Beispiele für neoliberalen Neusprech in Wort und Bild
 

 

Price Waterhouse Cooper International: "Weltunternehmen vor exotischen Steuern schützen"

Das globale Unternehmensnetzwerk Price Waterhouse Cooper International Ltd. (PwC) wirbt derzeit in Deutschland neue Mitarbeiter mit dem Spruch "Weltunternehmen vor exotischen Steuern schützen."

Die Formulierung suggeriert ein Art "bedrohte Spezies" (warum ausgerechnet Weltunternehmen?), stimuliert den "Helferinstinkt" - habt Mitleid mit den armen Weltunternehmen- so ist es wenigstens gedacht ...

Bemerkenswert sind die kleinen Änderungen am Plakat - das "böse" Auge und die "vernagelte" Stirn - keine Manipulationen per Bildbearbeitungssoftware, sondern so am 26.07.2011 auf einer Nürnberger Plakatwand vor der Agentur für Arbeit Nürnberg (wohl nicht ganz zielgruppengemäße Platzierung) vorgefunden. Da hat offensichtlich jemand Moritz einen Streich gespielt :-))

Schade, dass sich junge Menschen für solche Kampagnen hergeben - aber "money makes the world go round"... - sie sollten sich besser für wirklich Schutzbedürftige engagieren, die keine finanzkräftigen Fürsprecher haben und hier "Großes bewegen"!
Übrigens: "Manager im Bereich Tax and Legal" hört sich gut an - honi soit qui mal y pense !

Begleitet wird die Plakatkampagne von einer Werbekampagne über die sozialen Netzwerke:

Videos Posted by PwC Karriere: May 27, 2011 2:55am | Facebook
www.facebook.com/video/video.php?v=1906945406323 - Im Cache
Moritz schützt Weltunternehmen vor exotischen Steuern. Wie er das macht, erzählt er in dem Video. Weiter Kollegen von Moritz findest Du unter www.pwc.de/ ...
Gemeinsam im Team Großes bewegen‏ - YouTube
www.youtube.com/watch?v=BKQzyd0RKB4
3 Min. - 1. Juni 2011 - Hochgeladen von pwccareerde
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Weltunternehmen vor exotischen Steuern schütehnby ... Added to queue PwC Theme Song 1 of 2 - Your Worlds
...

Doch wer schützt eigentlich die ohnehin verschuldeten Staaten vor massivem Steuerentzug durch Weltunternehmen ?

Vielleicht sind Finanzyuppies bei PWC derzeit nicht auf u.a. steuerfinanzierte Sozialleistungen angewiesen. Die steuerfinanzierte öffentliche Infrastruktur nutzen sie gewiss ...

Und wer schützt eigentlich die Arbeitnehmer von Weltunternehmen vor Dumpinglöhnen oder gar Massenentlassungen ?

Vielleicht werden Finanzyuppies bei PWC irgendwann auch das "hire-and-fire"-Prinzip am eigenen Leibe erfahren - die nächste Wirtschafskrise kommt bestimmt.

So verkehrt neoliberaler Neusprech die Kräfteverhältnisse der globalisierten Wirtschaft:
"Schützt die Starken vor den Schwachen"!?

PwC ist natürlich kein Einzelfall sondern steht für ein System
Vgl. auch die anregende Interpretation "Entsolidarisierung" http://derfilmimfilm.blogspot.com/2011/06/entsolidarisierung.html

und Zitate über Umkehrung des Denkens, Umwertung, Wahrheitsverdrehung und Rechtsverdrehung - oder "Brave New World" gestern und heute


Barclays Bank: "Welcome to Barclays" - Willkommenskultur einmal anders

So gesehen in einer Bankfiliale im Londoner Stadtteil Knightsbridge

Willkommen bei Barclays - potente, zahlungskräftige Kunden natürlich - Penner, oder einfach nur müde Passanten, die sich einmal zum Ausruhen auf die Fensterbank hinsetzen wollen, offensichtlich nicht ...

Eine "Weiterentwicklung" der Taubenspikes zur Abwehr von Tauben - mit dem Unterschied, dass Menschen die Fensterbank nicht durch ätzende Exkremente beschädigen...

Nur ein kleines Beispiel für die Dehumanisierung unserer Städte...

In der Wirtschaftswoche vom 17.03.2014 heißt es unter dem Zwischentitel "Boni trotz Verluste": "Und die britische Bank Barclays will 2014 bis zu 12.000 Stellen streichen, erhöht gleichzeitig aber die Bonuszahlungen für ihre Investmentbanker."

Fortsetzung folgt !

 

 

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