Religionsfreie Zone?
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Religionsfreie Zone? - Denkimpulse für alle, die die Religion als krankhafte Wahnvorstellung, kindliches Wunschdenken oder Projektion hinstellen und Religion aus dem öffentlichen Leben verdrängen wollen *
 

1. Religiosität ist eine uralte und zutiefst menschliche Eigenschaft, oft verschüttet und doch vorhanden

Du kannst Staaten sehen ohne Mauern, ohne Gesetze, ohne Münzen, ohne Schrift; aber ein Volk ohne Gott, ohne Gebet, ohne religiöse Übungen und Opfer hat noch keiner gesehen.
Plutarch ( 46-120), griechischer Philosoph und Geschichtsschreiber

Wer die ungeheure Bedeutung der Religion unterschätzt, arbeitet trotz aller Aufklärung nur dem Aberglauben in die Hände.
Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibniz (1646-1716), deutscher Philosoph, Mathematiker, politischer Schriftsteller und Forscher

Der Mensch ist seiner Beschaffenheit nach ein religiöses Lebewesen.
Edmund Burke (1729-1797), irischer protestantischer Politiker und Redner, Kämpfer für die Katholikenemanzipation

Wer etwas Höheres im Wesen, nicht bloß im Grade sucht, als das Leben geben oder nehmen kann, der hat Religion.
Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) (1763-1825), deutscher Dichter

Wäre es dem Menschen möglich, alle Religion, auch die unbewusste und unwillkürliche, zu verleugnen, so würde er ganz Oberfläche werden und kein Inneres mehr haben.
August Wilhelm von Schlegel (1767-1845), deutscher Schriftsteller, Sprach- und Literaturwissenschaftler

Den Menschen verneinen, heißt: die Religion verneinen.
Ludwig Feuerbach (1804-1872), deutscher Philosoph

Ich habe in meinem Leben 60 Genies kennen gelernt, darunter waren 55 religiös und die anderen 5 hatten wenigstens Achtung vor der Religion.
William Gladstone (1809-1898), englischer liberaler Politiker, Premierminister

Religion ist kein populärer Irrtum; sie ist eine große Wahrheit des Instinktes, von Menschen geahnt, von Menschen zum Ausdruck gebracht.
Ernest Renan (1823-1892), französischer Orientalist, Religionshistoriker

Was die Sonne für die Erde ist, ist die Religion für den Menschen.
August Strindberg (1849-1912), schwedischer Dichter

Je mehr man das Leben an sich herankommen lässt, desto mehr muss man sich mit Religion beschäftigen.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Literaturnobelpreisträger

Religion ist nicht irgend etwas abseits vom Leben. Das Leben selbst sollte als Religion betrachtet werden. Leben, getrennt von der Religion, ist nicht menschliches Leben, es ist tierisches Leben.
Mahatma Gandhi (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

In der Religion suchen wir Antwort auf die elementare Frage, vor der jeder von uns jeden Morgen aufs neue steht, welchen Sinn und welchen Wert wir unserem Leben geben sollen. Was bin ich in der Welt? Was will ich in ihr? Was darf ich in ihr hoffen?
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Jede tiefere Religiosität wird denkend, jedes wahrhaft tiefe Denken wird religiös.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Seit dreißig Jahren habe ich eine Klientel aus allen Kulturländern der Erde. Viele Hunderte von Patienten sind durch meine Hände gegangen. Unter allen meinen Patienten jenseits der Lebensmitte, das heißt jenseits der 35, ist nicht ein einziger, dessen endgültiges Problem nicht das der religiösen Einstellung wäre. Ja, jeder krankt in letzter Linie daran, dass er das verloren hat, was lebendige Religionen ihren Gläubigen zu allen Zeiten gegeben haben, und keiner ist wirklich geheilt, der seine religiöse Einstellung nicht wieder erreicht.
Carl Gustav Jung (1875-1961), schweizerischer Psychoanalytiker und Begründer der analytischen Tiefenpsychologie

Ich habe nie ohne Religion gelebt und könnte keinen Tag ohne sie leben, aber ich bin mein Leben lang ohne Kirche ausgekommen.
Hermann Hesse (1877-1962), deutscher Dichter

Ich bin ein tief religiöser Ungläubiger.
Albert Einstein (1879-1955), deutscher Physiker, Begründer der Relativitätstheorie, Physiknobelpreisträger

Meine Religion besteht in einer demütigen Beziehung zu einer unbegrenzten geistigen Macht, die sich selbst in den kleinsten Dingen zeigt.
Albert Einstein (1879-1955), deutscher Physiker, Begründer der Relativitätstheorie, Physiknobelpreisträger

Religion ist Bindung. Atheismus eine höchst fragwürdige Ungebundenheit.
Ludwig Marcuse (1894-1971), deutscher Literaturkritiker, Philosoph und Journalist

Die Zukunft der Religion ist durch das metaphysische Bedürfnis des Menschen gesichert.
Sigmund Graff (1898 - 1979), deutscher Dramatiker und Bühnenautor

Die Religion formt das soziale Leben, gliedert die Zeiten, bestimmt oder rechtfertigt die Moral, interpretiert die Ängste, gestaltet die Freuden, tröstet die Hilflosen, deutet die Welt.
Carl Friedrich von Weizsäcker (1912-2007), deutscher Physiker und Philosoph

Religion kommt nicht sekundär zum Menschsein des Menschen hinzu. Vielmehr scheint Religion von Anfang an für den Menschen ebenso charakteristisch gewesen zu sein wie der Gebrauch von Feuer und Werkzeugen und die Fähigkeit zur Sprache. Ihr kommt derselbe fundamentale, die Sonderstellung des Menschen unter den höheren Tieren begründende Rang zu wie jenen anderen Merkmalen menschlichen Verhaltens.
Wolfhart Pannenberg (1928-), deutscher evangelischer Theologe

Die Religion war mir seit langem zuwider, und trotzdem spürte ich auf einmal eine Sehnsucht, mich auf etwas beziehen zu können. Es war unerträglich, einzeln und mit sich allein zu sein.
Peter Handke (1942-), österreichischer Schriftsteller

2. Religion gibt einen festen Bezugspunkt für Werte, Tugenden, Moral und Sittlichkeit

Unsere Zeit ist eine Zeit religiösen Verfalls. Die permanente Vitalität des Religiösen ist verloren gegangen, die Volksmasse ist entweder abergläubisch oder religiös gleichgültig geworden.
Publius Cornelius Tacitus ( 55-116), römischer Geschichtsschreiber

Religion selbst ist nichts anderes als Liebe zu Gott und zum Menschen.
William Penn (1644-1718), englischer Quäker, amerikanischer Politiker, Gründer des US-Bundesstaates Pennsylvania

Die christliche Religion erzeugt in denjenigen Seelen, die von ihr durchdrungen sind, eine erhabene Starkmut und solche Tugenden, welche die menschlichen weit überragen.
Voltaire (François Marie Arouet) (1694-1778), französischer Schriftsteller und Philosoph, Aufklärer

Wenn die Menschen trotz der Religion so schlecht sind, wie würde es ohne sie sein?
Benjamin Franklin (1706-1790). amerikanischer Politiker, Schriftsteller und Naturwissenschaftler

Die Missachtung der Religion führt zur Missachtung der menschlichen Pflichten.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Philosoph und Schriftsteller

Die Schreiber gegen die Religion, sind schlau genug, während sie jedes andere System ablehnen, nie ein eigenes aufzurichten.
Edmund Burke (1729-1797), irischer protestantischer Politiker und Redner, Kämpfer für die Katholikenemanzipation

Religion und Moral sind die unerlässlichen Stützen der öffentlichen Wohlfahrt. Der ist kein Mann des Vaterlandes, der diese mächtigen Pfeiler untergräbt....Vernunft und Erfahrung beweisen, dass Moralität im Volke ohne Religiosität nicht bestehen kann.
George Washington (1732-1799), 1. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Begründer der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten

Es ist unleugbar, dass nur Religion es gewesen sei, die den Völkern allenthalben die erste Kultur und Wissenschaft brachte.
Johann Gottfried von Herder (1744-1803), deutscher Dichter

Nicht die Religion entspringt der Moral, sondern die Moral entsteht aus der Religion.
François René de Châteaubriand (1768-1848), französischer Schriftsteller

Noch nie hat es ein Volk ohne Religion gegeben, das heißt ohne den Begriff des Guten und des Bösen.
Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881), russischer Dichter

Die Religion ist nicht wahr, weil die Evangelisten und Apostel sie lehren, sondern sie lehrten sie, weil sie wahr ist.
Gotthold Ephraim Lessing (1824-1900), deutscher Schriftsteller, Kritiker und Philosoph der Aufklärung.

Religion ist die Bindung des Menschen an Gott.
Max Planck (1858-1947), deutscher Physiker, Begründer der Quantentheorie

Religion ist das Ergriffensein von einem letzten Lebenssinn, es ist die Dimension der Tiefe in unserem Leben.
Paul Johannes Tillich (1886-1965), deutsch-US-amerikanischer evangelischer Theologe und Religionsphilosoph, 1962 Friedenspreis des deutschen Buchhandels

Mit religiös leben meine ich dasselbe, was die Propheten und was Jesus damit gemeint haben: Gerechtigkeit tun, die Wahrheit sagen, den Mitmenschen lieben.
Erich Fromm (1900-1980), amerikanischer Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker

Die Geschichte der Menschheit ist genau umgekehrt verlaufen, wie Feuerbach, Marx und Freud behaupten. Der Mensch hat nicht ein Stück seiner selbst, seiner profanen Selbst- und Welterfahrung, abgespalten und dieses dann als ein fremdes göttliches Wesen ausgegeben. Vielmehr haben die Menschen aller alten Kulturen, soweit die prähistorische Forschung erkennen lässt, sich selbst und die Welt zuerst im Licht der von ihnen wahrgenommenen göttlichen Wirklichkeit verstanden.
Heinz Zahrnt (1915-2003), deutscher evangelischer Theologe

Religiöser Glaube ist nicht gleichbedeutend mit dem Für-wahr-Halten von Absurditäten, sondern Ausdruck einer bestimmten Lebenshaltung.
Hoimar von Ditfurth (1921-1989), deutscher Wissenschaftspublizist

In der Zwischenzeit hat sich freilich erwiesen, dass nicht nur die Sexualität, sondern auch die Religiosität verdrängt werden kann, dass die ältesten, stärksten, dringendsten Wünsche der Menschheit, die Freud zufolge die Stärke der Religion ausmachen, besser nicht als reine Illusionen abqualifiziert werden sollten; dass in einer Zeit allgemeiner Orientierungs- und vielfacher Sinnlosigkeit gerade der Gottesglaube zu definitiver Sinnerfüllung im Leben und auch im Sterben verhelfen kann, aber auch zu unbedingten ethischen Maßstäben und zu einer geistigen Heimat.
Hans Küng (1928-), schweizerischer katholischer Theologe in: Das apostolische Glaubensbekenntnis, München 1992,S.23 f.

Der gott-lose Humanismus hatte allzu oft inhumane Folgen, und in den Schreckenserfahrungen unseres Jahrhunderts - zwei Weltkriege, Gulag, Holocaust, Atombombe - erwies sich der Weg von der Humanität ohne Divinität zur Bestialität oft als kurz.
Hans Küng (1928-), schweizerischer katholischer Theologe in: Das apostolische Glaubensbekenntnis, München 1992,S.23 f.

Ethik ohne Transzendenz wird leer und sinnlos.
Margot von Renesse (1940-), deutsche Politikerin, SPD

Eine Ethik, die sich nicht auf die tiefer reichende, normative Kraft einer verbindlichen Religion [...] stützen kann, wird es schwer haben, sich in der Gesellschaft durchzusetzen und von Dauer zu sein. [...] Eine Verantwortungsethik ohne religiöse Fundierung scheint [...] in der Moderne einfach nicht zu funktionieren.
Joschka Fischer (1948-), deutscher Politiker, Grüne

3. Religionsfreiheit ist ein grundlegendes Freiheitsrecht

Ich schreibe mit der unverhüllt ausgesprochenen Absicht, den als Aberglauben charakterisierten religiösen Glauben zu vernichten.
Otto Julius Bernhard von Corvin-Wiersbitzki (1812-1886), deutscher Schriftsteller aus Ostpreußen, Freidenker, Verfasser des antikatholischen, antiklerikalen Buches "Pfaffenspiegel - Historische Denkmale des christlichen Fanatismus" (1845).

Von den Nationalsozialisten wurde der "Pfaffenspiegel" zur Hetzkampagne gegen die katholische Kirche benutzt und seine Verbreitung gefördert. Im wissenschaftlichen Kontext wird Corvins Stoffsammlung als ziemlich wertlos erachtet.

Die Unterdrückung der Religion in Kommunismus und Nationalsozialismus führten nach dem 2. Weltkrieg dazu, den Schutz auch der Religionsfreiheit ausdrücklich zu betonen.

Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen 1948, Artikel 18

Typisch für den modernen Ton ist ein gewisser Effekt der Duldsamkeit, der auf Furchtsamtkeit hinausläuft. Man sollte meinen, Religionsfreiheit bedeute, dass jeder frei ist, über Religion zu diskutieren. In der Praxis bedeutet sie, dass kaum jemand Religion erwähnen darf.
Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), englischer Schriftsteller

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Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, wenn die Gottlosenbewegung, welche die Religion als ein willkürliches, von machtlüsternen Priestern ersonnenes Trugbild erklärt und für den frommen Glauben an eine höhere Macht über uns nur Worte des Hohnes übrig hat, sich mit Eifer die fortschreitende naturwissenschaftliche Erkenntnis zunutze macht und im angeblichen Bunde mit ihr in immer schnelleren Tempo ihre zersetzende Wirkung über die Völker der Erde in allen ihren Schichten vorantreibt.
Max Planck (1858-1947), deutscher Physiker, Begründer der Quantentheorie

* www.religonsfreie-zone.de, eine Website mit Verlinkungen auf diverse antireligiöse Aktionen wurde unterstützt von der Giordano Bruno Stiftung zur Unterstützung des evolutionären Humanismus.

 

 

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