"Heiligste Dreifaltigkeit" Altdorf b.Nürnberg
Namenspatrone der Räume des Roncalli-Hauses
   
Philipp Neri
Wilhelm Emmanuel von Ketteler
Johannes Bosco
Charles de Foucauld
Edith Stein
Rupert Mayer
Martin Luther King

oben.gif (905 Byte) Philipp Neri (27.7.1515 - 26.5.1595)

Philipp NeriDie Dominikaner von S. Marco in Florenz sowie die Schriften ihres Mitbruders Savonarola übten in Neris Jugend bleibenden Einfluß auf ihn aus. Nachdem Neri in S. Germano bei Montecassino darauf verzichtet hatte, die Nachfolge seines Onkels als Kaufmann anzutreten, begab er sich 1532/33 nach Rom. Hier wirkte Neri als Erzieher der Söhne des Florentiners Galeotto del Caccia und hörte an der Sapienza Philosophie und in S. Agostino Theologie. In den 16 Jahren seines Aufenthaltes im Hause del Caccia suchte Neri in Armut, Einsamkeit und Gebet seinen Weg, dessen Höhepunkt die mystische Erfahrung der Liebe Gottes war, die ihn nun immer mehr zu den Menschen, zu einem Leben der Nächstenliebe hindrängte. Neri hielt auf öffentlichen Plätzen kleine geistliche Ansprachen, kümmerte sich um Arme und pflegte Kranke. 1548 gründeten Neri und sein Beichtvater Persiano Rosa zur Betreuung bedürftiger und kranker Rompilger die »Bruderschaft der Heiligsten Dreifaltigkeit für die Pilger und Genesenden«. 1551 ließ sich Neri auf Drängen Rosas zum Priester weihen und lebte in der Pfarrei S. Girolamo della Carità innerhalb einer Weltpriestergemeinschaft, aus der sich ab 1552 das »Oratorium« entwickelte. Innerlich zusammengehalten wurde es vom gemeinsamen Glaubensgespräch, Beten und Bibelbetrachten. Mit seinen Mitbrüdern führte Neri neue Seelsorgemethoden ein, wie die Laienpredigt, geistliche Lieder in der Volkssprache, Wallfahrten, die Betonung des Beichtsakramentes als Begegnung mit der Liebe Christi und die tägliche Feier der Eucharistie. Nachdem Neri sein seelsorgerisches Wirken unter Paul IV. einschränken musste (Verbot des Beichthörens und der Wallfahrten), besserte sich diese Situation erst unter Pius V. 1575 erhielt das Oratorium von Gregor XIII., verbunden mit der Übertragung einer eigenen Kirche (S. Maria in Vallicella), die kirchliche Anerkennung. Das Oratorium übte starken Einfluss auf die Jugend von Rom, auf eine Elite der Künstler und Gelehrten sowie auf den päpstlichen Hof aus. Neri war Beichtvater von Kardinälen und Berater von Päpsten, die Ehre der Kardinalswürde lehnte er jedoch ab. Vor seinem Tode verbrannte Neri seine Schriften. Neris Wesen und Ausstrahlung war geprägt von seinem Humor, seiner Lebensfreude und seiner tiefen Demut, einem Leben aus der Liebe Gottes, mit dem er viele Menschen für Gott gewann. Die Güte und Liebe Neris gegenüber den Armen, Verfolgten und Entrechteten machten ihn zum Apostel Roms. Auf die Wissenschaft nahm Neri Einfluss, indem er seinen Schüler, den späteren Card. C. Baronius, zur Abfassung einer Kirchengeschichte veranlasste sowie durch die Erneuerung der Kirchenmusik, wobei Neris Oratorium der neuen musikalischen Gattung ihren Namen gab. Neri gilt als eine der großen Persönlichkeiten der »Katholischen Reform«, er wurde bereits 1615 selig- und 1622 heiliggesprochen.

Quelle: nach Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon http://www.bautz.de/bbkl/n/neri_f.shtml

Ein Mensch ohne Glaube gleicht einem Tier ohne Vernunft.

Wer einem Kreuz entläuft, der wird auf seinem Weg ein größeres wiederfinden.

Wie du betest, so bist du.

 

oben.gif (905 Byte) Wilhelm Emmanuel von Ketteler (25.11.1811 - 13.7.1877)

Geboren als viertes von neun Kindern des ehemaligen Landrates Maximilian Friedrich Freiherr von Ketteler-Harkotten und der Clementine Freifrau von Ketteler, entstammte Ketteler altem westfälischem Adel. Ab 1824 besuchte der etwas schwierige und mit aufbrausendem Temperament veranlagte Junge das von Jesuiten geleitete Internat von Brig im Schweizer Kanton Wallis. Als durchschnittlicher Schüler bestand er 1829 das Abitur in Münster. An der Universität Göttingen begann er das Studium der Rechte und der Staatswissenschaft, das er ab 1831 in Berlin fortsetzte. Dort hörte er u. a. Karl Friedrich von Savigny, den Begründer der »Historischen Rechtsschule«. 1835 bestand er das Referendarexamen und trat in den Staatsdienst ein. Als persönliche Konsequenz verließ er diesen wieder infolge des »Kölner Ereignisses« von 1837. Die Verhaftung des dortigen Erzbischofs machte es ihm unmöglich, weiter im Dienst eines Staates zu bleiben, der sich rücksichtslos in den Gewissensbereich seiner Bürger und das Selbstbestimmungsrecht der Kirche einmischte. Nach einer dreijährigen Phase der inneren Klärung bezüglich des nun einzuschlagenden Lebensweges entschloss sich Ketteler Priester zu werden. 1841-1843 folgte das Studium der Theologie in München. Er gehörte dem Kreis um Joseph Görres an. Am 1.7. 1844 wurde Ketteler in Münster zum Priester geweiht. Bereits als Kaplan in Beckum wurde sein Interesse an der »sozialen Frage« deutlich. Auf seine Anregung hin wurde dort ein Krankenhaus für die unteren Schichten eingerichtet. Im November 1846 übernahm er die verwahrloste Gemeinde Hopsten, hier war die Not mit Händen zu greifen. Die Jahre bis 1848 als »Bauernpastor« haben Ketteler entscheidend geprägt. Sein unermüdlicher Einsatz galt der Linderung des durch Armut, Krankheit und mangelnde Ausbildung hervorgerufenen Elends. Die mehrmonatige Zugehörigkeit zum Frankfurter Parlament vom Juni 1848 bis zum Januar 1849 machte Ketteler auch im übrigen Deutschland bekannt. Seine Gedenkrede am Grab der im Verlauf des September-Aufstandes getöteten Abgeordneten erregte großes Aufsehen. Im Oktober des gleichen Jahres nahm er in einem Redebeitrag anlässlich des ersten »Katholikentages« in Mainz die soziale Not zum Anlass, der Kirche bzw. dem christlichen Glauben bei der Lösung dieser Problematik eine entscheidende Rolle zuzuweisen. Auch die sechs Adventspredigten im Mainzer Dom (gleichfalls 1848 gehalten) stellten die »soziale Frage« in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen. 1849 wurde Ketteler Propst an St. Hedwig in Berlin. Bereits ein halbes Jahr später ernannte ihn Pius IX. zum Bischof von Mainz, dem mit 39 Jahren jüngsten in Deutschland. Dort entfaltete er eine überaus reiche Seelsorgetätigkeit und brachte die Mainzer Diözese zur neuen Blüte. Er reformierte die Priesterausbildung, bewog zahlreiche Orden zur Wiederaufnahme ihrer Arbeit und baute das Schul- und Krankenhauswesen aus. Ketteler hatte erkannt, dass der Staat den mit der Industrialisierung verbundenen sozialen Problemen noch nicht mit einem angemessenen Instrumentarium von Absicherungen und Steuerungsmaßnahmen begegnen konnte. Den Fabrikarbeitern galt die vordringliche Sorge des Mainzer Bischofs. Sein weitverbreitetes Buch »Die Arbeiterfrage und das Christentum« erschien 1864. Ketteler untersuchte darin im Anschluss an Ferdinand Lassalle die Lage der Arbeiterschaft. Sozialkaritative Maßnahmen allein konnten seiner Ansicht nach nicht mehr die Lösung der »sozialen Frage« bewirken. Die ungerechten Strukturen mussten entscheidend verändert werden, um den Arbeitern die Existenzsicherung zu gewährleisten. In der Errichtung von Produktiv-Assoziationen sah Kettler die Lösung. Er wusste jedoch um den langen und durch mancherlei Hindernisse erschwerten Weg bis zu einer gerechteren Gesellschaft. Sowohl im Staat als auch bei jedem einzelnen bedurfte es daher der Gesinnungsreform: Die Lösung der Arbeiterfrage war für den Mainzer Bischof aufs engste mit dem in die Tat umgesetzten christlichen Glauben verknüpft. Sein gesamtes Vermögen gab er für soziale Zwecke aus. In seinen berühmten Reden vor Handwerksgesellen in Mainz, vor dem deutschen Episkopat in Fulda und vor mehreren tausend Arbeitern auf der Liebfrauenheide bei Offenbach trug der engagierte Vorkämpfer des sozialen Katholizismus immer wieder sein Programm vor. Dort forderte er auch die Pflicht des Staates zu einer entsprechenden Gesetzgebung ein. Es waren insbesondere fünf Punkte, die einer Regelung bedurften: die Erhöhung des Arbeitslohnes, die Verkürzung der Arbeitszeit, die Gewährung von Ruhetagen, das Verbot der Kinderarbeit, die Abschaffung der Fabrikarbeit von Müttern und jungen Mädchen. Trotz dieser umfassenden Programmatik wünschte der »Arbeiterbischof« die liberalistisch geprägten Wirtschaftsstrukturen nicht im Sinne einer sozialen Revolution umzustürzen, sondern im Sinne einer auf konkrete Problemstellungen akzentuierten Sozialpolitik zu reformieren. Zur selben Zeit als Karl Marx zur Revolution aufrief, gründete Ketteler Arbeitervereine und bewirkte die Gründung der Katholischen Arbeiterbewegung (KAB). Die Industriegesellschaft als unabdingbares Erfordernis der Zeit hatte Ketteler anerkannt, es galt nur, das ihr entsprechende »soziale Netz« zu schaffen, eine Aufgabe, der sich im Anschluss an Ketteler später das 1870/71 gegründete Zentrum als politische Kraft des Katholizismus widmen sollte. Das am 6. Mai.1891 im Reichstag angenommene Arbeiterschutzgesetz ist auch aus dem Geist Kettelers erwachsen. Bismarck gab zu: "Ohne Ketteler wären wir noch nicht so weit." Ketteler gab auch bedeutende Anregungen zur 1891 von Papst Leo XIII. verfaßten bahnbrechenden Sozialenzyklika "Rerum novarum". Kettler war jedoch nicht nur als sozialer Bischof eine Leitfigur innerhalb des deutschen Katholizismus. In seiner Schrift »Freiheit, Autorität und Kirche« äußerte er sich 1862 zu aktuellen Fragen seiner Zeit. Sein Kampf für das Selbstbestimmungsrecht der Kirche verhinderte mehrfach seine Berufung auf bedeutende Bischofssitze. Auch innerkirchlich war Ketteler ein unerschrockener Kämpfer für die Freiheit. Obwohl persönlich von der Unfehlbarkeit des Papstes überzeugt, wehrte er sich doch gegen ihre Dogmatisierung auf dem I. Vaticanum. Ketteler betonte die enge Verwurzelung des Primats im Kollegium der Bischöfe. Vorzeitig aus Rom abgereist, unterwarf er sich jedoch vorbehaltlos dem Spruch der Majorität. Auf Kettelers Initiative hin wurde seit 1867 die Fuldaer Bischofskonferenz zur ständigen Einrichtung. Als Abgeordneter des Reichstags versuchte Ketteler 1871 den Kulturkampf zu verhindern, ein Vorhaben, bei dem er und die Zentrumsfraktion unterlagen. Unermüdlich im Dienste seiner Kirche und der Seelsorge wurde Ketteler zum Symbol des um die Selbstbehauptung kämpfenden deutschen Katholizismus. Sein Leben endete 1877 auf der Rückreise von Rom, wo er an den Feierlichkeiten aus Anlass des 50jährigen Bischofsjubiläums von Papst Pius IX. teilgenommen hatte. Beigesetzt ist er im Dom zu Mainz.

Quelle: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon http://www.bautz.de/bbkl/k/Ketteler.shtml und http://www.erziehung.uni-giessen.de/studis/Robert/bonifaz.html

Ach, wenn wir nur einen Tag wahrhaft als Christen handeln wollten, die soziale Frage wäre gelöst.

Um die sozialen Übel zu heilen, genügt es nicht, dass wir einige Arme mehr speisen und kleiden und dem Armenvorstande einige Taler Geld mehr durch unsere Dienstboten zusenden, das ist nur der allerkleinste Teil unserer Aufgabe, sondern wir müssen eine ungeheuere Kluft in Gesellschaft, einen tief eingewurzelten Hass zwischen Reichen und Armen ausgleichen...

 

oben.gif (905 Byte) Johannes Bosco / Don Bosco (16.8.1815 - 31.1.1888)

Johannes BoscoJohannes Bosco war Bauernsohn; als er zwei Jahre alt war starb der Vater und die Mutter erzog ihn in großer Armut. Mit neun Jahren hatte er seine Berufungsvision: Er sah in einem Hof eine Horde herumlungernder und fluchender Gassenjungen; er wollte dazwischenfahren, als ein vornehmer und von innen heraus leuchtender Mann zu ihm sprach: "Stelle Dich an die Spitze der Jungen! Nicht mit Schlägen, sondern mit Milde, Güte und Liebe musst Du dir diese zu Freunden gewinnen." Auf seinen Einwand, er könne das nicht, teilte der Mann ihm eine "Lehrerin" zu, eine "majestätische Dame", die ihn in einer "Vision in der Vision" sehen lässt, wie an Stelle der Buben plötzlich alle möglichen Tiere herumtollen: Löwen, Schafe, Hunde, Katzen, die sich necken, spielen und den vornehmen Mann und die Frau freudig begrüßen. Auf seinen erneuten Einwand, nicht zu verstehen, teilte die Dame ihm mit: "Zu gegebener Zeit wirst Du verstehen!" 1841 erhielt er die Priesterweihe und arbeitete in der Seelsorge an der Arbeiterjugend und an verwahrlosten Jugendlichen in Turin als "Don Bosco". Der Rettung der Jugend galt sein Leben. Er richtete in benachteiligten Stadtvierteln Schulen ein, dazu Heime und Ausbildungsstätten, er nutzte die Möglichkeiten der Presse und gab Zeitschriften und Bücher heraus. Don Bosco hatte eine großartige Begabung, auf Menschen zuzugehen und sie für sich und über sich für den Glauben zu gewinnen, er wird als fröhlich, witzig, heiter und immer wohlwollend geschildert. Bei Gefängnisexerzitien erwirkte er die ministerielle Sondererlaubnis, mit 300 Gefangenen einen unbewachten Ausflug zu machen. Keiner nutzte die Gelegenheit zur Flucht.
1846 gründete er das Oratorium vom Heiligen Franz von Sales, ab 1859 organisierte er die Kongregation der Salesianer mit der Aufgabe der Erziehung schwieriger Jugendlicher, die 1874 von Papst Pius IX bestätigt wurde. Mit Maria Mazzarello gründete er 1872 auch die Genossenschaft der Mariahilfschwestern. Noch zu seinen Lebzeiten gab es schon 250 Häuser in Europa und Amerika, die in seinem Geist arbeiteten. 130.000 Jungen fanden darin ein Zuhause, jährlich wurden 18.000 Lehrlinge ausgebildet; 6.000 Priester sind allein zu seinen Lebzeiten daraus hervorgegangen. 1934 wurde Johannes von Papst Pius XI. kanonisiert. Er gilt als der Patron der Jugend und der Jugendseelsorger.

Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon http://www.heiligenlexikon.de/BiographienJ/Johannes_Don_Bosco.htm

Das Beste was wir auf der Welt tun können, ist: Gutes tun, fröhlich sein und die Spatzen pfeifen lassen.

Das erste Glück eines Kindes ist das Bewusstsein, geliebt zu werden.

Das Gebet ist für die Seele das, was die Wärme für den Körper ist.

Die Macht der Bösen lebt von der Feigheit der Guten.

Die Tugenden, die uns in der Zeit und der Ewigkeit glücklich machen, sind Demut und Liebe.

Entweder stirbt der Priester infolge der Arbeit oder er stirbt infolge des Lasters.

Fröhlich sein und Gutes tun und die Vögel pfeifen lassen

Halte dich fest an Gott. Mache es wie der Vogel, der nicht aufhört zu singen, auch wenn der Ast bricht. Denn er weiß, dass er Flügel hat.

In jedem jungen Menschen, auch in dem schlimmsten, gibt es einen Punkt, wo er dem Guten zugänglich ist, und so ist es die erste Pflicht des Erziehers, diesen Punkt, diese empfängliche Stelle des Herzens, zu suchen und zu nutzen.

Liebenswürdigkeit, Nachsicht und Rücksicht sind die Schlüssel zum Menschenherzen.

Übt Mäßigkeit, weil man damit die Gesundheit des Leibes und der Seele bewahren kann.

Wandelt mit den Füßen auf der Erde; mit den Herzen aber seid im Himmel.

Wissen ohne Gewissen ist der Ruin der Seele.

 

oben.gif (905 Byte) Charles de Foucauld (15.6.1858 - 1.12.1916)

Charles de FoucauldCharles Eugène Vicomte de Foucauld war Spross einer der reichsten Adelsfamilien Frankreichs, ein Lebemann und Frauenheld. Er wurde Offizier in der französischen Armee, dort aber wegen seiner Lebensführung entlassen. Im Alter von 30 Jahren reiste er -  als russischer Rabbiner verkleidet - monatelang durch Marokko - ein damals für Christen verbotenes Land. Er war durch den Anblick betender Moslems so beeindruckt, dass er sich zu ernstem Christentum bekehrte. Sein Buch "Erkundungsfahrt durch Marokko" machte ihn berühmt, die "Belle Epoque" hatte einen neuen Afrikahelden. Er schloss sich dem Trappistenorden an, arbeitete in Frankreich, dann in Syrien und lebte dann einige Jahre als Einsiedler bei Nazareth in Palästina. 1901 wurde er zum Priester geweiht, ab 1905 begab er sich zur Missionsarbeit in die Sahara nach Algerien und lebte er als Einsiedler unter den Tuareg im Hoggar-Gebirge in Tamanrasset. Er wollte durch sein Leben exemplarischen Christseins wirken, nicht durch missionarische Einflussnahme und wurde von den Tuareg tatsächlich als "großer Marabut" verehrt. Er erforschte ihre Sprache, hinterließ das bislang beste Wörterbuch, sammelte Texte, Gedichte und Sprichwörter der Tuareg. 1916 wurde Foucauld von aufständischen Senussi erschossen. Seine Pläne zur Gründung eines eigenen Ordens konnte er nicht mehr verwirklichen. Sein Mitstreiter Charles begründete 1936 auf der Grundlage seiner Ideen die Genossenschaft der "Kleinen Brüder Jesu", der 1939 die Gemeinschaft der "Kleinen Schwestern Jesu" folgte. Sie teilen in kleinen Gemeinschaften das soziale Milieu ihrer Umgebung und gehen einer weltlichen Berufstätigkeit nach.

Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon http://www.heiligenlexikon.de/BiographienC/Charles_de_Foucauld.htm

Es gibt keinen Augenblick in unserem Leben, in dem wir nicht einen neuen Weg einschlagen könnten.

Für den dahingeschiedenen bedeutet der Tod Frieden, die Gewissheit ewiger Glückseeligkeit, unwandelbarer Geborgenheit.

Schweigen ist das Gegenteil von Vergessen und Kälte. Im Schweigen liebt man am glühendsten: Lärm und Worte verlöschen oft das innere Feuer.

 

oben.gif (905 Byte) Edith Stein (12.10.1891 - 9.8.1942)

Edith Stein Ediths Mutter hatte bereits zehn Kindern das Leben geschenkt, als Edith Stein am 12. Oktober 1891 in einer jüdischen Familie in Breslau geboren wurde. Ediths Vater war ein wohlhabender Holzhändler. Edith hatte eine behütete Kindheit. Hochbegabt studierte sie Philosophie und engagierte sich für die Rechte der Frauen. Sie promovierte in Freiburg bei Edmund Husserl und arbeitete als dessen Assistentin. Zu der Zeit verlor sie ihren Glauben und bezeichnete sich als Atheistin. Im Herbst 1921 las sie ein Buch der Heiligen Teresa von Avila aus dem 16. Jahrhundert, dass sie so beeindruckte, dass sie sich einen Katechismus kaufte und zur Messe ging. Am Neujahrstag 1922 ließ sie sich taufen. 1932 wurde sie Dozentin im katholischen Institut für Pädagogik in Münster und war damit Deutschlands erste Dozentin für Philosophie. Weil sie "Nicht-Arierin" war, musste sie ihren Lehrstuhl 1933 bereits wieder aufgeben. Am 14. Oktober 1933 trat sie dem Orden Karmel in Köln bei und hieß von nun an Schwester Teresia Benedicta a Croce. Sie hatte gehofft, als Ordensfrau Einfluss auf die Kirche nehmen zu können, besonders hinsichtlich deren Antisemitismus. Ihr Ersuchen um eine Audienz bei Papst Pius XI. lehnte dieser ab. Mit der zunehmenden Repression wurde der Karmeliterin ihre jüdische Herkunft immer bewusster. Die Priorin des Kölner Klosters verriet schließlich den Nazis, dass Schwester Teresia Benedicta Jüdin war. Nach der Reichsprogromnacht 1938 floh Edith Stein in die Niederlanden, ins Kloster Echte. Die Nazis hatten derweil 1942 erklärt, dass sie jeden Protest gegen Judendeportationen im Keim ersticken würden. Die Kirchen lenkten ein, bis auf die katholischen Bischöfe. Von den katholischen Kanzeln wurde am 26. Juli 1942 ein entsprechender Hirtenbrief verlesen. Die Nazis reagierten sofort, indem sie alle jüdischen Katholiken deportierten. Edith Stein wurde am 2. August 1942 aus dem Kloster Echte von den Nazis verschleppt. "Komm, wir gehen für unser Volk", soll Edith Stein zu ihrer Schwester Rosa bei der Verhaftung gesagt haben. Eine Woche später traf ihr Gefangenentransport im Konzentrationslager Auschwitz ein. Edith Stein wurde in den dortigen Gaskammern wenige Tage später ermordet. Das genaue Todesdatum ist, wie bei so vielen, unbekannt. Papst Johannes Paul II. sprach Edith Stein am 11. Oktober 1998 heilig. Erstmals in der Kirchengeschichte wurde eine Katholikin jüdischer Abstammung heilig gesprochen. Die Heiligsprechung wird in der Weltöffentlichkeit auch als Geste der Versöhnung des Vatikans mit den Juden gedeutet. Kritische Stimmen meinen, dass die Kirche versuche, Edith Stein ganz als Christin für sich zu vereinnahmen, und dass sich die Kirche mit der Ehrung eine Art Alibi für mangelnden Widerstand der Kirche gegen die Nazis verschaffen will. Fest steht, dass Edith Stein starb, weil sie jüdischer Abstammung war. Der Vatikan hat insofern Recht, dass diese Deportationen auch "aus Hass gegen die katholische Kirche erfolgten. Das ist Grund genug, um von einem Märtyrerinnentod zu sprechen".
Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon u.a. http://www.heiligenlexikon.de/BiographienE/Edith_Stein.html

Alles, was sonst getrennt auftritt, ist im Glauben verschmolzen: Erkenntnis, Liebe, Tat.

Das innerste Wesen der Liebe ist Hingabe.

Das innere Leben ist die tiefste und reinste Quelle des Glücks.

Der Nächste ist nicht der, den ich mag.
Er ist ein jeder, der mir nahe kommt - ohne Ausnahme.

Es hat mir immer fern gelegen zu denken, dass Gottes Barmherzigkeit sich an die Grenzen der Kirche binde. Gott ist die Wahrheit. Wer die Wahrheit sucht, der sucht Gott, ob es ihm klar ist oder nicht.

Es ist die Aufgabe eines jeden Menschen, zu sich selbst zu kommen.

Freude ist ein Zeichen, dass man dem Licht nahe ist.

Je gesammelter ein Mensch im Innersten seiner Seele lebt, umso stärker ist seine Ausstrahlung, die von ihm ausgeht und andere in seinen Bann zieht.

Jedenfalls ist das Leben viel zu kompliziert, als dass man ihm mit einem noch so klug erdachten Weltverbesserungsplan zu Leibe rücken und ihm nun endgültig und eindeutig vorschreiben könnte, wie es zu gehen hat.

Mein Leben beginnt jeden Morgen neu und endet jeden Abend; Pläne und Absichten darüber hinaus habe ich keine; das heißt, es kann natürlich zum Tagwerk gehören vorauszudenken, aber eine "Sorge" für den kommenden Tag darf es nie sein.

Meine Sehnsucht nach der Wahrheit ist mein einziges Gebet.

Schiffe stranden an Felsen, menschliche Beziehungen oft schon an Kieselsteinen.

Wer gesammelt in der Tiefe lebt, der sieht auch die kleinen Dinge in großen Zusammenhängen.

 

oben.gif (905 Byte) Rupert Mayer (23.1.1876 - 1.11.1945)

Rupert Mayer Rupert Mayer wuchs in Stuttgart auf, besuchte das Gymnasium, studierte Philosophie und Theologie in Freiburg, München und Tübingen, bis er 1899 zum Priester geweiht wurde. 1900 trat er in Feldkirch in Vorarlberg dem Jesuitenorden bei, ab 1906 zog er als Volksmissionar durch die Schweiz, Deutschland und die Niederlande. 1912 kam er nach München, 1914 ging er als Soldatenseelsorger an die Fronten des 1. Weltkrieges und wurde als erster Feldgeistlicher mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet: er hatte sich eine lebensgefährliche Verletzung zugezogen, weil er sich schützende über einen schwerverletzten Soldaten gebeugt hatte; ein Bein musste ihm amputiert werden. In den restlichen Kriegsjahren predigte er wieder in München, 1921 wurde er Präses der "Marianischen Männerkongregation". Schon früh erkannte er die Gefahren des heraufziehenden Nationalsozialismus und erhob warnend seine Stimme. Im Januar 1937 wurde er dann von den Nazis erstmals verhaftet, schließlich wegen einer Predigt für sechs Monate eingesperrt, dann mehrfach verurteilt, sieben Monate im Konzentrationslager Sachsenhausen in Isolationshaft gehalten und danach nur freigelassen mit der Auflage eines Predigtverbotes. Die fünf Jahre bis zum Ende des Krieges verbrachte er isoliert im Kloster Ettal, dann war zwar der Krieg zu Ende, aber auch er am Ende seiner Lebenskräfte. Am Allerheiligentag starb er während der Messe vor dem Altar der Münchner Michaelskirche. Rupert Mayer wurde zuerst auf dem Klosterfriedhof beigesetzt, sein Grab war schnell eine von Zehntausenden besuchte Wallfahrtsstätte. Dann wurde er in die Jesuitenkirche in München überführt, Zehntausende gaben dabei das Geleit, bis zum heutigen Tag wird seine letzte Ruhestätte stark besucht. Rupert Mayer wurde 1987 durch Papst Johannes Paul II. in München selig gesprochen.

Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon http://www.heiligenlexikon.de/BiographienR/Rupert_Mayer.html

Die Erneuerung des Volkes muss eine Herzenserneuerung sein, eine Umwandlung des inneren Menschen. Diese Herzenserneuerung muss bestehen in einer gründlichen Abkehr von der Gottlosigkeit, vom reinen Diesseitskult und einer herzhaften Rückkehr zum Gottesglauben, zum Geist des Christentums.

 

oben.gif (905 Byte) Martin Luther King (15.1.1929 - 4.4.1968)

Martin Luther KingMartin Luther King, benannt nach dem Reformator Martin Luther, war wie sein Vater Pfarrer der Baptistengemeinde, schon mit 17 Jahren wurde er geweiht, Nach dem Abschluss am theologischen College 1951 studierte er an der Universität von Boston. Er lernte das Wirken von Mahatma Gandhi kennen, dessen Lehren zum Kern seiner eigenen Philosophie des gewaltlosen Widerstandes werden sollten. Nach der Heirat 1953 wurde King Pastor einer Baptistenkirche in Montgomery im Bundesstaat Alabama. 1954 verurteilte der Oberste Gerichtshof der USA die Rassentrennung an öffentlichen Schulen als gesetzeswidrig. Diese Entscheidung hatte Auswirkungen auch auf andere Bereiche des öffentlichen Lebens. 1955 wurde King zum Anführer eines Boykotts der Schwarzen gegen die Omnibusse in Montgomery; Anlass hierfür war die Festnahme von Rosa Parks, einer Schwarzen, die sich geweigert hatte, einem weißen Fahrgast ihren Sitzplatz zu überlassen. Im Laufe der 381 Tage dauernden Aktion wurde King festgenommen und inhaftiert, sein Haus wurde in die Luft gesprengt, er bekam mehrere Morddrohungen. Aber der Boykott endete 1956 erfolgreich mit einem Erlass des Obersten Gerichtshofes, der jegliche Art von Rassentrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt für gesetzwidrig erklärte. King ging aus dieser Aktion als hoch angesehener Führer der Schwarzen hervor. Schwarze Kirchenmänner aus dem ganzen Süden der USA organisierten in Reaktion auf den Erfolg des Boykotts in Montgomery die "Southern Christian Leadership Conference" (SCLC), eine Versammlung der christlichen Schwarzenführer der Südstaaten, King wurde der Präsident. 1959 reiste King nach Indien, um Gandhis Prinzip des "Satyagraha", des gewaltlosen Widerstandes, besser kennen zu lernen. 1960 Jahr gab er seine Stelle als Pastor in Montgomery auf und wurde Kopastor seines Vaters an der Ebenerer Baptist Church in Atlanta; nun hatte er Zeit, noch effizienter in der Führung der Bürgerrechtsbewegung mitzuarbeiten. Damals vollzog sich innerhalb der schwarzen Bewegung ein radikaler Wende: Waren bislang Rechtsmittel und das Streben nach Versöhnung die Grundlagen, wurde nun der Wandel "mit allen möglichen Mitteln" gefordert. Differenzen zwischen der SCLC und anderen Gruppen wurden unausweichlich. Kings hohes Prestige führte dazu, dass die Gewaltlosigkeit trotz vieler anderer Tendenzen doch der offizielle Weg des Widerstandes blieb. 1963 führte King eine große Bürgerrechtskampagne in Birmingham in Alabama an. Er organisierte im ganzen Süden der USA Aktionen für die Registrierung Schwarzer in die Wählerlisten, gegen Rassentrennung und für bessere Schulbildung und Wohnungen. Während dieser Aktionen wurde er mehrfach inhaftiert. Beim historischen Marsch auf Washington am 28. August 1963 hielt er seine berühmte Rede „I Have a Dream". 1964 bekam er als Wortführer der gewaltlosen Rassenintegration den Friedensnobelpreis. Trotz weltweiter Anerkennung und moralischer und politischer Unterstützung im Norden der USA taten auch die Verantwortlichen im Norden wenig, um Rassentrennung abzuschaffen. Zudem  vergiftete der Vietnamkrieg die Atmosphäre zunehmend, lokale Probleme wurden in den Hintergrund gedrängt. Kings Gewaltlosigkeit wurde auf harte Proben gestellt: in Chicago, wo er seine erste größere Kampagne im Norden abhielt, stellten sich ihm schwarze Baptisten öffentlich entgegen. Uniformierte Neonazis und Mitglieder des Ku-Klux-Klans setzten weiße bewaffnete Schlägertrupps in Marsch, Überfälle auf Schwarze mehrten sich. King kümmerte sich immer intensiver auch um den Vietnamkrieg, tat sich mit der Antikriegsbewegung und deren weißer Führung zusammen. Diese Konzentration auf den Vietnamkrieg sowie seine Absicht, einen "Poor People's March", einen Marsch armer Leute aller Rassen auf Washington anzuführen, gefährdeten seine Führungsposition. Hinzu kamen stressbedingte gesundheitliche Probleme; in seinen Reden spielte er nun immer wieder auf seinen Tod an. Am 3. April 1968 sagte er in Anspielung auf Mose, er habe "das Gelobte Land gesehen". Einen Tag später wurde er erschossen. Hunderttausende Menschen kamen zu seiner Beerdigung in Atlanta. Ein weißer entflohener Häftling, James Earl Ray, wurde wegen des Mordes festgenommen, er erklärte sich schuldig und wurde zu 99 Jahren Gefängnis verurteilt. 1983 wurde der dritte Montag im Januar zu Ehren Martin Luther Kings zum Nationalfeiertag in den USA erklärt; sein Geburtshaus und sein Grab in Atlanta gehören zu den nationalen Denkmälern.

Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon http://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Martin_Luther_King.htm

Ein Mensch, der nicht bereit ist, für etwas zu sterben, ist nicht reif für das Leben.

Erfolg, Anerkennung und Konformität sind die Schlagworte der modernen Welt, in der sich jeder nach der betäubenden Sicherheit sehnt, mit der Mehrheit identifiziert zu werden.

Gewaltloser Widerstand ist keine Methode für Feiglinge. Es wird Widerstand geleistet. Die Methode ist körperlich passiv, aber geistig stark aktiv. Gewaltloser Widerstand will den Gegner nicht vernichten oder demütigen, sondern seine Freundschaft oder sein Verständnis gewinnen. Gewaltloser Widerstand ist Angriff gegen die Mächte des Bösen, nicht gegen Personen, die das Böse tun. Gewaltloser Widerstand ist die Bereitschaft, Demütigungen zu erdulden, ohne sich zu rächen und Schläge hinzunehmen, ohne zurückzuschlagen. Gewaltloser Widerstand reißt weder äußerlich noch innerlich zur Gewalttätigkeit hin. Im Mittelpunkt der Lehre vom gewaltlosen Widerstand steht das Gebot der Liebe. Gewaltloser Widerstand gründet sich auf die Überzeugung, daß das Universum auf der Seite der Gerechtigkeit steht. Es gibt eine schöpferische Kraft in diesem Weltall, die am Werk ist, die getrennten Erscheinungen der Wirklichkeit zu einem harmonischen Ganzen zusammenzufügen.

Heute haben wir noch die Wahl: Gewaltlose Koexistenz oder gemeinsame Vernichtung durch Gewalt.

Jeder wahre Christ ist ein Bürger zweier Welten: der zeitlichen und der ewigen.

Kein Problem wird gelöst, wenn wir träge darauf warten, dass Gott allein sich darum kümmert.

Liebe zum Nächsten ist der Schlüssel zur Lösung der Probleme unserer Welt.

Unsere Generation wird eines Tages nicht nur die ätzenden Worte und bösen Taten der schlechten Menschen zu bereuen haben, sondern auch das furchtbare Schweigen der guten.

Wenn unsere Tage verdunkelt sind und unsere Nächte finsterer als tausend Mitternächte, so wollen wir stets daran denken, dass es in der Welt eine große, segnende Macht gibt.

Wer das Böse ohne Widerspruch hinnimmt, arbeitet in Wirklichkeit mit ihm zusammen.

Wer unfähig ist zu vergeben, der ist auch unfähig zu lieben.

Wir müssen lernen, dass der Wert des Menschen sich nicht an seinem Bankkonto oder an der Länge seines Wagens misst, sondern allein an seinem Engagement.

Wir müssen lernen, entweder als Brüder miteinander zu leben oder als Narren unterzugehen.

Unsere Generation wird nicht so sehr die Untaten böser Menschen zu beklagen haben, als vielmehr das erschreckende Schweigen der guten.

Wahre Nächstenliebe ist mehr als die Fähigkeit zum Mitleid, sie ist die Fähigkeit zur Zuneigung.

Wir müssen erkennen, daß es Aberglaube ist, wenn wir annehmen, Gott würde handeln, wenn wir müßig bleiben.

Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit.

Quelle Gott und die Welt im Zitat

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