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Der Begriff der Dreifaltigkeit
Die Besonderheit des christlichen Glaubens ist der Glaube an den einen Gott in drei
Personen. Die Bezeichnung Dreieinigkeit betont die Einheit der
göttlichen Personen, die Bezeichnung Dreifaltigkeit ihre
Verschiedenheit. Zwar unterscheidet der Glaube an den dreieinigen Gott die Christen von
Juden und Muslimen, aber zusammen mit ihnen bekennen sie, dass es nur einen Gott gibt
(monotheistische Religionen). Juden und Muslime sind den Christen eine ständige Mahnung,
den Glauben an den dreieinigen Gott nicht zum Glauben an drei Götter zu machen (wie bei
Göttertriaden polytheistischer Religionen).
Biblische
Quellen für die Dreifaltigkeit
- Mt 28,19 Darum tauft
sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Hl. Geistes" (Herrenwort)
Mt 11,27 Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden, niemand kennt den Sohn,
nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn ..." (Herrenwort)
- Joh 5,18 Darum waren die Juden noch mehr darauf aus,
ihn zu töten, weil er ... auch Gott seinen Vater nannte und sich damit Gott
gleichstellte."
- Joh 10,30 Ich und der Vater sind eins."
- Joh 11,38 Dann werdet ihr erkennen ... das in mir der
Vater ist und ich im Vater bin."
- Joh 14, 6 Niemand kommt zum Vater außer durch
mich."
- Joh 14,26 Der Beistand aber, der Hl. Geist, den der
Vater in meinem Namen senden wird ..."
- 2 Kor 13,13 Die Gnade Jesu
Christi, des Herrn, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit
euch allen!"
Dreifaltigkeit in Kreuzzeichen und Glaubensbekenntnis
Seit Ende des
2. Jahrhunderts ist dieser Ritus bekannt um sich selbst oder andere Personen (oder auch
Gegenstände) zu segnen. Die Verbindung von Kreuzzeichen und Bekenntnis zum dreieinigen
Gott weist auf den Zusammenhang mit Taufbekenntnis und Taufspendung hin. Der Ritus
der Kirche kennt
das große
Kreuzzeichen mit ausgestreckter Hand auf Stirn, Brust und Schultern: Ich
bin ganz umfasst von der Kraft des Erlösers
das kleine
Kreuzzeichen, mit dem Daumen allein je ein Kreuzzeichen auf Stirn, Mund und Brust: Gott
segne mein Denken, Sprechen und Wollen
Früher wurde
sich bei der Wandlung bekreuzigt und dreimal an die Brust geklopft mit den Worten
"Jesus, dir leb ich. Jesus, dir sterb ich. Jesus, dein bin ich im Leben und im Tod.
Im Volksmund gibt es die Redensart "drei Kreuze schlagen", für etwas
unangenehmes glücklich hinter sich bringen.
Mit dem Gebet,
das dabei gesprochen wird - Im Namen des Vaters, und des Sohnes und des Hl.
Geistes. Amen." beginnen viele Christen einen neuen Tag oder ein neues Werk.
Im auch heute noch gesprochenen Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel aus
dem 5. Jahrhundert heißt es:
Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn
zugleich angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten..." |
Auch im
bekannteren apostolischen Glaubensbekenntnis bekennen wir den Glauben an den einem
Gott in drei Personen:
Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn,
unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist...
Ich glaube an den Heiligen Geist..." |
Vater, Sohn
und Heiliger Geist: unser Gott ist die Kraft, aus der wir leben können zu unserem Heil
für die anderen.
Darstellungen der Dreifaltigkeit in der Kunst
| Dreifaches Christusmonogramm

Das Bodenmosaik vom Baptisterium (Taufkapelle) in Albenga in
Italien aus der 2. Hälfte des 5. Jahrhunderts symbolisiert die Dreifaltigkeit als dreimalige
Wiederholung des Christuszeichens und der griechischen Buchstaben Alpha
und Omega, A und O für Anfang und Ende bei gleichbleibendem Mittelpunkt, als
Symbol der Trinität. Die sich überlagernden griechischen Buchstaben Chi und Rho
X und P bilden das Christusmonogramm.
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Dreifaltigkeitsknoten

Ab dem 6. Jahrhundert finden sich in Irland Darstellungen des sogenannten "Dreifaltigkeitsknotens".
Dieser besteht aus gleichschenkligen, ineinander verwobenen Dreiecken, die zum Teil noch
mit einem Kreis als Zeichen der Einheit verwoben sind.
- Gott Vater = Schöpfer der Welt
- Gott Sohn = Erlöser der Welt
- Gott Heiliger Geist = Liebe/Erhalter der Welt
Alle drei Personen sind eins !
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Dreifaltigkeitshand

Ein Fresko vom Beginn des 12. Jahrhunderts in der Apsis (Chorraum) von San Clemente von
Taüll/Lerida, Spanien zeigt eine aus dem Lichtkreis herausragende Hand. Sie kann mit 1
Tim 6,16 verstanden als Offenbarung Gottes verstanden werden, der in unzugänglichem
Licht wohnt. Die Kreisform verweist auf den ewigen Gott (anfang- und endlos).
Die Kreise in den Farben Rot (Gottesfarbe), Blau (Christusfarbe), rötliches
Dunkelblau (Dreifaltigkeit) werden durch die offenbarende Hand
durchbrochen:
- Gott spricht als Schöpfer (Schöpferhand)
und wir kommen zum Leben
- Gott spricht in Seinem Sohn (erlösende
Hand) und wir können Leben in Fülle haben, Leben, das den Tod
nicht kennt
- Gott spricht durch seinen Heiligen Geist (Handauflegung)
und wir können dieses neue Leben weitergeben
http://www.rollins.edu/Foreign_Lang/Arte/Taull.html |
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Dreifaltigkeitsikone

Die Ikone des russischen
Malermönches Andrej Rublew vom Beginn des 15. Jahrhunderts (Staatl.
Tretjakov-Galerie Moskau) stellt die drei göttlichen Personen durch Engelsgestalten dar.
Vorlage hierzu ist die biblische Erzählung vom Besuch dreier geheimnisvoller
Männer bei Abraham, die diesem die Geburt eines Sohnes ankünden (Gen 18,1-22).
Die Kirchenväter sahen in ihrer allegorischen Exegese (sinnbildliche Schriftauslegung)
eine "Spur der Dreieinigkeit", denn Wenn Gottes Wesen
dreipersonal ist, dann muss es so schon von Ewigkeit her, also auch zur Zeit des Alten
Bundes gewesen sein. Der bewirtende Abraham ist verschwunden; vielmehr ist der
Ikonenbetrachter als Gast eingeladen, am geheimnisvollen heilsgeschichtlichen Mahl des
dreieinigen Gottes schauend teilzuhaben
http://www.renovabis.de/1998action/
06mat_ikone.htm
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Gnadenstuhl
Eine Miniaturmalerei aus einer Wiener
Weltchronik-Handschrift aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts zeigt einen sogenannten
"Gnadenstuhl".
Gott Vater sitzt auf seinem Thron und hält den gekreuzigten Sohn in seinen
Händen, über dem der Heilige Geist als Taube schwebt. Nach den in allen vier
Evangelien überlieferten Bericht von der Tauf Jesu stieg der Heilige Geist auf Jesus in
Gestalt einer Taube herab.
http://www.aeiou.at/aeiou.history.docs/006202.htm
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Gnadenstuhl in unserer
Pfarrkirche

Fresco in der Altarapsis der Kirche "Heiligste Dreifaltigkeit in Altdorf bei
Nürnberg von 1952
Gottvater empfängt Seinen toten Sohn und reicht Ihn zugleich der Welt dar. Er ist als
Schöpfer der Herr der Gestirne, die im Hintergrund zu sehen sind. Die Taube als Sinnbild
des Heiligen Geistes am oberen Bildrand erinnert an die Taufe Christi im Jordan: "Und
als Er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine
Taube auf Ihn herabkam" (Mk 1,10). Im Wasser der Taufe erhält der Christ
Anteil am göttlichen Leben und tritt ein in den Bund, den Gott im Zeichen des Regenbogens
(im Bild unten) mit den Menschen geschlossen hat (vgl. Gen 9,12 f). Gott in drei
Personen ist überall dort wirksam, wo Menschen Ihm nachfolgen. |
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| Drei Personen 
Dreifaltigkeitsfresko aus dem 12. Jahrhundert in der Kirche
Urschalling, Oberbayern mit dem Heiligen Geist als Frau.
http://www.celtoslavica.de/
imago/sophia.html
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Dreigesicht

Dreifaltigkeitsskulptur
http://www.kolumba.de/
werke/dreigesicht.html
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Religiöse Tafelmalerei
Diözesanmuseum Hofburg Brixen, Italien
http://www.dioezesanmuseum.bz.it/22d210.html |
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Ein Hinterglasbild des 18. Jahrhunderts aus Niederbayern zeigt
die Dreifaltigkeit als
Dreigesicht vor einem Dreieck.
Bilder und Zeichen der Frömmigkeit - Sammlung Rudolf Kriss Straubing
http://www.stmwfk.bayern.de/kunst/
zweigmuseen/straub.html
vgl. http://www.uni-klu.ac.at/kultdoku/
kataloge/20/html/1738.htm |
Das Geheimnis der
Dreifaltigkeit
Einst ging Augustinus - so wird erzählt - am Meer spazieren und dachte über das
Geheimnis der Dreifaltigkeit nach. Da bemerkte er ein Kind, das mit seinem Eimerchen
Wasser aus dem Meer in einen kleinen, abgegrenzten Bereich schöpfte. Was machst du
da? Ich möchte das Meer in meinen Teich schöpfen! Da lachte
Augustinus: Das wird dir nie gelingen! Da richtete sich das Kind auf und
sagte: Ich mache es genauso wie du: Du willst mit deinem kleinen Verstand das
Geheimnis des dreieinigen Gottes verstehen!
Vom Heiligen
Patrick, dem irischen Nationalpatron, heißt es, dass er das Geheimnis der
Dreifaltigkeit an einem Kleeblatt erläutert habe. Der Shamrock, das
dreiblättrige Kleeblatt wurde später das irische Nationalsymbol und wird am St.
Patrick's Day, dem irischen Nationalfeiertart am 17. März, von vielen Iren weltweit als
Erkennungszeichen getragen.
Weitere interessante Quellen zum Thema Trinität finden Sie über die Linkliste Glaube
und Kirche im Internet: Dreifaltigkeitslehre,
Dreifaltigkeitssymbole,
Interessantes zur Drei unter Symbolik
der Zahl Drei.
Zitate über die
Dreifaltigkeit
Gott Vater ist eine tiefe Wurzel, der Sohn ist
der Schössling, der in die Welt hereinbricht, und der Geist ist das, was
Schönheit und Duft verbreitet.
Tertullian (Quintus Septimus Florens Tertullianus) (160-220),
lateinischer Kirchenlehrer in Nordafrika
Wo es Liebe gibt, gibt es eine Dreifaltigkeit:
einen Liebenden, einen Geliebten und eine Quelle der Liebe.
Aurelius Augustinus ( 354-430), Bischof von Hippo in Nordafrika,
Philosoph, Kirchenvater, Heiliger
Gott ist dreifach von Person und doch einfach
von Natur. Gott ist auch an allen Orten, und an jedem Ort ist Gott ganz. Das
will so viel sagen, dass alle Orte ein Ort Gottes sind.
Meister Eckhart (1260-1328), deutscher Dominikaner, Mystiker
Sag mir wie es kommt, dass in diesem Raum drei Kerzen und nur ein Licht
sind; und ich werde dir die Art der himmlischen Existenz erklären.
John Wesley (1703-1791), englischer Theologe, Gründer der Methodisten
Quellen:
Dietrich Koller: Trinitarisch glauben, beten, denken. Die Dreieinigkeit als
Liebessymbol. Münsterschwarzach: Vier-Türme-Verlag 1999
diverse Internetquellen
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