbereichen wird sich fortsetzten. Dort finden die türkischen Familien ein soziales Umfeld vor, das sie zu keinen besonderen Integrationsbemühungen zwingt, wahrscheinlich im Gegenteil in dieser Hinsicht entmutigt und hemmt.
Irenäus Eibl-Eibesfeldt (1928-2018), österreichischer Verhaltensforscher und Gründer des Fachs Humanethologie

Wer seine Landsleute auffordert, allen Mühseligen und Beladenen der Welt eine Zuflucht zu bieten, wogmöglich unter Berufung auf kollektive Verbrechen, die von der Eroberung Amerikas bis zum Holocaust reichen, ohne Folgenkalkül, ohne politische und ökonomische Vermittlung, ohne Rücksicht auf die Realisierbarkeit eines solchen Vorhabens, macht sich unglaubwürdig und handlungsunfähig.
Hans Magnus Enzensberger (1929- ), deutscher Schriftsteller, Herausgeber, Übersetzer und Redakteur

Man muss offen sagen, die Religion des Islam erlaubt die Integration nicht. Ein Muslim darf sich einem Nichtmuslimen nicht fügen. Wenn er in der Diaspora lebt, dann ist das eine Notsituation, und er kann sich absondern. Das besagt die normale Religion und nicht die fundamentalistische Variante.
Bassam Tibi (1944- ), deutscher Politikwissenschaftler syrischer Herkunft, sunnitischer Moslem, prägte 1991 den Begriff des Euro-Islams und 1998 den der Leitkultur

Ihr Gläubigen! Nehmt euch nicht die Juden und die Christen zu Freunden! … . Wenn einer von euch sich ihnen anschließt, gehört er zu ihnen (und nicht mehr zu der Gemeinschaft der Gläubigen).
Koran, Sure 5, Vers 51

Gehorche keinem Sünder oder Ungläubigen.
Koran Sure 76, Vers 24
 

Wir müssen durch Parteieintritt - in alle wirklich demokratisch gesinnten Parteien - dazu beitragen, dass die Parteiprogramme islamkonformer werden.
Murad Hoffmann (1931- ). deutscher Jurist und Diplomat, zum Islam konvertierter Katholik, 2009 in Duabi zur Islamic Personality of the Year ausgezeichnet, Ehrenmitglied des Zentralrats der Mulime auf islam.de im Interview mit dem ZMD-Vorsitzenden und islam.de-Chefredakteur Aiman Mazyek
Hoffmann zum wörtlichen Schriftverständnis:
Satz für Satz, Wort für Wort Sein [=Gottes] herabgekommenes Wort, Seine unmittelbare, Sprache gewordene Mitteilung. […] Die Anerkennung des Korans als Gottes Wort ist für den Muslim konstitutiv. Wer dies nicht glaubt, ist kein Muslim.


In den westlichen Staaten müssen islamische Parallelgesellschaften aufgebaut werden, mit eigenen Gesetzen und Einrichtungen, einschließlich eigenem Heer. Der direkte, aggressive Kampf gegen die Gaststaaten soll aber solange verzögert werden, bis eine zahlenmäßige Annäherung an das ursprüngliche Staatsvolk erreicht ist.
Abu Bakr Naji, ehemaliger Chefdenker von Al Qaida
https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/handbuch-des-dschihadismus-kein-unglaeubiger-soll-sich-mehr-sicher-fuehlen-13546097.html


Die vom Westen erfundene Differenzierung zwischen Islam und Islamismus ist politisch gewollt…Darum wird versucht, jene Elemente im Islam zu verharmlosen oder zu verbergen, die gemäß den westlichen Wertvorstellungen als inkompatibel gesehen werden.
Henryk M. Broder (1946- ), deutscher Publizist und Autor

Es gibt keinen Islam und Islamismus. Es gibt nur einen Islam. Wer etwas anderes sagt, beleidigt den Islam.
Recep Tayyip Erdogan (1954- ), türkischer Politiker, AKP, Präsident

In Deutschland deuten Politiker gern auf die Wichtigkeit der Islam-Konferenz hin. Hat der Dialog zwischen dem Staat und den muslimischen Verbänden irgendetwas gebracht?
Die Islam-Konferenz ist ein "first-class ticket to nowhere". Es ist eine Veranstaltung der Unehrlichkeit. Am Anfang war ich selber dabei. Da konnte ich das Fassadenhafte dieser Verbände erleben: In den offiziellen Diskussionen gaben sie sich integrationswillig, verfolgte man dann während der Pausen die Diskussionen der Teilnehmer untereinander, klang es ganz anders. Kennen Sie den Roman "Soumission" von Michel Houellebecq? Die Islam-Konferenz ist deutsche Unterwerfung. Der Staat kapituliert vor dem Islam. Im letzten Jahr haben die muslimischen Verbände durchgesetzt, dass keine individuellen Muslime zugelassen sind.
Was heisst das?
Liberale Musliminnen wie Seyran Ates und Necla Kelek wurden rausgeschmissen
. Deutschland führt seinen Dialog nur noch mit vier Verbänden, die allesamt aus dem Ausland finanziert werden und islamistisch und schriftgläubig sind. In der Islam-Konferenz geht es nicht um die Integration von Muslimen, sondern um die Minderheitsrechte des organisierten Islams. Über Themen wie Sicherheit und Zuwanderung wollen die Verbände gar nicht reden.
Interview mit Bassam Tibi (1944- ), deutscher Politikwissenschaftler syrischer Herkunft, sunnitischer Moslem, prägte 1991 den Begriff des Euro-Islams und 1998 den der Leitkultur
https://www.nzz.ch/feuilleton/die-islam-konferenz-ist-deutsche-unterwerfung-ld.1371525

Wir müssen darauf bestehen, dass unserer Integrationsbereitschaft ein Integrationswille bei denen entspricht, die zu uns kommen.
Gerhard Schröder (1944- ), deutscher Politiker, SPD, Bundeskanzler

In Deutschland arbeitet ein Heer von Integrationsbeauftragten, Islamforschern, Soziologen, Politologen, Verbandsvertretern und eine Schar von naiven Politikern Hand in Hand und intensiv an Verharmlosung, Selbsttäuschung und Problemleugnung.
Thilo Sarrazin (1945- ), deutscher Volkswirt, Politiker, SPD

Die Türken-Lobby fühlt sich dafür zuständig, den türkischen Nationalismus zu stärken, oder führt sich als Botschafter des Moslemseins auf, wie der türkische Ministerpräsident Erdogan es von seinen Landsleuten erwartet. Wer wie viele türkischstämmige Lobbyisten in Vereinen und Moscheen der Abgrenzung seiner Landleute nichts entgegengesetzt, ist mitverantwortlich dafür, was heute auf den Straßen passiert.
Heinz Buschowsky (1948- ), deutscher Politiker, SPD

Das Ringen um Integration ist de facto das Ringen um die Leitkultur in einem Land. Solange die Deutschen nicht wissen, was ihre Leitkultur ist und sie sich scheuen, eine eigene vorzugeben, solange werden Leute wie Erdoğan leichtes Spiel und in gewisser Weise auch Recht haben, wenn sie ihre Landsleute vor einer Assimilation und Integration warnen.
Jürgen Liminski
 (1950- ), deutscher Journalist und Autor

Eine Toleranz des Nichtstuns und Wegschauens fördert immer die entschlossenere und vitalere Kultur, sie riskiert zugleich die kulturelle Fragmentierung der Gesellschaft mit alle ihren Folgen, was die Möglichkeit von Zusammenhalt, friedlicher Ordnung und vernünftigem Ausgleich mit sich bringt.
Udo di Fabio (1954- ), deutscher Jurist, Bundesverfassungsrichter

Wer wissen will, welche Verhältnisse uns möglicherweise blühen, der schaue nach Frankreich, England und Schweden… Nach meiner Erfahrung ist es bisher keinem der genannten Länder gelungen, wenigstens die große Mehrheit der jungen Muslime, die im Westen und unter dem Schutz der freiheitlichen Gesellschaft geboren wurden, für die sogenannten westlichen Werte wie Toleranz, Offenheit und Selbstbestimmung zu gewinnen.
[Allerdings erschweren auch politiische Umwälzungen der deutschen Gesellschaft die Integration.]
Das westliche Lebensmodell ist heute viel labiler als vor 20 oder 30 Jahren. Das Gendermainstreaming und andere ideologisch forcierten Vielfaltmodelle überfordern viele Menschen. Die heutige Liberalität unserer Gesellschaft erschwert den Muslimen, aber auch allen anderen religiös behafteten Menschen die aktive Integration. Die Neuankömmlinge sind quasi kulturell geschockt, wenn das Kind daheim erzählt, dass heute in der Schule gelernt wurde, wie man ein Kondom überzieht. Das versteht nicht einmal ein gläubiger Christ.
Imad Karim (1958- ), libanesisch-deutscher Regisseur, Drehbuchautor und Fernsehjournalist

Die deutsche Politik hofiert weiterhin die Islamverbände, die, ohne gestört zu werden, die Gesellschaft unterwandern. Von einer gelungenen Integration kann da keine Rede sein.
Dahinter steht immer die Warnung, sich bloß nicht von den westlichen Werten überfluten zu lassen. Deshalb sollen die Kinder in den muslimischen Kindergarten, in die muslimische Schule, zum muslimischen Nachhilfeunterricht, damit sie gar nicht erst mit diesen Werten in Berührung kommen.
Wir haben lange den Fehler gemacht, die Integration nur funktional und instrumental zu messen: Sprachkenntnisse, Bildung, Arbeit. Aber wir haben die Einstellung der Immigranten gegenüber den Werten der offenen Gesellschaft ignoriert. Unser Bildungssystem hat versagt, wenn es die Kinder der Zuwanderer nicht zu deutschen Staatsbürgern, sondern zu Erdogan-Anhängern macht.
Hamed Abdel-Samad (1972- ), deutsch-ägyptischer Politikwissenschaftler und Publizist

Wenn ein deutsch-türkischer Comedian auf die Bühen gehen kann, ohne zu thematisieren, dass er Deutschtürke ist, das ist vollendete Integration.
Kaya Yanar (1973- ), deutscher Komiker und Fernsehmoderator

Ich bin dafür, dass wir erst mal in der Mitte der Gesellschaft Debatten führen über unsere Gesellschaft, über unsere Werte und was wir von uns erst mal erwarten. Solange uns aber nicht klar ist, welche Werte uns ausmachen, werden wir das auch nicht kommunizieren nach außen.
Achmed Mansour (1976- ), deutsch-israelischer Psychologe

Und weilst du bei einem Volke 40 Tage, so sei einer von ihnen oder wandere weiter.
arabisches Sprichwort (vorislamisch)

Die Schuld für jeden Misserfolg bei der Integration oder Assimilation wird den Europäern in die Schuhe geschoben. So werden die Europäer beschuldigt, an ihrem Schicksal selbst schuld zu sein, eine legitime Gegenwehr bleibt ihnen versagt, und die Ansichten der Mehrheit werden nicht nur als gefährlich, sondern auch als marginal dargestellt.
Douglas Murray (1979- ), britischer Publizist und Autor

Wenn Ausländer in europäische Länder eingebürgert werden wollen, müssen sie bestimmte Voraussetzungen mitbringen, neuerdings z.B. verlangt man, dass sie die Landessprache kennen. Dasselbe sollte noch viel mehr für die geistigen Voraussetzungen gelten: Die Muslime müssen Grundprinzipien anerkennen, ohne die sie keine Europäer sind und auch nicht werden können. Wie sie diese Grundsätze mit ihrer Religion vereinbaren können, müssen sie selbst zusehen, aber die Europäer sollten ihnen helfen: durch Dialog mit jenen Muslimen, die die dazu nötige geistige Freiheit mitbringen. Und die Kirche sollte bei diesem Dialog, auf dem festen Boden ihrer Lehre, ganz vorne stehen und darauf achten, dass in aller Freiheit über alles, auch über die Inhalte der beiden Religionen, gesprochen werden kann.
Andreas Laun (1942- ), österreichischer Ordenspriester der Salesianer, Weihbischof

Dienen so große Komplexe mit Einrichtungen, die nicht unmittelbar für die Religionsausübung bestimmt sind, wirklich der Integration? Oder wird durch sie die Tendenz zur Abschottung und zu Parallelgesellschaften verstärkt? Was für eine Interpretation des Islam vertritt der Träger der Moschee? Ist sie mit dem Grundgesetz verträglich? Was sind die Geldquellen? Und welche Ziele verfolgen die Geldgeber? Ich meine, dass sowohl die Anwohner als auch der Staat ein berechtigtes Interesse an Transparenz und an der Beantwortung solcher Fragen haben.
Georg Sterzinsky (1936-2011), aus Ospreußen stammender deutscher Theologe, Erzbischof
 

Gestaltung von Migration nach Erfordernissen des Gemeinwohls

Die Position der katholischen Soziallehre zur gemeinwohlorientierten Gestaltung von Migration geht zurück auf den hl. Thomas von Aquin, der als bedeutendste Philosoph unter den Kirchenlehrern mit seinem im 13. Jhd. entstandenen Werk die Soziallehre mitbegründet hat.
Der hl. Thomas bezog sich in seinen Gedanken über das Bürgerrecht v.a. auf Aristoteles sowie die im Alten Testament beschriebene Praxis des Volkes Israel und verwies auf die Risiken, die entstehen würden, wenn Fremden, die sich noch nicht mit dem Gemeinwohl identifizieren, Einfluss in einem Gemeinwesen gewährt werde. Er nahm damit die Diskussion über die Herausforderungen der Integration kulturferner Migranten in westlichen Gesellschaften um Jahrhunderte voraus.

  • Der Umgang mit Fremden sei ihm zufolge nach den Erfordernissen des Gemeinwohl zu gestalten. Fremden, die als Reisende auftreten und sich an das Gesetz halten, sei Gastfreundschaft zu gewähren.
  • Fremde, die sich dauerhaft niederlassen wollten, müssten sich kulturell assimilieren, damit ihre Präsenz nicht im Widerspruch zum Gemeinwohl stehe, und damit sie zu diesem einen Beitrag leisten könnten.
  • Eine Präsenz von Fremden, die mit Bedrohungen für die Sicherheit eines Gemeinwesens verbunden sei, schade dem Gemeinwohl und sei daher abzulehnen.

Auf diesen Gedanken beruht die im Katechismus der Katholischen Kirche festgehaltene Position der Soziallehre, der zufolge ein Gemeinwesen nach seinen Möglichkeiten auch Fremden in Not helfen solle. Ein Migrant habe als Gast jedoch auch Verpflichtungen gegenüber seinen Gastgebern, etwa "das materielle und geistige Erbe seines Gastlandes zu achten, dessen Gesetzen zu gehorchen und die Lasten mit zu tragen"....
Der an der Universität Wien lehrende Theologe Ludger Schwienhorst-Schönberger hatte 2018 kritisiert, dass einige Bischöfe in Deutschland in Migrationsfragen nicht mehr auf der Grundlage der Soziallehre argumentieren würden, sondern auf der Grundlage von im Widerspruch zu dieser stehenden gesinnungsethischen säkularen Ideologien.
https://bundsanktmichael.org/impulse/gestaltung-von-migration-nach-den-erfordernissen-des-gemeinwohls/

Vor diesem Hintergrund erscheint es angebracht, daran zu erinnern, dass die Vorzugsregeln zum Kern der katholischen Moraltheologie gehören und der biblischen Ethik nicht widersprechen. […] Ohne die Anwendung der Vorzugsregeln könnte niemand leben und würde das gesellschaftliche Zusammenleben kollabieren. […] Die […] Taten der Liebe bleiben „auf den abgestuften Kreis derer beschränkt, die der Hilfe am meisten bedürfen und für deren Wohl der Handelnde am besten zu sorgen imstande ist.“ […] Die Liebe als Tat bedarf einer Unterscheidung „zwischen dem Nahen, dem Näheren und dem Nächsten."
https://bundsanktmichael.org/2018/05/17/ludger-schwienhorst-schoenberger-christentum-gesinnungsethik-und-migration/

  Spaß

Die Menschen eilen nur deshalb auf der Jagd nach Vergnügen hierhin und dorthin, weil sie die Leere ihres Lebens deutlicher erkennen als die Leere der jeweiligen neuen Unterhaltung, die sie lockt.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Mathematiker, Physiker, Literat und Philosoph

Alles Transzendente und Metaphysische ist aus dem Leben verbannt und die entstandene Leere von der Unterhaltungsindustrie gefüllt worden.
Marion Gräfin Dönhoff (1909-2002), deutsche Publizistin, Zeitungsherausgeberin und Autorin

Nichts scheut der Mensch mehr als ein Rendezvous mit sich selbst. Davon lebt die Unterhaltungsindustrie.
Fritz Muliar (1919-2009), österreichischer Schauspieler, Kabarettist und Regisseur

Unsere Gesellschaft verkauft sich zunehmend an ein leichtgewichtiges Entertainment, das die gesamte Aufmerksamkeit monopolisiert.
Saul Bellow (1915-2005), US-amerikanischer Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger

Spaßgesellschaft, die Not, dem Unnötigen zu gehorchen.
Die Spaßgesellschaft kommt uns teuer zu stehen.

Manfred Hinrich (1926-2015), deutscher Philosoph, Philologe, Lehrer, Journalist, Kinderliederautor und Schriftsteller

Jesus hat sich nicht abgefunden mit der Zweiteilung der Gesellschaft in Überreiche und Habenichtse, in Event-Jäger und arme Schlucker. Eine Spaßgesellschaft, in der die einen auf Kosten der anderen sich zu Tode amüsieren, war und ist nicht seine Sache.
Franz Kamphaus (1932- ), deutscher katholischer Theologe, Bischof

Heute ist die Idee der Nächstenliebe nicht einmal mehr eine Utopie. Der moderne Hedonist strebt nur noch nach der nächsten Liebe.
Anselm Vogt (1950- ), deutscher Lehrer und Aphoristiker

Das Leben soll eine einzige Party sein. Doch hinter der lockeren Fassade der Spaßgesellschaft verbirgt sich tiefe Angst. Ständig gut drauf sein zu müssen, das hält keiner aus. Bloß nicht zur Besinnung kommen! Bleierne Gedanken drohen vor allem, die Freizeit zu verdüstern. Wer keinen Halt findet, flüchtet deshalb oft in den Rausch. ... Die große Party endet im Katzenjammer. Zitat »Bayerische Rundschau« (26.4.2001)
Die Lebenslüge der Spaßgesellschaft liegt ja darin, Inhalte durch Kommunikation zu ersetzen. Politik und Werbung leben exemplarisch davon, und das gar nicht mal so schlecht. Umso stärker ist in unseren unsicheren Zeiten der Ruf nach dem Echten, nach Wahrheit, Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit. Wenn die Spaßgesellschaft geht, kommt dieses Wertegefüge wieder zurück. Ernsthaftigkeit (nicht Freudlosigkeit!) sollte wieder über die Belanglosigkeit triumphieren, die Würde über die Ironie, die Realität über das Getue.
Peter Hahne (1952- ), deutscher Fernsehmoderator, Autor und Evangelist

In einer hedonistischen Kultur, die zur kurzfristigen Beziehung ermuntert, zur ständigen „Wahl“ und „Verbesserung“, sind langfristige Unternehmungen wie Familie für die meisten kaum noch vorstellbar.
Matthias Matussek (1954- ), deutscher Publizist und Autor

Hedonismus, Materialismus und Unterhaltungsindustrie: Dort gilt unendlicher Spaß. Doch selbst im Kulturbetrieb greift das S-Wort um sich und infiltriert jegliche Aktivität... Das S-Wort ist im Begriff, das sprachliche Feld zu bereinigen. Vermutlich darf man es als Eindeutschung der süddeutschen „Gaudi“ auffassen. Was Gelegenheit zum Rückblick auf Zeiten gibt, als der Wunsch nach Gaudi noch subversiv daherkommen konnte.
Helmut Mayer (1961- ), deutscher Journalist

Jede Zeit hat ihr Götter. Und die heilige Dreifaltigkeit einer wohlstandssatten Freizeitgesellschaft heißt Spiel, Spaß und Zerstreuung.
Alexander Grau (1968- ), deutscher Philosoph, Journalist und Autor

Menschen, die immer nur Spaß haben wollen, kann ich auf Dauer nicht ernst nehmen.
Josef Bordat (1972- ), deutscher Philosoph und Publizist

Unsere heutige Gesellschaft wird zur reinen Spaßgesellschaft und leider eben zu einer Spaßgesellschaft auf Kosten von Mitmenschen und Mitgeschöpfen.
Helma Spona (), deutsche Fotografin und Autorin

Wenn das Jahrtausend beginnt, das nach dem Jahrtausend kommt wird jeder versuchen, soviel Genuss zu erreichen, wie er kann. Der Mann wird seine Frau so oft verstoßen, wie er sich verheiratet und die Frau wird durch hohle Gassen gehen und sich jeden nehmen, der ihr gefällt und Kinder gebären, ohne den Namen des Vaters zu nennen. Doch kein Meister wird das Kind führen. Und jeder wird zwischen allen anderen allein sein.
Johannes von Jerusalem

  Selbstverwirklichung

Es kommt nie und nimmer darauf an, was wir vom Leben zu erwarten haben, vielmehr lediglich darauf: was das Leben von uns zu erwarten hat.
Der Rummel um die Selbstverwirklichung ist ein Symptom des Scheiterns. Selbstverwirklichung sucht nur derjenige, der unfähig ist, den Sinn seines Lebens in etwas anderem zu finden als in seinem Egoismus.
Viktor Emil Frankl (1905-1997), österreichischer Neurologe und Psychiater, Begründer der Logotherapie

Definition von Selbstverwirklichung: Hoch­trabendes Schlagwort, das heute jeder Tropf im Mund führt, um damit seine Ungeneigtheit zu kaschieren, irgendetwas zu tun, das nicht ausschließlich und allein zur Befriedigung des primitiven Egoismus dient.
Günther Blöcker (1913-2006), deutscher Journalist und Schriftsteller

Lasst euch nicht täuschen. Fallt nicht herein auf die Propheten des Egoismus, der falsch verstandenen Selbstverwirklichung, der irdischen Heilslehren, die diese Welt ohne Gott gestalten wollen.
Johannes Paul II. (Karol Wojtyla) (1920-2005), polnischer katholischer Theologe, Papst

Wer sich selbst und allein verwirklichen will, der baut sich nur ein eigenes Gefängnis. Wir sind nicht Herren der Natur, sondern nur ihr Teil.
Richard von Weizsäcker (1920-2015), deutscher Politiker, CDU, Bundespräsident

Das Gegenteil von Selbstlosigkeit ist Selbstverwirklichung.
Johannes Gross (1932-1999), deutscher Journalist und Verleger

Wer Selbstverwirklichung in vollem Umfang will, muss auf Kinder verzichten. Kinder zu haben, ist immer eine Einschränkung der Selbstverwirklichung. Jedenfalls in dem Verständnis, wie es heute weithin herrscht. Ich bin der Überzeugung, dass es richtig verstanden anders ist. dass Kinder geradezu zur Selbstentfaltung einen wesentlichen Beitrag leisten.
Steffen Heitmann (1944- ), deutscher evangelischer Theologe und Politiker, CDU

Die "Selbstverwirklichung" ist das neue Credo. Wenn man sie genauer betrachtet, so handelt es sich eigentlich nur um eine "Ichverwirklichung", also nicht um die Entfaltung einer sozialen, dialogischen Persönlichkeit, sondern umd die Durchsetzung eines Ego. Es folgt die Optimierung des Humankapitals, das seine Grenzen nur noch im jeweils Machbaren findet.
Ulrich Greiner (1945- ), deutscher Journalist und Literaturkritiker

Kinder kommen nicht mehr einfach zur Welt, sie werden an der richtigen Stelle in den großen Selbstverwirklichungsplan eingebaut, häufig sogar als krönender Abschluss nach Traumberuf, -auto und -haus. Und es gibt bereits vor der Zeugung klare Vorstellungen über ihre Schullaufbahn und das ersehnte Nettogehalt… Aber wie in jeder Planwirtschaft funktioniert nichts davon.
Jakob Hein
(1971- ), deutscher Schriftsteller, Drehbuchautor, Dramatiker und Kinderpsychiater

In der Praxis wird mit dem Begriff "Selbstverwirklichung" ein ziemlich egozentrierter Lebenswandel beschrieben. Wenn es zu einer Partnerschaft zweier Selbstverwirklicher kommt, dann ist das eher ein paralleles und locker assoziiertes Leben als eine tiefgreifende symbiotische Gemeinschaft.
Seit den 1970er-Jahren wird nun von Ferministinnen die Kinderbetreuung als nicht selbstverwirklichende Tätigkeit bebrandmarkt. Folgerichtig wollen immer mehr Menschen bewusst keine Nachkommen.
Klaus F. Rittstieg (1971- ), deutscher Chemiker und Umweltbiotechnologe, Autor

  Technik, Technologie

Das blinde Vertrauen in die Technik hat einen Schock erlitten. [über den Untergang der des für "unsinkbar" gehaltenen Luxusdampfers "Titanic"]
Joseph Conrad (Theodor Jósef Konrad Korzeniowski) (1857-1924), englischer Schriftsteller

Wie die Ägypter, die die Krokodile anbeteten, die sie fraßen, beten wir die Automobile an, die uns totfahren. Wir rufen nicht mehr Vaterland, sondern Tempo, und diesem Tempo opfern wir täglich Menschenleben, gesunde Glieder, intakte Nerven.
Carl von Ossietzky (1889-1938), deutscher Journalist, Schriftsteller und Pazifist.

Ich fürchte den Tag an dem die Technologie mehr Raum einnimmt als für die zwischenmenschliche Interaktion genutzt wird. Dann wird die Welt eine Generation von "Idioten" haben.
Albert Einstein (1879-1955), deutscher Physiker, Begründer der Relativitätstheorie, Nobelpreisträger

Es gibt eine eigentümliche Faszination der Technik, eine Verzauberung der Gemüter, die uns dazu bringt, zu meinen, es sei ein fortschrittliches und ein technisches Verhalten, dass man alles, was technisch möglich ist, auch ausführt. Mir scheint das nicht fortschrittlich, sondern kindisch. Es ist das typische Verhalten einer ersten Generation, die alle Möglichkeiten ausprobiert, nur weil sie neu sind, wie ein spielendes Kind oder ein junger Affe. Wahrscheinlich ist diese Haltung vorübergehend notwendig, damit Technik überhaupt entsteht. Reifes technisches Handeln aber ist anders. Es benützt technische Geräte als Mittel zu einem Zweck. Den Raum der Freiheit planen kann nur der Mensch, der Herr der Technik bleibt.
Carl Friedrich von Weizsäcker (1912-2007), deutscher Physiker und Philosoph

Der Mensch ist in der Gegenwart in Technik manchmal so vernarrt, dass ihn kaum der Verdacht befällt, ob sie ihn nicht zum Narren hält.
Karl-Heinz Söhler (1923-2005), deutscher Versicherungsexperte und Publizist

In diesem Universum liefert die Technologie auch die große Rationalisierung der Unfreiheit des Menschen.
Herbert Marcuse (1898-1979), deutsch-US-amerikanischer Philosoph, Politologe und Soziologe

Mich beeindruckt die Gläubigkeit, mit der sich die Menschen von jeder neuen Entwicklung die Rettung der Welt erhoffen. Gestern war es Systems Dynamik, heute sind es die Expertensysteme - und immer wieder verspricht man sich von der neuen Technik die Lösung aller Probleme. Das beweist mir, dass die Menschen zur Technik kein vernünftiges Verhältnis haben.
Joseph Weizenbaum (1923-2008), deutsch-US-amerikanischer Informatiker sowie Wissenschafts- und Gesellschaftskritiker

Die Technophilen sehen die Technik wie ein Liebhaber seine Geliebte, ohne jeden Makel und ohne Sorge um das, was die Zukunft bringen mag. Deshalb sind sie gefährlich.
Neill Postmann (1931-2003), US-amerikanischer Medienwissenschaftler

Haben wir denn derart jeden Maßstab verloren, dass wir glauben, der Mensch müsse sich neuen Technologien anpassen, statt dass wir als Vorbedingung jeder neuen Technologie fordern, dass sie dem Menschen angepasst sein müsse?
Hans A. Pestalozzi
(1929- ), Schweizer Soziologe und Manager

Es gibt unbestreitbar auch in unserer Zeit einen naiven Technikoptimismus, irrationale Allmachtsphantasien und Paradiesverheißungen bei einigen (wenigen?) Technikern. In der Tat muten einige Techniken wie das Skifahren in von Lawinen gefährdeten Hängen an (etwas im Bereich der Gentechnik an Keimbahnen).
Ulrich Lüke (1951- ), deutscher katholischer Theologe und Biologe,  Seelsorger

Fukushima lehrt uns eines: Die Natur ist im wahrsten Sinne des Wortes unberechenbar. Sie hält sich nicht an Grenzwerte, die die Menschen vorgeben. Und das ist die Krux unseres Denkens. Wir sind zu technikhörig, wir sind in gewisser Weise größenwahnsinnig geworden. Die Menschen glauben, alles mit Technik beherrschen zu können. Die Natur aber zeigt uns immer wieder die Grenzen. Sie lässt sich nicht zähmen.
Mojib Latif (1954- ), deutscher Meteorologe, Klimaforscher sowie Hochschullehrer pakistanischer Abstammung

  Digitalisierung, online

Die Gefahr, dass der Computer so wird wie der Mensch, ist nicht so groß wie die Gefahr, dass der Mensch so wird wie der Computer.
Konrad Zuse (1910-1995), deutscher Bauingenieur, Erfinder und Unternehmer

Die Computerisierung des Alltags bringt am Ende nicht Kreativität, sondern die große Gleichförmigkeit.
Joseph Weizenbaum (1923-2008)

Das einzig Sichere einer Zukunft aus dem Computer ist die Katastrophe, da der Computer das Wesentliche unserer Zukunft, das Leben, nicht zu berechnen vermag.
Max Thürkauf (1925-1993), Schweizer Physiker und Philosoph.

Die Vorstellung, dass Menschen ihr ganzes privates und berufliches Leben von zu Hause aus bewältigen, finde ich gefährlich: Neue Eindrücke und soziale Kontakte würden nur noch per Datenleitung entstehen.
Neil Postman (1931- ), US-amerikanischer Medienwissenschaftler

Das Sein verliert seine Bezugspunkte. Sein heißt "in situ" sein, hier und jetzt, "hic et nunc". Genau diese Verortung aber wird vom Cyberspace und der globalisierten Realzeit-Information erschüttert.
Paul Virilio (1932-2018), französischer Philosoph

Die Multimedia-Gesellschaft verführt zur Oberflächlichkeit, dazu, alles wissen zu wollen. Die Zeit zum Nachdenken geht verloren.
Klaus Kinkel (1936- ), deutscher Jurist und Politiker, FDP

Wo man auch hinschaut: Digitales allerorten. Als handele es sich um das Allheilmittel gegen Stagnation und Abschwung, um das Wundermittel für Wachstum und Innovation, wird die sogenannte „Digitalisierung“ inzwischen inflationär in immer neuen Variationen herumgereicht
Georg Faßbender ()

Handy brumm - ergo sum.
Rainer Karius (1935- ), deutscher Management- und Verkaufstrainer

Auf dem Lokus mit dem Handy: moderner modus vivendi.
Klaus Klages (1938- ), deutscher Gebrauchsphilosoph und Abreißkalenderverleger.

Für viele Handybesitzer ist das Klingelzeichen der Beweis, dass sie wichtig sind.
Ein defektes Handy ist für viele gleichbedeutend mit einem verkorksten Leben.
Klaus Ender (1939- ), deutscher Fotograf und Autor

Das Handy fungiert als Herzschrittmacher ersterbender Gesprächskultur der Postmoderne.
Peter Cerwanka (1942- ), österreichischer Verkehrswissenschaftler

Wenn ich vor hundert Jahren auf die Welt gekommen wäre, hätte ich mit meinen zwei linken Händen nicht überlebt. Wenn ich in hundert Jahren auf die Welt käme, würde ich in all dem digitalen Kram untergehen. Ich bin froh, daß ich zur rechten Zeit geboren bin.
Petrus Ceelen (1943- ), belgischer katholischer Theologe, Gefängnisseelsorger und AIDS-Seelsorger

Die Nutzer der neuen digitalen Informationsmedien sind gleichsam zu Cyborgs geworden. Sie nutzen diese Medien als Sinnesorgane, die Medien gehören zum Selbstverständnis ihres Handelns in der Welt. Gerade die Facebook-Generation gibt damit einen großen Teil ihrer individuellen Freiheit und ihrer Privatsphäre preis.
Ulrich Beck (1944-2015), deutscher Soziologe

Ohne Handy fühlen sich die Abhängigen regelrecht eines Organs beraubt…. Wahrschenilich nehmen die Handy-Junkies ihre Geräte mit ins Bett, lassen sie womöglich an, um nur ja nichts zu verpassen, keine SMS, kein, Anruf, keine Sportnachricht. Und das bei der möglichen Strahlung.
Helmut Kolitzus (1948- ), deutscher Psychosomatiker, Psychiater, Supervisor, Lehrtherapeut und

Kultur ist immer Freiheit von der Notwendigkeit und nicht das spielerische Einüben in die Sachzwänge der digitalisierten Wettbewerbsgesellschaft.
Konrad Paul Liessmann (1953- ), österreichischer Essayist und Kulturpublizist, Hochschullehrer

Der anvisierten Digitalisierung aller Dinge wohnt ein totalitärer Zug inne.
Werner Thiede (1955- ), ein deutscher protestantischer Theologe, Pfarrer und Publizist

In der Medizin müssen neue Verfahren vor ihrer Einführung gestestet und für besser als bisherige Verfahren befunden worden sein. Sonst werden sie eben nicht eingeführt. In der Pädagogik wird erst eingeführt und dann nachgesehen, ob das Ganze etwas bringt. Oft genug zeigt sich dann, dass es nichts bringt und sogar schadet; wobei die Beispiele von der Mengenlehre in der ersten Klasse über die Einführung des Taschenrechners, des Schreibens nach Gehör oder das G8 … bis hin zur Einführung von PC's, Laptops, Whiteboards, Tablets, WLAN und Smartphone reicht.
Das Smarthpone auf dem Schreibtisch reduziert das Denkvermögen und den Intelligenzquotienten - einfach nur dadurch, dass es da liegt, also selbst dann, wenn es nicht verwendet wird. Es lenkt offenbar allein durch seine Präsenz ab, denn man könnte es ja verwenden.
Die Digitalisierung bringt Menschen nämlich nicht, wie oft behauptet wird, zusammen, sondern bewirkt eine Zunahme von Unzufriedenheit, Depression und Einsamkeit.
Ich kenne keinen größeren Willensbildungskiller als das Smartphone. Nicht umsonst war "Smombie", also Smartphone-Zombie (Zombie = willenloser Mensch) das Jugendwort des Jahres 2015. Die Jugend hat also schon begriffen, dass das Smartphone Willensbildungsprozesse beeinträchtigt! Unsere Bildungsverantwortlichen noch nicht.
Manfred Spitzer (1958- ), deutscher Pychiater, Hochschullehrer und Autor

Aber das an verschiedenste Netzwerke angeschlossene Individuum ist zutiefst einsam und von jeder gemeinschaftlichen Zugehörigkeit abgetrennt. Sein Wunsch, permanent "online" zu sein, zeugt nur von einer Panik vor der Einsamkeit, der es vergeblich zu entfliehen versucht, weil diese es mit dem Schwindel einer inneren Leere konfrontiert.
Nathalie Sarthou-Lajus (1967- ), französische Philosophin

Kontaktaufnahme in Foren – Zärtlichkeit via Webcam – Liebesschwüre über Messenger – Cybersex – Heiratsantrag per E-Card – Aufgebot/ Hochzeit/ Scheidung online – Psychotherapie im SMS-Abo – letzte Rundmail an Freunde – Endstation virtueller Friedhof. Welch grausame Vorstellung!
Monika Stabel

  Mobiliät

Wir müssen die Widersprüche sehen, die viele Menschen im Alltag erleben. Einerseits hören sie viel von Grundwerten und von den Werten, die unsere Gesellschaft zusammenhalten. Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität stehen in Parteiprogrammen. Mitmenschlichkeit und Gewaltlosigkeit werden nicht nur in kirchlichen Akademien gefordert; sie sind auch für das Handeln vieler Menschen bestimmend. Andererseits gilt im Alltag oft genug das Gegenteil: Viele erleben im beruflichen und wirtschaftlichen Alltag erbarmungslosen Konkurrenzkampf, statt Beständigkeit ständige Neuorientierung, statt Ehrlichkeit Gerissenheit. Der Verlust sozialer Bindungen wird zum stillschweigend eingeforderten Preis fast unbegrenzter Mobilität. Was zählt, ist jugendliche Bereitschaft zur Selbstausbeutung - die Erfahrung des Alters hingegen zählt anscheinend nicht.
Johannes Rau (1931-2006), deutscher Politiker, SPD

Zeugnis – ausgestellt unserer Gesellschaft: Mobilität: ausgezeichnet. Kommunikation: hervorragend. Wertevermittlung: ungenügend.
Heinz Körber (1938- ), deutscher Chemiker und Aphorist

Wenn ihr schon mobil sein wollt, dann nicht auf Kosten der Umwelt. Benutzt Autos, die nur ein Viertel von dem verbrauchen, was heute üblich ist. Die Industrie kann solche Autos herstellen. Dass sie das auch tut, dafür müssen wir sorgen.
Thilo Bode (1947- ), deutscher Politiker und Umweltaktivist

Die neue Berufswelt kann immer weniger das bieten, was in der Marktwirtschaft ohnehin Mangelware ist: Zugehörigkeit. Sie bietet keinen Verlass mehr, keine Sicherheit, keinen Zusammenhalt. Sie zwingt vielen ein bedingungsloses Nomadenleben auf, denn mit leichtem Gepäck reist es sich besser. Familiäre oder freundschaftliche Bindungen und die Verwurzelung in einem sozialen Umfeld sind Gift für die Karriere. Die neuen Zeiten verlangen nach strahlenden Siegertypen, bedingungslos und einsatzbereit, wo immer sie gebraucht werden - Fremdenlegionäre, die weder Furcht noch Heimat kennen.
Axel Braig (1951- ), deutscher Philosoph

Wenn die Familienarbeit nicht gesellschaftlich ausreichend anerkannt wird, wenn die Familie nicht wider stärker als Schicksals- und Erwerbsgemeinschaft geachtet wird, entsteht eine neue soziale Frage, eine drückende Ungerechtigkeit. Die Kinder- und Bindungslosen können mobil sein, können Kapital für die Zukunft bilden, währen diejenigen mit Kindern steigende Erziehungs- und Bildungskosten und keine nennenswerte Aussicht auf eine angemessene Gegenleistung haben.
Udo di Fabio (1954- ), deutscher Jurist, Bundesverfassungsrichter

Wir müssen lernen, Mobilität nicht nur als körperliche Bewegung von A nach B zu begreifen. Mobilität in Zukunft ist META-MOBILITÄT – es geht um geistige, emotionale, mentale, kommunikative und soziale Mobilität. Die Vehikel, die man dazu braucht, sind nur teilweise Autos, Flugzeuge und Eisenbahnen.
Matthias Horx (1955- ), deutscher Publizist und Unternehmensberater

  Beschleunigung

Den Gang der gemessen ablaufenden Zeit beschleunigen zu wollen, ist das kostspieligste Unternehmen.
Arthur Schopenhauer (1788-186), deutscher Philosoph

Bei der ungeheuren Beschleunigung des Lebens werden Geist und Auge an ein halbes und falsches Sehen und Urteilen gewöhnt.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Unsere Tragödie besteht genaugenommen darin, dass sich der Lebensrhythmus nicht mehr nach dem Herzschlag richtet, sondern nach der rasenden Umdrehungsgeschwindigkeit von Turbinen, die sich täglich steigert.
Georges Bernanos (1888-1948), französischer Schriftsteller

Der Mensch von heute hat nur ein einziges wirklich neues Laster erfunden: die Geschwindigkeit.
Aldous Huxley (1894-1963), englischer Schriftsteller

Wir sind geschlagen in dem Wahn, die Zeit überholen zu wollen.
Graham Greene (1904-1991), englischer Schriftsteller

Es wurde alles rascher, damit mehr Zeit ist. Es ist immer weniger Zeit.
Elias Canetti (1905-1994), deutschsprachiger bulgarischer Schriftsteller

Wir wissen, dass wir in einer in ständiger Beschleunigung befindlichen Welt, in der man den Atlantik in weniger als einem Tag überquert und in der Moska binnen weniger Stunden mit Washington korrespondiert, zur Solidarität oder Komplizität gezwungen sind.
Albert Camus (1913-1960), französischer Schriftsteller und Philosoph

Vielleicht sind wir deshalb so unbeständig, so aggressiv, weil wir unsere innere Zeit mit der äußeren Beschleunigung nicht mehr in Einklang bringen können.
Hanns Cibulka (1920-2004), deutscher Schriftsteller.

Jeder ist immer erreichbar. Die ganze Welt beschleunigt sich, alles ist dringend, und wo alles dringend ist, ist nichts mehr dringend, und damit schlittern wir in eine Bedeutungslosigkeit hinein.
Joseph Weizenbaum (1923-2008), deutsch-US-amerikanischer Informatiker, Wissenschafts- und Gesellschaftskritiker

Die Welt hat in Wahrheit nicht noch mehr Beschleunigung nötig: Sie braucht zwischendurch ein Bett, um sich auszustrecken, damit ihre Seele sich erholen kann.
Sheikh Hamidou Kane (1928- ), senegalesischer Schriftsteller

Zu den besonderen, weltgeschichtlich neuartigen Kennzeichen unserer Zeit gehört die Beschleunigung der Veränderungen. Indes stellt sich die Frage, ob es nicht manches gibt, was es wert wäre bewahrt zu werden. Zur Sturmflut des Wandels gehört in der Wendung zur Zukunft des Vergessens vor allem, was einmal war. Brauchen wir darum nicht um so dringender das Erinnern?
Christian von Krockow (1927-2002), deutscher Politikwissenschaftler, Historiker und Schriftsteller

Was uns auf dem Weg ins Zeitalter des Superindustrialismus widerfährt, können wir nur verstehen, wenn wir die Beschleunigungsprozesse kennen und den Begriff der Vergänglichkeit erfassen.
Alvin Toffler (1928-2016), US-amerikanischer Futurologe

Je mehr wir alles beschleunigen, desto weniger Zeit haben wir, weil wir die Fähigkeit verlieren, uns Zeit zu lassen.
Paul Schibler (1930-2015), Schweizer Aphoristiker

Die Beschleunigung von Produktion und Konsum macht den Körper geradezu zum Endlager für fremde Stoffe, die Psyche zum Endlager für fremde Motive. Die Rücksichtslosigkeit der Arbeitswelt gegenüber der 'inneren' Uhr des Menschen und gegenüber der Vielfalt der Bedürfnisse bedroht die kürzeren körperlichen und psychischen Zyklen und greift in die längeren Zyklen, also in die Gestaltung des gesamten Lebens und seiner Abschnitte ein.
Fritz Reheis (1949), deutscher Sozialwissenschaftler

Die Zeitspanne zwischen einem Reiz und seiner Befriedigung hat sich auf einen Tastendruck verkleinert - der einzige akzeptable Zeitrahmen lautet heute: sofort.
Sascha Lobo (1975- ), deutscher Blogger, Buchautor, Journalist und Werbetexter

Geschwindigkeit vernichtet den Raum und verdichtet die Zeit - ein sicherer Weg in die Katastrophe.
Die Geschwindigkeit ruft die Leere hervor, die Leere treibt zur Eile.
Paul Virillo (1932-2018), französischer Philosoph und Kritiker der Mediengesellschaft

Die Beschleunigungsgesellschaft fordert den Menschen und sie überfordert ihn.
Klaus Koziol (20. Jh.), deutscher Autor

  Flexibilität

Der flexible Mensche erweist sich als überforderter Mensch
Jügen Safransik (1945- ), deutscher Philosoph

In gewisser Weise flexibilisieren wir die Arbeit auf Kosten der nächsten Generation.
Raimund Waltermann (), deutscher Arbeitsrechtler

Der Tisch als Zentrum des Familienlebens hat in vielen Familien ausgedient und ist vom Kühlschrank ersetzt worden, aus dem sich jeder nach Maßgabe seines individuellen Tagesablaufs flexibel bedient.
Axel Braig (), deutscher Philosoph

Vor allem die wirtschaftlichen Eliten, die von den vielen Arbeitnehmern Flexibilität und Gehaltsverzicht verlangen, sollten die gleichen Maßstäbe für sich selber gelten lassen.
Wolfgang Thierse

Die Risiken, sich langfristig im Lebenslauf zu binden in der Form von Kindern aber auch in der Form von langfristiger Partnerschaft, nehmen um so stärker zu, je dynamischer eine Welt sich verändert. Wenn man sich in einer dynamischen Welt orientieren muss, auch behaupten muss, braucht man Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Mobilität, in jeder Hinsicht, sozusagen regional, sozial, eben biographisch, und Kinder haben ist das Gegenteil von Beweglichsein.
Herwig Birg

Nach diesem Kriterium ist das Dümmste, was ein Marktteilehmer jemals tun kann, Kinder zu bekomen. Sie machen die Eltern ärmer, weniger fähig, im Markt zu bestehen und Entscheidungen zu treffen, abhängiger und unflexibler.
Philipp Blom

Statistische Erhebungen zeigen, dass der Lebensstandard einer Familie mit zwei Kindern erheblich unter dem eines entsprechenden kinderlosen Ehepaares liegt. Die Maßnahmen des Familienlastenausgleichs vermögen im Durchschnitt nicht einmal die unmittelbaren durch Kinder bedingten Aufwendungen, geschweige denn das durch den Rückgang der Erwerbsbeteiligung sinkende Haushaltseinkommen auszugleichen. Mehrere Kinder zu haben ist heute zu einem Armutsrisiko geworden. Schwerer noch als die finanziellen Einschränkungen wiegen jedoch für junge Familien andere Benachteiligungen: Sie suchen für Kinder geeigneten Wohnraum und erleben, sofern sie ihn überhaupt bezahlen können, dass ihnen Kinderlose vorgezogen werden. Mehrkinderfamilien sind hier sogar extrem benachteiligt. Sie erfahren Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt, da sie in räumlicher und zeitlicher Hinsicht weniger flexibel sind. Auch der fortlaufende Verlust an gemeinsamer Zeit (etwa durch Schichtarbeit oder Sonntagsarbeit) trifft die Familien. Besondere Belastungen treten infolge von Arbeitslosigkeit und Überschuldung auf. Gegen die Wahrnehmung von Elternverantwortung verhalten sich Wirtschaft, Staat und soziale Dienste zwar nicht ablehnend, aber vielfach indifferent, d. h. sie behandeln Eltern und Kinderlose grundsätzlich gleich. Daraus resultiert eine strukturelle Benachteiligung der Familien. Deutschland gehört zu den Ländern Europas mit der geringsten Geburtenrate und dem größten Anteil an Einpersonenhaushalten....
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erschweren die Entscheidung für die Lebensform Familie. Materielle und soziale Sicherheit sind nach wie vor ganz vorrangig an eine lebenslange Erwerbsbiografie gekoppelt und behindern daher die Entscheidung zur Lebensform Familie. Die Erwerbsarbeitsgesellschaft und ihre Arbeitswelt sind zentrale Bestimmungsgrößen für die Lebensmöglichkeiten der Familie. Unter dem Vorzeichen von zunehmend geforderter Flexibilität und Mobilität dringen sie bis in die privaten Lebensräume der Menschen ein und beeinflussen die Gestaltung des familiären Zusammenlebens. Zugleich ist die Teilhabe an Erwerbsarbeit der zentrale Faktor für die wirtschaftlichen Gestaltungsmöglichkeiten insbesondere der Familien. Dies wird besonders deutlich, wenn Familien von der Teilhabe an Erwerbsarbeit durch Arbeitslosigkeit oder Familienarbeit ausgeschlossen sind. Eine verantwortliche Familienpolitik muss gerechte wirtschaftliche und soziale Rahmenbedingungen schaffen, die es Familien erleichtern, ein dauerhaftes Lebenskonzept mit Kindern zu realisieren.
Gemeinsames Sozialwort von EKD und DBK

Zeitgeist

Wenn ihr von der Welt stammen würdet, würde die Welt euch als ihr Eigentum lieben. Aber weil ihn nicht von der Welt stammt und ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt.
NT, Johannes 18,19

Denn es wird eine Zeit kommen, da wird man die gesunde Lehre unerträglich finden und sich nach eigenem Gelüsten Lehrer über Lehrer beschaffen, weil man nach Ohrenkitzel Verlangen trägt.
NT, 2. Timotheus 4,3

Passt euch nicht dieser Weltzeit an, sondern erneuert euer Denken und Leben.
NT, Römer 12,2

Die Zeitverhältnisse bringen es mit sich, das manches Lobenswerte gemaßregelt wird.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Wir entfernen uns vom natürlichen Empfinden und folgen der Masse, die zu nichts Gutem rät und hier wie überall völlig unzuverlässig ist.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Auch die Begriffe von Tugend und Sittlichkeit sind der Mode unterworfen, und wer sich nicht nach den Modebegriffen seines Jahrhunderts schmiegen kann, der wird von den Zeitgenossen verkannt und verschrien.
Moses Mendelsohn (1729-1786), deutscher jüdischer Philosoph

Wenn eine Seite nun besonders hervortritt, sich der Menge bemächtigt und in dem Grade triumphiert, das die entgegengesetzte [Seite] sich in die Ecke zurückziehen und für den Augenblick im stillen verbergen mus, so nennt man jenes Übergewicht den Zeitgeist, der dann auch eine Zeitlang sein Wesen [man könnte auch sagen Unwesen] treibt.
Was ihr den Geist der Zeiten nennt, ist im Grunde genommen der Herren eigener Geist.

[= die die Macht in Politik und Medien haben prägen auch den Zeitgeist!]

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Wir leben in einer traurigen Zeit, Schurken werden zu den Besten, und die Besten müssen Schurken werden. Ich verstehe sehr gut die Worte des Psalmisten: Herr Gott, gib mir mein täglich Brot, dass ich Deinen Namen nicht lästere!
Heinrich Heine (1797-1865), deutscher Dichter und Publizist

Ein Produkt des Zeitalters zu werden, statt es zu bearbeiten und zu seinem Produkt zu machen, ist Verzichtleistung auf alle Selbständigkeit, ist Endwürdigung der Menschheit, ist Selbstvernichtung.
Johann Michael Sailer (1751-1832), deutscher katholischer Theologe und Pädagoge, Bischof

Wir leben in einem Zeitalter, in dem die überflüssigen Ideen überhandnehmen und die notwendigen Gedanken ausbleiben.
Joseph Joubert (1754-1824), französischer Moralist

Lebe in deinem Jahrhundert, aber sei nicht sein Geschöpf; leiste deinen Zeitgenossen, aber was sie bedürfen, nicht was sie loben.
Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter

Ansichten, die vom herrschenden Zeitgeist abweichen, geben der Menge stets ein Ärgernis.
Germaine de Staël (1766-1817), französische Schriftstellerin

Wenn es absurd ist, vom Geist der Zeit keine Notiz zu nehmen, so ist es noch verwerflicher, den Geist einer absurden Zeit zu billigen.
Franz Grillparzer (1791-1872), österreichischer Schriftsteller

In unseren Tagen ist Nebelhaftigkeit die Mutter der Weisheit. Aber so kann es nicht länger bleiben, wo man zu lesen und zu denken versteht.
John Henry Newman (1801-1890), englischer Theologe, anglikanischer Pfarrer, Konvertit, katholischer Kardinal, Publizist

In unseren großen Städten ist die Bevölkerung gottlos, materialistisch - keine Bindung, kein Gemeinschaftsgefühl, keine Begeisterung. Dies sind keine Menschen sondern Hunger, Dürste, Fieber und Appetite die herumlaufen.
Ralph Waldo Emerson (1803-1882), amerikanischer Essayist, Dichter und Philosoph

Heutzutage ist ein Wunder, einen Menschen zu treffen, der bis zu Ende denkt.
Léon Bloy (1846-1917), französischer Schriftsteller

Die Mode des Denkens ändert sich wie die Mode der Kleidung, und es ist schwer, wo nicht möglich, für die meisten, anders zu denken als nach der Mode ihrer eigenen Epoche.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Literaturnobelpreisträger

Schreckliche Gefahr einer Epoche, die für eine Zeit den Sinn für die Werte des Lebens verloren hat und für die die ernstesten Werte Spielzeug geworden sind.
Romain Rolland (1866-1944), französischer Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger

Die Geschichte unserer Zeit ist von einer nie zuvor erreichten Unsinnigkeit. Erklärbar ist sie heute und für alle Zeiten nur dadurch, dass wir mit einer Kultur ohne Ethik auskommen wollen.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Mit dem Geist der Zeit befinde ich mich in vollständigem Widerspruch, weil er von Missachtung des Denkens erfüllt ist.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph
These 82
Reformation 2017 - These 82: Die Kirche muss zwangsläufig
im Konflikt mit dem Zeitgeist stehen ...
Neufassung von Martin Luthers 95 Thesen auf auf dem
evangelikalen Blog aufatmen in Gottes Gegenwart

Ein hehrer Anspruch - doch wie sieht die Wirklichkeit aus?
(vgl. Haltung der ev.-luth. Kirche zur "Ehe für alle")

http://blog.aigg.de/?p=2408
Kreuz und queer
evangelisch.de - Mehr als du glaubst. KREUZ & QUEER
http://www.evangelisch.de/blogs/kreuz-queer/148995/07-03-2018

Für die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sind Vertrauen, Verlässlichkeit und die Übernahme von Verantwortung in der Gestaltung menschlicher Beziehungen von zentraler Bedeutung. Aus Sicht der EKD bietet die Ehe dafür beste Voraussetzungen und ist deshalb ein Zukunftsmodell. Sie bildet den rechtlichen Rahmen für ein Zusammenleben von zwei Menschen, das auf lebenslanger Treue beruht. Dass auch für gleichgeschlechtlich liebende Menschen, die den Wunsch nach einer lebenslang verbindlichen Partnerschaft haben, der rechtliche Raum vollständig geöffnet wird, in dem Vertrauen, Verlässlichkeit und Verantwortung durch gesetzliche Regelungen geschützt und unterstützt werden, begrüßt die EKD. Die Bedeutung der Ehe zwischen Mann und Frau wird dadurch keineswegs geschmälert. Im Gegenteil – sie wird noch einmal unterstrichen.
https://www.ekd.de/Stellungnahme-des-Rates-der-EKD-zur-Debatte-um-die-Ehe-fuer-alle-24373.htm

Jesus antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat, und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein?
NT, Matthäus 19,4f

Martin Luther nannte beim Reichtstag 1521 in Worms zwei Kriterien für sein Gewissen: „Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe.“ Die Schrift nennt die Ehe ein Bild für den Bund Gottes mit den Menschen. Sie ist der Ort der Schöpfung und Bewahrung neuen Lebens. Und die Vernunft weiß: Neues Leben entsteht zwischen Mann und Frau. Die Ehe kann ihrem Wesen nach gar nicht „für alle“ da sein. Ehe ist die verbindliche Gemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau – und wird vom Grundgesetz geschützt. Aber was ist mit der Diskriminierung anderer Lebensformen? Oh ja, die gibt es. Bis heute. Christen dürfen auf keinen Fall zulassen, dass homosexuelle Menschen, und die Kinder, die bei ihnen aufwachsen, abgelehnt und diskriminiert werden. Ein solcher Geist entspricht nicht der Liebe Christi, niemals! Die Frage an einen säkularen Staat muss heißen: Ist genug Recht für alle da? Da erkenne ich ein klares „Ja“. Das Lebenspartnerschaftsgesetz ist ein wirksames und ausreichendes Instrument, um gleichgeschlechtliche Paare rechtlich zu schützen. Eine „Ehe für alle“ dagegen droht eine „Ehe für keinen“ (FAZ) zu werden. Mit meinem Gewissen könnte ich das nicht vereinbaren.
Uwe Heimowski (1964- ), Beauftragter der Deutschen Evangelischen Allianz am Sitz des Bundestages und der Bundesregierung

Der Geist der Zeit lässt ihn nicht zu sich selber kommen.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Nichts ist bezeichnender für das Wertsystem unserer Tage, als dass man die Wichtigkeit einer Idee an der Statistik ihrer Anwendungsfälle messen zu können glaubt.
Gustav Radbruch (1878-1949), deutscher Jurist und Politiker, SPD

Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und zu sagen: Nein!
Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Journalist, Satiriker

Wir leben in einer Zeit und in einem Milieu, das mit christlichen Ideen gesättigt ist, das sich nicht mehr seines Ursprungs erinnert.
Étienne Gilson (1884-1978), französischer Philosoph und Historiker

Die jeweils herrschende Philosophie bestimmt den Zeitgeist.
Edith Stein (1891-1942), deutsche Philosophin aus jüdischer Familie, Ordensschwester, Ermordung im KZ, heilig gesprochen

Die rastlose Selbstzerstörung der Aufklärung zwingt das Denken dazu, sich auch die letzte Arglosigkeit gegenüber den Gewohnheiten und Richtungen des Zeitgeistes zu verbieten.
Theodor Wiesengrund Adorno (1903-1969), deutscher Philosoph, Soziologe und Musiktheoretiker

Wir sind jetzt so tief gesunken, dass die Neuformulierung des Offensichtlichen die erste Pflicht des intelligenten Menschen geworden ist.
George Orwell (1903-1950), englischer Schriftsteller

Wer sich an das Absurde gewöhnt hat, findet sich in unserer Zeit gut zurecht.
Eugêne Ionesco (1912-1994), französischer Schriftsteller rumänischer Herkunft

Es gibt noch eine dritte Form der Feigheit bei den Christen: nämlich die Angst vor dem Urteil der andern. Man möchte nicht den Eindruck erwecken, man sei nicht auf der Höhe der Zeit, und man hat nicht den Mut, das auszusprechen, was man im Innersten des Herzens denkt. Weil diese Zeitung oder jene Zeitschrift einen Film rühmt, findet man nicht gleich den Mut, zu sagen, dass dieser Film, menschlich gesehen, abstoßend ist und uns kein höheres Erlebnis vermittelt. Es gibt eine Feigheit der christlichen Kritiker, die mehr oder weniger aus Rücksichtnahme besteht.
Jean Daniélou (1905-1974), katholischer Theologe, Jesuitenpater und Kardinal

Es gibt ganze Epochen, in denen zu gefallen beschämend ist.
Nicolás Gómez Dávila (1913-1994), kolumbianischer Philosoph

Gegen den Zeitgeist darf man sich nur stellen, wenn man bereit ist, sehr viel Häme, sehr viel Feindschaft in Kauf zu nehmen. Vor vierhundert Jahren wurde man als Hexe verbrannt.
Elisabeth Noelle-Neumann (1916-2010), deutsche Kommunikationswissenschaftlerin, Gründerin des Instituts für Demoskopie (IfD) in Allensbach

Deprimierend ist, dass die derzeit intellektuelle Pseudo-Elite die Absolutheit von Gut und Böse verlacht und sie mit "Pluralismus" der Ideen und Handlungen verschleiert.
Alexander Solschenizyn (1918-2008), russischer Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger

Ich glaube, in dieser barbarischen Zeit muss man sich selber ganz treu bleiben und Zeugnis ablegen von dieser Dekadenz, dasein und versuchen zu sagen, was man im Rahmen seiner Bildung, seiner Generation sagen kann.
Frederico Fellini (1920-1993), italienischer Filmemacher und Regisseur

Wer sich dem Trend ausliefert, dem, was angesagt ist, der ist ein armer Hund. Etwas Bornierteres als den Zeitgeist gibt es nicht. Wer nur die Gegenwart kennt, muss verblöden.
Hans Magnus Enzensberger (1929- ), deutscher Dichter, Schriftsteller, Herausgeber, Übersetzer und Redakteur

Je schnelllebiger die Zeiten, um so wichtiger werden Orientierung und die Fähigkeit, zu unterscheiden zwischen dem, was früher war und heute überholt ist, und dem, was heute wie gestern gilt, weil es zeitlos ist. [Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander!]
Johannes Rau (1931-2006), deutscher Politiker, SPD

Angela Merkel CDU und christliches Menschenbild
https://gutezitate.com/zitat/133434

Mir schwebt eine CDU vor, die in der Lage ist, den Geist der Zeit mitzuprägen, aber nicht dem Zeitgeist hinterherzulaufen. [Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander!]

Angela Merkel (1954- ), deutsche Politikerin, Bundeskanzlerin

Wahr ist, dass meine Partei Ehe und Familie dem Zeitgeist ausgeliefert hat. Dabei ist die Ehe vielleicht die letzte anti­kapitalistische Gemeinschaft, in der  Wir sind dabei, die Ehe in einer reinen Geschäftsbeziehung aufzulösen. [...] Alles wird eine Sache des Geldes. Ich glaube, dass es in dieser globalisierten Welt dennoch eine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit und ein Bedürfnis nach Privatheit gibt. Familie ist der Versuch einer Antwort darauf. Jetzt geht es - auch meiner Partei - nur noch um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Bei näherem Hinsehen handelt es sich um die Unterordnung der Familie unter die Belange der Wirtschaft.
Norbert Blüm (1935- ), deutscher Sozialpolitiker, früherer Arbeitsminister

Die christlichen Parteien und die christlichen Politiker des Westens haben sich bei der Wahl zwischen der Treue zu christlichen Prinzipien und einem größeren Anteil an Macht entschieden – und zwar für die Macht.
Vladimir Palko (1957- ), slowakischer Mathematiker und Poltiitiker, Vorsitzender der KDS, durfte wegen seines christlichen Bekenntnisses unter dern Kommunisten nicht als Lehrer arbeiten, Autor des Buches "Die Löwen kommen", in dem er Kritik an der "anthropologischen Revolution" übt

Wir leben im Zeitalter der Verschwommenheit und Verwirrung. Dagegen anschreiben wird zur großen Überlebensfrage für die Printmedien.
Thomas Kielinger (1940- ), deutscher Journalist und Autor

Das Evangelium ist eindeutig und bedarf keiner Anpassung an den Zeitgeist.
Werner Münch (1940- ), deutscher Politikwissenschaftler, Politiker, CDU, Personal- und Unternehmensberater

Jede Abweichung vom herrschenden Zeitgeist wird sofort mit einem Lächerlichmachen bestraft.
Ernst Ferstl (1955-), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

Beim Kreieren von Trends und im "Zeitgeist" spielen ebenfalls Entwertungen eine Rolle. Ertwas wird für "in" erklärt - oder eben auch für "out". Davon sind durchaus nicht nur Kampagnen in der Mode oder in der Werbung durchdrungen, sondern das "In oder out"-Denken und der inflationäre Gebrauch des Wortes "neu" beziehen sich genauso auch auf Lebens- und Wohnstile, Esskultur, Gebrauchsgegenstände, persönliche Einstellungen, politische und religiöse Überzeugungen und gesellschaftliche Umgangsformen. Diejenigen, die sich dem Trend entsprechend inszenieren, werden dann als "in" gehandelt, erfahren Wertschätzung und genießen eine Art Vorbildcharakter, avancieren zum Star, werden bejubelt, animieren zum Nacheifern. Diejenigen, die als "out" gelten, werden ausgegrenzt und entwertet.
Sigrid Engelbrecht (1954- ), deutsche Politikerin, Bündnis 90/Die Grünen, Autorin

Aber grundfalsch wäre es, die Botschaft selbst dem Zeitgeist anzupassen, weil sie zu unbequem zu sein scheint (wie man es heute manchen Protestanten vorwerfen kann) [und auch Katholiken!].
Ullrich Filler (1971- ), deutscher katholischer Theologe, Pfarrer und Autor

Katholiken, die nicht mehr - oder wenigstens nicht mehr so stark, so auffällig, so komisch katholisch sein wollen, ziehen sich auf gesellschaftlich anerkanntere Positionen und Verhaltensweisen zurück. Eine Massenbewegung. Und dieser Rückzug wird mit viel Getöse durch Ausreden, Irrtümer, Halbwahrheiten und Trugschlüsse gedeckt.
Ullrich Filler (1971- ), deutscher katholischer Theologe, Pfarrer und Autor

  Tradition

Auf jedem Gebiet bietet die Tradition aufgrund lang dauernder Beobachtung einen unglaublichen Erfahrungsschatz.
Marcus Tullius Cicero (106 v. Chr.-43 v. Chr.), römischer Philosoph

Gerade den besten Gesetzen der Vorfahren geben wir leichten Herzens den Abschied. Geht es aber um Verhältnisse, die sie klüger hätten gestalten können, da greifen wir sogleich und mit Freuden zu jener billigen Ausrede von der guten Tradition und verbeißen uns in das Althergebrachte wie wütende Köter.
Thomas Morus (1478-1535), englischer Staatsmann und Humanist, Märtyrer unter Heinrich VIII.

Ich werde immer mehr in der Anschauung bestärkt, dass wir viel zu sehr mit dem Alten aufräumen und die Weisheit und Erfahrung zurückliegender Zeiten nicht genug würdigen.
Theodor Fontane (1819-1898), deutscher Dichter hugenottischer Abstammung

Es ist doch klar, dass Tradition nichts anderes ist als über die Zeit sich hinstreckende Demokratie. Sie ist die Bevorzugung einer Stimmenmehrheit vor der einzelnen und willkürlichen Stimme.
Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), englischer Schriftsteller

Im Gegensatz zum Tier sagt dem Menschen kein Instinkt, was er muss, und im Gegensatz zum Menschen in früheren Zeiten sagt ihm keine Tradition mehr, was er soll, und nun scheint er nicht mehr recht zu wissen, was er eigentlich will.
Viktor Emil Frankl (1905-1997), östereichischer Psychotherapeut, Begründer der Logotherapie

Die Tradition aller toten Geschlechter lastet wie ein Alp auf dem Gehirne der Lebenden. Und wenn sie eben damit beschäftigt scheinen, sich und die Dinge umzuwälzen, noch nicht Dagewesenes zu schaffen, gerade in solchen Epochen revolutionärer Krise beschwören sie ängstlich die Geister der Vergangenheit zu ihrem Dienste herauf, entlehnen ihnen Namen, Schlachtparole, Kostüm, um in dieser altehrwürdigen Verkleidung und mit dieser erborgten Sprache die neuen Weltgeschichtsszene aufzuführen.
Karl Marx (1818-1873), deutscher Philosoph, Ökonom, Gesellschaftstheoretiker, politischer Journalist, Protagonist der Arbeiterbewegung sowie Kritiker der bürgerlichen Gesellschaft und der Religion

Die Tradition ist eine große hemmende Kraft, sie ist die Trägkeitskraft der Geschichte.
Friedrich Engels (1820-1895), deutscher Philosoph, Gesellschaftstheoretiker, Historiker, Journalist, Unternehmer und kommunistischer Revolutionär 

Die Tradition verweigert es, sich der kleinen und hochnäsigen Oligarchie zu unterwerfen, die in der Gegend herumstolziert.
Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), englischer Schriftsteller

Es ist besser, wenn jeder Mensch seiner eigenen Tradition folgt. Sie im Westen haben einen jüdisch-christlichen Hintergrund, es ist besser, wenn Sie bei Ihren Wurzeln bleiben.
[Interessanterweise müssen es Außenstehende anderer Religionen sein, die viele Menschen hierzulande, die die christlich-jüdische Traditon vergessen haben oder bewusst verdrängen und verleugnen auf diese wieder aufmerksam zu machen. In diesem Kontext ist vielleicht auch der Erfolg des Buches "Ungläubiges Staunen" des muslimischen deutschen Schriftsteller Navid Kermani zu sehen, der den säkularisierten Menschen hierzulande die Schlnheiten der christlichen Kunst erschließt.]
Dalai Lama (Tenzin Gyatso) (1935- ),buddhistischer Mönch und Linienhalter der Gelug-Schule des tibetischen Buddhismus

Hier [in Europa] gibt es einen merkwürdigen und nur als pathologisch zu bezeichnenden Selbsthass des Abendlandes, das sich zwar lobenswerterweise fremden Werten verstehend zu öffnen versucht, aber sich selbst nicht mehr mag, von seiner eigenen Geschichte nur noch das Grausame und Zerstörerische sieht, das Große und Reine aber nicht mehr wahrzunehmen vermag.
Joseph Ratzinger (1927- ), deutscher katholischer Theologe, Erzbischof von München und Freising, Kardinal, Papst Benedikt XVI.
[Die Kreuzzüge werden sehr oft reflexartig und unreflektiert (ohne sie würde Europa heute vielleicht ganz anders aussehen) als Inbegriff christlicher religiöser Intoleranz und Gewalt herangezogen, während von dem jahrhundertelangen gewaltsamen Dschihad, den
 islamischen Kriegs- und Beutezügen (die Koransure 8 heißt „Kriegsbeute“), kaum oder nicht die Rede ist!]
  

Traditionen sind keineswegs das Privileg konservativer Kräfte. Noch weniger gehören sie in die alleinige Erbpacht von Reaktionären, obgleich diese am lautstärksten von ihnen reden. Es kann nicht um die Frage gehen: Tradition ja oder nein? Die Alternative besteht vielmehr darin, an welche Traditionen angeknüpft werden soll und in welchem Sinn eines historischen Vorganges gedacht wird.
Gustav Heinemann (1899-1976), deutscher Politiker, zunächst CDU, dann SPD, Bundespräsident

Niemand weiß, wohin er geht, wenn er nicht weiß, woher er kommt. Geschichte und Traditionen lehren uns, dass Neues nur aus dem zutiefst Bekannten geschaffen wird, das man beherrschen muss.
Claude Lévi-Strauss (1908-2009), französischer Ethnologe

Tradition ist bewahrter Fortschritt, Fortschritt ist weitergeführte Tradition.
Carl Friedrich von Weizsäcker (1912- ), deutscher Physiker und Philosoph
Opfer des Umbruchs sind Schulen, mit ihnen Kinder, deren Familien alle eigenen Versäumnisse der Schule aufzuladen suchen. Im Jahre 1968 haben sich so nicht nur Bollwerke zur Statusverteidigung und Selbstalimentierung gebildet, die sich im Zug durch die Institutionen fast von selbst ergaben, sondern in wilder Reformeuphorie wurde zerstört, was eigentlich Bestand haben sollte: Eine jenseits der politischen Debatte über Zivilisationsbruch und Vergangenheitsbewältigung notwendige Verteidigung zwischenmenschlich stabiler, ja politisch und kulturell stabilisierter Verhaltensweisen, die den Wertewandel nicht verhinderten, aber so vollzogen, daß Zerstörungen des Wertgefüges vermieden wurden. Manche Gesetze lassen sich rasch korrigieren, wie wir in diesen Tagen sehen, die jede Kurskorrektur zur Jahrhundertreform aufbauschen. Verhaltensmuster, die in langer Zeit entstanden und das Fundament von Verhaltensweisen sind, auf die Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik ebenso angewiesen bleiben wie die Familie, lassen sich nicht durch Gesetzesdekrete wiederherstellen. Sie sind in der Regel endgültig zerstört, wenn man sie entwertet und auf diese Weise zur Disposition stellt. Das hat sich 1968 durchaus ereignet.
Peter Steinbach (1948-), deutscher Historiker und Politikwissenschaftler

Zu guter Letzt ;-)
Vielleicht sollte die Kirche öfters frisch, frech, fromm und frei in die Offensive gehen statt sich opportunistisch dem Zeitgeist anzupassen und sich - um ja nicht "anzuecken" (auch vor dem Hintergrund der Missbrauchs- und Finanzsskandale der Kirche, die von manchen instrumentalisiert werden, um kritische Stimmen gegenüber dem gesellschaftlichen Mainstream zum Schweigen zu bringen - "Seid Ihr doch nur still mit euren....") - ängstlich aus der Diskussion "heißer Eisen" in der Gesellschaft herauszuhalten.
D
ie Farben sind übrigens frei austauschbar und die "Ärsche" (pardon, aber manchmal ist die derb-drastische Ausdrucksweise ehrlicher als die vornehm-diplomatische) finden sich ja nicht nur in den Reihen "der anderen" sondern leider auch in den eigenen Reihen ...


Wer blind mit der Herde zieht erkennt die Ärsche nichtl. Religionsunterricht schärft den Blick.
Plakat zur Kampagne daRUm des Deutschen Katechetenvereins für den Reliigionsunterricht
https://www.pfarrbriefservice.de/image/plakatmotiv-schafe-zur-kampagne-darum#download

Literatur:

Klaus Hofmeister und Lothar Bauerochse (Hg.): Machtworte des Zeitgeistes. Würzburg: Echter Verlag 2001
Gerhard Strauß, Ulrike Haß, Gisela Harras (Hrsg.): Brisante Wörter von Agitation bis Zeitgeist. Ein Lexikon zum öffentlichen Sprachgebrauch. Schriften des Instituts für deutsche Sprache 2. Berlin: Walter de Gruyter 1989.
Ansgar Kreutzer, Christoph Niemand (Hg.): Authentizität - Modewort, Leitbild, Konzept. Theologische und humanwissenschaftliche Erkundungen zu einer schillernden Kategorie. Regensburg: Pustet 2016

       

 
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