Der Heilige Geist - Gaben, Tröstungen, Früchte
 
 
Aufzählung Die sieben Gaben des Heiligen Geistes
Aufzählung Die sieben Tröstungen des Heiligen Geistes
Aufzählung Früchte des Heiligen Geistes
Aufzählung Heiliger Geist bei Taufe und Firmung
Aufzählung Zur Symbolik der Zahl Sieben


 Die sieben Gaben des Heiligen Geistes

Im Alten Testament hat der Prophet Jesaja die sieben Gaben des Heiligen Geistes als Gaben des messianischen Reiches vorausgesagt: "Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor... Der Geist des Herrn lässt sich auf ihm nieder: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht." (Jes. 11,1.2)
Im Neuen Testament spricht Paulus häufiger von Gaben des Heilgen Geistes:
"So hat Gott in der Kirche die einen als Apostel eingesetzt, die anderen als Propheten, die dritten als Lehrer; ferner verlieh er die Kraft, Wunder zu tun, sodann die Gabe, Krankheiten zu heilen, zu helfen, zu leiten, endlich die verschiedensten Arten von Zungenrede." (NT, 2. Kor 7,6)
"Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit." (NT, 2 Tim 1,7)
"In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller; dem einen wird durch den Geist gegeben, von der Weisheit zu reden, dem anderen wird gegeben, von der Erkenntnis zu reden, nach demselben Geist; einem anderen Glaube, in demselben Geist; einem anderen, gesund zu machen, in dem einen Geist; einem anderen die Kraft, Wunder zu tun; einem anderen prophetische Gabe, die Geister zu unterscheiden; einem anderen mancherlei Zungenrede; einem anderen die Gabe, auszulegen." (NT, 1 Kor 12,7-10)
"Wir haben verschiedene Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Ist jemand prophetische Rede gegeben, so übe er sie dem Glauben gemäß aus. Ist jemand ein Amt gegeben, so diene er. Ist jemand Lehre gegeben, so lehre er. Ist jemand Ermahnung gegeben, so ermahne er."
(NT, Röm 12,6-8)

Die Geistesgaben wirkten sich bei den Aposteln verscheiden aus: Johannes hatte die Gabe der Weisheit, Petrus die Gabe der Stärke, Thomas die Gabe des Verstandes, Jakobus die Gabe der Frömmigkeit, Philippus die Gabe des Rates, Andreas die Gabe der Gottesfurcht, Matthäus die Gabe der Einsicht.
 

Intellectus – Verstand Rudolf Virchow, deutscher Chirurg: "Ich habe noch bei keiner Operation eine Seele gefunden."
Louis Pasteur besuchte täglich die Messe und betete den Rosenkranz
Glaube und Wissen muss kein Gegensatz sein
Die Logotheraphie von Viktor Frankl betont die "Sinnheilung" psychosomatisch erkrankter Menschen
Theresia von Avila, spanische Mystikerin: "Dios solo basta." - Gott allein genügt
    
Scientia – Wissenschaft Thomas von Aquin, bedeutende Theologe des Mittelalters, deutete nach einer Vision kurz vor seinem Tode auf seine Bücher: "Alles ist Spreu."
die Philosophin und Karmelitin Edith Stein spricht von der "Kreuzeswissenschaft" und geht als Jüdin ins KZ
Sapientia – Weisheit "Weil du mich nicht um ein langes Leben, Reichtum und den Tod deiner Feinde gebeten hast, werde ich deine Bitte erfüllen. Ich gebe dir ein weises und verständiges Herz." (1 Kön 3,9-12)
"Die Weisheit, die von obern kommt, ist friedsam, freundlich, fügsam, barmherzig. Sie richtet und heuchelt nicht." (Jak 3,17)
Consilium – Rat Jesu Antworten gegenüber den Pharisäern, der Ehebrecherin
Jesu Antwort auf die Frage, wie das ewige Leben zu erlangen sei, ob dem Kaiser steuern zu zahlen seien, oder wie mit der Ehebrecherin zu verfahren sei
Pietas – Frömmigkeit Franz von Sales: "Fröhlich sein, gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen"
"Nun könnte man sagen: Du hast Glauben und ich kann Werke vorweisen; zeig mir deinen Glauben ohne die Werke und ich zeige dir meinen Glauben auf Grund der Werke." (Jak 2,18)
Timor Domini – Gottesfurcht die Aufforderung "Fürchte dich nicht!" findet sich 365 mal in der Bibel
Gottesliebe und Gottesfurcht schließen sich nicht aus
Fortitudo – Stärke keine Blutzeugen ohne den Geist der Stärke
Franz Xaver Einsatz für die Mission, Rupert Mayers Predigten in der Nazizeit


 Die sieben Tröstungen des Heiligen Geistes

Freude Freude der Emmausjünger über die Auferstehung des tot geglaubten Jesus

Freundschaft Freundschaft zwischen Gregor von Nazianz und Basilius dem Großen, zwischen Bonifatius und Lioba, Franz von Sales und Johanna Franziska von Chantal
Tränen gegen die "Unfähigkeit zu Trauern", Schuld einzugestehen, die Ostkirche kennt das Gebet um die "Gabe der Tränen"
Tränen der Ehebecherin Maria Magdalena, Tränen des Petrus nach der Verleugungn Jesu
Schlaf im Schlaf tritt Gott vor den Propheten Elija der vor König Ahab fliehen musste und sagt: "Steh auf und iss!", Schlaf Joseph, in dem er hört, dass er Maria zu sich nehmen soll
Bad jüdisches Reinigungsbad, in Ostkirche Verzicht auf das Bad als Zeichen der Buße,
Pfarrer Sebastian Kneipp aus Wörrishofen
Gebet Tobit "Wende deine Augen nicht von mir ab!" (Tob 3,1-6)
Jesus vor der Kreuzigung:
"Mein Vater, wenn es möglich ist, so lass diesen Kelch an mir vorübergehen … doch nicht mein Wille geschehe, sondern der Deine." (NT, Mt 26,39)
Sterberosekranz
Wahrheit "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben." (Joh 14,6)
Pilatus zu Jesus "Was ist Wahrheit?" (Joh 18,38)
Boethius, Thomas Morus ging für die Wahrheit in den Tod


 Früchte des Heiligen Geistes

Im Neuen Testament schreibt der Evangelist Matthäus: "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen." (Mt 7.16) und der Apostel Paulus führt im Brief an die Galater aus:
"Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung." (Gal. 5,19-22)

Liebe "Gott ist die Liebe" (1 Joh 4,8)
Freude Vorwurf gegen das Christentum Angst zu verbreiten, Frohe Botschaft - keine Drohbotschaft, Franz von Assisi "Bruder immerfroh", Ludwig van Beethoven "Ode an die Freude
Friede Friedensgruß "Der Friede sei mit Euch!" (Lk 24,36)
Güte Kanon Wo die Güte und die Liebe wohnt da wohnt Gott
Güte Jesu gegenüber Frau am Jakobsbrunnen, der Samariterin, den Kindern ...
Freundlichkeit "Erschienen ist die Menschenfreundlichkeit unseres Gottes." (Tit 2,11)
"Was tut ihr besonderes, wenn ihr nur die grüßt, die euch grüßen." (Mt 5,47)
Sanftmut "Wenn es nicht recht war, was ich gesagt habe, dann weise es nach; wenn es aber recht war, warum schlägst du mich mehr." (NT, Joh 18,22)
Treue Gott erweist sich im Bund mit seinem Volk als treu und erwartet Treue vom Menschen, keine Lebensabschnittpartnerschaft, Partnertausch
Treue besteht in der Mitfeier der heiligen Messe am Sonntag
Langmut / Geduld "Wie oft muss ich meinem Bruder vergeben? Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal." (Mt. 18,21 f.)
in Herz-Jesus-Litanie wird Jesus als geduldig angerufen
Bescheidenheit

 

Albert der Große, Mitglied des Bettelordens der Dominikaner, zog als Bischof von Regensburg nicht "hoch zu Ross" sondern zu Fuß ein und wurde daher "Bischof Bundschuh genannt
Enthaltsamkeit / Maß Vorwurf der Lustfeindlichkeit gegenüber der Kirche
Theresia von Avila "Wenn Fasten dann Fasten, wenn Rebhuhn dann Rebhuhn"
Keuschheit wird als überholt abgetan, ohne Keuschheit wird Liebe aber um Reifung gebracht


 Heiliger Geist bei Taufe und Firmung

Taufe Christi (Evangelium nach Markus 1,9-11 "In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.")

Pfingsten (Pentecoste, der fünfzigste Tag nach Ostern, Apostelgeschichte 2,1-4 "Als der Pfingstag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab". Gott gießt den Heiligen Geist über die  Apostel .aus und schenkt ihnen die Gaben, die für die erste Zeit wichtig sind. Die Gaben des Heiliges Geistes machen diese Menschen zu ersten Lehrern der Christenheit (Symbol: Buch). Der alttestamentliche Prophet Jesaja hat sechs Wesenszüge des heiligen Geistes vorausgesagt (Jesaja 11,2): „Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor... Der Geist des Herrn lässt sich auf ihm nieder: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht. Im Neuen Testament beschreibt Paulus die Gaben des Heiligen Geistes (1. Korinther 12,8-11): "Dem einen wird vom Geist die gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen, dem anderen durch den gleichen Geist die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln, dem dritten im gleichen Geist Glaubenskraft, einem andern - immer in dem einen Geist - die Gabe, Krankheiten zu heilen, einem andern Wunderkräfte, einem andern prophetisches Reden, einem andern die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden, wieder einem andern verschiedene Arten von Zungenrede, einem andern schließlich die Gabe, sie zu deuten. Das alles bewirkt ein und derselbe Geist; einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, wie er will.")

 

Gebet des Kirchenvaters Hieronymus zum Heiligen Geist

Atme in mir, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges denke!
Treibe mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue!
Locke mich, du Heiliger Geist, dass ich das Heilige liebe!
Stärke mich, du Heiliger Geist, dass ich das Heilige hüte!
Hüte mich, du Heiliger Geist, dass ich das Heilige nicht verliere!


 
Symbolik der Zahl Sieben

Als Zahl der Fülle und Vollkommenheit spielt die Siebenzahl spielt bereits im Alten Testament eine Rolle beim Siebentagewerk Gottes bei der Schöpfung. Sieben Jahre musste Jakob arbeiten, um Rahel heiraten zu können. Sieben fette und sieben magere Kühe im Traum des Pharao deutet Josef als sieben fruchtbare Jahre und sieben Hungersjahre. Im Allerheiligsten des Tempels steht der siebenarmige Leuchter, der noch heute an den Untergang des Tempels in Jerusalem im Jahre 70 nach Christi Geburt erinnert.
Im Neuen Testament spricht Jesus von den sieben Werken der Barmherzigkeit und im Vaterunser finden sich sieben Bitten. Siebenfach ist die Vergeltung im Alten Testament aber siebenundsiebzig mal die Vergebung im Neuen Testament. Von den Evangelisten sind sieben Worte Jesu am Kreuz überliefert. Das Johannes-Evangelium berichtet von den sieben Wundern Jesu und von sieben "Ich-bin-Worten" des Herrn. Besonders häufig findet sich die Zahl sieben in der Apokalypse bzw. der Geheimen Offenbarung des Johannes, z.B. die sieben Plagen.
Auch in den sieben Sakramenten schlägt sich die Symbolik der Zahl Sieben nieder. Die Frömmigkeitsgeschichte kennt die sieben Schmerzen Mariens. Die  Mönchsorden schließlich kennen sieben Gebetszeiten und die Mystiker sieben Stufen des Weges zu Gott.
Im Advent werden die sieben Namen Gottes angerufen, in der Fastenzeit hören wir die sieben letzten Worte Christi.

 

Quellen:
Ludwig Gschwind. Heiliger Geist. Gaben, Tröstungen, Früchte. Augsburg: Sankt Ulrich Verlag 1998
Basilius Doppelfeld: Symbole IV. Mensch und Zahl. Münster Schwarzacher Kleinschriften 83. Münsterschwarzach: Vier-Türme-Verlag 1994;
Ludwig Gschwind: Heiliger Geist. Gaben, Tröstungen, Früchte. Augsburg: Ulrich Verlag 1998
Evangeliar der Äbtissin Hitda von Meschede
Ingeborg-Psalter (um 1200)
Grafik von Margret Russer http://www.rudihaberstroh.de
Glasfenster in der Kirche der Versöhnung in Taizé von Éric de Saussure, französischer Glaskünstler (1925-2007)


 

 


 

 

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