| "Heiligste
Dreifaltigkeit" Altdorf b.Nürnberg Der Heilige Geist - Gaben, Tröstungen, Früchte |
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| Intellectus Verstand | Rudolf Virchow,
deutscher Chirurg: "Ich habe noch bei keiner Operation eine Seele gefunden." Louis Pasteur besuchte täglich die Messe und betete den Rosenkranz Glaube und Wissen muss kein Gegensatz sein Die Logotheraphie von Viktor Frankl betont die "Sinnheilung" psychosomatisch erkrankter Menschen Theresia von Avila, spanische Mystikerin: "Dios solo basta." - Gott allein genügt |
| Scientia Wissenschaft | Thomas von
Aquin, bedeutende Theologe des Mittelalters, deutete nach einer Vision kurz vor seinem
Tode auf seine Bücher: "Alles ist Spreu." die Philosophin und Karmelitin Edith Stein spricht von der "Kreuzeswissenschaft" und geht als Jüdin ins KZ |
| Sapientia Weisheit | "Weil du
mich nicht um ein langes Leben, Reichtum und den Tod deiner Feinde gebeten hast, werde ich
deine Bitte erfüllen. Ich gebe dir ein weises und verständiges Herz." (1 Kön
3,9-12) "Die Weisheit, die von obern kommt, ist friedsam, freundlich, fügsam, barmherzig. Sie richtet und heuchelt nicht." (Jak 3,17) |
| Consilium Rat | Jesu Antworten gegenüber den Pharisäern, der Ehebrecherin |
| Pietas Frömmigkeit | Franz von
Sales: "Fröhlich sein, gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen" "Nun könnte man sagen: Du hast Glauben und ich kann Werke vorweisen; zeig mir deinen Glauben ohne die Werke und ich zeige dir meinen Glauben auf Grund der Werke." (Jak) |
| Timor Domini Gottesfurcht | die
Aufforderung "Fürchte dich nicht!" findet sich 365 mal in der Bibel Gottesliebe und Gottesfurcht schließen sich nicht aus |
| Fortitudo Stärke | keine Blutzeugen ohne den Geist der Stärke |
Die sieben Tröstungen des
Heiligen Geistes
| Freude | Freude der Emmausjünger |
| Freundschaft | Freundschaft zwischen Gregor von Nazianz und Basilius dem Großen, zwischen Franz von Sales und Johanna Franziska von Chantal |
| Tränen | gegen die "Unfähigkeit zu Trauern", Schuld einzugestehen |
| Schlaf | im Schlaf tritt Gott vor den Propheten Elija der vor König Ahab fliehen musste und sagt: "Steh auf und iss!" |
| Bad | in Ostkirche
Verzicht auf das Bad als Zeichen der Busse, Pfarrer Sebastian Kneipp aus Wörrishofen |
| Gebet | Jesus vor der
Kreuzigung: "Vater, lass diesen Kelch an mir vorüber gehen, aber nicht mein Wille geschehe sondern der deine." |
| Wahrheit | "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben." |
Im Neuen Testament schreibt der Evangelist
Matthäus: "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen." (Mt 7.16) und der
Apostel Paulus führt im Brief an die Galater aus:
"Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede,
Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung." (Gal.
5,19-22)
| Liebe | |
| Freude | |
| Friede | |
| Freundlichkeit | |
| Güte | |
| Langmut | |
| Sanftmut | |
| Treue | |
| Selbstbeherrschung |
Taufe Christi (Evangelium nach Markus 1,9-11
"In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im
Jordan taufen. Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und
der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist
mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.") im Evangeliar der Äbtissin
Hitda von Meschede
Pfingsten (Pentecoste, der
fünfzigste Tag nach Ostern, Apostelgeschichte 2,1-4 "Als der Pfingstag gekommen war,
befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn
ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es
erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich
eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen
zu reden, wie es der Geist ihnen eingab". Gott gießt den Heiligen Geist über die Apostel .aus und schenkt ihnen die Gaben, die für
die erste Zeit wichtig sind. Die Gaben des Heiliges Geistes machen diese Menschen zu
ersten Lehrern der Christenheit (Symbol: Buch). Der alttestamentliche Prophet Jesaja hat
sechs Wesenszüge des heiligen Geistes vorausgesagt (Jesaja 11,2): Doch aus dem
Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor... Der Geist des Herrn lässt sich auf ihm
nieder: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der
Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht. Im Neuen Testament beschreibt Paulus die Gaben
des Heiligen Geistes (1. Korinther 12,8-11): "Dem einen wird vom Geist die gabe
geschenkt, Weisheit mitzuteilen, dem anderen durch den gleichen Geist die Gabe, Erkenntnis
zu vermitteln, dem dritten im
gleichen Geist Glaubenskraft, einem andern - immer in dem einen Geist - die Gabe,
Krankheiten zu heilen, einem andern Wunderkräfte, einem andern prophetisches Reden, einem
andern die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden, wieder einem andern verschiedene
Arten von Zungenrede, einem andern schließlich die Gabe, sie zu deuten. Das alles bewirkt
ein und derselbe Geist; einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, wie er will.")) aus dem Ingeborg-Psalter (um 1200)
Gebet des Kirchenvaters Hieronymus zum Heiligen Geist
Atme in mir, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges denke!
Treibe mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue!
Locke mich, du Heiliger Geist, dass ich das Heilige liebe!
Stärke mich, du Heiliger Geist, dass ich das Heilige hüte!
Hüte mich, du Heiliger Geist, dass ich das Heilige nicht verliere!
Als Zahl der Fülle und Vollkommenheit spielt die
Siebenzahl spielt bereits im Alten Testament eine Rolle beim Siebentagewerk Gottes bei
der Schöpfung. Sieben Jahre musste Jakob arbeiten, um Rahel heiraten zu können.
Sieben fette und sieben magere Kühe im Traum des Pharao deutet Josef als sieben
fruchtbare Jahre und sieben Hungersjahre. Im Allerheiligsten des Tempels steht der siebenarmige
Leuchter, der noch heute an den Untergang des Tempels in Jerusalem im Jahre 70 nach
Christi Geburt erinnert.
Im Neuen Testament spricht Jesus von den sieben Werken der Barmherzigkeit und im
Vaterunser finden sich sieben Bitten. Siebenfach ist die Vergeltung im Alten Testament
aber siebenundsiebzig mal die Vergebung im Neuen Testament. Von den Evangelisten sind
sieben Worte Jesu am Kreuz überliefert. Das Johannes-Evangelium berichtet von den sieben
Wundern Jesu und von sieben "Ich-bin-Worten" des Herrn. Besonders häufig findet
sich die Zahl sieben in der Apokalypse bzw. der Geheimen Offenbarung des Johannes, z.B.
die sieben Plagen.
Auch in den sieben Sakramenten schlägt sich die
Symbolik der Zahl Sieben nieder. Die Frömmigkeitsgeschichte kennt die sieben Schmerzen
Mariens. Die Mönchsorden schließlich kennen sieben Gebetszeiten
und die Mystiker sieben Stufen des Weges zu Gott. Im Advent werden die sieben Namen Gottes
angerufen:
Quellen: Basilius Doppelfeld: Symbole IV.
Mensch und Zahl. Münster Schwarzacher Kleinschriften 83. Münsterschwarzach:
Vier-Türme-Verlag 1994;
Ludwig Gschwind: Heiliger Geist. Gaben, Tröstungen, Früchte. Augsburg: Ulrich Verlag
1998
© Dr. Martin Weimer, Altdorf b.Nürnberg