Religionsfreiheit und religiöse Toleranz - Diskriminierung und Verfolgung religiöser Minderheiten in islamischen Ländern
   

Zitate zur Religionsfreiheit
Zitate zur religiösen Toleranz
Menschenrechtsverständnis und Religionsfreiheit in islamischen Ländern
Die Lage der Christen in der Türkei
Die Lage der Christen in Pakistan, Irak, Ägypten und Nigeria
Weitere Informationen zur Diskriminierung und Verfolgung von Christen weltweit

  Zitate zur Religionsfreiheit

Es ist doch Menschenrecht und gehört zur natürlichen Freiheit eines jeden, zu verehren, was seiner Überzeugung gemäß ist, und die Religion des einen kann dem andern weder schaden noch nützen. Es ist aber auch keine Religion, Religion erzwingen zu wollen; denn die Religion muss freiwillig, ohne Zwang angenommen werden. Opfer werden auch nur von dem freien Herzen verlangt.
Tertullian (Quintus Septimus Florens Tertullianus) (160-220), lateinischer Kirchenlehrer

Die erzwungene Religion ist keine Religion mehr: Auf Überzeugung und nicht auf Zwang gilt es zu setzen, der Glaube lässt sich nicht befehlen.
Laktanz (ca. 215-ca..270 n.Chr.), lateinischer Schriftsteller

Es ist eine abscheuliche Ketzerei, durch Gewalt, Schläge, Einkerkerung diejenigen an sich binden zu wollen, die man durch Vernunft nicht überzeugen konnte.
Athanasius (4. Jh.), Bischof von Alexandria in Ägypten

Zwinget keinen zum Glauben, da ja die wahre Lehre von der falschen deutlich und klar zu unterscheiden ist.
Koran, Sure 2,257
[Sure aus der Frühzeit des Islam, als Mohammed noch in Mekka war und die Muslime eine bedrängte Minderheit  -  mit seinem Sieg über die Mekkaner und dem militärischen Aufstieg des Islams wandelte sich der Ton der Koransuren: Hass auf Nicht-Muslime (349)]

Denn das ist eine ihrer ältesten Verfassungsbedingungen, dass keinem seine Religion Schaden bringen darf.
Thomas Morus (1478-1535), englischer Staatsmann und Humanist, Märtyrer unter Heinrich VIII.

Die politische Gesellschaft ist zu keinem anderen Zwecke gestiftet als dem, jedermanns Besitz an Gütern dieses Lebens zu sichern. Die Sorge für eines jeden Seele und für die himmlischen Güter, die dem Gemeinwesen weder zusteht noch ihm unterworfen werden kann, ist ganz jedem einzelnen überlassen.
John Locke (1632-1704), englischer Philosoph

Die Menschen sind in der Regel so beschaffen, dass ihnen nichts so unerträglich ist, als wenn Ansichten, die sie für wahr halten, als Verbrechen gelten und wenn ihnen das, was sie zur Frömmigkeit in ihrem Verhalten gegen Gott und die Menschen bewegt, als Missetat angerechnet wird.
Baruch de Spinoza (1632-1677), niederländischer Philosoph

In meinem Staate kann jeder nach seiner Fasson selig werden.
Friedrich II., der Große (1712-1786), preußischer König

Diejenige Religion ist die beste, die ihre Gläubigen am besten handeln lässt, also am humansten, am mitleidvollsten. Wer die eigene Religion so versteht, wird es nicht schaffen, Andersdenkende zu verfolgen.
Gotthold Ephraim Lessing (1824-1900), deutscher Schriftsteller, Kritiker und Philosoph der Aufklärung

Wir wollen, dass die Äußerung religiöser Überzeugungen geschützt wird, geschützt als das Recht aller und infolgedessen ohne Ansehen des Glaubens. Wir wollen nicht, dass ein besonderer Glaube geschützt wird, und wir wollen auch nicht, dass generell diejenigen, die etwas glauben, unter Ausschluss derjenigen, die nichts glauben, geschützt werden.
Alexandre Vinet (1767-1847), Schweizer evangelischer Theologe und Literaturhistoriker

Das Recht auf Religionsfreiheit, oder das Recht dem zu folgen, was das eigene Gewissen auf der Suche nach Wahrheit gebietet, öffentlich seinen Glauben in freier Zugehörigkeit zu einer organisierten religiösen Gemeinschaft zu bekennen, - das stellt so etwas wie die Existenzgrundlage für die anderen fundamentalen Freiheiten des Menschen dar.
Franz König (1905-), österreichischer Theologe und Religionswissenschaftler, Kardinal

Eine Religion, die heute den Anspruch erhebt, friedliebend zu sein, muss das Menschenrecht auf freie Religionsausübung vorbehaltlos anerkennen und einfordern.
Friedrich Karl Wetter (1928-), deutscher katholischer Theologe, Kardinal

Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.
Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, Artikel 18
 

  Zitate zur religiösen Toleranz

Wer nur im Glaubensbruder seinen Bruder sieht, aus Moses' Lehren nicht die rechte Lehre zieht; willst du im Geiste dich zu ihr bekennen, so musst du alle Menschen Brüder nennen.
Talmud, Sifre Kedaschim 4

Ich verehre nicht, was ihr verehrt, auch ihr verehrt nicht, was ich verehre. Weder ich werde verehren, was ihr verehrt habt, noch werdet ihr verehren, was ich verehre. Ihr habt eure Religion, und ich habe meine Religion.
Koran, 109,6
Sure aus der Frühzeit des Islam, als Mohammed noch in Mekka war und die Muslime eine bedrängte Minderheit  -  mit seinem Sieg über die Mekkaner und dem militärischen Aufstieg des Islams wandelte sich der Ton der Koransuren: Hass auf Nicht-Muslime (349)

Ist es nicht Sünde, dass man die, die nicht getauft worden waren, wie Vieh erschlug? Für große Sünde halte ich es! Denn alle Menschen sind Gottes Geschöpfe, die Völker aller zweihundertsiebzig Sprachen sind in seiner Hand.
Wolfram von Eschenbach (um 1160/80-um/nach 1220), deutscher Dichter und Minnesänger

Ein jeder behalte seine gute Weise und beziehe alle (anderen) Weisen darin ein und ergreife in seiner Weise alles Gute und alle Weisen… Denn Gott hat der Menschen Heil nicht an irgendeine besondere Weise gebunden.
Meister Eckhart (1260-1328), deutscher Dominikaner, Mystiker

Der, der du das Leben und das Sein spendest, bist es, der offensichtlich in den verschiedensten Religionen in unterschiedlicher Weise gesucht und mit vielfältigen Namen genannt wird, weil du in deinem wahren Sein allen verborgen und unaussprechlich bleibst… So verbirg dich nicht länger…, und alle werden einsehen, dass unter der Verschiedenheit der religiösen Bräuche nur eine Religion besteht.
Nikolaus von Kues (1401-1464), deutscher Theologe und Philosoph

Dein Name werde geheiligt - kann Gottes Name mehr entheiligt werden als durch gegenseitigen Krieg?
Erasmus von Rotterdam (Gerhard Gerhards) (1469-1536), holländischer Theologe, Philologe und Humanist

Wenn es im Himmel viele Wohnungen gibt, so gibt es auch viele Wege, um dorthin zu gelangen.
Theresia von Avila (1515-1582), spanische Mystikerin, reformierte den Karmeliterorden, Heilige

Gleich wie die mancherlei Blumen aller in der Erden stehen und wachsen alle nebeneinander; keine beißt sich mit der anderen um die Farben, Geruch und Schmuck. Sie lassen die Erde und Sonne, sowohl Regen und Wind, auch Hitze und Kälte mit sich machen, was sie wollen. Sie aber wachsen eine jede in ihrer Essenz und Eigenschaft. Also ist's auch mit den Kindern Gottes. Sie haben mancherlei Gaben und Erkenntnis, aber alles aus seinem Geiste. Sie freuen sich nebeneinander der großen Wunder Gottes und danken dem Höchsten in seiner Weisheit. Was sollen sie lange um den zanken, in dem sie leben und sind, dessen Wesen sie selber sind?
Jakob Böhme (1575-1624), deutscher Philosoph, Theosoph und Mystiker

Ich glaube, dass sowohl in der Partei der Römisch-Katholischen als unter den Lutheranern, Reformierten, Mennoniten die Seelen zu dem höchsten Gipfel der Heiligung und Vereinigung mit Gott gelangen können.
Gerhard Tersteegen (1697-1769), deutscher protestantischer Schriftsteller

Zugegeben: die Geschichte ist voller Religionskriege. Aber bei Licht besehen, ist es nicht die Vielzahl der Religionen, die diese Kriege verursacht, sondern der Geist der Unduldsamkeit, der die erfüllt, die sich für die Anhänger der Staatsreligion halten, dieser Geist der Proselytenmacherei…, dieser Wahnwitz, dessen Fortschreiten nur als eine gänzliche Verblendung der menschlichen Vernunft angesehen werden kann.
Charles de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu (1689-1755), französischer Schriftsteller und Staatsphilosoph

Nur eine Religion, die alle anderen duldet und so deren Wohlwollen würdig ist, kann aus der Menschheit ein Volk von Brüdern machen.
Voltaire (François Marie Arouet) (1694-1778), französischer Schriftsteller und Philosoph, Aufklärer

Glauben kann ein jeder von euch, was er will, aber einen anderen mit eurem Glauben zu kränken und ihm Unrecht zu tun, davor will ich euch bewahren.
Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827), schweizerischer Pädagoge und Sozialreformer

Denn das Hauptelend der Intoleranz offenbart sich doch am meisten in den Uneinigkeiten der Christen selbst, und das ist was Trauriges.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher DIchter

Man braucht der Form nach mit dem religiösen Gefühl nicht genau überein zu stimmen, aber wenn es aufrichtig ist, muss man Respekt davor haben.
Vincent van Gogh (1853-1890),  niederländischer Maler

Seid friedfertig und lieb mit denen, die anders denken in Sachen der Religion. Denn unser Herr Jesus hat uns zum Frieden berufen. 'Selig sind die Friedfertigen', hat er in der Bergpredigt gesagt. In allem erweist euch als die Friedfertigen! Auch in den Glaubensunterschieden, die innerhalb des Christentums bestehen.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

So bete ich für einen Christen, dass er ein besserer Christ werde, für einen Moslem, dass er ein besserer Moslem werde. Ich bin überzeugt, dass Gott einst nach dem fragen wird und heute schon nach dem fragt, was wir sind, das heißt, was wir tun, nicht nach der Bezeichnung, die wir uns geben. Bei ihm ist Tun alles, Glauben ohne Tun nichts. Bei ihm ist Tun Glauben und Glauben Tun.
Gandhi, Mahatma (Mohandas Karamchand G.) (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Ich wünsche nicht mein Haus mit Mauern zu umgeben und meine Fenster zu verrammeln. Die Kulturen aller Länder sollen mein Haus ungehindert durchwehen. Keine aber soll mich von meinem Mutterboden losreißen.
Gandhi, Mahatma (Mohandas Karamchand G.) (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Ein Krieg im Namen der Religion ist ein Krieg gegen die Religion.
Bartholomaios I. (1940-), ökumenischer Patriarch von Konstantinopel

Die katholische Kirche lehnt nichts von alledem ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist. Mit aufrichtigem Ernst betrachtet sie jene Handlungs- und Lebensweisen, jene Vorschriften und Lehren, die zwar in manchem von dem abweichen, was sie selber für wahr hält und lehrt, doch nicht selten einen Strahl jener Wahrheit erkennen lassen, die alle Menschen erleuchtet.
II. Vatikanisches Konzil, Nostra Aetate, Art. 2

Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslime, die den alleinigen Gott anbeten…den Schöpfer Himmels und der Erde.
II. Vatikanisches Konzil, Nostra Aetate

Menschenrechtsverständnis und Religionsfreiheit in islamischen Ländern

Ähnlich wie die Dhimmis in der islamischen Geschichte ("Schutzbefohlene" - alle, die einen Unterwerfungsvertrag unterschrieben haben und mit eingeschränktem Rechtsstatus geduldet wurden - ursprünglich nur Juden, Christen und Sabäer, im Laufe der islamischen Expansion auch andere Religionsgemeinschaften wie Zoroastrier und Hindus), sind auch die christlichen Minderheiten in den heutigen islamischen Ländern Menschen zweiter Klasse für die die Menschenrechte nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 nur eingeschränkt gelten. In muslimischen Ländern wird diese kritisch gesehen, weil sie die kulturellen und religiösen Bedingungen in den islamischen Ländern nicht berücksichtige. Nach der 1990 beschlossenen Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam, ist die Scharia die alleinige Grundlage der Menschenrechte.

Vgl. auch Menschenrechte - wies sie der Islam versteht
http://www.ead.de/arbeitskreise/islam/arbeitshilfen/menschenrechte-wie-der-islam-sie-versteht.html oder

http://www.igfm.de/Gottes-Recht-versus-Menschen-Recht.484.0.htmlhttp://www.amnesty.de/umleitung/2002/deu05/010?lang=de%26mimetype%3dtext%2fhtml

Religionsfreiheit im Islam bedeutet die Freiheit der Muslime, ihren Glauben auszuüben und die Freiheit aller Menschen, den islamischen Glauben anzunehmen. Das Recht des Muslim, zu einer anderen Religion zu wechseln, ist nicht vorgesehen. Nicht-Muslime dürfen nur zum Islam übertreten. Es ist überhaupt nicht erlaubt, keiner Religion anzugehören.

Für den Abfall vom Glauben, für den Austritt aus der muslimischen Gemeinschaft (Apostasie) sieht das klassische islamische Recht die Todesstrafe vor. Das bekräftigen die Hadithe, also die gesammelten, verbürgten Aussagen von Religionsgründer Mohammed. (Hadith: „Tötet jeden, der seine Religion wechselt.“ Und: „“Wer sich von euch abwendet, der soll sterben.“)

Die Gewaltverse des Koran werden von manchen Muslimen leider wörtlich aufgefasst. Da die geistlichen Führern nicht bremsend eingreifen, kommt es zu den abscheulichen Verbrechen im Namen der Religion. ... Apostasie, also Abfall vom Glauben kann sein: Leugnen des göttlichen Ursprungs des Koran, das Leugnen der Prophetenschaft Mohammeds, das Bekenntnis zu Jesus als dem Sohn Gottes.

Bekennende Konvertiten verlieren in einer traditionellen islamischen Gesellschaft ihren bisherigen Status. Sie finden kaum Arbeit oder Wohnung. Sie verlieren jeden Kontakt zur Familie, die ihnen oft nach dem Leben trachtet. Während man im Judentum und Christentum die Religion, ja Gott selbst kritisieren kann, ohne um Leben zu fürchten, kann ein Missverständnis im islamischen Raum zum Tod führen. Seit Monaten etwa steht im Westen ein Bestseller auf den Bücherlisten: Dan BrownsSakrileg“. Der Inhalt ist ziemlich antikatholisch, dem Vatikan werden üble Machenschaften bis hin zum Auftragsmord unterstellt. Dass Jesus nicht Gottes Sohn war, sondern ein den Lebensfreuden zugewandter Rabbi scheint ausgemacht. Doch bisher hat kein Katholik zur Waffe gegriffen, noch nicht einmal eine Drohung gibt es. Hier spüren wir den Unterschied zwischen einer gewaltbereiten Religion, und einer toleranten.

Quelle: http://www.verfolgte-christen.org/fileadmin/user_upload/pdf/Dossier_Was_heisst_Christenverfolgung.pdf

http://www.igfm.de/Der-Staat-foerdert-die-Diskriminierung-von-Christen.962.0.html


  Die Lage der Christen in der Türkei

Offiziell gibt es heute in der Türkei weniger als 0.5 Prozent Christen. Per Gesetz gilt Religionsfreiheit, und die Trennung zwischen Religion und Staat besteht. "In der Türkei haben die religiösen Minderheiten mehr Rechte als in Europa”, behauptete der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan vor drei Jahren in einem Interview mit dem “Spiegel”. Dabei berief er sich auf den “Vertrag von Lausanne” von 1923. Damals wurden die Glaubensgemeinschaften der Griechen, Armenier und Juden staatlich anerkannt. Ihnen ist es erlaubt, ihre eigenen Schulen und Kirchen zu unterhalten. Die assyrischen, katholischen und protestantischen Türken haben es bedeutend schwerer. Im Südosten des Landes kämpfen die syrisch-orthodoxen Christen seit Monaten um die Rechtssicherheit des Klosters Mor Gabriel. Zurzeit leben nur noch etwa 3000 von ihnen in der Grenzregion zu Syrien; bis zu einer halben Million sollen es noch zu Anfang des letzten Jahrhunderts gewesen sein. Auf dem Gebiet der heutigen Türkei lebten zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahezu 20 % Christen....Die Situation der türkischen Christen, die nicht vertrieben wurden oder ins Ausland emigrierten, muss als äußerst kritisch beurteilt werden. Obwohl Artikel 24 der türkischen Verfassung Religionsfreiheit garantiert, gibt es massive Beeinträchtigungen. So wird die rechtliche Anerkennung nur bedingt gewährleistet. Privat darf ein Christ in der Türkei seine Religion meist frei ausüben. Er wird aber als Bürger zweiter Klasse behandelt. Im Berufsleben werden Christen benachteiligt, politische Ämter verwehrt. Kirchen haben keinen Rechtsstatus und sind daher immer wieder der Willkür der Behörden ausgesetzt. De facto existieren sie, juristisch werden sie jedoch nicht anerkannt. Die Renovierung alter Kirchen wird außerdem durch gesetzliche Spitzfindigkeiten erschwert und selbst Enteignungen von Kirchengütern sind nach wie vor Praxis. Christliche Glaubensgemeinschaften dürfen weder Gebäude besitzen noch Pfarrer oder Religionslehrer ausbilden. Prozessionen sind verboten und christliche Feste dürfen nicht in der Öffentlichkeit gefeiert werden. Die christliche Religion wird sozusagen ausgetrocknet und die oft gerühmte Glaubensfreiheit wird untergraben.
http://www.csi-de.de/_tuerkei_prekaere_lage_.php?nvd=1

Bekanntlich definiert die türkische Verfassung den Begriff der Minderheit religiös, anerkannte Minderheiten sind also lediglich Juden sowie griechische und armenische Christen. Ethnische Minderheiten wie die Kurden, nicht-sunnitische Muslime wie die Aleviten oder andere Schiiten sowie römisch-katholische oder evangelische Christen besitzen nicht den Status von Minderheiten. Umso wichtiger ist die Frage, wie es um die Rechte der anerkannten Minderheiten steht. Auch für diese ist das Leben in der Türkei nicht leicht. Nach 1974 wurde beispielsweise bedeutender Immobilienbesitz armenischer Stiftungen enteignet. Die Möglichkeit zum Besuch christlicher Schulen wird sehr restriktiv gehandhabt. Für christliche und jüdische Minderheiten bestehen Probleme in erster Linie bei der Ausbildung von Geistlichen, Besitz von Immobilien, Bau von Gebetsstätten und in ihrer Organisation selbst. Die Autorin zieht das Fazit, dass in der Türkei derzeit die individuelle Glaubens- und Bekenntnisfreiheit zwar gegeben sei, nicht aber Kultusfreiheit und Recht auf freie Religionsausübung. Gleichzeitig tragen die derzeit im Gebrauch befindlichen Schulbücher "viel zu einem insgesamt eher negativen Bild der türkischen Bevölkerung gegenüber christlichen und jüdischen Minderheiten bei
http://www.rezensionen.ch/buchbesprechungen/religionsfreiheit_tuerkei/3836413515.html

Maßgeblich zum Rückgang der Zahl der Christen in der Türkei trug der Genozid an den Armeniern 1915/16 bei dem das damals verbündete Deutsche Reich tatenlos zusah. Das Kultur- und Tourismusministerium der Türkei leugnet den von der UN und EU anerkannten Völkermord an den Armeniern, betont die damaligen armenischen Aufstände und spricht statt dessen von einem "Massenmorden der Armenier" und "von den Armeniern verwirklichten Massakern".
http://www.kultur.gov.tr/DE/Genel/BelgeGoster.aspx?48BD9BC89B9B89DAF88F742D0D71125156500F0569D9B897


Vgl. auch die Wikipedia-Artikel http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord_an_den_Armeniern und
http://de.wikipedia.org/wiki/Leugnung_des_V%C3%B6lkermords_an_den_Armeniern

sowie http://www.dhimmi.com

Zwei Aussprüche des türkischer Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan:

Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.
auf einer Wahlveranstaltung am 6. Dezember 1997, zitiert in "Die Welt", 22. September 2004

Es gibt keinen moderaten oder nicht-moderaten Islam. Islam ist Islam und damit hat es sich.
Milliyet, 21.08.2007

Einhaltung der Menschenrechte, insbesondere der Religionsfreiheit, sollten ein Prüfstein bei den Verhandlungen zum Beitritt der Türkei zur Europäischen Union sein.

  Die Lage der Christen in Pakistan, Irak, Ägypten und Nigeria

Unter den zahlreichen Gesetzen die seit 1977 zum Schutz des Islam erlassen wurden, ragt das Blasphemiegesetz in Pakistan besonders hervor. In Paragraph 295 schützt das Gesetz nur den Islam. Jede unliebsame Auseinandersetzung kann jetzt benutzt werden, um seinen Gesprächspartner das Kapitalverbrechen der Lästerung Allahs, des Koran oder des „Propheten“ Mohammed anzuhängen. Das Gesetz ist zu einem Instrument der Denunziation, der Verleumdung und als Mittel zur privaten Rache pervertiert. Christen, der Allahlästerung verdächtig, werden mit Al-Kaida Terroristen in gleiche Zellen gelegt. Die fanatischen Muslime können die mitgefangenen Christen quälen, ohne vom Wachpersonal gehindert zu werden.
Quelle: http://www.verfolgte-christen.org/fileadmin/user_upload/pdf/Dossier_Was_heisst_Christenverfolgung.pdf

Der von westlichen Medien naiv beschworene "arabische Frühling" hat für die koptische Minderheit in Ägypten keine Verbesserung gebracht. Die regierenden Muslimbrüder wollen die Scharia in die Gesetzgebung einführen, die Andersgläubige (und Nichtgläubige) massiv benachteiligen würde.
"Alle Jahre wieder" in der Weihnachtszeit werden Attentate auf koptische Kirchen verübt.
Radikale Salafisten wollen sowohl das Christentum als auch den Tourismus aus Ägypten vertreiben.

“In einer irakischen Stadt schickte ein Vater seine Tochter zur nahe gelegenen Apotheke, um Medizin für ihn zu kaufen. Doch seine Tochter kehrte nicht wieder zurück. Die 16-jährige trug keinen Schleier und war somit als Nicht-Muslima deutlich zu erkennen. Daher vermutet ihr Vater, dass sie von muslimischen Fanatikern entführt wurde, tot ist oder zur Prostitution oder Heirat mit einem Muslim gezwungen wurde. Der Vater lebt heute im Ausland und trägt eine schwere Last auf seinem Herzen. Er fühlt sich mitschuldig am Verschwinden seiner Tochter. Einheimische Mitarbeiter und Christen berichten, dass Vergewaltigungen und Entführungen von jungen Christinnen gängige Mittel sind, um sie zum Übertritt zum Islam zu zwingen”. (Zitat aus einem Opne-Doors-Sonderheft über den Irak). In einem Massenexodus haben Hunderttausende Christen das Land verlassen.

Im überwiegend islamischen Norden Nigerias hat die Terrorgruppe Boko Harem (Hausa für Bücher in Lateinschrift sind Sünde, Westliche Bildung verboten, Die moderne Erziehung ist Sünde), die in Verbindung mit den afghanischen Taliban steht, schon zahlreiche Attentate auf christliche Gemeinden verübt.

  Weitere Informationen zur Diskriminierung und Verfolgung von Christen weltweit (darunter zumeist islamische Länder)

http://www.gfbv.de (z.B. Armenier)
http://www.csi-int.org

http://www.csi-de.de

http://www.opendoors-de.org/
besonders Verfolgungsindex http://www.opendoors-de.org/verfolgung/weltverfolgungsindex/erlaueterungen_wvi/

http://www.dhimmitude.org/archive/Rights-of-Non-Muslims.pdf


 


(Bildquelle: http://koptisch.wordpress.com/2011/03/12/religionsfreiheit-ist-keine-einbahnstrase/)


Religionsfreiheit ist keine Einbahnstraße -  Macht den Mund auf ! - weist auf die Menschenrechtsverletzungen hin und setzt Euch für die Opfer ein !

       

 
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