"Heiligste Dreifaltigkeit" Altdorf b.Nürnberg
Der Heilige Geist - Gaben, Tröstungen, Früchte
 

 Die sieben Gaben des Heiligen Geistes

Im Alten Testament hat der Prophet Jesaja die sieben Gaben des Heiligen Geistes als Gaben des messianischen Reiches vorausgesagt: "Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor... Der Geist des Herrn lässt sich auf ihm nieder: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht." (Jes. 11,1.2)

Intellectus – Verstand Rudolf Virchow, deutscher Chirurg: "Ich habe noch bei keiner Operation eine Seele gefunden."
Louis Pasteur besuchte täglich die Messe und betete den Rosenkranz
Glaube und Wissen muss kein Gegensatz sein
Die Logotheraphie von Viktor Frankl betont die "Sinnheilung" psychosomatisch erkrankter Menschen
Theresia von Avila, spanische Mystikerin: "Dios solo basta." - Gott allein genügt
Scientia – Wissenschaft Thomas von Aquin, bedeutende Theologe des Mittelalters, deutete nach einer Vision kurz vor seinem Tode auf seine Bücher: "Alles ist Spreu."
die Philosophin und Karmelitin Edith Stein spricht von der "Kreuzeswissenschaft" und geht als Jüdin ins KZ
Sapientia – Weisheit "Weil du mich nicht um ein langes Leben, Reichtum und den Tod deiner Feinde gebeten hast, werde ich deine Bitte erfüllen. Ich gebe dir ein weises und verständiges Herz." (1 Kön 3,9-12)
"Die Weisheit, die von obern kommt, ist friedsam, freundlich, fügsam, barmherzig. Sie richtet und heuchelt nicht." (Jak 3,17)
Consilium – Rat Jesu Antworten gegenüber den Pharisäern, der Ehebrecherin
Pietas – Frömmigkeit Franz von Sales: "Fröhlich sein, gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen"
"Nun könnte man sagen: Du hast Glauben und ich kann Werke vorweisen; zeig mir deinen Glauben ohne die Werke und ich zeige dir meinen Glauben auf Grund der Werke." (Jak)
Timor Domini – Gottesfurcht die Aufforderung "Fürchte dich nicht!" findet sich 365 mal in der Bibel
Gottesliebe und Gottesfurcht schließen sich nicht aus
Fortitudo – Stärke keine Blutzeugen ohne den Geist der Stärke


 Die sieben Tröstungen des Heiligen Geistes

Freude Freude der Emmausjünger
Freundschaft Freundschaft zwischen Gregor von Nazianz und Basilius dem Großen, zwischen Franz von Sales und Johanna Franziska von Chantal
Tränen gegen die "Unfähigkeit zu Trauern", Schuld einzugestehen
Schlaf im Schlaf tritt Gott vor den Propheten Elija der vor König Ahab fliehen musste und sagt: "Steh auf und iss!"
Bad in Ostkirche Verzicht auf das Bad als Zeichen der Busse,
Pfarrer Sebastian Kneipp aus Wörrishofen
Gebet Jesus vor der Kreuzigung:
"Vater, lass diesen Kelch an mir vorüber gehen, aber nicht mein Wille geschehe sondern der deine."
Wahrheit "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben."


 Früchte des Heiligen Geistes

Im Neuen Testament schreibt der Evangelist Matthäus: "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen." (Mt 7.16) und der Apostel Paulus führt im Brief an die Galater aus:
"Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung." (Gal. 5,19-22)

Liebe
Freude
Friede
Freundlichkeit
Güte
Langmut
Sanftmut
Treue
Selbstbeherrschung


 Heiliger Geist bei Taufe und Firmung

Datei:Meister des Hitda-Evangeliars 003a.jpg

Datei:Ingeborg Psalter 02f 1200.jpgTaufe Christi (Evangelium nach Markus 1,9-11 "In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.") im Evangeliar der Äbtissin Hitda von Meschede.

 

Pfingsten (Pentecoste, der fünfzigste Tag nach Ostern, Apostelgeschichte 2,1-4 "Als der Pfingstag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab". Gott gießt den Heiligen Geist über die  Apostel .aus und schenkt ihnen die Gaben, die für die erste Zeit wichtig sind. Die Gaben des Heiliges Geistes machen diese Menschen zu ersten Lehrern der Christenheit (Symbol: Buch). Der alttestamentliche Prophet Jesaja hat sechs Wesenszüge des heiligen Geistes vorausgesagt (Jesaja 11,2): „Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor... Der Geist des Herrn lässt sich auf ihm nieder: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht. Im Neuen Testament beschreibt Paulus die Gaben des Heiligen Geistes (1. Korinther 12,8-11): "Dem einen wird vom Geist die gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen, dem anderen durch den gleichen Geist die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln, dem dritten im gleichen Geist Glaubenskraft, einem andern - immer in dem einen Geist - die Gabe, Krankheiten zu heilen, einem andern Wunderkräfte, einem andern prophetisches Reden, einem andern die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden, wieder einem andern verschiedene Arten von Zungenrede, einem andern schließlich die Gabe, sie zu deuten. Das alles bewirkt ein und derselbe Geist; einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, wie er will.")) aus dem Ingeborg-Psalter (um 1200)

 

Gebet des Kirchenvaters Hieronymus zum Heiligen Geist

Atme in mir, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges denke!
Treibe mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue!
Locke mich, du Heiliger Geist, dass ich das Heilige liebe!
Stärke mich, du Heiliger Geist, dass ich das Heilige hüte!
Hüte mich, du Heiliger Geist, dass ich das Heilige nicht verliere!


 
Symbolik der Zahl Sieben

Als Zahl der Fülle und Vollkommenheit spielt die Siebenzahl spielt bereits im Alten Testament eine Rolle beim Siebentagewerk Gottes bei der Schöpfung. Sieben Jahre musste Jakob arbeiten, um Rahel heiraten zu können. Sieben fette und sieben magere Kühe im Traum des Pharao deutet Josef als sieben fruchtbare Jahre und sieben Hungersjahre. Im Allerheiligsten des Tempels steht der siebenarmige Leuchter, der noch heute an den Untergang des Tempels in Jerusalem im Jahre 70 nach Christi Geburt erinnert.
Im Neuen Testament spricht Jesus von den sieben Werken der Barmherzigkeit und im Vaterunser finden sich sieben Bitten. Siebenfach ist die Vergeltung im Alten Testament aber siebenundsiebzig mal die Vergebung im Neuen Testament. Von den Evangelisten sind sieben Worte Jesu am Kreuz überliefert. Das Johannes-Evangelium berichtet von den sieben Wundern Jesu und von sieben "Ich-bin-Worten" des Herrn. Besonders häufig findet sich die Zahl sieben in der Apokalypse bzw. der Geheimen Offenbarung des Johannes, z.B. die sieben Plagen.
Auch in den sieben Sakramenten schlägt sich die Symbolik der Zahl Sieben nieder. Die Frömmigkeitsgeschichte kennt die sieben Schmerzen Mariens. Die  Mönchsorden schließlich kennen sieben Gebetszeiten und die Mystiker sieben Stufen des Weges zu Gott.
Im Advent werden die sieben Namen Gottes angerufen:

Quellen: Basilius Doppelfeld: Symbole IV. Mensch und Zahl. Münster Schwarzacher Kleinschriften 83. Münsterschwarzach: Vier-Türme-Verlag 1994;
Ludwig Gschwind: Heiliger Geist. Gaben, Tröstungen, Früchte. Augsburg: Ulrich Verlag 1998


  Home Übersicht Suche

© Dr. Martin Weimer, Altdorf b.Nürnberg