| "Heiligste
Dreifaltigkeit" Altdorf b.Nürnberg Glaubst du noch oder denkst du schon?? |
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Glaubst du noch oder denkst du schon?? - einige Denkimpulse für alle, die an den unversöhnlichen Gegensatz von Glauben und Denken/Wissen/Vernunft, Religion und Wissenschaft glauben ... wie etwa Karl-Heinz Deschner "Ich denke, also bin ich kein Christ." ... die von der Wissenschaftsfeindlichkeit des Christentums überzeugt sind, mit der Aufklärung das Zeitalter der Vernunft angebrochen sehen und in einer gott-losen Welt das zukünftige Heil zu finden glauben.*1. Denken, Wissen, Vernunft und Wissenschaften werden positiv gesehen und nicht verteufelt ... Die menschliche Vernunft und das
ewige Gesetz sind die Richtschnur des Wirkens der Menschen. Ein natürlicher Appetit lässt
uns nicht nur nach dem Besitz von Wissen (scientia), sondern nach dem
Besitz von Weisheit (sapientia) streben. Offenbar ist der Mensch zum Denken bestimmt - das ist seine Würde
und Größe, seine Pflicht aber ist es, richtig zu denken. Sobald der Mensch seine
Existenz nicht als selbstverständlich hinnimmt, sondern sie als etwas
unergründlich geheimnisvolles betrachtet, beginnt das Denken. Der Glaube bedarf der
gesamten Wahrheit, auch der Wahrheit der Naturwissenschaft. 2. Denken, Wissen,
Vernunft und Wissenschaften werden aber auch in ihrer Begrenztheit
wahrgenommen ... Die wenigsten Menschen denken
wirklich; sie leben hauptsächlich aus ihren Vorstellungen [vielleicht
könnte man heute auch sagen Vorurteilen, Vorerfahrungen, Vorprägungen etc.]
und meinen, das wären Gedanken. Die letzte Schlussfolgerung der
Vernunft ist, dass sie einsieht, dass es eine Unzahl von Dingen gibt, die
ihr Fassungsvermögen übersteigen. Sie ist nur schwach, wenn sie nicht zu
dieser Einsicht gelangt. Die menschliche Wissenschaft
gleicht einer Kugel, die ununterbrochen wächst. In dem Maß wie ihr Umfang
zunimmt, wächst auch die Zahl ihrer Berührungspunkte mit dem Unbekannten. Die Wissenschaft fängt
eigentlich erst da an, interessant zu werden, wo sie aufhört. Auch wenn alle möglichen
wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind, wurden die Fragen des Lebens
noch überhaupt nicht berührt. [Woher komme ich, was ist der Sinn meines
Lebens, Wohin gehe ich?] Je mehr man weiß, umso mehr
erkennt man, wie wenig man weiß. Das Denken kann sein letztes
Warum nicht beantworten, weil auch diese Antwort wieder ein Warum
gebären würde. Es gibt Dinge, die die Vernunft
nur im Licht der Gnade erfasst. 3. Denken, Wissen, Vernunft und Wissenschaften sind nicht alles - und ersetzt nicht Liebe, Moral, Ethik, Tugenden, Weisheit ... Wissen ohne Liebe bläht
auf, Liebe ohne Wissen gerät in Irrtum. Wie gefährlich ist die
Wissenschaft, so groß sie auch sein mag, wenn sie ohne Liebe und Demut
schafft. Integrität ohne Wissen ist
schwach und sinnlos, und Wissen ohne Integrität ist gefährlich und
grauenhaft. Wissen ist eine Sache, Tugend
ist eine andere. Die Grenzlinie ist nicht
zwischen Wissenschaftlern und Nichtwissenschaftlern zu ziehen, sondern
zwischen verantwortungsvollen, anständigen Menschen und allen übrigen. Die
Wissenschaftler schweigen, weil sie entdeckt haben, dass die anständigen
Menschen eine verschwindende Minderheit darstellen. Ihre einzige Alternative
heißt: Verweigerung der Mitarbeit oder Sklaverei. Wie viel besser wird es um die
Welt bestellt sein, wenn Wissen alles und Mitleid nichts ist? Das Wissen wächst, und die
Weisheit wird immer weniger. Nun ist die Wissenschaft selber
bei weitem nicht so frei von Aberglauben, wie sie vorgibt. Wo ihr
Wissen nicht ausreicht, da produziert sich ihr Glaube, und das ist immer ein
Aberglaube. Es hat niemand das Recht, Ideen
und Forschungsergebnisse mitzuteilen, deren vollen Vollzug er nicht
verantworten möchte. Die Physiker haben erfahren,
was Sünde ist, und dieses Wissen wird sie nie mehr ganz verlassen. Der Ausbau der Wissenschaft
unter dem Vorwand, der Menschheit zu helfen, ist eine der größten
Lügen unserer Zeit. Der Glaube an Wissenschaft hat
viel von magischen und fetischistischen Zügen an sich.
[vielleicht auch Züge einer Ersatzreligion] Die Wissenschaft hat keine
moralische Dimension. Sie ist wie ein Messer. Wenn man sie einem
Chirurgen und einem Mörder gibt, gebraucht es jeder auf seine Weise. Es gilt nicht mehr der Satz:
Denn sie wissen nicht, was sie tun. Heute muss es heißen: Sie tun nicht,
was sie wissen. Wenn man vereinfachend sagen
darf, die Geschichtsphase der Religion sei durch die Phase der Wissenschaft
abgelöst, so wird die Wissenschaft selbst naiv in ihrem Gegensatz zur
Religion stecken bleiben, solange sie nicht zu fragen vermag, inwiefern gerade in der überwundenen Religion Wahrheit war. Unsere Wissenschaft ist
schrecklich geworden, unsere Forschung gefährlich, unsere Erkenntnis
tödlich. Nach der Aufklärung ist das
Abendland wissenschaftlich zwar ein Riese geworden, aber seelisch und
religiös ein Baby geblieben. Religion ist der
szientistischen Weltanschauung entgegengesetzt, die davon ausgeht, unser
einziger Zugang zur Wirklichkeit sei die Wissenschaft. Wenn ich einen
Menschen liebe und ihn sehr gut kenne, dann ist mein Zugang zu ihm kein
wissenschaftlicher. Im Gegenteil, ich würde diesen Menschen von mir
entfremden, wenn ich anfinge, ihn zu psychologisieren und ihn mit
wissenschaftlichen Kategorien zu betrachten. Es gibt in diesem Sinne eine
Grenze der Wissenschaft. Gott kommt im innerweltlichen Bereich der
Wissenschaft nicht vor, so wie der Projektor eines Films im Film nicht
vorkommt. Insofern ist die Religion etwas, das der Wissenschaft Grenzen
setzt. 4. Glauben und Denken, Religion und Wissenschaft schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich ... Ich fühle mich nicht
verpflichtet zu glauben, dass der gleiche Gott, der uns mit Verstand
ausgestattet hat und Vernunft will das wir verzichten, sie zu nutzen. [dazu in Wikipedia "Landläufig wird die Politik der Amtskirche Galileo gegenüber als Ausdruck einer ihr angeblich inhärenten Wissenschafts- und Fortschrittsfeindlichkeit verstanden. Diese Sicht muss jedoch kritisch hinterfragt werden. Zu Galileis Zeit war die Hierarchie bereits gespalten. Die Überlegenheit der neuen Wissenschaften war für die Päpste und Kardinäle genauso offensichtlich wie für ihre Gegner... Die Tragik von Galileos Wirken liegt darin, dass er als ein zeitlebens tiefgläubiges Mitglied seiner Kirche den Versuch unternahm, eben diese Kirche vor einem verhängnisvollen Irrtum zu bewahren. Seine Intention war es nicht, die Kirche zu widerlegen oder zu spalten, sondern vielmehr war ihm an einer Reform der Weltsicht der Kirche gelegen."... Galiliei wurde von der Kirche rehabilitiert] Wenn man alles der
Vernunft unterwirft, wird unsere Religion nichts Geheimnisvolles und
Übernatürliches mehr haben. Wenn man gegen die Prinzipien der Vernunft
verstößt, wird unsere Religion absurd und lächerlich sein. Man muss von dem
Grundsatz ausgehen, dass Wissen und Glauben nicht dazu da sind, einander
aufzuheben, sondern einander zu ergänzen. Eine Religion, die
sich vor der Wissenschaft fürchtet, schändet Gott und begeht Selbstmord. Auch der sachliche
Wissenschaftler, der das Geheimnis des Seins in etwa “entzaubert”, muss kein
Zweifler an Gott sein. Es ist eine irrige Auffassung in Laienkreisen,
dass der Gelehrte, der mehr vom Sein weiß als andere, darum gottlos sein
müsste. Ganz im Gegenteil: Unsere Arbeit bringt uns Gott näher.
Sie erhöht unsere Ehrfurcht vor seiner gigantischen Macht, vor der unsere
armseligen Werkzeuge - so titanenhaft sie uns auf Erden auch erscheinen
mögen - jämmerlich versagen. Die moderne Physik
führt uns notwendig zu Gott hin, nicht von ihm fort. - Keiner der
Erfinder des Atheismus war Naturwissenschaftler. Alle waren sie sehr
mittelmäßige Philosophen.
Mir fällt es ebenso schwer, einen Wissenschaftler zu verstehen, der nicht
anerkennt, dass es hinter dem Universum noch eine übergeordnete Realität
gibt, wie ich Schwierigkeiten damit habe, einen Theologen zu verstehen, der
die wissenschaftlichen Fortschritte leugnet. Die gelegentlich
gehörte Meinung, dass wir im Zeitalter der Weltraumfahrt so viel über die
Natur wissen, dass wir es nicht mehr nötig haben, an Gott zu glauben,
ist durch nichts zu gerechtfertigen. Bis zum heutigen Tag hat die
Naturwissenschaft mit jeder neuen Antwort wenigstens drei neue Fragen
entdeckt. Nur ein erneuerter Glaube an Gott kann die Wandlung
herbeiführen, die unsere Welt vor der Katastrophe retten kann. Wissenschaft
und Religion sind dabei Geschwister, keine Gegensätze. Leute, die wenig
von Wissenschaft wissen, und Leute, die wenig von Religion verstehen, mögen
sich einmal streiten, und die Zuschauer mögen denken, da streiten sich
nun die Wissenschaft und der Glaube, während es sich in der Tat um einen
Zusammenstoß zwischen zwei Arten von Unwissenheit handelt. Ich glaube nicht, dass
Wissenschaft und Religion notwendigerweise Gegensätze sind. Ich denke
vielmehr, es gibt zwischen den beiden eine sehr enge Verbindung. Außerdem
glaube ich: Wissenschaft ohne Religion ist lahm, und Religion ohne
Wissenschaft blind. Beide sind wichtig und sollten Hand in Hand arbeiten. Eine Menschheit ohne
Wissenschaft ist nicht mehr denkbar. Aber es ist auch keine Wissenschaft
mehr möglich ohne eine Religion, die beseelt. Religion und
Naturwissenschaft – sie schließen sich nicht aus, wie manche heutzutage
glauben oder fürchten, sondern sie ergänzen und bedingen einander. Wohl
den unmittelbarsten Beweis für die Verträglichkeit von Religion und
Naturwissenschaft auch bei gründlich-kritischer Betrachtung bildet die
historische Tatsache, dass gerade die größten Naturforscher aller Zeiten,
Männer wie Kepler, Newton, Leibniz von tiefer Religiosität durchdrungen
waren. Die Wissenschaft heute, wird
eine Quelle über sich suchen, oder sie wird untergehen.
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Man kann auch als Mensch des 20. Jahrhunderts
[und 21. Jahrhunderts] durchaus vernünftig an Gott, sogar an den
christlichen Gott glauben. Und vielleicht heute wieder leichter als
vor ein paar Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten. Denn nach so vielen
Krisen hat sich erstaunlich vieles geklärt, und viele Schwierigkeiten gegen
den Gottesglauben haben sich erledigt - auch wenn es manchen noch nicht
bewusst ist: Man braucht heute nicht mehr gegen Gott zu sein, weil man
für Geozentrik und Evolution, für Demokratie und Wissenschaft, für
Liberalität oder Sozialismus ist.
Dass der Christ seinen Glauben nicht im Sinne
eines weltanschaulichen Rationalismus zu beweisen vermag, entbindet ihn
nicht von der Pflicht, ihn in kritischer Rationalität verstehbar zu machen.
Bei der Begegnung mit dem Christentum handelt es
sich nicht um einen willkürlichen Entschluss, sondern um ein verstehendes Ja
oder Nein. Wer Nein zum Christentum sagt, sollte wenigstens verstanden
haben, wovon er Abschied nimmt.
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