Anmerkungen zum G8
 



... aus eigener Betroffenheit

Lehrer eines G8 "Ihr müsst den Stoff bis zur Prüfung lernen, danach könnt ihr ihn vergessen."
Dieser Satz verrät  vieles über das G8 und die Lehrer, die sich damit arrangiert haben - oder resigniert haben.

Die kurzfristigen Folgen des G8 sind schon jetzt zu beobachten, die langfristigen Folgen noch unabsehbar:

  • verstärkt "geistiger Durchfall" (oder "Bulemiebildung") - unverdauter Lernstoff wird wieder ausgeschieden -  Kein Wunder wenn über die mangelnde Allgemeinbildung von Lehrstellen- und Studienbewerbern geklagt wird.

  • verstärkte Chancenungleichheit, da durch die verdichtete und kürzere Stoffvermittlung mehr Nachhilfestunden erforderlich werden und sich Besserverdienende die bessere Nachhilfe leisten können, Bildung wird in Folge immer elitärer

  • keine Zeit mehr für ehrenamtliches Engagement z.B. in Vereinen, Kirchen, Gewerkschaften und Verbänden

  • keine Entwicklung und Entfaltung der Gesamtpersönlichkeit (der Mensch erscheint in primär als ökonomisches Objekt - als "Humankapital")

  • immer mehr psychisch gestörte Kinder und Kinder mit psychosomatischen Krankheiten (Durchfall, Erbrechen, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme u.v.a.m. in Folge des drastisch steigenden Leistungsdrucks (für jugendliche Arbeitnehmer gibt es ein Jugendarbeitschutzgesetz, dass die tägliche Arbeitszeit begrenzt, für Schüler gibt es nichts dergleichen), Hausärzte können dazu einiges erzählen

  • immer mehr überforderte und ausgebrannte Lehrer,

  • immer mehr Schulpsychologen und Spezialisten für die Behandlung von Lehrern mit Burn-out-Symptomen

  • Schließlich steigt der Druck so, dass Schüler bis in den Suizid getrieben werden.

Der damalige Bundespräsident Roman Herzog bezeichnete die längere Schulzeit der deutschen Schüler im europäischen und internationalen Vergleich als "gestohlene Lebenszeit".
Ist es aber nicht letztlich so, dass rein ökonomische Überlegungen (die jungen Menschen möglichst früh ins Arbeitsleben zu führen) zu einer
"gestohlenen Jugendzeit" der Schüler führen und zu einer "gestohlenen Familienzeit"?
Selbst ökonomisch gesehen sollte man die Gegenrechnung nicht vergessen, die gesundheitlichen und sozialen Kosten die sich früher oder später auch volkswirtschaftlich auswirken - von den Auswirkungen auf das kälter werdende gesellschaftliche Klima ganz zu schweigen.

Für die verantwortlichen Bildungspolitiker:

Wollen Sie eine solche Politik mit all Ihren Folgen weiter unterstützen und als alternativlos darstellen?

Für die betroffenen Eltern und Lehrer:

Wollen Sie eine solche Politik mittragen oder sich damit arrangieren
 - nach dem Motto "Ich als Einzelner kann doch nichts daran ändern" oder "Nach mir die Sintflut"?

Für Ärzte, Psychologen, Bildungsforscher:

Wollen sie dazu beitragen, dass die negativen psychosozialen Folgen einer solchen Politik "unter der Decke" gehalten werden?
 

Linktipps:

http://www.g-ib-8.de
(Bürgerinitiative familiengerechte Bildung und Schule G-IB-8, Ergebnisse einer Online-Umfrage unter Eltern und Lehrern von G8-Schülern in NRW)
http://www.turbo-abi-reform.de (Elterninitiative Turbo-Abi-Reform)
http://www.g8protest.de (G8-Protest, Diskussionsforum)
http://www.dr-gericke-pischke.de/uploads/media/Ich_kann_nicht_mehr.pdf (ICH KANN NICHT MEHR! AUS DEM LEBEN EINER G8-FAMILIE. Psychosoziale Folgen der G8-Schulreform für die Familie von Dr. Bianka-Aimée Gericke-Pischke
... oder - wem dies zu "politisch" ist ...
http://www.lev-gym-bayern.de/index.php?Seite=430&PHPSESSID=03d27a4352ca7759d985b495521ec239 (Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern e.V. - Ergebnisse der LEV-Umfrage 2010
http://www.dosb.de/fileadmin/fm-dsb/downloads/Sportentwicklung/VL-dud-20090325_Stellungnahme_G8_-_final.pdf (Stellungnahme des Deutschen Olympischen Sportbundes und seiner Deutschen Sportjugend zur gymnasialen Schulzeitverkürzung - G8)
http://www.bdkj.de/bdkjde/newsansicht/article/turbo-abi-und-ganztagsschule-gefaehrden-engagement.html Turbo-Abi und Ganztagsschulen gefährden Engagement
h
ttp://www.bdkj.de/fileadmin/redakteur/.../3-48_Schule_muss_foerdern.pdf Schule muss fördern nicht überfordern (über die Problematik des Rückgangs der Freiräume für das informelle Lernen)

 

  Home

Übersicht

Suche .

© Dr. Martin Weimer, Altdorf b.Nürnberg