Dschihad und Dhimmitude oder der Niedergang des orientalischen Christentums umter dem Islam
vom 7. bis 21. Jahrhundert
   

Buchbesitzer im Dar al-Islam und Dar al-Harb
Merkmale des militärischen Dschihad
Merkmale der Dhimmitude
Widerstand gegen die Emanzipation der Dhimmis

Dhimmitude als demokratische Geisteshaltung?

  Buchbesitzer im Dar al-Islam und Dar al-Harb

Die Geschichte der Buchbesitzer [= Juden und Christen] unter islamischer Herrschaft ist unbestreitbar die eines Niedergangs. Dies verlangt nach einer Erklärung, wo doch gern von der Toleranz des Islams, ja dem Gastrecht gesprochen wird, das die Muslime den Andersgläubigen gewährt hätten. Der Islam ist vielfältig wie alle großen Religionen; die Muslime beten und handeln im Namen Allahs, des barmherzigen und gnädigen. Barmherzigkeit gegenüber dem Nächsten ist den Muslimen geboten. Im Koran ist aber auch die Verpflichtung zum Kampf gegen „Ungläubige“ grundgelegt. In Muhammeds Wechsel von Mekka nach Medina tritt diese Dichotomie überdeutlich zutage: In Mekka war er Warner und Mahner, von seinen Feinden bedrängt und am Leben bedroht. In Medina wurde er zum Oberhaupt des islamischen Staates und entschied als Empfänger von Offenbarungen über Krieg und Frieden. Die ganze arabische Halbinsel wurde ihm untertan, das islamisch-arabische Großreich soll er in prophetischer Schau vorhergesagt haben. Den byzantinischen Kaiser, den persischen Großkönig und andere Potentaten seiner Zeit hat er, wie die Überlieferung will, aufgefordert, sich zu unterwerfen und den Islam anzunehmen. Zur Verherrlichung der Feldzüge, die er organisierte und an denen er häufig auch selbst teilgenommen hat, ist eine reiche Literatur entstanden…“ (Bat Ye’Or, S. 17f)

Vom Gebiet, wo der Islam herrscht, dem Dar al-Islam (Haus des Friedens) muss von der islamischen Gemeinschaft, der Umma, Krieg geführt werden, gegen den anderen Teil der Welt, das Dar al-Harb (Haus des Krieges) bis der Islam überall herrscht. Ein Waffenstillstand (Hudna, „Windstille“) mit den Harbis ist nur erlaubt, wenn die Umstände es gebieten und wird nur mit zeitlicher Begrenzung abgeschlossen; er wird ohne Vorankündigung gebrochen, wenn die Muslime wieder die Kraft haben, den Kampf fortzusetzten.

 „Es war neben der Dhimma interne und externe Faktoren, die dies bewirkt haben: Konflikte zwischen Sesshaften und den einströmenden Nomaden, Rivalitäten der Kirchen und Konfessionen untereinander, Kollaboration der Notablen und der kirchlichen Obrigkeit mit den Muslimen und Einmischung der europäischen Mächte, die sich seit dem 16. Jahrhundert in die Rolle von Protektoren der orientalischen Christen drängten und sie zum Instrument ihrer politischen und wirtschaftlichen Interessen machten. Die Christen, sowohl die orientalischen als auch die westlichen, waren am Niedergang nicht ganz unschuldig.“ (Bat Ye’or, S. 21)

Die Verurteilung des Nestorianismus auf dem Konzil von Ephesus (451) und des Monophysitismus auf dem Konzil von Chalcedon (451) entfachte den Konflikt zwischen den orientalischen Kirchen und der griechisch-orthodoxen Kirche, die sich gegenseitig schwächten. Die römisch-katholische Kirche und die griechische-orthodoxe Kirche misstrauten sich ebenso gegenseitig und bei der Belagerung Konstantinopels 1455 schaute das katholische Europa zu, wie die Stadt von den Muslimen eingenommen wurde.

Die vom byzantinischen Kaiser Leon III, dem Syrer im 8. Jahrhundert verfügte Zwangsbekehrungen von Juden und die Verfolgung der Monophysiten, Armenier, Syrer und Nestorianer löste eine Auswanderung in den Da al-Islam aus. Der Kalif schützte sie gegen die Byzantiner und Plünderer.

Im 9. Jahrhundert sicherte sich Harun ar-Raschid im Krieg gegen die Griechen ein Bündnis mit Karl dem Großen dadurch, dass er ihm das Schutzrecht über die Pilger und die orientalischen Christen übertrug.

Die ersten die Verrat begingen, waren die christianisierten arabischen Stämme: die monophysitischen Gassaniden und die nestorianischen Lachmiden, die sich von Beginn der Eroberung an mit den Muslimen verbündet hatten. In Spanien profitierten die arabischen Eroberer von der Zusammenarbeit mit dem Grafen Julian, einem wie es scheint byzantinischen Exarchen in Ceuta, der sie führte und ihnen Boote zur Verfügung stellte; außerdem profitierten sie von dem Verrat des Oppas, des Erzbischofs von Sevilla und Verwandten des früheren Königs Wittiza. Die Eroberung  Siziliens gelang nur durch den Verrat des griechischen Admirals Euphemios. (Bat Ye’or, S. 159)

Diese von Kollusion und Kollaboration geprägten Beziehungen zwischen Konvertiten, Notabeln und islamischer Staatsgewalt ordneten sich in die Dynamik politischer, wirtschaftlicher und strategischer Interessen ein. Sie entging den Kreuzfahrern nicht, verstärkten vielmehr deren Misstrauen gegen Griechen und Monophysiten, von denen sie mehr als einmal verraten worden waren. In der Tat hätten die Araber und Türken ohne diese Beziehungen die besiegten christlichen Völker nicht regieren können, und es wäre für sie unmöglich gewesen, sich auf deren Gebiet zu halten. (Bat Ye’or, S. 146).

Da die meisten Christen im islamischen Herrschaftsbereich entweder Orthodoxe oder Monophysiten waren, bemühte sich das Papsttum, diese durch Übertritt zum Katholizismus unter seine Obedienz zu bringen. Die 1622 von Papst Gregor XV. ins Leben gerufene Kongregation zur Förderung des Glaubens schickte Missionare ins Osmanische Reich und nach Persien, Jesuiten, Lazaristen, Kapuziner und Karmeliten. … Die orthodoxen, armenischen und syrischen Patriarchen reagierten heftig auf solche Eingriffe, da sie ihre Macht einschränkten und in ihren Gemeinden rivalisierende, mit Rom unierte Kirchen entstehen ließen. Die Hohe Pforte in Konstantinopel ihrerseits sah mit Argwohn, wie sich ihre Untergebenen unter den Schutz des Erbfeindes, des Papstes in Rom, begaben und sich so der geistlichen Leitung durch jene Patriarchen entzogen, die von ihr den Vorschriften gemäß kontrolliert wurden. Sie intervenierten, um diese Patriarchen zu stützten und verbot den Wechsel ihrer christlichen Untertanen von einem Ritus zum anderen. … Politische Motive, die den religiösen Streitigkeiten beigemischt waren, hatten in den islamischen Staaten sporadisch aufkommende Unionsbestrebungen stets behindert. Monophysitische Bischöfe wie Laien, die zum lateinischen oder griechischen Ritus übertraten, wurden von ihrer eigenen Kirche bei der islamischen Staatsmacht denunziert. Der Kollaboration mit den Feinden des Islams zum Zwecke der Wiederherstellung christlicher Macht angeklagt, entkamen die Neophyten dem Tode nur durch Apostasie oder Flucht… Die wachsende wirtschaftliche und politische Macht Europas im 19. Jahrhundert verstärkte das Proselytentum unter den Dhimmis und die Finanzierung von Missionseinrichtungen wie Krankenhäusern, Heimen, Schulen und Apotheken. (Bat Ye’or, S. 171ff).

Vom 19. Jahrhundert an besserte sich die Lage der orientalischen Christen, da das Osmanische Reich Repressalien der mächtigen europäischen Staaten befürchtete, insbesondere durch die anwesenden Truppen. Dennoch kam es aber immer wieder zu Ausbrüchen des Christenhasses und gewaltsamen Ausschreitungen. 1860 kam es in Folge der Emanzipation in Syrien und Libanon zur Ausrottung von 20.000 Christen. 1895/96 wurden im türkischen Teil Armeniens 100-200.000 Christen ermordet. Allein in der Stadt Mardin in Mesopotamien wurden 96.000 Jakobiten massakriert. Den traurigen Höhepunkt bildete der Genozid an ca. 1,5 Millionen armenischen Christen 1915/1917 im osmanischen Reich. Das ansonsten als Schutzmacht der Armenier fungierende zaristische Russland griff nicht ein. Das Deutsche Reich, Verbündeter des Osmanischen Reiches während des ersten Weltkrieges half bei der logistischen Vorbereitung der Hungermärsche und ließ die jungtürkische Regierung gewähren.
Auch zum 100. Jahrestag des Beginns des Völkermords an den Armeniern am 24.04.2015 wird dieser von der türkischen Regierung weiter geleugnet.

Der Anspruch der Kirche, das Neue Israel zu sein, führte vor allem in Palästina zu einer verstärkten Verfolgung der Juden durch die Christen. Das 17. Konzil von Toledo veröffentlichte 694 die Versklavung der zum Christentum bekehrten Juden, denen man die Kinder wegnahm, wenn diese älter als sieben Jahre waren; ihr gesamter Besitz wurde vom Staat eingezogen. Im Vokabular jener Zeit war das Wort „Jude“ ein gängiges Schimpfwort und gleichbedeutend mit „pervers“. (Bat Ye’or, S. 158). Aber auch die Juden, wurden durch innere Spaltungen geschwächt. Die Die Bewegung der Karaiten (entstanden um die Mitte des 8. Jahrhunderts) lehnte den Talmud und die Autorität der Rabbiner ab.

  Merkmale des militärischen Dschihad

-         Grundlegung des bewaffneten Kampfes im Koran (das grundlegende Werk, „Buch der Kriegszüge“ (des Propheten) hat viele Bearbeiter und Nachahmer gefunden)

-         Grundlegung des Beutemachens im Koran: die Sure 8 im Koran heißt „Die Beute“)
In Vers 41, heißt es „Und ihr müßt wissen: Wenn ihr irgendwelche Beute macht, gehört der fünfte Teil davon Allah und dem Gesandten und den Verwandten, den Waisen, den Armen und dem, der unterwegs ist.
Michael der Syrer „[Muhammed] begann, seine Truppe zu sammeln und [nach Norden] zu ziehen, um in Palästina Hinterhalte zu legen, so dass er die Araber dadurch, dass er mit Beute zurückkehrte, dazu überreden konnte, an in zu glauben und sich ihm anzuschließen. Da er mehrmals [von Medina] ausgezogen und ohne Beeinträchtigung wieder [dorthin] zurückgekehrt war, geraubt hatte un [mit Beute] beladen zurückgekommen war, festigte sich bei ihnen durch ihre Liebe zu Besitz die Sache [Muhammeds Verkündigung] und ließ bei ihnen die Gewohnheit entstehen, auszuziehen, um Beute zu machen… Bald machten sich die Truppen daran, in zahlreiche Länder einzufallen und [dort] zu plündern…. (Bat Ye’Or, S. 35f)

-         Kleinkrieg durch irreguläre Verbände an den Grenzen des Da al-Harab

-         Verbündung mit monophysitischen Arabern (z.B. Ghassaniden, die gegen die griechisch-orthodoxen Byzantiner kämpften und alte Rechnungen begleichen wollten oder gegen die lateinische Kirche bzw. das Papsttum)

-         Raub von Vieh

-         Vernichtung von Vorräten

-         Plünderungen und Brandschatzungen von Dörfern und Klöstern (die Bewohner flüchteten in die Berge oder die Städte)

-         Verwüstung landwirtschaftlicher Flächen (Überfälle vor allem in der Erntezeit, Obstgärten und Weinbergen, Strategie der „verbrannten Erde“)

-         Hungersnot in Folge dieser Verwüstungen (in Nordwestspanien lösten Beutezüge von Berbern, in Brand gesetzte Felder und Versklavung der Menschen eine derartige Hungersnot aus, dass die Eroberer zur Rückkehr in den Maghreb gezwungen waren)

-         Geiselnahmen und Entführungen auch von Frauen und Kindern (heut noch bei koptischen und nigerianischen Frauen)
Die Opfer islamischer Entführungen haben ein Gesicht. Es sind die Gesichter junger Christinnen, die in Ägypten entführt und gezwungen werden, einen Moslem zu heiraten und zum Islam zu konvertieren. In der Regel hören ihre Familien nie mehr etwas von ihnen.
Seit durch den „Arabischen Frühling“ 2011 Staatspräsident Hosni Mubarak aus dem Amt gejagt wurde, zunächst die Muslimbrüder an die Macht kamen und durch deren Sturz 2013 eine Lage der erhöhten Spannung herrscht, wurden mindestens 550 ägyptische Christinnen entführt und zwangskonvertiert. Es gehört zu einer unter Islamisten erschreckend verbreiteten Gewohnheit Christinnen zu entführen. Damit erspart sich der „Bräutigam“ lästige Verhandlungen mit der Familie einer moslemischen Frau. Die entführte Christin hat zu gehorchen und fertig. Zudem vollbringt er gewissermaßen eine „gute“ Tat, indem er eine Christin zum Islam zwangskonvertiert. Und er schwächt damit die verachtete christliche Gemeinschaft. Christen Ägyptens lassen sich traditionell ein Kreuz tätowieren als Zeichen ihres Bekenntnisses. Ein solches Symbol der „Ungläubigen“, das zudem untrüglich an die Herkunft der Frau erinnern würde, wird den entführten Christinnen aus der Haut geätzt.
http://www.katholisches.info/2014/03/21/das-gesicht-entfuehrter-koptinnen-auf-entfuehrung-spezialisierte-islamische-zellen/

-         Massaker an Honoratioren oder der ganzen Bevölkerung

-         Folter zur Erpressung der Herausgabe von Verstecken

-         Versklavung der Besiegten (z.B. auf Zypern und Kreta, Versklavung jesidischer Frauen durch ISIS in Syrien)
Christliche_Familie_auf_islamischem_Sklavenmarkt

Der Islamische Staat (IS) alias das „neue Kalifat“ veröffentlichte eine Preisliste, auf der die Preise für unterschiedliche Sklavenangebote aufgeführt sind. Das „Kalifat“ finanziert sich nicht mit dem Sklavenhandel. Er entspricht aber der Logik des Islams in seinen Ursprüngen und stellt einen lukrativen Nebenverdienst für Sub-Kommandanten und Stammesführer dar. Die versklavten Opfer sind vor allem christliche Frauen und Kinder sowie jesidische Frauen und Kinder. Die Preisliste (siehe unten) nennt folgende Angebote:
Eine Frau (Christin oder Jesidin), Alter 40-50 Jahre: 50.000 Dinare (34 Euro)
Eine Frau (Christin oder Jesidin), Alter 30-40 Jahre: 75.000 Dinare (51 Euro)
Eine Frau (Christin oder Jesidin), Alter 20-30 Jahre: 100.000 Dinare (68 Euro)
Ein Mädchen (Christin oder Jesidin), Alter 10-20 Jahre: 150.000 Dinare (103 Euro)
Ein Kind (Christ oder Jeside), Alter 1-9 Jahre: 200.000 Dinare (137 Euro)
Im Angebot heißt es weiter, dass nicht mehr als drei Sklaven pro Person gekauft werden können, außer der Käufer ist türkischer oder syrischer Staatsbürger oder ein Araber vom Golf.
http://www.katholisches.info/2014/11/05/is-bietet-christliche-sklavinnen-ab-34-euro-tuerken-und-golf-araber-als-kaeufer-bevorzugt/

-         Vergewaltigungen (von Kindern, unverheirateten und verheirateten Frauen und sogar Nonnen)
In der pakistanischen Provinz Punjab wurde ein siebenjähriges, christliches Mädchen von vier Moslems vergewaltigt. Die Gruppenvergewaltigung ereignete sich am vergangenen Mittwoch in Mally ki in Daska (Bezirk Sialkot). Das Mädchen namens Sara befindet sich im Krankenhaus von Sialkot. Ihr Zustand wird von den Ärzten als „sehr ernst“ bezeichnet.
Die benachrichtigte Polizei verhaftete die vier Täter nicht, sondern half dem örtlichen Moslem-Clan den Vater des vergewaltigten Mädchens zu entführen. Iqbal Masih wurde mit Gewalt verschleppt und wird seither an einem unbekannten Ort festgehalten. Damit soll die Familie des vergewaltigten Kindes gezwungen werden, keine Anzeige gegen die Täter zu erstatten. Die christliche Gemeinschaft versucht, Hilfe und Schutz bei den staatlichen Behörden zu finden. Diese scheint aber nicht willens, dem Rechtsstaat Geltung zu verschaffen, die vier Vergewaltiger zu bestrafen und Iqbal Masih aus der Geiselhaft zu befreien. Christen sind im Gegensatz zu Moslems nur Bürger zweiter Klasse. Das Gesetz gilt in der Praxis für sie nicht. „Die Vergewaltiger haben nicht zufällig einem christlichen Mädchen Gewalt angetan. An einer Moslemin hätten sie sich nicht vergangen. Christen aber sind in ihren Augen rechtlos“, so P.Arshad John.
http://www.katholisches.info/2014/04/25/gruppenvergewaltigung-von-siebenjaehriger-christin-moslems-entfuehren-vater-um-anzeige-zu-verhindern/

-         Verschleppungen (Mua b. Nusair brachte 714 von seinen Überfällen in Spanien 30.000 Gefangene zurück, Schah Abbas II. deportierte Christen aus Armenien und Karabagh)

-         Vertreibungen (z.B. von Juden und Christen aus Alexandrien durch den Umaiyaden-Emir al-Hakam)

-         Zwangsislamisierung (z.B. von christlichen und jüdischen Berberstämmen, auch wenn nach Koran eigentlich nicht zulässig, aktuell durch ISIS in Syrien)

-         Piratenüberfälle an den Küsten des christlichen Europas (die christlichen Staaten besaßen Stiftungen zum Rückkauf christlicher Sklaven)
"Der Koran und die auf ihm fußende islamische Gesetzgebung reduzieren Geographie und Ethnographie der ver-schiedenen Völker auf die einfache und bequeme Zweiteilung in Gläubige und Ungläubige. Der Ungläubige ist "Harby", d.h. der Feind. Der Islam ächtet die Nation der Ungläubigen und schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen Muselmanen und Ungläubigen. In diesem Sinne waren die Seeräuberschiffe der Berberstaaten die heilige Flotte des Islam."
Karl Max (1818-1883), deutscher Philosoph, Ökonom, Gesellschaftstheoretiker, politischer Journalist

-         Vordringen islamischer Truppen über Spanien bis nach Südfrankreich (Niederlage bei Tours 732), Sizilien, Mittelitalien (erfolglose Belagerung Roms 836), später über den Balkan bis nach Österreich (Niederlage der Türken bei Wien 1683) und rund um das Schwarze Meer (z.B. Krimtataren)

-         Entvölkerung und Versteppung von ehemals blühendem Kulturland

-         Arabische Kolonisierungspolitik durch Umsiedlung von Beduinen in die unterworfenen Länder

unterstützt durch den nichtmilitärischen Dschihad

-         Bestechung christlicher Notablen (Ehrenpersonen wie z.B. Priestern und Äbten)

-         Bevorzugung von Konvertiten (von Ursprungsreligion ursprünglich als Renegaten, „Abtrünnige“ oder Apostaten „Abgefallene“ bezeichnet)

-         Missionierende Reden und -schriften

-         Bekehrungen (in Folge des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Drucks bzw. der Vorteile einer Konversion, z.B. Beibehaltung des Beamtenstatus in Andalusien)

Der Islam besitzt „sowohl ein aggressionsförderndes als auch friedensstiftendes Potential, und der Begriff Dschihad, der neben „Kampf“ ja auch „Bemühen“ bedeutet und schon im Koran in beiden Bedeutungen vorkommt, wird schon seit längerem von Muslimen weithin nicht mehr als Kampf mit den Waffen, sondern als Bemühen um Reform und ein vertieftes religiöses Leben verstanden. Die Idee vom Dschihad als Kampf mit den Waffen, gegen die Ungläubigen zu führen, bis sich die ganze Welt zum Islam bekehrt, aber hat die Jahrhunderte überstanden und kann jederzeit wiederbelebt werden, wie die jüngsten Ereignisse zeigen.“ (Bat Ye’Or, S. 22)

Innerhalb eines Jahrhunderts haben die islamisierten arabischen Nomaden, die aus den unwirtlichsten Gegenden unseres Planeten kamen, die mächtigsten Reiche erobert und sesshafte Völker unterworfen, die höchste Kulturwerte hervorgebracht hatten. Als Vermittler des Willens Allahs vereinigte Mohammed die Macht eines Heerführers mit religiöser Macht und dem Amt eines Richters: „Wenn einer dem Gesandten gehorcht, gehorcht er (damit) Allah.“ (Sure 4,80).

Vordergründig zielte die islamische Politik auf die Gewinnung von Schriftbesitzern durch die Zusage der Unversehrtheit von Leben, Güter und Glaube sowie die Gewährung beschränkter Selbständigkeit, letztlich stand aber das Ziel der Kontrolle ihrer Erträge zur Sicherung und Mehrung der Einnahmequellen des islamischen Staates dahinter. Die Unterworfenen mussten sich Vorschriften anpassen, es sei denn, sie genossen den Schutz eines fremden Staates

 

  Merkmale der Dhimmitude

Ausbeutung durch besondere Steuern, Abgaben und Dienste

-         Dschidziya (abgeleitet vom Wort Dschaza (Strafe) Kopfsteuer für Nichtmuslime im Koran grundgelegt „Kämpfet gegen diejenigen, die nicht an Allah und den jüngsten Tag glauben und nicht verbieten, was Allah und sein Gesandter verboten haben, und nicht der wahren Religion angehören – von denen, die die Schrift erhalten haben, bis sie kleinlaut aus der Hand Tribut entrichten.“ (Sure 9,29)
Dass Nomaden von Sesshaften Schutzgeld erpressten war schon eine vorislamische Praxis. Die theologische Dimension der Dschidziya verbietet es aber diesen Tribut mit einer Steuererhebung gleichzusetzen.
Ohne diesen unermesslichen Reichtum, der ihnen im Namen des islamischen Staatsschatzes vom eigenen Klerus abgepresst wurde, wäre der arabisch-islamische Staat nicht lebensfähig gewesen…. Hier zeigt sich ein Verhältnis gegenseitiger Abhängigkeit zwischen der beherrschenden arabischen Minderheit, die sich hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Bedürfnisse auf die nichtmuslimische Mehrheit verließ, und den Christen, die auf den militärischen und rechtlichen Schutz durch den Staat vertrauten.“ (Bat Ye’or, S. 149)
Dhimmi_übergibt_Dschidziya
https://parseundparse.wordpress.com/2012/05/07/dhimmis-juden-und-christen-unter-islamischer-herrschaft-gestern-und-heute/

Im Süden von al-Minya in Mittel-Agypten müssen 15.000 Christen der Muslimbruderschaft der Region eine Kopfsteuer zahlen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Aina. Die Dschizya ist der vom Koran und der Scharia vorgesehene Tribut, den der islamischer Herrscher von Dhimmis verlangen kann. Dhimmis sind die nichtmuslimischen „Schutzbefohlenen“. Gemeint sind damit Christen und Juden. Sie gelten als Bürger zweiter Klasse und müssen eine Reihe von Einschränkungen in Kauf nehmen. Das islamische Dhimmi-System funktioniert auch im 21. Jahrhundert unter den Augen der Weltöffentlichkeit.
http://www.katholisches.info/2013/09/10/islamisches-dhimmi-sytem-im-21-jahrhundert-15-000-christen-aegyptens-muessen-muslimbruedern-kopfsteuer-zahlen/

-         Entrichtung im Rahmen einer erniedrigenden öffentlichen Zeremonie von jeder Person einzeln

-         Theoretisch waren Frauen, Bedürftige, Kranke und Körperbehindert von der Kopfsteuer ausgenommen, Quellen belegen jedoch, dass die Kopfsteuer von Kindern, Witwen und Waisen erhoben wurde

-         Bau von Moscheen, Koranschulen, Errichtung prunkvoller Paläste aus diesen Geldern

-         Ausstattung mit Pässen zur Steuereintreibung (ohne Pass hingerichtet, kein Ortswechsel ohne Zahlung der Steuern, auch der Eltern)

-         Quittung für die Entrichtung der Dschidziya musste in Form eines Stückes Pergament um den Hals getragen werden oder als Siegel am Handgelenk (Dschidziya-Siegel galt als Zeichen der Ehrlosigkeit)

-         Stigmatisierung bzw. Kennzeichnung als Sklave an Hals oder Hand

-         Treibjagden nach flüchtigen Dhimmi-Bauern

-         Versklavung von Kindern zahlungsunfähiger Dhimmi-Bauern

-         Erpressung von Geldbeträgen durch Schläge, Folter und Morddrohungen, besonders aber durch Kreuzigung und Enthauptungen als Exempel

-    "Siehe, der Lohn derer, welche Allah und Seinen Gesandten befehden und Verderben auf der Erde betreiben, ist nur der, dass sie getötet oder gekreuzigt oder an den Händen und Füßen wechselseitig verstümmelt oder aus dem Lande vertrieben werden. Das ist ihr Lohn hienieden, und im Jenseits wird ihnen schmerzliche Strafe. (Koran, Sure 5, Vers 33)
Kreuzigung_von_armenischen_Frauen_im_osmanischen_Reich
Gekreuzigte christliche Armenierinnen aus der Zeit des Genozids an den Armeniern
http://www.genocide-museum.am/eng/online_exhibition_6.php

       Kreuzigung von Christen durch den IS
Kruzigung von Christen durch den IS

Schächtung einer Christin im Irak durch den IS
Schächtung einer Christin durch den IS im Irak


Durch ISIS enthauptetes christliches Kind in Syrien
Durch den IS enthauptetes christliches Kind in Syrien
http://www.katholisches.info/2014/08/19/bilder-des-schreckens-brutale-gewalt-der-islamisten-gegen-christen-in-syrien-und-im-irak/
Und wenn ihr die Ungläubigen trefft, dann herunter mit dem Haupt, bis ihr ein Gemetzel unter ihnen angerichtet habt“ (Koran, Sure 47, Vers 4).
(Niemand köpft leichter als jene, die keine Köpfe haben. [bzw. einen Kopf nach „erfolgreicher Gehirnwäsche“ und kein Herz oder menschliche Regung könnte man hinzufügen]
Friedrich Dürrenmatt (1921-1990), Schweizer Schriftsteller, Dramatiker und Maler

-      Pfählen (Khazouk) als Mittel der psychologischen Kriegsführung (z.B. von aufständischen Griechen im Osmanischen Reich (einige Henker führte einen heißen Eisenpfahl durch den After ein, ohne das Herz oder wichtige Organe zu verletzten; der Tod konnte sich über Stunden, ja Tage hinziehen)
Christen werden gepfählt
            http://studygrowknowblog.com/2015/02/06/is-isis-on-verge-of-again-using-khazouk-to-kill-enemies/

-         Charadsch (in Naturalien oder Geld zu entrichtende Steuer auf Ländereien der Nichtmuslime, auch durch Klöster zu entrichten)

-         Irreguläre Steuern bzw. Lösegeldforderungen, awarid, wurden den Gemeinden durch die Inhaftierung von Honoratioren abgepresst, wenn kein Geld da war wurden Frauen und Kinder versklavt

-         Nomadenstämme sicherten sich Unterhalt durch Ausplünderung

-         Zuwendungen an islamische Einwanderer aus Steuern der Einheimischen

-         Zwangsbelieferung von Muslimen mit bestimmten Produkten (Kleidung von Kopten für Araber in Ägypten, Nahrungsmittel sowie handwerkliche Erzeugnisse)

-         Unterhalt der muslimischen Reisenden für drei Tage

-         Unterhalt der muslimischen Truppen

-         Unterhalt der muslimischen Steuereintreiber (denen sich auch Schurken anschlossen), erpresste Geschenke

-         Heranziehung zu Frondiensten an Bauwerken und Straßen sowie auch zur See auf Kriegsschiffen

-         Knabenlese (Devshirme) für die Elitetruppe der Janitscharen (=neu Truppe) (einer Truppe, die fast ausschließlich aus Christen bestand nach militärisch-religiöser (Um-)Erziehung der Knaben aus den eroberten Gebieten des Balkans, 300 Jahre praktiziert, die Knaben wurden aus der Aristokratie der Griechen, Serben, Bulgaren, Armenier und Albaner requiriert; um Fluchtwillige zu ermutigen wurden die Kinder in weit entfernte Gebiete gebracht und dort muslimischen Grundherren gegeben; „ihren Familien entrissen, durch ihr Schicksal abgehärtet und durch Umerziehung fanatisiert, wurden die Soldaten die grausamste Waffe gegen das eigene Volk)“ (Bat Ye’or, 124) 
Devschirme_für_die_Janitscharentruppen
http://en.wikipedia.org/wiki/Dev%C5%9Firme#/media/File:Janissary_Recruitment_in_the_Balkans-Suleymanname.jpg

 

-         Aushebung von Kindern für den Sarai des Sultans (im Palast eingesperrt standen sie unter der Obhut des Eunuchen, wurden einer langjährigen harten Erziehung unterworfen und bekleideten später die höchsten Ämter am osmanischen Hof)

-         Nutzung von Mädchen und Jungen als Sexsklaven (Versorgung der Harems, Eunuchen, für homosexuelle Praktiken missbrauchte bartlose Jugendliche (Köcek))

-         Verschleppung von Kindern und Jugendlichen in die Zwangsarbeit (z.B. 1836 Abtransport armenischer Kinder aus anatolischen Städten durch den Osmanensultan Mahmud II. nach Istanbul, wo sie in Spinnereien und Werften Zwangsarbeit leisten mussten; keines der armenischen Oberhäupter wagte dagegen bei der Regierung zu protestieren)

-         Ausnutzung der vielfältigen Fertigkeiten der unterworfenen Völker (Ackerbau, Handel, Architektur, Handwerk und Verwaltung) im Dienste der islamischen Herrscher

Kulturelle und religiöse Unterdrückung

-         Verbot des Gebrauchs der einheimischen Sprachen in der Verwaltung zu Gunsten des Arabischen (Vor der islamischen Eroberung sprachen die Bewohner des stark christianisierten Babyloniens, Mesopotamiens, Syriens und Palästinas Aramäisch. Als Umgangssprache wie als Sprache der Liturgie fand das Aramäische bzw. Syrische Verwendung bei der Kompilierung juristischer Werke wie etwa des Talmud sowie bei der Abfassung historischer und theologischer Traktate der nestorianischen und monophysitischen Christen. In Ägypten war das Koptische die gesprochene und geschriebene Nationalsprache der einheimischen Bevölkerung. (Bat Ye’Or, S. 31)

-         Verschweigen der Bedeutung der orientalischen Christen bei der Überlieferung des antiken Wissens (Christen übersetzten antike Schriftsteller zuerst ins Arabische, auch die „arabischen Zahlen“ sind eigentlich indische Zahlen, ein Beleg dafür, dass der Sieger die Geschichte schreibt, auch eine Form des Kulturimperialismus)

-         Plünderung von Kirchenschätzen

-         Konfiszierung von für den Unterhalt der Bistümer und Klöster sowie für Almosen bestimmten Kirchengelder zugunsten des islamischen Staatsschatzes

-         Umwandlung von Kirchen in Moscheen (im „Goldenen Zeitalter“ des Islams, in Syrien und Spanien mussten die Hälfte der Kirchen abgegeben werden, bedingt auch durch Zustrom von Muslimen)

-         Umwandlung von Kirchen in Ställe (als besondere Form der Missachtung, heute noch verwahrloste ehemalige christliche Kirchen in Kappadozien)

-         Verbot des Neubaus von Kirchen und Synagogen

-         Restaurierung von Kirchen und Synagogen nur unter strengen Auflagen (keine Veränderungen oder Vergrößerungen)

-         Inspektion von Kirchen (Vorwand zur Erpressung von Geldern wegen Renovierungen)

-         Zerstörung von Kirchen (z.B. durch die Kalifen al-Walid und al-Mahdi) Die Zerstörung der Grabeskirche in Jerusalem durch den fatimidischen Kalifen Al-Hakim 1009 und die Unterbindung von Pilgerfahrten nach Jerusalem führten zu einem Aufleben von Intoleranz und Fanatismus und lösten die Kreuzzugsstimmung im Abendland aus aus.
In einem Bericht des Gatestone Institute (New York) resümiert Raymond Ibrahim, dass von August bis Oktober 2014 in den nördlichen Gebieten Borno und Adamawa in Nigeria 185 christliche Kirchen durch die islamische Organisation Boko Haram zerstört wurden. Außerdem seien über 190.000 Menschen durch diese Angriffe Boko Harams aus ihren Gebieten vertrieben worden. Im Jahr 2011 seien 430 Kirchen zerstört worden und 2013 seien ungefähr 300 Kirchen zerstört worden. Die Zahl für 2012 sei unklar. D.h., dass in den letzten vier Jahren ungefähr 1.000 Kirchen zerstört worden. Die Zahl der von Boko Haram im Jahr 2014 Ermordeten würde von Human Rights Watch mit 2.053 Menschen angegeben.
http://www.islaminstitut.de/Nachrichtenanzeige.55+M548203bbfce.0.html.

-         Verbot von Glocken und Symandrien (waren 1655 in der ganzen Türkei verboten)

-         Verbot von Kreuzen auf Kirchen (die Grabeskirche in Jerusalem durfte erst 1856 ein Kreuz auf der Kuppel bekommen)

-         Verbot des Besuchs von jüdisch-christlichen Kultstätten (z.B. die Gräber der Gräber der Patriarchen in der Höhle von Machpela in Hebron, die erst nach dem Sechstagekrieg von Juden wieder besucht werden durften)

-         Verbot von öffentlichen Begräbnissen, Prozessionen und Feiern (die Türken in Smyrna (Izmir) erlaubten den Griechen 1655 die Abhaltung von Prozessionen, während die in den osmanischen Städten zahlreichen maghrebinischen Muslime sehr fanatisch waren)

-         Verbot der Zurschaustellung von Kreuzen, Fahnen, Ikonen und anderen Kultgegenständen

-         Gräber der Dhimmis mussten sich von denen der Muslime unterscheiden

-         Schändung von Gräbern und Einebnung von Friedhöfe der Dhimmis

-         Bestrafung von Apostasie und Blasphemie mit dem Tod (z.T. auf der Grundlage von falschen Zeugenaussagen)

-         Zwangsbekehrungen (zwar vom Koran verboten „In der Religion sei kein Zwang.“ Sure aus der Frühzeit des Islam (Sure 2,256) doch Kriege und Zwangsmaßnahmen verweisen diesen Toleranzgrundsatz in das Reich der Theorie. Die Wahl zwischen Tributzahlung und Unterwerfung unter das islamische Gesetz oder Massaker und Versklavung der Überlebenden steht im Widerspruch zum Prinzip der Religionsfreiheit) In Tunis bot der Almohade Abd al-Mu’min 1159 den Juden und Christen den Islam an; wer Muslim wurde, blieb unbehelligt, wer sich weigerte, wurde getötet.

-         Konvertiten mussten ins Exil gehen, um wieder zum Christentum zurückkehren zu können

-         Vertreibung von Dhimmis (Der zweite Kalif Umar b. al-Cahtab verjagte 640 die tributpflichtigen Juden und Christen aus dem Hidschatz: Das Land gehört Allah und seinem Gesandten, der Vertrag kann gebrochen werden, wenn es dem Imam, dem religiösen und politischen Oberhaupt der Umma und Überbringer von Allahs Willen beliebt. Er berief sich auf den von dem Propheten auf dem Totenbett geäußerten Wunsch: Zwei Religionen sollen auf der Arabischen Halbinsel nicht nebeneinander bestehen.

-         Massaker an „Ungläubigen“ (in Granada wurde 1066 die gesamte jüdische Bevölkerung ausgelöscht)

-         Wegnahme von Kindern von Krypto-Juden, die ihre Religion heimlich ausübten und Übergabe an muslimische Erzieher (im Jemen Gesetz zur zwangsweisen Bekehrung aller jüdischer Waisenkinder, es fand Anwendung bis zur Auswanderung der Juden nach Israel 1949-50) (Bat Ye’or, S. 95)

-         Juden mussten ein Glöckchen um den Hals tragen (da es Ihnen verboten war, geschäftlichen Verkehr mit Muslimen zu haben)

Zivil- und strafrechtliche Diskriminierung

-         Sklaven oder Leibeigene auf vom Staat konfiszierten Boden, islamisches Recht untersagte Nichtmuslimen Eigentum an Grund und Boden, als Besitz konnten Dhimmis Grund und Boden behalten, nutzen und vererben

-         Ausschluss von öffentlichen Ämtern (die Berufung von Dhimmis in hohe Ämter förderte den Fanatismus und führte zu Masakern)

-         Einsetzung von Notablen und Prälaten hing von der Gnades des Sultans ab (Würdenträger waren vollkommen auf seine Autorität angewiesen; in Konstantinopel bildeten die mit dem Patriarchen verbundene alte byzantinische Aristokrati der Phanarioten eine Schicht hoher Funktionäre, die sich ganz den Interessen des Sultans verschrieben hatten)

-         Ungleichheit vor dem Gesetz (Streit zwischen einem Muslim und einem Dhimmi fiel in die Zuständigkeit der islamischen Gesetzgebung)

-         Verbot der Heirat und sexueller Beziehungen zwischen Dhimmis und muslimischen Frauen (ein Muslim konnte dagegen eine Dhimmi heiraten)
"Heiratet nicht eher Heidinnen als sie gläubig geworden sind. Und verheiratet eure Töchter nicht eher an Heiden als bis sie gläubig wurden."
(Koran, 2:221)

-         Zu den Faktoren der Islamisierung müssen auch die religiösen Vorschriften des Koran gerechnet werden, die es einem Mann erlaubten, gleichzeitig vier Ehefrauen und eine nicht begrenzte Zahl von Sklavinnen als Konkubinen zu haben, und die Scheidung nach dem Belieben des Mannes ermöglichten. Die Islamsierung durch die Frauen – Adlige oder Ungläubige, die man zur Heirat mit einem Muslim gezwungen hatte – und auf dem Wege über die Harems, die voll von gefangenen und versklavten Frauen waren, förderte die rasche Zunahme der islamischen Bevölkerung, während die Monogamie der Christen, das Verbot der Scheidung und die auf verschiedenen Wegen sich vollziehende Islamisierung ihrer Kinder unweigerlich zu einer Umkehrung der demographischen Entwicklung führten (Bat Ye’or, S. 148). Der regelmäßige Aderlass an den unterworfenen Völkern führte zu einem Anwachsen der muslimischen Bevölkerung und zu einer Abnahme der Christen

-         Das Erbrecht bevorzugte Konvertiten zum Islam

-         Weigerung der Entgegennahme eines Zeugnisses eines Dhimmi (begründet im Hadith mit der niederträchtigen und lügnerischen Natur des Ungläubigen)

-         Keine Hinrichtung von Muslimen, auch wenn sie gegenüber Christen schuldig sind (nach einer Hadith „wird kein Muslim sterben, ohne dass Allah einen Juden oder einen Christen an seiner Stelle in die Hölle schickt“)

-         Gegen Juden und Christen häufig vorgebrachte Blasphemievorwürfe machen die Zurückweisung eines Zeugnisses eines Dhimmi besonders gravierend. Dem Beschuldigten Dhimmi bleibt nur die Wahl zwischen Tod und Übertritt zum Islam.
Der Chevalier d’Arvieux: „Man wird niemals beweisen können, dass ein [muslimischer] Türke ein falscher Zeuge ist, und nie wird ein Türke gegen einen anderen Türken zu Gunsten eines Christen aussagen. … Man betrachtet uns als Ungläubige, deren Zeugnis vor Gericht nicht anerkannt wird.“ Der britische Honorarkonsul von Jaffa 1895: „Falsche Zeugen sind immer bereit, wegen jeder Art von Anklage oder Beschwerde eines Muslims gegen Christen und Juden vor Gericht zu erscheinen.“ (Bat Ye’Or, S.87).

-         Das islamischen Recht wandte das Gesetz der Wiedervergeltung (lex talionis) an: „Die Wiedervergeltung sichert euch das Leben. (Bedenkt dies,) die ihr Verstand habt! Vielleicht werdet ihr gottesfürchtig sein.“ (Koran, Sure 2, Vers 179). Dabei wurde aber mit zweierlei Maß gemessen. Bei (theorteisch) gleich schweren Vergehen wurde das Strafmaß halbiert, wenn das Opfer eines Muslims ein Dhimmi war. Für die Rechtsgelehrten (mit Ausnahme der Hanfiten) war das Blut eines Dhimmi nur halb so viel wert wie das eines Muslims. Umgekehrt waren die Strafen drakonisch. So schreibt der Chevalier d’Arvieux „Jedem Christen, der einen Türken bedroht hat, soll die Hand abgehackt werden, und falls er diesen Geschlagen hat, soll er bei lebendigem Leibe verbrannt werden. Die einzige Gnade, auf die er hoffen kann, [besteht darin], dass er nach langer Folter sein Leben zurückkauft.“ (Bat Ye’Or, S.88).
(In Saudi-Arabien wird die Wiedervergeltung  - "Dem Dieb und der Diebin, schlaget ihnen die Hände ab, als Vergeltung für das, was sie begangen; eine abschreckende Strafe von Allah aus” (Koran, Sure 5, Vers 38) - heute noch bei schwererm Diebstahl angewandt).

Abgrenzung und Erniedrigung in Lebens- und Umgangsformen

-         Zuweisung besonderer Stadtviertel (christliche Ghettos)

-         Verbot des Betretens bestimmter Stadtviertel (Wegen ihrer Unreinheit ist es Nichtmuslimen bis heute verboten, durch ihre Anwesenheit Mekka und Medina zu beschmutzen)

-         Verpflichtung zur Nutzung separater Bäder (durch den Kalifen Al-Hakim, eine frühe Form der Apartheit)

-         Aufenthaltsverbote für ausländische Christen (in Nordafrika nur Duldung in einigen Küstenstädten, wo sie unter Aufsicht eines Konsuls in einem Funduq zusammen untergebracht waren, spezielle Genehmigungen zum Besuch des Landesinneren, oder Reise als Jude verkleidet, wie etwa Charles de Foucauld)

-         Bauvorschriften für Häuser (z.B. mussten Häuser der Juden in Buchara geringere Abmessungen als muslimische Häuser haben, in Damaskus mussten Juden und Christen ihre Läden unter Straßenniveau absenken, so dass sie sich den Muslimen gegenüber ständig in einer untergeordneten Stellung befanden; in Jemen hatten die Häuser der Dhmmis niedriger Türen, so dass man nur gebeugt eintreten konnte)

-         Verpflichtung zum Tragen von Glöckchen (in Ägypten und Palästina)

-         Kleidervorschriften (z.B. Verpflichtung zum Tragen von Gürteln (zunnar) über der Kleidung (bei Verstoß drohte Auspeitschung, Gefängnis und öffentliche Demütigung; einige der diskriminierenden Kleidervorschriften wurden dem Codex Justinianus von 534, betreffend die jüdischen und christlichen Häretiker, entnommen; dunkle Farbe für die Kleider von Juden und Christen in Jerusalem; in Jemen mussten Juden diskriminierende Kleider tragen, mit denen sie sich der Lächerlichkeit preisgaben)

-         Verbot des Tragens von Turbanen (oder Gebot schwarzen Turban zu tragen; der Turban galt als Ehrenzeichen der Muslime)

-         Verbot des Tragens von Schuhen für Juden außerhalb des Viertels (in marokkanischen Städten)

-         Kennzeichnung (z.B. rote Scheib am Obergewand der Juden in Hamadan, Vorläufer des gelben Judensterns)

-         Vorschriften für die Haartracht (Christen mussten sich die Vorderseite des Kopfes rasieren)

-         Verbot des Reitens auf edlen Reittieren wie Pferden und Kamelen (nur auf Eseln außerhalb der Städte und auf Maultieren als Gnadenerweis war erlaubt)

-         Verbot des Tragens von Waffen (z.B. in Bulgarien)

-         Verbot von Reitsätteln (nur Packsättel, und z.T. nur seitliches Sitzen im „Frauensitz“ z.B. in Jemen), hözerne statt eiserne Steigbügel

-         Absteigen vor ranghöheren Muslimen, denn „ein Christ darf vor einem Muslim nie anders als in einer demütigen Haltung erscheinen“ wie 1697 ein Reisender aus Kairo feststellte (Bat Ye’Or, S. 99)

-         Vorbeigehen an Muslimen an der linken, „unreinen“ Seite (hierzu gibt es Fatwas, Rechtstexte; den Muslimen wird empfohlen, die Christen beiseite zu stoßen).

-         Respektvolles Stehen und Schweigen in Anwesenheit von Muslimen (Sprechen erst auf Aufforderung hin)

-         Verbot des Gebrauchs von Ehrentiteln und der arabischer Schrift

-         Abraten der Konsultation jüdische oder christliche Ärzte und Apotheker (diese wurden verdächtigt, Muslime zu vergiften)

-         Zwang zur Verrichtung unangenehmer Arbeiten (z.B. Tierkörperbeseitigung und Latrinenreinigung durch Juden am Sabbath, Erlass blieb bis 1950 in Kraft, in Jemen mussten Juden auch das Gehirn enthaupteter Verurteilter entfernen, die Köpfe mit Salz bestreuen und auf den Stadtmauern zur Schau stellen, in Tunis wurden sie gezwungen als Henker tätig zu sein)

-         Öffentliche Demütigung (bis in die Mitte des 19. Jahrhundertes in Jerusalem, Hebron, Tiberias, danach noch im Jemen und im Maghreb, in Bu Zein im Dschabel Gharian in Lybien war das Bewerfen von jüdischen Passanten mit Steinen durch arabische Kinder üblich) (Bat Ye’or, S. 100)

-         Kollektivstrafen (wenn ein einziger Dhimmi einem Muslimen Schaden zufügte, verloren alle anderen den ihnen gewährten Schutz, ihr Besitz wurde als Beute in die vorgeschriebenen fünf Teile geteilt)

-     massive antichristliche Indoktrination in den Schulen
In pakistantischen Schulbüchern steht, dass das Töten von Christen legitim ist. Laut einem Bericht des Middle East Media Research Institute sind Schulbücher mit dieser Botschaft im ganzen Land an öffentlichen Grundschulen in Gebrauch. Das Gesetz zwingt, dass auch die Christen mit diesen Schulbüchern lernen müssen, in denen indirekt zu ihrer Ermordung aufgerufen wird. Laut dem Middle East Media Research Institute gehört die Ermordung von Christen in Pakistan zu den „Bildungszielen”. Den Angehörigen der christlichen Minderheit sollen durch die Schultexte „geholfen“ werden, das Martyrium zu suchen. Die Autoren der Schulbücher haben auf Anweisung islamischer Religionsführer auch die Bedeutung des Begriffs „Minderheit“ geändert, so dass er nun negativ besetzt ist und die Ablehnung religiöser und ethnischer Minderheiten fördert. Betroffen sind davon vor allem die drei Prozent Christen im Land.
http://www.katholisches.info/2013/10/19/toetung-von-christen-laut-pakistanischen-schulbuechern-legitim/

-     Unterschlagung der christlichen Tradition in den Schulen
Koptische Christen? Nur eine Legende? Das islamische Ägypten streicht die 600 Jahre älteren Christen, ihre Kultur und Sprache aus den Schulbüchern. In den Schulbüchern Ägyptens findet sich nichts mehr über die Christen des Landes. Obwohl ihre Verwurzelung in Ägypten 600 Jahre älter ist als die des Islams. Obwohl die orthodoxen Kopten auch nach fast 1400 Jahren islamischer Herrschaft 15 Prozent der Bevölkerung ausmachen, wurde ihr zweitausendjähriger Anteil an Ägyptens Geschichte aus den Schulbüchern getilgt. Die neuen Lehrpläne und Schulbücher des Landes der Pyramiden lassen die Geschichte faktisch erst mit dem siebten Jahrhundert nach Christi beginnen. Die Geschichte Ägyptens beginnt für die islamische Staatsführung erst mit der arabisch-islamischen Eroberung des Landes zwischen 639 und 642 nach Christus.
http://www.katholisches.info/2014/12/09/sind-kopten-nur-eine-legende-fuer-schulbuecher-beginnt-aegyptens-geschichte-erst-mit-islamischer-eroberung/
Die Schulen von Mosul und der Ninive-Ebene, die christliche Namen tragen, müssen sie ändern. Die syrisch-aramäische Sprache der einheimischen Christen, wie sie nicht nur im heutigen Syrien, sondern ebenso im Irak und in der Osttürkei gesprochen wird, wurde von den Islamisten des „Kalifats“ verboten. Die Erlernung der alten aramäischen Sprache, die auch Liturgiesprache der syrischen Kirchen ist, wurde aus den Lehrplänen aller Schulstufen gestrichen. Ein christlicher Schulunterricht darf ohnehin nicht mehr stattfinden. Ebensowenig darf das kulturelle Erbe der syrischen Sprache und syrischen Christen gelehrt werden.
Das sind einige der neuen Bestimmungen für das Schulwesen, die im „Kalifat“ gelten, das von den Dschihadisten des Islamischen Staates (IS) ausgerufen wurde, wie die arabische Internetseite ankawa.com berichtet. Das Verbot der syrischen Sprache und Kultur und jeglicher Hinweise auf das christliche Erbe des Landes gehört zum Maßnahmenkatalog der Islamisten, mit dem in den eroberten Gebieten jeder kulturelle und religiöse Pluralismus ausgetilgt werden soll. Die neuen Generationen sollen in der Dschihadisten-Ideologie herangezogen und ausgebildet werden. Zu den Maßnahmen gehört auch die Umbenennung der Schulen. Jeder Hinweis auf bisher christliche Schulen ist zu tilgen. Die Schulen werden nun mit „Schlacht von Mosul“, „Kalifat“ und ähnlichen Propagandabegriffen benannt.
http://www.katholisches.info/2014/09/13/kalifat-verbietet-syrisch-aramaeische-sprache-und-kultur-der-christen-an-schulen/

-        Entweihung christlicher Kirchen
Nach der "Jasmin-Revolution" in Tunesien umhüllten Islamisten in Tunis Kreuze an einer kleinen Kirche mit Müllsäcken http://de.qantara.de/inhalt/christen-in-tunesien-anlass-zur-unruhe

Kirchen in Kappadozien in der Türkei (einst christliches Kerngebiet, man denke auch an die Briefe von Paulus an kleinasiatische Gemeinden) werden z.T. als Scheunen und Ställe genutzt http://de.gatestoneinstitute.org/5598/kirchen-tuerkei

Diskriminierende Vorschriften wurden zwar von wohlwollenden Sultanen und Statthaltern beseitigt oder zumindest gemildert, bald in Zeiten des Krieges und des Fanatismus auf Verlangen der Theologen wieder in Kraft gesetzt. Dhimmis, die in Persien diskriminiert worden waren, flohen nach Afghanistan, maghrebinische und jemenitische Juden in das tolerantere Osmanische Reich.

„Dieses System der Unterdrückung und der Erniedrigung erstreckte sich über riesige Gebiete und Zeiträume. Die Verachtung ließ Gewohnheiten entstehen und formte Traditionen, das kollektive Bewusstsein und die Verhaltensweisen. Gepflogenheiten etablierten sich, oft ohne gesetzlich begründete Rechtfertigung.“ (Bat Ye’or, S. 106)

„Der Erfolg und die Dauerhaftigkeit der islamischen Eroberung waren genau dadurch bedingt, dass die Interessen der Repräsentanten der unterworfenen Völker und die der Kalifen zunächst übereinstimmten; die einen bereicherten sich durch die Knechtung ihrer eigenen Leute, währen die anderen ihre Machtstellung dank der Gelehrigkeit der führenden Dhimmis konsolidieren konnten.“ (Bat Ye’or, S. 136). Jahrhunderte erniedrigender Knechtschaft hatten selbst bei den Gebildeten die zu Einigung und Befreiung erforderlichen Eigenschaften zunichte gemacht und das Verbot des Waffentragens Feigheit und Wehruntüchtigkeit gefördert.

  Widerstand gegen die Emanzipation der Dhimmis

„Die Emanzipation der Dhimmis bedeutete jedoch eine fundamentale Veränderung der Werte. Das Recht, ein neues, objektives, universell gültiges Konzept, ersetzte das alte Konzept der Duldung, das aus einer subjektiven, hierarchischen Beziehung zwischen einem Höheren und einem Niederen abgeleitet war, und Ungleichheit geschaffen, am Leben erhalten und reproduziert hatte. Das Recht ist unveräußerlich, die Duldung jedoch gründet auf gutem Willen oder auf politischem Opportunismus und kann nach Belieben widerrufen werden. Recht garantiert Würde und Sicherheit, Duldung negiert das Recht und führt zu Listen, Intrigen und Korruption als einzigen Möglichkeiten, in einem Zustand permanenter Unsicherheit das Überleben zu sichern.“ (Bat Ye’or, S. 185)

Der laizistische Osmanismus unterschätzte eine grundlegende Besonderheit der Auflehnung der Raya (Dhimmis), deren Forderung nach religiöser Emanzipation sich mit nationalen Bestrebungen vermischte. Serben, Rumänen, Bulgaren, Griechen und Armenier kämpften mehr um ihr jeweiliges Land, ihre jeweilige Sprache, Kultur und Geschichte als um ihre Religion. Innerhalb der Umma wurde dagegen die alte Angst geweckt, eroberte Länder zu verlieren und der Rache der ausgeplünderten und lange unterdrückten Völker ausgesetzt zu sein.
„In den großen Städten predigten Derwische den heiligen Krieg und verstärkten das weitverbreitete Gefühl, dem Islam stehe eine Katastrophe unmittelbar bevor, als Strafe Allahs gegen seine Gemeinschaft, die das göttliche Gesetz aufgegeben habe, um sich das des Westens zu eigen zu machen.“ (Bat Ye’or, S. 192f)

1841 notierte Hugh Rose, der britische Generalkonsul in Beirut. „Es ist eine eigenartige Tatsache, dass es nur mehr als ein halbes Jahr nach der Verkündigung des Chatt-i-Scharif von Gülhane in diesem Lande zu einer allgemeinen Reaktion zugunsten des Koran und der exklusiven Privilegien der Muslime gegenüber Christen gegeben hat, in krassem Widerspruch zu der Doktrin von der Gleichheit aller vor dem Gesetz, die das Herzstück des Chatt-i-Scharif darstellt.“ (Bat Ye’or, S. 193)

Die Traditionalisten betrachteten die Abschaffung der Dschihzya durch die Reformer und die Anerkennung der Gleichberechtigung von Muslimen als Bruch des Vertrages. In ihren Augen müsste dieser Bruch der Umma das ursprüngliche Anrecht auf Leben und Besitz der Dhimmis zurückgeben, einschließlich der Versklavung oder Vertreibung von Frauen und Kindern -  Maßnahmen, die durch den Unterwerfungsvertrag lediglich aufgeschoben worden waren. Künftig waren Repressalien gegen emanzipierte Dhimmis nicht nur gerechtfertigt, sie wurden obligatorisch und galten als verdienstvoll, da die Anhänger der geduldeten Religionen ja nur im Rahmen einer politisch-religiösen Eroberungsideologie geschont wurden. Da das Prinzip der Rechtsgleichheit selbst als Sakrileg angesehen wurde, konnte es nur von außen von Kräften durchgesetzt worden sein, die sich auf militärische Macht stützten. Obwohl die Reformen nur sehr zaghaft verwirklicht wurden, waren die Traditionalisten dennoch entrüstet; die Dhimmis wurden angegriffen, einige getötet; dies geschah häufig unter stillschweigender Duldung durch die Behörden, welche unter dem Vorwand, sie wollten ein Blutbad vermeiden, auf die Anwendung unpopulärer Maßnahmen verzichteten. (Bat Ye’or, S, 1994)

 

  Dhimmitude als demokratische Geisteshaltung?

Im Westen macht sich derzeit eine Haltung der "geistigen Dhimmitude" breit. Immer wieder haben Politiker und Medien Angst, historische Fakten und aktuelle Misstände und Fehlentwicklungen beim Namen zu nennen. In falsch verstandenrr Toleranz und naivem Multikulturalismus werden je nach religiösem Hintergrund unterschiedliche Maßstäbe angewendet.

"Die derzeitige Eskalation der Situation in Afghanistan (5.12.2012)  aufgrund versehentlich verbrannter Koranexemplare auf dem US-Stützpunkt Bagram offenbart eine neue Stufe der westlichen Schwäche. Während amerikanische Politiker den afghanischen Präsidenten Hamid Karzai wegen der unbeabsichtigten Verbrennung unterwürfig um Verzeihung bitten, wurden auf der anderen Seite auf Befehl der amerikanischen Armee im Mai 2009 Bibelexemplare einer amerikanischen Missionskirche, die diese nach Afghanistan geschickt hatten, wegen einer befürchteten Verschlechterung der Sicherheitslage verbrannt. Anstatt die versprochen Freiheitsrechte, zu denen auch die Religions- und Meinungsfreiheit gehören, für das afghanische Volk durchzusetzen, erlebt man einen Rückfall in die historischen Zeiten des Dhimmitums, als Nichtmuslime unter islamischer Herrschaft alles unterlassen mussten, was die Gefühle der sie beherrschenden Muslime verletzen könnte. Da der Islam nach klassischer Lehre spätestens seit dem 11. Jahrhundert nicht nur eine Religion darstellt, sondern auch ein alles umfassendes Moral- und Rechtssystem, regelt das islamische Kriegs-, Fremden- und Völkerrecht (Siyar) das Verhältnis der Muslime zu Angehörigen anderer Religionen. Siyar zählt zum rechtlichen Teil (al-mu amalat) des den Muslimen von Allah auferlegten Gesetzes (Scharia) und bezeichnet die Gesamtheit der Regeln, die die Haltung des islamischen Staats gegenüber den Nichtmuslimen bestimmen. Diese wurden während der Expansionsphase ab dem 7. Jahrhundert von islamischen Juristen auf Grundlage des Korans und der Prophetenbiografie (Sunna) ausgearbeitet.
Nicht nur in Afghanistan, sondern auch im Westen mehren sich die Anzeichen für einen freiwilligen Dhimmistatus, wenn man islamischen Gruppen im Zuge vorauseilenden Gehorsams angebliche „islamspezifische Rechte“ gewährt, die sich aus dem allgemein gewährten Freiheitsrecht der Religionsausübung nicht ableiten lassen, da diese der Einführung der gesamten Scharia dienen. Dies geht konform mit der Tendenz, christliche Traditionen zu verleugnen und zu verdrängen, um präventiv die „Gefühle der Muslime“ nicht zu verletzen, wobei man im Zeichen eines eigentümlichen Toleranzgebahrens jede Kritik stigmatisiert und kriminalisiert, da man Angst vor gewaltsamen Ausschreitungen wie bei dem Konflikt um die Muhammad-Karikaturen hat. Dies beinhaltet nichts anderes als die Selbstaufgabe der gewachsenen kulturell-religiösen Identität und eine moralische Kapitulation gegenüber diesen Gruppen, die Nichtmuslime bestenfalls als Schutzbefohlene sehen und von der Einverleibung Europas in eine globale islamische Gemeinschaft träumen."
Dr. rer.soc. Thomas Tartsch

https://koptisch.wordpress.com/2012/05/05/dhimmis-juden-und-christen-unter-islamischer-herrschaft-gestern-und-heute/

In einer Presserklärung des Pressesekretärs Josh Earnest des Weißen Hauses, zu der brutalen Enthauptung von 21 ägyptischen Gastarbeitern (christliche Kopten) durch IS-Terroristen in Lybien und dem Video mit dem Titel „Eine mit Blut unterzeichnete Botschaft an die Nation des Kreuzes“ fehlten die Worte „Christ“, „Kopte“, „Islam“, „Muslim“ und es wurde nur der IS-Kürzel genannt. Die Opfer wurden in dem Video als „Kreuzfahrer“ bezeichnet. Ein Artikel in einer IS-Propaganda Publikation fordert Muslime heraus „Kreuzfahrer“ überall zu töten und verspricht denen die es tun „eine große Belohnung ….am Tag des Gerichts".
http://www.cnsnews.com/news/article/patrick-goodenough/white-house-avoids-mentioning-21-beheaded-christians-were-christians

Köpfung koptischer Gastarbeiter in Lybien durch den IS
They supplicate what they worship an die upon their paganisms
http://www.barenakedislam.com/2015/02/16/egypt-warns-of-revenge-for-savage-beheading-slaughter-of-21-egyptian-coptic-christians-by-the-islamic-state/

"Vor den Gefahren des Islamismus hat der Chefredakteur des Nachrichtenmagazins "Focus", Wolfram Weimer, in seinem Editorial am Montag gewarnt. Unter der Überschrift "Islamismus, nein danke!" fordert er dazu auf, mutig die eigene Haltung zu vertreten.
Weimer weist darauf hin, dass inzwischen sogar Lehrer und Universitätsdozenten von systematischen Einschüchterungen durch islamische Vereine berichten, wenn in irgendeiner Disziplin vermeintliche Glaubensfragen tangiert werden. "In Großstadtschulen toben muslimische Eltern, falls Mädchen mit Jungen im Sportunterricht turnen, Sexualkunde auf dem Plan steht oder über Israel diskutiert wird." Der Journalist beklagt, in öffentlichen Gebäuden würden Kruzifixe abgehängt. Nikolaus-, Weihnachts- und Osterfeiern würde man bereits aus deutschen Kindergärten verbannen. Selbst die Banken begönnen damit, die Sparschweine abzuschaffen, weil sie religiöse Gefühle von Muslimen verletzen könnten. Weimer schreibt: "Wir gewöhnen uns an einen asymmetrischen 'Dialog der Kulturen', der darin besteht, dass wir zusehends schweigen, zurück- und hinnehmen, wo die anderen fordern und austeilen." Der kulturelle Dschihad drohe nicht nur in Kairo, "er droht auch uns". Und dies mit einer subtilen Mischung aus latenter Gewalt, rhetorischer Aggressivität und moralisch aufgeladenen Opfermythen. Es gehe dem kulturellen Dschihad nicht um den Dialog, sondern um Stigmatisierung westlicher Werte. "Sein Ziel ist es", so Weimer, "den vorpolitischen Raum systematisch mit Denk-, Rede- und Kulturverboten zu belegen, bis irgendwann das Gute-Nacht-Gebet unserer Kinder als üble Provokation für den Propheten interpretiert werden kann." So baue sich in der Gesellschaft eine Mauer des Schweigens auf, nur die Hassprediger in deutschen Moscheen würden ungestört immer lauter.
Der "Focus"-Chefredakteur erinnert daran, dass Konvertiten, die vom Islam zum Christentum übertreten, regelmäßig mit dem Tod bedroht sind. Gewalt gegen muslimische Frauen, Zwangsheiraten, Ehrenmorde geschähen mitten in Deutschland. Ohne nennenswerten Widerstand schleiche sich das Totalitäre in unsere Gesellschaft. Weimer forderte seine Leser dazu auf, zu erkennen, "dass der Dialog der Kulturen auch damit beginnt, mutig die eigene Haltung zu vertreten. Und zwar bei uns selbst."

http://www.pro-medienmagazin.de/journalismus/detailansicht/aktuell/focus-chefredakteur-mutig-die-eigene-haltung-vertreten-83021/

Viele Beispiele für eine Geisteshaltung der Dhimmitude ließen sich noch anführen aber glücklicherweise auch Gegenbeispiele:

N für Nazarener


Das gelbe N für die Nazarener erinnert an den gelben Stern für die Juden
im Dritten Reich
(Kenzzeichnung zur Vernichtung)
Zeichen der Verfolgung
als Zeichen der Solidarität !

Angesichts der Vertreibung der Christen aus Mossul [Irak] herrscht Wut, Trauer und Entsetzen unter Gläubigen weltweit. Viele Menschen versichern ihre Solidarität und ihr Gebet in den sozialen Netzen, indem sie das Zeichen zeigen, mit dem Islamisten Häuser von Christen markieren: Das "nun", den 25. Buchstaben des arabischen Alphabets.
Die islamistische Terrororganisatin ISIS hat die Christen aus Mossul vertrieben , ihre Häuser und Geschäfte wurden mit dem Zeichen "nun" markiert . Mit dem je nach Zählung 14. oder 25. Buchstaben des arabischen Alphabets beginnt das Wort "nasara", "Nazarener" – die Bezeichnung der Muslime für Christen. Die Christen selbst nennen sich "masihiyun", vom arabischen Wort "masih" für Messias.
http://www.katholisch.de/de/katholisch/themen/
glaube_2/140723_wearen_solidaritaet_im_netz.php
Ich bin auch einer von denen, die mit diesem Jesus unterwegs sind und ich leide mit meinen Schwestern und Brüdern, die um ihres Glaubens willen verfolgt werden (1Kor 12,26).
Ich bin ein Nazarener - und das ist auch gut so!https://blogofjohannes.wordpress.com/2014/07/22/n-fur-nazarener/
Auch von einigen mutigen Musliminnen - die daraufhin als "Ungläubige" verunglimpft wurden - wurde das "nun" als Zeichen der Solidarität mit den Opfern und der Abscheu vor den Gräueltaten der ISIS verwendet.
http://www.katholisches.info/2014/07/31/den-neuen-gelben-stern-tragen-die-christen-mutige-schiitinnen-stellen-sich-an-ihre-seite/

"Je suis Nazarée" ?
In den Westlichen Medien fand die Aktion - im Vergleich zur Emordung der Mitarbeiter von Charlie Hebdo in Paris -  "Je suis Charlie!" - kaum Resonanz.

http://politeia.org.ro/author/theophyle/page/29/

Orient und Okkzident -
verschiedene Sichtweisen ?


Vielleicht müsste man die Augenbinde für den Okkzident noch um eine Mundbinde und Ohrenbinde (nicht sehen, nicht hören, nicht reden)  ergänzen wenn man die ängstlich-unterwürfige Dhimmitude-Haltung mancher westlichen Politiker und Medienvertreter betrachtet.
   


http://genocide.leadr.msu.edu/1003-2/



https://balladeer.files.wordpress.com/2014/12/islamophobia-poster.jpg

Auf andere Begriffe der semantischen Ideologisierung sei nur am Rande hingewiesen, so "Feindbild Islam", eine seit langem benutzte Vokabel, um inhaltliche Kritik im Keim abzuwürgen. Oder, besonders delikat, "selbst ernannte Islamkritiker". Wer, bitte, soll denn Kritiker ernennen? Etwa die Kritisierten selbst? Dies böte völlig neue Perspektiven im Kulturbetrieb, wenn Rezensionen nicht mehr von den "selbst ernannten Kritikern" des Feuilletons verfasst werden, sondern nur noch von Personen, die Verlage und Theater autorisiert haben. Auch Politiker würden sich viel Ärger ersparen, wenn sie sich nur den Kritikern stellen müssten, die sie selbst ernannt haben.
Klemens Ludwig (1955- ), deutscher Autor, Publizist, Minderheitenexperte


Das harmlose Gesicht des Islams ist zu sehen, wenn Muslime in der Minderheit sind – das andere zeigt sich, wenn sie in der Mehrheit sind.
Sabatina James (1982- ), pakistanisch-österreichische Buchautorin, Frauenrechtlerin, konvertierte zum Christentum

Dem wahren Gesicht des Islam begegnet man nicht auf der deutschen Islamkonferenz. Man begegnet ihm in Ländern wie Pakistan. Dieser Islam richtet sich gegen alle, die nicht nach den Regeln des Korans leben - gegen Demokraten, gegen Atheisten und vor allem gegen Frauen. Und die Welt schaut wie paralysiert zu.
Zafer Şenocak (1961- ), türkisch-deutscher Schriftsteller und Publizist

Islamophobie ?
- oder Phobie gegenüber allem Nichtislamischem (Westlichen) ?


In einer demokratischen Gesellschaft müssen sich alle Religionen und Weltanschauungen kritische Anfragen bezüglich ihres
Menschenbildes, ihres Begriffs der Menschenwürde und ihrems Umgangs mit den Menschenrechten in Geschichte und Gegenwart gefallen lassen.

Auf englischsprachigen Plakaten islamistischer Demonstranten steht "Köpft die, die den Islam beleidigen" oder "Liberalismus geh zur Hölle",.
Boko Haram - der Name der islamistischen Terrororganisations im Norden Nigerias setzt sich aus den Hausa-Begriffen Boko und Harām zusammen, er kann übersetzt werden mit „Bücher sind Sünde“. oder  andere Übersetzung lautet „Westliche Bildung verboten“ oder „Die moderne Erziehung ist eine Sünde“; sie terrorisiert Christen aber auch Muslime im Norden des Landes und jenseits der Grenze (Zerstörung von Kirchen, Entführung von Kindern als Sexsklaven und Kindersoldaten(.
Viele andere Organisationen und Länder stehen der westlichen Demokratie und den westlichen Vorstellungen der Universellen Deklaration der Menschenrechte ablehnend gegenüber.
Mit der Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam beschlossen 1990 45 Außenminister islamischer Staaten eine eigene Menschenrechtserklärung, die die Scharia als alleinige Grundlage von Menschenrechten definiert.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kairoer_Erkl%C3%A4rung_der_Menschenrechte_im_Islam

Auf einem englischsprachigen Poster heißt es:
"Es gibt nicht so etwas wie ISLAMOPHOBIE
Es ist das Recht eines jeden Individuums eine Religion zu hinterfragen, die vorgibt friedlich zu sein, und dennoch verantwortlich für mehr Terrorattacken ist als jede andere.
In der islamischen Welt werden Frauen als Bürger zweiter Klasse behandelt und durch alte Gesetze gebunden, die keinen Platz in einer modernen Welt haben.
Wenn überhaupt, hat der ISLAM eine Phobie gegen alles Nichtislamische."

Verallgemeinerungen sind immer problematisch, da es "den"  Islam nicht gibt, und dieser viele Richtungen von radikal-fundamentalistisch (wörtliches Verständnis des Korans als unwandelbares Gotteswort, keine Trennung zwischen Religion und Staat, Scharia) bis westlich-liberal (spirituelle Auslegung des Korans, Anerkennung der allgemeinen Menschenrechte und der demokratischen Verfassung).
Der vom Westen in naivem Wunschdenken als demokratischer Aufbruch gefeierte "arabische Frühling" hat in Nordafrika und im Nahen Osten leider nicht mehr Demokratie gebracht, sondern im Gegenteil fundamentalistische Gruppen gestärkt und zu einer Verschlechterung der Menschenrechtssituation geführt.

 

Quellen und weiterführende Informationen

Bat Ye’or: Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam. 7. – 20. Jahrhundert. Zwischen Dschihad und Dhimmitude. Gräfeling: Resch-Verlag, 2. Auflage 2005 (mit umfangreicher Sammlung von Primärquellen!)
Dhimmitum und Marcionismus
http://www.nicht-mit-uns.com/nahost-infos/texte/0dhimmitum.html
http://www.dhimmitude.org/
http://fr.wikipedia.org/wiki/Dhimmi
Mark A. Gabriel: Jesus und Mohammed. Erstaunliche Unterschiede und überraschende Ähnlichkeiten. Gräfeling: Resch-Verlag, 1. Auflage 2006
Islam und Christentum im Vergleich. Wichtige Lehren werden gegenüber gestellt.
http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/texte/islam_christentum_vergleich.html
Schwert der Aufklärung. Für einen aufgeklärten Geist: Was macht den Islam so erfolgreich
https://schda.wordpress.com/was-macht-den-islam-so-erfolgreich/
Übesetzung von
http://www.inquiryintoislam.com/2010/07/why-is-islam-so-successful.html
Der Prophet des Islam
http://derprophet.info/
Islamophobie? Wir nennen es Aufklärung!
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article133712722/Islamophobie-Wir-nennen-es-Aufklaerung.html
Islamophobie. Europäer unterscheiden zu wenig zwischen Islam und Islamismus

(Christ & Welt 8. Januar 2015)
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-01/islamfeindlichkeit-bertelsmann-studie-hintergruende
"Islamophobie" Falsche Phobien verhindern eine Reform des Islams
http://europenews.dk/de/node/93249
Papst weint um gekreuzigte Christen in Syrien - die Weltmedien ignorieren ihn
http://www.katholisches.info/2014/05/05/papst-weint-um-gekreuzigte-christen-syriens-die-weltmedien-ignorieren-ihn/
Christen in der Türkei - Geschichte und Gegenwart
http://www.kirche-in-not.de/was-wir-tun/laenderschwerpunkte/asien/tuerkei/christen-in-der-tuerkei-geschichte-und-gegenwart-luigi-padovese


Bassam Tibi. Im Schatten Allahs. Der Islam und die Menschenrechte. München: Piper 1994
Seyran Ates. Der Multikulti-Irrtum. Wie wir in Deutschland besser zusammenleben können. Berlin: Ullstein 4. Aufl. 2007
Christa Chorherr. Im Schatten des Halbmondes. Christenverfolgung in islamischen Ländern. Wien: Styria 2013

Zum Thema religiöse Toleranz
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 Religionsfreiheit ist unteilbar - Muslime in Deutschland und Christen in Saudi-Arabien 


    

 
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